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 Aussergottesdienstliche Poesie
 Jahresbericht






Title: Reime und Gedichte des Abraham Ibn Esra
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 Material Information
Title: Reime und Gedichte des Abraham Ibn Esra
Series Title: Jahres-Bericht des jüdisch-theologischen Seminars "Fraenckel'scher Stiftung"
Physical Description: v. : ; 25 cm.
Language: German
Creator: Ibn Ezra, Abraham ben Meïr, 1092-1167
Rosin, David, 1823-1894 ( ed. and tr )
Publisher: S. Schottlaender
Place of Publication: Breslau
Publication Date: 1885-
 Subjects
Genre: non-fiction   ( marcgt )
 Notes
Statement of Responsibility: von David Rosin.
General Note: Accompanies Program--Jüdisch-Theologisches Seminar, Breslau (Jahresbericht)
General Note: Includes vocalized text and a rhymed translation of the poems.
Funding: Jahresbericht des jèudisch-theologischen Seminars "Fraenckelscher Stiftung" ;
 Record Information
Bibliographic ID: UF00024083
Volume ID: VID00005
Source Institution: The Isser and Rae Price Library of Judaica
Holding Location: The Isser and Rae Price Library of Judaica
Rights Management: All rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier: aleph - 001126204
oclc - 04587924
notis - AFM3341
lccn - 58053129

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Jahres-Berieht

des

jidisch-theologischen Seminars


,,Fraenckel'scher Stiftung".



Breslau, zum Gedichtnisstage des Stifters, dem 27. January 1885.




Voran geht:

Reime und Gedichte des Abraham Ibn Esra

Heft J.
von

Dr. David Rosin.





UNIVERSITY FLORIDI UBIRARIES

BRESLAU.
Druck von S. Schottlaehder.
1885.
















ABRAHAM BEN M R IBN EsRA, geboren in Toledo 1 urn 1092, gest. am
23. January 1167 im Alter von 75 Jahren2, hat bei Lebzeiten durch seine
geistvolle und anregende Persbnlichkeit sowie durch die Fiille der Belehrung,
welche sein reaches und mannigfaltiges Wissen darbot, die Herzen seiner Zeit-
genossen, wohin er kam, im Sturm erobert3, hat aber auch Neider und Gegner
und, wegen der Scharfe seines oft schonungslosen Urtheils, erbitterte Feinde 4
gefunden. Das Widerspiel der Meinungen und Neigungen setzte sich fort, als
die Person den Tribut der Zeitlichkeit gezollt und der Nachwelt ihr Bestes
in schriftstellerischen Schlpfungen zuriickgelassen hatte. Neben vielen bewun-
dernden Lesern und Auslegern fand IBN ESRA bis auf unsere Tage ver-
urtheilende Richter seines Wesens und Schaffens. Aber in Einem stimmen
Freund und Feind, Lobredner and Tadler fiberein, in der Erkenntniss seiner
Bedeutung und in der Beachtung seiner Leistungen. Darum finden wir
bei jiidischen Chronisten und Schriftstellern seinen Namen hunter den ge-
feierten Denkern und Dichtern seines Volkes, sei es kurz oder ausftihrlich,
erwihntS; friihzeitig bemdchtigt sich die Sage seines Namens und stellt

1) Das von Egers in der Frankel-Grlitz'schen Monatsschrift 1883 S. 425 mit-
getheilte Akrostich t'toBin nm~i pt i~ p In m-aK deutet wohl nicht auf Tudela
(Kt8Lt), sondern scheint auf einer Verstiimmelung aus dem urspriinglichen
rb tB in= TK oL 1 e, Toledo zu beruhen. 2) Die Quellen hierfiir sind in den hier
sogleich anzufiihrenden Schriften und in der dann folgenden poetischen Sammlung
enthalten. 3) Jedajah Penini in seinem Sendschreiben an Salomo Ibn Adrat
(twtw" nniwn Nr. 418 ed. Wien S. 57a) sagt: a'-cw= r r11 M~i L aniaK ,Mp '= Ian an t
'In= nrpm-i-. n nan- f nl $in'?? $r 'p-rPv mnanvw nzzM= B'1ZDtZ hz $y rlI 'Tp +w
rt'Tn nxn ryin71 nna' &' BD ito i'nI .it's'ai f'-ID i 9fiffl M'bMm i nliKwn
'Inmi'nt ^ ni 'rpt$ nn Kin .Mi rv in-v= inr-1p$ n':ni. 4) Wie die Ge-
dichtsammlung zeigen wird. 5) So Abraham Ibn Daud in Sefer hakkabalah
gegen Ende; Menachem M6iri in der Einleitung zu Abot p. 18a; Isaak Israeli
in Jesod olam IV 18, S. 35 ed. Cassel; Abraham Sakuto in Juchasin ed. Krakau
p. 130b. 131 a. 163a; Gedaljah Ibn Jachja in Schalschelet p. 30b. ed. Zolkiew;
David Gans in ZemachDavidp. 28a No. 934; David Conforte in Kore haddorot
p. 10 a; Sabbatai Bass in Siftejeschenim, Amst. 1680: a) unter m-1n jn S. 1, No. 16
(Commentare zur Bibel); b) unter nmv n mi S. 3, No. 57; c) unter WeB lIK Supercomm.
S. 6 No. 124; d) hunter -inrt S. 6, No. 130; e) unter n'-,n dlK des Sabbatai
ben Malkiel Cohen, Supercommentar zu ti' '0 S. 9, No. 197; f) unter
ni-,i; 'D S. 16 No. 17; g) hunter a'p np- (wo Ivwpn pV1h j d =K am T ange-
filhrt wird) S. 18, No. 30; h) hunter p'mi 'O (?) S. 19, No. 6; i) hunter rpa p= mn
1-2




2 Aeltere Nachrichten. Neuere Forschungen.

romantische Beziehungen zwischen ihm und seinem als Diclter gefeierten
ailteren Zeitgenossen und Freunde, JEHUDAH HALEVI, her1. Mit dem Auf-
schwunge wissenschaftlicher Studien und Arbeiten im Gebiete der jildischen
Literature seit den dreissiger Jahren dieses Jahrhunderts wendete sich die
Aufmnerksamkeit aller bedeutenden Forscher mehr oder weniger ABRAIAMr
IBN'ESRA zu. Zeit und Begebenheiten seines Lebens, Reihenfolge, Geist
und Inhalt seiner Schriften wurden erirtert, seine in Handschriften verbor-
genen wissenschaftlichen und poetischen Schopfungen wurden theils einzeln,
theils in grosserem Zusammenhange verdffentlicht. Die umfassenden Dar-
stellungen waren zuerst sehr mangelhaft und unverliisslich2, wurden spiiter
griindlich und werthvoll, daftir aber in demselben Maasse knapp und zuriick-
haltend, weil sichere Nachrichten eben in nicht grosser Zahl zur Verfiigung
standen. Es ist niclt das geringste Verdienst dieser spliteren sorgfiltigen
Zusammenstellungen, dass die Nothwendigkeit der Einzelforschung fir die
fiberaus mannigfaltigen Seiten, welche das Studium dieses Mannes und der
uns von ihm hinterlassenen literarischen Schitze aufweisen, jetzt von allen
Kundigen erkannt wird und uns eine Anzabl werthvoller Arbeiten einge-
tragen hat. Bereits sind Theile seiner Religionsplilosophie und seine ganze
grammatische Theorie ausfiihrlich, sein Standpunkt in der Mathematik in
gedriingter Kiirze neben vielen gleichzeitig erOrterten biographischen und


S. 23, No. 17; k) hunter -DO~B n?;n (Zahlenlehre) S. 24, No. 43: 1) unter 1v1
mi-a S. 29, No. 55; in) unter i-,rin intB (wohl eig. = 1) S. 29, No. 60; n) hunter
n~' Km 'm S. 37, No. 12; o) hunter ri-i pw'S ';rTc n S. 37, No. 21 (wo auf g zuriick-
verwiesen wird); p) hunter :,-l-=,- T "hn 8. 41, No. 133: q) hunter 1~BBi 'D S. 45,
Nr. 226, welches irrthiimlich fir gleichbedentend mit inmi 'v gehalten wird;
r) hunter MnnM 11, B (wohl = 1. und m.) S. 55, No. 18; s) hunter ,lMa, nui S. 59,
No. 86; t) hunter bKt- impm iov' o nn1 n-i'1 S. 60, No. 101; n) hunter MiB
,ani (dieselbe Schrift wie s, von N. Krochmal in Ker. chem. IV. 1ff. heraus-
gegeben unter dem Titel mBIm vBiS I ai3n nmi-n) S. 61, No. 39; v) hunter
mnri 'm S. 65, No. 21; w) nnter ,an ,mn't S. 69, No. 14; x) unter mn if' -r'
S. 76, No. 111; y) hunter iwn 'n S. 78. No, 147; z) hunter la, -n ',miWn m' S. 78,
No. 156; aa) hunter ,inmO mWv S. 80, No. 196; bb) hunter -in nor S. 81, No. 202;
cc) hunter 'pn S. 85, No. 48; dd) hunter nmi j mjIa S. 89, No. 135 (Es sind also nicht
genannt: x. Die Schrift iiber die Zahlwirter nomn I'1r, von Pinske r edirt in limi
'11mWrI "11ji): I Wien1863 (s. jedoch q!); p. die Erkliirung des Astrolabs nlm 'm:b ed.
Kbnigsberg 1845; 7. die grammatische Schrift ni, 'm B u. anderes Ungedruckte. Auch
ist das Register in w'U '~nrw ed. Amst. p. 93 b liickenhaft) ; Jochiel Heilprin
in Seder haddorot ed. Karlsruhe p. 53 a Col. 2: 55 a Col. 2 unten; Asulai in
Scheme haggedolim ed. Wilna I S. 147 und in Th. II die beztiglichen Biichertitel.
1) Die bei Gedalj ah zuerst anftretendeErzithlung wird von SpBteren wiederholt;
doch erklirt Jair Chajim Bacharach (T1n' nili S. 272 b) die damit verbundene An-
gabe von der Abfassung der "-Strophe 'bb "intm ,'nw in dem Sachor-Liede p~lK
I -In (s. Landshuth in Amude haabodah S. 76 und FriedlAnder
in Ibn Esra Literature I Introduction p. XIII) fir unwahr. 2) Wie die Arbeit
von J. Spitz in 'InT, "-=m VII, S. 49 ff. -





Poetische Erzeugnisse. 3

chronologischen Fragen dargestellt wordenl. Zu den Stoffen, die noch
einer sorgftiltigen Sichtung und eingehenden Darlegung warren, gehiren die
in hohem Ansehen bei Mit- und Nachwelt stehenden poetisclhen Erzeug-
nisse des ABRAIHAM T In EsnRA2. Ausser der durch DUKES3, LUZZATTO4,
M. SACHs5, M. FmEnt:I),'L)EI 6 und Anderen erfolgten Veritffentlichung poetischer
Stiicke, zu denen deutsche Uebersetzungen in poetischem Gewande SACHS 7,
GEIGERs, STEINSCHNEIDER', Zuxz10 und KI:imlFp geliefert haben; ausser
den bibliographischenZusammenstellungen von LANDSHUTH12, STEINSCHNEIDER 13
und LuzzATTO 14 besitzen wir nur eine neben vielen anderen hebraischen
Dichtern auch IBx Esi\ gewidmete verhAltnissmassig kurze Charakteristik
bei einem Theile der genannten Autoren, und neben einer treffenden, aber
knappen Skizze auch eine stellenweise kurz beschreibende Aufzihlung der
vorhandenen Stiieke bei Zuxz.15 Und doch enthalten die Reime und Ge-
diclite des ABRAHAH TiN EsI. d(ie wesentliclsten und zuverlissigsten An-
haltspunkte fir seine Lebensbeschreibung, sowie Gedanken und Lehren aus
vielen Gebieten der durch ihn angebauten Wissenschaften. Liegt uns auch
noch nicht der ganze Schatz seines poetischen Naclilasses vor, harrt viel-
mehr der erst in neuerer Zeit aufgefundene Diwan z 1 noch seiner hoffentlich
nicht lange melir ausbleibenden Veriffentlichung, so ist doch die Sammhlmg,'
Sicltung und Erliiuterung des zum Theil allerdings bekannten, aber vielfach
zerstreuten und seinem Wortlaute nach unsichern Stoffes, zumal da derselbe
sclon hier um eine betriichtliche Zahl handschriftlicher Stiicke vermehrt
werden kann, ohne Zweifel sclon jetzt Vielen willkommen und zu weiterer
Anrogung wold geeignet. Die so gesammelten und dem Verstlindnisse
eines grisseren Leserkreises durchl Uebersetzung und ErIldrung vermittelten
eignen Zeugnisse dos ABRAHAM x i Esiz- fiber sein Leben und Schaffen,

1) So von Friedlin der in Ibn Ezra Literature, Bd. IV, London 1877; Bacher
in Abraham Ibn Esra als Grammatier, Budapest 1881; Steinschneider in
Abraham Ibn Esra, zur Gesch. der mathem. Wissenschaften u. s. w. in der Zeitschrift
fiir Mathematik und Physik (auch im Sonderabdruck) 1880. 2) Vgl. das Selbst-
zougniss desVerfassers im Anfange des Liedes 'ntR -i'n inr in nachfolg. Samnlung
(aus Ker. chem. IV, 138 und b",L nmi-l S. 302) und Jehadah Charisi's schine
Worte in 'nmann 111 S. 7 b ed. Stern: n l St -I? ? in m atP -I lzm, 'W1
xi-i Pi ,t3~K'wIn~ 1W- s'? n ,a's'7B3 a'ysin- r'x-11 o-BtB m71 m-12 \a ann ia
.-'ippn n $lV1,- m 'pis' $w -n1a i'm? C''-n n M15 -1-10 -1=in 3) S. Stein-
schneider's Catal. Bodl. S.688 unten. 4) Besonders in Ker. chem. IV, 35. 138
bis 144. 159; VII. 35. 5) Religiiise Poesie der Juden in Spanien, hebr. Th. S. 40
bis 43. -- 6) Ib Ezra Literature IV, hebr. Anhang S. 1 5. 69 und im engl.
Theile an verschiedenen Orten. 7) Belig. Poesie, S. 109-119. 8) Diwan
des Abulhassan, S. 150 f; Jildisehe Dichtungen, S. 32-37. 9) Manna S. 78. -
10) Synagogale Poisie, S. 238-242. 11) Nichtandalusische Poisie I S. 218 ff.-
12) Amude S. 5 ff. 1-) Catal. Bodlej, S. 682 ff. 14) -"i rinb im hebr. An-
hange zu Berliner's Magazin, 1878. S. 7- 11. 15) Literaturgesicichte der
synagogalen Poi'sie, S. 207 ff. 414 f. Auch schon Synagogale Poisie, S. 237 f.
16) Egers in der Frankel- Gratz'schen Monatssehrift 1883 S. 422 If.
1-2





4 Die hier sz vereffentlichenden StUcke.

sein Glauben und Denken, seine Wissenschaft und Gesinnung werden die
bisher daraus bereits gewonnenen Ergebnisse der Forschung nicht allein
anschaulich darthun und niiher riicken, sondern im Einzelnen auch Manches
berichtigen, erglnzen und in streitigen Fallen entscheiden.
Indem ich mir selbst vorbehalte, zum Schlusse die gewonnenen neuen
Ermittelungen zusammenzustellen, gedenke ich nunmehr in einer Reihe auf-
einandor folgender Veriffentlichungen zuerst die aussergottesdienst-
lichen Reime und Gedichte des ABRAHAM IBN ESRA, soweit mir
dieselben zuganglich warren, vollstlindig zu sammelni und daran eine
ansehnliche Zahi wenig bekannter odor besonders bemerkenswerther gottes-
dienstlichen Dichtungen anzuschliessen. Die anderweitig bereits ge-
druckten Stficke in beiden Abtheilungen war ich bestrebt, soweit es mir
Smoglich war und zum Theile nach handschriftlichen Zeugnissen, hinsichtlich
ihres Wortlautes zu berichtigen; ich will davon in kritischen Anmerkungen
Rechenschaft geben. Einige Stiicke der ersten und viele der zweiten Ab-
theilung gebe ich nea nach handschriftlichen Quellen 2. Dem hebraischen
Texte filge ich fiberall eine m6glichst getreue und dem Tone des Originals
angepasste Uebersetzung bei und setze die dann noch ndthige Erliuterung
und die Stellenangabe in Anmerkungen hinzu. Eine besondere Sorgfalt glaubte
ich der gangbaren Einleitung zum Pentateuch-Commentar zuwenden
zu miissen, weil dieselbe mehr als die anderen Reime durch die Hande un-
kundiger oder leichtfertiger Setzer und Drucker gegangen ist und. so in den
zahlreichen Abdrticken eine fortschreitende Entstellung und Yerderbniss er-
litten hat, nicht minder aber in Folge der guten, jedoch verfehlten Absicht
mancher Herausgeber, den Wortlaut zu berichtigen oder dunkle Stellen
verstaindlicher zu gestalten. Fir jene Einleitung habe ich daher eine
grmssere Anzahl von Handschriften theils selbst, theils durch die Gfite woll-
wollender Gelelhten zu Rathe gezogen3, Einleuchtendes hunter ausdricklicher
Angabe benutzt, Beachtenswerthes in den Anmerkungen mitgetheilt und
nur Falsehes und Gleiclhgiltiges nach niherer Prfifung iibergangen.
Was dann die Anordnung der die erste Abtheilung bildenden Stuicke
betrifft, so lasse ich die fir die Abfassungszeit der Schriften unseres Autors
so wichtigen Reime und Gedichte, welche ihm zum Eingange oder
Schlusse literarischer Arbeiten dienten, alien anderen in derjenigen


1) Ich nehme natiirlich diejenigen aus, die Ibn Esra erwiesenermassen nicht
angehoren. 2) Einen Theil verdanke ich der giitigen Mittheilung Halberstam's
in Bielitz, sehr viele der liebreichen Bemiihung meines Freundes Prof. Kaufmann
in Budapest. 3) Mit aufopfernder GUite haben mich in dieser Hinsicht unter-
stiitzt die Herren Prof. Guidi in Rom, Halberstam in Bielitz, Dr. Harkavy
in Petersburg, Prof. Kaufmann in Budapest, Redacteur Israel Levi in Paris,
Dr. A. Neubauer in Oxford, Abb6 Perreau in Parma, Bibliothekar S. van
Straalen in London, Dr. Ziemlich in Niirnberg, vormals in Miinchen. Ich
spreche denselben hierdurch meinen aufrichtigen Dank Offentlich aus.





Inhalt ind Form. Metrik. 5

Aufeinanderfolge vorangehen, die sich entweder aus ihrem Inhalte oder aus
der sonst bezeugten Zeitfolge der Schriften In EsRA's ergiebt; in einzelnen
Fallen jedoch ist die Stelle, die ich den Stlicken anweise, nur eine vor-
laufige und will ich einer genaueren Bestimmung in keiner Weise vorgreifen.
Auf diese Gruppe sollen dann die Gedichte an und von Personen
,folgen, aus denen manche persnnliche Beziehung des Verfassers oder we-
nigstens die Namen der von ihm beachteten Zeitgenossen zu ersehen sind.
Den Schluss bilden Reime und Gedichte ohne persinliche Be-
ziehung auf Andere; sie enthalten Winke fiber Wirken, Leben und Leiden
ihres Verfassers.
Hinsichtlich der Sprachform enthalt die nachfolgende Sammlung theils
Reime ohne feste metrische Form, theils Gedichte mit regelmassig ein-
gehaltenem Versmaasse. Dieses Versmaass besteht zuweilen nur in der
Gleichheit der Silbenzahl, grisstentheils aber zugleich auch in der
regelmnssigen Abwechselung zusammengesetzter und einfacher
Silben.
Fiir unsern Zweck wird es an dieser Stelle geniigen, die von ABRAHAM
IBN ESRA selbst geschaffene Uebersicht der in Spanien fiblichen
hebraischen Versmaasse wiederzugeben, wiewohl spatere Schriftsteller
die Anordnung klarer, die Aufzahhing vollstandiger zu gestalten suchten,
theilweise auch den Zusammenliang mit der arabischen Metrik, aus deren
Nachahmung die hebrilische hervorgegangen ist 1, im Einzelnen nachzuweisen
bestrebt waren. Zu diesen metrischen Schriftstellern geh6ren namentlich
der ungenannte Verfasser der Abhandlung Schekel hakkodesch2, ferner
SAADIAH IBN DAAN 3, MOSEH IBN CHABIB 4, SAMUEL ARCHEVOLTE 5
SALOMO DE OLIVEIRA6 u. A.7 In deutscher Sprache hat KXMPF8 eine Dar-
stellung der hebraischen Metrik im Vergleiche mit der arabischen geliefert.
Er folgt in der Aufzshlung und Anordanmg der hebriischen Versmaasse der
oben genannten Abhandlung Schekel hakkodesch, welche ELIAH LEVITA, von


1) Wenn auch Moseh Chabib in mBi r'r p. 6 b ed. Ridelheim ein me-
trisches Gedicht aus der Zeit des Konigs Amazjah von Juda gefunden zu haben
glaubt and daraus auf das Alter der mittelalterlichen Versmaasse irrig schliesst.
2) Wipm 9 v, angohlngt der grammatischen Schrift wnjT pr17 des David Ibn
Jachja, Const. 1506 zuerst erschienen, aus welcher Ausgabe im Folg. die An-
fiilrungen erfolgen. 3) Aus der 1472 beendeten Einleitung zu seinem Wurzel-
wdrterbuche von Neubauer in der Sammlung vmve nIira Frankf. a. M. 1865
herausgegeben. 4) Aus Lissabon; er schrieb 1486 t: '-j'1 zu Castel Bitonto in
Apulien, ed. Rbdelheim 1806. 5) In tmn, nin-r Amst. 1730. Er schrieb schon
1551 (ZunzL.G. S 418. ob.) und starb 1611 in Padua. 6) In dem 1661 (n:,
I"'T'1) vollendeten Buche n=23 nIw, Amst. 1665. Er starb 1708 in Amsterdam. -
7) Z. B. Jacob Roman in Constantinopel in seinom (ungedruckten) p, '1KB,
worin er 1348 Versmaasse nachzuweisen versucht (M. Kayserling in Revue des
etudes juices 1884 S. 89. 92). 8) In seinemn Buche Die ersten Makamen aus
dem Tachkemoni des Charisi 8. 15 46.





'abraham Ibn Esra fiber die hebr. Versmaasse.


Cap. 15 derselben an, seinem Commentar zu dem grammatischen Biichlein
-Mahalach von MOSEH KINCHI, ohne Nennung ilres Ursprunges und hunter
Einschaltung sehr weniger Worte an einzelnen Stellen, angohlingt hat1,
und stimmt in der Angabe der entsprechenden arabischen Versmaasse zu-
meist mit der ilim noll niclit vorliegenden Abhandlung des kenntnissreichen
und selbstdichtenden SADIAII Inu DAN AX ganz fiberein; auf die wenigen
Abweichungen wird spiter noch golegentlich hinzuweiscn sein.



Uebersicht der hebrtischen Vorsmaasse.

ABniHAMA In, EslA beginut seine Uebcrsicht der hebriaischon Versmaasse2
damit, dass or die poetislch Form der grammatischen gegeniiborstellt.
Niclit das Silboninaass, wie in don classischon Sprachen des Altorthums, sondorn
das Gewiclit3 der Silben wird von ihm nach dem orangene der Araber4
aller Bestimmung des Versmaasses zu Grunde gelogt. lin Hebrniischen,
sagt uTB Esiu, finden sich zwei Grundelemente der Metrik: a) der silben-
bildendo Vocal ( 'vi), lessen sonstige Verschiedenheiten fir die Metrik
ebenso gleichgiltig ist, wie der etymologiscle Werth der dazu gehirigon
Consonanten, da es hier eben nur auf die Zahil der \ocale ankomme; --
b) das vocaliscli lautendo Schwa (Schwa mobile), verbunden mit dem darauf
folgededn \ocale, wodurchl cine zusammongesotzto Silbe odor lated
('I) 5 gebildet wird; hierbei ist Schwa mobile ganz gleiclhbedutend mit
den drei Chatefvocalen, so dass die Antinge von '.~9, (2. Mos. 10, 11 und
sonst), W'ti-n (1. Mos. 45, 23 und sonst), 705 (2. Mos. 8, 10), Di '~y
(1. Chr. 15, 12, wo jedoch unsere Texte T~iY' bieten) gleilhgeltende zu-
sanmmengesetzte Silben sind.
Bei der Angabe der einzolnen Versmaasse beginnt IBX Esut mit domn
in der hebriiischen Poesic iiblichen viergliedrigen Verse und gicbt ein Ver-
seichniss der Versmaasse, nicht sowohl in klassenweise gotheilten
Gruppen als vielmehr zum grissten Theile in derjonigen Reilienfolge, wie
diesolben nach seiner Auffassung sich aus einander entwickeln lassen.


1) Hicrnach ist Kilmpf a. a. 0. S. 24 A. 1 und S. 44 zu berihtigen. -
2) In Zachot ed. Lippmann, p. 10a. 3) b~~i. ) Gcwicht, heisst
bei den Arabern Versmaass. 5) I)er Name bedoutet Pflock, wie dic cnt-
sprechende Bezcichnung _qA im Arabischen. Waihrend der alleinstehendo Vocal
eme einfache Silbe bildet, ergiebt sich aus der Vcrbinduig von Schwa mobile
mit einem Vocale eine zusanlmengesetzte Silbc, da Schwa mobile cinem Halb-
vocale gleich gilt. Ist das Zeichen fiir die oinfache Silbe -, so ist es fir die
zusammengesetzte --, wie fiir f-s1 %U', im Arabischen. Schwa quicscens
wird als die Bezeichnung vollstiandiger Vucallosigkeit nicht mitgczahlt. -





Versmaass 1-2.


1. Erstes Versmaass. Zu demselben geh6ren:
a) Der viergliedrige Reimvers (01e) 1, worin jedes Glied aus einer
zusammengesetzten und vicr einfachen Silben (nf.i =- u 11T 1-;) besteht2 und
ferner, neben dem Reime des Vers-Endes mit sAmmtlichen Vers-Enden,
dio demn Ende vorangehenden Glieder jedes Verses ilruen eigenen Reim
haben. Als Beispiel dient der Vers3:


Meine Stark' ist hin durch Wanderschaft,
Erschiittort meines Denkens Kraft,
Geschmiedet in der Fesseln Haft
Des Mundes und der Zunge Wort.
b) Der dreigliedrige Reimvers von gleicher Besclaffenheit wie a. Beispiel:


UDs Spraehwerk lies! Es legt den Grund.
E]s thut, was tief liegt, ganz dir kund
In Spracihshlatz der lHelbrcr5.
2. Zwo ites Versmaass. Viergliedrigor leichter Reimvers ohne zu-
sanmengesetzte Silbe, dossen Glieder aus jo vier eintachen Silben bestehen ".
a) Mit besonderem Reime in den orsten drei Gliedern, wic in dem Verse:


Ich trage vor dos Sinucus Worto
Und kiindo sio amil weiton Orte,
Bis ich erhaut init writer Pforte
Des Deukgebietes edlen Bau.
h) Nur mit dem Endroime, wie in:


Ml-Att' ich nur von je fiir mich
Lingst den Weinstock auch verlangt:


i) lbn G'ebirol list diese in der Bibel nicht vorkommende Einzahl je
nach metrisclhem Bed(rfnisse entweder lin (in s. grammatischen Gedichte Anak;
s. Jubelschrift zun 90. Gebartstage des Dr. Zunz, hebr. Th. S. 193, V. 26) oder
I11n (das. V. 29). 2) Saadiah Ihn Danan, a. a. 0. S. 12 ziilt diescs Metrum
als erste Form /umsau Li (vgl. Frcit ag. Darstellung der arabischen Versklist,
Bonn 1830, S. 140) oder Achnnllhen, das er .ainm iibersetzt. Kiimpf, a. a. O.
S. 30 hilt es fiir oine Ablindruing des F 1 3) Anfang des durch Luzzatto
mnitgetleilten bercits obcnS. 3A.2 erwihnaten Gedichltes von Ibn Esra selbst (s. Ker.
chem. IV. 138 und "'Wiy uH: S 302). 5) B'p.? auch in dem handschriftl.
Zachot, cod. 51 des Breslauer jiidisch -theologischen Seminiars (Saraval 36) nach
ljob 36, 8. Luzzatto a. a. O. schreibt B'r)btI nach Jer. 40, 1. 4. 5) Niheres
iiber diesen Vers s. in der nachfolgenden Sammlung. 6) Diesem Metrum ent-
spricht nach Ibn Da an S. 15 keines der arabischen. Doch verweist Kimpf S. 29
A. 1 auf die jiingere arabische Dichtung nach Freitag S. 292 ff.





Versmaass 3-5.


Seit der langen Frist fiirwahr
Trieb' er manche Bliithe schon.
3. Drittes Versmaass: Viergliedriger Reimvers mit Schwa mobile
im Beginne vor je zwei Silben des vorangehenden Versmaasses, so dass
jedes Glied eine zusammengesetzte und eine einfache Silbe zwei Mal hat 1,
wie in dem Verse 2:



Des Rilhmens Wort mit schwachem Mund,
Ein Lied nach meiner Kraft Befund
Thu' heut ich meinem KInig kund
In tiefster Ehrfurcht Schauer.
4. Viertes Versmaass: Viergliedriger Reimvers, worin jedes
Gliqd zwei einfache, eine zusammengesetzte und zwei einfache Silben hat
(nfnl


Schwarmer an der Jugend Brust,
Auf, erwach' aus trigger Ruh!
Denn der Friihzeit Kraft und Lust
Schwindet hin wie Rauch im Nu.
5. Fiinftes Versmaass: Viergliedriger Reimvers wie 4, jedoch um
Schwa mobile im Anfange jedes Gliedes vermehrt (so dass ein jedes Glied
aus einer zusammengesetzten, einer einfachen, wieder einer zusammengesetzten
und schliesslich zwei einfachen Silben besteht: N.1Z nin l '. ir;" MnMit 1n;)7
wie in dem Verse 8:


1) Das Versmaass ware, wiewohl Ibn Esra der Kiirze halber es nicht aus-
driicklich angiebt, demnach .'In 'Itl I 3 1 1. Bei I b nD n an S.12ist es die erst
Form des [ hebr. z pnt, des ,,sich gegenseitig Nahen"; bei Freitag
S. 142 Grundmetrum dieses Namens. 2) Nach Schekel hakkodescb p. 59 (unpaginirt)
ist dieser Vers der Anfang einer Bakkaschah von Salomo Ibn G'ebirol. 3) So
in Schek. hakk. a. a. 0.; in Zachot ed. Lippmann r'iv, doch verbessert von dem-
selben S. 76 b. 4) So nach cod. 51 Sem. und nach Sch. h. das.; bei Lippmann ,2K,
jedoch verbessert S. 76b. 5) Bei Saadiah Ibn Danan S. 11 dritte Form des
j oder *riN, des ,,Langen", womit F reitag S. 170, 2 iiberoinstimmt. Kiimpf

hingegen S. 35 ziihlt es nach Freitag S. 449, 3 zum 6) Von Ibn
G'cbirol. Das Gedicht ist vollst'indig mitgetheilt von Dukes in Moseh ben
Esra S. 96, Anm..- 7) Ersto Form des bei Saadiah Ibn Danan
S. 10, ganz iibereinstimmend mit Freitag S. 129 f. 8) Von Ibn Esra selbst,
wie Egers in der Frankel-Graetz'schen Monatsschrift 1883 S. 429 durch Iit-
theilung der ganzen Bakkaschah mit dem Akrostich ZK 2 erwiesea hat. In Schek.
hakk. p. 59 a und in Lippmann's Nachtrdgen zu Zachot S. 74b wird der Vers
filsehlich Ibn G'ebirol zugeschrieben.





Versmaass 6-7. 9






Fiirwahr, du bist ein wahrer Gott,
Ob auch mein Auge nie dich schaut;
Doch seh' ich dich zu jeder Zeit,
Da reich dein Gut mir niederthaut.
6. Seclistes Versmaass: Zweigliedrigerl Reimvers, worin jedes
Glied eine zusammengesetzte und zwei einfache Silben doppelt hat ('' ~
rniuin TIWs nTin::f) 2, wie in

T .. : T T T
Gepriesen seist du Gott, o Herr der ganzen Welt,
Durch aller Wesen Mund, die du hast hergestellt!S
7. Siebentes Versmaass: Zweigliedriger Reimvers wie 6, nur
dass in jedem Gliede noch am Ende eine zusammengesetzte und eine ein-
fache Silbe folgt (,W in?, niin ? af. 1. ni.n o. -n.) 4, wie

IRV nrfn iiaT V5a" Ili D i' R itm6 nrllik
1 T : ; : -; I T zT : .
Als Theil von seinem Geiste rief dich Gott ins Sein
Und tiber Himmelswesen setzt' er hoch dich ein5.
R. SALOMO, der Spanier er mrhe in Ehren!6 verfasste Lieder 7
nach den Versmaassen 8. So


Die Zeit, der Treue baar, hat mich geschmiedet an ihr Leid,
Dass selbst mein bester Freund mich bin zum Tausch gab fir sein Kleid9.


1) Schon dieser Vers ist nach Ibn Esra nicht mehr den vorangehenden vier-
gliedrigen beizuzlhlen, vermuthlich weil sonst das Wort "~ hunter zwei Glieder
getheilt erschiene, was Ibn Esra far eine nur bei schwierigen Versmaassen statt-
hafte Freiheit hilt (s. No. 14. S. 13 oh.). ') Nach Saadiah Ibn Danan
9.-
S. 8 zweite Form des a. oder 1)4 Rollenden, ibereinstimmend mit
Freitag S. 226 a. 3) Nach Schek. hakk. p. 59 a Beginn einer Bakkaschal
des Ibn G'ebirol. 4) Nach Saadiah Ibn Danan S. 7 erste Form des
'. was auch zutrifft, wenn das Ende der ersten VershSlfte ebenso zu
---- verkfirzt wird, wie nach Freitag S. 227 b das der zweiten Vershlfte. -
5) Ansprache an die menschliche Seele mit Anspielung auf 1. Mos. 1, 27; 2, 7
und Ezech. 1, 26. 6) Salomo b. Jehudah Ibn G'ebirol. 7) Vermuthlich
meint Ibn Esra hier weltliche Gedichte und bezieht sich das Wort am,
in Zachot p. 11 a Z. 1 auf die meisten nachfolgenden Beispiele G'ebirol'scher
Dichtung. 8) So nach cod. 51 Sem., wo os heisst: ,`~'pVan $V y. Dagegen
hat ed. Lippmann S. 10b Z. 15 Qhp~~IO '7 In, was an dieser Stelle unverstlndlich
ist, zumal wegen 1m, welches darauf folgt. 9) Anfang einer Klage G'ebirol's
iiber die Untreue eines Freundes, vullstandig mitgetheilt von Dukes in 'n$W '- I
S. 6; s. das. Anm. 8. Geiger in Salomo Gabirol S. 75 Z. 4 hat eine andere
Auffassung oder hat nS, i fiir <3IITBg gelesen.


1-- ", I:i I .


r. .





Versmaass 8-10.


8. Achtes Versmaass: Zweigliedriger Reimvers aus Gliedern zu
zwei einfachen und einer zusammengesetzten, wieder zwei einfachen und
einer zusammnengesetzten und schliosslich noch zwei einfaclen Silben
(nflfwi v.i-) inn rwin I.i "i'n in nin;) 1., wvie der Vers 2

V"win nnn 1,, r w i cl r Vej
Die Seele, dcrcn Wogen hoch emnpor sich thiirmen,
Wohin soil sic Gedanken thun, die sie bestiirmen?
9. Neuntes Versmaass: Zweigliedriger Reimvers wic. 8, nur dass
Schwa mobile jedem lHalbverse noch vorantritt. (Das Metrum ist dann
rtimin vitl inni riuin 4niti -im mimm -in) 3, z. B.:


Ich sag' cucl, Kenemr und Vertreter der Gesetze!
Euch liegt os ub, ans Licht zu zicheu deron Sclitzo.
10) Zelntes Versmlaass: Zweigliedrigcr Reinivers wie 8, jedoch
ma eine cinfache Silbo am Schlusse jedos Gliedes vermielut (so dass jedes
Glied das Maass hat n d':I 0 "im nwing .md ~ l nittn r), wie in tdem
Verse 4:

nyI ~ ij~n' aMP* 'J Dl R ai3 m^ 1'p'1af n
An den Tagen Jekuticls, die wir ach! beendet scliCn,
Zcigt sich, dass sclbst Hiniiielskreisc sind g.. .ii..n zum Vergelen.
Jodoch konimt, sagt luis Esiti writer, dieso Form beider Glieder nur
im ersten Verse einos Gedichtes vore, wiilurend juder andere Vers in der

1) Naehl Saadiah Ibn Dana.n S. 10 ist es die zweite Furn des 0.
odcr ,an, dos ,,Schncllen", indom iinamlich -- filr ---- am Shllusse der
ersten Vershtilfte ebenso eintritt, wie nach lFreitag S. 243 A, c am Endc der
zweiten; vgl. Kiiimpf S. 38. In Ausg. Lippmain fohlen S. lla Z. 1 die Worto
rinln 'nw a inm1 am Endo. 2) Gleichlfalls von Ibn G'ebirol. Das Gedicht ist
mitgtheiilt in -*ab 'iV S. 10 f und frei tibersetzt von Geigor in Salomo
Gabirol S. 59, No. 14. 3) Bei Saadiah Ibn I)anan nicht angefithrt. Viclleiclht
ist cs _,_. mit Vcrkilrzung des Endcs jeder Vershiilfto aus ---- zu -

So cntstcht aus dcm Metrum bei Fre itag S. 130 die Form
"--- -

Scliho Salomo do Oliveira in naba nrw Amst. 1665 S. 38 a bemerkt, diesos
Versmaass find sich bei and. metrischen Schriftstellorn nicht. 4) V. 1 dos
Klageliedes, welches Ibn G'ebirol auf den Tod seines Freundes und G6nners
Jekutiel gedichtot hat, mitgethcilt von S.D. Luzzatto im Litbl. des Orients 1846
S. 580 ft. und von Dukes in -ai'W 'ir S. 30, frei und unvollstiindig iibersctzt
von Geiger in Salomo Gabirol S. 42. Ucber Jekutiel s. das. S. 38 und Graetz
Geslch. VI S. 34. 5) Und zwar deshalb, weil in der Regel auch bei solclien
Gedichten, die in alien Versen nur cinen Endreim hlaben. der erste Vers in soinen
"beiden Hillften an dem Reime theilnimmt, also auch metrisch in beiden lalften
wie die iibrigen Versschliisse endigen muss. Vgl. Freitag, Verskunst u. s. w.
SS. 130, 158 Anm. 161 Anm. -





Versmaass 11-13.


zweiten HIhlfte allerdings ebenso schliesst, in der ersten Hilfte aber zu
Versmaass 8 eine zusammengesetzte Silbe (Jated) am Ende hinzuffigt I (dem-
nach aus "'.'. nin n 1. niwn 'ig i .. '" :'. in der ersten Vers-
hialfto und aus ntlrw1 t r I '"' 'n o .In 9 I 'n 'In"? r TV in der zweiten Vers-
halft '' besteit) und hiernach der ganze Vers gestaltet ist wie der folgendo 3:


Ach! mir zeigt die Welt, o Frcunde, cin vcrgriiimtcs Angesicht,
Dessen Ziige fremd sich stcllcn, fricmd auch sind, nicht zu verstohen.
11. Elftes Versmaass: Zweigliedriger Roimvers aus zwei einfachen,
einer zusanunengesutzten, einer eifaclhen, einer zusammengesotzten und
einer einfachen i Silbe in judemn Halbverse (" P r041 ,TM o, im:r 'r.)14,
wic in dem Vere 5:


Vmn RaIden ist die Kelile mir verbranat;
)iirr klebt am Gaumen inir der Zunge Band.
12. Zw6lftes Versmaass: Zweigliedriger Roimvers auts oiier ein-
ficholn, einer zusamnengesetzten, zwei einfaclen, wieder einor zusammen-
gcsetzten lund einor einfachen Silbe (,noil n'I nmt 'I In n oi) 6, wie in
dem Verse 7:


Zerschlicttert ist des reiclhn Babels Macht,
Das hcrrscht ob allon Landcn voller Praclt.
13. Drcizclintos Versmaass: Viergliedriger Ieimvors aus je
zwei cinfhachen, einer zusaimengesezten, wider zwei einfachen und ciner


1) In cod. 51 Som. lauton die bcziigliclien Worto des Ibn Esra in Zachot
richtig: bIn pi1 wn m, 'n sm rpo noemu Muminn nnn a'w a'-iMm wlnns i n
vi 'I. K :I)m In ed. Lippmann S. 11a ist das Wort ;pCm an eine falslhe
Stelle gerathen und inn statt rn'm gesetzt, wodurch die Stelle unverstiindlich
wird. 2) Den so zusammengesetzten Vers bezeichnet Saadiah Ibn
s--
Danan S. 9 als zweite Formi des j welches er hebriiseh in .,Gereihtes"
iibersetzt. Mit der Bestimmung des Versiauasses stimmt F'reitag S. 230b.
3) Es ist V. 22 desselben Gedichtes auf den Tod des Jekutiol. 4) Bci Saadiah
Ibn Danan S. 13 j.'f. hebr. poiB, abbrcehend. aufhirend. Freitag S.141,
14 ,,abgeschnitten'. Das Versmaass genau so wie hier bei Freitag 8. 277. -
5) Anfang eines Gedichtes von Ibn G'ebirol, als er Saragossa verliess, mitge-
theilt von Dukes in njmy r-W 8. 1. e) Bei Saadiah Ibn Danan S. 14
zweite Form des (Freitag S. 136, 8), welches er aber list uid
mit fin, Sand, fibersetzt. Dl)s Metrum cebnso wie hier bei Freitag S. 239 b.
7) Nach Schek. hakk. S. 59a Anfang cines Klageliedes von Ibn G'obirol um den
Tod des Gaon Haj (st. 1038). Ein anderes Klagelied desselben Dichters auf
Haj theilt Dulkes in ,mbvy 'w S. 25. No. r mit. 8) ,-3 bezeichnot Babel:
Jes. 47, 8.





Versmaass 14.


zusammengesetzten Silbe (ii! n ini 1~ i i, 't) 1, wie in dem
Verse 2:

*T 5 IT

*WDJ = nPI cat'13,ltom'SDj n MIIr I= 33
Weshalb, Einz'ge, sitzest du erschlafft
Wie ein Kanig in Gefangenschaft?
Hemmst die Schwingen heitrer Sangeskraft,
Schleppst den Fittich nur, der Jammer schafft? -
obgleich der Dichter nicht nach der Regel mit dem Worte 'aB ver-
fahren ist, da lhier ruhender (silbenschliessender) Laut ist, er es aber
mit einem Halbvocale (Schwa mobile) gelesen hat ium des Versmaasses
willen 6.
14. Vierzehntes Versmaass: Viergliedriger Reimvers, der aus
zwei einfachen, einer zusammengesetzten, dann einer einfachen und einer
zusammengesetzten Silbe (n.1 .F ~nt 1Mnt 'l ) drei Mal und aus einem
Gliede des vierten Versmaasses (oben S. 8, nimlich 'F'C 1 1 .n IV l.t
n v=i) zum Schlusse besteht. Jedoch wird in den Gediclten, die aus solchen
Versen bestehen, der erste Vers so gebaut, dass das Maass des ersten
Gliedes (pi: ,p tin n ~lip ) im dritten allerdings wiederkehrt, das
zweite Glied aber sclon wie das vierte (ni .'1 t "1; 1nu1 ''1) gebildet
wird, so dass die beiden Vershilften des ersten Verses gleich und zwar mit
einer einfachen Silbe endigen 7. So in den Versen:



1) Bei Saadiah Ibn Danan S. 9 (als zweigliedriger Vers!) dritte Form
des Hiermit stimmt Freitag S. 231 B. 2) Im Anfange eines Ge-
dichtes von Ibn G'ebirol, welches Dukes in -nbW 'wv S. 4 aus Abraham
Gawison's nrzIOM B~W S. 136 mittheilt; mit erheblichen Ktirzungen hat es
Geiger in Salomo \Gabirol S. 56 frei iibersetzt und das. S. 129 A. 47 niher
er6rtert. 3) Mi'1 nach cod. 51 Sem., Schek. hakk. a. a. 0. und Gawison a. a. 0.;
ed. Lippmann hat fehlerhaft 'rmn. 4) ,tj hat Schek. hakk. uud danach Dukes
a. a. 0.; cod. 51 und Gawison haben b'-1. 5) So bei Gawison; filschlich
in cod. 51 und ed. Lippmann P CKn. 6) Ibn Esra tadelt also hier an Ibn
G'ebirol als regelwidrig, was er inNothflillen sich ebenfalls gar nicht selton er-
laubt hat, wie die nachfolgende Sammlung zeigen wird.- 7) Nach Saadiah Ibn
Danan S. 11 entspricht diesesVersmaass dem arabischen (Freitag S. 132, 3)
oder tBw, Ausgedehnten. Ueber den Grund der Abweichung des ersten Verses
von den folgenden s. ob. S. 10, A. 5 Man bemerke Uibrigens, dass Ibn Esra die bei
den spiteren Schriftstellern der MIetrik iiblichen, aus dem Arabischen stammendon
Bezeichnungen des Verses mit nlI (Haus; arabisch Zelt), der ersten Vers-
halfte mit n'I (Thiirliigel) und der zweiten mit 1110 (Verschluss) noch nicht ge
braucht, sondern den dichterischen Vers, als einen stets gereimten, M~'(Reim-
vers), die erste Vershilfte j1i2TI in'M 1t, das Versende I-in 0i nennt. -




Versmaass 15.


Wer Gesetz hat fest und Regel seinen Geist gelehrt,
Freut sich seines Wissens wie der Held, der zickt sein Schwert:
Findet meines RAthsels Sinn, kann auf zur Lehrburg steigen,
Spihet deren Fenster aus, durch das sein Blick dann fihrt.
Weil aber dieses Versmaass der zusammengesetzten Silben wegen im
Hebrfiischen schwierig ist 2, war der Verfasser dieser Verse genothigt, die
Worte l t=. und TZ'-2 zu theilen 3; es schadet ja nicht, da es innerhalb
desselben Verses geschieht.
15. Fiinfzehntes Versmaass, welches das allerschwierigste ist:
Viergliedriger Reimivers aus zwei Mal je einer einfachen und einer zu-
sammengesetzten Silbe (n'l1 M'W 1 l; '! lf1i) 4, wie in dem Verse 5:


Huld erbitt' ich mir;
Knecht ja bin ich Dir,
Dichte nach Gebiihr
Dir gar schdnen Sang.
Die Reimverse, welche dem Tone einer Melodie folgen, miissen durch-
glngig gleiches Maass haben.;

1) Es sind V. 1 und 2 des Mondrithsels, welches Ibn Esr a zugeschrieben wird,
mitgetheilt von Luzzatto in Polak's -1p nmlw,' zwischen Heft I u. II, hand-
schriftlich in cod. hebr. XXXIV, 125 der K. Hofbibliothek in Wien (s. Golden-
thal, Die neuerworbenen Handschriften S 59). Die Lssung des E thsels giebt
Is. Thiiringer in Polak's p'3 i S. 51. Uebrigens ist zu bemerken, dass It.
die erste Hilfte des ersten Verses schliesst, 13nI die zweite Halfte desselben, 1WI.2t
den zweiten Vers, alley drei mit zwei einfachen Silben und dem im ganzen Gedichte
herrschenden Reime, J iy aber die erste Halfte des zweiten Verses beendet und zwar
mit einer zusammengesetzten Silbe, die eben am Reime so wenig theilnimmt wie die
ersten Hilften aller nachfolgenden Verse. Hiernach ist Lippmann's Bemerkung
zu Zachot S. lib, Anm. 10 fiber t'IM iberfliissig und irrig. 2) Cod. 51 Sem.
nrnmi ninn ~i ~ wb n M i Mn 'n aYr In ed Lippm. filschlich:
mn 'nrra "-n s) "~Q1= ist getheilt zwischen Glied 3 und 4 des ersten, -' l mp
zwischen Glied 1 und 2 des zweiten Verses. 4) Saadiah Ibn Danan hat
dieses Metrnm nicht; es entspricht aber, wie bereits Kiimpf, Die ersten Makamen
S. 43, bemerkt hat, genan dem arabischen (SJ (Freitag S. 142, 16), dem
,,Vollziihligmachenden", welches der Grammatiker Achfasch zu den 15 Vers-
maassen des Begriinders der arabischen Metrik, Chalil ben Achmed, hinzu-
gefiigt hat und Saadiah Ibn Danan als Neuerung zn iibergehen scheint. -
5) Nach Schek. hakk. S. 60a von Ibn G'ebirol. 6) D. h. Jedes Gedioht,
welches zum Liede bestimmt und demnach mit einer Melodie versehen ist, muss
dieser Melodic entsprechend iiberall gleiches Versmaass haben und darf z. B. nicht
im Anfangsverse, wie bei Versmaass 10 und 14, am Schlusse der ersten VershiAlfte
von den iibrigen Versen des Gedichtes abweichen. Dies scheint mir der unge-
zwungene Sinn derWorte Ibn Esra's zu sein: Brimn1 nrn n't Bn. tW w'n'inn,





Andere Versrmaasse. Die deutsche Uebersetzung.


Es kinnte mir, sagt IBx Esn weiter, Jemand einwenden: ,,Warum
sollen die Versmnasse so sein, wie du dargethan hast 1? Ich will unend-
lich viele Versmaasse herstellen, indem ich zusammengesetzte Silben auf
einander folgen lasse und mehr oder weniger Silben setze." Wollte nur, wer
mir so widerstreitet, aus dem Schlafe seiner Unwissenheit erwachen und
die Wissenschaft der Araber studiren! Er wiirde aus unzweifelhaften Be-
weisen orkennen, weshalb diese Versmaasse und nicht andere bevorzngt
worden sind, nnd wiirde sich dabei sicherlich beruhigen 2.
Somit babe ich, so schliesst InN ESRA diese seine metrische Erdrte-
rung, eine Regel ausgesprochen, wonach man erkennen kann, welcher Vers
richtiges Versmaass hat und welcher als schadhaft 3 zu betrachten ist. --




So weit ABRAHAM InT EsnR. Wir kinnen nunmchr in der Folge bei
den gesammelten Gedichten auf die angefiihrten Versmaasse einfach zurfick-
weisen. Nur wo er ein von ihm selbst nicht angefilirtes Yersmaass go-
braucht, soil dasselbe ausfilhrlich angegeben werden. -
Wiihrend das hebriiische Yorsmaass der deutschen Sprache 'fremd mnd
durch deren Metra in den hier folgenden Uebertragungen ersetzt warden mnsste,
suchen diese Uebertragungen die Reime des Hebriischen in roller Zahl und
an derselben Stelle festzuhalten, und bieten nur insofern eine Abweichung dar,
als sie mehr thun und zuweilen da, wo ermildende Liingen sonst eintreten
kinnten, die sich im Original bei seiner Kiirze oder der Beliebtheit nnd Ge-
lanfigkeit der darin benutzten Bibelstellen weniger fiihlbar machen, oinen oder
mehrere Reime hinzngefiigt haben. Weiter gehende Kunstproben, wie Nach-


w nir mn tn-i bp ;pa nv1, wogegen die an sich richtige Regel, welche Klimpf
a. a. O. S. 46, A. 1 darin findet, in dem Wortlaute nicht zu liegen scheint.
David Ottensoser iz ed. Lippm. S. 11b, A. hinter Anm. M' erkennt gar darin
die Andentung, dass die hebriiischen metrischen Gedichte mit biblischen Accenten
versohen worden seion, ohne iibrigens hiermit die Worte Ib n Es r a's befriedigend zu
erklliren.
i) Cod. 51 Sem.; nt L -%tW Ed. Lippm. hat fillsehlich: n~n -1"'.3 -
2) Er will sagen: Der Kenner der arabischen Metrik weiss, dass niclit jede will-
kiirlicho Combination einer beliebigon Anzahl metrischer Elemente ein branchbares
Versmaass ergiobt. s) Vgl. die Definition der Metrik bei Freitag S. 2, A. -
4) Die 15 Versmaasse, welcho Ibn Esra soeben angegeben und orkliart hat, ver-
sclaffen in der That dem Leser cinen Anhalt fiir die Beurtheilung zuliissiger und
nnbrauchbarer (oder unmiglicher) Versmaasse, ohno indessen auch nur die von Ib n
Esra selbst in seinen Gedichten, wie wir seen werden, thatsiichlich gebrauchten
Metra zu umifassen. Salomo de Oliveira in na) rn Wn 38a mint, Ibn Esra
wollte mit jonen 15Versmaassen alle statthaften Metra erschpfen, und bekiimpft
ihn in Folge dieses Missverst.indnisses, geht aber auch seinerseits woll wieder
zu weit.




' : .* '
Seitenzahl und Verszahl. 15

ahmung der Akrostiche, Teg'nisreime und anderer Wortspiele mussten wegen
der vielen Schwierigkeiten, welche ohne Gefahr fiir die Trene der Uebersetzung
und fiir die Natiirlichkeit des Ausdrucks nicht zu iiberwinden waren, in der
Regel ginzlich unterbleiben. In der Anordnung und Zlhlung der Reihen
habe ich endlich die den Lesern sicherlich willkommene Nebeneinander-
stellung der Uebersetzung und der entspreclienden hebriiischen Worte nur
so m5glich machen k5nnen, dass ich lingere hebriische Reihen oder Verse
nach Bediirfniss zerlcge und die so entstandenen Zeilen an der Seite
des hebritischen Textes ziille und bezeichne, jedoch bei den Gedichten mit
Versmaassen auch die urspriingliche Vers za hl an der Seite der Uebersetzung
angebe. Bei Anfiihrungen jedoch wird stets nur die Zeilenzahl der einzelnen
Rtiicke benutzt.














Erste Abtheilung.


Aussergottesdienstliche Poesie.



A. Reime und Verse im Anfange pder am Schlusse literarischer
Arbeiten,
1. Verse vor dem Commentar zn Kohelet.
Versmaass 1 a: rn. DMX"11 T (S. 7).


1 Nimm der Lehre Worte an!
Abraham, der Biicher Mann
Schrieb ins Buch sie, das er sann,
Fir den Geist, der Wissen wdhilet.

2. Miir's Sohn wird er genannt,
Als Ben Esra auch bekanat,
Der auf Hiilf' aus Gottes Hand
Tief im Herzen bittend zahlet:

3. Zu erhellen seine Nacht,
Ihm zu sichern Weg und Wacht,
Ibm, dem welkt der Jugend Pracht
Gleich dem Baum, dem Frische fehlet.

4. Abgelist vom Vaterland,
Das in Spanien einst er fand,
Wandert' er, nach Rom gewandt,
Angstvoll im Gemdith gequalet;
5. Weihet sich an diesem Ort
Auszulegen Gottes Wort
Und erfleht von seinem Hort,
Dess erhoffter Schutz ihn stihlet


T 10
*~iw iri~





-11 ,t- X 15






20





Gedichte vor und hinter Kohelet, vor Mosnajim. 17

6. Ihm des Schaffens Kraft zu mehren, n.S D ..t
Selbst ihm Wissen zu gewuhren j I r.i
Und zu stihnen irre Lehren t niQ
In der Deutung von Kohelet. '

2. Hinter dem Commentar zu Kohelet.
Dasselbe Versmaass.

1. Das Werk ist nun vollbracht n3i^ "IBm
Und Dunkles klar gemachtl; 3 t
Denn Hiilf' hat Gott gebracht, 1' %', n'llz
Der alles Wissen lehrt. n .

2. Ihm send' ich Dankes Zoll. 5 t '
Er ist der Gnaden voll. iy i)n L
Durch Ihn Erlasung soil y .
Und Heil uns sein gewihrt!

3. Nach des Kalenders Zeit,
Den Gottes Wort uns beut, I 'l.1i l1
Sind um neunhundert heut ; nt n f
Viertausend Jahr vermehrt.2 B D.


3. Vor Mosnajim.
Dasselbe Versmaass.
Text nach Cod. 51 der Bresl. Seminarbibliothek; die Varianten in den An-
merkungen sind nach" Heidenheim's Ausgabe, Offenbach tipn '1 (1791). Cod.
Hamburg No. 258,5 Steinschn., den Herr Dr. Jos. Heinemann fair mich zu ver-
gleichen die Gilte hatte, bietet nur fehlerhafte Abweichungen, die ich iibergehe.
1. Im Namen Gottes fangen an i.. D .
Fromme und vollenden dann; '
Dess Wunder Geist und Auge kann "ny rin s
Erschau'n an jedem Tage. .

2. Und Abraham, sein Diener treu, 5' a
Harrt seiner Gnad' in frommer Scheu, -n' ttt -itxu
Die Kraft zu sehn gestarket neu, .Dn .
Dass Arbeitslast sie trage.
3. Ben Esra ward er zubenannt, 't W tl.
Und hartes Web bracht' ihm sein Land3j, 1 1. m
Wie Erstgeburt nur je enlpfand
Das Weib in Schmerzenslage, 2 -.

1) Der witzige Doppelsinn beruht darauf, dass der Commentar in ier That mit der Erklarung der
Worte 05Y) 5B by (Koh. 12, 14) schlioest. 2) 49(00 der Welt 112140 der iiblichen Zeitroclaung.
3) Vgl. unten S. 19, Z. 14.





Abraham lbn Esra.


4. Bis ihn nach Rom sein Schritt gelenkt.
Und wihrend dort er lebt und denkt,
Hat Gott ihm Wissenschaft gesenkt
Ins Ohr, die nie versage3.

5. Nun hat ein Buch er eingerichtet,
Wie Waffenburgen fest geschichtet,
Wo zwai und zwanzig sind gesichtet
Der Laute im Betrage.

6. Zum Richter ist das Buch gesetzt,
Das jede Wortform wigend schatzt:
Und so wird klar der Grund zuletzt.
Dass es genannt ward ,Wage".


;ir ltnri 15














T: T


4. Reime vor dem Commentar zu den Klageliedern.


Wahrheitsliebende erkennen, dass unsere
frommen Alten
Ihre Anslegungen redlich und in verniinf-
tiger Form gestalten,
Und all ihre Worte wie Gold und Silber
die Feuerprobe aushalten.
Doch seen wir ihre Auslegungen nach
verschiedenen Seiten sich spalten:
5 Manche sind als dunkel, als tief, als Bilder
hochgehalten:
Manche wollen bei schwierigen Stiicken
ermattende Geister unterhalten4:
Manche swollen die Schwankendcn erbauen.
den Unwissenden Belehrung entfalten.
So ist denn der Sinn der Bibelstelle dem
Kbrper gleich zu halten,
Den Gewindern aber iiber dem Korper die
Ausdeutung der Alten.
10 Den bald wie Seide zart geschmiegten,
bald wie Sacke geballten.


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1) N 4~ bei Heidenheim. 2) 1:',; das., weniger passed. 3) c';x nnmi des Originals be-
ziehe ich auf den Verfasser nach Analogio von Jes. 50, 4. 5: Ps. 40, 7. Minder wahrscheinlich wa re
die Boziehung auf die Zuhlrer der miindlichen Vortriige des Verf., als doren Ergebniss die Abfassung
des Buches etwa zu denken wire.
4) Sinn wie 'p ;1 ,i1t-n I'M f:l)TWi'V) in der gereimten Einleitnng zum gangbaren Pentateuch-
Commentar, IV,





Beime vor und hinter den Klageliedern, vor dem Hohenliede. 19


Der schlichte Sinn aber ist bei wichtigen
Wahrheiten und bei Gesetzen fiir den
Leib zu halten.
Die Schrift zu nehmen nach dem Wortver-
stande lehren ja schon unsere Alten.
Mich nun Abraham, den M6ir zum Sohne
in fernem Lande erhalten,
Mich trieben aus spanischer Heimath der
BedrAnger Gewalten1,
15 Indess diese meine Werke mich in der
Fremde aufrecht halten.
Da lernt' ich geschmackvolle Erklirungen
der heiligen Biicher gestalten.
Und so will ich bei dieser Rolle Deutung
mich an die Grammlatik halten.
Er ist aber nicht diese Rolle, darob Jeho-
jakim das Feuer less walten,
Da zwei Dinge hier fehlen, im Buche
Jeremia enthalten.


So heisst as dort (Jer. 36, 2): Nimm
dir eine Biicherrolle und schreibe alle
die Worte hin u. s. w., und ferner (das.
V. 29): Warum hast dugeschrieben u. s. w.
In Buche der Kigl. ist aber eine Er-
wihlnung Babels oder seines K6nigs
nicht vorlanden.


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5. Reime am Schlusse der Klagelieder.
Und or in seiner Gnade erbarme sich dor vi D. m f tln'z Mim
Gramverzehrton, ''1'"K b,
Triste die traurig in sich Gekelhrtn, Q t nl Dy'.
Lasse orstchen den Schutzongel Michae l2 t r 11
Als Firsprecher des Heils far Isracl3, ).o i
5 Und fiur Zion komme cin Erl6ser ohne Fehl!4 ) i3 ?1'It 11 5


6. Vor dem Coinmentar zum Holienliede am Schlusse des ersten Stiickes der
Einleitung,
nach deren nicht gangbarer Fassung, ed. Mathows, Lundon 1874.
Dass aber liickenlos as sei, 'wn Tz'3"3 i';, L
So bieot' ich hiermit dreiorlei: i't ntt1 ImWI

I) Vgl. ob. S. 17, A. 3.
2) Nach Dan. 10, 21; 12, 1. 3) Nach Ijob 33, 23. 4) Jes. 60, 20.





Abraham Ibn Esra.


Am ersten Ort
Erklir' ich jedes dunkle Wort.
Den Sinn geb' ich sum zweiten an,
Den aus dem Wortlaut ich gewann.
Dann drittens sei zum Schluss erkllrt,
Was uns des Midrasch Deutung lehrt.


it mtt i DLa-
ir;s~tis Y'1'15 n~~si~

t'ir'w r' "'M
rvs r1
rt'vynniir''


7. Vor dent Commentar zuim ohlenliede am Schlusse der Einleitung.
Und nun begin' ich die Deutung, so weit als 't t. ibrr v_
reicht meine Hand, -'.' "nL..
Und flee zu Gott mit aller Krifte Aufwand, '1K. b3 .L I.
Dass Er, der mein nneres hat erkannt,
Mir erhelle den Verstand '"" .L.
5 Und gewihre seinen Beistand. 1 1 52



8. Verse vor dem gangbaren Commentar zu Ester.
Versnlaass 7: ,-uL1i -1in niin 'vtf ininl niml)n 'ni0 in' (S. 9).
Dem Namon Gottcs ziemt uns alles Lob b5 D5
~. . . .........1._t -t....


zn mehren,
Ob Er auch bloibt erhaben fiber Ruhm und
Ehren.
Dem Abraham, Sohn MEir's, mig' er
Kraft gewlhren,
Der unternimmt die Estorrolle zu erkliiren.


1b ir 1,14a t1t wnr


9. Verse vor dem Commentar zu Rut.
Nach Cod. Cambridge 1.
Versmaass 6: nly1n ~nviw -' nwnin 'nw in' (S. 9).
In Gottes Namen fiihlt sich kriftig meine 21 I D
Hand.
Sein Name gebe meinem Geiste festen It. "'tl 11.11
Stand! -
Dies ist der Rolle Doutung, die man Rut 3n.' .?. .' 1. l!
genannt,
Von Abraham, dom Manne aus der Spanier C,.' D 1 _
Land.


1) S. Cataloque von Schiller-Szinessy S. 221 f, wo die Ueberschrift des Commentars lautet:
ilDuhbi T'' NT5 1 ] N 1 ]D 0-1IN '1 nV1.1nN IL'on 1y WZV1. 2) Ausgaben: p'in'. 3) Diese Zeile
lautet in den Ausgaben: n11 nr%3 0y 1 TIo,





Reime zum Hohenliede, Verse vor Ester, Rut, Ijob, Jesod.

10. Verse vor dem Commentar zn Ijob.
Verfasst in Rom.
Dasselbe Versmaass.


Ehre gebet Gott, dem lichren, der sieht
Alles, ungesehn,

Unerforschlich, doch den Menschen seine
Wege lehrt verstehn! -
Nimm des dunklen Ijob Deutung, in der
Torah Licht gesehn!
Abraham ben Esra schrieb sie, Spaniens
Sohn less sie erstehn
5 In der Vater Sprach' in Rom nun, ob's auch
knapp nur wollte gehn,
Dass als Ehrenkranz und Blume voller
Pracht sie soll gar schin
Benjamin, dem Weisheitsjiinger, Joab's
Sohn, AbiMatra, stehni.


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11. Bruchstiick des Gedichtes vor dem gramm. Werke Jesod2.
Versmaass 1 b: ulnin ViK'l "n' (S. 7).


Das Sprachwerk lies! Es legt den Grund.
Es thut, was tiefer liegt, dir kund
Im Sprachschatz der Hebrier.


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a .Di :. 'T -


1) Diesen in den Ausgaben fehlenden Schlussvers hat Berliner in seinen Mittheilungen aus cod.
hebr. Vat. 84 (Magazin I S. 111 ff.) erglinzt. Vgl. auch Friedlander, Ibn Ezra Literature IV 211 f. -
Uebrigens ist nach Zunz (bei Asher in dessen The itinerary of Benjamin of lTdekl, engl. Th. p. 19)
der bei Ibn Esra hier genannte Benjamin ben Joab ein Sohn des bei Benj. v. Tudela vorkommen-
den R. Joab, Sohnes des R. Salomo, welcher wiederum ein Sohn des R. Abraham sein klnne,
dessen Bruder R. Nathan von Rom Verf. des Aruch war.
2) Dieser bereits oben S. 7 aus Zachot 10a mitgetheilte Vers ist, wie 0. Lippmann zu Safah
berrah 15b mit Recht annimmt, der Rest eines uns nicht erhaltenen Einfiihrungsgedichtes zu dem
handschriftlich erhaltenen grammatischen Jesod, welches Ibn Esra (nach Saf. her. 15a Lippm.) in Lukka
verfasst hat. Dagegen ist mit Bacher (Abraham lbn Esra als Gramnmatiker S. 11 u. A. 51) nur einem
Abschreiber zuzurechnen die daselbst vorangestellte Reimzeile mit fehlerhaftem Reime:
Mit Gott, der weit den Himmel ausgespannt, p1g S nltm r mqiy
Beginnt des Sprachwerks Schreibung meine Hand. p7i'V TD: miD 5n T.
Was Bacher (a. a. O. S. 11, A. 50 Schl.) bewogen hat, den oben als echt bezeichneten Vers,
G. Lippmann gegeniibor, abzuweisen, ist orstlich die von ihm S. 187 mitgetheilte Ueberschrift eines
andern, in einer ehemals Pinsker'schon Hdschr. dem Werke vorangestellten Gedichtes; dieselbe
lautet: '11; 1 CD CD T H1 1 Tli 'i 1. Zweitens bestimmte ihn seine Auffassung des Schlussverses eben
dieses Gedichtes (S.10 f., A. 50), wonach derselbe den Sinn hatte: ,,Unsere Verstlindigen werden durch
mine Abhandlung gefGrdert," worunter Bacher eben das Work Jesod verstanden wissen
will. Allein jener verderbte Schlussvers lautet, nach einer von Edelmann genommenen, mir durch
die Giite Halberstam's (in Biolitz) mitgetheilten Abschrift aus Cod. Oppenh. 572 (Neubaume 2289, 2)
in Oxford, berichtigt, vielmehr folgendermaassen:
vn?.l"i -1: TOT. t45) Iva n,8p; (iI : n. y I ia;
,,Unsere Kundigen verstehen seine (des vorangehenden RiBthselgedichtes) Rede; aber nicht ein Wort
verstehen unsere Widersacher." Es fehlt hiernach jede Beziehung auf ein etwa nachfolgendes Werk.





Abraham Ibn Esra.


12. Verse vor der Schrift Sefat jeter,


Verfasst in Lukka.
Versmaass 8: nriWtn fli ln' in tW1nr
Ein Buch der Krone gleich, ein Werk,
der Spracherforschung zugewandt,
Ein Buch wie Lauge wiischt es aus dem
Geist des Irrthums leeren Tand,
Ein Buch dem Chajim zugeeignet, den
als Schiller hier ich fand,
Ein Buch das Manches ihn wird lehren,
was bisher ihm unbekannt,
Ein Buch das MBir's Sohn verfasst
hat, Abraham, mit eigner Hand,
Ein Buch das seines Inhalts wegen
bestse Sprach'" or hat genannt.


in 1 t nriu n i n (S. 10).


ni itt3 p v: nito


ing 153 (-rtMi T D


1ir 1s3 91? S3 1iB

tI :1 'rt nipo


13. Verse vor dem Commentar zu Jesajah
nach ed. Ven. I und ed. Basel der rabb. Bibel, sowie nach ed. Friedlander in
Ibn Ezra Literature, London 1876, III S. 1.
Versmaass 8: mn0r in n'tvi infl nflMn nevjl in l njwn 'nv (S. 10).


Was als Geheimniss tief, erhaben, auf uns kam,
Das schanen staunend Geistbegabte wundersam.
Es gebe Gott des Geistes Kraft dem Abraham,
Der nun Jesajah zu ergriinden unternahm.


-,tz
*i-i: -ts a m m'


nTin t' wit K 0 rt l
*M I Wia Mti


14. Reime am Schlusse des Commentars zu Jesnjah.
Verfasst in Lukka im J. 1145
aus Friedllinder's Ibs Ezra Literature III, 115; vgl. Graetz, Gosch. VI1 S. 445
nach Joseph Tob Elem.


Zu Ende ist das Buch Jesajah's, des
Propheton.
Des Vaters Gott nah' ich mit tausend
Dankgebeten,


So fassto nuch Jehudah haddarschan den Schlussvors auf, dossen Erkliirung das. lautet: irnN
nt'mnrmi o''tPIrn n on D'nnn onnyi 'r ) l x pinn Di) vDtnm 0nIf', ioN 111'n 1iIDW. Ueberdies
wird, wie Edolmann im Vorwort zu Ginse Oxford S. XIV A. N bomerkt, das Rtthsolgedicht in der-
solbon Oxfordor Ildschr. demi Mose h b. Esra zugoschrieben, und zwar habe er dasselbe aniA braham
Ibn Esra (INMi' l~ NP:;'I ]n: 1'Z tIn N '15 in demVerzoichnisse das. erfordort natiirlich nur die von
Edelmann schon fiir n6thig erklrrte gringo Aenderung vol ]n3 T'2 in "N1 T3") gerichtet, um ihn in
scher/hafter Rlithselform an ein gllinzendes, gemeinsam verlebtes Gartenfest zu erinnern. Uebrigens war
vielleicht die irrige Annahme, jones Rithsclgedicht habo zur Einfiihrung dos Workos Jesod godient, eben
daran schuld, dass das echto Einleitungsgedicht bis auf den in Zachot crhaltenen Vors verloren gegangen
ist. Dass dor Irrthum tltelen Datoms sei, beweist die von Bacher S. 187 mitgetheilte falsche Ueber-
schnft.
1) in) npo als oine seit Me nachem b. SarukI goliiufige Bozeichnung der hobryischen Sprache west
Bacher S. 8, A. 36 berets nach. Derselbe theilt S. 17, A. 77a auch die Form mit, in welche dieso
Verse behufs spitercin Gebrauchos abgotindert wordon sind. Wir worden Gelegonheit finden, aus ahn-
lichen Aonderangen so manche Abwoichungon zu orkliiren, dio sich in dor Ueberlieforung solcher Ein-
leitungs- oder Schlussvorso in don verschiedenen Handschriften finden.
2) ,IMrW1 I DD I WDB NIf in anderen Ausgaben, gegon das Veremaass.


`~~ ~~~H~ ~q~ i~ll? ni~i~)





Verse ror Sefat jeter, ror und hunter Jesajah. ZO

Dass er sein Wort mich lehrt' in dunkler MZ)l R' 3 -F "it 1 'ntiS
Stellen Nothen
Als Fiihrer meiner Hand, zum Werkes- '3Ot 1'h'" 'r'w -
schluss erbeten
5 Neunhunde rtfiinf der Welt, da Ijar 2 : 'n"I'p'nl 'jr "nl. 5c
eingetreten 3
In Lukka, meinem Wohnort von "'" ? I' <
Italiens Stiidten.



15. Gereimte Einleitung zum gangbaren Pentateuch-Commentar4,
deren Wortlaut im Wesentlichen nach den Handsclriften No. 52 und 53 der
Breslauer Seminarbibliothek (Saraval 31 u. 29) und nach der ersten Ansgabe. Neapel
1488, festgestellt worden ist; jede erhebliche Abweichung von oder hunter den-
selben verzeichne ich in den Anmerkungen. Ausserdem bin ich durch die Giite
der oben S. 4 A. 3 mit Dank genannten Gelehrten und Freunde in den Stand gesetzt
worden, meine Berichtigungen an dem gangharen Wortlaute und meine kritischen
Angaben durch Mittheilungen aus vielen Handsehriften und ans der Ausgabe von
Constantinopel von 1514 zu vervollstiindigen; natiirlich iibergehe ich gleichgiiltige
oder entschieden fehlerhafte Abweichnngen in der Regel mit Stillschweigen und
fiihre solehe nur dann ausnahmsweise an, wo sie mir zur Wiirdigung der Quelle
fiir den Zweek der Beriehtigungen bezeichnend zu sein scheinen. Als Abkiir-
zungen gebraucle ich Bt fiir Hdsch. 52 der Bresl. Seminarbibliothek, B2 fiir
Hdschr. 53 derselben, B fir beide; C fiir die Ausgabe von Constpl. 1514; JI fiir
Hdschr. 15 des Herrn Halberstam in Bielitz, P2 fiir Hdseht. 195 desselben
(Moskoni's Supercommentar), 13 fiir Hdschr. 213 desselben, H fiir diese drei
zusammen: L fiir Hdschr. Additional 26880 des Brit. Mns. in London: M fiir die
lbn Esra dschr. des Herrn Abraham nMerzbacher in Miinchen: Mo fiir
Hdschr. Mortari nach Bet talmud II 180; N fiir die erste Ausgabe, Neapel 1488;
01 fiir Hdschr. 64 Can. or. (214 Catal. Neubauer) in Oxford, 02 fiir Hdschr. 393
Pococke (219 Neub.) das., 03 fiir Hdschr. 25 Oppenheimer (221 Nenb.) daselbst,
O fir diese drei zusammen; PI fiir hebr. Hdschr. 686 vom J. 1295 in Parma,
P2 fiir h. Hdschr. 454 v. J. 1400 das., Pfiir beide; Ps fiir hebr. Hdschr. 175 der
Nationalbibliothek in Paris, Ps2 fir No. 176 das., Ps3 fiir No. 177, Ps4 fiir No. 178,
Ps5 fiir 179 das., P fiir diese siimmtliehen fiinf; Ptl fiir Cod. hebr. 24 der Samm-
lung I Firkowitsch in der kais. russ. Bibliothek in Petersburg, Pt2 fiir Cod. hebr.
26 desgleichen, Pt fiir beide: S) fiir die spliteren Ausgaben: V1 fiir Cod. hebr.
38 des Vaticans in Rom, V2 for Cod. hebr. 39, VS fiir No. 43, V4 fiir No. 106,
V5 fiir No. 451 desgleichen. V fiir diese ftinf Hdschr. zusammen: IV fiir Cod.
hebr. 39 der kais. istr. Bibliothek in Wien. -
Inhalt: 1) Kurzes Gebet zum Beginne des Pentateuch-Commentars (Z. 1-8):
- 2) Titel und Charakter desselben in kiirzester Fassung (Z. 9-13); 3) eigent-
liche Einleitung (Z. 14 ff). In V5 fehlen Theil 1 und 2 und wird sogleich mit
Z. 14 begonnen.

i) So muss wohl statt rcn' bei Friodlilnder a. a. 0. gelesen worden. 2) S. Friedlainder
IV. S. 161, A. 2. :)) Ijar 4905=Friihjahr 1145.
4) Deren Einreihung an dieser Stollo erfolgt mehr aus dom praktischen Girndo, um dieses wichtige
StUck mit dessen durch edler Manner Hilfe gesammelton Lesarten schon hier geben zu kInnen, als um
etwa fiir die Abfassung in Lukka ((raetz, Gesch. VI 444 f.) und zwar im J. 114/r, (Friedliander,
Ibn Ezra Lierature IV S. 148. 195) gegen Halborstam (Eill. Mzu 8ir iD fl S. 12 ff.) und AA hiermit
eintreten zu wollen. Eine Erirterung dieser Frage muss icl mir fiir spiitor vorbehalten.





Abraham Ibn Esra.


Im Namen Gottes, des grossen nnd hehren, I't!sT; '"I f 5CT D W
Beginne ich nun, die Torah zu erkliren. rif'lni 2." S, flK
0 Gott meines Vaters, Gott des Abraham, S*'snK '"ib *t. 'rbK K3N
Erweise Huld deinem Knechte Abraham! DT .K 'f~2 D D "l I'.
Leuchtend eriffne dein Wort sich mir 1l.ta '~9"V1? rnt 'I 5
Deinem Knechte, de m Soh ne deines Knechtes M ir "'RK ".TT p~ T_..
Und Hilfe werde aus deines Waltens Heil ny 5s9 rn .'11 n _Mt.i
T .; T I T -
Dem Sohne Deiner Magd, Ben Esra, zu Theil! 6KI : 1'-1) 2t.K .1

Dies Buch, ,,ein Buch grades Sinns"s1 benannt i "
Es ist von Abraham verfasst, als Singer wohl- 0r Qnn6 1o
bekannt 14.
Gefestigt ist es durch der Sprachgesetze Band, "p. 7(... l .
Der Wissenschaft genehm und treulich zugewandt. 8fl' f i 1'341
Begliikt ist, were's sein eigen nennt fiir Geist und v1ttW7 Sib n 71
Hand!


So spricht Abraham, des M6ir Sohn, Ibn Esra.
der Spanier:
Der Torah Erklirer kannst du sehen
Vier verachiedene Wege gehen.


I.
Der Eine Weg ist gar lang und breit,
Liegt fern der Neigung der Genossen unserer
Zeit.
Und ist die Wahrheit vergleichbar dem Mittel- ii1
punkt im Kreise,
So dent jener sich weit in des Umringes -in.
Weise. 12 ~


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a 'oyl-i fi)n nir t iss 1









xim =n1-iis nn n ki 20


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1) f1113. K'7N L. 2) I 'l'0 tWIPf N Sp; mXN IE-1 03. 3) So B2 Vi W nach 1 Mos. 31, 42
D;lian 'X rin BI N V2-s Spnach 1 Mos. 32, 10; Dr1am 'Mr N L. 4) Ausdruck nach Psalm 119, 130.
5) Nf1n W. 6) Der arabisch gestaltete Familienname Ib n Es r a hebraisirt nach 1 Chr. 4,17: KSI' pl.
7) n 1,N fm 1n1 W beruht auf falscher Erinnerung an Hos. 11, 4. 8) Diese Zeile fehlt in 02. -
9) So mit geringen Abweichungen H1 ('Nx '-i d. i. j"=xl1p), 01 V4. 5. Sonst: 'TnDDcr ~iN OsN
13,-1 was auf Schreiberkirzung zu beruhen scheint. Vs hat zum vollen Namen noch 1;1.n unnathig
hinzugefiigt; V3 hat hinter 'TInDai nntx DoN noch Ti : 0r DOiIC mn1 (?) a. )1) n 2"N
D'3i haben B H L N 0 Pt V WV. Rabb. Bib. Yen. 1526 u. Sp. haben MD, 3I rIn, vielleicht auch
manche Hdschr. (Ueber Ps bin ich in diesem Punkte ohne Auskunft geblieben). Mit Recht zieht
Lazzatto die LA -ln seiner Hdscbr. (AEe. chem. IV 132) vor, weil Ibn Esra zunachst dievon AA
befolgten vier Methoden priift und seine eigne dann erst neu als fiinfte einfiihrt. 11) r' nr, L N Pt2
V2. 4. 5. 12) Anspielung auf 1mi mniyr 5: rN ?)pnO p-n' 1i (Jezirah Buch I, 11 zweiter Recension;
vgl. Bab. Chagigah 12a), von Ibn Esra zu 1 Mos. 1, 2 angefiihrt. Zur Sache vgl. Joll, Bicke in
die ReligiolMgschichte I S. 142. 13) Hebr. m M ICD nach Jos. 10, 13; 2 Sam. 1, 18. Ibn Esra
selbst fiihrt seinen Pentateuch-Commentar hunter diesem Namen in seinem Kalenderbuche (~11~' 1E"D)
9a an, wo Halberstam's zweite Anmerkung zu vergleichen ist. 14) Ibn Esra war als Dichter
bereits bekannt, als er seine wissenschaftlichen Arbelten unternahm. So nennt er sich einen ,,Lieder-
vater" am Schlusse seiner poetischen Kalenderregel in Jes. haibb. S. 2a Z. 12 ed. Halberstam. Vgl. den
Anfang seines Gedichtes in Kcr. chem. IV S. 138.





Einleititng zswn gl agbaren Pentateuch-Commoentar I. aonen. 25


Ihn betraten Miinner, lie als gross wir riihmen,
Die Weisen dor Slhulen im Reiche dcr Mus-
limen:

R. Isaak'8, dcr iiber das erste Kapitol zwei
Biibher goschrieben
Und vor Wortschwall den Schluss ist sthuldig
gebliebu.

Bei er Schripftiing des Lichts
Wird die Religion des Liclts
Und der Finstorniss19 genannt,
Da in lFinstern or tappt und das Rechte nicht
erkannt.
Bei der Erkliirung von der Erde Tricben
Treibt sein Inneres Worte nach Belieben,
Liisst den Strom seiner Gelehrsainkeit los
Ueber Biumno und Pllanzen, klein und gross,
Und, statt der Thiere Schilpfung zu erkliiren,
Liisst er uns fremde Wissenschaft hiren. -
Es verstieg sich zu gleichen Irrweges Ziel
Saadil20, Israels Stolz im Exil.
Bei der Schipfung tier Hinmmlsleuchten drobheu
Hat or answairtigeWissensehaften cingeschoben,
Dass durch ilh die 2Maasse worden bekaunt,
Die berechneinde Astrunomen in ilren Werken
gcnanut.

Auch Samuel ben Chofnii21 hiiufte Wind
wio einen Schatz22

Bei dem Auszuge Jakobs Satz fiir Satz.
Da gedenkt er aller Propheten beiin Namnn,
Wie oft sic ein Jeder in die Freinmd kamen,


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1) fl-z N VT. 2) So B2 111 L P12 Vi. 2; BIr1s'? N V3: I. .1. o. 3) tfn itm L. 4) So
B2 L V P: C'tin BI. -- :) 1 Mos. 1, 3. -- ) iiM Haa V3W. 7) 1 Mos. 1, 12. ) So B 03 Ptl
Vi. a; N'!17 127i L 1 Pt2 V2. 4. ,. 9) D'inoln 1 i 02 Pt2 V. 10) 1. Mos. 1, 24. m'nT 1'V3 Bi.
- 11) Sp lassen Z. 39. 40 auch hier folgen. 12) 1 Mos. 1, 14. 13) niln N's, P2. i1) nl10 Bi L. -
l,) In der Einleitung zu dem anderen Pentateuch- Commentar (Friodliinder a. a. O. IV hebr. S. 3.
Z. 12) heisst os deutlicher nmil,'n 3:n, die Sternlkudigon. i;) 1 Mo,. 28, 10 ff 17) 2:3 W. -
19) Isaak Israeli b. Saloiuo, Arzt in Kairuna (c. 855 c. 955). S. Fried, Das buch itber dic
EJlemene u. s. w. Leipzig 1884, S. 1i.. 1) Die Zeidreligion der Porser. 2) Schulhaupt (Gaon) in Sura
'92 942, der bekanntlich die heilige Schrift ins Arabische iibersetzte und dazu arabisch geschriebone
Erkliirungen hinzufiigte. 1') Letztes Schulhaupt in Sura (st. 1034). ') Das entsprechondo
hebriiische 1 :1: n Mi e CN, er sammielte Wind in seinen iiusten, ist ein uniibersetzbares Wortspiel
in Bezug atf den Familiennamen des Mannes ''"n1 p und auf den Titel seines in Redo stehenden
arabischen Pentateuch Commentars, welcher .:rIn M (nach Koh. 4,6; 3 Mos. 16, 12) lautete und
noch 1361 oder 1303 Jehudah Moskoni vorlag. -





26 Abraham Ibn Esra.

Und wie viele Vortheile uns bring das Wander- '0L 'n")f' 't 45
leben:; ;
Doch Linge, nicht Vortheil, ist solchem Comr- K 2: 'p
mentar gegcbon. .
Bei Jakobs Traume spricht or von Traum- 4Mtt TF'1 3l 3dB tly. 1.
deuterei
Und was die Ursachc des Traumes iiberhaupt n i 3 I
wohl sei. -
Wer aber weltlicho Wissenschaft will verstehen, 5 nf'n iZL 'L1I tZ_ z...
Soll sie aus den Sclriftcn der (ollehrten er- n3ISt:,- v m 50
schen:
Da priift or auch die Griinde, ob fest sic 71 IT'l t
stehen. nr'l~~
Denn in der Gaonen Schrift ist fiir deron 8 IS D 1" 'h l3'br3
Nachweis keine Stclle, B1D.4t.
Ja mancho kennon solbst niuht der alten Go- I=;.T _1 x. t ri vi .
lelirten Mletlode und Quello. :* Di9 M 1 1tStI p iM




II. 2

Den z weiten AWeg haben Unredliche crkoren, C b4,nBL "in1 0.''n
Wenn auch lcidor aus unsrom Volksstamnin B'' r 1 55
geboren.
Sie vermeinten genau den Mittelpunkt zu or- pl r 71- t 1in I1= v
griinden: : IY11
Doch schadc! sie kounten lessen Ort niclit ftil K n-H I' rl
tinden.
Es ist dieWeise der Karlier, cinos Anan 1l2 und l'1 ?3p. Pr". .' n
Benjamin 1,
Ben M3aschiach1' und Joschuahls ui d I D' W nd
Miinner von gleiciem Sinn,
Die unglihubig die Ueborlieferung fliehen t i -r *yi'l z : 1vK Go



1) So in L P Ptl Vi. 2; n rin B2 Ptl V ;. 4. i; das Wort f6ollt ganz in Bil; nl ';n ~; W. -
2) WfI2e H3. 3) 1 3los. 28, 12. 1) Su B2 HI Vi. 2 W; nlinliBi P. 5) m:1 'n n vnn TD t:
01; nl:irnn fiynn-i -nc 1r V3. ii) lm:ln N P. ) So P Vi. 2 en B Pt V2. :. B W. s) Dtnect
N Ps; n'EC32 Pts. !0) sim; Vs. Bier folgt nn;r-i -in n in Bi am Schlusse einer Seito. -
10) -p-i Hi. 3 P. 11) nor'oi p ed. Vened. 1526, vielleicht auchl P V. 2. 'ir lZ ''l V2. Die
silmmtlichen Namen dieser Zoile fehlen in Ps4. 5, und in L V,5 sind Z. 59-62 fast ganz radirt, -
eine Censur aus Missverstlindniss, da n'eC pji oder das fehlerihafte ntr pi sowio Mi a 'n auf Christus,
]'D 31 aber auf die Christen fischhch bezogen wurde. S. auch Bacher, Abrahaim In Eirra's
Einlektihq etc. Wien 1870, S. 41. 42 nest Anmerkung. 12) Begriinder der kariiichen Sekte, schreibt
um 761. 13) Benjamin von Nahawend (zwischen 800-820), Verf. v. Commentaren zu Penta-
teuch, 5 3Megillot, Jesajah und Daniel; ferner von j's:b nfi'O oder :'1 1'C, Koslow 1835. -
14) Hassan b. Maschiach, Zeitgenosse und literarischer Ge'ner Saadia's. la) Jeschuah b. Je-
hudah Furkan Abulfaragg' ]pi, schrieb 1088.





Einleitung zum gangbaren Pentateuch-Commentar. 11. Karder. 27


Und Alles nach rechts odor links lieber ziehen;
Wo Jeder beliebig erliatert die biblischenSitze,
Betriifcn sic ancl Gebote und Gesetze 2.
Und docl sind sie der Kunde der hebriiischen
Wortendungen baar

Und ist ihr Irren in gramlmatischen Dingen
klar.
Wie kinnen die auf ihr Wissen bei Gesetzen
sich verlasson,
Da sic jeden Augenblick eine andere Meinung


3D i??flZ1 nistt oi

S fit n 1i1flIi 65m


r' r i-sy s0 :z a
m'hp w1$ ms n!? Dm


fassen? It


Findet sich doch nicht Ein Gesetz in der Torah
angegeben
Mit alien Einzelheiten seinor Ausfiihrnng im
Leben!
Es geniigt, wcnn Eines als Beispiel wird
genannt:
Es ist jedemKundigen als bedoutsam bekannt. 13
Ist doch Strafe der Ausrottung anf Nichtfasten
am Versihnungstage gesctzt14


7'ZIK !T nnrI 70



~~11~3~ ~T


Und so Jemand das Pessaclfest dnrch Essen
von Gesjinortem verletzt'5 1'Z 9 no' rt
Oder, ohne unrein zu sein, iiber die Bereitung
des Pessachlammes hinwcg sich setzt16.


Gilt es doch ferner, reclitzeitig des Gesetzes
sieben Feiertage17 zn halten
Sowie Opfer. Laubliitte und Posaunenschall


zn veranstalten!
Und doch ist in der Torah das Kalenderjahr M1IT -ia t3 fli' ''1 'I=
nirgends genau beschrieben.


wtn-iirria 'WI
. T:lt '-' ll~~~


Noch wie die Berechnung der Mlonate were
richtig betrieben! 1s
Die wissensarmen Wichte freilicl vermoinen,


1) 5'n' Pt' Vi W wie 2 Sam. 14, 19. 2) Gleichfalls wio 2 Sam. 14, 19. Aber in HI Mo wird
am Rando eino LA pi~)i ,N statt ar'in 1N angefiihrt. Danach wire zn iitersetzen: ,,Und Alles
links ab, nur rechts nicht, zieheon". :) nmt, B2 O0 V~; D'Pr V2. 5. 4) =rui L V. r) 9i on
Pt2. c) IS N fehit in BI. 1 :;: YV:. s) So V4, ferner am Rande von Hi Mo 01. Die Form
ist zweite Person im Sinno von man; 2"nn: N; rn: fm'rinn B2 03 P2 Ptl VI. 2; nm: n7innn B1 LPI
Pt2 V5. 9) So Ba H. Pti Vi W; Nae:' chlerhaft BI N 01 P Pt2. 10) nrln P i':r P Sp. 11) Aus-
druck nach Jes. 58, 7. 12) S. Johudah halevi im Kusari III, 37. i23 Das hier zur Sprache
kommende jiidtscheKalenderwesen nach denRegeln der Ueberlieferung im Gegensatze zu den entgegen-
stehendon Behauptungon der iariier behandelt IE ausfiihrlich im lingern Comm. zu 2 Mos. 12, 2 u.
in Sefer haibbur ed. Halberstam, Lyck 1874 fol. 7a-8a. 121 bis 13a. 14) 3 Mos. 23, 29. 13) 2 Mos.
12, 15. 19. 1i) 4 Mos. 9, 13. i1) Ntlmlich den ersten und siebenten Tag des Pessachfestes, Einen
Tag Wochenfost, Einen Tag Nenjahr, Einon Vershhnungstag, Einen Tag Hiittenfest und Einen Tag
Schlussfest (3 2Mos. 23, 7. 8. 21. 24. 27. 35. 36I. 18) Vgl. Jehudah halovi im Kusari II. 35.


n'1 p'in' s t 75





Abraham Ibn Esra.


Sie seen mit Beweisen aus der Schrift ganz
iZ Reinen.
,,Die Himmelskdrper seen zu Zeichen und .
Zeiten" 12 12 l.
Belieben sie auf den Festkalender nach demi
Neumonde zu denten,
Sie, die den Plural seenie" wohl gar nicht o nLt .-Fl '1 i I1 b 80
verstehen 4..l

Und die Beziehung auf ,,die Leuchten" und Di.l ,_1 4TlKl
,,die Sterne"Is tibersehen.
Da hat Einer 1 das ,,und" vor ,,zu Zeiten" WJD; V1L'l 1._ 51,1 4.3 t. l
umn seine Bedeutung gebracht
Und ans dem Schriftwort ,,zu Zeichen fiir .... "Ifit MI) I 1 3
Zeiten" gemacht.15
Ein solches Und ohne Bedeutung und Sinn '11K 1*4N BDK '
Nimmt ein Freund ihm vielleicht auf Treu 1- 1!K~ l 85
und Glauben hin.
Ja wlre selbst ein Und an zwei, drei Stellen ,, .f L t X 3NYt Ks1
fiir bedentungslos zu erklirenl: 10:
Muss denn darum anser Und grade zu diesen DSli'f? T
gehuren,
Da Tansende von Beispielen die Bedentsamkeit D:Tt DIDL. i '41 r1, ln_
lehren ?
Auch ist ,,Er schuf den Mond fiir Zeiten" l' ? f V' 17 il'' -' 1
Nicht mit jenen Lendenlahmen ts auf den Fest- Do'it wnl n ii' r,._i'1 .3 90
kalender zu deuten.
Hiesse es selbst: ,,Der Mond sei euch i um=l z3l T'
Zeichen fiir der Monate Zeiton": 117Do,. I=O1lS.'l_ i'S
Wer beweist, es seien die Festeszeiten, die til ~.t t .W l 'L
geweilten, '.p?
Da man das Wort in vielfachem Sinne trifft 3 ~It 3
In sinmmtlichen Theilen der heiligen Schriftl9? '-l l ''ll


1) nimnN pi C3T N P. 2) x'T Os. 3 P. 3) PI, B L. 4) n m-NrC 5 01 P. 5) So nach LN
01. 2 Pi Pti Vi. 3. 4 W: ?TN1 B Pt2 V1; 11 Ht 03 P2 Y2. 6) So BE Ill. 5 03I PPt VI. 3 und
Variante bei Mostoni in HE; trI'E B 01 OPte; riCi H,> N 02 Pi V4. 5; fns1I1 Vs. T) NlZ;' 01
Va. -- ) So 02. 3 Vi. 3 W; "1"INi Pt2: 11" B2 N P; j"( 1l B 01. 9) ns; i, T ln Bi. o1) Fiilschlich
Cr'I rD 5 Os PtU V2-5. 11) DOW-r3 felt in W. 2) 1 MAos. 1, 14. 13) 1 Mos. 1, 14. 15. 140. Also ist
von Sonne, Mond und Sternen die Rede, nicht, wie si annehmien, vom Monde allein; wire dies der
Fall, so miisste der Singular n;~1, nicht der Plural r li im Urtexte 1 Mos.l, 1.1 stehen. 14) Der Karler
Ben Sit a (nach IE im Sef. haibb. fol. 7a). Denselben fiihrt IE in vorichltlicher Weise an im Comm. zu
2 Mos. 20, 23; 21, 24. 35; 22, 28. 15) 1 Mos. 1, 14 r 1'z?q~ n Ni'VV sei gleich D~U'1r n'n's,. -
t1) Was I. E. nicht ohne Weiteres zugeben mag, wie auch seine, die Annahme cines ple onastischen
Waw im Wortanfange abweisende Erklrrung zu 1 Mos. 36, 24 und Ps. 76, 7 zoigt. I) Ps. 104, 19.
- 18) Den Karlern, so gonannt wegen der obon (S. 27 Z. 67) an ihnen getadelten Unsicherheit und
Unwissenschaftlichkeit. In Sef. haib. 7a wird Ben Sita als Vertreter nach dieser Erklirung' ge-
nannt. 19) Eleasar b. Matatiah in seinem hdschr. Supercommentar zu I E(Berliner, Ozar
tob 1878, S. 82) flihrt fiir diese wochselnde Bcdentung von Trio3 in der h. Schr. folgendo Stollen als Bei-
spiele an: aus dem Pentateuch 1 Mos. 21, 2; 5 Mos. 31, 10; aus den Prophetenbiiehern 1 Sam. 9, 24; 13,
8; 2 Sam. 20, 5; aus den Hagiographen Klgl. 1, 15; Dan. 12, 7; Ijob 30, 23.





Einleitung zum gangbarqn Pentateuch-Commentar. II. Karier.


Und hittten sie sogar ,,fiir Gottes Zeiten" aus-
driicklich gelesen,
So ware immer noch die grosso Frage gewesen,
Ob des Mondes Umlauf in der Ekliptik als
MIonat werde gedacht,
Was siebenundzwanzig Tage und gewisse Zeit-
theile ausmacht5,
Oder die Wiederkehr zu des excentrischenKreises
Hihe,
Dessen M3ittelpunkt ausserhalb des Erdmittel-
punktes stehe6,
Oder der Mondumlauf in der Knotenbahn, die
die Wissenschaft lelrt,
Dla die Richtung der kleinern Monidbahn ist
umgekehrt.
Bauen wir aber auf der Conjunction Zoit7.


So sind wir von der Auswahl zwischen dreien
nicht befreit:
Einer mittlern Conjunction, die mni in Sonnen-
und Mondsphitre denkts.
Oder einer wirklichen in der Sphlire, die Alles
iumfiingt9:
Der Gesiclhtsunterschied entscheidet drittens
daboi 10:
Wer sagt uns nun, weoleh die riehtige sei? -
Die abor oline Kalender nach dem Augonschein
gehlen -


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417tt: cI'n r 119 11t
4saD; ^lii


(1 Fillschlich niY 0. Ebenso false ist m im 'i Va, rn1i' Y~1 01 V4,1 i ntY 'n V, m Trn' raWT V2,
da ni i.;1D eben statt der bestimmten Zahl steht. In N ist das Wort nm'i' ausgefallen. 2) So B2
H3 01 Ps Pti VI. ,:. 4; fln N 02. : P Sp; in Bi felt das Wort ganz. 3) n1i- '1Bn B2 Ha 03 Vl.
- 4) Falschl. 1r NIs; s. Jes. 19, 13. 5) Monat, meint I. E., ist entweder der Zeitraum, worin
der Mond seinen Umlanif vollendet, oder der Zeitraum zwischen Einer Conjunction 'mit der Sonne, aut
welche stets der Eintritt dos eunmondes folgt, und der nlichsten Conjmnction. Beide Annahmen lassen
nach ihm drei Auffassungen zu. Man kann, was die Vollendung des Umlaufs betrifft, denselben dann
liir eingetroten annolimon, wonn der Mond an dieselbe Stelle des Himmels zuiickgekehrt ist, so dass
er an der Stelle desselben Fixsterns older Sternbildes wiederum von der Erde aus gesehen wird (side-
rischer Monat). Ein so bemessener Monat dauort ungefilihr 271/2 Tago (gross. Comm. zu 2 Mos. 12,
2 Anf.), genauer ist der sidorischo Monat 27 T. 7 St. 43 Min. 111/2 Soc. 0) Die wochselndo Erd-
iiahe und Erdforne des Mondes, die die neuere Astronomie durch die elliptische Form, die mittelalter-
liche hingegen durch dio Excentricitilt der Mondhahn erkliirt, verindert ihron Ort schnell und durch-
1Suft in 8 .. 310 T. 13 St. 48' 53" den ganzen Umkreis des Himmels unnd zwar in gleichor Richtung
mit der Mondbahn, Yon Weston nach Osten. Der Mond bedarf daher lingerer Zeit, seine Erdforne
wieder zu erreichen, als sein .iderischer Umlauf an sich erfordert. Maun nonnt diese liingero Zeit den
anoinalisti schln Umla uf des Mondes, und ein Monat von solcher Dauer wiirde betragen 27 T.
Is St. 18' 37,4". 7) S. ob. A. 5. s) Mittlero Conjunction, u1r~-a y117. -
9) Wirk liChe Con unction 'It.o T finn. io) In versehiedenon Lingen- und Breitengraden
der Erde tritt die Conjunction in entsprechend alweichenden Zeiton ein wio I. E. hier im Folgonden undimi
gangbaren Comm. zu 2 Mos. 12, 2 erklart, wo er sagt: Ni l nn l =' Cl 0 7 3 ixin ;n_ nrrp -I:nin '
'-iN,2t nNem 'n oi:i;ii S/ r/iwitt in-. irn IE. 172131 7n'1 fIc nmm;n 72Tl 1(4r11 i pln ;r'n ri n-'mo eiTcz
,1,1 nmrilm und in Spefe hluiihibr S. Sa Z. 9 rn:'"': ~^~a zr -':s w:n'n nn T^' 'y tea N' m.





30 Abraham Ibn Esra.

Sic haben zwar Angen, doch wohl nicht zum 1'.T1. 9'& Q. =. n110
Sehen.
Ach, thiiten sie doeh die Stolle uns kund, 1 2 t
Wo im Gesetze sic entdockt den herrlichen .I.? i lK W M SI t t= Ip
Fund ".
Denn wo sic fiilsehlich don ,,Neumond hei n .3 TI .
seinem Eintritte" schen'"2, 1
Da ist iibcrhaupt kein Wort von dem M]onde l'I "?. ? .
zu verstehen,
Sondern ,,Monat fiir Monat sell dies Alles ge- L.. ns L 4'P 115
schehen" -
Das bedenten die Worte, deren Sinu sic iiber-
sehen,
Wie ,,Tag fiir Tag""1 mid,,Sabbat fir Sabbat" i' _1 :
doch wohl Alle verstehen.
Liegen doch zwischen Noumondi15 und Sonnen- tli- .' '
untergang ziuwilen nur sechs Stunden hi~Y v~'t n'l ri
Tnd wird die Mondsichel, freilich hunter giinsti- niLpn 7t 'N ,t 'J !fl
gen Bedingungen, am Himmel gefunden ia, I j11
Wiihrend ein ander Mal bei einer Zwischenzeit mni~t Qt DM r 9.
von dreissig Stunden17
Sie selbst auf Bergen nicht ist zu crkunden; ? 12"
Der Mondsphiire Verhiiltniss zur Somnensphlire t it M
macht eben ungloich iliron Lauf'1s, f
Und Liingen- wio Breitengrade wirken mach iTfl 1 nmin r11 'I : QI 1
noch daraufI9.
Und wie, wenn eine vorhingende Wolke bowirkt, mn 7?.111 7 3=S B.x


1) Nach Jer. 5, 21; I's, 115, 5: 135, 16. 2) '1S:' Mo Pti V. ) :W:2E"r irriger Weise Bi. 4) -S 02
5) rn'i Bi V2. G) ;'rp''til B; ;:'wp 3 0: Ptl sV. 7) pi 0: weder nS c noch pi PFt V:i. 8) 12
B2 Hs 0.. 9) mm, 03: wedlr 'n' nocih n'l BI PtO V3. 4. ,. 10) So BI L N 01. 2 Ps Pt- V4: fiilscllich
C.' B2 03 Pti Vi. s. ii) Die Kariir bestreiten die Berechtigung des anf der iiberlieferten Berochnungs-
weise bernhenden jiidischen Kalenders und haltcn die unmittelbare Beobachtung der neu erscheinenden
Mondsichel fir allein im Gesetze begriindct. Uegen sic hatten schon Saadia, Chananol und Me-
schullam b. Kalonymos sich gewondet (Rappoport in Bikk. haitlli XI 44-46), waren aber in
ihron Behauptungen zu weit gegangon, so dass sowohl I. E. (zu 3 Mos. 23, 3) als aucih Maimonides
(Mischuahl-Comumentoi zu Ilosch hamsrl. II, 6 nach Reifmann's treffender Bemerliung) Saadia Lolitmpfen
und in andorer Weise don Kartiern entgogentroten (s. Maimonides, Kilddisch hach. V, 2). Auch der
Gaon Haj bei Abraliam b. Chija (Saf. haibb, p. 97) schliesst sicl der vermittelnden Ansicht der
letztgenanntn Malinner an. 12) Nach I.E. in Se.f. Laibb. 7 a orllirt der genannte Kariier Ben Sita
die Worte 4 Mos. 28, 14 i~in W*in' n'r cni, als ob sie bedeuteten: ,,Dies ist das Oanzopfer des Nou-
mondes, wenn or eintritt", wogegen I. E. das. und im Pent.-Comm. zu St. richtig bemorkt, dass selbst
wcnn i:'rin Il f. Kul. mit Suff. wilre, os doch jenen Sinn nicht ergeben klinnto, da nur die Piel-Form
*5_rir eine solche Bedeutung znlasse. 13) 1 KOn. 8, 59. 1i) 4 Mos. 28, 10. i5) D. h. dem mittlern
Neumond. -.1i) Unter der Bedingung niimlich, dass die wirkliche Conjunction der in der Rede stehenden
mittlern Conjunction lange genug vorangegangen ist, um das Erscheinen der Mondsichel boil Eintritte
des Abends miglich zu machen. 17) Zn 2 Mos. 12, 2 giebt I. E. im gangbaren Commentar die mig-
liche Differenz zwischen der mittlern und wirklichen Conjunction auf etwa zweimal vierzehn Stunden =
28 Stunden an, also milhezu 30 St. Vgl. auch dessen Sef. haibb. 3 1, Z. 2. Vonon dn nterschieden,
welche die Verschiebungen mit Riicksicht auf den Fostkalender (nr '~) herbeifilreon, spricht I, E. zu
3 Mos. 23, 3. is) Die Exeentricitlit der Mondbahn goge die Ekliptik um 5o (Sef. kaibb, 3 a vorl. Z,). -
19) Vgl. oi. S. 29 A. 10.





Einleitung zum gangbaren Pentataeich-Coimenttar. 11. Karder.

Dass zugleich im Elul und Tischri der Neu- V'tnl 'h- w l "
mond sieh verbirgt8, I), .


Soil dann der Vcrsiihnungstag uns iibermissig
belastcn
Und wir drci Tago statt Eines ununterbrochen
fasten?

Wo leiten Jeno anch die Voraussetzung her.
Dass dreissig Tage unser Monat habe und nie-
mals mehr?
Was wollen sie Jehudah des Persersio
Schrift entgegen halten,


125


In IZr 21D=11t.1 11:11 1=r


D)cr inach der Sonne uns Jahr und Monat will ''
gestalten?i1 4I 1 I


Voem Neumondszeugniss stelt Nichts ini schrift-
lichen Gesetze,


Nichts iber die Zeugen oder vom Reisei das 1'P =- -. "6.L'l .. -1, I:T l 130o


hiorbei den Sabbat nicht verletze,
Noch ob Vater und Sohl hier zengcn als zwei,
Ob der Fremdling, ob das Weib hier vollgiiltig
sei12.
Und war' auch dies Alles da deutlich zu finden,
So blicbo nuch imnluer schwer zu crgrundun,
Was nirgends die Torah zur Sprache gebraclt,
Wic viele Monate sic cigentlich im Jalr hlat
gedacht.
Bezeichnet sic anch dessen Anfang als Reife
der Aehren 13
So unterliess sic doch, uns weiter zu erkliron,
Ob an Gerste oder Weizen sie denke dabei
Und wann und wo die Reifo und welches Maass
davon zu ermitteln sci.


I 1aT Tr


e-Ia nn =- nrp6 135



;013HD3 wt-fi NI"I BI



7'n~w~ ti w n ^


1) mr 'wtrW Bi HO 2') Fiilscllich TnfIE 0:' W. 3) Falsehlich .licl ;l Bi. 4) So B
N 01 IV; 7tDI B; ltIC 02. 3 P1 V2-5; Crin inm PI ist wohl gleichfalls "101 zu lessen. 5) So Be
Hi. 3 N 03 P V; Y013 B1. 0) So C H P; [i DN ~riSi 1i Ba L N Oa Vl. 2. ; "i ; 's 13' 21
113 Rand; "i' "liri '1 Bi. 7) So B'- HI: Pt VI (in VI ist 1 vor T'ni"'i von splterer Hand);
,n'ml n -iC:I1 ':::i ~'a1V LN 0 P Pt' V '; On'niTi o n -10:1 cpi7' wlnm BI. 9) Folglich jeder dieser
Monate um je einen Tag friiher odor spater anzusetzcn miglich ware, im Gnanzen also zwei Tago
zweifelhaft sind. e Denn da der Erste des Tischri um zwei Tage zweifelhaft geworden, so wird
auch der Versehnungstag um zwei Tage spater fallen kdnnen als angenommen wird, es miissten
also drei Tage des Zweifels halber gefeiort werden. 10) Vielleicht Jodaan in Haarbriicker's
Uebersetzung des Schahrastani I S. 255, dessen Sekto er Makariba und Jodaanija daselbst nonnt;
diesolbe Sekto heisst wohl boi Saadia, Emnort 8, 3 und 6, 7 I1mim; s. auch das. 7, 1 (fol. 73 a ed.
Berlin) und Kaufmann's Attribttenlehre S. 84 A. 144. 11) Ueber die Annahmie eines reinen Sonnen-
jahres iln 'or Bibel durch Jeolldal den Perser s. I. E. inm gangbaron Conimentar zu 2 Mos. 12, 2; im
Comm. zu 3 lMos. 25, 9; Scf. huibb. 8 a. 12) Vielmehr enthalt erst das inindliche Gesetz zufolge der
.lischIah (Rosch haschllluh 1, 4-8) dartiier die Vorschriften. 13]) 2 Mos. 13, 4; 23, 15; 5 Mos. 16, 1.
Die letztgenannte Stelle macht derselbe Kariter Ben Sita als einen geniigenden biblischen Anhalt zur
Beriicksichtigung der Jahreszeiten im jidischen Kalender geltend; s. Sef. haibb. 7 a, wo I. E. die
iilmlchen Nachweise desselben anfiihrt und dessen Widorlegung etwas deutlicher als hier aus-
spricht.





Abraham lbn Esra.


Wenn aber in Pallstina und ringsum cin
Hungerjalir wire
Und es gibe kcin Kirnlcin, gcschweige denn
eine reife Aehre:
Wie dana zwischen gemoincm oder Schaltjahr
waihlen,
Das Omer-Opfer beschlaffen und danach zahlen.
Und den fiinfzigsten Tag als Fest der Weizen-
ernte begehen?
Kurz, bui alien diesen Geboten kann ohne miind-
liche Lolire Niehts geschehen.
Sagt man hingegen. in der Misclnah sei ja
zu lesen,
Dass flir dcren Lehror die Beobachtung des
Mondes sei niaassgebend gewesen13,
So ist die darauf passonde Erklirung llar:
Gilt ihnen der Mischnah Lehrer Aussage fiir
wabr,
So golto aucl doren Wort iiber die Erforder-
nissc fir das Kalenderjalhr'4,
Wie's ja formlicher Besebluss des obersten
Geriultshofes war.
Denn der Ausgleich von Sonnen- und Mond-
jahr, der den jiidischen Kalender macht,
Hat Gerstenreifo, Sonnenwende und Volksbe-
diirfnisse zugleich bodauht15.
Warum sind die Vorschriften iiber den Aus-
satz so deutlich zu lesen,
Die nur fiir Einzelne und bestimmte Zeitab-
schnitte in Kraft gewesen16,
Und wird fiir die Feste, zu denen gan z Israel
allezeit ist verpilichtet,
Kein sicher uns leitendts Zeugniss berichtet,
Sondern miissen wir uns mit zerstreuten An-
deutungen begniigen?
Wire Solches nicht an einer vollkommenen
Lehre zu riigen?
Doch es bewcist oben, dass Moseh Manches einer
miindlichen Belehrung wollte aufsparen,


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1) 2'=m1 {pxN3 B1. -- 2) i:m r-i:n B Pt2. :) Inm r-:Z' B'Pt2. ') 1xN Bl W. 5) il-rn o '1 n p
Bt Vi: mnlcm i isp Pt2 V'. 4.. .- 6) fi31 Bi N P VT--; n:m W. 7) So C Hi. 3 P Ptl V3--5
f;13;i: B L Pts Vi. 2. 8) So C Hi. a s VI; N W;i D1 BI V2. 4. 3 W; M;i ON B'. o) :2N "T10 b'
Bi V4. 10) W it 01 Vt. 11) r:l n-n: on a ten: Bi; no: nM Zp:: B2. 12) nrmp minn W.
- 1:1) Gemehit ist Jlisclmah Rosch lhaschath, I, 4 III, 1. 14) Niheres hieriiber s. im Comm. zu 3 Mos.23,3.-
15) S. Tosefta Sanhedr. II, 2 S. 416 ed. Zuckermandel und bab. Suohedr. lla if. Ferner vgl. Sef. haibb. 7 b:
'111 ]1i UD La 1. 16) Nur fiir die Dauer des Tempelbestandes mid des Opferwesens sind die Gesetze
3 Mos. Cap. 13 u. 14 ill Kraft gewesen.





Einleitung zum gangbaren Pentateuch-Commentar. III. Allegoristen. 33


Aus der wir nun Alles zur Freud' 1
quickung er
Ja schriftliche und miindliche Lehre gilt
den Fro
Beide haben wir von den Vitern iiberkom


Chiskijah's Fall12 aber muss die gl-iubi
sicht st
Was konnte ihm sonst die Berathung i ntit
Das Pessachopfer setzte er aus in desse
Fand Gesiuertes am Nissan-Feste zu essi


Beging die Ersatzfeier sioben Tage w
eigentliche Pessach
Und Gott gefiel es, wie sich crweisen I


Weil er den Gerichtshof daboi hefrug
Und sein Gemtith frei war von Trug.


III.

Der dritt We g ist finster, ohne Kla


Liegt ganz ausser dem Kreise der V
Ihn betraten, die Alles in ein Geheim


Und Lehren und Vorschriften als Rit
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1) So HI. 3 01 P I't, Vi. 2. n und spatero Ausgaten; 25- B L Pt2. 2) X E-C o'1T51 V2. 3,
;1vI 3ni1 t=S-i n, ncl N. 3) So dem Wortspiele gemitss richtig in B2 PtI; iniItn Bi N u. Andere. -
4) So 01 V4 nach Richt. 9, 24; Jer. 23, 11; Ezech. 13, 22 und sonst; pi;nf B N Pi. 5) 1nr, '572 Vl.
- In P fehlen Z. 164. 165. 6) So 01, sonstl i" oder J)T M2. Deutlicher in Sef. haibb. 7 b 'tiI3 n!) M;
'-Ti 5i-:. 0n il C:' 22 l1 'n. 7) Ausdrucl; nach l's. 32, 2. s) 1"In 11. : L P V4. 0) 1P5 ln.DB2
Os P V. 10) DI '1n,- 0.P V1W. 11) Vgl. S!f, hlbb. 8 a Z. 10 ff; Jes. mori I, II u. VI. 12) 2 Chr. Cap. 30;
s. auch bab. Sank. 12 a. b. 13) 2 Chr. 30, 2. 14) Wenn die Behauptung der Karter richtig wwre, dass
dieWaehmehmung der neu erscheinenden Mondsichel allein und nicht die mit Riicksicht auf diese
Walhnehmung ausgefiihrte Berechnung und Anordnung der obersten religi6son K6rperschaft den
Monat zu bestimmen hiitten, wie I. E. annimmt. Vgl. dessen Comm. zu 3 Mos. 25, 9. Deutlicher spricht
or sich hieriiber im gangbaren Comm. zu 2 Mos. 12, 2 und in Sef. haibb. 7 b Z 16 fr. aus. Vgl. zu 3 los. 23, 3. -
15) 2 Chr 30, 21. Dies aber war gegen das Gesetz 4 Mos. 9, 10-12, das fir Behindeningsfille nur einen
Aufschub des am orsten Abende zu geniessenden Pessachopfers auf den entsprochenden Abend im zweiten
Monat (Ijar) vorschreibt, wogegen das siebentligige Fest der ungcsNiurten Brodo nuch von den Behin-
derten im ersten Monate (Nissan) begangen werden soll. Im gangbaren (lhingeren) Comm. zu 2 Mos. 12, 2
orLliirt iibrigens I. E. das Veifahren Cliskijah's so, dass er den zweiten lonat des Jahres zum ersten
gemacht habo, indem or den ersten oben zum Schaltmonate erkliirte odoer, wi die Mlisclhuh (Pesach. 4,9)
sich ausdrickt, ]DC ]Dc: 10 1i) Das. zu 2 Mos. 12, 2 verweist 1. E. zum Beweise daffir auf 2 liKn.
18, 6; 20, 3. 17) Gemoint sind die clristlicen Ausloger der iiltern Zeil welche die durch Philo angebahnte
allegorisirende Schriftauslegung sich zu nutzo machten, um iiber die Verbindlichkeit des mosaischen
5





Abraham Ibn Esra.


Bei deren Widerlegung werd' icl kurz mich
fassen;
Wer kann mit irren Leuten sich tiefer einlassen?
Sie haben die Dinge nicht richtig zu unter-
scheiden verstanden.
Nur mit der Einen ihrer Meinungen bin ich
einverstanden,
Dass jedes Wort und Gesotz, sei es gross odor
klein,
Miisse Gegenstand versteadigor ErwAgung sein.
Denn die Erkenntnissgabe, die unserem Geiste
eingepflanzt ward,
Ist ein Theil g6ttlicher Weisheit und von deren
Art.
Wenn also der Buchstabe die Vernunft verletzt
Oder sich dem Zeugnisse der Sinne widersetat 1,
Dann snchen wir einen tiefern Sinn fiir das
Schriftwort;
Denn verstindige Erwiigung ist ja der For-
schung Grund und Ausgangsort,
Zumal da die Torah nicht an unverniinftige
Wesen ergeht
Und des Menschen Geist zwischen Gott und
ihm als Vermittler steht.
Doch wogegen gesunder Verstand sich nicht
kehrt,
Das wird schlicht und recht am boston erklirt.
Da gebe man den Sinn nach dem Texto getron


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Oesetzes hinwegzukommen. In der Einleitung zu dam andern 'Penitateuch Commentar, welche in der
Fortsetzung dieser Sammlung mitgetheilt warden soil, nennt sie I. E. ausdriicklich und zwar nicht, wio
hier, an dritter, sondern an erster Stelle. Vorliufig s. Friedlander a. a. 0. IV heibr. Anhang S. 1.
1) Nach Ps. 95, 10; n 1 'yin Oi nach Jos. 29, 24 nur hinsichtlich dioser zwei Worte. -- 2) So Ba
H3 01. 2 Ptl. 2 VI. 2 W; aslo 5: 0IT Bi 03; nosin 121 1 iTN N. :) Pi11 Wi w. 1) In B2 02 N.
- 5) ,,Verletzt", also dem Sinno nach gleich t'1M', wio Reifm ann (inl Bt tanlmu 11,49) oemiodiron will.
- 6) rLpl') N P VI. 2. 7) N5 '3 N 1 Sp. s) -N;i Hi. H ) 1 2. 1 01 Va. 4. s. 15 ) 12 e? 1 Wi-)cr BI.
- ii) Neben der Vernunft wird hier die sinnlicho Walirnhimung als Quello und Priifsteind der Wahr-
heit vorausgesetzt, wie unter don bekannten jiidischen Religionsphilosophlen zuerst Saadiah in der Iin-
leitung seines religionsphilosophischen Werkos (p. 12. 13 ed. Landauer; Tibbon'sche Ueborsetzung Emmnot
p. 7 ed. Berlin, unpaginirt) daffir nennt: a) die sililiiche rnehnuig ( Wahleh un

T ))nn n it)1, b) die Vernunfterkinntniss ( iJ .S, d i'ni CD), c) die logischo Schlussfolge-

rung (1 i03 a* 01 N'i 112iao n r i ino ') und (p. 1 Land; p. 8

Tibb. Berlin) d) das Zeugniss der glaubhaften Ueobrlioferung ( .j3)- .. n :,I T-1in ),
wozu die Zeugnisse der heiligen Schrift gehiren. Hlior ist a in Z. 184, b und c in Z. 183 vertreten,
4 war aber nicht geltend zu machen, da es sich oben um den Sinn des Schriftwortes handolt.





Einleitung sum gangbaren Pentateuch-Commentar. IV. Agadisten.


Und glaube getrost, dass er der wahre sei,
Taste nicht haltlos umher gleich Blinden,
Zerre nicht die Worte, um Beliebiges zm finden:
Warum Offenes in Verborgenes wandeln, das
schwer ist zu ergriinden? -
Ist aber Beides10 hier und da verbunden


Und dies wie jenes sicher nnd klar befunden;
Ist das Eine den iussern Kbrpern gleich,
Das andere voin innern Gedankenbereich11,
Wie die Beschneidung am Leibe und am
Herzensvershluss 12,


Und wie des ErkenntnissbaumesGeheimdeutung
bietet Genuss13:
So ist es doch unzweifelhaft klar,
Die Worte seen auch buchstliblich wahrl4.
Sollte dies Jemand gar nicht begreifen,
So lasse er, wenn er Verstand hat, seine Augen
ringsnu schweifen:
Er wird in der Natur viele Dinge entdecken,
Geschaffen wie Nase 15, Zunge1' und Beine17
vu dotppelten Zweeken.


IV.
I)er vierte We g niihert sich dem Mittel-
punkte des Wahren,
Und darnu' tummeln sicl ganze Sehaaren.
Da liegen der Ansleger Bahneni
In den Liindeln der Griechen mind Romanen.


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1) Ni Bi. 2) DM i1 LI, N V:. 4. 5. .- -) ncNs felilt in BI; 0n12fn nn1D nc1ipo N. 4) So Bi N
Ptl. 2 V2-5; llt.lZ B2 HI. 3) So B1 P Ptl. 2 Vi; 2nun,_ N 01; nn~irnol B2.H11 V4. 6) DI nicht
in Bs N Sp. 7) N1 Bi Has I, Pte V4. ,. 8) Otn D'u-T Bi 01 Rand. V4. 9) ;iMn Hi. s P. 10) Der
bnchstibliche Sinn und der allegorische. 11) Buchstablicher nnd bildlicher Sinn verhalten sich zu einander
wie Aeusseres und Inneres, wie Kriper und Geist. 12) Dies ist ein Beispiel fiir den buchstlblichen und
bildlichen Sinn bei demselben Ausdrucke. Die Beschneidung als Bundeszeichen am Leibe des Israeliten
(1 Mos. 17, 10 if) ist buchstliblich, dagegen die Beschneidung der Vorhaut des Herzens (5 Mos. 10, 16;
30, 6; vgl. Jer. 4, 4) ist im iibertragenen Sinne von der Herstellung der vermissten Empfanglichkeit und
Willigkeit zu verstehen. Vgl. die Einleitung zu dem and. Pent.-Commn. boi Friedilider a. a. O. S. 1 Z 25 if.-
s1) Paradies, Baum der Erkenitniss u. s. w. wurden sowohl vor I. E. als von ihln selbst allegorisch ge-
deutet. S. dessen beide Commn. zu 1 Mos. 3, 24. Zu unserer Stelle im Ganzen vgl. Jesod moral VII Schloss.
- 14) Vgl. gangb. Comm. des I. E. zu 1 Mos. 3, 24: ,,Wisse, dass Alles, was wir hier berichtet finden,
wahr ist; so ist Alles geschohen, und es ist daran nicht zu zweifeln: aber es hat zugleich einen tieforn
Sinn". Nachmanides in 5-,Oi )'W, dem Schlusskapitol von DiN-i ; r n ed. Venedig 1595 fol. 102 b
Col. I sagt: Cro'C Ft: c uni .1, Mr;' T11 nD Mrin 'r, -rnI N;17 ip :o N 3 '- )21 72 i;r i. 15) Der
Nase wird in der Einleitung zu dem andern Pent. -Comm. bei Friedllnder a. a 0. S. 2 sogar ein
vierfacher Zweck zugeschrieben: Athmung, Schleimabsonderung, Geruch, Schmiickung des Angesichts
Vgl. den gangb. Comm. zu 1 Mos. 2, 7 u. Kaufmann, Die Silne S. 151. 16) Die Zange ist Organ des
Gschmackssinns und der Sprache. 17) Die Beine dienen zum Gehen, fir manche Thiere und unbe-
waffnete Naturmenschen als Waffe.





Abraham Ibn Esra.


Die das Schriftwort nicht grammatisch wigen,
Sondern auf zwanglose Textesdeutung8 sich
vorlegen,
Wie Lekach tob9 und Or enajim10 sie hegen
und pflegen.
Doch da diese Gattung in der Alten Schriften
ist vollauf vertreten,
Warum ermiiden diese Neulinge uns mit ihrem


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Nachbetenll? D'.3inI


Da giebt es eine Deutung, der eine andere
widerspricht:
Wieder eine andere hat einen tiefen Sinn und
erliutert ihn nicht.
So besagt die Deutung einer bekannten Schrift-
stelle 2 eben nur zum Schein,
Die Torah miisse alter als die Weltschbpfung
sein
Etwa um zweitausend Jahr13.
Da ist doch die gegebene Deutung offenbar
Nur in tiefer liegendem Sinne wahr 4.


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i) Cr'- i' B2 Ha N Ptl. 2) 21U np l H1 N 03 P, in Bl sind diesel zwei WVorto ansgefallen.
DiU np1a inn 5b 1 n03 W. In L ist Alles von 0Dt1 in Z. 209 bis Ende von Z. 211 aus Missverstbindniss
vom Censor gestrichen. 3) So lose i ach nach Ml. 2, 17 fur das daraus verderbte 131'.2" in Be Hi. 3 01
P Ptl. 2 V1. 2. 3 oder 1')L' in L W odor 1:." in Os, woraus dann die wenigstens zultssige Form n1 ,,habon
sich abgemiiht", deren Sinn abor in den Zusammenhang weniger past, in Bi C N Sp in vormointlicher
Berichtigung gemacht worden zu scin scheint. 4) WV? 1 n'l t Bl. 5) So nach HI. 3, woraus ','
i-'a TtD5 in B2 L 03 als Verderbniss sich erklaren lasst; 11D 15 '1l C Pt' Vi; i': TID vl' BI H2
Pt V2. 4. 5. .) 133DN1 B2; uriN 03. 7) So B2 Pt2, woraus I't:fl in BI 02. 3 L Pl: C_,i N 01. -
8) y,-, Derasch, hier so viel vie Agadah d. h. free Doutung der h. Schr. zum Zwecke der Er-
baunng und belehrenden Unterhaltung, wie sie urspriinglich in miindlichen gottesdienstlichon VortrlBgen
(Homilion) angewendet wurde. 9) Lekach lob (,,liostliche Gabe") ist der vorwiogond agadische Pon-
tateuch Commentar des Tobiah b. Eliesor aus Castoria in Bulgarien (lebto noch 1108), verfasst
1097. Theil I zu 1 u. 2 Mos. ist von Bubor mit Einloitung unil Anmerlungon, Wilna 1880; Theil II
zn 3. 4. 5 Mos. ist in Venedig "1W = 1546 hunterr dom irrthiimlichen Titel Kleine Pesilda (I/tMlU; tnpDi),
fernor inUgo Ii n o'sThesaurlsBd. 15.16 mit lat.Uobersetzung, Von. 1764-1769 und neuerdings in Wilna 1880
erEchienon. o) Orenajii (,,Licht derAugon") vonR. M i r ausCastoria in Blgarien,jiingereimZeitgonosson
und Schiler dos obengenanntn R. T obiah b. Elieser nach Lon skon o s ni bi Bubor, Einl. zsLekach
lob S. 20 if. iIl Nicht also die alten Midraschwrker dio I. E. auch niclt den Commentaron der Schrift
beizlthlt, hier also auch gar nicht zn besprechen hat, sind Ggoenstand der nun folgendon Erirtorung,
sondern di3 als Commnentare auftrotendon Schriften seiner Zeit, welche mitten untor oinfachon Erklii-
rungen agadische Deutungen in Menge einmischton, ohne dioselbon als solcho iiberall zu erkennen oder
zu bezeichnen, ein Vorfahren, welches die Leser irre zu leiton und die Herrschaft einer richtigen
Erkltirungsweise zu beeintraictigen geeignet war. Freilich kehren die gegen diesel Scheincoinmentaro
im Folgenden gerichteten scharfen Angriffe des Verfassers sich ungewollt auch gegen das Verfahren der
Agadah iiberhaupt und somit gogen den alten Midrasch. Dies hat Nachm anides in seinem Pentatouch-
Commentar zn 1 Mos. 1, 1 in der That libel vermerkt und deal I. E., noch mehr aber wahrscheinlich
dessen Nachbetern mit der Bezeichnung als Kleinglitubigo (;DXN ':Up) und dann als wissensarme Klein-
gliubige (nu-n no i~D S ':Up) heimngezahll. Indosson wollte I. E. offenbar das Ansehen der alton
Agadis ten nicht verkloinern ; denn r entschlosssich lieber, vio das nAchstfolgende Beispiol hier zoigt, zu
allegorischer Umdoutung der Agadah als zu derin vlliger Verworfung. 1i) Spr. 8, 30. 13) I. Si mon
b. Laki sch in Ber. rabb, VIII mit der Bogriindung aus Ps. 90, 4: anonym in Schocher lob zu Ps. 90, 4 und
in Jalkot I 368 zu 2 Mos. 25, 10 aus Uidrasrch Albir. 14) Die deutlicheren Worto der Einloitung zu
dom andern Pentatench-Commentar (bei Friodl indera. a.. S. 4 Z. 6 ff 1D'l0 C Di D O nl bis S- 111
1Uni1 und Z. 17 ft -pD vi'r1 his 17i31 in n nln'iml) zeigen, dass I. E. die besprochene Agadah
nur in frei gefasstem Sinne golden lolsst: ,Torah" heisse hier die eisheit Gottes; diese soi
Bedingung und Quelle allies Seienden und gehe sonach, wonn auch nicht zeitlich, so doch Urshichlich





Einleitung sum gangbaren Pentateuch-Commentar. IV. Agadisten.


Viele zwar stimmen hiermit nieht iiberein;
Aber der Sinn kann nun einmal so buchstiib-
lich nicht sein,
Weil das Jahr besteht aus Tagen, zu richtiger
Zahl verbunden,

Das Maass aber von Minute und Tag in der
Tagesbewegung der Sphire wird gefundeno0,

Also vor der Sch6pfung der Sphiiro nicht war
Irgend ein Tag odor zwei Tage gar
Odor ein Jahr und vollends zweitansend Jahr 1.
Wer iiberhaupt die Frage filr miglich hilt:
Wie stand's vor der Schopfung um die Welt?
Sollte wahrlich sich schimen,
Da er fiir Nichtseiendes ein Sein gedenkt an-
zunehmen 12.
Und tiir welche die Welt entstand
,,Zur Zeit", da der Schopfer gut os faud:


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r ps1 "51' D'l5' l P1? 225

FiN DnAn NxI:v oiar':l'r,
f~ -


ieren Auskunft giebt selbst ihre Schwucho
kund 2s;
Sie gleichet dem Baue auf hohlem Grund 14.
Sagen dann Anderel': Gott legte durch die M Vnl M.11~ f' ? D'1? IT
Weltschipfung seine Allmacht dar ..i


Dem Mensrhen, der Giund und Ziel seiner
Schipfung war:


~crnb D~TK1~


der Welt voran. Die ,zweitausend Jahro" aber erklairt I. E. so: Die Weisheit Gottes gab sich in der
Weltschipfung um zwei Jahrtausendo friher kund, als der Welt selbst ein wirkliches Dasein durch
die Offonbarung der Torah im Zeitaltor M os h's, ungofahr 2000 Jahre nach der Schipfung, zukam; bis
dahin war sie eine in religi6ser uad sittlicher Hinsicht chaotische Welt, an der das Bosto fehlto und
von der ein volles Soin eigentlich noch jlicht ausgesagt worden kann. Samuel Motot bemorkte
dioso eigno Erkliiruang des I. E. in der ihm vorliegenden anderen Elnleitung nicht und giebt doshalb fiir
unsure Stelle aigne vorungliickto Erklrllungsversuche.
1) 01m MrnilM 1.r1i hat Samuel Motot golesen. 2) mBDDn 01 Ptl V2. 3. 5; W am Rande:
mEc:x" W". .-) So B Ha Pt Vs. 3. 5; $.1. pXN 1N N 0 P Vi; allein D'c goehrt zu der hunter dem
Einflusse des Arabischen entstandenen eWondung Dt I) ,,es giobt" und D C' p ,,os giebt nimht" wie
z. B. bel Maimonides, Jes. Ialttorah I, 1 in srinem Weorko Mischneh forah. 4) Cp' ITS' N Pt2 Sp.
- 5) Dieses TL fohlt in N 01. a;) p'zt ilm Ps. 7) So B2 L 02 W; mi-'n 1; Doj B3 01 Pt2. -
8) So 03 Pt Vt. 2.3 \ W; p B NP. 9J) miC' ant B2 02 Ptl; 'wi cn;n L. 10) Es ist der (scheinbare)
tlgliche Umlauf der Sonne um die Erde, wolchor aller Messung der Zeit zu Grundo liegt. Dieser Umlauf
von Osten nach Westena wird aber nach der Annahmo der Alton durch den tiglichen gleichen Umschwung
der iussersten Liphlire, welche die raiumliche Grenze der Welt bilde, i ewirkt. 11) Wie man in der
Stelle Spr. S, 30 die Worte ,,Tag um Tag" (D 11e ) als ,Ta ag, Tg" d. h. ,,zwei Tage" deutete und
dieso wiederum nur als Ausdruck fiir ,,zwoitausend Jahrl" nahm, um welche dio Torah friiher als
die Weltschipfung anzusetzen waire. I.E. sagt nun, weder ein leciner noch ein grosser Zeittheil sei
ohno umschwingende Sipharo und Sonno abzugrenzen miglich. Vgl. S aadiah Elainot 1 ,5, wo das
Dasein dor Zeit iiberhaupt vor detm Dasein der Welt in Abrede gestellt wird. 12) Aehnlich lautet
Sandiah's Abweising dieser Frago Emmnot I, 5 an zwei Stellen. 13) Denn ihre Behauptung enthilt
die Annahme ciner Zeit vor der Schopfung. 14) Der Ausdruck Jes. 34, 11 wird in dieser vera iderten
Bedentang hier gebraucht.- m5) Wie Saadiah Einit. 1, 5 in Gemiassheit seiner anthropocentrischen
Weltanschauung, die or das. in der Einl. zu Abschnitt IV und in desqen erstem Capitel auseinandersetzt.
Gegen ihn handelt austihrlich I. E. im iurzen Comm. zu 2 Mos. 23, 20 S. 6fR f ed. Prag; auch zu 1 Moe
1, 1 in beiden Commentaren. Vgl. meine lhiki des Maimeonides S. 21 nebst A. 4 daselbst.





Abraham Ibn Esra.


Wie elend hat deren Auskunft als Zweck ge-
nannt
Ein Winziges aus dem Ganzen, das in Frage
stand 8,
Da unanfechtbare Beweise gefiihrt sind
iir Leute mit Augen, -- nur seen diose nicht
blind! 9-
Dass die Erde nur auf einem halben Sechs-
theile Menschen trigt 10
Und einem Punkte gloicht in der Sphare, die
zuniclist sich um sie legt,
Geschweige denn in der obersten, die Alles
bowegt"l. -
Sol8 aber eine schlichto Weise maassgebend
seine,
So stimmt jene Auslegung12 mit dem Schrift-
wort nicht iiberein.
Denn hiesse ,,Tag Tag" (ti' ~i)1s zwei Tansende
hier,
So stiinde mindestens ,,zwei Tage" daftir.
Setzt aber dio Schrift zweimal das Wort ,,Tag",
So meint sie nichts Anderes als jeglichen
Tag.
So heisst auch ,,Mann (fiir) Mann"14
Jeglicher Mann,
Und was als Beispiel noch ferner dienen mag:
Gelobt sei der Herr Tag (ftir) Tagl5.
Dann past auch am Verssehluss die Parallele
zum Geleit:
,,Spielend vor ihm zu jeglicher Zeit"16.


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1) So B! N Pt2 V2. 4. 5 W, wie auch bei Nachmanides in dessen Deroscnhh ed. II. Jellinek,
Wion 1872 S. 3; n;i B2 1-i 03 P Pt1 V1. 3. 2) mlnir N W. 3) 1t"'-n ') C 1H N P Pt. -
4) m1Cnt N V: Sp. 5) 11) B VI. B) n'rlD L. 7) n1i Dn :): B1. s) Der lMnsch, ein ver-
schwindend kleiner Theil der Welt, soil nach ihnen Zweck derselben sein. Nachmanides a. a. 0. fiihrt
unsere Stelle an, ohne dom I. E. zuzustimnien. 9) Zu diesem bildlichen Ausdrucke it im Folgenden
das Gleichniss von der Eule (Z. 257) passed. Die Wondung ist den jiid. Religionsphilosoplen sehr ge-
laufig, z. B. Maim. im 3or, I, 60 nach Tibbon'scher Uebersetzung :'U)yn Inl ItrL'nt 10 o1) Auf oinem
Zwilitheil. Vgl. Diotorici, PropaedeTt ti der Araber cet. S. 3: ,,Ein Zwiilthoil nennt ian ein halbes
Sechstheil" im Arabischen iiilmlich, wo Bruchzahlwtirter nur bis 10 vorkommen. Zur Sache
sei bemerkt, dass nach den lauteren Briidern (bci Dieterici das. S. 89) und Abraham bar Chlja
(im Sef. haibb. I, 1 S. 7 ed. Filipowsli) die olxootivY vielmehir einVieriel derErdobrcflsiche umfassen soll.
- 11) Vgl. die laut. Briider (bei Dieterici das. S. 92): Die Erde ist mit Allem. was auf ihr ist,
Bergen und Meern, in Beziehung auf die Write der Spharen nur wie der Punkt im Kreise. 1i) Von
Dl' C1' Spr. 8, 30. Vgl. ob. S. 36, Z. 216 u. A. 12-13. 13) Die ebon angffiihrte Stelle Spr. 8, 30 heisst ohne
erkllirenden Zusatz wortgetreu: ,,Und ich war ein Ergttzen Tag Tag", was freilich, wie I.E. auch sogleich
hier bemerkt, nach hebriiischem Sprachgebrauche heisst: Und ich war ehi ErAdtzen an jedem Tage.
- 14) UWh' !*' 3 Mos. 17, 3 und sonst. 15) Ps. 68, 20. 16) In der besprochenen Stelle Spr. 8, 30 ent-
spricht ni' 52 ,,zu jeglicher Zeit" am Schlusse nur dann dem vorangehenden i)' C ', wein dieses ,,Tag
fiir Tag", .d. h. jeden Tag bedeutet.





Einleitung znm ganybaren Pentateuch-Commentar. IV. Agadisten. 39

Wire dagegen jene Auslegung des zweimaligen
,,Tag" w iahr a' '178'l
So bedenttet cine folgende Stelle offenbar:


.,Zu warten an meinen Thiiren zweitansend
Jahr"9,

Und das setzte der Torah, die fest und
dauernd ist,

Fiir ihro Geltung bei uns eine bestimmte
Frist.

,,Tausend Jalire sind in deinenAngen wie dor
gestrigo Tag" -
1st schliesslicli cine Stelle, die ich gar niolht
auf Gott beziehen maglo.

Dcr Leser tindet den wahrcn Sinn diescr )
Worto (
In meinen Psalnenerklirungen am richtigen
Orte ". )

Manche Deiutung soll Erholung bringen dem
Geiste, erschlalft

Von schwierigen Erurterungen der Gesetzes-
wissenschaft 12

Eine andere entspricht den Meinungen, die
Allen sind gelitufig ,


D V,-i 5ntf
Ta ? is


Doch folgen sie aucl ungiltigen Behauptungen 7h, .rN.T; n=i_1 K'Tr.U W1
hilutig14. 4 i.~'p



1) Nanilich Spr. s, 34. 2) D13 l'ti Wti ; 5nrnN ti-3 V:.'3 Va. a) D~NDo zufolge vor-
meintlichor Bessorung 0:1; dessgleichen l~iitZ i .. .M. 1l i' Ha. 4) DC5-l V2. 5) W1-1 I'l 0.i
Hi P; It'li I I'N 'Z N. 8) teI30 B' P Vi. 7) So Ba N Pti Vi--, M: ni B1 P. 8) Dass os
namlich in tier That ,,2000 Jahre" bedeute. 9) Spr. 8, 34 D1 i rlTn5i 5p iip.) ,,zu warten an
meinen Thiiren Tag (fir) Tag" enthalt wieder jenes i01' 1', welches dann in gleichor Weiso verstandon
warden miisste. mt) Die hier angegebenen WVorto in Ps. 90, 4 wordon agadisch so aufgefasst: Vor Gott, dom
ewig Seiondcen, -ehrumpft alle endlicho Zeit zusammen und erscheinen Zoitriiume goring, die dem M enschen
sehr bedeutend diinlikn. Iliornach wordon, in buchsttblicher Deutung eben dioser Psalmenstelle, in
bab, Sanh. J7a tausond Jahri als Ein Tag vor Gott bezoichnct. Dies nun iibertragen auf das zweimal
hinter einander gesotzto AWrt ,,Tag" in Spr. 8, 30 fiihrto in den oben S. 36 A. 13 angegehenen Agadah-
Stollen u der Deuituing: Die VWeisheit ildei, nach jiidisch nationaler Anffassung, die Torah bestand
zweitausend Jahre allein vor Gottels Antlitz, bis sio dlam durch die Schiipfung der ,Wolt die Bestimmung
orhiell den l\lesclien geoffenbart zu warden. 11) Nac(h E. zun s. 90, 4 richtet Gott jenio Worto
vielmelir an die .onscholiiindor" (V. 3 das.): ,,Tausend JIahre, o Monsch, woun du sio lobtest, wiirdon
(wegon ilrer Vcrgiinglihlieit) dir (doch nur) wie der gostrige Tag, wenn1 er voriiber ist, erschoinon.
- 12) Der Sinn dieser Stello ist. ntich J. Reiliiann's trofflicber Erkllrurng in Bet ildmi. II, 49: es
gebe Agadahli', die lediglich zur UL'terhaltunig und Erh(,Iuna vol den Anstrengungen des ernston Halaehali-
Studium> dienen uolltn, Er fiihrt zwei schlagendo Parallelstellen von Simon b. Zomach Duran
und von Hillel aus Ver ouni an. Vgl. auch Saf/i beirnra, Linti.. S. 7 b If. und hier ob. S. 18 No. 4 Z. i.
- 1:3) Das lier von 1. E. gebmnuchl Wort 0,fI aus der Spraclio dos Talmud ist ilhm auch sonst nicht
freind, wio iJs. wior. 1: C=::y nbir iNx cnici1 l: moa oN c' :mn: tn'e rnl NxL nn-i nmo -11
Als Beispiel wilro dio lilalchi chi Erklirutng des Gobotos i CD'Tne l n rn 3 Mos. 16, 29 iml Coonin.
des I. E. daselbst anzufiliren; ferner zu 1 Ios. 1, 2 hinsichtlich der sieben Liindergebieto. 11) I. E.
gebrauchit dafifi eowi6lilich den Ausdruck I'n' `2, z. B. zu 1 Mos. 39, 11; 40, 8; 46, 27.


;l 'IT '"tB3 0fT Olw'





Abraham Ibn Esra.


MancheAuslegung giebt's sodann, die hichstens
fiir lindliche Einfalt ist gut

Und etwa zu verniinftiger Leitung Unmiindiger
Dienste thut.


' H 0M S =Ito R t0 t4 M, 255

;JR 2 t11r t111=1-14


Giebt es doch einen Vogel mit schwachem 'D' I 'l W- lti iy It. '.
Augenlicht, a'n i.'3


Der im Nachtdunkel sieht, aber am hellen
Tage nicht 19.

Als Beispiel nenn' ich die Deutung hierbei,
Dass B darum Beginn der Schbpfungsgeschichte
sei 20,
Damit B der Welt Berachah (Segen) bring
getreu.

Doch gilte von B so weitgchende Deutung,
So nenn' ich als Beispiele widersprechender
Bedeutung

Der Herr macht die Erde baar und bloss21;

Beraubt der WeinstSeke lass ich ihn stehen;

Beurlaubt sind die Mahlenden: sie begriffen
sie nicht;

Aus des bleichen Todes Grube; beschidigt
warren cure Gewander;

Gott brach nieder, Gott brachte durch ein-
ander;
Sie bringen dich um; sic durchbohron sie;
Zwischen beiden Stiicken; Boleidigung und
Verdruss;

Zur Bestiirzung gebiren; zum Schattenbilde
mach' ich dich;


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I, So vermuthe ich fiir dao unpassendo C'ilnN dor Hdschrr. u. Ausgg., da eloskoni's Erkl. in E2:
n'1C1 p1X n n1 P' auf Willkiir beruht. J. Re ifmann in Bet inal, 1149 schligt 'lI1c im Sinne von
,,Jugendlehrer" als Emendation vor, was zw-ar in den Zusammenhang einigermaassen passed wiitrde, aber
grade deshalb doch wohl schwerlich in nn'lnN6 verwandolt worden wire, wilhrend C' noN1 ohne Vocale
oberfllichlichen Abschreibern leichter als Fehler fir das ihnen gelinfigere Wort MwinRI erscheinen konnte.
Ferner hiesse C'~~1I nicht ohne Weiteres ,,Jugendlehrer", sondern ,Lehror" iiberhaupt, was wiederum hier
niclt passen wiirde. 2) ;miD 1172 02 Pt2. 3) 1:~'' in den Ausgaben. 4) So haben richtig mu;l
B2 N P W, wofilr mf.n:2 03 Vi nur vrrschrieben ist; n~n.:. L; n1 t;: Bi. 5) Jes. 24, 1. 6) Jes.
5, 6. 7) Kohel. 12, 3. 8) Ps. 147, 20. 9) Jes. 38, 17. 10) 5 Ios. 29, 4. ii) Klgl. 2, 2. 12) 1 Mos.
11, 9; in B1 fehit hinter 553. 13) Ezech. 16, 40. 14) Das. 23, 47. 15) Jer. 34, 18. It) Ester
1, 18. -, 17) Jes. 65, 23. is) Ezech. 26, 21. 19) Ungebildete Leuto und Kinder verstehen Vieles
nur in einer ihrer beschrlinkten Fassungsgabe entsprechenden Einkleidung, wie die Eule ebenfalls im
Halbdunkel am besten sieht. 20) Das ersto Wort der Schptifungsgeschichte und der Bibol iiberhaupt
ist n~'Nl, im Anfange, und beginnt mit dem B-Laute (2). 21) Da dieses and die folgenden Beispiele
fir den B-Laut im Anfange des Wortes eigentlich am hebrilischon Wortlaute haften und doch mitten
in dor deutschen Ueborsetzung figlich nicht hebriiisch gegolen werden konntcn, so musste dor Ver-
such, der sonst einen Werth nicht boansprucht, gemacht vwordon, durch eine thoilweise freio Ueber-
tragung den B-Laut im Anfango der WUrter under Stiimmo auch im Deutschen zu orlalten.


i





Einleitung zum gangbaren Pentateuch-Commentar. IV. Agadisten. 41


Boshafter Mann; Baal Peor;
Bel ist zusammengestiirzt; der Bergeshuhen
Priester.

So auch, wenn R im Anfange 1 aufs ,,reine
Gold des Hauptes" lenkt,
So ist's der ,,ruchlose und schlechte Mann",
an den zngleich man denkt. -
In wesson Busen auch nur wenig Geist sich
regt,

Geschweige dessen Inneres gOttliche Wissen-
schaft bewegt -

Er darf solche Deutungen zu erfinden sich
dreist erkilhnen,
Die dem Khrper des schlichten Bibelworts zur
Einkleidung dienen.

Doch unserer Alten Ausspruch, deren Andenken
gesegnet sei,
Ist dennoch stets giiltig hierbei:
Der Sinn der Schrift bleibt immer demi Worte
getren 15.
So erscheint uns Bereschit, das erste Wort 16,
Fiir viele Beispiele als geniigender Ort.
Es kiinnte heissen: ,.Um der Torah willent7
schuf Gott die Welt,"
IDa die Torah den Namen ,,Anfang" ander-
weitig erhiilt's:
Nun denn also auch: ..Des Lewiatan wegen' 19,


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1) 2 Sam. 20, 1; Spr, 16, 27. Diese Stelle habe ich aus Ba H3 hinzugeffigt; jedoch lautet die
Stelle in Ha 5i"' VC'N n:, wobei ,n:F falsch ist und von Z. 272 herriihrt, wihlrend die das. befindliche
Stelle wieder in H3 fellt. 2) 4 IMos. 25, 3 und sonst. Uobrigens ist diesel nebst den nachfolgenden
zwei Stellen (Z. 270) nur in Ba und Ha an diesem ihnen gebiihrenden Platze; in anderen Handschriften,
we nicht etwa noch weiter gehende Fehlor sind, folgen die genannten drei Stellen erst auf Z. 272, ver-
muthlich weil die ilhnlich lautenden Stollen 5111 WIN (Z. 269) und "1Sr1 in TW' (Z. 272) von den Ab-
schreibern verwechselt worden sind. In 01 P2 ist von den vier Stellen in Z. 269. 270 nur "113 51'
allein vorhanden. 3) Jes. 46, 1. 4) 1 Kin. 13, 33. In W allein folgt anfdiese Stelle aus Jes. 37, 22
nnd 2 Kin, 19, 21: 15 MrS i 5 7 ;3, 5) Dan. 2, 38. 6) 1 Sam. 30, 22. Uebrigens ist iB hier
schr fehlerhaft; dieStelle lautet dort: 'l ,1 'i'n 'Or "DwN. mIrt '-':; ': in' bri i 1 c"'s n;n, we '5:2 vn
wohl d5 : heiisen soil und iiberdies die Stellen aus Z. 269 fohlen und die aus Z. 270 hierher
gerathen sind. Andere Fchler hat N neben der Verschiebung der Stellen: 5: l: n'l 51 'S:r1 pr 1
', 1 urs 1IN1 lct ',r:2 7) So B2 N Pt ; aCK BI O Pt2. 8) i. 3. a) 1W felt in BI. -
Io) 11 Bi W. 11) n5.: ,i U iCt W. 1i) Nipan Bl Pt2. -13) nater fehlt in BI N. 14) Der erste
Iaut 1 des Wortes ~.~t' dem 2 ja nur alsPriposition in I Mos. 1, 1 vorangestellt ist. 15) Bab. Sabb.
63a; Jebam. 11 b. 24 a. 16) 1 Mos. 1, 1. 17) Die Prlposition : in dem Worte ni'ttfll 1 Mos. 1, 1
hiimnto niimlich nach hebriiischem Sprachgebrauche auch ,,wegen" bedeuten. 1I) Schon Beresch. rubb.
Cap. 1 hat diese Deutung mit Bezug auf din hier auch von I. E. angefiihrte Stelle Spr. 8, 22: Gott hat
uich (spricht die Weieisit) angeeignet als den Anfang (Erstling) shines Weges. Vgl. auch schon Sirach
2.1, 9. 1) Um des Lewiatan (Ps. 104, 26; lj. 40, 25 und sonst) willen babe Gott die Welt geschaffen.
Diese von I. E. eben nicht gutgeheissene Deutung wird doch wenigstons verstandlich, wonn man sich
erinnert, dass Lowiatan durch die Agadah (Bab. batr. 74 b) zum Symbol g6ttlicher Vergeltung im Jenseits,
also z inm Sinnhilde ewigeu Iebens geworden ist.





Abraham Ibn Esra.


Wenn auf das Wort ,,Anfang" Gewicht wir
legen7.
Eher wird wohl noch ,,Gottesfure'ht" hierbei
anerkannt8;
Denn sie wird ja ,,der Weisheit Anfang" ge-
nannt 9.
Leicht wird dann auch der ,,Erstlingsspende"
gedacht 0o.

Da das Schriftwort auch sie zurm Anfang go-


x *n*-t ntvKI KIon t-Kb


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~Z fIbK ~a tK XVWII II


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mnaehtlt ii. T 19?S


Der erste Bucihstabe der Schrift ist Bet, dns
ist zwei12.
Weil der Eine Schipfer schuf der Geschiipfe t':
zwei: 09W
Man denke nun an Substanz und Form hiorbeils
Oder lasse Diesseits und Jenseits gelten als
zwei 14
In jenes Wortes Dreitheiluing'5 liisst sodanm i "
sich seen ?

Der erste Tompel werde 410 Jahre bestehen1 ; ;


Er war, als Himmel und Erde exist noch sollten a ?n
entstehen17.
Daun wird der Tempel zerst6rt, Alles ode um
ihn her;

Darum folgt: ,,Und die Erde war wiist und 1
leer" s.


I i TM-i % r p", 6171
T 7 7 1 ..:


1) So B 113; 211nI pl W; 3n3 I~ Ptl; "nm p] 02 HI und veretiimmelt p ': N 03. 2) So
Bl 01 Pt2 und verstiimmelt Ni1l pi L 01. 2 Vi; 1n1 pIl Bs; -IN-)l' C H1. 3 Sp. :i) So richtig 111
Pta V4; Wi"l Irnn1 B L PtI Vi. 2. .. 5 W. 4) Til nicht in W. 5) ;nM aus Bl; cnip ; xNn H:1.
- t) So B V2-5 IW; N1i MiT Hi Vi. 7) JI. 40, 19 wird das bei J.. E. hier angefihrte
'I i n'?VdN. N, I vom Lewiatan gesagt. s) Dass die Welt um dier Gottesfurcht (Gottes-
erkenntniss, Religion) willen geschaffen worden se. 9) Ps. 111, 10. i") R. Matna in Ber. rabb. I:
Die Welt ist wegen des Verdienstes .. der Erstlingsgaben (. Mos. 18, 13; 5 Mos. 26, 1-11) geschalf'en
worden. 11) 2 Mos. 23, 19; 34, 26; aber auch in der nngegebenen Hauptstelle 5 Mos. 26, 2 steht der
Ausdruck fn'lWh fir die Erstlinge. 12) Der Anfangsbnchstabe des die h. Schr. beginnenden Wortes
n'lSfNi 1 Mos. 1, 1 ist 2: dieser Buchstabe hat aber als zweiter in der Reihenfolge des hebr!iischen
Alphabets den Zahlenwerth 2. 13) Die einfachsten Bestandtheile aller Weson in der Welt nach Ibn
Esra: Sef. hasclhem VIII Anfang; Zachot 20b; Excurs zu 2 Mos. 3, 13 (hurz. Comm. S. 10) und 25, 40
(gangb. Comm.); inNi'D S. 17 ed. Goldlardt; und sonst. So schon vor ihm Ibn G'ebirol in Mekor
chajim I 3. 6 ff. 14) Jehudah b. Pasi in Bet. rubb. I: Mit dem Buchstaben B ist die Welt go-
schaffen worden, um kund zu thun, dass es zwei Welten giebt, eine gegonwirtige und eine zukiinftige.
- 15) IlW1ON zorlegt in nr-WN'', wobei 2 nicht als Lautzeiclen, sondern in seinemn Buchstabennamon
ni3 (Haus, Tempel) gedacht wird. 1t) Nimlich Uc1h (s. vorige Anm.!) -= Tl.Nl (erster) und n' nach
dem Zahlonwerthe dieser Buchstaben genommen = 410. ii) Darum eben dented das erste Wort im
Satze 1 Mos. 1, 1 in der aneggebenen Weise anf den Tempel. Anch in Ber. rabb, Cap. 1 heisst es
schon: Der Tempel gehirte zu den vier Dingen, deron Entstehung bereits vor der Weltschipfung be-
schlossen war. 1s) R. Chija der Aoltore in Ber. r. Cap. 2 Schl. bemerkt dies schon zn der hier
angegebenen Stelle 1 Mos. 1, 2.


ItSnnq n"~9 ;rM~~





Einleitung zum gangbaren Pentateuch-Commnentar, IV. Agadisten. 43


.,Und Finsterniss war auf der Fliche des Ab-
grunds" l4 ja Finsterniss
war's, die die Welt umwob,
Seit die Herrlichkeit Gottes von dannen sich
hob.
,.Und der Geist Gottes schwebend fiber den
Wassern" ist der Wissonschaft Geist.
der niederschwebond begltickt
Die Erklirer dor Torah, die wie Wasser er-
quickt15.

Und schliesslich erschallt ,,Es werde Licht"
In der Erldsung Stunde, die Israel einst an-
bricht i6:

Dann ,,scheidet Gott", die treu der Hoffnung
auf seines Heiles ,,Licht" geblieben,
Von donen, die ihr frevles Schaffcn in ,,Finster-
niss" betrieben 17. -

Leicht ist's, noch andere Dentungen zu nennen:
Jones orsto Wort in zwei zu trennen18,
I)ass man des Grundstoffes Schiipfung darin
erkennt,

Der hiernach wire das Fener als Ur-Element19;
Oder die zwei Worte fiir ,,sehuf sechs" er-
klirt2so
Weil eine Sechszahl von Grenzen zum Kirper
gehirt,1. -


-^in Etp- mpjn ; nob-h, B];m






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T s flN1:
^3 %s'?


1) So nach B2 Ptl; sonst nur TLm1. 2) So N 01. i Pt2 Vi; Di1D N M3 L; L 'n r nB1'5 w'in
Bl; ichrir NF ln'rw B2, 3) So in vollstiindiger Anfihbrung 01: nnlei Di-N nl 1 Ha:, cInsi m1n BH
N, mnll B1 ermangeln mindestens des tiblichen Erganzungswortes "lil1. 4) n t noDnn N; nt:nn
n:)il L 03. a) Y'ipo i V-. (;) inn'inn5 W. 7) c;ni: '0, wogegen Jes. 29, 15 spricht. -
s) n''N-l Z 'T B2 L I N 01. 3 V; n 'Ix3 rlI Bl N. Urspriinglich lautete es also wohl inK IWV
n~m3. )) I5in Bi; Wm;U N, worauf wohl auch hinauskomint C'VI3 in 03. Dagegen ist WtMi
I' m tD 1 mnnm in 01 vermuthlich eine vermeintliche Bessorung, zu der jedoch die Einzahl dos Ausdrucks
iDmi im nicht passt. lo) Nim B2. 11) Dan. 3, 1. 12) 'T O0 W. 13) n1tISpn WI N, worauf das
fohlorhafte mllSp r' InW mWvielloichtzuriickzufiihren ist. -14) din ypo n y ~ il alsFortsetzungin 1 Mos.
1, 2. 15) Zur Dentung der weitoren Fortcotzung in 1 Mos. 1, 2: ,,und der Geist Gottes schwebte iiber
dem GewsLser". 16) So R. Chija der Aeltere in Ber. r. Cap. 1 zu 1 Mos. 1, 3: ,,Und Gott sprach:
Es werdo Licht u. s. w.". 17) Aehnlich R. Jannai in Ber. r. Cap. 3 zu 1 Mos. 1. 4: ,,Und Gott
schied zwischen dom Lichte und der Finstorniss." 18) Nach bab. Sukkal 49 a wird nrlw)t13 1 Mos.
1, 1 zerlegt in n'. NmS ,,er schuf den Grundstoff, wobei n'W als verwandt mit nin, Pfeiler, Grund-
lagen, Stiitzen (Jos. 19, 10; Ps. 11, 3) gedacht wird. If)) Hiernach hiessen also die zwei Worte
llnt' NI: Gott schuf die Grundlage. Das Urfeuer als Princip der sinnlichen Welt stammt aus der
Philosophie der Griechen, von Heraklit und den Stoilern aufgestellt. Dahin gehOrt schon die be-
lannte Zerlegung von O03 in -N l 'N (bab. Chaqgqah 13b), wonach neben dem Fliissigen (Wasser),
das Thales als Princip genannt hatted, das Feuer gonannt wird. Reifmann's Conjectarin Bet talud II
S. 49 erschoint gewunagen. 'o) niV heisst im Aramuischen sechs, ie I. E. hier aus Dan. 3, 1 eben
nachweist. Die zwei Worte n V NM kinnten also auch heissen: ,,(Gott) schuf sechs". 21) Namlich:
oben and unten, vorn und hinten, rechts und links als die sechs Grenzen allor KOrper (Sef. jenirah 1, 11).
6*





44 Abraham Ibn Esra.

Und dann: dor Wortanffinge Zahlwerth init ID. Lt 't "N 'I p'z~n
ersten Schriftvers )bestelhta 2 gI
Genau iaus zweiundzwanzig wvie die Buchstabein itinn '" "13
in Alphabet.
Und der Worte daselbst sind ebenso sieben3, 'IfW" nitz
WioVocale im Hebriischen werdcn geschrieben D-''?1 3?I0 m15
Oder am Himnuel Planoten worden herum- n, ':n z I
getrieben5.
Buchstaben endlich seen achtundzwanzig im i~1 t "; t3 nmrni nl
ersten Satz:
In so vielen Lagern linden der Mond allmonat- n3 '13
lich Platz6;
Und auch die achtundzwanzig wechseolden
Zeiten [ nf vnprl nIpb 1pi
Im Buche Kohelet7 seen so zu deuton.
Wenn nun Bet im Beginn und Mem am Schluss r"'. "fl?. nD i .l a32
Des erstun Buches s noch gedeutot werden muss, D". t 11D!
So mag zweiundvierzig, deren Betrag und Werth,
An den Gottosnamen gleicher Zahl crinnero, tSZ i fl 1
der houhverehrt
Vom Hohenpriester am Versohnungstage denm ,01. i 'T "I NF.~',T
Bekenntnisse ward eingereiht9 D12..~1


1) 11W felt in B1. 2) Die Anfangsbuchstaben dor in 1 Mos. 1, 1 enthaltenen slebon Worto sind
2, N, n. 1, n, deren Zahlenwerth 2, 2, 1, 1, 5, 6, 5 zusammengenommen 22 betriigt, grade so viol,
als das hebrliische Alphabet Buchstaben onthalt, vermittelst dessen Golt die Welt geschaffen hat (Sef.
jerirah 1, 1). Gegen die Deutungen des Buchstabonworthcs (WNlln';I ) ausserhalb der Agadah erkltirt
sich I. E. auch im gangbaren Comm. zul os. 14, 14. 3) 1 Mos. 1, 1 enthlilt sieben Worte. 4) Die sieben
Vocale sind nach I. E. (Zachot, Anfang und sonst) drei urspriingliche: Cholem, Chirek, Gross Patach
(Dhamma, Kesre und Fatha im Arabischen entsprechend) und vier abgeleitoto: Gross Kamez, Schurek,
Klein Kaeoz (Zere), Klein Patach (Segul). 5) Nach der deon Ptolemiaus im Wesentlichen folgenden
Sternkundo in der Zoit dos I. E. bewegen sich um die Erde, als den lMittelpunkt des Weltalls, die ver-
meintliclen sieben Planeten in der Reihenfolgo von luten nach oben: Mond, Morkur, Venus, Sonno,
Mars, Jupiter, Saturn. 6) Zu Kohel. 3, 1 bemerkt I. E.: ,,Manche sagen, die hier achtundzwanzig
Mal (als wochsolnd) genannte Zeit (nul entspreche den 28 Bildern des Thiorkreises, in denen der Mond
nach einander im Verlaufe jedes Monats orscheint. Auch diese Bemerkung ist nichtig." Im siderischen
Monato, dor rund 28 Tage betriigt (genauor 27 T. 7 St. 43 Min. 111/2 S.; vgl. ob. S. 29 A. 5) durchliuft
der Mond an jedem Tage im Stensbilderkreiso einen Theil, der das ,,Bild" oder das ,,Lager" dos bo-
ziiglichen Tages genaunt wird. Uober diese Lehre von den Mondstationon s. auch Saadiah Eminot,
Einl. ed. Landauer S. 17 letzte Zeile und in der Tibbon'schen Uebersetzung ed. Berlin S. 9 (unpaginirt);
ferner aus Albiruni, Cihronologie orientalischers Vdlker ed. Sachau, zweiter Hillfto, Leipz. 1878 Brockhaus:
Z D MG XXIV S. 359. Nach Mildler, Polin. Astronomie, Berl. 1841 S. 537 theilten die alten Inder
doll Thierkroes in 27 Mondhinser, jo oin Haus fiir cinen vollen Tag, und war dies ein anderos Ein-
theilungsprincip als die zwilf Sternbilder der Chaldlier, Pihnicier, Aegypter und Grioclen. 7) Kohel.
3, 2-8. s) Das erste Buch Mos. begimnt mit dem Worte n' N'I2, dessen Anfangsbuchstabo 3 ist, und
es schliesst mit CI-'-i dossen Schlussconsonant 1 ist. Dieso beiden Buchstabon 20 haben zusamnmon
don Zahlenwerth 42. n) Dem droimaligen Siindenbekenntnisse, worin der Gottesnamo je droimal vorkam
(Misclnah .loma 3, 8; 4, 2; 6, 2). In Betreff des hier erwiihnten Gottesnamens s. ba Kiddnsch. 71 a;
Maim., Moreh I 62 und R. Haj, in desson Zeit man ihn noch zu kennen glaubte, in 12'p! Drl' von
Elieser Aschkenasi,Frkf. a. M. 1854p. 57aundbeiAbraham Ibn Jarchiin Has anh qi/ i1 012i ni 15
62 p. 61a ed. Berlin. I. E. erklirt nicht, iie or die Zahl 42 des Gottesnamens verstehe. Nur fiber den
72-zlihligen Gottebnamen ("Yr 12 tM2) erklart er sich im ,,Buche iiber den Gottesnamen" (OW21i 1C),
Cap. V dahin, 6s soi der Zahlenwerth 72 dor Combinationen s ;i, iM' Mi7'; was er auch im gangbaren





Einleitung zum ganyjb. Pentateuch-Conim.

Und oinst am Sinai dem Mosoh ward anvortraut
fiir allow Zoit;
Denn es heisse: ,,Der Herr genannt mit zwei-
undvierzig am Sinai in Heiligkeit" u.
Sclliesslich sei die Schupfung darum der Torah
crstos Wortlo
Und stche ,,Israel" an dos Schlusses Ort 1,
Weil Israel spiter trat ins Dasein zwar,
Doch der Weltschipfung vorangehouder Ge-
danko war1 -
Und am Ende
Giebt es solcher Deutungen kein Endo.


Einen fiinften Weg nenn' ich zuletzt;
An den sei nmeiner Erklirung Grundban gesetat.
Er schoint mir der reclte zu scin
Vor Gott, den ich fiirclte alloin:
Auf Menschen zu acliten bin ich niclt gewillt,
Wo es Gottes heiliger Lehre gilt. -
Jedes Wortes grannnatische Seite will iuh
nach Kriften genau ergriinden
Und die Erkliirung dann geben, so gut ich sie
vernag zu finden.
Jodes fragliche Wort
Subhe an seinem ersten Ort!
So findest du Schamajim'ni im ersten Verse
genau orkliirt
Und nach diescr Regel jeden Ausdruok, der
zur Sprache der Schrift gehirt. -


V. Wissenschaftl. Auslegung. 45




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nIros~an ngltt?'-n r\^ ^nB'




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Comm. zu 2 Mos. 33, 21 (vg]. zu 14, 19) und in Jesod mora Cap. XI, allerdings nur andeutend, besagen
wollte. Combinationen aihnlicher Art, welche 42 betragen, kinnten sein: 1', li, 0 ; allein diese
Combinationen witron ganz willkiirlich. Sehen wir von der Frage ab, wie I. E. sich den 42er Namen
erklHrt habe, so leuchtet die Deutung W. Bacher's in dessen Agadah der babylonischen Amorder S. 18
sehr ein; dorselbe nennt zugleich R. Iaj bei Ascleri zu Jonma VIII 19 als Quelle fiir die Annahme,
dass der 42er Gottesname vom HP. am Vors6hnungstage angewendet worden sei (das. A. 114). Die
Ansichten Anderer s. in den boi Zunz Syagogale Poesie S. 146 Anm.g angefiihrten Stellen.
1) 1=D1 M 01 Pti; C10102 L. 2) l 1': i1 01. 3) "?i7n Hi. 3; 11m L. 4) nrinl M Vs.
5) n n :3 ai3'n Bi; 1% r711pi ? 'n B'. 6) '0 i'r Bs 03 Vi. 7) merp2n nTN Pti; 1 1irpn 2N Ha
a) 110'5 5D L Ptl. P) Ps. 68, 18 heisst es llp D D2 i7m wobei das Wort 02 ebon seinem Zahlen-
werthe nach (42) gedentet werden sell. 1o) 1 Mos. 1, 1 beginnt dor Pentateuch mit den Worten
D~ni5N -1 nL'N 1. 11) 5 Mos. 34, 12 schliesst der Pentateuch mit den Worten 5H ntv' 5 )D).
- 12) Nach Ber. r. I gehort Israel zu den vier Dingen, deren Entstehung vor der Weltsch5pfung be-
schlossen war (s. ob. S. 42 A. 17). i3 Namlieh in O'DWnl n1 1 Mos. 1, 1.





Abrahcam lIbn Esra.


Nicht fiihr' ich Griinde an, nach der Massorah-
deuter Art,
Dafiir, dass Ein Mal ,,voll", ein ander Mal
,,verkiirzt" geschrieben ward12.
Denn die Scheingriinde, die da werden gelehrt,
Haben mit der agadischen Deutung gleichen
Werth 13
Giebt doch der Schreiber das Wort bald voll
der Deutlichkeit wegen,
Bald verkiirzt, wenn eben an Kiirze ihm ist
gelegen!

Die aber Grinde heischen fur verktirzte Schrei-
bung und zugleich flir volle,
Sic migen doch sagen, wie man ohne Absicht
eigentlich schreiben solle.
Da hat Moseh dasselbe Wort ohne \\iaw ge-
schrieben 14,
Das vom Ordner der Spriiche uns ist mit
demselben verblioben 15:
Was die vielen Jahre zwischen beiden genug-
sam erkliren.
Ja, Kindern m6gen jene Griinde gut genug
sein anzuhbren16.

Auch wird, wor nur richtig kann erkliiren,
Die ,,Verbesserung der Soferim" leicht ent-
behren17.


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1) So H2; micnn wi U Bil n lnc :n :N 'Dra Bs N 0; micin J':>n puSi 's M. 2) I; BI w.
:) men: nti noi C Ha; en'i T -i vi 51v; mon:; nMVi H1 02. a; mnDre 11in I. 4) So on 'l '1n 11:
BI L Pt? und Oin 'iLt '[13 B2 VI W; fehlerhaft sclon .13 mW't W1T3 Pti und vollonds ,1T71 11-i 01
odor 1:1n -11t N. 5) O'rDO BI. 0) N1MiDi a ni a Pin'. pi. 7) O'eiC1 Va. s) Do'tn LN.
3) -11 D~Yi "15n' B2, womit abor der Gloichklang der beiden i10 am Ende gestirt wire. o0) So
Ba L Pt2 W iibercinstimmend mit der bei I. E. vorkommenden Form (z. B. Ker. chem. IV S. 141 Z. 10);
nip r n H Bi N Ptl. 11) tW11'C Bi. i) Die iiberlieferte Mannigfaltigkeit in der Schreibung der
hebriiischen Texte mit oder ohne die vocalisch gesprochenon Buchstaben ~"I (scri/pio plena oder defective)
sowie andero die Schreibung der Texte betreffende Uoberlieferungen warren Gegenstand oiner zumeist
gekiinstelten und willkiirlichen Deutnng geworden. Die Probe einos solchen Midraschwerkes iiber
massoretische Einzelheiten s. z. B. in Berliner's Pletat Soferi'm S. 36 11. hebr. u. S. 34 ff. deutsch. -
13) D. h. sie geben nicht eine einfache Erklarung der Sachc, sondern tragen Erbauliches, Belehrondos,
Unterbaltendos lhinein. 14) 2 Mos. 15, 18 i 351 1 Vy! 1. 15) Spr. 30, 22 fi:~t 7= 1ti n_. -
16) Vgl. I. E. in Safah berurah, Eil. S. 7 a ed. Lippmann : D' xni D'mu 0t3i 1Ni3 micnC7 'lt n
.-is:5 i0 n03 Mr' non, i, icNh xi UYe o'pl7:en onr 'mnnN ', a CM3 m n G5: iu 11 'r ,e e'menhi
, i up Im m nnx in cia nin x IN rii l lan na, rnn xl i, ,n in ox xl ha 5 r:'n pl. Irnthiimlich
versteht der Horausgeber G. Lipp mann das. hunter miDon -i:n die Massoreten, deren Geringschlitzung
bei I. E. ibm mit Recht unerkllirlich ist. Es sind aber, vie hier, vielmehr diojenigen, welche die Massorah
zum Gcgenstande dcr Deutung machen. Beiliulig ergiebt sich hioraus die Richtigleit der LA n0 m
nmliDn oben Z. 344. 17) Eine Verb esserung oder Berichtigung der Saferim (o'iiD ]pp)
im Wortlauto der h. Schrift wird an 18 Stellen angenommen in der ,,grossen Massorah" zu 4 Mos.
Anfang und zu Ps. 106, 20. Eine solche wird in Bezng auf Stellen iiberhefert, deren eigentlich
beabsichtigter Ausdrucl aus religiOsen oder Schicklichkeitsriicksichten eine verinderte Fassung


1





Einleitung zum gangb. Pentateuch-Comm. V. Wissenschaftl. Auslegung. 47


Der Uehersetzer der Torah aber ins Ara-
mraische' hat richtig iibersetzt

Und vieles Dunkle uns ins Licht gesetzt.
Scheint er znweilen agadischen Deutungen
eifrig nachzugehen,

So erkennen wir dobc, or konnte besser als
wir den eigentlichen Sinn velstehen5.
Doch giebt er eben gem noch andere )Den-
tungen an die Hand.

Weil der bnhstAiblieho Sinn selbst Unwissen-
den ist bekannt.

So wenn er das Wort fiir .,Eselsfiillen" getreu
zu iobersetzen versiiumt
Und dessen Platz dcr Tempcleorbaa ung einrliumt .


Doch der freienDeutung weilcht die schlichte
Erklirunog nieht:

Denn ,,dio Torah zeigt wohl siobzignal ein
anderes Angesicht"7.


ms rim itz; Mnt iMLI, t=
)ot t )r i3 36.i
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erhalten haben soil. Vgl. lechilta zu 2 Mos. 15, 7 ed. Friedmann S. 39an. b mit Anm. und ed. Weiss
S. 47 mit dossen Anm. dazu; former Sifrc zu 4 Mos. 10, 35 ed. Friedmann S. 22 b und zn 4 Mos. 12, 12
S. 28 a; R. Simon in Beresrh. r. nnd Baer K o hen im Comm. lMaiuot tehnnah das. Wic I'E. hior sich
nblehnend 'egen die Annahme von T'ikkln soferim vrlhalt, so Russort or sich auch an verschiedenen
anderen Stellen, wie Z/chot g. E. u. zu 4 MIs. 11, 15: 12, 12. Auch Rasehi giebt zn 4 Mos. 12, 12
nach Anfiihrung der dortigen > ..... -i'..- ii.u 1 .. eine von derselben absehende Erklirung. Ueber
Tikknu soferimn wird iibrigens bekanntlich in den Einleitougen zur h. Schr. gehandelt; eine besondere
Dissertation dariiber verfasste A. VWedell, De emeilationibois a Sopheri/ propositis, Breslan 1869.
i) O'ZDTI-1 M. 2) Y Bi. 3) j]2 Pjl~ 02; ] 2 1~2l ji=5' Pt-. 4) Der Verfasser des sogenannten
Tlqar1ium Otkelos. 5) In Jes. mor. I sagt I. E.: Auch das Targum bringt Nutzen, wiewohl es nicht
durchgiingig dein schlichten Sinne folgt. Vgl. Einl. zu Safah berurah S. 11 ed. Lippmann. Die dem
1)argum eingemischte Agadah bnurtheilt I, E. nicht allein aus Pietiit, sondern besonders deshalb nach-
sichtiger als die in den vorwiegend agadischen Commentaren, welche seiner Zeit naiher standon (oben
S. 35 Z. 208 If), weil, wie er hier ausdruicklich sagt, in Onkelos der einfachen Erklirung in den bei weitem
vorwiegenden Fallen geniigt und Agadah nur ausnahmsweise gogeben wird, umgekehrt als in Lekach tob
lnd iihnlichen Commentaren; woil ferner nach der Meinung des I. E. dieses c irgyau anch da, wo os
Agadah bietet, dieselbe als solcho erkennt and nnr den Lesern zn liebe nicht zuriickhalten will, wthrend
die VerfaSsor jener Commentare" sich fiber deren Natur tliuschen, Agadah also fiir einfache Erkliirung
halten und ausgeben. Vgl. iibrigens des I. E. iihnliche Aeusserungen iiber Onkelos in der inleitziqg zu
der grammatischen Schrift Jesod, mitgotheilt nach Cod. Pinsker bei Bache r, Abraham Aln Eara, Anhang
S. 148. 149. i) 1 Mos. 49, 11 inN 'n. ;D it' 1i ]r.Y)1 'I.N wird in Onlelos dureh die Worte wieder-
gogobaen: t ,'Im ]il;: Mln ipit ot' in- D ,,Israel (Weinstock genannt Ps. 80,9) wird seinen Tempol
erbauen"; weder wird also ri' ,,sein Eselsfiillen" (von TY), noch das im anderen Versgliede offenbar
entsprechende e :nx ''l ,,das Junge seiner Esolin" tibersetzt, sondern i Tp wird wiedorgegeben durch
,,seine Stadt" und 'lnN 1'., wie I. E. hier hervorhebt, so anfgefasst, als wiire 'I oine Verbalform von
,-M, bauen, und lnt mit dem ,,Eingangsthore" des Tempels (jin/n i" r' Ezech. 40, 15) zu verbinden.
I. E. spricht von dieser Deutung im Oukelos-lhrgiiii ansfiihrlicher und in etwas anderem Sinne in der
Einl. zu Saf. ber. 11 b ed. Lippmann und Bhnlich in der Einleiling zum and. Pent.-Comm. ed. Friedl.
S. 5 Z. 15 ft. 7) min' Dln': op z ein spriichwirtlicher Ansdruck, hat seinen Ausgangspunkt vielleicht
in bab. Sabbat 88 b, wo aus der Schule des R. Ismael eine Boraita zu Jer, 23, 29 bemerkt: ,,Wie hunter
dem Hammer der Stein in viole Splitter sich theilt, so theilte sich jeder Ausspruch Qottes in siebzig
Sprachen" (d. h. in die Sprachen der nach 1 Mos. 10 iiber die Erde vertheilten 70 V/lker). Dasselbe
loitet R. Jochanan das. aus Ps. 08, 12 her. Vgl. Sanh. 34a, wo dieselbe Dentung von Jer. 23, 29
auf die grosse Verschiedenheit der Auffassungen, welche die Auslegung einer und derselben Stelle zu





Abraham Ibn Esra.


Nur wasLehren, Rechto and Gesetze anbelangt6,
Wenn da der Worte Sinn nach zwei Seiton
schwankt,
Und die Eine fillt zusammen mit der Traditions-
lehrer Worten.
Die gerecht und wahr sind aller Orten,
So miissen wir deren Wahrheit unbedenklich
mit festen Armen erfassen7,

Und Gott verhiite, dass wir uns auf eine Ge-
meinsehaft mit den Kariern einlassen,

Die die Tradition des Widerstreits mit Schrift
und Grammatik zn zeihen sich anmaassenS.

Nein! Unsere Alten sind ganz Wahrheit
Und alle ihre Ausspriiche sind Wahrheit. -
Und Gott der Herr, welcher ist die Wahrheit,
Leite mich, seinen Knecht, denWeg derWahrheit!


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geben vermag, bezogen wird. Ferner s. Raschi's Commelar zu .2 Mos. 6, 9, Beetidbar rabba 13 und bei
I. E. Sefatjeler 31 und Zachot am Ende; nunmehr auch Bacher, Abraham lbn Esra S. 76 A. 2. Aelter ist
die Annahme von D D 1~t' im lMidrasch zu HL 2, 4, wo )5.11 =49 gesetzt wird. Nach Steo inschneider
ZDMG IV S. 158 drang die Zahl 70 aus dem Islam ein, we man 72 Secton und 72 Auslegungen annahm.
1) innnr N W. 2) So B L N Pt; nliin L Hi 1OVl.. 2. 4. : i:rri V3W. 3) NeuesteAusgaben
nrCM -7;1 l jimp "iT7. 4) ;i)lD D;irn7. -1 Pl; die Zeile fehlt ganz in B2. 5) Aus Jer. 10, 10. ) Die
das gesetzliche Leben begriindende (halachische) iuslegung schliesst I. E. von der unbesclhunkten Freiheit
aus, die er fiir die wissenschaftliche Schrifterkliarung in Anspruch nimmt und der agadischen Auslegung
gegeniiber geltend macht, da eine zu welt gehende Freiheit im Bereiche der Halachah bedenkliche Folgen
fiir die Gestaltung dos praktischen Lebens laben and zur Auflisung aller Bande hunter den Glaubensgenossen
flihren kann, wie das Beispiel der Karaer, auf welche I. E. hier ausdriicklich hinweist (Z. 373), einem in
Spanien geborenen Manne, der in Afrika gereist war, in beiden Gebieten karlische 6emeinden gesehen, mit
deren Gelehrten disputirt hatte und in der karaischen wie antikariliscien Literatur bestens bewandert war,
augenscheinlich zeigen konnte. WAthrend die aus R aschi's Schule hervorgegangenen nordfranz6sischen
Exegeten, deren bedeutendster Vertreter Samuel ben M ii r war, mit einer erstaunlichen Harmlosigkeit
Erkllrungen geben, die der Halachah schnurstracks widersprechen (s. Comm. des RSBM zu 2 Mos. 13, 9; 21.
6. 10. 11. 20. 28. 34 und sonst, sowie meine Abhandlung Samuel Len JMiLr als Sclrifterktlrer S. 76 u. S. 83 A. 2),
such I. E. in der Regel auch da, weo er eine aweichende Erklitrung nicit zuriickhalten kann, das Zusammen-
fallen mit karhischerWillkiir zuvermeiden, drer erjaach in dieser Einleiung bet derBesprechung der zweiten
Method aufs entschiedenste entgegengetreten ist. Beispiele von der Anwendung dieses Grundsatzes sind in
grosser Zahl in seinen Commentaren zu findon. So tritt er oinfach oder mit ausdriicklicher Abweisung der
Karler fiir die Halachah ein: zu Mos. 32, 33; zu 2 Mos. 12, 2.15; 13, 9. 13. 16; 21, 2. 24; 22, 9: 23, 2; 35,
3; zu 3 Mos. 1, 15; 2, 2; 16, 29; 18, 11; 21, 2; 23, 11. 24; 25, 9. 36; zu 4Mo s. 3, 39. 47 29, 1; 30, 3; zu
5 M os. i, 8-9: 14, 22; 15, 17; 21, 11. 22; 22, 12; 25, 4. 5 (3Mal), 12. Er spricht eine abweichende Erklllrung
hunter Angabe der halachischen Auffassung, oft aber auch mit einem Vorbehalte flir die Halachah, aus, deren
Bestimmungen ihm unabb ngig von derDeutung der beziiglichen Bibelstellen in vollerKraft bestehen und die
or, wenn m6glich, durch Vermittelung in Uebereinstimmung mit seiner Erklitrung setzt: zu 2 Mos. 23, 19;
zn 3 Mos. 19, 20; 25, 46; zu 4 Mos. 15,39: 28, 15 (14); zu 5 Mos. 21, 13; 23, 12.18; 25, 2. 9. Doch giltihm
die auf die Halachahzielende Deutung nur als Anlehnung (Nr t DN) oder als Erinnerungsmittel (1:-) ftir die
olnehin unzweifelhattelHalachah: zu 1 os. 1,28; zu 2 Mo s. 21, 7 in beiden Commentaren; zu 3 Mos. 19, 20:
23, 40; zu 4 Mos. 27, 11. Vgl. auch die Einleitung zu dem adorn Pent.-Comm. ed. Friedlinder S 5 Z.21 f.
7) Vgl. Ailei ndtg zum kurzen Comm. zu Dan. ed. Mathews in A. Loewy's Miscellany of Hebrew Literature
Vol. II, London 1877 hebr. Th. S. 1: y'p 'n Dimin ?1 ain- r ,DE'r D:l mpi n ras -pz'-, p ib
nrn' n 'r1SYn n N wisin~Z i-rnrin 1r i t ipnm iw 5"; 5- O. 8) I. E. fiilrt in seinen Commen-
taren viele Beispielo dieser aus der kariiischen Literatur hinireichend bekannten Behauptung an. Vgl. auch
Abtheilung II diesor Einleitung.
Nachtrag: 1) Zu S. 24 A. 10: C'li 2mN bereits riclitig in N: 2) S. 9 A. 10 vorletzte Zeile:
Flirn or richltiger in B N,


















JAHRESBERICHT.



Das Seminar begeht zum dreissigsten Male die Gedichtniss-
feier seines Stifters, des verewigten Commerzienrathes Jonas
Fraenckel. Wie nach einem alten Ausspruche (Abot 5, 21) im
Menschenleben auf die ersten Versuche der sich entwickelnden
Befihigung die Zeit michtigen Dranges folgt und dann mit den
dreissiger Jahren der Besitz und das Bewusstsein voller Mannes-
kraft erst den sicheren Halt im Inneren und die achtunggebietende
Stellung nach aussen vermittelt, so ist auch das Seminar nach
gliicklicher Entwickelung und redlichem Ringen bereits in die
feste Bahn selbstbewussten Wirkens und Schaffens eingetreten
und erfreut sich einer stets noch wachsenden Neigung und Vor-
liebe bei der lernbegierigen Jugend sowohl wie bei den gebildeten
Gemeinden innerhalb und ausserhalb Deutschlands.
Nach mancherlei Schwankungen, auf welche der Wechsel
iusserer Verhiltnisse nicht ohne Einfluss geblieben ist, darf jetzt
wieder ein hSherer Aufschwung darin erkannt werden, dass im
Beginne des gegenwirtigen Wintersemesters ein auffallend
starkerer Zugang von Schillern und Genossen zu verzeichnen
war. Es traten acht sogleich und einer noch nachtriiglich ein.
Der Gymnasialklasse wurden drei als ordentliche Schiiler und einer
als Hospitant zugewiesen; fiinf waren mit einem Maturitits-
Zeugnisse versehen und besuchen gleichzeitig mit dem Seminar
die hiesige Universitit. Ihre Namen sind: Israel Jelski, Ober-
primaner aus Danzig, gebiirtig aus Slonim (Russland), Bernhard
Kohlbach aus Lipto St. Miklos (Ungarn), Joseph Levi aus
Freudenthal (Wiirttemberg), Abraham Lewinski aus Loslau,
Berthold Oppenheim aus Thorn, Salomon Posner aus
Kippenheim (Baden), Markus Sch6nberger aus Jasfalu (Ungarn),







Salomon Tiktin aus Breslau, Ignaz Ziegler aus Trentschin
(Ungarn). Es geh6ren nunmehr im Ganzen 35 Seminaristen der
Anstalt an.
Das Vertrauen der Gemeinden zu der Wirksamkeit des
Seminars erwies sich als fest und unerschiittert in der Berufung
seiner ehemaligen Jiinger zu theologischen und pidagogischen
Aemtern. Es wurden gewiahlt und berufen: Dr. Leopold
Treitel, friiher in Briesen, als Religionslehrer der jiidischen
Gemeinde in Karlsruhe (Baden), Dr. Nehemias Kronberg als
Rabbiner in Tabor (B6hmen), Dr. Bernhard Ritter, bisher
in Prenzlau, als Oberrabbiner in Rotterdam (Niederlande),
Dr. G. Riilf als herzoglicher Landrabbiner in Braunschweig,
Dr. Wilhelm Miinz als Rabbiner in Gleiwitz, Dr. Salomon
Fried, friiher in Bernburg, als Rabbiner in Ratibor.
Die Lehrthatigkeit am Seminar hatte im abgelaufenen Jahre
ihren ungest6rten Fortgang, bis auf die Unterbrechung, welche
die Lehrvortraige in der jiidischen Religionsphilosophie durch den
Urlaub des Prof. Freudenthal vom Januar an bis zum Ende
des Sommersemesters erlitten. Seit dem Beginne des gegen-
wartigen Semesters ist derselbe nach Wiederherstellung seiner
Gesundheit in seine friihere Thitigkeit eingetreten. Inzwischen
bekundete wihrend des Sommers der Rabbiner der hiesigen
Synagogengemeinde, Dr. M. Joil, seine Liebe zur Anstalt, die
sich ehemals seiner Mitwirkung als Lehrer viele Jahre hindurch
zu erfreuen hatte, dadurch, dass er auf Ersuchen des Lehrer-
Collegiums eine Stunde w6chentlich, so lange es seine Zeit er-
laubte, fiber Religionsphilosophie las. Er hat dadurch das Seminar
zu erneutem Danke verpflichtet. Ebenso hat Prof. Graetz, wie
das nachfolgende Verzeichniss der gehaltenen Vorlesungen zeigt,
eine wichentliche Stunde aushelfend der Erklarung eines religions-
philosophischen Buches in gewohnter Opferwilligkeit gewidmet.
Im Einzelnen ist zur Geschichte des Seminars im abgelaufenen
Jahre (1884) noch Folgendes anzufiihren:
Am 27. January, dem Todestage des Stifters, wurde die Ge-
denkfeier in herkSmmlicher Weise begangen, wobei Dr. Zucker-
mann die Gedichtnissrede hielt. Hieran schloss sich die feierliche
Entlassung der gepriiften Candidaten Dr. Nehemias Kronberg
und Dr. Wilhelm Miinz, unter Ueberreichung der Rabbinats-
diplome, durch den Seminar-Rabbiner Dr. Israel Lewy, worauf
Dr. Miinz Abschiedsworte an die Lehrer und die Studiengenossen
im eigenen und in seines Collegen Namen sprach. Gleichzeitig wurde
das Urtheil des Lehrer-Collegiums fiber die eingegangene Arbeit
zur Bewerbung um den Joseph Lehmann'schen Preis ver-







kiindigt. Die Aufgabe hatte gelautet: ,,Stellung und Bedeutung
des Jehudah Chajug' in der Geschichte der hebraischen Gram-
matik." Eine Bearbeitung war eingegangen mit dem hebriischen
Satze als Merkzeichen: =' m3=3 B nin nm"pn3 moi1v bu i7 p,3io -mrr '%=
t~-i= mn-nin x" pm b amb b' ny-pmi W b'bI (Erubin 53 a). Die ein-
gegangene Arbeit gab nach einem historischen Riickblicke auf
die vorangegangenen Leistungen des Saadjah, des Ibn Koreisch
und Menachem Ibn Saruk eine ausfiihrliche Darstellung der
grammatischen Entdeckungen und Lehren des Jehudah Chajug'.
Wiewohl nun in der Betrachtung der Vorginger Manches zu aus-
flihrlich er6rtert worden war, was zur Sache nicht nothwendig ge-
h6rte, und die Angaben iiber deren grammatischen Standpunkt zum
Theil aus spiteren Hiilfsmitteln gesch6pft waren, bei Menachem
ferner zwar die grammatische Einleitung vollstiindig, dagegen die
in den Worterkliirungen zerstreuten grammatischen Regeln zu
wenig benutzt waren, Dunasch Ibn Labrat aber hinsichtlich
des Fortschrittes, den seine Schriften im Verhiltnisse zu Me-
nachem darstellen, nicht geniigend gewiirdigt worden war: so
war dessenungeachtet die Aufgabe im Wesentlichen befriedigend
gelist worden, und war der eingegangenen Arbeit in gebiihrender
Anerkennung des auf sie gewendeten Fleisses, der Reife des
Urtheils und der Vertrautheit mit der hebriischen Formenlehre,
welche der Verfasser bekundet hatte, der Preis einstimmig zu-
erkannt worden. Die Er6ffnung des mit dem angefiihrten
Spruche versehenen Umschlages zeigte, dass Cand. phil. Bern-
hard Drachmann aus Jersey City in Nordamerika Verfasser der
preisgekr6nten Schrift war.
Die Preisaufgabe fir das eben abgelaufene Jahr lautete:
,,Die Stellung der Sklaven bei den Juden in rechtlicher und ge-
sellschaftlicher Beziehung nach talmudischen Quellen." Es ist
eine Bearbeitung des Gegenstandes eingelaufen. Das Ergebniss
der Bewerbung soil am'27. January 6ffentlich verkiindigt werden.
Am 5. Mirz being das Seminar die Gedichtnissfeier ffir den
verewigten' Director Dr. Z. Frankel. Die Festrede wurde von
Dr. Kronberg gehalten.
Am 22. Marz wurde der Geburtstag Sr. Majestit des Kaisers
in der Seminar-Synagoge im Anschlusse an den Morgengottesdienst
gefeiert.
Am 17. April, dem letzten Tage des Pessachfestes, schloss
sich dem fiblichen Seelengedichtnisse (ma n ~rn) eine Gedenk-
feier fuir den verewigten Director Dr. L. Lazarus an.
Am 10. August wurde in Berlin dem allverehrten Begriinder
der modernen jiidischen Wissenschaft, Dr. Leopold Zunz, zur







Feier seines neunzigsten Geburtstagsfestes unter vielen, von den
verschiedensten Seiten ihm dargebotenen Zeichen dankbarer Ehr-
erbietung und Liebe eine Adresse des Lehrer-Collegiums unseres
Seminars iiberreicht. Dieselbe hatte folgenden Wortlaut:

Breslau, im August 1884.
Hochgeehrter Herr Doctor!
Das jiidisch-theologische Seminar in Breslau, welches die Unterzeichneten zu
vertreten die Ehre haben, kann es sich nicht versagen, an dem Tage, an welchem
Sie vor neunzig Jahren in den Kreis der Lebenden getreten sind, Ihnen seinen
herzlichsten Gliickwunsch darzubringen.
DieWissenschaft des Judenthums, welche durch Sie in Deutschland begriindet
worden ist, verdankt Ihnen eine Reihe mustergiiltiger und formvollendeter Werke,
die nicht allein reiche und mannigfaltige Belehrung und Anregung dargeboten,
sondern wesentlich die Bahn gebrochen und die Wege gezeigt haben, worauf
eine betrHchtliche Anzahl jiingerer Schriftsteller in einzelnen Disciplinen Bedeu-
tendes und Verdienstliches geschatlen und ganze Gebiete an- und ausgebaut
haben. Wer die literarischen Schopfungen im Bereiche der jiidischen NWissen-
schaft seit den vierziger Jahren bis auf den heutigen Tag iiberschaut und sich
des Reichthums und der Fiille der geistigen Erzeugnisse auf diesem Gebiete in
Deutschland, Oesterreich, Frankreich und England erfreut, wird, wenn er gerecht
sein will, Alles als eine directed oder indirecte Wirkung Ihres schaffenden Genius
betrachten und anerkennen, wie ja auch das jiidisch-theologische Seminar hier
Ihrer Anregung zur Pflege und zum Ausbau der jiidischen Wissenschaft seine
Entstehung und sein Dasein verdankt.
Diese schriftstellerischenVerdienste, welche Ihncn, sehr verehrter Herr, einen
unsterblichen Namen ffir alle Zeit sichern, sind es aber nicht allein, die den
heutigen Tag uns und Ihren zahlreichen Verehrern und Freunden zu einem
freudenreichen gestalten. Wir blicken mit nicht geringerem Stolze, mit nicht
geringerer Befriedigung auf Ihren, ein ganzes langes Leben hindurch stets be-
wihrten Charakter als Mensch, Staatsbiirger und Israelit. Alle Ihre Zeitgenossen,
die Sie niher zu kennen die Ehre und die Freude haben, sind Zeugen Ihrer
menschenfreundlichen Gesinnung, Ihrer unbestechlichen Wahrheitsliebe, Ihrer Be-
geisterung fir Recht und Freiheit und Ihrer unwandelbaren Treue fiir Ihren
angestammten Viterglauben und dessen Bekenner. Frei von den Bestrebungen
eitlen Ehrgeizes, ein Feind und Verachter aller niedrigen Gunsterschleichung, aller
selbstsiichtigen Berechnung, erhaben iiber aussere Ehrenerweisungen, Titel und
Ehrenzeichen, wandelten Sie wahrend der ganzen Zeit Ihres rastlos schaffenden
Lebens gerade, klar und fest die selbstgewahlte Bahn freudiger und opferwilliger
Hingebung fiir die Wissenschaft, fiir die Wohlfahrt Ihrer Mitbiirger, fiir die
Ehre Ihrer Glaubensgenossenschaft.
Moge es Ihnen noch recht viele Jahre hindurch vergonnt sein, die Friichte
Ihres uneigenniitzigen, segensreichen Wirkens in dem eigenen erhebenden Be-
wusstsein sowohl als auch in der freudigen Anerkennung und dankbaren Liebe
der Mitwelt zu geniessen; m6ge es aber auch uns und Ihren vielen Verehrern
beschieden sein, auf Sie in unserer Mitte mit Stolz und Freude noch recht lange
hinblicken und hinweisen zu konnen.
Das Lehrer-Collegium
des jiidisch-theologischen Seminars in Breslau.
(Folgen die Unterschriften.)




V


Am Vers5hnungstage, der auf den 29. September fiel, wurde
in der Predigt vor der herkSmmlichen Seelenfeier das Andenken
des verewigten Seminar-Rabbiners Dr. David Jo 81 in Verehrung
und Dankbarkeit hervorgehoben. Die Predigt hielt der Priifungs-
candidat Dr. S. Horovitz.
Am 30. September legte Dr. Zuckermann den Vorsitz im
Lehrer-Collegium, den er seit dem i. October 1883 geffihrt hatte,
laut 3 des Regulativs fiir die Befugnisse des Lehrer-Collegiums
vom 3. November 1882, nieder. Am i. October fibernahm der
Unterzeichnete den Vorsitz.
An der fast iiberall von den Glaubensgenossen begangenen
Feier des hundertsten Geburtstagsfestes Sir Moses Montefiore's
in Ramsgate (England) am 8. Marcheschwan d. J. (27. October
1884) betheiligte sich das Seminar durch die Uebersendung der
nachfolgenden Adresse an den edlen Jubilar:

Breslau, im October 1884.

Hochzuverehrender Herr!

Die unterzeichneten Vertreter des jiidisch-theologischen Seminars in Breslau,
welches die Religion, den Geist und die Wissenschaft des Judenthums zu pflegen
und zu lehren bestimmt ist, erkennen es freudig als ihre Pflicht und empfinden
aufs lebhafteste das Bediirfniss, Ihnen, hochverehrter Herr, der Sie, erfiillt von
echter Gottesfurcht und Nchstenliebe, jederzeit flir die Ehre des Judenthums und
das Heil seiner Bekenner mit bewunderungswiirdiger Kraft und Aufopferung ein-
getreten sind, zu dem Tage, da Gottes Gnade Ihnen die Vollendung von hundert
Lebensjahren gewihrt hat, ihre innigsten und herzlichsten Gliickwiinsche auszu-
sprechen. Es ist eben nicht die ungewbhnliche Zahl der Jahre allein, welche
diesen Tag auszeichnet: seine wahre und voile Bedeutung liegt in dem reichen
Gehalte, in dem hohen Werthe dessen, was Sie, hochverehrter Herr, in diesem
Lebensjahrhundert geleistet und vollbracht haben. Durch eigenes redliches
Schaffen und Walten zu hervorragender Stellung gelangt, geschitzt und ausge-
zeichnet durch die wohlverdiente Gunst Ihrer edlen Landesfdrstin, hunter den
Grossen Ihres Landes geehrt und angesehen, bewahrten Sie in Ihrem Innern und
bewiihrten Sie in Ihrem Leben ungeschwicht und unverkiirzt Ihre Barmherzigkeit
fiir menschliche Leiden ohne Unterschied der Religion, des Standes und der
Nationalitat, zugleich aber auch Ihre Anhinglichkeit an den Bund der Viter
und Ihr warmes Mitgefiihl fair Ihre Glaubensbriider. Fand und ehrte so Ihr
grosses Vaterland und dessen erlauchtes Kdnigshaus in Ihnen den treuen, opfer-
freudigen und stets verlasslichen Patrioten, der dem Wohle des Ganzen wie der
Noth des Einzelnen aus seinen reichen Mitteln zu dienen stets gem bereit war:
so fand doch zugleich das Wohl und Wehe lhrer Glaubensgenossen in Ihrem
grossen Herzen den lebhaftesten Widerhall. Die Geschichte Israels ist nicht un-
dankbar fiir Thaten und Leistungen wie die Ihrigen. Es wird unvergessen
bleiben, wie Sie bis in Ihr hohes Alter das ganze Gewicht Ihres Einflusses und
Ihres Ansehens eingesetzt haben, um die leidenden Briider vor den Unbilden des
immer wieder auftauchenden Glaubenshasses nach Kraften zu schiitzen. Palistina
und Egypten, Syrien und die europiische Tiirkei, Russland und Rumiinien warren






wiederholentlich Zeugen Ihrer unermiidlichen und aufopfernden Anstrengungen
zur Rettung der Verfolgten, zur Erleichterung der Bedriickten, zur Befreiung der
Gefesselten, zur Aufrichtung der Gebeugten unter Ihren Glaubensbriidern. Es
war Ihnen vergonnt, hochverehrter Herr Baronet, vor den Miichtigen der Erde, vor
Kaisern und Konigen mit reichem Erfolge das Wort zu nehmen und zu fiihren
fiir die unschuldig Leidenden und Gekrankten. Darum wird Ihr Name geriihmt
und gesegnet, soweit auf Erden der jiidische Stamm verbreitet ist; darum verehren
wir in Ihnen das Muster und Beispiel einer glinzenden Vereinigung unangetasteter
Fr8mmigkeit mit strengster Gerechtigkeit und 'nildester Menschenliebe. Wenn
irgendwo, so trifft bei Ihnen der Ausspruch des biblischen TVeisen zu: ,,Ein
Kranz voller Pracht ist das greise Haupt; auf dem Wege der Gerechtigkeit wird
es gefunden" (Spr. 16, 31). Heil Ihnen, der Sie mit froher Befriedigung auf ein
edles langes Leben zuriickblicken konnen! Heil auch uns und unseren Zeitgenossen,
dass uns die Freude verg6nnt ist, die Gnade Gottes sichtbar an einem Manne
walten zu sehen, der in hohem Maasse dieselbe verdient und den wir Alle mit
so vollem Rechte und so von ganzem Herzen verehren und lieben! M6ge Gottes
gnidige Hand auch ferner Ihr theures Haupt schiitzen! Mige er Jahre fiigen zu
Ihren Jahren und Ihnen noch ferner die Gesundheit des Kirpers und die Frische
des Geistes erhalten! Moge auch in den hommenden recht zahlreichen Jahren
Ihres Lebens, hochverehrter Sir Moses, sich das Wort erfiillen, welches die
heilige SchIift von Moses, unserem grossen Lehrer und Propheten, ausspricht:
,,Sein Auge ward nicht dunkel und seine Lebensfrische entwich nicht" (5. Mos,
34, 7)! Gott sei mit Ihnen, segne und behiite Sie jetzt und immerdar!
Das Lehrer-Collegium
des jiidisch-theologischen Seminars in Breslau.
(Folgen die Unterschriften.)

Es wurde ferner am Vorabende des genannten Tages in der
Seminarsynagoge Gebet und Segen fiir den verehrten Jubelgreis
gesprochen.
Am 26. October wurde ein telegraphischer Gliickwunsch des
Lehrer-Collegiums an den K6niglich Wiirttembergischen Israeli-
tischen Kirchenrath, Oberrabbiner Dr. Wassermann in Stuttgart,
zu dessen kurz vorher (18. October) begangenen fiinfzigjahrigen
Amtsjubilaum gesandt.
Am 20. November feierte eine grosse Anzahl hiesiger Freunde
und auswirtiger, im Amte befindlicher Schiiler die vierzigjahrige
Amtsdauer des Obercantors der hiesigen jiidischen Gemeinde,
Moritz Deutsch. Das Seminar, dem derselbe bis vor Kurzem
als Lehrer derjenigen Kunst angeh6rte, die er in so hervorragender
Weise selbst ausiibt, verdankt ihm die Einfiihrung des gottes-
dienstlichen Gesanges in der Seminarsynagoge. Das Lehrer-
Collegium bekundete seine Theilnahme und seinen Dank ffir die
Verdienste des gewesenen Amtsgenossen durch die Absendung
zweier Mitglieder, welche dem Gefeierten die Gliickwiinsche der
Anstalt miindlich iiberbrachten.







Bei der bevorstehenden Gedichtnissfeier am 27. January wird
der Candidat Dr. S. Horovitz, nachdem er die theologisch-
wissenschaftliche und die talmudisch-rabbinische Priifung bereits
bestanden hat, entlassen werden.



Im verflossenen Jahre sind am Seminar folgende Vorlesungen,
geordnet nach der im Statut gegebenen Reihenfolge, gehalten
worden:



I. Theologische FAcher.


i. Bibelexegese.
a) Auslegung des Pentateuch: 2. B. Mos.
b) Auslegung des Buches Hiob bis Cap. 35
und des i. Buches der Psalmen
c) Exegetische Uebungen, die Salomonischen
Spriiche . .
d) Exegetische Literatur. Erklirung einer
Auswahl von schwierigen oder lehrreichen
Stellen aus dem Pentateuch-Commentar
des Moseh b. Nachman (Nachmanides)
zum 3. B. Mos. . .
e) Geschichte der exegetischen Literatur,
erster Theil . . .
2. Hebraische Grammatik. Laut- und
Formenlehre.
3. Talmudstudium.
a) statarisch. Babli, Tractat Schebuot (Forts.)
b) cursorisch. Babli, Tractat Jomtob (Forts.)
c) Jore Dea: Hilchot Schechita (Fortsetzung
und Schluss); Hilchot Terephot
d) Talmudische Disputatorien
e) Privatim: Jeruschalmi, Tractat Berachot.
M echilta . . .
a) statarisch. Tractat Gittin, 5. und 6. Ab-
schnitt und Baba mezia bis Bl. o .
b) cursorisch. Tractat Pesachim, Mischna
vollstindig; Schekalim, Mischna, Abschnitt
1- 3 . . .


Dr. Rosin.


Prof. Graetz.







Dr. Rosin.










Seminar-Rabb.
Dr. Lewy.






Prof. Graetz.





VIII


4. Jiidische Geschichte.
a) Die nachexilische Periode bis zur Herr-
schaft der romischen Landpfleger und
die talmudische Epoche ..
b) Historische Uebungen: Die kabbalistische
Literatur im Zusammenhange mit der pro-
maimunischen und antimaimunischen Spal-
tung . . .
c) Religionsphilosophie: Das erste Buch
Kusari interpretirt (im Sommersemester)

5. Religionsphilosophie (Wintersemester
1884/85).
a) Geschichte der jiidischen Religionsphilo-
sophie im Mittelalter . .
b) Erklhrung von Philons Schrift iiber die
Weltsch6pfung .. .....


6. Homiletik.
a) Theorie, zweiter Theil
b) Homiletische Uebungen.


7. Kalenderkunde.
a) System und Geschichte des jiidischen
Kalenders . . .
b) Erliuterung des Tractats Kiddusch hacho-
desch von Maimonides .......


Prof. Graetz.









Prof.
Freudenthal.




Dr. Rosin.


Dr. Zuckermann.


II. Gymnasial-Unterricht.


i. Griechisch.
a) Homer. Ilias, Buch X-XII . .
Odyssee, Buch XV-XX1V .
b) Herodot, Buch VII .. ....
c) Platon, Kriton und Phidon . .
d) Grammatik, Exercitien und Extemporalien
2. Latein.
a) Virgil, Aeneis, Buch IX--XI ...
b) Horaz, Satiren, Buch I . .
c) Cicero, Oratio pro Milone und De officiis I
d) Stilistische Uebungen, Exercitien und Ex-
temporalien. . ... .


Dr. Rosin.


Dr. Cohn.



Dr. Rosin.


Dr. Cohn.


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IX

3. Deutsch.
a) Lectiire aus Lessing, Goethe und Schiller Dr. Rosin.
b) Deutsche Aufsitze . .. .
4. Geometrie.
a) Trigonometrie: Aufl6sung der schiefwink-
ligen ungleichseitigen Dreiecke .
b) Stereometrie: Von der Lage geraderLinien
gegen Ebenen und gegen einander. Von
der Lage der Ebenen gegen einander
5. Arithmetik. Dr.Zuckermann.
Gleichungen des ersten und zweiten Grades
mit einer und mehreren Unbekannten
6. Physik.
Statik und Mechanik der festen KSrper.
7. Geschichte.
a) Griechische Geschichte von den Perser-
kriegen bis zur Schlacht bei Chaeronea .
b) Geschichte Alexander des Grossen und
Uebersicht fiber die Zeit der Diadochen.
8. Gesangunterricht . .. Cantor Zlotnicki.

Die Zinsen des vergangenen Jahres aus dem Director Dr.
Zacharias Frankel'schen Stiftungsfond sind zwei aus dem Se-
minar entlassenen Candidaten bewilligt worden.
Zu den fundirten Legaten ist in diesem Jahre eine Stiftung
von 300 Mark von Herrn Jacob Hamburger in Berlin zum An-
denken an seine am 26. September 1884 (7. Tischri 5645) hinge-
schiedene Ehegattin Mirel, geb. Schmeie, hinzugekommen.
Ausser den aus den fundirten Legaten fliessenden Stipendien
erhielten auch in dem vergangenen Jahre mehrere Seminaristen
ansehnliche Stipendien.
i. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien be-
willigte wie alljfhrlich 200 fl. als Stipendien.
2. Aus der Freiherr Jonas von K6nigswarter'schen Stiftung in
Wien erhielt ein Seminarist ein Stipendium von 467 fl. 77 kr.
3. Aus der Michael Mai'schen Stiftung in Mannheim erhielt ein
Seminarist ein Stipendium von ioo Mark.
4. Das alljahrlich bewilligte Koppelmann und Esther Frankel-
sche Stipendium in Prag, von dem verewigten Director Dr.
Z. Frankel zum Andenken an seine Eltern errichtet, ist einen
Seminaristen aus Oesterreich verliehen worden.







5. Aus dem mihrischen Landesmassafond in Briinn erhielt ein
Seminarist ein Stipendium von ioo fl.
6. Die Synagogengemeinde Oppeln hat auch in diesem Jahre die
alljihrlich gewahrte Subvention fiir unbemittelte Seminaristen
erneuert.
7. In Anlass des Gedachtnisstages des verewigten Em. Prings-
heim sind dem Seminar 30 Mark zur Vertheilung an mittellose
Seminaristen zugegangen.
8. In Anlass des Todestages des verewigten M. D. Bernhard
sind dem Seminar 75 Mark zu demselben Zwecke zugewiesen
worden.
9. Aus der Kaulla'schen Familienstiftung in Stuttgart sind Sti-
pendien an zwei das Seminar gegenwartig besuchende Wiirttem-
berger gezahlt worden.
io. Die Zinsen der Annette Vallentin-Stiftung, von dem
Rentier Herrn Henry Vallentin in Hamburg zum An-
denken an seine verstorbene Mutter errichtet, wurden, wie in
den vorangegangenen Jahren, wiederum einem kSrperlich
leidenden Seminaristen zur Wiederherstellung seiner Gesundheit
durch eine Badekur stiftungsgemiss bewilligt.

Die Seminar-Bibliothek hat durch freundliche Schenkungen
einen Zuwachs erhalten. Dieselbe verdankt:
Herrn Israel Levi in Paris: Revue des 6tudes juives
No. 14-16. Herrn Rabbiner Dr. J. Hildesheimer in Berlin:
Dr. A. Berliner's ,,Beitrige zur Geographie und Ethnographie
Babyloniens im Talmud und Midrasch" im Jahresberichte 1882/83
des Rabbinerseminars zu Berlin. Herrn Oberrabbiner Professor
Wolff in Kopenhagen: seine Schrift ,,the live and career of Sir
Moses Montefiore". Herrn R. Reuss in Strassburg: dessen Schrift
,,L'affaire de Tisza Eszlar". Herrn Rabbiner Dr. A. Schwarz
in Carlsruhe: dessen Sabbathpredigten, Thl. 6. Dem Dr. Rosin
hier: Eduard Lasker's Trauerfeier; Caspari, Arabische Grammatik;
Zunz, Sterbetage; Lattes, i'2i inw und Rabbinowicz, la legislation
civil duThalmud, Thl. 4. Herrn Rabbiner Dr. Krakauer in Pase-
walk: dessen Schrift ,,Z. Frankels principieller Standpunkt in der
Reformfrage des Judenthums". Herrn Rabbiner Dr. Horovitz
in Frankfurt a./M.: dessen Schrift ,,Frankfurter Rabbinen, III." -
Herrn G. Brausch hier: dessen Schrift ,,Moralische Betrachtungen
iiber den Pentateuch". Herrn Landrabbiner Dr. Dessauer in
Meiningen: dessen Schriften ,,Drei Mahnworte" und ,,Humanitiit
im Judenthum". Herrn Rabbiner Dr. Giidemann in Wien:
dessen Schrift ,,Geschichte des Erziehungswesens und der Cultur







der Juden in Italien im Mittelalter". Herrn Rabbiner Dr. Fried
in Ratibor: dessen Schrift ,,m-n'n -I, das Buch fiber die Elemente".
- Der Soci&et des 6tudes juives: deren ,,Annuaire, troisi6me
ann6e". Herrn Dr. A. Berliner in Berlin: dessen Schrift
,,Targum Onkelos". Herrn Professor Bacher in Budapest:
dessen Schriften ,,Die hebriisch-arabische Sprachvergleichung des
Ibn G'anah", ,,die Agada der Tanaiten" und ,,Magyar Zsido
Szemle 1884". Herrn Horovitz in Frankfurt a./M.: r~aTm n-1=,,
"'Bva by U"ai 'B. Herrn Rabbiner Simon Sidon in Tyrnau:
dessen Schrift ,,' I=rw mW". Der Landesrabbinerschule in Buda-
pest: deren Jahresbericht 1882/83 und 1883/84. Derselbe enthilt
die Schrift des Prof. Kaufmann in Budapest ,,Die Sinne". Der
Wittwe und Herren Gebriider Romm in Wilna: Die erschienenen
Lieferungen der neuen Ausgabe des Talmud babli und des
Alfasi. Herrn Rabbiner Dr. Perles in Miinchen: dessen
Schrift ,,Beitriige zur Geschichte der hebraischen und aramaischen
Studien". Herrn Baron Horace de Giinzbourg in Paris:
"I'KN :' ,' n-1rv -O ,, Herrn Rabbiner Dr. Kroner in Erfurt:
dessen ,,Festschrift zur Einweihung der Synagoge in Erfurt". -
Herrn Dr. Knoller hier: dessen Schrift ,,Das Problem der Willens-
freiheit". Herrn A. Merzbacher in Miinchen: m-nit 'pnpqi Th. 14.
- Herrn Dr. Egers in Berlin: dessen ,,Gabirolstudien". Herrn
Rabbiner Dr. Rawicz in Schmieheim: dessen Schrift ,,Der Traktat
Megilla". Der schlesischen Gesellschaft fiir vaterlaindische
Cultur hier: deren ,,einundsechszigsten Jahresbericht". Der
Alliance israilite in Paris: ~,~Di 'pnpi Th. 14. Herrn Religions-
lehrer Emil Benjamin in Peiskretscham: dessen Schrift ,,Der
Neid, :t t-I *:aia 't as n'r:E -inm und r'rl-it :'-ina nnt nr'". -
Herrn Dr. Mielziner in Cincinnati: ,,The jewish law of marriage
and divorce." Frau Friedlinder hier: I"'n mit Uebersetzung
und Commentaren (bSnK-' -nK) ed. Krotoschin, 16 Vol., wobei die
Psalmenfehlen; i':tK-b a'b bK tm -nb : bnv -imv;-Mol6, Taschen-
buch der franz6sischen Sprache; Joel, Levi ben Gerson; Voltaire,
histoire de Charles XII.; Broughton, Historisches Lexicon aller
Religionen, 2 Theile; Gabelsberger, Lehrbuch der deutschen Steno-
graphie und Gabelsberger, Lesebuch der Gabelsbergerschen Steno-
graphie. Der Alliance Israelite universelle in Paris: Singer,
Briefe beriihmter christlicher Zeitgenossen iiber die Judenfrage.

Der Verein Liwjath-Chen, dessen Aufgabe es ist, unbe-
mittelte HSrer des Seminars in schonendster Weise vor dringender
Noth zu schiitzen, hat auch im vergangenen Jahre unveranderte
Theilnahme aus nah und fern gefunden.





XII

Leider gestatten jedoch die noch immer sehr unzulanglichen
Mittel es nicht, den an den Verein gestellten Anforderungen in
ausreichender Weise gerecht zu werden.

M6ge es darum keine vergebliche Bitte sein, die an dieser
Stelle an edle Menschenfreunde gerichtet wird, vor Allem an
die aus unserer Anstalt hervorgegangenen Rabbiner,
die des Vereins segensreiche Wirksamkeit aus nichster
Nahe erkannt haben, in ihren Gemeinden nach Krfften
dahin zu wirken, dass dem Vereine stets neue bei-
tragende Mitglieder gewonnen werden.

Im abgelaufenen Jahre haben folgende edle M~nner und
Frauen und K6rperschaften durch Beitrige ihr Interesse an dem
Vereine kundgegeben.


Der deutsch-israelitische Gemeindebund in
Berlin.
Die Synagogen-Gemeinde Brieg.
Die Synagogen-Gemeinde Thorn.
Der israelitische Armen-Unterstiitzungsverein
in Niirnberg.
Der israelitische Wohlthitigkeitsverein in
Niirnberg.
Herr Oberrabbiner Dr. Adler in London.
Gymnasiallehrer Dr. Badt hier.
Rabbiner Dr. Bamberger in Kbnigs-
berg.
Rabbiner Dr. Barwald in Saaz.
L. Blrwald in Nakel.
Rabbiner Dr. Brann hier.
Rendant Cohn hier.
B. H. Daniel in Krotoschin.
SRabbiner Dr. I. Deutsch inSohrauO/S.
SRabbinerDr. Eschelbacher in Bruchsal.
Professor Dr. Freudenthal hier.
Isidor Fuchs hier.
SMarkus Fuchs hier.
SProfessor Dr. Graetz hier.
Privatdocent Dr. Leo Graetz in
Miinchen.
Landrabbiner Dr. Gronemann in
Hannover.
SRabbiner Dr. Giidemann in Wien.
SLandrabbiner Dr. Guttmann in Hildes-
heim.
SCurator H. Haber
Leopold Haber
Heinrich Hamburger hier.
Herm. Hamburger
J. Z. Hamburger


Herren Herz und Ehrlich hier.
Herr Dr. Heinemann in Hamburg.
SOberrabbiner Dr. Horowitz in Crefeld.
Frau Commerzienrath Louis Jaff6 in Posen.
z Seminarrabiner Dr. Joel hier.
Herr Rabbiner Dr. M. Joel hier.
N. Kalisch hier.
Professor Dr. Kaufmann in Budapest.
Raphael Kirchheim in Frankfurt a/M.
Sanitatsrath Dr. Kirstein in Berlin.
Guido Kramer in Krappitz.
Frau Director Dr. Lazarus hier.
Herr Seminarrabbiner Dr. Isr. Lewy hier.
S M. Gottschalk Lewy in Berlin.
Frau Johanna Lewy in Berlin.
Herr Adolf Lion hier.
Frau Dr. Lobethal hier.
Herr Rabbiner Lowenstein in Lemberg.
Heinrich Lublin hier.
s A. Malachowsky in Posen.
Curator Stadtrath Dr. Marck hier.
S Rabbiner Dr. Mayer in Zweibriicken.
Familie Ascher Mayer in Prenzlau.
Herr Joseph Meyer in Riga.
Simche Menkes in Lemberg,
Curator Rechtsanwalt Milch hier.
SCommerzienrath Moll hier.
Rabbiner Dr. Neubiirger in Fiirth.
Rabbiner Dr. Peritz in Liegnitz.
SRabbiner Dr. Perles in Miinchen.
Rabbiner Dr. Perlitz in Nakel.
Frau Mathilde Posner in Warschau.
Herr M. Pringsheim hier.
S. Pringsheim hier.
S Rabbiner Dr. Rawicz in Schmieheim.





XIII


Herr Rabbiner Dr. Rahmer in Magdeburg.
- Rabbiner Dr. Rippner in Gr.-Glogau.
Oberrabbiner Dr. Ritter in Rotterdam.
SDr. D. Rosin hier.
Siegmund Sachs hier.
Rabbiner Dr. Salzberger in Culm a/W.
Leopold Schefftel in Worms.
Rabbiner Dr. Schwarz in Carlsruhe.


Herr Rev. Simmons in Manchester.
s Rabbiner D. Simonsen in Kopen-
hagen.
Rabbiner Dr. Stein in Worms.
Rabbiner Dr. Werner in Danzig.
Oberrabbiner Prof. Dr. A. A. Wolff
in Kopenhagen.
Dr. B. Zuckermann hier.


Durch Vermittelung des Herrn Dr. Salzberger, Rabbiners
Culm a/W., haben folgende Mitglieder seiner Gemeinde auch
diesem Jahre zu dem Vereine beigetragen:
Herr A. Cohn. Herr M. Kirschstein. Herr A. Ruhemann.
A. Eifert. W. Lachmann. M. Segall.
J. Hirschberg. = S. Lazarus. G. Wolff.
L. Hirschberg. ; J. T. Leiser.


Breslau, im Januar 1885.


Fiir das Lehrercollegium


Dr. David Rosin.




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