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Group Title: Über Hartmann von Aue
Title: Über Hartmann von Aue
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 Material Information
Title: Über Hartmann von Aue Zum Erek
Physical Description: 48 p. : ; 22 cm.
Language: German
Creator: Pfeiffer, Franz, 1815-1868
Publisher: Druck von Jacob & Holzhausen
Place of Publication: Wien
Publication Date: 1859
 Subjects
Genre: non-fiction   ( marcgt )
 Notes
General Note: "Aus der Germania 4 besonders abgedruckt."
 Record Information
Bibliographic ID: UF00098552
Volume ID: VID00001
Source Institution: University of Florida
Holding Location: University of Florida
Rights Management: All rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier: oclc - 15472124

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UNIVERSITY
OF FLORIDA
LIBRARY








e' 1,ER



HARTMANN VON A(TE.








F 1. ANZ PFEIFFER.



ZITM EREK.






1, 11: [ 1i I I. i I.' L'ESON DERLS ABUIEDRUCKT.





\- I EN.
1 I i i* ...* ... ; & IIOLZHAUSEN.
1 '-. I.






7 S 3 3















Unter den deutschen Sprachforschern giebt es noch iminer
manche, die es fur eine Vernnessenheit oder gar fir cine Filschung,
jedenfalls fir unerlaubt halten, Denkmniler altdeutscher Poesie, die
nur einmal und in sptten Handsehriften iiberliefert sind, kritiscl zu
bearbeiten, oder, wie sie es nennen, ins Mittelhochdcutsche umzu-
schreiben, auch wenn diese Donkmialer noch so deutliclie Kennzeichen
ihheren Alters an sich tragen; h6chstens sei es, meinen sie, gestattet,
dem buchstlablich abzudruckenden Texte Verbesserungen, oder, da
selbst dies Einigcn noch zu kiihn scheint, Verbesserungsvorschlaige
beizufiigen: alles dariiber Hilnausgehende sei ,,Textnmaeerei". Diese
Ansicht scheint inir weder auf gesundem Urtheil noch auf richtiger
Erkenntniss zu berinhen, sic legt auf Nebendinge ein ungebiihrliicles
Gewicht, und Libcrsieht oder unterschKtzt dabei die lIauptsache, auf
ldie es in solclien Dingen alloin ankomint.
Die deutsche Philologie wiire des Namens einer Wisscnschaft
unwerth, wenn sie es nieht so weit gebracht hatte, cinem inld. Ge-
S dichte auf Grund der Reime, der Spracle und der iiu crn Form
Sungefaihr die riehtige Zeit und Heimat anzuwcisen. i \renl sic aber
dies vernag, und ich bin fiberzeugt, dafi sie es weitnus in den
meisten Fallen vermag so ist das Umschreiben eines Gedicites,
z. B. aus der Sprache des 15. Jlid., in der es mns zufiillig fiberliefert
ist, in die des 13. in der That blode Nebensache, wozu (wenn man
weilb, woranf es dabei ankomnnt) allerdings keine Kunst gehiirt, und
es ist zwiefach nur Nebensacle, wenn das Gediclit cinen bekannten
Namen angehlirt, von dem siclh noch andere Werke in entweder
alten oder zahireichen Handschriften erhalten haben. -Man mag dice
Verfalhren willkihrliclih nenenn; im Grunde steht aber nur tine Wi!l-
kiilir der andern gegentiber, mit dem wichtigen Unterschied jedoci,
daG die Willkiihr dort, in den Handschriften, in Unwissenheit und
allgemeiner iibler Gewohnheit ihren Grund hat, witnrend sic hier
uf besserer Erkenntniss, auf Erfahrung und Jlmng beruhlt. Aller-
I- 1.31$a




4 FRANZ PFEIFFER

werden, daG solche Herstellungsversuche verwerflich oder gar ver-
boten seen.
Was auf dem CGebiete der classisehen Sprachen und der bil-
denden Kunst erlaubt ist, wird der dentschen Philologie nicht
verwelirt sein. Allerdings konnnt es dabei, hier wie dort, auf das
Wie an, und hier kann nicht geliugnet werden, dafl in Ausgaben
mnhd. I)icltungen ab und zu in dieser Bezieliung sclon grolie Miss-
griffe gemaclt wurden, Missgriffe, die indess einzelne Fille betreffen
und Einzelnen znr Last fallen, also gegen die Richtigkcit und Be-
rechtigung des ganzen Princips nights beweisen knmnen. Man hat
nachgerade in diesen Dingen docli einige Erfahrungen und Fort-
schritte gegen frlier gemacht; und wer nit den Emnendationen eines
Kritikers nicht einverstanden ist, denm bleibt es unbeiiommen, seine
eigenen an die Stelle zu setzen. Auffallend ist es, dalt grade die
heftigsten Eiferer gegen die ,,Textinacherei" mit den Naclhbsserungen
aulierordentlich sparsain sind. Sie u0gen fiir diese ihre liuickhnltung
ihre besonderen geheimen GrUinde haben. Seit ciniger Zeit waren
diese friiher so gelifutigen Anklagen versttimint mid es hatte den
Anschein, als ob in den Anscliauungen der Spirachforscher eine rich-
tigere Einsiclit Platz gegriffen hiitte. 31elrere neuelriigs vernon-
mene Aiuierungen lehren, dalb jene Ansiclten noch iinmer nieht vallig
aufgegeben sind. Icli glaubte daher um so mehr bier darauf Riick-
sicht nelmen zu mission, al s es von der Bejahung oder Verneinuiig
dieser Frage abhingen wird, ob meine nuf die naclfolgenden Emen-
dationen verwendete Miilie und Zeit weggeworfen ist oder nicht.
Auf den Erek des Hartinann von Aue findet niiilich das oben
Gesagte voile Anwendung. Nur in einer einzigen Handschrift ist
uns das Gedicht erhalten, in der groloen Ambraser Handschrift, jener
zwar jungen, aber reiclhhaltigen und unschiitzbaren Handschrift, der
wir anci die Erialtung der Gudrun und mancher anderer inhd. DiCh-
tungen zu danken haben. Noch im 15. und 16. Jahrhundert war
der Erek in mclhreren Handschriften vorhanden. Ans einei Hand-
schrifteneatalog des 15. Jahrhnnderts, der sieh einem Exemplar des
Schwabenspiegels eingezeichnet findet, ersehen wir, da6t die griflich
Ortenburgische Bibliotlek zu Tambach in Oberfranken hunter vielen
andern dentschen Handschriften, die seitdem von dort verschwunden
sind, auch eine des Erek besah.: das puech von kunig Ereckh (sieh
Naumanns Serapeumn 1842, S. 339). Eine zweite Handsehrift befand
sich im Besitz alertt Elisabeth Volkenstorferin, die ihre nicht unbe-





ZUMI EREK.


tritchtliche Handschriftensammlung auf dein letzten Blatte der Ambraser
Handschrift von Rudolfs Weltchronik (Nro. 77. Fol. Perg.) eigen-
hAndig verzeichnct hat; hunter den 45 von ihr aufgezahlten deutschen
Handschriften erscheint nimllich hunter Nro. 28 anch daz puech Hedek
utnd Eneyt*). Beide Handschriftcn sind gainzlich verschollen und

*) Da Primisser sowohl als Sacken in ilhren Beschreibungen der Ambrasersamm-
hing von diesem Catalog nur einzelne Nummern niclt ohne Feliler, ausgehoben
haben, theile ici ihn hier ganz mit.
Nota Hie ist ze merkclen waz ich Elspet Volchenstorlferin pueher hab deutscler.
1. Primo von erst die wibel. 2. Item den Salter deuthsch. 3. Item ewan-
gelij ain puech. 4. Item die epistel ain puech. 5. Item die anslegung uber de
epistel ain punch. 6. Item daz puech erchantniis der Siind. 7. Item de ewig
weishait auch ain puech. 8. Item de glos uber daz ewangelij In principio. -
9. Item daz puech Johannes in apokalippsi. 10. Item daz puech Lazarij. 11.
Item unser frawn wibil. 12. Item sand Kathrein master. 13 Item daz puech
der nature. 14. Item der wllhisch gast. 15. Item die Romisch Granikken (so). -
16. Item daz peltzpuech. 17. Item ain Ertzpucch. 18. Item aber ain Ertzpuech.
- 19. Item daz puech der tugent der wurtzen. 20. Item die Propheten ain pucch.
- 21. Item Wilhalm von Orans ain puech. 22. Item daz prakkensail aucl ain
puech. 23. Item den Tytrell ain puech. 24. Item daz pneeh Parezifal. 25.
Item aber ain Parciffal. -- 26. Item sand Elspeten leben. 27. Item der Vigelays.
- 28. Item daz pnech Hedek mid Eneyt. 29. Item aber unser frawn wibel. -
30. Item der czweliffpotten lcben. 31. Item ain Rechtpnecl. 32. Item aber ain
Rechtpuech. 33. Item aber ain erczpuchel. 34. Item Lucidarins. -- 35. Item
aber ain erczpuchel. 36. Item de suben frewd unser frawn. 37. Item aber ain
erczpuechel. 38. Item ain puhel von unicr frawn tagzeit. 39. Item zwo tewtsch
vigilij. -- 40. Item Sand largarethen marter. 41. Item sand Prandan ain pulel.
42. Item iiij Pettpuhel. 43. Item ein pubel eyttel Teycliner. 44. Item ain mar
puhel. 45. Item chunigin von Frankenreich.
Also eine Handschrift der Kaiserchronik, denn diese ist doch wohl mit der ,Ro-
inisch Granikken" (Nr. 15) gemeint; von Wolfram zwce IHandschriften des Parzival
(Nr. 24. 25) und eine des Willelm von Orange; Hartmanns Erek (Nr. 28); Wirnts
Wigalois (Nr. 27); Thomasins willseher Gast (Nr 14); die Weltchronik Rudolfs, worin
gegenwlrtiges Verzeichniss eingeschrieben steht; zwei Handschriften des jiingern Ti-
turel (Nr. 22. 23); Heinrich Teichners Gedichte (Nr. 43); das Gedicht von der Ki-
nigin von Frankreich (Nr. 45); eine Handschrift mit ErzMhlungen und Schwinken,
so wird man doch wohl das ,,mdr pubel" (Nr. 44) zu verstehen habcn; Legenden
von Katharina (Nr, 12), Margaretha (Nr. 40), S. Brandan (Nr. 41) und der Patronin
der Besitzerin, der hl. Elisabeth (Nr. 26). Der Lucidarius (Nr. 34) ist wahlrscheinlich
die bekannte Weltbeschreibung, nicht das Work Seifried Helblings. Naturwisscn-
schaftliche und medicinisehe Werke sind: das Buch der Natur von Konrad von Megen-
berg (Nr. 13); ein Peltz- nnd ein KrIuterbuch (Nr. 16. 19); fiinf Arzneibiciher
(Nr. 17. 18. 33. 35. 37); ferner zwei Rechtsbiicher (Nr. 31. 32). Die biblische Ge-
schichte und ascetische Litteratur ist reich vertreten: die ganze Bibel (Nr. 1), einzelne
Theile derselben (Nr. 2. 3. 4. 5. 8. 9. 20. 30); Unser Frauen Bibel (Nr. 11. 29) ist





FRANZ PFEIFFER


auch ein Bruchstiick hat sicl bis jetzt nirgends gefunden. Wir sind
also, vielleicht fiir imner, lediglicli auf die eine Ambraser beschrinkt.
Sic wurde auf Befehl Kaisers Maximilian I. im Jahre 1502 bcgonnen
und 1517 vollendet. Trotz dieses jungen Alters ist der Text, den
sic gewi~hrt, im Ganzen durchaus nicht schlecht zu nennen; wie er
sich indess gegen die ursprtingliche Gestalt des Gedichtes ungefiihr
verhalten mag, wird man aus dem nach derselben Handschrift her-
ausgegebenen Iwein von Miclhaeler (Wien 1786) und aus einer Ver-
gleichung desselben mit der GieGener oder Heidelberger Handschrift
cinigermarfSn entnchmen kinncn.
Die Ausgabe des Erek ersclien im Jahre 1839 durch Moriz
Hnupt. Es war seine erste kritische Arbeit auf diescm Gebiete.
Jetzt wiirde er ohne Zweifel Manches anders und besser machen ; den-
noch war es eine bedeutende Leistung, die man mit dankbarer Anerken-

wohl das Leben Mariii; die 7 Frenden nid die Tagzeiten Marifl (Nr. 3(. 38) ; Sense's
Biichlein der ewigell Weislieit (Nr. 7); cin Beichtspiegel (Nr. 6), zwei Vigilien- (Nr. 39)
und vier G(ebethiicher (Nr. 42). Was wir niiter dem ,,pneclh Lazaril" (Nr. 10) zu
verstellhen haben, weil ich nicht. Da die Schreiberin zwisclien ,,puecli" und ,,miiechel"
genan interscheidet, so ril5S es ein starker Band gewesen seii.
)u;s Geschlecht der Volkenstorfer (vgl. Ilolieneck, Genealogie tier Fainilien im
Erzherzogthlmn Oesterreich ol der Ens. Passau 1747. :, 771-791) war eines tier
iiltesten im Lande ob der Ens. lhr Stammsitz glciclies Namens lag auf einer within
sichtbarcn Anhiihe zwvisclen Ens uind St. Florian. Der letzte des Geschlechltes, Wolf-
gang Willielm (t Iii. Dec. 1610 imi Schlosse zii WeiBenberg), oder vielmehr dessen
Witwe, Katlarina, geuborne Herrin voii Liechtenstein-Nikolsburg (t 16. April 1643)
verkanfte Volkenstorf im Eiiverstlindnisse mit ihren kinderlosen Tchltcrn an den
beriihmten Feldherrn Grafen Tilly nnd dessen Vetter, Grafen Werner Tilly, deren
Erben die alte Burg niederreien elielfen und am 3. Miirz 1633 den Grilndstein zu
einem Nenban, der nocl erhaltenen Tillysburg, legten
Es kinnen zwei Volkerstorferiimnei nut Namen Elisabeth nacligewiesen werden:
1. Die jiing(re Tochter Seibolds v. V. ans der Ehe mit Demuth von Losenstein, die
sich im Jahre 1375 mit Gundaker von Starhemberg vermithlte (Iioheneck 3, 778).
2. Die jiingste aus der zweiten Ehe des Georg von V. mit Margaretha von Polheim
(1400) hervorgegangene Tochtcr (IIoheneck 779); sie verehlichte sich mit Heinrich
von Wildhauss. Diese genealogischen Notizen verdanke ich meinem verehrten Freunde
Jos. Bergmann Ob eine dieser beiden Franen die einstige Besitzerin der Handschriften
war, mut ich uinentschieden lassen. Es ist mir aber nicht wahrscleinlich, dae sie,
die sich doch wobl schon in jungen Jabren in andere Geschlechter verleiratheten
und also den angebornen Geschlechtsnamen verlnderten, sclion als Mildchen, als
jiingere Tichter, solche Handschriftenschlitze zu eigen besalen, es miiSte denn sein,
dalI sie einen Theil ilirer Mitgift bildeten, was doch kaum anzuinelinien ist. Auch
sind die Schriftziige schwerlich firiiher als etwa in die Mitte des 15. Jalrhinnderts
zn setzen.




ZUM EIREK.


nung aufzunchmen alley Ursache hatte. Dafl Vielorlei darin stehen
blieb, was noch der Verbosserung bedarf, oder M1lnches geandcrt
ward, was sich nacltraglich als richltig iberliefert heransstellte, dar-
aus wird ihm Niemand, der die nmanigfachen Schwierigkeiten einer
so unifangreichen Arbcit kennt, cinen Vorwurf machen. Einen be-
deutenden Antheil an dieser Arbeit nalii Lachmann, er hat, wie
der Herausgeber in Vorwort bemerkt, daran ,,das Beste gethan".
In der That sind es grade die schwicrigern Fiille, wo er berich-
tigend eingriff, die tiefer licgcnden Verderbnisse, die cr oft in iiber-
raschind gliicklicher Weise aufgedeckt und verbesscrt hat, wie mir
dcnn seine Conjecturalkritik imincr als die gliinzondste Seite seines
ungemeinen Talentes crsolhinen ist. Diescs Talent hat ilhn dann
frleilich auchi hlitig weit iiber das Zicl und das Erlaubtc hinaus
greifon lassen and ilin zu Gowaltthlitigkeitcn verleitct, die nicit zu
loben sind. An solchen Verirrungen der Kritik felilt es, wi ich zu
zcigen hoffel, nuch im EIrok niclit, wiihrcnd der Herausgebor selbst
sicl dainals noch fast ganz frei davon gehalten hat. \Wi Vicles
indess auch da nocl dem Scharfsinnn land Nachdetken Anderor iilirig
gclasscn blicb, und wie sclhr zu Arboitcn dieser Art eino Vereinigang
verschiedener Kritfte duirchaus gchiirt, zeigte die vowm llrausgober
cinige Jahre spuiter in sciner Zcitschrift 3, 266-273 nitgtlicilte
Nachlese mit Verbesserungen, theils von ilan selbst ind Laclinann,
theils von Benecko, W. Grimnn und Will). Wackcrnagcl, von denen
namontlich die des Lotztern manciho verungiiickte Emendation Lach-
manns zurfickwicson und bericlitigten.
Scitdemn es sind fiinfzehn Jahre dariiber hingegaingen ist
dcm Erek von Seite der Kritik iiclit ldi allergeringsto AIufinork-
sainkeit clihr geschenkt worden, sei os nun, dal iln (was dnch kanm
anzunehlmen) Niemand nmchr geleson oder nicit anf die rechte Weise
golesen hat oder datl. man durch jene Verbesserungen Alles erschiapft
glaubte, oder endlich dai Keiner den Miuth hatto, mit seinen Funden
vor die Offentlichkeit izu treten, genmg, so viel ist gewiss, dafi (wie
froilicli noch fiir matches andre mhd. Gedicht) ft'ir den Erek seit
jener Zeit kein Finger nmehr gcriihrt win-de. Diesr Mangel an
Eifer, Tlheilnalm e und gemeiniamnnem Zusainmenwirken antf Ein be-
stimmintes Ziol ist in oincr so jungen W\Yissenclehanft gewiss ein betrii-
bendes bcdcnkliches Zeichen W\ellhe Ursachen dieser EIrscheinung
zu Grinde licgen, dariiber behalte iIh mir vor, einmal ein offenses Wort
zu reden. Hier habe icl es vorllauig nur mit dem Erck iz thun.




FRANZ PFEIFFEl


Diese Jugendarbeit Ilartmanns ist zwar nicht grade cin Mcister-
werk, und als Ganzes betrachtet stclit sic gegcn dcssen Iwein weit
zuriick. Dennoch finden sich darin Stellen und ganze Absclnitte,
welche dem Besten in jeneni inindestens ebenbiirtig zur Seite stehen,
und in denen des Dichters ganze Licbenswiirdigkeit, Innigkeit, Seelen-
kcnntniss und Gemiithstiefe, Eigenschaften, wodurch sich Hartmann
vor vielen andcrn inmd. Dichtcrn auszeichnet, deutlich hervortreten.
Einem Werke von dieser Beschaffenheit, das einem der beriihmtesten
Diclter der mhd. Zeit angehirt, FleiA und Nachdenken zu widmen,
kann keine verlorne Miihe soin.
Iceh habe oben 3, 338 eine Revision des Laclmannischen Iwein
(worunter ich aber keine neue Ausgabe verstanden wissen michte)
in Aussiclt gestellt; ich lasse ihr die naehfolgenden Emendationen
zum Erek als Vorlaufer vorangelien. Natirlich hat man mir nicht
das Leiclite oder an der Oberflalice Liegende iibrig gelassen ; ber
nicht selten stelie iuli anch an Stcllcn, die scion lnigst fiir endgiltig
hergestellt betracltet werden, mit Lachmann; im Widerspruchl, wo
dosscn Anderungen miir nieht berecltigt scheinen. Mit welchem Gltick
oder Geschick dief geslchcen ist, mDgen v or nrt hi ilslo se Leser
citsclciden. WVeu niiclits Weiteres, so viel wird aus imoiner Arbeit
do'c hervorgehen, dali ich inich mit Hartmann eingelicd bcselliftigt
und namentlich den Erek, flii dessen Erklarung noch gar nights
gesclehen ist, verstelien zu lernen ernstlich getraclitet iabe.

Es ist bei den ineisten hifischen Dicltern fast aisnahiislose
Regel, bei weibliclen Namen, we nn ihnen fione vorgesetzt wird,
den Artikel din, die, der wegzulassen und dann gewiitnlich finouwe
in fron, fro, fronn, ja sogar bis zur SchwAechung in ver zu kiirzen.
An diese Regel kelirton sich freilich die Schreiber spiterer Zeit nur
selten oder gar nicht nmehr, aber in guten, sorgfiltigen Handschriften
wird mian sie fast immer beobachtet finden. Gegen diese Regel hat
der Heransgeber, der jungen Handschrift viol zu sehr naeligebend,
regehniilmig und unziiliche Male gefelilt. Betrachtung des im Iwein
herrschenden Gebraucles hAtte diesel Feller vorbeugen kSlnen.
Dort wird an 16 Stellen unabinderlieli vrou Ldnete, also gckiirzt
und ohne Artikel, selbst da geschrieben, wo das Metrui der vollen
Form nicht entgegen gestanden wire: do sprach abetr mvro Linete
7895. sicl, snderwant vrou L. 793. d6 gienc vron L. 8023. hie
gesac/e vrou L. 8137. d( s2praclh vron L. 8044. hie was wnrie L. 8149.





ZUM EREK


Dasselbe ist der Fall vor andern Namen: vrou Minne fiinfinal, vrou
Laudine zweimal, ebenso im Dntiv vroun M3innen 7038. 7053. vroun
Lneten 5438. Nur an Einer Stelle 2794 hat Lachmann im Ace.
vrowen, doch ohne Art. gesetzt, und zwar v.. .Eniten: durch vrowen
Eniten, wie es scheint (Varianten werden zu diesem Verse keine
angegeben) aus Griinden des Metrums, das aber hier cronn so gut
ertragen wfirde als vrowen. Auch Greg. 282: vrou Minne. Zwei-
silbig gebraucht das Wort, aber stilts ohne Artikel, Walther frowe
Minne 14, 11. 40, 26. 27. 41, 5. 55, 17. 98, 36. frowe Mdze 46. 33.,
einsilbig fri Scelde 43, 1. 55, 35. fr6 Unfuoge 64, 38. fr6 .!.'. .
96, 35. fr6 Welt 100, 24. 101, 5. Auch Wolfram wird kaum Ein
Mal gegen die Regel verstolcn, die Regel namlich, die den Artikel
bei frou, frowe vor Eigennamen meidet. Danach sind also all die
zahlreichen Fille im Erek, wo din frowe Enite, die, der frowen
Eniten steht, zu bessern. dz engegen (iz gein?) froun Eniten 800.
als front Enite daz ersach 849. und d6 frou Enite 1299. und fiieren
(statt fiern die) froun E. 1404. frou E. uloup nam, 1455. froui
E. namn si d6 1528. ouch wart froun Eniten 1555. frou E. reizte
daz 1841. und von (statt iude von der) froun E. 2358. zuo froun
(statt zuo der frowen) E. er do sprach 3236. froun E. er nihit liez
3662. hie was frou E. mite 4491. front E. gieng ouch dar 4500.
die frou E. erleit 5110. dd er froun (statt da er die frozen) E. 5713.
und sin frou E. phlac 6135. frou E. k1me sprach 6166. froun E.
troster d6 6212. gienc d6 froun E. n6t 6321. ane froun (statt dn
die froun) E. 6682. 8759. 8928. er sprach ze fronw Eniten 6877.
des wart frou E. unfr6 6924. Guioreiz froun Eiten 6956. Guivreiz
frou' E. neic 7024. frou Enite 7221. ow froun E. 7263. der nami
froun E. 9645. froun Eniten cehein 9720. mit froun E. 9818. hete
frou E. 10107. 1606. 1745. 2857. 6733. 7221. ist ohne Zweifel
mi i froi Enite, und mmi froun Eniten zu Icsen. Ferner nu hete frou
Melde 2515 (vgl. Frauendienst 47, 30. Lanz. 3346); wie er froun
Laviiam 7575.
Bei herre vor Eigennamen ist zweierlei oder vielmehr dreierlei
zulaitig: entweder der here oder das vcrkiirzte her, aber ohne Ar-
tikel, oder mi'n her (monsieur); unerlaubt eine Vermischung beider,
d. hI. des Artikels mit der verkiirzten Form her, oder umgekehrt die
volle Form ohne den Artikel: der her Ioein, dem hern Gdwein oder
herren Iwein. In der ersten Ausgabe des Iwein war dagegen ifter
gefehit, in der zweiten nur noch an zwei Stellen nls dem hern Ereke




FRANZ PFEIFFER


geschach 2792, and dem hern Iw;eive der in sluoc 5084, in dem einen
ist als hern Er'cke geschach, im andern demi herren Iwein der in sluoc
zu lesen, und cbenso im Erek 8879: umbe hern Erecken. Dal mit
diesen beiden Foin-ii Lachmann nieht recht in's Klare kam, beweist
seine Aninerkung zu Iwein 855. Im Iwein z. B. sind die Verse
1332: da'r salch si der here Iwein in da ersdch si her Iwein, und
1418 ouch was der here night verzagt mit allen gegen A in ouch was
her Iwein niht verzagt zu bessern.
9. 10. Die Kiirzung ein fuir einen (vgl. zu 1964. 65. und Greg.
2. 16 wird einn wohl zu streichen sein) in Verbindung mit der Ver-
sehleifmng da enmitten in der zweiten Zeile ist verdiehtig; beide
Zeilen werden wohl mit vier Hebungen
einen ritter selbedritten
vor ein getwerc, dd enmitten
zu lesen sein. DaB V. 187. 6621. 7103. written : enmitten zu Verscn
von bloB drei Hebnngen verwendet werden, steht dem nieht ent-
gegen.
18. lies sine frouwen frdgen began.
Metrisch ist dieser Vers dann genau entspreehend V. 6780 ez was
durch versuochen getdn.
Zu V. 56 wird in den Lesarten ein Fragezeichen gesetzt; was
aber hier ze siner missewende bedeutet, kann doeh nicht zweifelhaft
sein. missewende, was sich znm Schlimmen wendet, fibel ausfdllt,
also: zu seinem cigenen Schaden. Und thener genng mufite der
Zwerg Maledicur die Geifelsehliige biimen: 1055-1076.
78. lisst sich die harte Kiirzung soltz = soltet ez vermeiden,
wenn man inrer streieht und
ir soltet ez durch zs/ht ldn
liest; nach durch wird das Pronomen eben so lhaufig ausgelassen als
gesetzt, vgl. mlid. \WB. 1, 404b.
91. wird der sehwere Auftakt entfernt, wenn gelesen wird
wil du dleich dichs erldze,
andernfalls sind es zwei klingende Verse zn vier und drei He-
bungen.
147. Besser wfirde der Sinn, wenn man dock setzte fuir d6:
sO lange er dock urloubes gerte;
auel hier haben wir ein klingendes Verspaar zu vier und drei He-
bungen.
177. Statt do lies dd.




ZUM EREK.


207. 8. sind mit vier Hebungen zu lesen
s6 het er in immer mere
dne strait mit voller gre.
290. lies der saz in dem gemiure.
das hs. der dd saz start den Sinn wie das Metrum.
301. lies here, mir woWr herberge n1t.
Die Ausgabe mit der Hs. der herberge; der Artikel der ist aber
entbehrlich, zumal vor herberge, und not hat den Genitiv des Subst.
sehr oft ohne Artikel bei sich: nm ist iu lihte guotes not Iwein 6615.
wan iu ist beiden ruowe n6t cbd. 7725; auch in den beiden in d:.r
neuen Ausgabe des Iwein mit Unrecht verworfonen Zeilen 297. 98
ist besser zu lescn:
herberge nie me so not.
353. 54. daz phidrt begiengn ze vl/ze
ir hende vil wize.
Die handschriftliche Lesart begienc ist herzustellen und statt hende
ist hant zu lesen; fir einen Hartmannischen ist der Vers nicht
zu kurz.
356. wird geschmeidiger, wenn man liest
ich wmene dd genuogte in mite,
statt ich wcen in gnuogte dc mite.
Die Trennung des dd von mite after imn Iwein: da schiltet si vil
manec mite 1871. wan dd gewinnet niemen mite 2028. dd ist migr wol
gel6net mite 5106, etc.
357. ob er solhen marstaller hcete.
ist marstaller fiberhaupt cin altes Wort? Ich find es nicht vor dem
15. Jhd. belegt. marschale bedentet bekanntlich dasselbe und wiirde
dem schwerfalligen Verse aufhelfen.
389. lies des hdten st die iiberkraft.
der Artikel darf hier kaum fehlen, vgl. 5188. und Iwein 2444: und
alles des diu iiberkraft, wo diu in BEd anuch fehlt. 365. wirn heten
alles des die kraft.
398. und ers durch sin armuot night enlie,
ein iiberfiillter Vers. Statt ers ist besser des zu lesen, und sin jeden-
falls zu streichen. Vgl. das Worterbuch zum Iwein S. 86: durch
haz, h6chvart, havescheit, zorn, vorhte, iRbermuot etc. stits ohne Pro-
nonlen.
430. Warum hier, wiihrend iiberall sonst im Erek der Name
Enite lautet und durch zahlreiche Reime diese Form gesichert ist,
2*





FRANZ PFEIFFER


Enide (: Karsinefide) geschrieben wird, mit der Media, ist schwer
begreiflich, um so melir, als die meisten Handschriften des Parzivals
143, 30 den in Chrestiens Gedicht fehlenden Namen der Mutter mit
der Tennis schreiben. Wenn Hartmann sich die Freiheit genommen
hat, don in seiner franz. Quelle Enide lautenden Namen durchweg
in Enite zu nandern, so wird er auch mit jenem andern Namen keine
Umstinde gemacht haben. Fast scheint cs, als ob Lachmanns Vor-
gang im Parzival verhindert habe, hier von der handschriftlichen
Uberlieferung abzugehen.
631. und bdtn in rates dar zuo.
die Kiirzung wird verinieden, wenn man den Gen. rates vor den
Ace. in setzt, so auch im Wig. 80, 2. si bdten sin got alle pflegen etc.
674. lies da der sparwicere qf was gesat
statt sparwcer was ff.
754. lies nv ri)i de man in sd zestunt
ze einem witen ringe.
die Hs. jn uns, die Ausg. inz zestunt. Alan rimet einem, d. h. man
maclit ilnm Platz, ez ist hier niclit n6thig, wenn es nach Iwein 3314
lhoifSt: under rdmtez im ouch. sd, Greg. 3453: od ich gerdmn ez niemer
hie und Erek 2978 : under raniten imz sd, sic verliefen iln. Vgl.
si frdciten in durch icelihe nt er dort hete yerumet der Luderer
vom Stricker llcid. IIs. 341. Bl. 323. der tampf gertmet schiere hie
Trist. 238, 7.
811. 815. ist die Kiirzung zsmmen = ze samene auffallend. Darf
man Hartmann dergleichen zutrauen? Ich zweifle. Das erste Mal
wird wie nuch 9083. ze samene liezens stricken (vgl. 765. 832) zn
lescn, mnd an der zweiten Stelle zsamen einfach zu streichen sein:
.,) sie sie stracken.
853. list man wohl besser
iunde blibeu des slages dd.
ITs. und or belibe.
866 ff. Ercks Zweikninpf wird init cinem Spiele verglichcn:
si blde spilten ein spil
daz lhte dcn man beronbet,
der fiiufzehn i/f daz houbet.
ouch wardens etesiwenne gegeben
beidli dd fiur mnd onch dc/ enm'ln.
mit grimme st rerbu/nden
einer ellen/daner wund.en





ZUM EREK


mohter vi olo sin bekomen
der daz plhantreht solte hAa genOomen.
Diese Verse sind in der Ausgabe unerklitrt geblieben, und wic mir
wird es wohl anch Andern gegangen sein: sie werden sie ncimlich
nicht verstanden haben. Erst neulich, bei der Erliuterung einer
Stelle ans Parzival (Zeitschrift 11, 59) haben sic eine gelegentliche
Erklirung gefinden. NAmlich: ,,sie beide spielten cin Spiel, das
leicht groflen Verlust bringt, das Spiel finfzein auf das Haupt.
Manchmal fielen audc Wiirfe vor und neben das Haupt. Sie warren
gegen einander voll grimmiges Hasses. Wer da das Pfandrecht,
seine Procente vom Spiclgewinn, lhatte erheben sollen, der hitte schon
etwas ganz ansehlliches erhalten, eine ellenlange Wunde." Diese
Ubersetznng kann mnn insofern eine sinnreiche nennen, als sie der
Stelle zuni Theil einen Sinn unterlegt, den sie schwerlicl hat. der
in der written Zeile kann niclits anderes sein als der Gen. Plur. des
demonst. Prononens: deren, wovon; nber woraf bezielit er sich?
Es geht kein Substantivum vorher, zu welehein der hier das Demon-
strativum bilden kinnte, und iiberdief. felilt dns Verbum. Da6 der
sicl auf das spill bezielie, ist bloSe Fiction. Und dain, was ist das
fiir ein Spiel, wo 15 auf den Kopf gehen ? Giebt es, was ich nicht
weilf, wirklich cin solches Spiel, warum wird uns der Nachweis vor-
enthalten ?
Ich kann in fniifzemh nicits anderes als eine Verderbniss erbli-
cken, und glaube, es liegt dem Worte ein vom Schreiber missver-
standener, auf das Spiel beziiglieher Ausdrnck zu Grunde. Ich
daclhte erst:
so der wiafel velt ife lioubet,
denn das Schwert kinnte doch wohl mit cinema Wtirfel verglichen
werden. Doch schlieflt sich mir diese Emendation noch nicbt mit
hinecichender Genanigkeit an den Bucistaben der Uberlieferung,
vielleicht tritt folgender Vorchilag nlhier ans Echte:
der wuofzabel was daz houbet.
wtrfzabel, Spielbrett, Wnrfbrett, wie scllhchzabel das Schachbrett;
das Spielbrett warren die Kdpfe; auch im Gregor 1856 ff. steht eine
Vergleichung des Kampfes mit dem zabel, dcm Wiirfelspiel.
In den folgenden Versen kann ich, neben spraclilichen nnd gram-
matischen Bedenken, ebenfalls den Sinn nicht finden, den Haupt
ihnen beilegt. wurdens = burden si (so die Hs.): wer wurde? Die
Wiirfe, meint Haupt, aber von den Wiirfen war nnd ist ja noch





FRANZ PFEIFFER


keine Rede. Wie k6nnte ein sonst so klarer Dichter wie Hartmann
sich so undeutlich ansdriicken? Er wird beim Bilde geblieben sein
und auch hier einen Ausdruck gebraucht haben, der mit dem Spiel
in Verbindung steht. Die Hs. wird sy etzwenne haben, das fiihrt auf
satzunge, Pfand, Einsatz.
mit grimme si verbunden
soil hei.en: ,,sie warren gegen einander voll grimmiges Hasses."
Aber litsst sich verbiiden in diesem Sinne nachweisen? Es knnnte
mit grimmigen bunden
gelesen werden. Auch bunt ist ein Spielerausdruck und bedeutet
,,zwei neben einander stehende Steine, die der Spieler zu halten
strebt": Deutschcs Wirterbuch 2, 517 1 und mhd. WB. 1, 135 a- Bei
Luther ist bunt synonym mit zvg, also: mit grimmigen Zilgen, d. i.
Doppelstreichen. Die Stclle lautete somit
si bUde spilten ein spil
daz Ilite den man beroubet:
[der] wirfzabel was daz houbet.
ouch warden satzunge gegeben
beidit dd filr und ouch da eneben
init grimmigen bunden:
einer ellenlanger wundten u. s. w.,
d. h. das Spiel, das beide spielten, war ein solches, das leicht einen
in Schaden bringt: das Spielbrett namlich waren ihre Kdpfe. Die
Einsatze, die da auf und neben das Spiclbrett (die Kbpfe) gege-
ben warden, waren grimmige Doppelziige, -Schlhage, so da8, wer
das Pfandrecht da hatte nehnen wollen, leicht statt dessen (von den
danebcn fallenden Schligen) cine ellenlange Wunde erhalten hatte.
903. unser slege gent night manllchen,
wzir vehten lasterlichen.
Wenn die von Lachmann und Haupt (Iwein 6379 und Zeitschrift 3,
267) gegen dicsen Reim (-lichen : -lichen) erhobenen Bedenken
gegruindet sind (ich bin nicht davon fiberzeugt), so k6nnte gelesen
werden
unser slege gint nihtwan (niewan) slichen
oder mit vier Hebungen
unser slege night mnanne geliche
gent, wir rehten lasterliche:
unsere Streiche fallen nicht mehr wie es Mannern geziemt; V. 893
heilt es: ir slege zwplichen sigen.





ZUM EREK.


939. 40. ilf den heel er verbant
mit vii williger hant.
Der Herausgeber vernuthet in der ersten Zeile einen Fehler; ich
glaube mit Reeht, denn wenn das imhd. WB. 1, 136 meint, es duirfe
ohne Bedenken so stehen bleiben (,,er band den Helm auf"), so ist
dabei iibersehen, da6 der Kampf, dem das Wiederaufbinden der
Z. 911 abgelegten Helme vorausgehen mnsste, schon V. 914. 15.
wieder begonnen hatted. Ich lese
den helm er vaster gebant
mit vil werlicher hant.
Nachdeni der Kanmpf lange unentschicdcn hin und her geschwankt
hatte, fielen Erek die von dem Zwerge erhaltenen Geiselschlage ein
und zugleich blickte er auf Enite: das verlieh ihm doppelte Kraft:
er band mit kraftiger Hand den Helm fester und drang mit solchem
Ungestiim auf scinen Gegner ein, dal er ihn nun rasch zu Falle brachte.
So hei.t es auch in den Nibelungen, als Kriemhilt mit erzwungener
Freundlichkeit die Burgunden empfangend, nur Giselhern ktisst, und
Hagen daraus den bevorstehenden Kampf ahnt 1777 H. d6 daz ge-
sach Hagene, den helm er vaster gebant. Wir pflegen, wenn es einer
Gefahr entgegen geht, den Hut tiefer ins Gesicht zu driicken.
1247. er gwaltte mir mit siner hant
gwaltte mir ist von Lachmann nach Iwein 1567. 68: sit Mlinae kraft
hat sO vil daz st gewaltet swem st wil, an die Stelle des handschrift-
lichen geweltigt mich gcsetzt. einem gewalten, ihn beherrschen, unter-
thanig machen, mag dort richtig sein, hier past es nicht, und gegen
die Schreibweise gwaltte = gewaltete muni man im Namen des
Dichters Einsprache erheben: solche Rohheiten dfirfen ihm nicht
aufgebiirdet werden.
er betwanc mich mit stner hant,
so wird zu lesen sein, vgl. Erek 1296. Erecke sO wol gelanc daz er
Yders betwanc. betwingen, btndigen, besieged. vgl. Nibel. die Liudeglres
man, den 8 dd hete betwangen diu Sifrides hant 886, 3. unze daz er
Hagenen mit strite doch betwanc 2409, 3. Statt gewaltet im Iwein, das
will ich noch bemerken, liest eine Hs. toinget.
1265. ist und oder daz entbehrlich und zu streichen.
1329-32. sA nacmen
swd st sin reht bekcemen
einen [siiezen] kus fir einen slac
und guote naht fur ilbeln tac.




FRANZ PFEIFFER


Den letzten Vers hat Lachmann aus der hs. Verderbniss gut herge-
stellt. Aber auch die vorhergehende Zeile bedarf der Besserung; nur
wird durch des IIerausgebers Vorschlag, siiezen zu streichen, die
Sache am unrechten Orte angegriffen. Statt silezen wird man vielmehr
einen zu cntfernen haben. Auch eine, slac scheint mir vcrderbt, man
erwartet, wie bei guot und itbel, auch hier einen Gegensatz zum
siezen kns, etwa 8renslac oder Ahnliches.
1434. man moote ez vil geriten,
statt vil ist wol zu lesen, wie Iwein 6849 pfert, die st wol mohten
riten: es war so gebaut, dafi man bequem darauf reiten konnte.
1445. waz solt daz lange marre
wie daz geworiht were?
it nicht derl mid. Ausdrucksweise gemiiili, besser lautet
waz sol des langiu manre.
Vgl. Marienlegenden IV, 38: waz sol des lange m~re (so nach AH,
die fibiigcn lesen daz): wovn bedarf es dariiber vieler Worte oder
weitlRufiger Rede. inere scleint hier als Femin. gebraucht (vgl. mhd.
WB. 2, 71.); vgl. waz tolte ez it( gelentget? Trist. 233, 10.
1497 fg. ni riten si vil drite
wand er gelobt hfte
ze kommewne an de'm selben tagc,
(ldrch daz der kilneginne sage
bewuis die guoten knehte
alle vil rehte
der zUt wenu er sold komen.
So nach Lachmann, dessen Vorschlagen der Herausgeber gefolgt ist.
Die lts. liest nacl der kiiniginne sage so wissten die guoten knechte.
Hier haben wir einu recclt unnthlige Anderung. Die hier auffallende
Aniwndung von durch daz im Sinne von weil mige unberiihrt blei-
ben; sollte aber der kiiniginne sage bewiste st der zit wirklich mit-
telhochdeutsch sein? ndchi der sage, in Folge der Aussage, Mitthcilung
ist sprachlich ganz richtig; so heiit es im Erek selbst 2238 und
2896 ndch der drentiure sage, beidemal wie hicr mit darauf folgendem
sA; Lanz. 1884 dclh der dventiure sage sO ist ez komen an die naht
(vgl. Wigalois 250, 14) und Ottokar (Wackernagels Lesebuch 821, 23)
ndch der wdrhait sag so hdin ich mnn tag; ferner Barl. 70, 20 ndch
der wissagen sage. Wig. 42, 9: ndch des garzines sage vant er michel
fri'de dd. Demnach darf auch sO listen stehen bleiben. Die Ande-
rung scheint durch den Genitiv der z't hervorgerufen, aber selbst




ZUM EREK.


,hier scheint kein Abgeehn von der Uberlieferung geboten (die zt),
obwohl wizzen sonst nicht den Genitiv regiert. st wisten der zit, sic
wussten um die Zeit, wann Erek kommen wollte: der sit konnte hier
adverbialer Gen. sein.
1515. Lucens der schenk schein in der sclhar.
Warum soil der Schenke Lucins unter der Schaar von Helden und
Kdnigen besonders hervorgeleuchtet haben? Diese auffallende Bevor-
zugung und zugleich die Kfirzung schenk wird vermieden, wenn man
das olnehin iiberffiissige schein streicht. Mit dem Kinig Artus written
zu Ereks Empfang Gawein, PersevAus, K1nig Yels von GalOs, der
Kinigssohn Estorz, Lucans der Schenke und das gcsammte kdnig-
liche Gefolge in einer Schaar.
1572 fg. ein borte ir hdr zesamne bant:
der was ze mdze breit,
kriuzewis iiber daz hiobet geleit.
sO guot was des schappels schin,
ezn moldt von braht niht bezzer sin.
von braht ist von Lachmann an die Stelle des handschriftlichen von
porten in den Text gesetzt. Was heiit von brait? bra~lt ist zwar kein
seltenes Wort, aber iiberall, wo es begegnet, bedeutet es Schall,
Larn, GetSse, Geschrei. Das kann doch hier, wo von einem Kranze,
einem Haarsclhmuck die Rede ist, der Sinn nicht sein. Lachmann
scheint entweder an das alid. perahti, splendor, oder ein anderes,
vielleicht von breheu, strahlen, leuchten, glinzen, abgeleitetes Sub-
stantiv (unser Pracht?) gedacht zu laben. Aber das ahd. peraoti
kommt bloB zweimal in den iltesten Quellen vor: bei Kero und in
ciner Pariser Glossensamnnlung (Graff 3, 209), imn mhd. ist es gar
nicht nachzuweisen, ebensowenig ein anderes von brecen gebildetes
Hauptwort (vgl. mhd. WB. 1, 106. 235-36.). Es scheint doch gewiss
verwegen, ein giinzlich unbelegtes Wort an die Stelle der Uberlie-
ferung zu setzen. Ist es Zufall oder richtige Einsicht, dem Worte
geblihre keine Aufnahme, dafi es im mhd. WB. felt? Ich mbchte
lesen ezn moht kein (oder nie) borte bezzer sin:
der Haarschmuck gab so hcllen Glanz, daf mnan keinen bessern
Borten zu finden vermnchte.
1585 fg. also scheme schein diu maget
in swachen kleidern, so man saget,
daz si in so richer wdt
ni vil wol ze lobe stit.




FRANZ PFEIFFER


vil wol bildet hier keinen rechten nachdriicklichen Gegensatz zuni
vorausgehenden. Es ist volle wol zu lesen, wie 4818 daz ir mir volle
wol tuot, vgl. 7374 und a. Heinrich 1177 volle guot:
nd voile wol ze lobe stat:
die Schbnheit der Jungfrau leuchtete schon aus den schlechten
Kleidern so schr fervor, dal sic nun, in dem reichen Gewand, erst
recht, in v.11: ni Mafie, des Lobes wiirdig erscheint.
1594. ouch ibdt sich so manec wiser mount
in wibes lobe geflizzen, daz etc.
wiser ist fibcrfliissig, und der schwerf'llige Auftakt wird vermieden,
wenn man das Wort streicht, das der Schreiber offenbar aus Z. 1591
wiederholt hat: ni bin ich night so wiser man.
1703. 4. der wunsch was an ir garwe.
als der rosen varwe
under wlze liljen glizze
und daz ze same fliizze,
and daz der mount begarwe
were von rosen varwe,
dem gelichte sich ir lip.
Wer diese Stelle rocht erwlgt, braucht nicht aufnierksam gemacht
zu werden, wie wenig die beiden vorletzten Zeilen, die schon gram-
matisch auffallend sind, in den Zusammenhang passen: es ist nichts
weiter als eine miilige sinnstorende Wiederholung der V. 1699. 1700.
Man streiche sie, und es stimmt alles vortrefflich zusammen: die
Farbe ilres KIrpers glich einer Mischung aus Lilien und Rosen, ein
von den Dichtern oft gebrauchtes Bild (vgl. Walther 53, 35. got h7dt
ir wegel hOhen vliz, er stretch sO tiure varwe dar: so.reine rOt, s8
reine wiz, da rweseloht, dd liljen var. Ebd. 28, 7. der liez ich liljen
under rosen uz ir cwegel schinen. j. Tit. 2000: der antliitz solher
woete pflac: liljen varwe und rosen in dem touwe. Heinzelein ML.
639: ir wengel ndcu2 giljen wivz zwei rotin roeselin dar in. MSH.
1, 126a: doch wart ir varwe liljenwiz und rosenrOt. Ebd. 150b: touwic
rose gegen der sunnen, din sich idz ir belgely hat zerspreitet, strnt die
wizen liljen ndihe bi.). Da6 hier, wo die Schilderung in keine Ein-
zelheiten sich ergeht, sondern blo6 im Allgemeinen ihre bliihende
Farbe geriihmt wird, der rothe Mund besonders hervorgehoben werde,
ist gar nicht nothig.
1789. 90. wan swd ez die guoten knehte
im gesagten ze rehte.




ZUM EREK.


im felt in der Hs. und mit Recht, die Verse sind mit drei Hebungen
(swa ez) zu lesen.
1841 ff. Die engelgleiche Enite bewirkte durch ihre Schinheit
und Gilte
daz Ereck sin geiniiete
vil herzelichen vdch ir ranc.
dem Ereck sein Gemiith? kauni glaublich, denn ein anderer Fall
ist es Erek 9689. 90. und im Greg. 2704:
sus gesenfte si mit gilete
dem vischcere sin gemiiete.
man wird Ereckes gemiiete lesen dfirfen.
1860. do einz daz ander an sach,
do woas in beiden night baz u. s. w.
Statt des ersten d6 wird so zu lesen sein, oder umgekehrt.
1863. von geschihten ze ougen bringet.
lies von geschihte, von ungefihr, durch Zufall; so ist auch 2651. von
geschihte begreif er zu lesen, vgl. 5810 von geschihte (: ihte) und 8715.
1894. brieve und wdrzeicken.
Ist wdrzeichen ein altes hochdeutsches Wort? Ich finde es in ober-
deutschen Denkmalern erst vom Ende des 13. Jhd. an, friiher nur
in mittel- und niederdentschen. V. 6985 steht wortzeichen, und so
wird auch hier zu lesen sein. Die spitern Hss. setzen diese jiingere
Form haufig an die Stelle der altern, so Greg. 3447 (A wortzeichen,
E warzeichen), Kindlheit Jesu ed. Feifalik V. 329 (D warzeic/n),
Barl. 282, 20 (warz. C), 333, 33 (warz. BC) u. s. w.
1924. wan man dC nie kein wurm gesach.
Die Ktirzung kein = keinen scheint mir unwahrsclcinlich, man wird
das Wort zu streichen haben: wan man dd nie wurm gesach. Vgl.
Iwein in behagt vie writer also wol 2384. daz e nie number gewan
5785. des er nie schaden gewan 7368.
Eben so unglaublich ist mir die Kiirzung des Accusativs einen in
1964. 65. ieglicher fuorte 4f der hant
vier mizer, ein sparwcere.
Ich denke, es wird vier mizersparwcere heiIen miissen, wie Parz.
605, 14; vgl. Iwein 284: mdzerhabech. Zwar hat V. 2030 ff. von
den alten Herren jeder auber einem Habicht noch vier oder mehr
muzer auf der Hand. Wie sie das eingerichtet haben, wei8 ich
nicht, ich sollte aber meinen, vier auf einmal sei auch genug.
Gleich die folgenden Zeilen lauten:




20 FRANZ PFEIFFER

diu scar was lobebcere:
ir brdhte iegelicher dar
driu hiundert geselln in siner schar.
Der letzte Vers ist fiberladen; entweder ist gesellen zu streichen oder
besser wohl zu lesen
ir brdlte iegelicher gar
driu Ihundert gesellen dar.
vgl. 1907. 2075-77. er brdht sin massenie gar 2370.
1980. die wdren ouch geliche
btdiu geriten and ouch gekleit.
Von diesen beiden ouch ist eines iiberfliissig, lies:
bediu geriten unde gekleit.
[,,1981-1895: st hidten an sich geleit
ir alter ein gezceme wdut,
als manz von in vernomen hdt,
den besten brutluch den man vant
iiber allez Engellant.
Die Hs. bietet: p1rawen scharlach fir' das von Lachmann vor-
geschlagene (vgl. zn Iwein 326) und von Haupt in den Text gesotzte
britlach. Schon Benecke (bei IIaupt, Zeitschr. 3, 267) nahin an
dieser durch kein Zeugniss gestiitzten Form statt des bekannten
bri'tlachen Anstof und schllg dafiir scharlach zu lesen vor, indem
er auf Willeh. 63, 22 verwies. Zwar ist die Kfirzung von lachen
in ilch in Zusammensetzungen wie schlarlach, deckelach, lflach, sp'r-
lach, tischlach nicht ganz selten, am meisten bei Ulrich v. Licht.,
wie man.aus dem mhd. WB. 1, 923-925 jetzt ersehen kann; doch
gehdren die angefiilrten Beispiele mit Ausnahme von schnarlach fast
nur spatern Schriftstellorn an und bewahren durchweg das si chliche
Gesclleclit. Ich vermuthe, dal der Abschreiber brdnit oder brinudt
vorfand und solches durch pramnen scharlach in seiner Weise ver-
stiindlicher zu maclen suchte. Auf ganz gleiche Art ist im Engel-
hard 4693, wie Hanpt gewiss richtig geftihlt hat, von brmnote was
geceben in den Text gesetzt worden statt des im alton Drucke vor-
gefundneen: von brauner seiden was geweben. Vgl. dessen Anm. zu
Engelh. 1308. Im Reime findet sich die Form brmndt beim Stricker
in dessen Daniel, in der Einleitung von Bartsch zu Karl S. XXVI:
scharlach unde brundt daz were dd ein siwachiu wdt." FEDOR BECH.*)]
*) Diese mir von Dr. Fedor Becl mitgetheilte Verbesserung riicke ich mit seinem
Namen hier ein.




ZUM EREK.


2001. lies noch ouch tiuwerren vant.
ouch felilt in der Hs. und Ausgabe.
2026. lies und mit gold undertragen.
statt ilbertragen, wie V. 7984. und felt in der Hs.
2095. dann ieman Vb sinen ziten.
den fUr sinen wiirde denselben Dienst thun und den Vers geschmei-
diger machen.
2098. ff, so saget man uns danne
daz kein twerc were noch st
kurzer danne Bilet.
Die mittlere Zeile scheint mir unmdglich. Die Hs. hat gezwerg und
so getwerc wird sonst iiberall im Erek gelesen, vgl. 10. 29.
43. 51. 68. 74. 82. 95. u. s. w. Diese Form ist herzustellen und
were noch zu tilgcn. Ahnliehe Wiederholungen eines Verbums wird
Jeder, der mit Hss. zu thun hat, hiiufig beobachten kinnen, sie
deuten regelmhniig auf eine Verderbniss: der Schreiber versielt sich
und fiigt dann, statt das fehlerhafte Wort zu streichen, das richtige
durch Vorsetzung eines noch, oder, unde etc. noch hinzu; fibrigens
k6nnte aueh daz kein getwerc wewr oder (icere od) st gelesen werden.
2136. 37. dd was allies des iiberkraft.
Wie soil dieser Vers gelesen werden? mit zweisilbigem Auftakt?
und darf der Artikel fehlen? Ich lese
dd was alles des din kraft,
des liute und ors golden leben:
die Hiille und Fille an Allem; vgl. Iwein 325. und Erek 389.
vgl. mhd. WB. 1, 872a.
2141. Dd buhurt, tanzen huop sich hie.
d. h. da began man zu buhurdieren, bier zu tanzen. Ich finde das
hier sehr ungelenk ausgedrtickt. Die Hs. hat Da hurt und dief
stelt ohne Zweifel verschricben fiir Buhurt, und so wird zu lesen sein
Buhurt, tanzen hwop sich hie.
Hatte hier der Gegensatz: hier und da, dort ausgedriickt werden
sollen, so wfirde es deutlicher geschehen sein, etwa wie 1316 durch
dd anderswd, oder umgekehrt durch hie dd, vgl. mhd. WB.
1, 688.
2160. der (spilman) was dd zehant
driu tisent mude mere.
3000 Spielleute und driibor? Die miissen cinen Heidenlirnm gemacht
haben. Obwohl Hartmann gleich darauf hinzufiigt: ein hlerrlicheres




FRANZ PFEIFFER


Fest sei weder vorher noch nachher gefeicrt worden, so kann ich
ihn doch einer solchen Ubertreibung nicht fur fahig halten; es wird
ein Scherz des Abschreibcrs sein, tisent under mere wire immer noch
eine scline Zahl. In des Strickers Daniel (Bartschs Karl S. XXXII)
sind freilich bei der Hochzeit am Schlusse des Gedichtes zugegen
300 Geiger, 6000 Spielleute, zwanzig hundert Harfenisten, zwanzig
Tausend (so) Sanger, Summa 28,300 Musikanten auf zweinzic hundert
ritter unde frouoen: zur Vermehrung der Riihrung werdcn auch hier
die Schreiber das Ihrige hinzugethan haben.
2173. wan si warden dd riche
alle geliche.
Die erste Zeile ist mir verdihchtig durch den zweisilbigen Auftakt
und die Betonung. Vielleicht
wan si wurden rice
alle dd geliche.
Dann ist, was sonst zweifelhaft bliebe, geliche das Adv.: in gleichem
MafSe: alle wurden da gleich reich; dd kbnnte fibrigens auch ganz
wegbleiben.
2188--91. man gap in allen genuoc.
dd wart nieman geschant:
man gap in allen zehant:
emphdihens zeran in nie.
Wenn die beiden vorlctzten Zeilen echt sind, so sind sie nichts desto
w.:]ii.:rb herzlich schlecht. Darf man aber Hartmann eine so arm-
selige unmnittelbar sich folgende Wiederholung wie man gap in allen
genuoc, man gap in allen zehant zutrauen?
2194. sus lange brdte [Erec] fl de roi Lac.
Durch die eckichten Klammern macht der Herausgeber den Vor-
schlag, Erec zu streichen. Ich mine, diefi wiirde passender mit
lange geschehen: so, auf diese Weise war das Beilager, die Hoch-
zeit Ereks beschaffen.
2291. vil verre glaste der schMin.
Statt der scMn mdchte ich lesen des schin, des der Gen. des Demonstr.,
nimlich: der Glanz des Spiegelglases.
2306. lies diu night bezzer mohte sin,
statt daz diu.
2387-89. er dd/hte sich night volkomen
noch an siner manheit vernomen,
daz ez im erloubet mbhte sin.




ZUM EREK.


daz in der letzten Zeile verlangt wohl ein vorausgehendes s6:
ern diihte sich night sO volkomen
noch an manheit vernomen,
daz u. s. w.
vernomen, bekannt, beriibmt. Anderwirts nz genome, vgl. Lanzelet
3035. ein helt an tugenden dtz genome, 3599. ein helt an manheit dz
genomen. siner, das zweisilbigen Auftakt verursacht, schcint demnach
entbehrlich.
2432-38. do geviel im din ere,
diu in an lobe zierte:
er schfte und justierte
als6 daz nie ritter baz.
zwt gndde fuogten im daz:
also gr6ze werdekeit
die hete got an in geleit.
Zur 5. Zeile bemerkt der Herausgeber: ,,es scheine etwas ausge-
fallen zu sein oder die Zeile selbst sci cntstellt". Mir scheint letz-
teres der Fall. Schon W. Grimm hat sich (Zeitschr. 3, 267) daran
versucht; ohne Erfolg. Ich lese:
er schufte und justierte
also daz nie ritter baz
gewarp, under fuogte im daz
alsO groziu werdekeit
die got hete an in geleit.
Also: er gallopierte und justierte so, da6 es nie kein Ritter bcsser
trieb, und das bewirkte die grofe Tiichtigkeit, die ihm Gott verliehen
hatte. Die Emendation schliefit sich so genau als mbglich an die
handschriftliche Lcsart: gwcarpunde = zwagnade.
2467. man sach in dort und ni hie
Entweder ist nA zu streichen oder
man sahen nl dort und n17 hie,
bald da, bald dort.
2470. ? er was ie der erste dar.
ie felt in der Hs. Aber der Sinn und das Versmaf scheinen das
Wort zu vcrlangen.
2473. Erec den pris gewan
des dbnts ze beiden siten
Die Zusammenziehung eines dreisilbigen Wortes mit hInger
erster Silbe, welches sonst auf den beiden crsten Hoch- und Tiefton




FRANZ PFEIFFER


(dbendes) odcr zwei Hebungen mit dazwischen liegender Senkung
trtagt (dbendes), in Eine Silbe, scheint mir bei einem Dichter wie
Hartmann unglaublich. Zwar im Iwein gebrancht er das Wort zwei-
silbig, wogegen indess wcnig einznwenden ist; nur ggegn Lachmanns
Schreibweise nmuf ich mich erkliren, er sehreibt namlich dbents:
danne ouch des dboents do ich dd reit 787. des andern dbents gie si
dan 2200. An beiden Stellen geben die zwei alten Haupthand-
schrifteu die volle Form abendes; an dcr orsten (und wolil auch der
zweiten) folgt Lachmann bd, also Hss. des 15. Jhd., und dieser Zeit,
wie dem nhd., ist dbents angemessen, nicht aber dem Strengmittel-
hochdcutschen, das cine solche Bctonung gewiss nieht gekannt hat.
Zwar hat im Parzival 247, 9 sclon die Handschrift D dbents und
Lachmann scheint hier diese Kiirzung gelernt zu haben. Was abcr
Wolfram, der des Ungewbhnliclen und nichts wcniger als Lbblichen
so vieles bietet, angemessen scin mag, ist es darum noch nilit an-
dern, correetern Dichtern, und ich halte diese Schreibung fiir eben
so unznulfiig, als die von Laehmann eingefiihrte Kiirznng der lang-
silbigen Priterita ervolleta, truobetn, salbeta, minneta (s. zum Iwein
S. 530), woriiber ich seiner Zeit beim Iwein das Nothige bemerken
were. Wcnn eine Kfirzung von dbendes vorgenommen werden mui,
so kann sie nach ineinen Begriffcn von mhd. Betonung nur in der
Mitte des Wortcs stattfinden, also dbudes (vgl. Ulrichs Frauendienst
334, 5. 335, 5. dbnt), wie in den Participiis Praes. bentt ist ja im
Grunde anch nichts anderes) weinde, brimnder, wallnder, wahsdez (vgl.
die obcn 3, 73 ans Hanpts Ausgabe des Lobgesangs angefiihrten Bci-
spielo.) So auch Erek 4613: als si des adbides sdzen. Von dieser
zweisilbigen Aussprache des Gen. dbendes bis zu dbnts ist abcr ein
weiter Sprung und ich wiirde mich wohl besinnen, bevor ich eincm
Diehter wie Hartmann eine solche nachliifiige Aussprache aufbiirdete.
,,Tm Erek 2473 fordert der Vers sogar dbats" bemerkt Lachmann
zu Iwein 787. ,,Sogar", es mufi daher anch ihm fast zu stark ge-
sehicncn habon. Ich lhalto cine Anderung hier fir durchaus geboten,
sie lisst sich ohne alle Gewalt leiclt anbringen. Ncben ze beiden
site (auch in Rudolfs Wilhelm 6761 steht: er behabete an den ziten
den pris ze beiden site) war anch ze beider sit fibliche Ausdrucks-
weiso: so Lanz. 4490 si vdhten wol ze beider sit ( : der strait) und
Frauendienst (sieh zu Iwein S. 297) eor het den pris ze beider sit.
Parz. 276, 2. ze bender sit was grIszin ma1h Man wird also ohne
Bedenken lesen diirfen




ZUM EREK.


Erec den pris gewan
des dbendes ze beider sit:
des jdhens ane strit.
Und V. 2480: in wass des dbelnds geschehen, statt (bents. Diese Be-
tonung erhellt auch aus Gudrun 372, 1: daz kam an einem dbende
daz in sO gelanc und Nib. Lachm. 747, 1: in einem dbende.
2537-39. ein kurze ruowe er do nam.
wand als schiere er wider in kam,
d6 wdren se alle [wider] dz komen.
Gewiss ist hier das eine wider fiberfliissig; ich mochte abor lieber
das erste, und in der 3. Zeile Oz statt wider streichen. Erck ruhte
nur kurze Zeit, denn kaum hatte er sich zuriickgezogen, so warren
die andern schon wider da zur Fortsetzung des Turniers, so dai
es auch Erek keine Ruhe lieB, und er, nachdem er nur wenig gc-
gessen und getrunken hatte, sich rasch waffnete.
2605-7. lies d6 b[denthalp din ritterschaft
mit so vollicher kraft
zesamne liezen stricken
oder volleclicher, wie Iwein 6583 mit volleclicher (vollicher A) kraft;
die Ausgabe liest mit der Hs. oilliger.
Die unmittelbar darauf folgenden Verse lauten
il waz mahbt sich gelichen
dem schalle von den scheften,
wan dd von. windeskreften
ein walt beyunde valley ?
Um das wan in der dritten Zeile zu retten, hat sich hier Lachlmann
zu Anderungen verleiten lassen, die weder von Seite der Metrik
(das gckiirzte miht = minote in der Senkung) noch von der des
Sinnes und ganzen Satzbaues zu billigen sind. Die Hs. hat nu mocht
sich und der scnal, also
ni mohte sich gelichen
der schal von den scheften,
sam (so statt wan) dd von windeskreften
ein walt begunde fallen.
Besser schiene beginnet, doch ist begunde wohl der Conjunctiv.
2612. d6 tet erz vor in allen -
'wand er an dem nmintac
manec ros erledegete dd.




FRANZ PFEIFFER


Die Ktirzung des Dativs mdintac fiir mdatage kommt nmir bedenklich
vor; die gekiirzten Dative Artfs, hais diirfen nicht entgegen gehalten
werden. Ich lose
wand er in den mdntac
den maitac ist adv. Ace. wie allen tac, al den tac, die zit us. .w.
nhd. diesen Tag, vgl. Granin. 3, 140. 141. und Erek 2746. 47.
vil gr6ze manheit erzeigete er den tdc. 1390. dd muoste er geste dne
zal ddn bent schouwen. vgl. zu 4113: die wile. Trist. 219, 31:
muoz ich liegen disen tac. 228, 34: er wolde den tac gervowen
etswd. 229, 11: dd lac er den tac und die naht.
2675. lies dochl miiestens sin gevcangen,
und were daz ergangen
von der gyrzen iiberkraft
(diust aller dinge meisterschaft,
wider si nieman nilht emnac),
wan daz Erec, u. s. w.
Haupt hat blot die vorletzte Zeile in Parenthese gesetzt und das
nimittelhocldeutsche diu aller dinge ist meisterschaft der Hs. bei-
behalten.
2704, 5. vil schoenene gewin
liete sin geselleschaft begdn
Die erste Zeile ist zu kurz, die zwcite liberfiillt, beiden wird gehol-
fen, wenn man list
sus hete vil schcenen gewin
sin geselleschaft begdn.
2748--50. cn Erecken fil de roi Lac
so bejaget dd nieman mere:
wand er bejagt dd are.
,,verbessert von Lachmann". Der letzte Vers erscheint mir jaimmer-
lich. Die ITs. list wann er bejaget da gut vnd ere; die Verbesserung
besteht also im Weglasson von yut vnd, sie ist aber an das Unrechte
geratlen, wanm er wird zu iindern sein, bejaget mul getilgt werden.
Ich lese so bejagete nieman mire:
er gwan dd guot und ere.
2810-24. Erec der tugenthafte man
wart ze vollem lobe gesagt.
den pris het er dd bejagt
und den lop sO vollecliclhen
daz man begunde glichen




ZUM EREK.


2815. simen wistluom SalomAne,
an schltee Absolane,
an sterke Samsines ig6z.
sin milte didhte st sO groz,
din gemdnzte in nieien ander
2820. wan dem milten Alexander.
sin schilt was zebrochen,
mit spern so zerstochen,
man hete fiuste derdurch geschoben.
sus verdiente Arec sin loben.
Diese Verse erwecken allerlii Bedenken. 1. Man kann wohl sagen
mir wirt bevollen oder envollen lop gesagt, aber ich wirde ze vollemi
lobe Uesayt ist kaum mittelhochdeutsch. 2. lop, in V. 2813. voni
Herausgeber eingeffigt, fehlt in der Hs. und mit Reebht; es ist der
selbe Fall wie V. 669, wo das fehlerhafte Einschiebsel (imibiz) nach-
triiglich erkannt und in der Zeitschrift berichtigt ward. 3. an schoune,
an sterke verlangt ein vorausgehendes, auf Erek beziigliches Pro-
nomen: in. Die ganze Stelle ist folgendermaf3en herznstellen:
Erecke dem tugenthaften man
wart berollen (oder envollen) lop gesagt.
den pris het er dd bejagt
und din (d. i. den pris) so volleclichen
daz man'n begunde gelichen
ani istuow Salomane,
an schoene Absal6ne,
an sterke Sams6nes gnuz.
sin milte didhte si s grsz,
din gemcizte in niemen wander
wan cde miltei, Alexander.
Die vier letzten der oben mitgetheilten Zeilen (2821-24) dagegen,
welche, die Erzihlung mit Ungehirigem zur Unzeit unterbrechend,
in Inhalt und Form die dazwischen ,gcschobene Faust" eines Schrei-
bcrs verrathen, sind einfach zu streichen. Ich setze die entspre-
chenden Verse aus dem altfranz. Eree (Zeitschrift 10, 431) her
2256-60. il sembloit Asalon de face
et de sa langue Salemon.
de fierte .resembloit lyon,
et de donner et despandre
fu pareilz le roi Alixandre.




28 FRANZ PFEIFFER

2828. ist von uiberfliissig:
do frou EnUte vernam
so grlze tugent zellen
Erecke ir gesellen.
zellen c. d. einem zuertheilen, zucrkennen.
2871 ff. do natn er an sich
seczic gesellen din gelich
zuo im ieketeite
unde wVol bereite.
din gelich, der Instrumentalis (der im Iwein 6269. Walther 70, 18.
Trist. 5, 15 u. s. w. ganz anders gebrancht wird) ist hier eben so
auffallend als die nachgesetzten adj. Part. in den beiden folgenden
Zeilen schleppend und sonderbar. Statt din (Hs. die) wird die er
zu lcsen sein; vgl. und si vil rice cleite nude pfert bereite Tw. 6847.
2877. 78. sinen boten er sande
vor ene im ze lande.
enheim, wenn man solche ungewdhnliche Formen in den Text setzt,
sollte man sie erst nachweisen und bclcgen. Die Hs. hat vor an.
Entweder ist dief aufzunehmen oder das nicht unhiufige vor hin heim,
das auch im Erck 4255 und Greg. 421. vorkoinmt, zu setzen, vgl.
Barlaam 16, 39. 209, 33.
2910. statt wan ir beider 1ip wire wohl besser wan beider lip.
2911-14. sin sun geviel ime wol,
als eiiem v an sin kint sol,
des sun tvol :* ,* / ... hift
ind also yar ze lobe st4t.
des sun ist von Iachmann statt des handschriftlichen der schon ge-
setzt. Darf manl das wirklich eine Verbesserung nennen? Die fiber-
lieferte Lesart ist herzustellen:
der schine wol gerdtedn hdt.
der statt daz ist nights ungewdhnliches. Wie nach wip, magedin das
weibliche Demonstrativum din, so darf auf kint u. s. w., wenn es
wi ie hier ein minnliches ist, das Masculinum der gesetzt werden;
Diemer hat Beitr. 4, 91. 92. nachgewiesen, daBi kint zuweilen sogar
mimlnlich gebrauclt wird. Vgl. ferner Spec. eccles. ed. Kelle S. 90:
der kint, der selbe kint (Johannes). Das tautologische sch/ne wtol kann
ebenfalls belegt werden : daz tzan ich schIne wol bewarn Walther
105, 32.






2934. als er vie wurde der man.
statt der ist vielleicht ze zu schreiben, vgl. Greg. 577: wurde er
temmer ze man. Nib. H. 1968, 1. nnz er werde ze man; der Artikel
der diirfte. ibrigens auch ganz fellen.
2996. daz uns fun, frowe wart ie kunt.
Besser schiene niir ie wart kunt. Die Hs. wurde.
3057-59. simen knaben er site
daz man im sib ros bereite
und ir phldrt frovwen Etten.
Ungeffige, schwerfitllige Verse. Der hier zwischen (Streit-) Ross
und (Reit-) Pferd gemachte Unterschied wird in der Folge nicht
festgehalten. Man wird lesen diirfen
daz man dia ros (oder phiirt) bereite
im und frott f nlten.
3116. ze swdre in were
zuo den ziten widerriten
dem si mobten hdn gestriten.
Statt in dfirfte besser im zu lessen sein: Demjenigen, dem sic sich
gcwachsen geffiilt hatten, machte ihr Angriff gefahrlich, unheilvoll
geworden sein. So verstche ich diese Verse. Vielleicht ist die Stelle
verdorben und zu lesen:
ze ware im wacre
zoo den ziten widerriten
dem si mnhten han gestriten.
Wahrlich sic wiirden jeden angegriffen haben, dem sie sich gewachsen
gefiihlt hatten.
3287. der pltirde st dl ylac
dar ndch als ein frowe mac
baz dan si kunde.
Zu phirde macht der Herausgeber die Bemerkung, ob nicht wie
V. 3283 der rose zu lesen sei. Aber der Vers ist iiberhaupt durch
seine Kiirze verdichtig. Ich denke des gevertes, Enite ritt (V. 3285)
vor an den wec. Auch die letzte Zeile ist kauin richtig: baz dan si
kunde, besser als side's vermochte, im Stande war? Eine groSc Kunst!
Entweder ist zu lesen
baz dan ieman kunde.
oder
so sA best kunde.
d, h. besser als es jemand Anders, oder so gut side's vermochte.


ZUM ERKEK.





FRANZ PFEIFFER


3312 ff. als sin der eine war genam
da er verre vyo den. andern lac
und er der schiltw~ahte phlac.
da er von Lachmann an die Stelle des handschriftlichcn der gesetzt.
der ist aber ganz ricbtig und wider lierzustcllen, in der dritten Zeile
er in der zu itndern oder zu streichen.
3492. lies gewmuden, als man im gebt,
in gewunden, wie die Ausgabe mit der Hs. liest, inacht den Vers
schwcrfiillig, und in ist entbehrlicl (ein anderer Fall ists mit in ge-
winden V. 6670), da der Gegenstand, in welchen Sclinken und Brot
eingewickelt warren, V. 3494 ausdriicklicl genannt wird: in eine
dwehel wize.
3362. ze frowen schluof iibr michel guot.
WTer statt der, wie wir ans den klingcnden Reimen wissen, gcw6lhn-
lichen mhd. Form frouwe, iiberall frowe schreibt, sollte auch den
Muth habcn, das Wort einsilbig auszusprechen: dann fillt iRber nicht
in die Senkung und ist die Kiirzung in iibr nicht ntithig.
ze frozen (d. i. froiu) schuof uber michel guot.
3527. und gerulowt iach iluwer arbeit.
iuwer scheint entbelhrlich; auf ndch fehlt hitufig der Artikel oder das
Adj., zumal vor arbeit.
3540. Erec tet als in der iknabe bat.
Wie soil dieser Vers gelesen werden? Entweder ist in wegzulasscn
oder besser er statt Erec zn lesen.
3622. schcint iir kcine Lficke zu scin, vielmehr werden die
beiden, durch ihren Inihalt verdlichtigen Verse 3623. 24. ans oiner
echten Zeile entstellt sein. Es wird niimlieh darin gesagt, er sei
ihnen entgegen gegangen und habe sie mit freundlichem Grufe eln-
pfangen, und unnittelbar daranf folgt: als er s? zuo riten sach er
gienc gem in unode sprach, gewiss ein Widerspruch, der gehoben wird,
wenn man liest:
Sjdt mugt ir ant der fromoven
daz schoenste wip schouwen
die wir ie gesdhen.
ir sult si sch6ne empfdJhen!
als er s4 zuo riten sach,
er gienc gein in under sprach.
Die Redensart schOne emnpfdhen vgl. Erek 1286. 2148. 2339. 4605.
Greg. 345. 1wein 295. Kaland 1290,




ZUM EREK,


3825. 26. Als er dise antwiurt genam
und ir willen vernc
er s))rach -
Ein rithrender Reim von grocer Armseligkeit, den Hartmann gewiss
nicht verschuldet hat. Und iiberdieB: was hciLft antwurt genemen?
ist das mittelboehdeutsch, oder deutsch fiberhaupt? Lies
als er dise antwurt vernam
under ir willen cdsam,
als er diese Antwort hirte und ebenso, zugleich, ilren festen Willen,
ihren Entschluss, n amlich seinen Antragen keine Folge zu leisten.
Vgl. Erek 809. 10. der writer im engegen kam wol gewdfent alsam.
3852. 53. daz ir uns vil ze guote
geheizi oidr iwerm muote.
Die erste Zeile ist entweder mit vier Hebungen (ddz ir) zu lesen,
oder es ist ein klingendes Verspaar zu 3 und 4 Hebungen. Jedcn-
falls ist geheizt widr in cinem Hartmannisehen Vers des Guten
zu vieI.
3877. mit list er mich fiirz tor gewan.
Dicse harte Kitrzung listen liefle sich vermeiden, wenn man mit listed
liest. Allerdings ist der Plur. durch mehrere Reime im Iwein und
Erck 415 (vgl. Tristan 49, 2. Lanz. 105. 5427) belegt; aber auch
der Sing. mit listed ist nicht ungewilhnlich. Vgl. nmd. WB. 1,1011 .
3888. lies gerne ichs (oder i'ms) volgen sold.
Die Hs. gern ich des, die Ausg. ich deml; Beispiele von volgen mit
dem Genitiv der Sache s. mhd. WB. 3, 357". vgl. warmer Heinricli
828. St. Florianer Hs. (Germ. 3, 374) wie gene ich in des volgen wil.
4027. 28. 8 daz sich Erec
uf machte lf denim wec.
Das erste uf ist vom Herausgeber zugefiigt, ohne Noth. Einmal heilSt
es nie sich vlf macheln 4f den wec, sondern entweder einfach sici If
machen oder dann sich ilf den wec machen, vgl. Erek 2487. 2561.
4000. 4056. und mhd. WB. 2, 16b. Sodann ist der Vers nach Hart-
mannischer, allerdings besondercr, Metrik lang genug (vgl. 3919 so
klimet ir hdr u. s. w.), es bedarf also hicr keiner Streckung.
4064. iein ez, herr, sO helf mir got,
lies : here, so mir got, wie haufig, mit Ellipse von helfe.
4066. lies ii heizet selbe ersiuochen gar.
ez, wic die Ausg. mit der Hs. hat, ist entbehrlich.





FRANZ PFEIFFER


4113. lies ni was tree die wile
statt zuo der wile; vgl. Granmm. 3, 140 umd zu 4674.
4131. ez gyt iu benamen Um diesen Vers lesen zu kinnen, niussen die beiden ersten Worte
als Auftakt betrachtet werden; er diirfte zu iindern sein nach Iwein
4644 zwdre ez get in an den lip.
4196. ? ir eithovewiset, sprach Erec,
iuch au mli viil sere.
Dadurch wird beiden Versen geholfen. Die Ausg. mit der Hs. ir
entholewcist iuch an nir joil sAre.
4225. 26. die andern wcren alle zaqe,:
die jfil., I dne zagen.
Ein rtihrender Vers von jmiiinmerlicher Beschaffenheit. dne zagen fin-
det sich auch inm Iwein 3744: die der vluht vergdzen, (lie warden ine
zagen almeistic (so ist mit AW zn lesen) erslagen, und d'andern
gevanqen. dine zagen soil hier nach Benecke ,,ohne Bedenken" bedeu-
ten, ich meine aber der Sinn kinue nur ,,furchtlos" sein: der grdflte
Theil derjenigen, die nicht flielien wollten, liefen sich furchtlos todt-
schlagen. Umgekehrt swollen hier im Erek die Feigen ohne Zagen
geflohen sein! chl denke, es wird etwa zu lesen sein
st fluhen danne ungeslagen,
ohne sich zu wehren, wie Erek 4712 unde flch dne strait (vgl. Lanz.
nu vlchens alle alse zagen).
4237. Der fehlende Vers diirfte etwa gelautet haben
und muoz ich striten cine danc.
4251 fg. lies
die writer d6 verbunden
dem, grdoen sine wunden
und fiorten tf den bdren
die dd t6t uwdren.
Die Ausgabe folgt der Hs. und fuortn in Cf den- bdren und dze n. s. w.
Auf die Bahren warden wohl aucl Schwerverwundete, in der Regel
aber nur die Todten oder verch-wunden, die tidtlich Verletzten, ge-
legt, vgl. Erek 6310 fg. Iwein 1249. 1305. mhd. WB. 1, 144.
4372. 73. lies dar umbe dirfet ir mir niit
an mine triuvwe sprechen.
Statt mir liest die Hs. miich, Lachmann hat ouch daraus gemacht. Es
heift aber einem an. sine triuwe, ere sprechen, so Iwein 3208: dazs im
an sine (= B) triuwe spinach, ferner 112. 167. 1071.




ZUJM EREK.


4434 fg. lies
lurch den helm er in slum.
daz der 'weige man
eine wun/den gewan
unde vor iwe yelac.
Die Ausgabe mit der Hs. Jf den helm; daiu dat durch eine w. g(wan
und daz er. Die Verbesserung wird einleuchten; vgl. Iwein 1048: -
der gast dem wirte sluoc durch den helme einen slac; wegen geligen
ebd. 4752. ob ich vor ime tOt gelige. 5082: d6 der rise yelac tot.
4598. ist er sprach zu tilgen ind mit der Hs. zu lesen
ez ist night s8 ergangen.
4605. lies daz er empfdhe schlne
(daz ich ius immer lone)
den aller tiuristen man.
Die Ausg. er in mit der Hs.
*4674. Statt ze dirre wile lies die oder dise wile:
ib sult 'mich dise wile.
vgl. zu 4113.
4719. lies und als er rehte daz gesach
(daz ime ze helle geschach)
daz er was gewcefens bl6z.
Die zweite Zeile gehdrt offenbar in Parenthese, statt daz hat die Hs.
als ez und in der dritten Zeile gewcufens was bl6z.
4816 fg. ich bit iuch, biderber man,
sit ir mir sit gewesen guot,
daz ir mir volle wol tuot.
mir in der letzten Zeile ist vom Herausgeber zugesetzt, ganz iiber-
fliissig: da ihr mir schon Beweise eurer freundlichen Gesinnung
gegeben habt, so vollendet eure Giite, so setzt eurem Wohlwollen die
Krone auf.
4880. lies ermant michs niht sO verre.
Hs. und Ausgabe mich, ermanen verlangt aber den Genitiv des Ob-
jects, vgl. Iwein 3933 d6 wart sin here des ermant und mhd. WB.
2, 54a.
4971. lies gemaches mich beowegen yar.
Die Ausgabe mich gemachs bewegen gar.
4983. lies Als her Gdwein ersach
daz -
Die Hs. als daz der her G.





FRANZ PFEIFFER


5126. sich vleiz von in ein glicher muiot
waz im dienst mohte sin.
Der erste Vers entspricht nicht der mid. Ausdrueksweise, lies
sich rleiz ir iegeliches muot.
vgl. Erek 2015: ir iegelices 9juot, Tristan 5, 17 ir iegeliches sage.
5236. jd wcren man niender funde,
sivie sere ers wolde ersioceken
die kraft fuz arzetbuochen,
sO kreftecltche listed.
Statt ers, ciner ,,Besserung" Lachnmans, list die Hs. man sy. ers,
wer? Es scheint inir auner Zweifel, daf die erste and vierte Zeile
zusammen gehoren, und die beiden mittleren einen Zwischensatz
bilden, wcshalb von der hs. Lesart bloB in sofern abzuweichen ist,
dan man sy streicht.
5245. Statt Ereck die wunden list man wohl besser Ereckes
wonden.
5283. den kilnec tmuotz sO sre
daz n, s. w.
mwotz so, welch ein \Wollklang! Es ist Joden, dem sein Gcher etwas
gilt, zu rather, sich durch Beneckes Ereiferung gegen ,,die im Fin-
stern schleichende Pest", ,das taubstumnni Lesen" ninmlich (s. Vor-
rede zu Bonerins S. XXVII) nicht zun Lautlesen dieses Satzes ver-
leiten zu lassen. Wie oft hat man uns niclt Hartmanns Verskunst
geriihnt! Nun gut, man muthe aber dann weder ihm noch uns das
Unmggliche zn. Die Hs. list nmiet so sere, das z ist vom Heraus-
geber hinzugefiigt. Das Pronomen wird aber hier wohl fellon ditrfen,
oder im andern Fall eine Umstellung cintreten miissen
ez (oder ditz) muote den kiinec so sere.
5308. mit sorge ergap si in gotes pflege
iv in u hier der Ace. des pers. geschlecht. Pron. sein = Erek. Es ist
aber die PrAp. erforderlich, vgl. nu ergib ich mich in gotes segen Iw.
5535. Ferner ebd. 3877 in gotes pflege, 6875 in ir rater pfiege und
zablreiche Beispiele im mhd. WB. 11 504. Also wohl
ir sorge ergap si in gotes pflege:
sie gab ihre Sorge (um Erek) Gott anheini.
5340. ind ist zu streichen:
twie sit ir sus vereinet.
5437. durch got mngt ir mich wvizzen Idn.
mngt in der Senkung ist auffallend, vielleicht sult.




ZUM EREK.


5445. des autwurt im der eine
(der a/it sin frdge kleine).
Die Hs. der achtet im sein fr. cl., also wohl mit vicr Hebungen der
ahte if sie frdge kleine.
5535 fg. sw~r er den schilt erreichte
daz herte bret er weichte
daz ez sich wol endrcizic kloup
unde hithe I f stoup.
Etwas enzwei, odriu, envierin brechen, diese Redonsarten sind be-
kannt, aber endrtzic ist uncrlihrt. Warum geradc drecilig, und nicht
vierzig oder ffinfzig? Heute sagt man in 100 odor 1000 Stiicke zer-
brechen odor zerspringen, aber in dreiliig wiirde Niemand einfal-
len*). Ich denke, es wird en oder ze sprizen zu Icscn scin: das
barte Brctt des Schildes ward durch die miichtigen Schliige so miirbe
gemacht, dafl ces in Splitter auseinander fiel,
und hi6hce 2f in den Inft stoup,
so ni6chte ich fcrncr in engercin Anschluf an die verdorbene Les-
art der Hs.: unld hohe auf Ihupt lut setzen. Die Erwiihnung der
Seiild- oder Speer-Splitter und ihres Auffliegens in die Luft ist bel
den mhd. Dichtern sehr gewbhnlich. truizae wceten gein den liiften
Parz. 262, 19. die sprizen gein den liften flugen 37, 26. man giiht
iewederr steeche den andern durch des schildes rant, daz die syprizen
von der hiat nf dr/ch den luft sich wtunden 704, 12. sprizen g(eben
schate vor der sunnen Tit. 2, 3. sie sancten iesd beidin super dazz ine
fdlieren f den helden fieren ze kleinen sprizen gar zestuben Wilheln
von Orleans 6444. so vil der sprizen if daz gras yestreut von den
spern war, ir were zespor gemuoc gesin ebd. j. Tit. 3854: ietweder sin
super zebrechen lerte, daz sich in sprizen kleine da von der /hshe sam snie

*) So heilit es anch im Iwein an zwei Stellen: cda sper zebrach wol ze hun-
dert sticken 1017. ir ietweders schaft. tool in hundert sticke branch 7103. Im Gre-
gorius dagegen scheinen des Helden und seines Gegners Speere in ihudert wie hier
en. drisic zu breclien: wcan ir ielicederre stach daz sin, daz ez in hundert branch 1954.
Betrachtet man aber die Lesarten, so findet man, dal das in den Text Aufgenommene
aus verschiedenen Hss. zugerichtet ist; wahrscleinlich jenem cn drizec des Erek
zu Gefallen. A hat nwimlich in huntdert stiich, B ze stucken, E an zicai. Wie man
sielit, stimmen AB in Betreff der 'Stiicke' zusammen, man wird also wic im Iwein,
oder ze stricken oder en stiicke zu lesen haben, die zu brechen eben so passen, wie
die sprizen, die Splitter, zu klieben und stieben; dal auch die Zahl der Stiicke an-
gegeben wird, scheint librigens nicht einmal niithig, und darf die Ergfnzung wohl
dem Leser iiberlassen blciben.





FRANZ PFEIFFER


rerte. 3885. 86. mit speren hurticlichen bedecket wart heide anger wise
und brdche, die sich in stilcke dlrumten nnd ze spr~zen leine. 4619:
wie siie i ie sper verteeten daz kan ich wol eiwisen: ich wurn si gar
zeschreten, in sprlze sdiden sis vou IiIften risen. Engelhard 2500 fg.
- die schefte wmrdena iar min daune haip zerschlrenzet und als6 roste
engenzet daz din Ideinen stilckelin iif in dler liehten sumnnet scjin be-
gunden stieben als ein memn. Eneit 315, 9. si zestdcheie die schefte
(laz (lie sprindeln (so M\, hier und 201, 13 sprundelen: wo nachzu-
wcisen? GH bcidomal schivere, schiveru) df floten. Lanz. 4476 -
die schefte brdcheie uad die schevere Jhiher flugen. Herbort 9907 ir
schefte zuschiverten als ein schilt nnd Germ. 4, 30: spannen breite
scheveren zu stucke sich do cloben daz si den sch/inein Mrouwen Midil
di ougen stoben con den Itchten schilden.
5705. Erecke wicmscht ze Z8ne
diu frowoe mit der krine
din vil edele kiinegin.
Mir scheint hier die verdorbene Lesnrt der Hs. nicht richtig herge-.
stellt. Ich michte lesen
Erecke ze line
wuschte mit (ler krone
(oder: under krone)
din vil edele kllnegin.
5754 fg. lies din guote nu viel si
iRber in unde kiisten,
dar ndcIh si sich zen briUsteu
sluoc und kiusten abei und schr4.
Die Ausgabe mit der Hs. darnach sluoc si sich zen brlisten und k.
5832 fg. wcd ni hungerigiu tier,
bede wolf unde ber,
leiwe, iwer einez kume hev
und ezze uns beide.
Die dritte Zeile verrith durch schlechten Ban und das libel ange-
brachte lewe Verderbniss, bede ist zu streichen und an dessen Stelle
lewe zu setzen, das der Schreiber erst verlesen oder verschrieben
und dann hintennach unpassend angeflickt hat.
5845. lies armer lite vihelin
als Apposition zum vorhergehenden Vers: manec schcdf under swcn;
die Hs. und armer.




ZITM EREK.


5856 fg. Die fiber den verincintlichen Tod ihres Gatten verzwei-
felnde Enitc forderte die wilden Thiere des Waldes auf, sich ihrer
zu crbarmen und sie zu zerreilSen:
Daz laden s$ night vervie
daz dehein tier ez vernacme
oder dar k/eme.
ob abe deheinez dair knme
und ob ez rehte vernanme
ir trfrige gebire,
so weird ich gewiss, dalS es, wie hungrig es auch wire, doch ihren
Jammer ihr beweinen hclfcn und Erbarmen mit ihr fiihlen wiirde.
Dal Kritiker, die der Bewunderung fiir Hartmannische Vers- und
Reimkunst kein Ziel findcn, an der obigen armseligen Wiederholung
nicht nur der namlichen Reime, sondern auch des namlichen Gedan-
kens und an dem fehlerhaften Satzbau keinen Anstofi nehmen, ist
merkwviirdig. Der aufnerksame Leser wird keinen Augenblick ver-
kennen, dalS die zweite und dritte Zeile unmuglich vom Dichter,
sondern nur vom Abschreiber herriihren kinne, und dai zu lesen ist
Ditze laden, st night verve. -
ob abet del7eiuez (oder dehein tier) ckme
und ob ez relate vernceme u. s. w.
Die Einladung hatte keinen Erfolg; wenn aber auch eines der Thiere
gekommen ware u. s. w.
5871. do begunde si voyn e'ste klagen.
Statt von &rste wohl besser alre&st, wie 6fter im iwein, da erst, erst
recht; von erste dagegen heiit stats nur zuerst: Enite hub aber nicht
erst hier zu klagen an, sondern hier began ihre Klage in verstArk-
term [MaBe.
Nachdem Graf Oringles Euite am Selbstmord verhindert und,
sie tr6stend, bemerkt hat, sie habe nun der Klage um den Todten
genug gethan, da es sie doch nichts helfe, fihrt er fort V. 6228 fg.
ditz ist der schceniste list
fir schaden, der ouch veige ist.
daz man sichs getrcste enzit;
wan langiu riuwe ni/it engit
wan ein bekwuberten lip.
ouch veige ist eine ,,Verbesserung" Lacbmanns, die Hs. liest der ench
wenig frmnb ist. Die Verbesserung ist mir so unverstandlich als die
Uberlieferung und ich hoffe, daiS noch Andere mit mir in demselben




38 FRANZ PFEIFFER

Falle sein werden. Sollte man von einem Kritiker, der an die Stelle
einer sinnlosen Lesart etwas nicht viel deutlicheres setzt, nicht eini-
gen Anfschlui verlangen diirfen, wic er seine ,,Verbesserung" verstan-
den wisscn will? Was ein Schaden bedouten soll, der ouch veige ist,
bleibt mir, wie gesagt, ein Rathsel, nelime iman nun veige im Sinne
von: dem Tode verfallen, oder in der Bedentung: verwiinscht, un-
selig. Ich will einen andern Vorsehlag machen, der sich selbst em-
pfehlen mag:
fur schaden, der unj endec ist,
damnum irreparable, ein unwiederbringlicher Verlust; fiber unwendic
vgl. Graff 1, 763. Tristan 38, 25. 65, 36. Krone 24071. Flore 1924.
ech denke, da8 das einen guten Sinn gewaihrt; denn es scheint
eben so zwekmlniig als verstandig, daI mnan sich fiber einen Scha-
den, der nicht mclhr ungesehehen zn machen ist, rechtzeitig trOstet;
auhc ist diel ein Grundsatz, den die nmd. Dichter haufig und in
manigfachster Weise aussprechen, z. B. sit ich mi ors hdn verlorn,
daz ist unwendec, nvi s verkorn Wigalois 183, 6. swaz dem manne ge-
schheen sol daz geschiht im due wende ebd. 62, 32. sit daz daz ist
unwendic, wir milezen hie verderbet wesen Nib. H. 2154, 4. Auch
Hartmann bietet Beispielo, Lieder 22, 10: ez ist unjwendic, ich muoz
endelichen dar;, noch naher tritt Folgendes an obige Stelle: fib' tr'uren
ihd ich einen list, swaz mir geschiht ze leide, so gedenke ich iemer so:
'nil d1 varn, ez solte dir gescleheen: schiere kumet daz dir frumet'. sus
sol ein man des besten sich rersehen Lieder 12, 17 fg. vgl. Iwein
3691: niemen habe senedei nmot >imbe ein verlolrez guot, des man
nihit wider milge hdn.
Auch die letzte der oben angeffibrten Zeilen mit dem verkfirz-
ten Artikel ein fiir einen scheint mir verdaclitig, man lese
wan einen kumberhaften lip.
6347. si wart im sundr ir dance gegeben.
Statt des verkiirzten sundr wiirde ich dIe vorziehen: diie ir danc.
6360. list die lIs.
nnd dre singer dienstman.
Warum der Heransgeber an die Stelle des Genitivs siner den Ace.
sine gesetzt hat, ist sclhwer zu begreifen, wenn nicht aus Sucht zu
Anderungen iberhaupt. Bei den Zahlwdrtern pflegt regelmaiiig der
Genitiv zu stehen, s. Grammatik 4, 742 fg.
6531. 32. ez were tdrlich getdi
und er m 'htez gerne ldzen hidn.




ZUM EREK.


Mehr dem imhd. Spraclgebrauch angemessen ware cs zu lessen
und mibhte erz gerne ldzen 1d4.
6640. Als wihrend des Hochzeitsmalls der todtgeglaubte Erek
aus seiner Betiiubung erwachend mit dem blofen Schwerte untor die
Gaste drang und den Wirth nebst cinigen Andern ersehlug, entstand
cin furchtbares Gedrange und Alle, Herren und Knechte, suchten in
buntem Gewirre die Thiir:
der iwec dnhte st vil lunc
der zuo den turn uz gie:
ine kom ze solhern britlouft iie.
Es ist auffallend, dall hier der Dichter, der bei jener Hochzeit doch
niclt anwesend war, unerwartet mit einer pers6nlichen Bemerkung
sich vordrangend die Erzahlung unterbricht. Aber Dichter und Schrei-
ber sind unschuldig: ine kom ist von Lachmann an die Stelle des
hs. und ganz richtigen si komen, d. h. sine k6mni gesetzt. Woher auf
einmal dicse Scrupel vor einer solchen Verkiirzung, nachdem man
andere ihnliche im Erek wie im Iwein und Greg. unbedenklich zu-
gelassen hat? z. B. begiengn 353. ntmn 554. guldmin 1647. wurdn
2069. u. s. w. und gleich in der folgenden Stelle.
6653. 54. als6 fluhen dise uz dem has
und sluffn ze loche sam din mus.
Diese beiden schlecht gebauten Verse hat iibrigens schwerlich Hart-
mann so geschrieben. Im ersten gentigt als oder sus, in der zweiten
ist und slhitf zu tilgen:
als fluhen dise uz dem hus
sam ze loche din mns.
Man flieht gein einem, an einen, namentlich aber zuo einem; dO flch
st zallen stundea zuo inze a. Heinrich 318. zuo dem hiuse Iw. 3771.
ze gotes grabe Walther 13, 15. Warum nicht auch ze loche?
6835. lies daz hete ein tOter man getdn
statt und daz, an das Ende des vorhergehenden Verses gehbrt danm
ein Doppelpunkt.
6842. 43. und sol den lip verloren hAd
der beste ritter der darf leben.
der darf leben ist kaum richtig, die Hs. hat durs. Ich michte lesen
unde sol verlorn hdn
der best *ritter daz leben.
7032 fg. Guivreiz der here
fuorte sti z dem wege




40 FRANZ PFEIFFER

in gimelichier pflege
an einen wiseflecken.
in giameltclier pflege: die Verpflegung eines Todtwunden muld aller-
dings sehr lustig oder spalhaft gpwesen sein, odor erheiternd meinet-
wegen, denn Lachmann beruft sich im Iwein S. 437 zur Rechtforti-
gung einer unverstandenen Lesart (V. 2217) auf diese Stolle mit der
Behauptung: ,,gemelliche bezeichne auch Edleres als das bloB Spal-
hafte", worin aber dieses ,,Edlere" bestehe, erfahren wir nicht.
Ich meine
in gemachdlice pflege
(nicht gemtichlicher) wird nicht nur eine passendere, sondern die allein
mbgliche Lesung sein: um ihn mit Ruhe und Bequemlichkeit verpfle-
gen zu kinnen, liefh Guivreiz den Erek abseits von der Strafe auf
eine kleine Wiese tragen. Vgl. die frouwen fuort si von dem wege in
ir heimliche pflege Wig. 231, 20. Derselbe Fehler scheint mir im
Reinhart Fuchs 14 vorzukommen: ein gebdre vil riche der saz geme-
liche bi einem dorfe iiber ein velt, wo gemechliche weit angemessener
ware. So vielleicht auch Reinhart 1559.
7043. 44. dd was waldes genuoc,
der in niwan an daz fiur truoc.
niwan wird hier kaum zu rechtfertigen sein; die Hs. lese ,nicht ganz
dentlich" nur. Also
der in wan an daz fiur truoc.
7197. lies daz er dd mit sinem wibe
wider kceme ze libe.
7324. wnb ietweder olge gleng ein rinc.
Wie dieser Vers hier steht, muLt er mit zweisilbigem Auftakt gelesen
werden. Ich glaube abor, es ist ietw5r zu lesen und zu sehreiben,
eine Form, die zuweilen begegnet, z. B. daz ir dewerez daz ander
uberhuget Benedictbeurer Predigten (Zeitschrift 1, 292 unten); im
Wig. 171, 12 liest A ietwere, C ietwere; ferner ir kel, ir hiende,
ietwierfuoz Walther 54, 17. so die Kremsmiinster Hs. (Germ. 2, 472),
iewer A. vgl. Iwein 4866.
7510. Der Dichter fingiert ein Gesprach, eine kurze Wechselrede
zwisehen sich und seinem Leser, der errathen will, wie der Sattel
von Enitons Pferd beschaffen gewesen sei. Nachdcm der Leser be-
schrieben hat, wie er nach seiner Meinung ausgesehen habe, ruft er
triumphierend aus:
seht, daz ichz reihte errdten Ada!




ZITM E:REIK


wo.auf Hartmann spattisch orwidert:
jd ir sit ein w'eterw'iser fman.
Wie konmmt dcr Dicliter dazu, hier, wo cs sich um die Ausriistung
eines Pferdcs handclt, den Ratlenden einen Wetterkundigcn, einen
Wetterpropheten zu heikcn (denn das ist doch wohl der Sinn von
weterwivser)? Das witre gcwiss ein matter, untreffender Witz. lch meine
jd, ir sit ci werltwicser man,
ihlr bcsitzt ausgezeichnete Weltkunde, ansgcbreitete Kenntniss, vgl.
das nhd. Weltsker und V. 7357 pin weltriser man, der aller ding
aite kan. Selbst worticiser, Rcdekundiger, schiene inir hier p1ssender
als weterwiser.
7718-22 lies dar imbe vdr(rea. leit
edele steine genitoge
die ze ieglicher fuoge,
dd sich die maschei strihten,
krtihzeu'is sich schihten.
Statt die ze ieglicher fuoge hat die Hs. getzlicher f., die Ausgabc
ieglicher, line die ze. Vgl. Lanz. 8512 15.
7745-48 lies
waod im (dem Cristall) sin lieht ist s6 geslaht,
ob ieman in viisterr naht
ze ritenne Ieschrehe,
daz man da von gescehe.
sd fehlit in der Hs. und statt iemana list sic im, das ist wohl = iem,
im 14. 15. Jhd. die 6stcrieichische Form fil' iem(an, ie en, wie niem
f. nieman (vgl. Germ. 1, 378). Fiir vinsterr hat die Hs. rinstern.
7828. wie bitels ir sit.
bitels ist kein mhd. Wort. Erstens ist das i kurz, es hei[l.t bite,
gebite, ungebite, nd anuch die Lesart pittlos fiihrt daranf, wcil im an-
dern Fall delr isterreichische Schreiber peitlus gesclhrieben haben
wfirde. Sodaun lautet die nlhd. Form gebitelis, vgl. Tristan 12364
(311, 5). nibehlot mnd gar gebitl6s ist ir mount Boner 97, 102.
7894-96. ze sinenm-gesellen er spjach,
ob er die brmc erkande
mnd bat in daz er s nande.
Unmittelliochdentsche Satzconstruction. Lies
ob'er die burc erkande,
daz er im si nande,
wenn ihm die Burg bekannt sci, so miclite er sic iim nennen.





FRANZ PIFFEIER


7927. waz meint ir, kiinec Guivreiz?
Hier ist das zweisilbige meinet gckiirzt, und das einsilbig ausznspre-
chende kilnec gestreekt. Der Vers ist mit der Hebnng auf ir und
darnach fehlender Senkung zu lesen
waz meinet ir, kianc Guicreiz.
7971-73. wand ich iwil unde muoz
mich bieten an iwern fuoz,
duz ir erwindt durch mgnen rit.
Der letzte Vers soll ein Hartmannischer scin! Entweder ist zu lesen
erwimlvt ldurch mnien rat,
(vgl. noch erwint, vii lieber smu, dutlch got Greg. 1370) oder noch
besser daz ir erwindet, deist min rat.
vgl. Iwein 6152: erwindet voch, daz ist mun rdt.
8006. ouch selt er im fiurbaz.
ouch scheint hier wenig passed, besser wire noch.
8037. ? iewilrme aud wilder tiere. 9
8062. tanzeni und aller slate spil.
tanzen wird man doch unl)edcnklich in tanz andcrn diirfen.
8091 lies daz er ni/ht da wceure komen
vgl. dar komen 5859. 7823. 8040.
8145. und empfieng ez cas fuir einen spot.
als fiur, gleichsam fiir? Lasst sich dieser Gebrauch sonst noch nach-
weisen? Entweder ez fiir einen spot, oder (lz (= allez) flr e. spot.
8164. daz geschih/t e morn ze dirre zit,
das geschielit noch vor Morgen um diese Zeit, sinnlos, da der Kampf
mit Mabonagrin erst am folgendcn Tage statt finden soil und wirk-
lich statt findet. Obschon es leiclt wire 8 morn in enuorn, morgen,
zu andern, so ist docl ohne Zweifel zu lesen
daz geschiht morn e zit,
Szit, vor der Zeit, viel zu friih. Dein frhihlicher Gesang wird schon
morgen, noch viel zu friih, ein trauriges Ende nelmen. Vgl. s6 hidn
wir sie beide c zit rerlorn in ir ju( ntt Flore 1921 (vgl. 123). ich
erfiirhte werden gro 8 zit Rudolf der Schreiber Ms. 2, 181b1 Auch
. der zit wire nicht unrichtig, vgl. Ulrichs Tristan 17.
8207 fg. Ez (dcaz p(das) was vil iwl yezieret -
ron edelm marmelsteine
der schin, der ie ron nmarel kam
als ez ir ougen wol yezam






und als ez der 11Wnisch gebot,
gel gr' ine brdl. v2it u. s. w.
de,' schin in dcr written Zeile felilt in der ITs. und ist von Laehmanli
hellhst unglicliche eingcffigt, dcnn was ist nun das flir cin Satz? E
ist zu lesen, der Palast war gezicrt, ausgelegt
von dem edelesten seine
der ie con marmnel krlm,
oder iemnd. Nach geblt ist ein Punkt zu setzen, mit yel beginnt ein
neuer Satz.
8236. ez iwnrn ir rock utio ir dach,
besser wohl in wrihe rock unde dch..
8243. 44. ir houbet wdurn gebunden
niht sfr si best knuidn.
Dieser letzte Vers ist ohne Zweifel vonr Schreiber verinstaltct,
weleler meinte, well die Franen in Traner warren und ulgeputzt,
so mniisstcn die Schleier nacliissig 111 ihr Tlainpt gewunden scin. 1in
Gegentheil will der Dichter sagen: ihre Hiiupter warren aufs Sorg-
faltigste in wei. e Schleier gehfillt, doch warren diese einfach, schmuck-
los, olne alley Goldverzierung, wic es Traineruden geziemt. liht ist
dalhr zu streichen.
8271-77. Der D)iclter schildert die Schunhleit der in der Ge-
fangenschaft Alabonagrins befindlichen jungen Wittwen, von denen
cine immer schliner war als die andere.
der selben ze itewize
s, was dile einlifte getdi,
hate .si din zdelfte IMii;
din drIzehend were volkomen,
bet irz diu vierzehlnd init benomen;
diu fiinfzehnd, was eim ruischkint.
diu drczehnd, vierzehld, fiifzelnd, init -zehnd in der Senkung! Gewiss
hlitte solche Schreibung und Betonung Hartmann so barbariseh ge-
klungen wie uns (vgl. Greg. 3408). Entweder
din drizehernde were volkomen
mit zweisilbigem Auftakt, oder were ist zu streichen. Dem folgen-
den Vers ist dureh Umnstellung leieht zu helfen:
iet diu vierzehende iz niht benomen
und in der letzten Zeile ist twas, das noch von der elften fortwirkt,
wie z. B. 1435. 1568. 69., entbehrlich:
die fihnfzehende ein wunschkint.


ZU[MI IERIK.




44 FRANZ PFEIFFER

8700. so was also erziuget
der selbe bomngarte
dazs uns mac tiirdern harte,
zvitzige und tumbe.
das uns die Hs., lies
daz es mac wendern hiarte
witzige end tumbe.
,ns ist vom Ubel, es stebt in dcr Hs. verschrieben fiir es.
8715. lies voi geschiht dar in kam.
statt con geschihten in kam.
8753 fg. nm rpit tder it f fur in
y/etgen dem bonugarten hIn,
daz er in wiste an d(ie stat
zuo dem writer, als trec (oder: er) bat,
hin ze dem verholnen tor.
So mit engen Anschlul. an die Hs., was die Ausgabc anderes bietet,
gehirt Lachmann an, nicht der Uberlieferung. Statt fiir hat die Hs. wie
haufig vor. Bei fir ini hat sich der Leser gegenwitrtig zn halten, dafi
beim Ritt ans der Stadt Erek voraus ritt (vgl. 8683 fg.), Ivreins und
die Biirger nach. Als er an die Stelle kam, wo der verborgene Weg
began, ritt der Wirth an ibm vorbei als Fibhrer voran. Einer so
gewaltsamen Anderung wie der Lachmannisclien bedarf es nicht.
9092-94. hie wart din sperweide
;or dem libe durch gesant
durch beside schilte unz an die hant.
Znr ersten Zeile macht der Heransgeber ein Fragezeichen, mit Recht,
denn sperweide ist kamn ricltig. Vielleiclit: hie burden super ze weide?
die Weide ffir den Speer wiire der menscbliche K6rper oder der
Schild. In der zweiten Zeile wird drchl zn streichen sein.
9114 fg. Sic rannten mit solcher Kraft auf cinander,
daz die eschinen schefte
kleine unz an die hant zerkluben
und zwispilte 4f stuben.
Das Adj. zwispilde (ans zwi und spilden, verzweifachen, verdoppeln),
ahd. zwispild, heift geminus, biformis (Graff 6, 337), zwiespiltig.
Also: nachdem die Speere bis an den Griff in kleine Splitter aus-
einander fielen, stoben sic zwiespaltig, in zwei Theilen in die Hahe.
zwispilte ist von Laclmiann an die Stelle des liberlieferten dafy spilten




ZUM EREK.


*..*rr.t.. Halten wir uns an die, allerdings verdorbene Lesart d r Hs.,
ni;t I'Ervagung des etwa passenden Sinnes. Ich daclte zuerst an
1'rt.., von denen die Spreuer kommen (vgl. Frisch 2, 297. 308):
und alse spelten if stuben,
in.1 .l .tben wie die Spren in die Luft. Das gentigt mir aber selbst
nii.lt, ;o.h glaube vielmehr, da6 wir nach einem Part. Pras. zu suchen
IabL.-n. Ahd. zispili6, anhelare, resonare, zisplentin, resonantia (Graff
5, 711. 12.)
lnd zispilnde 2^f stuben,
di- Splitter stoben rauschend in die IIHhe. Vorziehen wiirde ich in-
dess, weil es sich noch genauer an die Hs. anschliefSt, entweder die
von zispilon abgelautete Form zaspeln (vgl. Schmeller 4, 290) oder
rasp2ilde; raspen, rispen, ein in der Schweiz iibliches Wort, welches
einen mit der Geschwindigkcit verbundenen eigenthiimlichen Schall
ausdriickt; durch Nachahmung dieses Schalles werden z. B. die Bie-
nen gelockt. Ich kann aber das Wort in der alten Sprache nicht
nachweisen; unser raspeln hangt wohl damit zusammen, auch das
althd. hrasp6n (Graff 4, 1181). Beides zispilnde (zaspilnde) oder
vaspilnde eignete sich, wie mir scheint, unvergleichlich besser fir
jene Stelle, als das, was der Herausgeber in den Text aufnehmen zu
miissen geglaubt hat.
9565. lies od daz man iender funde
der mich iiberi'wunde
mit der so gewohnlichen Ellipse des Pron. in oder den; die Ausgabe
liest mit der Hs. man in lender.
9688. Nachdem der Dichter den Kampf und Sieg Ereks iiber
Mabonagrin und den darob von den Zuschauern erhobenen Jubel
geschildert, sagt er, er wolle schwiren, dafS den beiden Frauen, nLm-
lich der Enite und der Geliebten Mabonagrins, verschieden zu Muthe
gewesen sei:
des swer ich wol und wil es jelten
daz disen frouwen beiden
ir gemilete was gescheiden,
din under der _pavilvue saz
under dirre der dd baz
an dem strite gelanc: (= Enite)
neizwie der munt, ir herze sane.
Die Hs. hat ich enwais wie, und daffir ist allerdings neizwie die rich-
tige abgekiirzte Form; ich wire aber begierig, zu erfahren, was die




4ICx \P Z '-1 i-I-I I

Zril I.'l. it,:-t minil .-.) sie Ein Leser verstcht. Diese '.,i l.izt'- Pi-a
ii..niiiii.ll.Iilhl,,i i ..,l iber Gran nmatik 3, 72. 73. zu .;,-i.I-,l i ii
I,-i :I.i, .,,ii ,iii:.-li- i, < briftstellern nicht selten, aber i': l n, .,ll'.-, ...1
"i'.- j i. ;11 lI r \\We ,. verwendet ist oder iiberhaupt v,': wu.ln'.:t ir-
*I' ki.11111 .iI: 1,;.. "art eins j 'res alt und neizwie '... i. l/. irv,,,,,
I. ,n,.S.. .v. :,-'. .,,-g.,en sarmt ywan im diu vromnw ;ivi,'.' 277-14 '
.. ..i "':, .. i.. t.,,: .qeriten ebd. 3532. (so wird a,.-li : ', /.,',
, ;:"- .. ,i,,. .,t, l. /, statt ichn) weiz wie Zl lesei -*,iii). .,/l 1.1!,
S.. i. ,. ., ,,; '... pfintlich kuntsami Senses Leb,'-i i l.,i',. I-
1' I 1. -.,, n..,i . diaz tt ar veizwiO l7cng 16b. 1 '. ,,.':- .; v..:
.1...,.. .'l1, .. W. W as neiziie der mount heiBt, wild I.I.-'.I h i i 111i
erkliirt. Ist eine Ellipse anzunehmen: ich weili nicht Ir i- 1 Miiil
that? Das wire sonderbar. Ich glanbe, nnter den, ;./, ..i,,-r;, t r'.-
liegt ein Fehler versteckt. Um ihn richtig zu boss(cn., inii--I:- i1:i
wissen, ob sichl die Zeile auf Enite allein, oder ant b.il- l..t.i.:l ;
es ist jedoch, wegen des uninittelbar darauf Folg'-itiln i.iii ....
fvenlen krine trinoc, din. ander binte leides genuoc) % il.. -.. ,I:-ili.-I -r,
daf.l die Stelle iir das fiber Enite Ansgesagte nihi, ..,i ,I,.tI -..II,
dann diirfte man lessen
joch sweic (oder: s ceic ouch) der tunt, ir lhe :, .-..:
zwar schwieg ilir MIund, d. Ih. stimmnte niclt in den allzi-n-i'-n .Ilnl":
ein, aber es sang doch ihr Herz: es stimmte Frendeiiih lr :.-ii, i'-iI
auch ihr Mund schwieg.
10129 ff. durch got des bitet alle
daz uns der 1n Uevcalle
der uns stdt ze hulde
(daz ist goldes ilbergulde)
ndchI disem ellende.
So nach Lachmann, die Hs. hat der us hat geho!t'. i ,/. i.;li, .
Was heilt: uns stdt der 1In ze hulde? Wenn das i rkli. II, "., i-hl
bezweifle, mhd. ist, so hitte diese Redensart erkliat. :'i:.r, k.:'.iill
sie sonst noch vor, nachgewiesen werden sollen. I..h le-- ini g,-i
nauerem Anschlui an die Hs.
daz uns der 16n gevalle*)

*) Vgl. Armer Heinrich 1517. 18., wo Lachmann, Haupt und \\'W k. Inil -1i.-. I.
als miieze ez uns allen
ze jungest gevallen.
der 16n, den st d6 namen,
des helfe uns got. amen.




r / ZUM 1L1lI.hi. -Ii
g/ ef

rh.- ,, l im gehalde:
S,',., ,, ,. ,iberqgulde
,,,' ,. . llende.
lii Att .Ille, .il ii' ,i-* I i' u. ines theilhaftig werdenl, dcer nis iutt
Il.. _i.:;inlig iIi..'...-, i"l' .r: nns mit ilim :itssilne: das ist das Hic6hste,
\.i- ui, ni 'l i .l..... ii jamnmervollen Leben zu Theil werdeu kann.
\' I. zai -i .St ll, ii, .1,.,Ii. v. Ringgenbcrgs Liedcrn: din mile /lldet
'*.,i# q*,.1! ,',.... .,. -'egde und ouch diu 'wi MSH. 1, 341b. und
C": ,. .i ,,. , :,1 ,1 rdt got ze tr8ste der kristenheit geyebeu lhat,
,l-1. ,,. .' n,; .i,' ,,il!et Iund sinen strengen rdt hlt hin yeleit ebd.

I.I : '.r.-,i, lhn,- ii..:h einige unverbessert gebliebene Druckfelhlcr.
I.;-- ..:::.-. ., 4-I..1'- nIdchJ 5339. waz 5689. daz 5946. erldn,
Ii ,- a -1.':2. ,,i, 6255. sich 6579. sinen 6829. 7320 daz
;.;:;. <,.... // .', '' ~3 9367. der Punkt nach twingen ist zu strei-
chi-ii '.-1441ii ,/. '.: .5 was st. war 9823. ecich 10099. sR/hen.
Fii, .lii'lsr I lbi i.-h mit denm Erck zu Ende. Eine nicht gerin-
.r: Aii le.lI \'..ii Z-,:. il-ln und Bedenken, flir welche ich cine mir
I.-.ll.t -.eil'.I-IIl.-: L:. -illig noch niclht gefunden habe, behalto ich bis
.1\11' \\,:'ir,-.,: Zii11.,r..'; ; _:l..enso meine Bemerkungen fiber das Metrische,
; da ...11 I,, t,1_, iiit dI:.lu Iwein zusammen besprochen wird. Zuweilen
hii.tt>- i.li iii;.:li i.c-ll-i.i:ht etwas kiirzer fassen kinnen. Allein es

.l i.;,..i i ;dn .\ ..i. 1 '1 .1 .. ie Hs. A, welehe ez (n nilli h dla eoige riche) uei list,
" al.r- i-:.,l;, . .:. gler Stelle des Erek, aus der Lesart von BC (daz 16n
1 .... : .- ,'"**.'.,r .-. leiu und aucli alus ander i Beispielon erhellt. Man lease
.''so jliieze uns allen
I jingeste gevallen
.16r 1dn den si dd name:
i.:s helfe uns got. Amen.
I\\ ..... ..i *,. .. ..i,. i, I,1 triiglicl finde, in der Aisgabe der Briider Griimm ganz
rili,., l i, 1 ... ... ,*' 16. 1r n, der gewin (Greg. 1817), der goes segen (ebd. 428),
.l:, (In..I, i'i;l I, ..i ...1 mir zu Theil. des helje unis got ist eine Schluiformnel,
.1... ',il l',,.I. 1. M.l ini .-.. I'ledigten, z. B. leister Eckhards, erscleint iunr1 -i'l ;li
.ii;. \\'... ... ,.I..1 ....1. Gausz illlich stiaren im Greg. 3834:- '
i. ..' i .-' .. '.,.-. le nenien nls si d( n imen, des gesture uns :.l .r..:.
1 n,;,r. ,,.1, .I ,. :i li;, I, .e icrkei, list nietierdings (iiber einige Flille .1-* .\ii .. .-
t . i it .;' .- i ,i i -,l .i er Hs. den I1n den si d nidmen, des helfe u-. ...'r, ',,l
l-l.-.i .. ..- ..,i. \1i. Ich l kann, nacl denl cben Gesagten, a chi d;- 1. I.-r, r
lilt 'I i ..:si,, Ih:il..ir, hril iber den Ausfall dieses Beispiels durich ein anide'.-. I..- i
', ;I i''.ii. i.,... i,. .;.- del diae dci lrne hete der warl iz gestlzien mit .. ... i.
I:' nil.. .. r Pi -. li .ii .1 ., 1.' Jhd. auf der k. Privatbibliothek zn Stuttgart :1I. 4-'













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