Der mexikanische baumwollkapsel-rüsselkäfer

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Title:
Der mexikanische baumwollkapsel-rüsselkäfer
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Book
Creator:
Howard, L. O ( Leland Ossian ), 1857-1950
Publisher:
Government Printing Office ( Washington, D.C )
Publication Date:

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All applicable rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier:
aleph - 030250886
oclc - 25484770
System ID:
AA00022915:00001

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LIBRARY
STATE PLANT BOARD



Circular No. 18, neue Folgo. (Rovision dIs Circulars No. 14.)

* Ackerbau-Ministerium der Vereinigten Staaten.


ABTHEILUNG FOR INSEKTENKUNDE.


DER MEXIKAMISCHE BAUMWOLLKAPSEL-RUtSSELKAFER.
(Anthonomnis grandis.)
VrORBEMERKUNG.

Circular No. 6, verjffe'ntlicht April 1895, enthielt einen kurzen
Bericht iiber die bis dahin gemachten Beobachtungen und die daraLif
gegrUindeten Schlussfolgerungen in Betref' des mexikanischeu Baum-
wollkafers, welcher ein aus Central-Amerika stammendes Insekt ist
und durch sein verheerendes Auftreten in den Bauinwollfeldern von
SiUd-Texas bedeutendes Aufsehen erregte. Die Untersuchungen war-
den vom Sommer bis zeitigen Winter 1895 wieder aufgenommen,
namentlich durch Herrn Schwarz, welcher Texas im Mai und Juni und
von Oktober bis December besuchte; ferner durch Herrn Townsend,
welcher den griisseren Theil des Sommers Uber in Texas stationirt war.
Der Unterzeichnete bereiste Texas im December und, begleitet von
Herrn Schwarz, unterrichtete sich genau Uiber die Sachlage wobei
nicht vergessen wurde mit vielen hervorragenden Pflanzern zu consul-
tiren. Die im Jahre 1895 gewonnenen Ergebnisse wurden imn Circular
No. 14 verijffeutlicht von dem eine englisehe und eine spanische Auf-
lage erschien. Noch weitere Untersuchungen wurden im Jahre 1896
unternommen, theilweise von den genannten Herren und auch von
Herrn C. L. Marlatt, welcher sich hauptsaichlich mit der Frage nach
Gegenmittel beschaiftigte. Die gewonenen Resultate veranlassten
die Veroffentlichuug des vorliegenden Circulars in welchem der wesent-
liche Inhalt der friiheren Circulare wiederholt ist. Indessen ist das
Kapitel iuber Gegenmittel ginzlich umgearbeitet und ein Paragraph
uiber das Verhalten des Riisselkaifers im Jahre 1896 zugefiigt worden.

ALLGEMEINES UBER CHARAKTERISTIK UND VORKOMMEN DES
KAFERS.
Der mexikanische Baumwollkiifer ist ein kleiner braun-grauer Riissel-
kafer dessen Aussehen in Fig. 1 a wiedergegeben ist; seine Lange ist
etwas weniger als 4 Zoll. Er findet sich auf den Baumwollfeldern

S8
2;13
f) -30-7-







vom Friihling bis Spiitherbst wo er die Bliitenkapseln (squares) und
Fruchtkliapseln (bolls) anbohrt und seine Eier hineinlegt. Die Larven,
von denen eine in Fig. I c abgebildet ist und welche ausgewachsen
etwas mehr als Zoll in LUnge messen, leben im inneren der Bliiten-
und Fruchtkapselu uud niihren sich von dem Inhalt desselben. Die
von den Kifern angebohrten Bliitenkapseln fallen gew6hnlich ab, die
angebohrten Fruchtkapseln hingegen bleiben gewdhnlich hiingen und
verkiimmern; in vorgeriickter Jahreszeit aber vertrocknen sie entweder
oder verfaulen.
DIE VERBREITUNG DES KAFERS BIS ZUM JAHRE 1895.
Ungefiihr im Jahre 1802 verursachte der Kifer die gainzliche Aufgabe
der Baumwollcultur in der Umgebung von Monclova in Mexico. Vor
zwei oder drei Jahren wurde in derselben Gegend wieder Baumwolle
angeptlanzt, aber der Kiifer erschien sofort wieder und vernichtete die
,--.. ___ _____________ Ernte. Bei Matamo-
ras wurde der K;ifer
: vor 8 oder 10 Jahren
j zuerst gesehen. Un-
4. 7 gef~ii h r 1893 ilber-
schritt er den Rio
Grande bei Browns-
V Ville, und im Jahre
C 1894 wurde er in der
(" Umgebung von San
S.^ -. Diego, Alice und
^ Beeville beobaehtet.
-........ .._ --- --s.-J Gegen das Ende der
Fir.. L.-Anthonomus grandis: a, ausgewacbsener Kiifer; b, Puppe; Saison Von 1894 er-
c, Larve-alle vergrussert. streckte sich die Ver.
streck te sich die Ver-
breitting des Kiifers von Realitos im Siidwesten au der National Mexi-
can" Eisenbahn bis mebrere Meilen nirdlich uud istlich von Beeville.
Am schiidlichsten sclieint er im uuteren Thale des Nueces-Flusses
aufgetreten zu sein. Wiibrend des Jahres 1895, und hauptsichlich in
der spiteren Jahreszeit, verbreitete er sich ganz betriichtlich. Nach
dem Osten zu wurde er in ziemlicher Auzahl im Thale des Guadalupe-
Flusses bei Victoria, Thoimaston und Cuero gefunden. Nach Norden
zu verbreitete er sich bis in die Gegeid von Kenedy und Floresville;
aucli wurde er an vielen l1unkteii zwischen demn letztgenaiinten Orte
uid Cuero beobachtet. In cinem vereinzelten Felcde in der Niihe von
San Antonio wurde im Novemnber und l)ecemnber eine grosse Anzahl
von Larven uind Kiifern geluntlen, uld weit nach demi Osten zu, bei
Whlarton am Colorado-Flusse, wurde cin iihnliches Feld gefunden in
dem die liii'er s1)it im Jahre erschienen warren. 1)ie genaueren Lokali-
tiiten wo der Kiifer wjilrend des Jahres 1895 beobachtet wurde sind
auf der 1)eigegebeuen Klarte verzeich net.







'll
DICl KAI,'EE IM 1 JAIIR[ ., 18,6.
E1s Vwar za bef'iircliteii, dass im Jilire 1lS96; 8 ie weiterf, Aisdeli.i unl-
des erbrit se ites statttiid1n i \\ iirdlae, alber g(radf, lais (Cieg.1,
theil trat ein. An keiu'mc Puiikte uibcrscliritt der Kife di e in is 5
errei hten Grenzen, u1(d er cverscli\vLlId sogar you 11iiliei'rcii Ii]itklii
iunerhalb dieses Gebietes. In 1,S95l faiid d(lie lhiipts;ii breitiiung Wiilrelid des Herl.)stes statt, und 1 in den n(isscr(st4i Puiikten,
minilich bei San Antonio uiid Wharton, wurde der K;i'ifer uiizwveifu.lhift















MATAHOA S

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Antnio wihe in 1394J rnehfai vode lren SHD mde--r -n^ 'nt e i," c nete e t e d b ct e d bis zurdn Dei9

da-on ge'-ud -wraden. In' 1896 ,eohirtd iTro d
w e er"e E (s ein cr o c. E fEhS;-


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%i .r^^ MkATAMORAkf-^^l _)i!

FId. 2.-aKahteer Verbreitung des mexikanischen Baumwtllkifers in Texas.

durch die Winterkilte vernicPntet. In dem erwohnten Felde bei San
Anto hto, welches in geo mehrfach vou den Herren Sch.arz, Town send
uind dem U~nterzeichneten besucht wurde und wo bis zum December
vine Meng'e Kiifer gesehen wurdeii, konnte im Jahre 1896 keiue Spur
davon gefinnden werden. In 1896 verhinderte die Trockenlieit die
Entwickelung* der^^zweiten Ernte77 secondd crop; top crop). Es fehlte
demnach an Nahrung'smatferial fiur die Herbstgeneration des Killers,
und die Verbreitung yon den Punkten aus wo der Killer den Winter
iiberlebfc hatte war vine viel geringere.







NATURGESCHICHTE UND LEBENSWEISE.
Unser Insekt iiberdanert den Winter als vollstandig entwickelter
Kifer. Er liisst sich aufder Baumwollpflanze bis spilt in den Decem-
ber hinein seen, in der That so lange als noch ein Theil der
Pflanze griin bleibt. Noch beini Eintritt des ersten Frostes kann man
den Kiifer hiufig versteckt zwischen der Fruchtkapsel und den sie
umbiillenden Deckbliittern involucree) finden. Spiter kriecht der
Kafer hiiufig in die vertrockneten und oben ofknen Kapseln. Simmt-
liche von Herrn Schwarz im spiften Friihjabre von 1895 so gefandene
Exemplare waren todt, aber Herr Townsend fand noch einige lebende
im MArz. Indessen ist die trockene Fruchtkapsel walirscheinlich nicht
der normal Platz fiir Uteberwinterung. Zwar schreibt Herr S. G. Bor-
den aus Sharpsburg, in einem Briefe datirt vom 27ten Januar 1896,
dass er um diese Jahreszeitbeinah tiglih Kitfer in trockenen Kapselu
finde; indessen mnuss hierzu bemerkt werden, (lass bis dahin wahr-
scheinlicli noch kein starker Frost bei Sharpsburg eingetreten war,
und dass deshalb diese Beobacbtung viel an Wichtigkeit verliert fiir
die Frage von der Ueberwinterung des Kiifers.
Wenn die Baumwollstauden abgeschnitten werden, oder wenn in
Folge der KMilte die Fruichtkapseln verfaulen older vertrocknen, ver-
lassen die Kilfer die Pflauzen nud verkriechen sich under die auf dem
Boden liegenden Abfallhaufen oder unter Unkraut an den Rilndern
der Felder. Hier bleiben sie bis zu den warmnen Friihlingstagen und
fliegen dann auf die ersten Knospen von Volontiir-Pflanzen (volunteer
cotton) die irgend wo in der Niihe aufgekommen sind. Von diesen
niliren sie sich und setzen ibre Eier in d(lie ersten Bliitenkapsein ab.
Je nach demn Charakter der Saison und der Zeit wenn Baumwolle
gepflanzt wird entwickeln sich eine oder zwei Generationen unter diesen
Tmistiinden. Wenn die gepflanzte Baumwolle hoch genug gewachsen
ist um Bliitenkapseln hervorznbringen sind die Kaifer bereits ziemlich
zahlreich geworden, und die welche sich in den Bliitenkapsein der
Volontiir-Pflanzen entwickelt haben greifen nun die cultivirten
Pflanzen an. Durch ihr Anbohren der Bliitenkapsein, entweder um
davon zu fressen oder um Eier darin abzulegen, erfolgt nun ein massen-
baftes Abfallen der Bliitenkapsein. 'Wie es scheint, fiilit jede ange-
bohrte oder von einer Larve besetzte Bliitenkapsel ab, und in diesen
auf dem Boden liegenden Bliitenkapseln erlangen nun die Larven ihre
voile Griisse, verwandein sich zu Puppen, und nach einiger Zeit
arbeitet sich der Kiifer heraus. Der Zeitraum fiir diesen Entwick-
luIngsgang betriigt ungefiibr 4 Wochen. Spiiter im Jabre, wenn sidh,
Fruclitkapseln bilden, greifen die Klifer auchi diese an und legen ihre
Eier in dieselbein. Die Larven entwickeln sich darin ebenso gut als
wie in den Bliitenkapsein, aber die Frunchtkapseln fallen niclit ab.
In Fig. 3 a und 3 b sind Larven in Bliitenkapsein abgebildet; Fig. 3 c
stellt eine aufgeschnittene Fruchtkapsel dar mit einer Puppe des
Kiifers im innern.








Voini zeitigen Friihjahtr bis zuiii Eintreteii des l1rostes ,olgt .inef
Generation des KiifeLrs auf die nndere; die Klifer wel41dl iiitii lic(li
tbrtwiihreid, zablreiclier unfip ebenso (die Iar\'ven und Pllpp- -11. Ein.
einzelnes Weibclien. )raticlit zur 'vollstjindigeln Eicerabs.tzltiing viele.
Tage, so dass bereits im Juli
die (lenerati(onen niclicht inelir
auseiiiauder zu li;lten sil d und \'
Imai zu gleichler Zeit Larveii,
Puppcen und Kifer sehen kaini. "'Sa
Wie bercits erwiilit, fallen die -
Frucbtkapselii mvicht ab wie die
Bliitenkapseln; sie verfiirbeii n /,
sicli, gewijhnlicli aber ur atif .6 .:
einer Seite, und brechen auchi '
gewiihnlich an der Spitze auf | P
sobald die Larve ausgewaclisen ,
ist. In einer Bliitenkapsel fin- .,
det sich gewihnlichi nur eine
einzige Larve, aber in einer
grosse- Fruchtkapsel k a n n FIG. 3.-a, eben ;mi-uekripcliene Larve in einer jui,,en
man gelegentlich 12 Larven Blitenkapsel; b, beinah niisaew:wis.ne Larve in
zaileni. Illd(lessen zerstiirt das einer Bliiteink lipsel; c, Puppe iii cnier jungen
Vorbandensein einer einzigen rii'chtkapsel.
Larve (lie Fruchtkapsel derartig, dass die Faser nicht zu lraulichen ist.
Tritt im December kein Frost ein, so entwickein sich alle Larven uniL
Puppen zu Kifern die dann Winterquartiere aufsuchen. Doch sind
by Sharpsburg noch imn Januar Larven. gefunden worden. Kommt
hiingegen ein
Shbarter Frost im
December oder
n. 's Izeitiger, so zei-
au.r." widgen d(ie bisheri-
I. digen Beobach-
tun gen (lass
bei ith alle La.r-
veil und Puppen

H iezaws kinnte
,uman den Sclluss
FIe. 4.-Links, eine durcbschnittene reife Fruchtkapsel mit einer erwach- ziellen, dass ia
senen Kfiferlarve; Rechts, eine nicht aufgeschnittene Fruchtkapsel mit den iibrigen
kieiuen Lbcicern, welche der Kafer zum Friessen older Eierlegen hineinbohrt. T h e i en dies
Baumwollen-Gebietes das Insekt wahrscheinlich nicht so schliidlich
auftreten wird als im siidlichenz Texas.
Imn Laufe der Untersuehungen in der zweiten Hiilfte des Jahres 189.i
wurde das Vorbandensein des Kiifeers an mehreren Punkteu constatirt






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wo d(lie Pflanzer selbst keine Ahnung davon hatten. Es ist nun sehr
wiclitig, dass ein jeder Pflanzer der innerhalb oder in der Niihe des auf
unserer Karte verzeichneteni (ebietes lebt"im Stande ist dieGegenwart
des Kiiifers zu erkenuen sobald der letztere in seinem Felde erschienen
ist. WVenn viele Kllt fer in eiuem Felde vorhanden sind, so ist das Fehlen
von Bliiten ein Anzeichen yon der Gegenwart des Insekts. Im zeitigen
Son ner greift der Kiifer zuerst die Bliitenkapseln an und diese ver-
welkeii und fallen ab. Ein Feld kann voll von Bliiten sein, aber sobald
die Kifer iiberhand iielimen ist kaum eine cinzige Bliite mehr zu sehen.
Indessen ist das Abfallen der Bliitenkaspeln selbst kein unfeblbares
Keminzeiclen von dem Dasein des Kifers. Bliitenkapsein fallen aus
versehiedenen Ursachen ab, wenn man aber eine geniigende Anzahi
von abgefallenen Bliitenkapsein aufschlineidet ist d(lie Ursache bald zu
ersehen. Bei einem Vergleich mit unserer Abbildung ist ein Yer-
keniinen der Larve des Riisselkiifers nielit leicht mdglich.
Wie oben erwiihnt, fallen die Frnclitkapselii nicht ab aber die feinen
Bohrl6cber, welche der Kiifer mit seinem Riissel
,,- : \ ~ maclit uin zu fressen sind ziemlich leicht zu erken-
,f''V ,el und wenn man eine Fruehtkapsel die ver-
--~ fiirbt undobeii aufgesprungen istdurchschneidet
v : 4so lisst sich die Larve oder Puppe darin obue
Sclhwierigkeit finden. Spilt im Jahre kann man
die Kifer zwisclen der Fruchtkapsel und den
-,: DeckblEitternisitzen seen; oder wcnnkeine Kifer
(" &- lN"' \da sind so bilden die gelben, kirnigen Excre-
mente, welche sich unten zwischen der Kapsel
yund den Deckblittern ansammelu ein sicheres
FIG. 5.-Fruchtkapsel im Kennzeichen.
Syiitlierhst mit Kiifern,
welche sich zwischen der VOLKSTHI-MLICHE BRNENNUNG.
Kais-l umid den Deck-
]lIitterii versteclc-n.
lBei der Spanisch sp)recllenden Bevdlkeruing
vonm Slid-Texas ist das Insekt allgemein als der "picudo" bekannt,
wehcber N-aiiie sicli auf die Scliantze oder den Riissel des Kiifers
bezielit. Bei den Englisch sprechenden Pflanzern nannte man das
iisekt zuerst "sharpshooter" (Scharfsebiitze), ein Name der seit vielen
Jabren fur jedes Insekt gebraucht wird, welchlies durch Anbobren das
Abfiflieu der Bliiteiikapseln oder das Verfaulen der Fruchtkapseln
vernrsacbt. Nun gibt es aber nmehrere einheimiscbhe Insekten, welche
allgeinlei isliarlsliloters" genamnt sind uid welche, obgleich schibd-
]ich, unserei Rliisselkiifer an Scehidlichkeit niclit unalthe kommen. Der
Name, "shmrpsbooter" sollte dalier nielit auft unseren Kifer angewendet
werden. Dies war auch in der ersten Auflage dieses Circulars hervor-
geholben worden, in welcher aucli eine Darstellung der hiiufigsten Art
von sol(:licen gewiilmlicli sharpsbooters" genannten Iisekten gegeben
wiarund ghleichzeitig warden die durcligreifenden IUnterschiede zwischen
dieseni Insekt 111d unsureim iisselkiifer erliutert. Die Annabme des








Namens "Mexican cotton-boll weevil" iM,1.xikaiii+.leir Baimt\v(i Ik:ip-.
sel-Riisselkiifer) ist zu empfehlen fur dicseii neucu Scliidli ig. L'.l,rij'',,iis
ist der Name "sliharpshooter" fur uiiservin Kiifer jtzt vNi. w\'eiii,.-r iII
Gebrauch wie anfiiifglich, und die Pflaiizvir beiiemiii ihnl j-tzt "1,ill.
weevil," oder "Mexican weevil," oder "Mexican boll-w'eevil."

SCIHMAROTZER UND NATUIRLICIHE FEINI)E DES hA8 JEi S.
Es liisst sicli mit Sicherheit behaupmCii, (lass wir voin Aul'ftrt.ii
etwaiger Feinde oder Parasiten des Kiifcrs weuiiig lilfe ,rwartfeli
kinuen. You natiirlicben Feinden ist bisher keiner von ir'geltd welel.hr
Bedeutuig gefunden worden. Indessen wurden melirere Artii von
Schbuiarotzern beobachtet unmid stelleniiweise ist durcli sie die Zahl dcr
Larven ziemlichl vermindert worden. Doch sind sie nur spit im J:ilure
hiufig wenn der Schaden durch den Kifer bereits getliai ist uid wenlli
also das Vernicliten der Kiferlarven so gut wie nutzlos ist. l)eii
die ineisten Larven uiberdauern den Winter nicht und gehenii entweder
d(lurch d(lie Kiilte oder aus anderen Ursachen zu Grunde. IDas Ein-
greifen von Parasiten um diese Jahreszeit ist daher von keiniemi prak-
tisclien Nutzen. Nach ziemlich genauer Schiitzung stellte es sicli
heraus, dass bei Beeville und Kenedy zwischen 15 und 20 Proceit der
Kiferlarven in abgefallenen Bliitenkapseln im November 1895 von
Parasiten vernichtet worden sind.

GEGENMITTEL.
Bei der Besprechuing von Gegenmittel muss von vornherein bemerkt
werden, dass erfalirungsmissig die gewhihnliclien Gifte und sonstige
insektentodtende Substanzen vollstiindig werthlos sind umi die vou den
Kiifern befallenen Baumwollfelder zu beschiitzen. Da der Kifer im
Inneren der Bliiteni- und Fruchtkapseln sich entwickelt, so ist er durch
seine Lebeusweise vollstindig gegen Gifte gesichert. Indessen hat die
Erfabhrung im Friibling 1896 gezeigt, dass Gifte (Paris green oder
London purple) gebraucht werden kiinnen um die iberwintertei Kaifer
auf Volontiirpflanzen zu vernichten. Solche Kifer saimmelii sich im
zeitigen Friihjalrre an den ersten Trieben vorjihriger Baumwollpflanzen
an undl fressen von den theilweise enitwickelten Bliittern und den zarten
Blattstieleii. TnIter diesen Umstinden koinnen die Kifer durch
Bespritzen der jungen Triebe mit arsenikhaltigen Giften vergiftet
werden. Aber umn dies zu erreichen muss die Bespritzuiig der jungen
Triebe eine sehr sorgfiltige sein und statttinden wenn die Yolontiir-
pflanzen noch sehr klein s-ind und Triebe und Blattknospen von nicht
mebr als eit oder zwei Zoll L nge tragen. Spiter ist es nicht mehr
leicht die schnellwachsenden Triebe zu vergiften. Mit einer gewiihn-
lichen "iKnapsack" Spritze kann man schnell jede YolontVirpflanze
eines Feldes und jeden eizelnen Trieb an derselben vergiften. Die
Bespritzung sollte stattfinden sobald die Yolontirpflaiizen anfangen








auszu.scllageu, und es ist rathsamin dieselbe zwei- older dreimal zu
wiederholen iunerhalb ebenso vieler WVochen. Bei der gewihnlichen
Feldbestellung ist die Anzahl von Yoloniitarpflauzeii eine geringe, und
folglich braucliht man nichlit viel Zeit um jede Pflanze griindlich zu ver-
giften. Eiue starke Giftliisung ist zu empfehlen, niimlich 1 Pfund
zu 50 Gallonen Wasser, iindem es durchaus nicht schadet wenn die
Volontairpflauzeni auch schliesslichL durch das Gift eingehen.
Die Anwendbarkeit dieses Mittels ist praktisch bewiesen worden,
aber als der sicherste Weg urn den Kiifer zu conutroliren hat sich eine
Cultivationsinethode der Baumwolle herauisgestellt, welche wir weiter
untenl besprecbenl werden lind welbche auchi d(lie Moglicbkeit des Auf-
kommens von Volontdrpflauzeii ausschliesst. Das eben erwihbnte
Vergiftungsmittel unmid andere Massregelu die mit Volontiirpflanzen
zusaimmnenbiingen werden hier deniach nur erwiihiit um Mittel an (lie
Hand zu geben wenu man die Hauptsache, nimlich eine Aenderung
der bisherigen Cultivation, unterlassen hat. Hierher geliirt (lie Fang-
methode, welche wir friiher unter anderen empfohlen haben. Diese
Methode besteht darin, dass man die fiberwinterten Kiifer durch einige
wenige Bauminwollpflaniizen anlockt, welche man vomr vorigen Jahre an
leicht zugiinglichen Stellen hat steben lassen, und welche man
durch Bescbiitzung vor Frost und durch Bewiissern dahiii gebracht hat,
dass sie zeitiger Knospen bekonmeu als die gew6iihlicheu Voloiitir-
pflanzen. Von solchen Pflanzeu kan maiin d(lie Kifer, welche sicb in
den ersten warmen Tagen haben anlocken lassen, ablesen, oder, noch
besser, man kann die Pflaniizen vergiften, wie oben erwihnt wurde.
Trotzdemin kann das Ausreissen aller Volontairpflanzen, welche in Mais-
feldern und auderen im Vorjalbre mit Baumwolle bestandeneu Feldern
aufkommeini nicht genug empfohlen werden, denn geuane Beobach-
tungeu haben erwieseu, dass durch den Schatten der Maispflanzen
und des hohen Unkrautes, welches in verlassenen Feldern aufwiichst
die Entwicklung des Kiifers autisserordeutlich gefirdert ist.
So lange die Baumwollpflanzen noch klein sind und wo Feldarbeit
billing ist, wie in Siid-Texas, kann man viel erreichen durch Einsammeln
und Verbrennen der abgefallenen BliUtenkapseln, und geschieht dies
zur recliten Zeit so werden eine grosse Meenge von Kiiferin dadurch
verrnichtet. Das Einisammeln muss aber zweimal geschehen innerhalb
vonl 3 Woche miund, wie gesagt, wenn die Pflanzeu noch klein sind.
Sobald die Pflanzen buschig werden ist dieses Verfabren nicht lhinger
anwendbar weil man daniin die abgefalleneu Kapsein nicht so leicht
finden kaiia. 1'
Ein Plan die inficirten Fruchtkapseln wiihrend der Ernte einza-
saiiinieln war von demi Unterzeichneten in seinem ersten Bericht iber
dieses Inisekt in Vorschlag gebracbt worden. Es geschah dies unter
der Voraussetzung, dass die inficirten Kapsein leicht kenntlich wren
und dass von den Einsamimlern der Baumwolle viele Tausende von







Kifern verniclhtet werden koinnlen durch Abpllcleivi, dler iiulicirilni
Ka])selni die dann zu verbreinnilen sinlld. Doc'0 Viir de (ld' Aiiw'\aiid vNii
Zeit unid Arbeitskraft bei dieseln, Ei'isaiun'iieln eini sehr bei'ridcltliiier
sein, und Riberdies lassen sich die inficirten Kapseln nich}t ilJ1114.1. .i '
den ersten Blick als solche erkennen.
Wiihrend des vertfl)sseInen Jahres hat 1lerr Stronhall ;,is iiis ,vill.
eine Mascbine erfinden, welclhe den Zweck hat (lie iIiicirteii Bliitei-
und Fruchlitkapsein von denjungren Baiiiiiwolll)flaiizen ;1ziikzl)opfein und
sie gleichzeitig in einen Behlilter eiizius i ineln. Ifit dicser IMas liiine
ist im vorigen Jahire experientetirt wordeii, doch li;ittc keiier von den
Entomologen (lie nit dieser Untersiichung bescliiftigt waren, ci\e
Gelegenheit dieselbe in Thlitigkeit zu sehen. Dcr Appal)at bezweckt
die BaumwollptIanzen von beiden Seiten her stark abzubiir.steii; (lie
abfallenden Bliiten- und Fruchtkapseln werden in Beliiilter ai fgc-
faugen um scliliesslicli durch Feuer oder anderswie vernichtet zu
werden. Die BIiirsten dreben sich in entgegengesetzten Riclitutigen
und bearbeiten (lie Pflauzen von beiden Seiten. Auch lisst sich der
Apparat stellen je nach der Grbsse der Pflanzen.
Die sorgfiiltigen Untersucliungen iiber diesen Kiifer, welehe von der
entomologischen Abtheiluniig wihrend der letzten zwei oder drei Jalire
gefiihrt worden sind, haben vollstiindig bewiesen, (lass die Cultivation
der Baumwolle fiir die Controlirung des Kiifers von der h Wichtigkeit ist, und bereits in der ersten Auflage dieses Circulars
wurde hdiese Thatsache speciell hervorgehoben. Von allererster
Bedeutung ist daher eiu zeitiges Abriiumen der alten Bauinwoll-
pflanzen im IHerbst, etwa im November oder zeitiger, und d(lies kann
geschehen durchl Auspfligen der alten Stauden so dass alle Wurzeln
aus der Erde kommen, welehe daun nebst den alten Stauden zusain-
mengerecht und verbrannt werden koinnen. Hierauf sollte man sobald
als moglich (las Feld tief pfliigen, zu einer Tiefe von 6 bis 8 Zoll. Hier-
durch wird niclit nur das Feld ziemlich frei von alten Stauden und
eine sorgfiltige Bestellung im nichsten Jahre erleichtert, sondern es
gehen auch alle Kaiferlarven und Puppen, welche sich zur Zeit in den
Pflanzen entwickelten und aunch ein grosser Theil der ausgewachsenen
Kifer zu Grun(le. Die K ifer welche etwa entkommen sind werden
durch das Tiefpfliigen in den Erdboden vergraben und kinnen sich
schwerlich wieder herausarbeiten. In dieser Weise und auch wegen
des Fehlens der als Winterquarticre dienenden Abfallliaufen aif den
Feldern wird es nur wenigen, vielleicht gar keinen, Kiifern glicken
durch den Winter zu kommen. Auf Baurnwollfeldern, welclie niach
dieser Methode bestellt waren konnte man den praktischen Erfolg
dieser Massregel klar sehlien.
Durch das Vorhandensein von Yolontiirpflanzen droht uus d(lie
grbsste Gefahr von diesem KMifer. Solbche Pflaiizen dienen nicht nur
dem Kifer als Nahrung im zeitigen Friihjahre sondern erleichtern ihm






10


auch (lie i-eberwinterung. Das Bestreben die Volontirpflanzen zn
cultiviren umn eine zeitige Ernte oder den "ersten Ballen" zu bekom-
men ist daber eine ernstliche Bedrohung der Baumiwollcultur innerhalb
des Verbreitungsgebietes des Kilfers.
Sollte die angegebele Cultivatiousmetbode allgemein eingefiihrt
werden. so wiirde sie sich fir Baumwolle hi den hbheren Gegenden
(upland cotton) als ein vollstiindig sicheres Mittel erweisen, und auch
im Tieflande wo der Kifer hiiufiger iiberwintert (vielleicht im Walde
oder uinter UJnkraut lings der Wege) wiirde der Schaden ausserordent-
lich verringert werden. Eiu zeitiges Abriiuminen der Baumwollpflauzer
im Herbst, wie oben besprochen, ist bauptsdichlich anzuratben weun
durch ein sttarkles Auftreten des Kiifers keine zweite Ernte (top crop)
zu erwarten ist. In solcbein Fiillen sollte man das Ausptliigen und
Verbrenniien der Baumwollpfla ianzen in September oder Oktober ver-
nel inen wie es im Jalire 1898) in den holieren Landstrichen leicbt aus-
filirbar war. Wiirde diesc Aendering in (der Baumwollcultivation
entweder dircli Staaatsgesetz oder durch eiu gemeinsamies Vorgehen
der Landeigentlhiimer, wel-che den Piclbltern (lie Befolgung derselben
zur Bedingung nachlien konnten, allgemein durchgesetzt so d(iirfte
ohne Zweifel die Schwierigkeit diesen Kiifer zu bekiimpfen imn wesent-
lichenii berwunden sein.
In Yerbindung mit der Herbstbestellung der Felder ist eiue fort-
wiihrende und sorgfiiltige Bepfliigung der jungen Baumwolle, so lange
als irgcnd moglich fortgesetzt von betriichtlicher Wichtigkeit umn
eine gute Ernte zu erziehlen. Mittels eiuer Stange d(lie quer durch
die Reiien der Pflanzen getragen wird lassen sich viele mit Larven
besetzte Bliiten- und Fruelitkapsel abstreifen und( werden diese dann
mit den bereits abgefallenen Kapselli untergepfliigt. 1st der Boden
nur einigerinassen feuclit so verfault dann der griisste Theil dieser
Kapsein b)evor sich die Kiifer entwickeln kinnen.
Es liegt augenscbeinlich im Interesse aller llaumwollpflanzer in den
reichien Laandstrichen die nordiistlich des inticirten Gebietes liegen,
noclh wilirend der Session von 1896-7 auf den Erlass eines Gesetzes
zu dringeii welches die Durchfiihrung von Gegenmassregeln fir das
Jahr 1S97 erinioglicht. Dieses Gesetz sollte fiir (lie Ausstellung eines
Coninmissioniirs fiir jedes County sorgen wo eine gewisse Anzal, von
Bi4rgern dessellben County dies beantragen. Diese Commissioniire
sollten d(lie Vollinaclit liben die Austfiihirung vn Gegenmassregeln zu
erzwingen, Strafen zu verliingen, od(ler' die Massregeln durchb eigene
Agetiten zu bewerkstelligen deren Kostetn dann( die Grundeigentliiinier
zu tr;lgoin liabeii. Es wiirde angemessen sein diesem Gesetze eine
weite Anwcieiduiig zu gebeii, es niclit auif diesen Riisselkiitfer zu
besc.liiinkenI sI(ldern auf anlle scliidliche Ihsekten auszudehnen im
Falle Ziikiit'tig ci ine iihnliche Ialainitdit aiiftritt. Ein derartiges
Ocestz sollte injedein Staate insures Landes passirt wer(len. Mag es
auch fiir viele Jalire lang keine Anwendung finden, so kunnte es doch






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in einem plotzlich eintretenden Fallc in Krart tretoii, z. B., bei derI
Einschleppung cines scliidlliclhen Insekts voi Auiislailnde Iier, o1i.r'
wenn eines older das andere von iiuiscreci cinliviiiiis.chen Iii.sekteii
plotzlich Inasseiihaft auftreten sollte und sicli zu vtrhreitcii drolit.
L. 0. HOWuARI),
Chef der Enfomololfischcn Abth*iluy: .
Genehmigt:
CHAS. W. DABNEY, Jr., Ph. D.,
Stelhlertreten dcr 3Unister.
WASHINGTON, D. C., den 4len Februar 1897.




II
UNIVERSITY OF FLORIDA I
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3 1262 09228 3711 1


4.










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