Judisches Jahrbuch fur Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehorden, Organisationen und Vereine 1931/32

MISSING IMAGE

Material Information

Title:
Judisches Jahrbuch fur Sachsen und Adressbuch der Gemeindebehorden, Organisationen und Vereine 1931/32
Physical Description:
199 pages
Language:
German
Publisher:
Hanns Lowenstein und Willi Tisch Verlag fur Jahr-u Adressbucher
Publication Date:

Subjects

Spatial Coverage:
Europe -- Germany

Record Information

Source Institution:
University of Florida
Rights Management:
All applicable rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier:
GS17
System ID:
AA00013437:00001


This item is only available as the following downloads:


Full Text











Ausfihrung samtlicher Maler- und Anslricharbeiten w
Wohnun
Fassaden
Tapezier
M6bellac
Dekorati
Schleiflac
Vergoldu

Joseph Ruther
WerkstHtten fMr alle Art Dekorationsmalerei
und Anstrich

Dresden-A Werderstrafhe 4
Fernsprecher 41285

Fachliche Beratung und Koslenanschlage bereitwilligsf






Benza a i



Dresdner Automobilwe

Oswald Richter

Wglchsbleichstr.4a (Hhed.Houptmarkthalle),Ru

Brennabor-, Krupp- u. Magirus-Gene

Personen- und Lasikraftwagen Fe
fahrzeuge Moderner Reparaturbeirieb -
Fahrschule GroFtanksfelle Abschle


ie:
gsvorrichfungen "
lanstriche '
arbeiten
cierungen
ons-Malereien
karbeiten
ungen usw.














otorp igen.
TRotorboler'n
Slu uzeugen



rkstlitten


121756u.15756

ralverirefung

uerwehr-
Garagen
ippdienst



- ', -,,------ "























~-----S.,









... ..
A _. -- "



40nE IM
DE t'' 'l ,


,TE LAND '














Ehrenmal der Gefallenen auf dem Friedhof

der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden









brwof. .


"' Ein neues iidisches Haridbuch, das nach einheitlichem Plane.
taber mit naturgemnaB verschiedenem Inhalt ifir die einzelnen Ge-
Smeinden Sachsens erscheint, wirbt um Freunde, denen es selber
Freund, Heifer, Berater sein will. Neu deshalb. wveil es fiber blo13
;.'Kalender- oder AdreBbuchmiBiges hinausstrebend, durch Vertiefung
i'. und Erweiterung ins Geistige die bereits vorhandenen Ansatze mog-
's.4.lichst ideal zu vervollkommnen sich bemniiht. Der damit verbundene
Zweck des aus einer Notzeit des Judentums heraus geborenen
?\\'erkes ist ein doppelter. Einmal will es durch sein Zielstreben
,; durch die gleichrnmBige. vbllig objective Behandlung aller in den Ge-
n:, menden Dresden. Chemnitz und Plauen herrschenden jUdischen Be-
i.strebungen die auch hier vorhandenen Parteigegenstitze mildern
Shelled. Zweitens durch Weckung des jlidischen Gemeinschaftssinnes
.'das Interesse an lokalen jiidischen Dingen heben uud damit einen
ui imso festeren Zusarnmenhalt im Judentum erzielen.
Der sich mit seiner Gemeinde verwurzelt Flihlende. der am
ui.: jUdischen Leben seiner Stadt titigen Anteil nimmt, hat es mit
R. echt schon oft als einen Mangel empfunden. kein Hilfsmittel zu be-
.sitzen, das ihn leicht und griindlich iiber bestimmte reale Fragen
Sorientiert. Dieser Mangel ist jetzt behoben. Zugleich hat aber das
Jahrbuch, wie wir wohl sagen diirfen. einen gesteigerten geistigen
V.. ert fir dasjenige Gemeindemitglied, das, gewissermaBen in einer
abgekurzten Chronik blitternd, sich freut, frihere Epochen seiner
Gemeinde, die es vielleicht zum Teil selbst noch miterlebt hat, an
seinem Auge voriiberziehen zu seen.


,,Am guten Alten
in Treuen halten.
. am krift'gen Neuen
sich stirken und ireuen -
wird niemand gereuen."


Es gereicht uns zur besonderen Genugtuung. da8 unsere Be-
t:. strebungen bei den fiihrenden Persinlichkeiten der Gemeinden
.. resden. Chemnitz und Plauen tatkraftige Unterstiitzung gefunden
haben, und wir swollen nicht verfehlen, auch an dieser Stelle hierfiir
unseren w\vrmsten Dank auszusprechen. Vor allem sind wir den
"Autoren verpflichtet, die sich uns in entgegenkommendster Weise
zur Verfiigung gestellt baben.
-. ir ibergeben somit unsere Arbeit der Oeffentlichkeit in der
I*'l-noffnung, daB sie dazu beitragen wird, dem jiudischen Geimeinde-
l',:-..leben in den drei Stidten nach Kriften zu dienen.

Die Herausgeber
Hanns Loewenstein.und Willi Tisch.



6P S.t
N",;


* ir






47
.p




.ilii
i -


*.1
,' ..1

i,





,. .^
''I;
,








-'- V
*1
%5si




74






a

r
L.. "."


,...















1 .'Schewat.
1. Adar
1'. Adai scheni
Fasten Esther
Purim
1. Nissan
:'essach 1. Tag
2. Tag -
7. Tag
8. Tag
1. Ijar
S..Lag beomer
'1. Siwan
Schewuaus 1. Tag
2. Tag
W'. 1. Tammus
Schiwo osser be'tammi
1. Aw
A" Tischo be'aw
1. Elul:
S 1. Tischri
Rausch haschonoh 1.
2.
;', Fasten Gedaljah
Jom Kippur
Sukkaus 1. Tag
2. Tag
Hauschano rabbo
Sh S mini azeres
imchis- thauroh
1. Marcheschwan
1. Kislew -
Chanukka
S1. Tewes
S ssuro be'tewes
rt. ....
/../,.. .~
: 'L. 'l.. 1. A


1932
5691/92 5692/93-

19. January 9. January. '.
18..Februar 8. Februar-i
9. Mirz i'::
.-.i
2. Mirz 21. Marz :
3. Mairz 22. M~ r,
19. Mirz 7.- April
2. April 21. April
3. April 22. April '
8. April 27. April
9. April 28. April' .
18.. April 7. Mai
5. Mai 24. Mai
17. Mai 5. Juni -
22. Mai 10. Juni .
23. Mai 11. Juni "
16. Juni 5. Juli
us 2. Juli 21. Juli
15. Juli 3. August
23. Juli 11. August 4,:?i
14. August 2. September"
12. September .- 1. Oktober .
Tag 12. September 1. Oktober ...;`
Tag 13. September. 2. October ;
14. September 3. Oktober
21. September 10. Oktober .:
26. September 15. October'",
27. September 16. Oktobeir '-
2. Oktober 21. October :
3. Oktober 22. Oktober 4
4. Oktober. 23. ,Oktober
12. Oktober 31. Oktober ..:'II
11. November 30. Novembi6f
5.-12. Dezember.24. 31. Deze~.i
S. 1. LDezember 30. Dezember'i
20. Dezembei
-. -, i. :
,.' --;















Der Sachsische Israelitische

Gemeindeverband

Von Rechtsanwalt Paul Salinger-Dresden, I.Vorsilendem des
SVerbandes und der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden.
S Am 13. September 1926 ver6ffentlichte das scchsische Gesamt-
ministerium eine Bekanntmachung, daB die acht sichsischerl israeli- '.
tischen Religionsgemeinden sich zu einer Religionsgesellschaft unter
der Bezeichnung
Sichsischer Israelitischer Gemeindeverband
vereinigt haben und so oh I der Verband als auch seine
Glieder, die Religionsgemeinden in Annaber g. Baut z e n,
Chemnitz, Dresden, Leipzig, Plauen, Zittau und
Z i c k a u K6rperschaften des iffentlichen Rechtes sind.
Damit war endlich ein Ziel erreicht, daB, seit Jahren innig er-
strebt, infolge der Gesetzgebung im alten Staate zuniichst uner-
ieichbar schien. Der Protestantismus und besonders der Katholi-
zismus waren seit je in ihrer die Welt umfassenden Hierarchie oder
doch wenigstens in den Landeskirchen straff zusanmmengefaBte Ge-
: bilde. Der alte Staat hat nur in einigen wenigen deutschen Liindern
nicht in Sachsen eine Vertretung der Judenheit zugelassen. :
Das Bedlirfnis nach einer Zusammenfassung der sichsischen
Judenheit setzte ein. als nach und nach in den oben genannten
Stidten Religionsgemeinden gebildet wurden. Das Gesetz fiber die
israelitischen Religionsgemeinden von 190- entsprach dem Wunsche
nach einem Landesverband nicht, und so kam es danals nur zu einer
losen Arbeitsgemeinschaft zur Besprechung und Bearbeitung not-
wendigster gemeinsamer Interessen der siichsichen Cemeinden ohne
die angestrebte staatliche Anerkennung. Die Aufgaben, die sich diese
Arbeitsgemeinschaft stellte, unterscheiden sich kaum von den auch
heute angestrebten Zielen. Vor allem sollten leistungsschwache Ge-
:meinden unterst[itzt werden in F6rderung der Seelsorge und des



5 -. .. ._ J .-.
^ *-* ** **' 1








"' Religionsunterrichtes. Nicht zuin wenigsten sollten auch gemein-..
same Aussprachen 'iber Erfahrungen in Gemeindeaugelegenheiten
.und Hebung und F6rderung der sozialen Arbeit dem Nutzen simt-
licher sichsischer Gemeinden dienen.
Die neue Reichsverfassung vorn Jahre 1919 brachte endlich die
M6glichkeit auch fiir die jiidische Religionsgesellschaft, sich als
S Krperschaft des 6ffentlichen Rechts gemifB Artikel 137 der Reichs-
verfassung zu erkliren. Jedenfalls war eine der ersten Aufgaben
des auf neuer Grundlage sich aufbauenden sichsischen israelitischen
Gemeindeverbandes. seine Satzung umzugestalten, daB sie den Er-
fordernissen entsprach, die die Regierung an eine 6fentlich-recht-
liche K6rperschaft stellen mul.
Es war kein leichtes Werk, was in jahrelanger, hingebungs-
voller Arbeit von den Abgeordneten zum sichsischen israelitischen
S Gemeindeverband geschaffen wurde. Erst im Jahre 1926-konnte die
neue Satzung endgiiltig beschlossen und zur Kenntnisnahme der
S Staatsregierung gebracht werden. Mannigfache Widerstainde der
einzelnen Gemeinden gait es zu Uiberwinden, bis schlietlich die
Formel gefunden wurde: Einheit wo sie ntig, in allem
S. ibrigen Freiheit der einzeinen Gemeinden in
S alien ihren Angelegenheiten. Damit ist unantastbar ver-
ankert die Selbstiindigkeit der Gemeinden, in Verwaltung. Kultus
und Unterricht, und der Verband hat nicht die M6glichkeit. in die
S Verfassungen der Gemeinden einzigreifen. Keinesfalls ist er
vorgesetzte Beh6rde der Gemeinden. wohl aber dient er
E' als Mittler zwischen Gemeinden und Staatsregierung, und
S als besonderen Vorzug muB man es ansehen. daB die Staatsregie-
rung in alien jiidischen Fragen gutachtliche AeuBerungen vom Ver-
band anfordert.
Seine hauptsAchlichsten Ziele hat der Verband laut seiner
i Satzung in
1. Pflege des religi6sen Lebens,
2. Vertretung der gemeinsamen Angelegenheiten der sAclhsi-
Sschen israelitischen Religionsgemeinschaft nach aulen.
,3. Schaifung Unterhaltung und Unterstiitzung gemeinsamer
Einrichtungen und Anstalten.
4. F6rderung der rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung der
Ssachsischen israelitischen Gemeindebeamten.
Dariiber hinaus beschiftigt sich der Verband selbstverstindlich
mit alien das gesamte jiidische Interesse beanspruchenden Fragen.


6

S ',.r .. .














.i













Rechtsanwalt Paul Salinger
Vorsit3ender des Sachsischen Israelitischen Gemeindeverbandes
und der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden


Li





:?',-
g!
I.
i::4
,.
? .
:l











I
.
I.
i,
al'"

i -
f







.o.
51





;.'


L.
I:
-[,.,*,* ;,- .







......."


Tapeten
Richard S
LEIPZIG N 2;


- Linoleum


STekko Salubra


|chneider Nchf.
2. Hallische Str. 67


Telefon 5752E
Musiersendung unverbindlich. Let)te Neuheiten zu billigsten Preisen.
Versand nach alien Orten Deutschlands franko von RM 10,- an.
8
8 ,. '. ::
. ... ..' ... ,- ". ... ... .
^**.*\. .**^ *y '**-^s^ .^ ^ .AG


LI I1UL I n IFI aLL UIL UDl UIJl V UI UI l v ILU L 153J U LILILl I UI uJI
,,Reichsverband der Deutschen Juden" geleistet und hat gegen'-'
wartig die Schaffung eines Beamtenrechts in Angriff genommen und
auf Wunsch der Regierung zunachst den Entwurf eines Disziplinar-
gesetzes eingereicht und bei dem zur Zeit dem Landtag vorgelegten
Religionsgesetz in dem die jiidische Religionsgesellschaft betref-
fenden Abschnitt nicht unwesentliche Mitarbeit geleistet. DaB der
Verband an seinem Sitz in Dresden eine Landeswohlfahrtsstelle
unterhalt, ist um deswegen bemerkenswert, weil diese als ,.Spitzen- I
organisation" der Wohlfahrtspflege im Sinne des einschligigen Ge-
setzes von dem Wohliahrtsministerium anerkannt ist und zu alien
Veranstaltungen und Besprechungen zugezogen wird. Auch das
brennende Problem der Wanderffirsorge ist im Verband iiir Sachseh
zentralisiert, und die Gemeinde Leipzig hat dankenswerterweise die
eriorderliche Arbeit fibernommen und arbeitet strong im Sinne der
von der Hauptstelle fur Wanderfiirsorge in Berlin hierfiir heraus-
gegebenen Richtlinien.
Die VertretLng des \'erbandes ist der
Verbandsausschu .
Die Abgeordneten zum VerbandsausschuB in direkter Wahl zu
wfihlen, verbot die Verschiedenartigkeit des Wahlrechtes in den
einzelnen Verbandsgemeinden. So einigte man sich auf das
Delegationsprinzip, indemn die einzelnen Gemeindevertretungen aus
ihrer Mitte entsprechend der GroBe der Gemeinde eine Anzahl
Manner in den VerbandsausschuB entsenden. die aber an keine
Auftrige ihrer Gemeinden gebunden. sondern in ihren Entschliissen
vbllig unabhlingig sind. Ueberdies geh6ren dem VerbandsausschuB
je ein von der sichsischen Rabbinervereinigung gewihlter Rabbiner
und ein von der sSchsischen Lehrervereinigung gewihlter Lehrer


., >d :*.3[ t" ... r cr~T~Ei


i.hi-'i'.V% ?t~I ni::. 't(Bl .


-- Linoleum








.:ernannt, der jedoch in den AusschuBsitzungen nur beratende Stimme
hat. Der VerbandsausschuB selbst hat das Recht, in bestiminten
SFillen auch nicht zu ihm gehorende Persdnlichkeiten zuzuziehen, um
gegebenenfalls ihr Sachverstindnis sich nutzbar zu machen.
Der VerbandsausschuB tritt in der Regel jihrlich zusammen.
Er ist insbesondere zustindig fir
1. die jihrliche Feststellung des Haushaltplanes,
2. die Priifung und Richtigsprechung der Haushaltrechnung,
.*" 3. die BeschluBfassung iiber Aufnahme und Tilgung von An-
leihen.
S4. die BeschluBfassung fiber die zu erhebenden Beitriige und
auszuschreibenden Steuern,
5. die BeschluBfassung iiber Aenderung und Satzung,
6. die Beschlulfassung fiber sonstige ihm vom Vorstande vor-
Sgelegte Gegenstande.
Eine besonders wicltige Aufgabe ist dem VerbandsausschuB in
der Wahl des Verbands v orstands gestellt, der von dem
SAusschuB jeweils auf zwei Jahre gewihlt wird. Der Vorstand wird
gebildet aus denm \orsitzenden und seinem Stellvertreter (beide
m6glichst mit dem Sitze in Dresden) und einern Beisitzer (mnglichst
mit dem Sitze in Leipzig). AuBerdem geh6rt dem Vorstand ein von
der sichsischen Rabbinervereinigung gewiahlter Rabbiner mit be-
S ratender Stimme an.
Es kann kein Zweifel dariiber bestehen, daB der Zusammen-
SschluB der sichsischen israelitischen Religionsgemeinden zum Ge-
meindeverband und seine staatliche Anerkennung eine auBerordent-
liche Bedeutung fir das sichsische Judentum erlangt hat. Dieser


Fernsprecher 21565

Ernst Weinhold
Werkstitten fur Bau. und M6beltischlerei sowie
Innenausbauten Drehtiren Ladeneinrichfungen

Dresden-A. Polierstrale 23




i., 7...A










if!





t'






I
s-:


10

- :.,.."J i.


'I'
* ~ ~ j~J/ I iflt'NrLE*uuj


brachte endlich, nach schweren Kimpfen. das Organ, das geeignet' .
erscheint, die vielfach gleichlaufenden Interessen der shchsischerit",
israelitischen Religionsgemeinden den Behorden gegeniiber zu.
vertreten. I
Bei einem so jungen ,Gebilde, wie es der Verband heute noch
ist, bedeutet es keine Herabwiirdigung, wenn man ihm vorwerfen .
wollte, daB die Erfolge, die er bisher fiir die sichsischen Juden er-
zielt hat, noch gesteigert werden k6nnen. Schon daB der Verband ,'_
sich gegrundet hat, daB die Staatsregierung ihn anerkannt hat, ist
ein anBterordentlicher Erfolg, wenn man bedenkt, daB in anderen
groBeren Bundesstaaten diese Anerkennung des Staates noch :'
aussteht.
Doch es muD verlangt werden. daB die innere Festigung des .''
Verbandes fortschreitet. Es ist ausgeschlossen, daB bei den jijhrlich .
ein- h6chstens zw\eiral stattfindenden. zumeist noch mit umfang-
reichen Etatsdebatten ausgefiillten Verbandstagen alle diejenigen '
Fragen, die vor allem flr das Gemeindeleben von grunds-itzlicher .r
Bedeutung sind, die ihrer Wichtigkeit entsprechende Behandlung
und Durcharbeitung erhalten.
Der Verband hat sich daher ein Organ geschafien, das als '
,,Mitteilungsblatt des sichsischen israelitischen Gemeindeverbands" ,"
monatlich erscheint, und in dem die allgemeinen das sichsische
Judentum interessierenden Fragen zur Aussprache gestellt werden.
Der so organisierte Verband ist eine Religionsgesellschaft, d. h.. ,
die geordnete Gemeinschaft der siichsischen Juden. Wfihrend further -
jede einzelne Gemeinde eine Religionsgesellschaft fiir sich dar-.
stellte. gibt es heute nur e i n e e i n h e itliche i s raelitische h
Religionsgesellschaft im Freistaate S a c h s e n.
Die jiidische Glaubensgemeinschaft ist damit veriassungsrechtlich
den anderen Religionsgesellschaften villig gleichgestellt, und wenn i
die einzeluen Gemeinden in der Sprache des Gesetzes als ..Unter-
verbinde" des Gemeindeverbands bezeichnet werden, so wird
damit ihre Bedeutung nicht geschrmilert. Im Gegenteil: sie wird
erweitert und vertieft. Denn die Gemeinden sind und bleiben die
Trager des Verbandes, der sie f6rdern soil, und jede Gemeinde, ja
jeder sichsischer Jude soil fortan das BewuBtsein in sich tragen, in
der Religionsgenmeinschaft zu leben und an ihrem \Virken teilzu- -,
nehmien.


4' -



CL~










D,. resden-A. 1. Zeughausstr. 2. Tel.: .140
Vorsitzender des Vorstand s:
Rechtsanwalt Paul Saliing e r, Dr
S SStr. 15 11. Tel.: 1965S. Privatwohnung: D
stuckstr. -1-. Tel.: 41913.
,,, S te I Iv e r t r e t e under V orsitzender:
,.. Sanititsrat Dr. med. E m il Z iin n e r
: Radeberger Str. 25. Tel.: 55291.
Be i s i t z e r:
Ca r I G o Id s c h m i d t. Leipzig, Humbold
Ra bbine r:
'Professor Dr. \V in t e r, Dresden-A..
Tel.: 20855.
Verbandssekretar:
S' BUrodirektor Lambert PImniacher,.
h;ausstr. 2. Tel.: 11051 und 17887.
La n d e s w o h i f a Ih r t s s te I e:
Dresden-A. 1, Zeughausstr. 2. Untersteli
.' '; sitzenden des \erbaides.
Landesf irsorgerin :
Frl. Li s e I S c hw a b, Dresden-A. 1. Zeu
. ,.,:-.. .


f .- Hotels und Restaurants in Chemnit


" -Chemnit *
2 Minufen vom Bahnhof
I Haus fur Geschdflsrelsende
I Ermafigung Zanlralheizuni
H II 11 IIU Garagei. d. Nahe Ma ige


i :' Hermanns Reslourae
-i'.'.;. Ausf0hrung von Hochzeiten und Familienfesdlidikeiten
:.,'- Saal for 120 Personen im Hause Fernruf 123S6


Wiener und ungarisdie Kiichel


-. u., n o ... I'. .,
51 und 17887.


esden- A., Grunaer : :
resd-n-A. 24, Eisen-


Sa n n, Dresden-N.,


Itstr. 10. Tel.: 14645. "
I
Blochmann.str. 14 1.


Dresden-A. 1, Zeug- '


it direkt dem Vor-


ghausstr. 2.



4:.


-
z und Dresden

Inhaber: E. Hunger
Theaterplal 5 "
gegenuber der Oper.
SRaisenden Kaulleuten i
g Ausslellungszimmer.
Prese Fernruf 45628



I, Dresden-A. .
Serrestr. 12, ptr.


11
-; .. -...














-, Elektrlsches Licht Bader Zimmer ml: fllelendem Wesser
Zimmer tagewelse u. auf ling. Zelt mit u. ohne voile Verpflegung
SZlmmer v. RM 3.- n n Relsenden Kaufleuten 1Oi/,, Erm .lgung



Hotel Zigeuner-Csiarda
G. m. b. H.
; Dresden At Marienstr. 46
Fernsprecher 14213
Unter gleicher Leitung:
Zigeuner-Csarda
Ungarische Speise-, Bier- und Weingaststatie
Mariensira4e 46 Fernruf 14213


en Sie schon HoelCanolad, Dresden, Progerslr.56 )
lilrlber Hotel Bleschl gew0ol l :
Bes.: Br. Gustav Horn Fernruf 25711 Telegramm-Adresse: Canada Dresden .
Versuchen Sie einmal, Sie werden dankbar sein Reisenden Kaufleuten bei
langerem Aulenthalt ErmaIFigung Vornehm neuzeitlich eingerichtetes Haus
ersten Ranges, Familienholel in bevorzugter Lage unmitielbar am Hauplbahnhof
100 Betten, Fahrsluhl, Bader, fliefiendes kalles und warmes Wasser Maflige Preise
Reichsiernsprecher in jedem Zimmer Prachtvoller und ruhiger Hotelgarten
In Verbindung mil meinem Hotel Canada empfehle idc meinen verehrten Gasten
mein Zweiggeschafl Fruchthaus Scheibner Im Hause

I.I

TE L Vornehmes, ruhiges Haus am Hauptbahnhof
SL Ausgang Bismarckstrahe 20

:R G INA Fernruf 41925 Telegramme: Reginahofel ."
REGINA :-f
B e s i z e r: Fliefbendes Wasser Zentralheizung Fahrstuhl
OttoG iinschel Reichstelefon in den Zimmern Malige Preise
SD Garage in der nachslen N;he -
DRESDEN r-:


S 12 .
W f".' -i,
.". ,;- .. .. .. ...... ..' ...... :" A, .











M. FRIEDIGER


Dresden, Waisenhausstr. 22



Taglich 42o und 8" *

Tanz und Kabarett


I !






,k.
it:
/....



i .' -,
s- .
C
:*i*'
~i *-


Hotel Sachsenhof, Inh


Dresden, Trompeterstrafe 21 Fe
5 Minulen vom Hauptbahnhof


Haus far Geschaftsreisende Reiser
jigung Zentralheizung FlieFenc
Wasser Garage in der Nahe
Restaurant Mittag- und Abend-G


Union- Hotel Dresd
Neuer Besitzer: H. W. Tdgel Haus ersten
Alle Zimmer mit fliefendem Wasser und Re
Reisende Kaufleute 10',,' Erm;igung

Das behagliche Restaurant wird von
Bevorzugler Aufenthalt auch nach dem
und Ausstellungsraume Ersfklassige
Auto-Garage zur VerfOgung Telegr
Unter gleicher Leitung: T6ge




I.


aber: Julius Beier
rnsprecher 22046


iden Kaufleuten Erma-
des warmes und kaltes
Erstklassiges, gutes
edecke von 1 Mark an


donienstr. 5-7 :
auptbahnhof Ruhige Lage
nschliefend Privatbad u. T.
i-Sammelnummer 24701

amilien gern besuch
onferenz-, Gesellschafts-
SFriseur im Hause
e: Union-Holel Dresden
rant, Pragerstr. 33


13


* *^... .- ,-..,..fl. M l


Weitere Hauser der Firma M. Friediger:
Berlin: Hotel und Konditorei Hessler,
Konditorei Friediger am Potsdamer Platz
Miinchen: Hotel Stadt Wien und Grand-
hotel Griinwald Wien: Hotel Metropole


Maflige
Preise


en Si
Ranges am H
ichstelefon, a
Telefor

Dresdener F
Theater K
Hauskapelle
amm-Adresse
I-Restau


I


.` ;t

~1

d


:

..t
c



~











SHANNS VASAK


; ''
Y
C-:;
;:: U
.c.
;I
:I.
u
,


.:
ri

i :



it

"


DRESDEN-A, Niirnberger Str. 59

Fernruf: 46913/43505


Entwurf Bauleitung Bauausfiihrungen

Neubauten Umbauten Ladenausbau


Zentralheizungen


Rohrleitungen aller Art



Bestes Material liefert

Beste Arbeit

Sparsam im Betrieb Dipl.-Ing. Wilh. Vocke

Bescheidene Preise Dresden-A 40

Beste Referenzen Cunnersdorfer Strafe 20
Fernsprecher 43935 und 47935



14


l t.,.,: ., -,.: ., .: : ;.. -.,/ ...-,, : ; _- '.- '


I i
*^";~t


Architekt und Baumeister






JUDISCHES

JAHRBUCH


C:r

:.


UND


ADRESSBUCH DER GEMEINDEBEHORDEN
ORGANISATIONEN UND VEREINE

1931/32




AUSGABE DRESDEN


FUR SACHSEN


HANNS LOEWENSTEIN UND WILL TISCH
VERLAG FUR JAHR- U. ADRESSBUCHER BERLIN -DRESDEN
POSTVERLAGSORT: BERLIN












Si


Nachdruck, auch auszugsweise, nicht gestattet.

Copyright 1931 by
Hanns Loewenstein und Willi Tisch
Verlag fiir Jahr- und AdreBbdcher
Berlin NW 87












aus der Geschichte der Israelitischen


SReligionsgemeinde Dresden


Von Rabbiner Dr. Albert Wolf


a il ".




.::. .'
^^s"












r-si:

ZI"


..I. .. I'.r


.'I


"'*
.:

*-1
,*
_.|

.


Die Israelitische Religionsgemeinde in Dresden ist verhiltnis-
milBig jung. Das dem Judentum ungunstige Recht in Sachsen ver-
hinderte, nach der Zerstorung der im 12., 13. und 14. Jahrhundert
vorhandenen iiidischen Gemeinden, den Zuzug von Juden nach
Sachsen. Nach Dresden sind erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts
wvieder wenige jiidische Familien gekommen. Der polnische Resi-
dent Berend L e h m a n n, dem der K6nig August der Starke ver-
pflichtet war, erwirkte die Erlaubnis als erster Jude in Dresden ein
Haus zu erwerben. Aber obwohl sein Sohn, der Hoffaktor Lehmann
B e r e n d, gemeinsam mit Jonas M av e r in den Jahren 1719-20,
w~hrend einer Hungersnot, das Land mit Getreide versorgten,
wurden doch die Rechte, die dem Haus Lehmann gewahrt waren,
: bald wieder zuriickgenoinmen. Es vergingeu noch Jahrzehnte. bis
es den Juden erlaubt wurde, wenigstens ihre Toten in Dresden zu
bestatten.
Oeffentlicher Gottesdienst war verboten. Nur in private Bet-
stuben durften die Juden in Dresden ihre Andacht verrichten. Es ist
Seine Beweis von der geistigen Kraft des Judentums, daB trotz dieser
S uBeren Erschwerungen ein reges jiidisches Leben vorhanden war.
Von hervorragenden geistigen Fiihrern ist allerdings aus jener Zeit
des Werdens wenig bekannt. Es ist der Gesamtgeist des Judentums,
der da wirksam erscheint. Wenn einzelne Familien, wie z. B. die
Familie S c h i e, die Familie B o n d i. von der Gesamtheit sich ab-
heben. so hat das seinen Grund ebenso sehr in den sozialen Verhalt-
nissen wvie in der Fahigkeit einzelner Manner .aus diesen Familien
zu geistiger Fiihrung. Die Rabbiner jener Zeit, genannt seien der
Oberrabbiner David Wolf Landau und dessen Sohn Markus
Landau, der zuletzt genannte, Sohn von David Landau, war ur-
spriinglich Kaufmann haben das ihrige getan, den Geist des
Judentums in der Gemeinde zu verbreiten. Von Markus Landau
Srihint Emil L e h m a n n der noch Schfiler des ,,alten Landau" war:


17

.. J.


,'t ..


..
'









S Schiler, er going mit ihnen ger und oft ins Freie ard. freutes.ichlnit .fl
ihnen an den Naturreizen unserer Uimgebung".
Der Beginn des 19. Jahrhunderts stellte die Judenheit in .
Deutschland vor neue Aufgaben. Die franzosische Revolution hatte'.
ibre Wirkungen gezeigt. Der Geist der Aufklriiung lieB auch in
Deutschland neue Gedanken fiber das Recht der Menschen erbliihen. .."
In Sachsen lagen die Verhiltnisse noch am ungiinstigsten. Zacharias"-
PFran k el bringt zum Beweis fiber die Gesinnung, die den Juden'
gegenfiber am Anfang des Jahrhunderts in .Sachsen herrschte.'
folgende Erzihlung:
Der KOnig Friedrich August muBte nach Besiegung des fran- .-; ..".:
Szsischeu Gewalthabers. zu dem er sich nach der Erhebung der :'
S deutschen Nation gehalten, halb als Gefangener nach Berlin gelien.
Dort wurde er vom Publikum gerade nicht mit freundlichen Augen
betrachtet, und es widerfuhr iim einst eine Beleidigung beim .Hin-
ausgehen aus dem Schauspielhaus. Da soil er schmerzlich den Blick
gegen den Himmel gerichtet und ausgerufen haben, ob ihm dieses
etwa zur Strafe sei, weil er vielleicht bei irgendeiner Gelegenheit: -
eine gOinstige Gesinnung gegen die Juden genihrt!
Die Gesinnung des Kdnigs kam den Interessen der Stbnde ent-
S gegen, so daB die Aussichten der Juden auf eine Besserung der Lage
in Sachsen denkbar ungiinstig waren. In dieser Zeit warren es zwei ."l
SMinner, die die geistige Fiihrung im Kampfe um das Recht '
: des Judentums und der Juden iibernahmen: Dr. Bernhard Beer'.
rund Rabbiner Dr. Zacharias Fran k e I. Wie Mendelssohn hatte
Beer erkannt, daB die Aufgabe der Judenheit eine doppelte sei. Nach
innen, die SelbsterziehLig der Menschen zu gebildeten, sittlichen und
selbstbewuBten Pers6nlichkeiten. Nach aulen. die Erkimpfung des '
Lebensrechts und der Anerkenuung der Religion. Das erste Ziel
suchte Beer zu erreichen, indem er im Kreise gleichgesinnter
junger Mensclen Fragen des Judenturns besprach, mit ihnen
in den Geist des Judentums aller Zeiten einzudringen
strebte. Er hielt selbst in diesem Kreise religis Inora-
Slische Reden. An den Feiertagen hielt er als rer .
der in Dresden in deutscler Sprache predigte, in der Schie- ..,
schen Synagoge Ansprachen an die Gemeinde. Ueber den Geist, ':t ]
von dem sein Streben erffillt war, unterrichten uns insbesondere die
S. on ihm herausgegebenen jiidischen Literaturbriefe. In einem dieser
Briefe heilt es:

18 .,

W .
I~ '. :", ." .. ",; ", ", ''., .,







Zu dem Artikel

,Geistige Fuhrer aus der Geschichte
der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden"
von Rabbiner Dr. Albert Wolf


Dr. Zacharias Frankel
Oberrabbiner in Dresden


,7



Oberrabbiner Dr. Wolf Landau



l -. .t3 'i. .. -. ... .


Dr. Bernhard Beer
Privatgelehrter


Emil Lehmann


,-.







,,Es gibt daher kein abgeschlossenes Judentumn in dem Sinne,:
daB selbst der Orthodoxeste sollte behaupten k6nnen, ,,die alten
I Bicher geniigen." Nicht nur daB jede Zeit neue Fille zur' Ent-
scheidung brachte und bring, neue Fragen anregt, die zwar immer
im a It e n Sinne aber mit neue em Geiste zu behandeln sind, son-
dern auch Form und Fassung. Methode nud Darstellung wechselten,
und immer neue Pforten des Lichts offneten und bifnen sich zur
SAufhellung des alten, von Gott geoffenbarten Worts. ,,Die
Thora wurde uicht den Engeln mitgeteilt"; dieser talnudische Aus-
spruch will hunter andern auch besagen, daB eben, weil wir keine
Engel, keine vollkommenen Wesen sind, deren Intelligenz die
Grenze des Erforschbaren schon erreicht hat und dort in ewiger
Verklirung stillsteht, sondern mit einem von iuBern wandelbaren
Eindriicken abhingigen, der Bewegung und dein Fortschritte zu-
ganglichen Geiste begabt sind, wie der Prophet (Zach. 3. 7) den
Menschengeist bezeichnet ..ich gebe dir Wandel zwischen jenen
Stehenden (den Engeln)", darum die Erforschungsweise der gott-
lichen Lehre auch nicht stationir und abgeschlossen bleiben darE,
sondern immer neue Formen in Anwendung kommen, neue Quellen
bearbeitet und neue Lebensadern in ihr aulgesucht werden missen.
Matte iede der \erschiedenen Phasen, welche das Judentum
durchlief, der Lehre eine neue eigentiimliche Seite abzugewinnen
vermocht, gew\hrte jede einen andern Ankniipjungspunkt hierzu.
so ist es nicht minder auch die neuere Zeit. welche neuen Stoff und
frische Lebensmomente bietet, die alte jiidische Lehre im ganzen
Sound einzelnen aufs Neue durchzuarbeiten: nicht etwa. um das Alte
niederzureiBen, sondern um es zu befestigen."
In gleicher \\eise. wie Beer bestrebt war, das Bildungsniveau
seiner Zeitgenossen zu heben und sie an edlere Formen in ihrem
religidsen Leben zu gewdhnen. versuchte er, eine Umstellung des
Berufslebens der Juden zu erwirken. Eine fast aussichtslose Be-
miihung in einer Zeit, in der den Juden Sachsens die Ausiibung des
Handwerks verboten war, in der kein christlicher Meister sich bereit
Sand, jfidische Lehrlinge auszubilden. Trotzdem griindete Beer. aus
der Erkenntnis heraus, daB eine Berufsumschichtung notwendig sei,
im Verein mit Gleichgesinnten im Jahre 1829, am 100 jibrigen Ge-
burtstag Moses Mendelssohns den Mendelssohnverein, zu dem
S Zwecke ..Handwerk. Kunst und Wissenschaften, sowie niitzliche
S Taitigkeit bei der hiesigen israelitischen Jugend zu f6rdern und iiber-
I' haupt den hiesigen Zustand der Israeliten m6glichst zu verbessern."


20

Ar
". '. "- .. .A !... 2 ."." '. ,I'".,,% ;, ," :., .'"",


4'






-4











..4i


" i






































I..-...


'.


21


. i',",.ii .A~h."- \' ::... Ai


':11 en uCeti uuu ueni wuien Deers ermunlgi, anaen sicn
iidische Eltern in Dresden, die bereit waren, ihre Kinder in die
Fremde zu chicken, daB sie dort praktische Berufe erlernten und
sich an aufbauende TAtigkeit gewohnten.
Um den Kampf nach auBen fiir die Rechte des Judentums wirk-
samer fiihren zu k6nnen, griindete Beer ein Journal, in dem er fiir
S das Judentum eintrat und die Grundlebren des Judentums der Allge-
meinheit zugingig machte. Indem er mit Arbeiten jibdisch-wissen-
schaftlicher Art an die Oeffentlichkeit trat, gelang es ihm, Beachtung
zu finden, und die Leipziger Universitit ernannte ihn ihm Jahre 1S34
fiir seine wissenschaftlichen Arbeiten zum Ebrendoktor. Die Aner-
kennung, die somit seine Leistungen fanden. war auch dem Juden-
turn zum Nutzen. Die strengen Judengesetze Sachsens fanden all-
m5hlich eine Milderung.
In seinen Bemfihungen fand Beer Unterstiitzung durch den im
Jahre 1836 nach Dresden berufenen Oberrabbiner Dr. Zacharias
Fran k el, mit dem ihn spiter innige Freundschaft verband.
Frankel war der erste wissenschaftlich gebildete Rabbiner der
Dresdener Gemeinde. Sein hauptschichliches Bemiihen gait in erster
Linie der Sch6pfung einer einheitlichen, bisher in viele private Ver-
einigungen gespaltenen Gemeinde. Schon in seinem Schreiben an
-die Aeltesten der Gemeinde und an den Rat der Stadt Dresden
weist er aif die Notwendigkeit des Banes eines gemeinsamen
Gotteshauses hin: ,,Als einer der vorzfiglichsten Punkte, an welche
sich das religi6se Fortschreiten der Iraelitischen Religionsgemeinde
zu Dresden kniipft, ist unleugbar der Ban eines einheitlichen
Gotteshauses zu betrachten. Ich wage schon heute einem hohen
S Ministerio des Kultus und iffentlichen Unterrichts und wohlliblichen
Rate diesen Wunsch auszudricken: denn nur so wird das Wort des
Herrn alien zugainglich und so wird der Volkslehrer auf seine ganze
Gemeinde einwirken k6nnen; es 1iBt sich endlich nur in einem allge-
meinen Gotteshause, wo der Rabbiner unmittelbar den Gottesdienst
leitet, die gewiinschte Andacht und Ordnung herstellen. Vielleicht
kdnnte meine Gegenwart etwas zur Befirderung dieses Unter-
nehmens beitragen. und ich wvUische daher nun bald mein Amt in
Dresden anzutreten."
In der Tat gelang es ihm sehr bald. die Opferwilligkeit der Ge.
meinde zu wecken, und so die Voraussetzung fiir die Mdglichkeit
des Baues zu schaffen. Auch erwirkte er sehr bald von seiten der
BehBrden die Erlaubnis, ja sogar die F6rderung des Werkes. Am


2';
-'i



















ti

.I
4.^















*::3


1
*^




*>.


*

* ;...


Vi~
~i~~JCt~t~d" ~ .LL~~- LBfl~.l: ~:...
-- ar-; i".7in:~I~;u~31X~~








21. Juni 1838 wurde der Grundstein zur Synagoge in Dresden ge-
legt. In der Predigt, die Frankel dabei hielt, heiBt es: .,Eintracht sei
der Grundstein dieses Hauses; wir haben allesamt unsere Kraft an-
gestrengt, und es hat jeder vor dem Altar des Herrn seine Gabe
niedergelegt. Doch das Trefflichste, das wir dem nenen Hanse als
Gabe darbringen, ist Bruderliebe, und der trefflichste Segen, den wiir
uns aus ihm erhofien, ist Eintracht, mit der wir uns stets begegneri
werden." Am 8. Mai 1840 wurde die neue Synagoge eingeweiht.
Wieder ist es der Gedanke der Einheit, den Frankel seiner Ein-
weihungsrede zugrunde legt: ,,Mit der Anhinglichkeit an Gott ver-
band sich der Sinn fiir Einheit, der hier bestiirkt werden soil: Ein-
heit in uns selbst, Einheit inter uns, Einheit nit anderen, so wird
das \erk geiordert. so wird ausgebaut das Werk des Herrn." Die
Einweihung war. um mit den \Worten Beers zu sprechen, ..nicht nur
ein Fest der Erhebung fiir die Israelitische Religionsgemeinde,
sondern die Stadt Dresden feierte gleichsam ein Bundesfest der
solennen Aufnahme des israelitischen Kultus inter den gesetzlich
anerkannten Gottesverehrungen des Landes." Es bedurite noch
vieler Miihe Dr. Frankels. um die Einheit in der Gemeinde wirklich
herzustellen. Insbesondere aber lieB die Judengesetzgebung Sach-
sens noch vieles zu wiinschen brig. Frankel trat unermiidlich ifir
das Recht der Juden ein. Als besonders peinlich eipfand es die
Judenheit nicht nur in Sachsen, sondern anch in anderen Lindern,
dab im Gerichtsverfahren ein besonderer Eid iir Juden vorge-
schrieben war. Frankel verfa3te im Jahre 1840 eine Schrift ..Die
Eidesleistung der Juden in theologischer und historischer Be-
ziehung", in der er nachwies, daB die bisherige Gepflogenheit auch
eine formelle Verletzung der Gerechtigkeit hinsichtlich der Juden
bedeute. Im Jahre 1816 lieB er dieser Schrift ein gr6Beres Werk
folgen ..Der gerichtliche Beweis nach mosaisch-talmudischem Recht.
Ein Beitrag zur Kenntnis des mosaisch-talmudischen Criminal- und
Ci\ilrechts." Das Werk ist mehr als das, was der Titel verheiBt.
Es ist ein grundlegendes Werk liber das talmudische Recht. Das
besondere Ziel, das Frankel damit verfolgie. unischreibt er in der
Einleitung folgendermalen: ..Das gegenwirtige Werk weist auf eine
andere wunde Stelle hin: die materielle Verletzung der Gerechtig-
keit. Der Jude w'ird in manchem Staate teilweise von der Fdhigkeit,
Zeugnis abzulegen, ausgeschlossen: wird selbst an der Statte des
Rechts ihm zum Vorwurf gemacht, daB er Jude sei! Unter den
deutschen Gesetzgebungen tritt in dieser Hinsicht die PreuBlische




a

t





I

I::
r-

i..
j;





I:
;I-
C
-





'.: `

8.'
B.
r. .
,*

kt. ;I


-I






















*I.
j.




A:.


22

.. -. ,


:i







ain praignantesten'hervor, und fand ich in ihr die eigentliche Veran-
lassung zur Besprechung dieses Gegenstandes. Die PreuBische Ge-
setzgebung zeigt sich zwar bis auf einige alte Spuren fern von
'' Intolera'nz. vermeint aber die Ausnahmegesetze hinsichtlich der
Zeugenhabilitat der Juden in den jidischen Gesetzen selbst be-
grundet. und wurde sie auch durch ein MiBverstandnis, das nicht ihr
S zur Last gelegt werden kann, dahin geleitet. Die Aufgabe muBte.also
sein, die jiidischen Gesetze selbst sprechen zu lassen und ihre ganze
Doktrin inglichst treu zu er6rtern. Zu diesem Zwecke hitte zwar
die Lehre vom Zeugenbeweise gendgt: allein diese Lehre enthailt
erst im Zusammenhange mit den anderen Beweisarten ihre Vervoll-
stfindigung, und so entstand in mir der Gedanke, die Lehre vom
gerichtlichen Beweise nach mosaisch-talrnudischem Rechte wieder-
S zugeben." Es ist hier nicht der Ort. die weitere Bedeutung Frankels
darzustellen. lin Jahre 1854 wurde er zuni Direktor des jiidisch-
theologischen Seminars zu Breslau berufen. Diese Berufung be-
kundet die Bedeutung Frankels fiir das Judenturn und flir die
S Wissenschaft des Judentums. Eine Reihe seiner wissenschaftlichen
Arbeiten sind noch w5hrend seiner Dresdener Titigkeit entstanden.
Es ist ein Ruhmesblatt in der Geschichte der Dresdener Gemeinde,
daB Frankel, der zu den hervorragendsten Gelehrten des Judenturns
zihlte, in ihr als Rabbiner gewvirkt hat. Die Richtung, die Beers und
Frankels Wirken dem Leben der Dresdener Gemeinde gegeben
hatte. wvurde von den geistigen FlUhrern. die ihnen folgten w\eiter
eingehalten. Frankels Nachiolger w\urde Dr. Wolf Landau, der
Sohn des ehemaligen Rabbiners Markus Landau. Bis zum Jahre
1886 wirkte er als Oberrabbiner in Dresden.


Auf die Zeit der Kdmnpfe um die rechtliche Gleichstellung und
moralische Anerkennung folgte eine Zeit, in der man des Erreichten
sich erfreuen konnte. Typischer \ertreter der Geistigkeit dieser
Zeit ist Emil L e h m a n n. Er hat die ganze Phase der Entwicklung
der Dresdener Gemeinde aus einer Reihe geduldeter. aber miB-
achteter Gemeinschaften zu einer rechtlich-anerkannten, moralisch
hochstehenden Gemeinde erlebt. Geboren in einer Zeit, da Deutsch-
land politisch klein war. da das Judentum entrechtet und noch ur
die geringsten Zugestindnisse kimpfen muBte. hat er die Zeit der
.Gr6Be erlebt. hat er viele Hoifnungen in Eriullung gehen gesehen.
So konnte er an seinem Lebensabend sagen: ..Zunal wir in Deutsch-
land haben GroBes und Herrliches erlebt und sich gestalten sehen:
Keime zu einer langen, gIlicklichen Enitxicklung unseres Vater-


23

:


r .~
a'l: -' ~ .


1.
' *








;-
a,.-''



- .









i,'.." Dichter und Sagei mit Unrecht riickwarts in die eisteh Anfitnge deri''
Menschheit verlegten, die aber nach den Lehren und Erfahrungeu'n
S der Geschichte v or uns in der Zukunft liegen.", Noch konnte er.
Sin jungen Jahren an hervorragender Stelle um die Erlangung der.
.. '' vollen biirgerlichen Gleichberechtigung. Aber er durfte pers6nlich
die Friichte dieses Kampfes genieBen. Er wurde zum Stadtverord-
Sneten in Dresden gewihlt. Als Mitglied der Sfichsischen Fort-
S schrittspartei wurde er 1875 in den Sichsischen Landtag entsandt. .
Seine politische Titigkeit fand Anerkennung bei Freund und Gegner.
Die groBen jiidischen Organisationen, die im letzten Viertel des
19. Jahrhunderts in Deutschland entstanden sind: Der Deutsch- .
Israelitische Gemeindebund und der Central Verein deutscher
Staatsbiirger jiidischen Glaubens, wurden von ihm in eifriger Titig-
keit gef6rdert. Mit ganzer Liebe diente er seiner Heimatsgemeinde. .'A
Eine Reihe literarischer Arbeiten bezeugen sein edles Streben. Er
stand fest auf dem Boden des Judentums. Die Zumutung, das Juden- "
turn aufzugeben, .um ganz im Deutschtum aufzugehen, wies er weit
S zurick- ,,Der Deutsche jiidischen Bekenntnisses steht sittlich und .
national auf gleichem Boden mit seinem deutschen Mitbiirger christ-
lichen Bekenntnisses. Die Tugenden des Deutschen, sein Familien-
sinn, seine Wohlttitigkeit, seine Filrsorge fir Arme und Schwache,
sie sind, und zwar zu alien Zeiten, vom Judentum gefordert und ge-
S frdert. Darum ist gerade deutsch und jiidisch ein sich eng decken- ':i
der Begriff."
Trotz dieser Klarheit des Wollens ist in Lehmanns Stellung-
nahme zum Judentum die pers6nliche Erfahrung seines Lebens, der
gewaltige Umschwung, den das Judentum seiner Zeit erlebt hat,
S deutlich bemerkbar. Ein starker Wille, alles, was dem Leben eine
S besondere jiidische Note verleiht, auszumerzen, ist vorhanden. Der ,
S geheime, Lehmann selbst zweifellos nicht bewuBte Grund, ist der,
damit zu zeigen, daB das Judentum dem Aufgehen im deutschen 't'
S Wesen kein Hindernis ist. Man hat Emil Lehmann einen Vorkampfer
des liberalen Judentums genannt. Doch das liberal Judentum will
S eine organische Entwicklung der jUidischen Religion aus den Lebens-
notwendigkeiten des Judentums heraus. Dies deckt sich nicht mit
den Absichten Emil Lebmanns. Er wollte Jude sein als Bekenner
S allgemeiner Wahrheiten des Judentums, ohne daB besondere Sym- .:
bole, besondere Kulthandlungen jiidischer Art, das Judentum auch .i.
uBerlich erkennen lassen. Diese Tendenz, das Judentum in wenige


1-* i ,








S." kM:" VL Cy I ai LU -YUAIIULn LIiscu,; Uqi 1111 L .CU C aClc u"ijLakIiu :'IJ, 'iI"
iarA-&ischeri Juden und Nichtjuden verschwinden zu lassen, ist fiir das -i'.
.ri.Judentum der zw.eiten 1Halfte des 19. Jahrhunderts typisch. Sie ist "
i u"';i z verstehen aus dem Bestreben, der Umwelt die Freiheit und reli-
v.giose Gleichberechtigung des Judentums als gerechtfertigt zu er-
w' eisen. Aber diese Stellungnahme wird den Lebensbedingungen des
SJidentums nicht gerecht, ja, verkennt iberhaupt die Erfordernisse
;.einer religiBsen Gemeinschaft. Und diese Tendenz der Angleichung
.,%'konnte nicht verhindern, daB von neuem Krifte sich regten, den ..
a.Juden ihr Recht zu bestreiten. Emil Le h man n hat selber noch ".
diese Bewegung erlebt. Mit der Kraft seiner Pers6nlichkeit und mit
.dem Schwung seines Wortes ist er dieser menschenfeindlichen Be- :!
wegung entgegengetreten. In einem Brief an Friedrich Paulsen
Snennt er den Uebertritt zu einer anderen Religion nur dann ehren- .t
Shaft und anstindig, wenn er geschieht aus Ueberzeugung von der
;:. Trefflichkeit der neuen Religion und zugleich von der Minderwertig-
keit der alten Religion. Der Uebertritt aber obne eine solche Ueber-
z'..zeugung sei frivol, heuchlerisch, entwtirdigend, pietitslos und ge-
schichtswidrig. Die Mahnung. mit der Emil Lehmann einen Aufsatz
S fiber die judenfeindliche Bewegung in Deutschland schlieBt, gilt auch
noch fir imsere Tage: ,So mahnen denn jene erneuten Angriffe die
Juden zur Einkehr in sich, zur Besinnung auf sich, zur Hebung,
SKriftigung und Liuterung ibrer religiosen Einrichtungen, zur Forde-
rung dessen, was den Juden wie den Christen gemeinsam: des reli-
giBsen Sinnes, zur Priifung der eigenen SchAtze, zur Beschaftigung
':., mit der jfidischen religionswissenschaftlichen und geschichtlichen
Literatur, um aus ihr Kraft und Mut und Ueberzeugung dafiir zu
schipfen, daB das Judentum eine Religion sei, die ihre aufrichtigen
SBekenner zur reinsten Humanitit, zur echten Menschenliebe. zur
treuesten Pflichterfillung leitet, daB der wahre Jude auch ein guter
I Mensch und ein braver Patriot ist."






.A.
f;.It { :':



.' :, '; ..,:'., ".. .. : ..'ij


rr 't'
F'- -
lr ;


25


'. CA
' '. -" ,'- .x "..


t
r
i
E
l









5ieben Jahrzehnte Fihrung der

Dresdner Gemeinde

Von Dr. Richard El b


f i -' -* '
70 Jahre Inhalt. GefAB, Spiegelbild eines ausgeifillten
Menschendaseins, was ist diese Spanne im Leben einer Gemeinde?
S Ein Sandkorn in dem Stundenglase ihrer sich tiglich abrollenden,
aus unzdhligen, oft unscheinbaren Einzelheiten bestehenden Be-
gebenheiten. Und dennoch, wenn eine Gemeinde wie die unsrige
erst auf round 150 Jahre, Lebensbestand zuriickblickt, darf ein
O erschnitt durch ihre zweite Lebensh5ilfte sicher
die Bedeutung beanspruchen, das Wesentliche ihrer Entwicklung .-
anhfand kurzer Charakteristiken der FiihrerpersIliclhkeiten, die sie
leiteten, aufzuzeigen. Die Zeiten wandeln sich, und die Zeitverhilt-
nisse als die Summe iuBerer und inner Einfliisse sind bestimmend
fir das geistige Gesicht der Minner, die berufen wurden und in ver-
schiedenem Grade berufen waren, unserer Gemeinde, ihrer Ver- '
waltung, ihren Leistungen das Geprige zu geben. Indem so ein Zug ,
der markantesten Fihrer und F6rderer an dem Blick des Riick-
schauenden vorfibergleitet. wird zugleich einiges von den Schwierig- ',
keiten und Problemen offenbar, die das Kapitel jiidische Gemeinde-
politik wohl allgemein noch auf weite Sicht in sich schlieBt.
Nebenbei bemerkt. steht ein eigentliches Ge bu r t s d a u m
unserer Gemeinde nicht fest. Das iidische Lexikon nennt als solches,
wohl auf Alphons Levys ,.Geschichte der Juden in Sachsen" fuBend,
das Jahr 1803, in welchem es dem Rabbi David Landau (Vater '
unseres groBen Predigers Oberrabbiner Wolf Landau) gelang, die -.
in 7 kleinen Privatbetstuben sich religi6s zusammrenfindende t''
Dresdner Judenheit unter seiner Leitung zu vereinen. Aber wie die .
Geschichte unserer alten \\ohlttitigkeits-Institutionen lehrt, warren
Juden, in gewissem Sinne schon organisiert, bereits seit der ersten
,alHlfte des 18. Jahrhunderts in Dresden vorhanden. Die offizielle :
Religionsgemeinde besteht seit dem Gesetz vom 18. Mai IS37. 1840 .
erfolgte die Einweihung der Synagoge. Mit dem ersten Gemeinde- .
statute 1853 trat auch der Gemeinderat in Funktion, welcher seit 1862
alljahrlich einen Vcrwaltungsbericht herausgab. Diese im Kriege

'26
....,.. : -. .*, *






.r


Fiihrunc


Justizrat Gust


Zu dem Artikel

,Sieben Jahrzehnte
g der Dresdner Gemeinde"
von Dr. Richard Elb






av Meyer Oskar Lesser








av Meyer Oskar Lesser

.. '.


Bankier Richard Mattersdorf


Kommerzienrat Max Elb









S als es eine bessere Chronik des Gemeindelebens nicht gibt. Eine
Geschichte der Dresdner Gemeinde in der neueren Zeit, deren :,P..
: wesentlichste Quelle solche Berichte sind, steht noch aus.
D.. In dem Ausgangsjahr unserer Betrachtung, 1861, starb
E^. Dr. B e r n h a r d B e e r, der Begrinder des Men-delssohnvereins, ein 'A"
S Mentor der damaligen Jugend und einer der geistig bedeutendsten .
Miinner unserer Gemeinde iiberhaupt. Zu seinen Freunden geh6rten '*
Auerbach und Gutzkow, die ihm beide literarische Denkmiiler ge-
setzt haben. Sein Leben verlief wirklich nach seinem aus Hosea 12, 7
f. geschpften Wahispruch: Liebe und Recht wahre und auf deinen
Gott hoffe stets! Als Vorsteher nach Wilhelm Schies und Beers -
Tode amtierten damals Kommerzienrat Joseph Bondi, Kom-
merzienrat J o s eph Me yer und Kommerzienrat M o r i t z Ar o n
M e y e r. Welcher Achhmng, ja Liebe sich,Bondi, dessen Amtszeit "
nicht weniger als 32 Jahre umfaBt hat, erfreute, bezeugen ver-
schiedene Denk- und Dankschriften, und aus ihnen geht auch hervor,
daB eine groBe Reihe Frauen ans dem Hause Bondi sich in ver-
schiedenen Wohlttitigkeitszweigen der Gemeinde betitigten. Auch
in der nachsten Generation ist der Name Bondi mit allen edien Ge-
meindebestrebungen verbunden geblieben. W~hrend Bondi als
Bankier hauptsichlich die Finanzen verwaltete, besorgten seine
Kollegen, der liebenswvirdige Joseph Meyer und sein Namensvetter :
Moritz, der Schwager Wilhelm Schies, die iibrigen, verhiltnismaBig .
noch einfachen Ressorts. Unter ibrem Szepter wurde der neue
S. (jetzige) Friedhof erworben, wurde der vorwiegend deutsche Orgel- n.
gottesdienst eingeffihrt und die Einrichtung einer allgemeinen Kultus- .
S steuer getroffen. Fiir Joseph Meyers Wesen spricht folgender von
ihm liberlieferter kleiner Zug. Als an einem Freitag Abend der .
Synagogenbeamte fehlte. und von den ibrigen Beamten keiner
Miene machte, den Kidduschbecher heraufzureichen, stieg er schnell
entschlossen die paar Stufen empor, nahm den Becher und reichte .
ihn dem Vorbeter.
gi Bondi wurde ersetzt durch Emil L e h m an n, der auch
S 29 Jahre lang, bis 1898, amtierte und dessen Name eine Pers6nlich-
keit, wie sie nur selten einer Gemeinde zuteil wird, umschlieBt. Die
S Erinnerung an ihn lebt fort in seinen Werken, nicht nur in denen, die ;
er literarisch als d e r Geschichtsschreiber der Dresdner Gemeinde <
hinterlieB, sondern erst recht in den Anregungen, die der seiner Zeit
I weit Vorauseilende gab, und die, soweit sie durchfiihrbar warren, .

'. ... 28 ,;
i^ S~ ^ -^ .'.-- .:*: ;''& -. ... ,- '. !.* "*,'















I.. .4
F,.


S" ':


:I







v,:





b'N


4.'4


It,

g


-iiiuiserser Epoche voll zur Relfe gelangei und gewirdigt wer-
ikdn konnte. So war es Lehmiann, der bereits zu seiner Zeit die .
af Herausgabe von Gemeindezeitungen empfahl, wie sie heute gang und -
',ge.be sind, doch erst 56 Jahre spater wurde ei Gemeindeblatt in
;,...Dresden geschaffen. Kultus and Verwaltung warden von ihm mit
tief eindringendem religidsem Verstindnis und ohne Furcht, als Neue-
.' rer verschrieen zu sein, betreut. Konsequent trat er, in alien Liebes-
w'verken treulich unterstitzt von seiner Gattin Hermine und iiber
seinen Ehreinnitern fast gauz seine Anwaltspraxis vernachlassigend,
fiir.die Emanzipation der deutschen Juden und fuir die Gleichberech-
,tigung insbesondere der stichsischen Juden ein: hierbei kam ihm
auler seinem Wissen, seiner Beredsamkeit. dem Mut seiner ehr-
furchtgebietenden Ueberzeugung die Achtung zustatten, die er in
: brgerlichen Ehrenaimtern (Stadtverordnetenkollegium, Landtag)
genof und mit der er allezeit lebendig durch den Einsatz seiner
.Person fiir das Judentum gewirkt hat. In diese Zeit fiel Herrn Rab-
biner Dr. W i n t e r s Amtsantritt und kurz danach die Verpflichtung
Kantor H o f s t e in s. Als Dritter im Bunde wirkte neben Bondi und
Lehmann 14 Jahre lang der mit dem Hause Elimeyer eng ver-
kniipfte, Liberaus wohltitige Generalkonsul Ca r I M a n k i e w i c z ,
den 1892 der bis ins Alter sehr riihrige und temperamentvolle, fiir
das Wohl der Gemeinde auBerordentlich besorgte A d ol f S a I z -
b t r g (bis 1908) ablOste. Wohltitigkeitsanstalten und Steuern, die
damals noch nach Selbsteinschttzung erfolgten, waren Salzburgs
Domfne. Der Leipziger Bankkrach drohte; da soll er es besonders
Sgewesen sein, der die dringenden Gesuche der Gemeinde, die zur
Schiestiftung gehorenden gefihrdeten Aktieu schleunigst verkaufen
zu dUrfen, personlich beim Minister unterstiitzte. Aber der Biiro-
kratismus siegte, und so waren die Verluste, die auch diese unsere
wertvollste Stiftung neben der Ascherstiftung erlitt, unaufhaltsanm.
Die Erinnerung an Salzburg, der ein besonderer Freund der Jugend
war, wird nicht erl6schen, sie wurde bis vor kurzem durch seinen
Sohn Sanitatsrat Si g in u n d S a I z b u r g praktisch im Vorsteher-
kolegium lebendig erhalten. 1898 starb Emil Lehmann, bei dessen
,r .


uP. en LLh Ruf 12171
uihenbnNrhf. und 17933
sden-A Ringltrafle 4
lechlft fur moderne Beleuchtung Elektr .
f. Haushalt, Schdnheits- u. Gefundheitspflege


29
.. '.. .k. .


'1















,*
I.'
' '


tzR
Dre
Das Fachg
Apparate


'4.








S 100. Geburtstag vor zwei Jahren wir erneut seines Lebenswerkes' i
S gedachten. Eine besondere Trauerfeier zu seinen Ehren fand in der .
Synagoge statt. Sein Nachfolger als Vorsteher wurde Dr. Felix
l'. B o n d i, nachdem kurz zuvor an die Stelle seines wegen Krankheit
S zuriickgetretenen Vaters Justizrat G u s t a v M e y e r gewaihlt wor-
'den war. Geheimrat Bondi erwies sich in den ffinf Jahren seiner
Sfitigkeit als ein hervorra'gender, peinlich genauer Verwaltungsjurist -I:-
und setzt in seiner feingeistigen, hochkiltivierten Art die in ihmrn
ruhende Tradition fort. Auf Gustav Meyers Schultern ruhte auch
zum groGen Teile die Last der damaligen Verwaltungssorgen, denen
er sich mit groBer Liebe zur Gemeinde hingab. Religi6s liberal (in :',
der frfiheren Bedeutung des Begrifles) soil er doch stets die Bibel
in seiner Kanzlei auigeschlagen gehabt haben. .
Mit dem Nachriicken von Kommerzienrat M a x E Ib (an die ',
Stelle Felix Bondis), der dann spiter mit Oskar Lesser und Richard
Mattersdorlf ein auBerordentlich harmonisch wirkendes Triumvirat
bildet, beginnit kurz nach der Jahrhundertwende eine ganz besondere.
noch in allgemeiner dankbarer Erinnerung stehende Aera unserer
Gemeinde. 1903 wird als erstes die Pensionsordnung geschaffen, die
'etzige Friedhofhalle errichtet, 1904 der Umbau des Henriettenstifts
eingeweiht. Max Elb, dem die Fdrderung gerade dieser Neugestal-
tung sehr am Herzen lag, hielt dabei einen historischen Riickblick. .
Mit verschiedenen Reden und Abhandlungen, die z. T. gedruckt vor-
liegen, hat er sich auch sonst in dieser wie in anderer Beziehung als
der Schiller, ja berufenste Nachfolger des von ihm hochverehrten
Emil Lehmann erwiesen. Verband doch Max Elb mit der GroG-
ztigigkeit des weitblickenden Kaufmanns die religi6se Gemiitstiefe
des wirklich humanitir. heute wiurde man sagen: social Empfinden-
den. Man schttzte ihn ebenso wegen seiner stets sachlichen Art
des Verhandelns, der Kunst des Ueberbruickens schwieriger Situa-
tionen wie wegen seiner Energie und seiner Furchtlosigkeit nach
auBen. ..Er gehorte zu den \Venigen, denen seelische Sicherheit
eigen war". hat erst kirzlich der FUihrer der von ihm in Sachsen
organisierten Abwehrbewegung dankerfiillt gesagt und er hat "mit
,. diesem feinen Worte Recht. Beer Lehmann Elb bilden gewisser-
m. aBen eine geistige Linie kultus- und verwaltungsmiBigen Wirkens,
S parallel liBt sich hauptsichlich in Bezug auf die Finanzen wohl eine
S solche von Schie fiber Bondi und Meyer zu Lesser ziehen. 0 s k a r
L e s s e r. erstmalig nach Max Elb mit dem Titel Ehrenvorsteher
. geschmiickt, nimmt mit dem wertvollen Rat des 80 jihrigen noch .i

30

l. ,.: .. :..-
"~~~~~~~~ ~~ ~ ~~~~~~~ -:, k ..;. ,,.-..",,.,; ,:,








..:erfreuflich .frisch an den Vorgingen. die ihn gegen friiher oft seltsam
2 ..ianmuten diirften, tell. Er ist so recht der patriarchalische Urtyp des
Gemeindevorstehers, und er war Zeit seines Wirkens eine Siule
altliberaler Dresdner Gemeindetradition und zugleich ein Hort, eine
Stiitze aller Bedriingten. die vertranensvoll seinen Rat und durch
ihn als Fiirsprecher Hilfe von der Gemeinde erbaten. Ein gerader
,- Charakter, hat auch er im Innern der Verwaltung so wenig mit ,
seiner ihm heiligen Ueberzeugung je zuriickgehalten wie es
S R.i chard Mat tersdor ff der den beiden familiar Verbundenen
ein menschlich wie beruflich auBerordentlich geschitzter Kollege
:, -- gewesen ist, es vornehmlich nach auBen tat. Die Gesinnung dieser
drei sich in ihrer Art trefflich ergtinzenden Flihrer pflanzt sich fort
.... in ihren Kindern. doch nicht minder erwhihnenswert ist das soziale
V- Wirken ihrer Gattinnen Char lot te Elb und Gertrud Mat-
t e tersdor f, neben denen sich unseres Rabbiners unvergessene
Lebensgefhrtin G r a c e Wi n t e r charitativ besonders hervortat.
An die Stelle Mattersdorffs, der 1921 viel zu frih starb, trat spiter
Stadtrat Leon Nathansohn, aber das war schon nach dem
Weltkrieg, der auch der Leitung unserer Gemeinde groBe geldliche
nd andere Opfer auferlegte, abgesehen von den zu stillenden
*"'" Wunden im Leben der einzelnen Familien und den Auswirkungen,
die sich in fir das Gemeinwohl erschreckender Weise noch heute
fiihlbar machen. 1915 wurde das aus Mitteln einer Max Elb-Stiftung
errichtete Kriegerdenkmal von Wilhelm Hailer feierlich eingeweiht,
und im gleichen Jahre hatte die Gemeinde den Schmerz, ihren Rab-
biner Dr. Leopold Stein zu betrauern, der nach 12 jihrigem,
iiberans gedeihlichem Wirken erst 42jihrig dahinging. Sein Nach-
folger nach Dr. Gartner wurde 1920 Herr Rabbiner Dr. VWol f.
Danmit sind wir schon an der Pforte der neuesten Zeit, in deren
Entwicklung \\ ir noch zu sehr demn innzelnen verhaftet stehen.
S Das Bild der Verwaltung ist seitdem insofern ein anderes, als jetzt
eine iii n f g Ii e d ri ge Korperschaft den Vorstand bildet, und,
S wilhrend friiher die drei Vorsteher abwechselnd fungierten, e in
Vorsteher, bisher Rechtsanwalt Pa u I Sal i n g e r immer ein Jahr
r. lang die Geschifte fiihrt. Seit seiner Jugendzeit mit unserer Ge-
meinde verwachsen, hatte er das beste Vorbild nicht nur in den
obengenannten Minnern sondern insbesondere in seinen Eltern. In
einzig dastehender, unvergessener Weise nahm sich 1 uli us
.I a Salinger auch auBerhalb des Gemeinderats der Armen und
Aermsten an, und hiervon zweifellos beeinfluBt hat der jetzige


31
.. ',,.:' -. '. ': : [[ ,










unter seine aktive Leitung genommen. Auch der schon von Gustav '-:
'. Meyer angeregte, nach seiner Begrtindung 1906 von Max Elb ge- "j
leitete Sichs. Israel. Gemeindever.band hat in ihin einen aus- .:4
S gezeichneten, sich den wichtigen Aufgaben \'oll widmenden Leiter ;.
gefunden, wahrend das in der Jetztzeit doppelt schwierige F i n a n z-
: d e z e r n a t der erprobten Fiihrnng Sanititsrat Z i m m e r m a n n s ':
untersteht. Sehr verdienstvoll hat ferner M a x L e v i viele Jahre
im SynagogenausschuB und im Vorstand gewirkt, 76 Jahre Dresdner .I
Gemeindeschicksal hat er bis jetzt teilnehmeud miterlebt. Auch
Personlichkeiten wie A I b e r t W o If (der Kurator des Henrietten- -
stifts) und seine Gattin, Friedrich Prister und Gattin
Edmund Salom on, Moritz Eger, Mor i tz Zobel und in
neuerer Zeit J u Ii u s i r s c h \verdienen in diesem Zusanmmen-
hange Erwtihnung.

Nicht later Rosen, auch sehr viel friher unbekannte Dornen
S sind unserer Gemeindeverwaltung auf ihren Weg gestreut. Es liegt
das im wesenilichen in dreierlei. Einmal in der all gemeinen e n
. Not, die groBe Anforderungen an die Kasse stellt. ihre Einnahmen
aber anderseits auBerordentlich schminlert. Zweitens in der Ent- .I
wicklung auch der inner d ischenV e rh ltnisse, die eine '
in solcber Scharfe nicht dagewesene Parteizerkliftung mit sich ge-
bracht haben, schlieBlich in dem Zuzug fremder Glaubens -
g e n o ss e n, die eine Befriedigung ihrer Belange als Gemeindernit-
glieder heischen, ohne daB dadurch der in Jahrzehnte alter Tradition
verankerte liberal Deutschcharakter unserer Dresdner Geneinde
zerst6rt werden soil. Immer, auch bei unseren Urvatern, hat es i
sachliche Meinungsverschiedenheiten im Rahmen des uns einigenden
groBen Ganzen gegeben, und sie werden ewig sein. Die in miihe-
vollen Beratungen kiirzlich beschlossene W a h I r e c h t s i n d e .
rung diirfte vor allem die Bahn frei gemacht haben, auf der unter ".'
der rechten FThrung das Schiff unserer Gemeinle auch fernerhin
einen glucklichen, sie iiber alle Untiefen des politischen, leider audh Xb
des religi6sen Lebens hinwegfihlrenden Kurs nehmen mige.

Der Wechsel im Vorsteheramt ergibt sich aus nach-
stehender Uebersicht. Die Jahreszahlen bezeichnen die D a u e r ,
der Amtst tigkeit als Vorsteher ohne Rficksicht auf die :i

32 .
..L. .s :.*.. -. ... = ...- ,,a..s.k















t~ .. r
-V.??
Js -i:
4- dM


Pholo Heinrich, Dresden

Das Henriettensfift, Altersheim der Gemeinde,

errichtet im Jahre 1852









scnon irunere z-ugenorigKerl zum uemeinaerar in aer cigenscnait ais
Deputierter.


Wilhelm Schie
(1842 bezw. 1853-61)

Moritz A. Meyer
(1861-69)
Emil Lehmann
11S69-981l
I
Dr. Felix Bondi
(1898-1902)
Max Elb
(1902-23)


Max Levi Siegir. Pionkowski
(1923-20) 1923-28)
I I
SamuelWeiger Dr.John Levi
(seit 1929) (seit 19281


Dr. Bernbard Bee
(1837 bzw. 1853-61

Joseph Bondi
(1861-93)
Oustav Meyer
(1893-190b)




Oscar Lesser
(1906-25)


Dr. Sigmund Salzburg
(1923-31)
Erich Schapira
(sell 1931)


Joseph Meyer
(1856-781




Carl Mankiewicz
(1878-92)
1


Adoll Salzburg
(1592-1908)

Rich. Mattersdorff
(1908-21)
Leon Nathansohn
11921-25)

Paul Salinger Dr. E. Zimmermann
(seit 1925) (seit 1925)


Hinsichtlich des W a c h s t u m s der Dresdner Religions-
gemeinde in den letzten 70 Jahren diirften folgende Zahlen
interessieren:


1862 749 Mitglieder
1868 : 869
1871 : 1279
1876 2086
IS80 : 2171
1890 : 2595


1895
1900
1905
1910
1925


2547 Mitglieder
3142
3931
4255
5491


".


Die'gegenwtirtige Zahl ist nicht feststellbar, da seit der letzten
Volksziihlung die Angabe der Konfession bei der polizeilichen An-
meldung in Wegfall gekommen ist.


34
'.. ', .- ..

..... .-... ,^ ... jA


~~


r
)




Judische Stftten in Dresden


t,




' '. .
1"-
1,4



i'"
B-h-


| -
Kr
447
S-*
ut:
&-*
fg'A '
Jil~s


3.


35
-. ., -,--_. -- A


Von Edgar Hahnewald, Redakteur der Dresdner Volkszeitung
Obwohl die Geschichte der Juden in Dresden bis ins Mittel-
alter zurfickreicht, hat sie nur wenige Spuren hinterlassen. Nur
schriftliche Nachrichten haben sich aus alterer Zeit erhalten. So
wird in einer der iltesten sichsischen Urkunden von 1010 der mit
der Mark MeiGen belehnte Graf Gunzelin beschuldigt, christliche
Kriegsgefangene an die Juden verkatft zu haben. Im Jahre 1265
erlieB Heinrich' der Erlauchte eine Judenordnung, die den Juden
namentlich als Pfanddarleihern besondere Vorrechte einriumte, was
sich wohl daraus erklirt. daB schon damals die Juden die gelegent-
lichen Geldgeber der Ffirsten waren. Darum zog der Kaiser, dem
als Schirmvogt der Kirche das Recht zustand, die Juden auszurotten
und deren Giiter einzuziehen, es vor, die Juden als ,,Reichskammer-
knechte" seiner Kammer unterzuordnen und ihnen fuir diesen Schutz
eine ,,nicht unbetrichtliche und willkirliche" Steuer abzunehmen.
Die Juden wohnten zu jener Zeit am Frauentore in der GroBen
und Kleinen Judengasse, wie Sch6ssergasse nid GaleriestraBe noch
bis ins 16. Jahrhundert hieBen. In einer Urkunde von 1375 ist von
einem Judenhause die Rede, das wahrscheinlich mit der einige Jahre
spiter erwiihnten Synagoge am Nordausgange der beiden Gassen
identisch ist. Der Jiidenhof erinnert noch heute an dieses mittel-
alterliche Judenviertel.
Die Judenverfolgungen im 14. und 15. Jahrhundert rotteten
diese Gemeinde gAnzlich aus. Ueber den Hergang dieser fast iiberall
mit furchtbarer Grausamkeit durchgefiihrten Verfolgungen fehlen fiir
Dresden genauere urkundliche Angaben. nur eine Dresdner Chronik
aus dem Jabre 1349 berichtet lakonisch: ,,In dem XLIX Jare worden
die Juden gebrant czu Vasnacht." Der Ausbruch dieser Verfolgungen
hingt mit den Heimsnchungen durch die Pest zusammen. Das aber-
gliubische und unwissende Volk suchte sich das Auftreten dieser
fiirchterlichen Seuche mit alien m6glichen Ursachen zu erklireu, so
auch mit einer mutmaBlichen Vergiftung der Brunnen, und ,biirger-
liche MiBgunst und religi6ser Wahnsinn lenkten", wie der Dresdner
Chronist Lindau es ausdrfickt, ,,seinen Blick auf die Juden als die
Urheber dieser Untat eine Erscheinung, die in jener und splterer
Zeit mehrfach wiederkehrt und mit ihren Folgen der christlichen
Gesellschaft immer aufs neue den Stempel des fanatischen Hasses








aurarucKi. von glelcnem 3cnreclen ergrilen, macnwen, wie es
Sschien, Fiirsten, Obrigkeit und Volk in diesem Verfolgungswahnsinn
gemeinsame Sache, und die Vernichtung der Juden schien ein allge-
meines Gebot geworden zu sein, dem man mit alien Mittein nach-
kommen muBte." Nebep dem Aberglauben halfen andere Triebe den
Brand schtiren: ,,Viele aus alien Stinden mochten den Israeliten be-
: deutende Summen schulden, und wie friiher oder spiiter die Nachricht
von der Opferung eines christlichen Knaben oder die Beschuldigung
S anderer schwerer Verbrechen, so bot jetzt der Schrecken der immer
:. weiter sich verbreitenden Pest mit der ihr zugeschriebenen Ursache
eine giinstige Gelegenheit zur Vernichtung mancher Rechnung durch
Vernichtung des Glaubigers." Auf diese Zusammenhlnge wirft es
bezeichnende Lichter, daB Friedrich der Ernsthafte die Verfolgung
Sound Hinrichtung der Juden und die Einziehung ihrer Giiter zum
Besten des Rates anordnete. Was noch ibrig blieb, eignete sich
1411 Landgraf Friedrich an, und kurz darauf kam das Judenhaus in
den Besitz der Stadt, die es als Speicher und Gewandhaus beniitzte.
Noch in dem im Griinen Gew6lbe aufbewahrten Modell der Stadt
Dresden von 1521 erscheint es als stattliches Bauwerk; es ist dann
nach der Erweiterung der Stadtummauerung im 16. Jahrhundert ab-
gebrochen worden.
Nach der dritten und irgsten Judenverfolgung im Jahre 1430,
die auf ausdriicklich verbrieftes GeheiB Friedrichs des Sanftmitigen
\vor sich going und fir die die Schrecken der Hussitenzeit in dhnlicher
WVeise wie die Pestjahre den Vorwand boten, waren die Juden aus
Dresden verschwunden. Nur verejnzelt werden sie noch erwihnt.
So gibt eine Urkunde von 1431 Nachricht.von einem Juden Jordan
zu Dresden, der sogar als Grundbesitzer genannt wird und den
Landgraf Friedrich ,,seinen Juden" nennt. Und im 16. Jahrhundert
ist von einem jiidischen Meister Waroch die Rede, der als guter
Wundarzt von der Kurfiirstin Margareta nach Altenburg erbeten
und fir die Reise dahin mit einem fiirstlichen Schutzbrief versehen
wurde. Fiir seine Verpflichtung, den Ffirsten Ernst und Albrecht
ind anderen Leuten, die sie ihm zuweisen wiirden, ,,mit Wundarznei
getreulich aufzuwarten", wollten ihm die Fiirsten jahrlich bestimmt
festgesetzte Naturalien geben, auch sollte Waroch und zwei seiner
Sbhne ,,mit ihren Weibern, Kindern und Gesinde, mit ihrem Leibe
und Gute in der Stadt Dresden beieinander in einem Hause'frei
und sicher sitzen, wohnen, wandern und ihre Nahrung suchen gleich


36

.'.
N' ".',:' X..".. ." : :
" ': .t; ; ; ;0 4 '4) A ;'_. : : : t : t :, i ., t -


' :





S.4.
..'5
.I. .



*



















4..




g-




..
"44




ii




.:.~R4~~, F~ rl~:r "''gil'-,
it<~ ~


F


: ..=,

'- --' .1 N l
;, .':'i



i.i..





.::

: .


SD


Phofo Landesverein S~chs. Heimatschutz
er alfe Friedhof der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden
Grabstftien aus dem 18. Jahrhunderf


". -.. ..: :
':.7% r=.
". ;,'. .. "








andern." Es ist das Recht des ,,Schutzjuden", daB auf solche Weise 'ji
verbrieft wurde.
In spiterer Zeit zog die Leipziger Messe immer wieder ver-
^'i einzelte jiidische Handler auch nach Dresden. Imn Jahre 1704 lebten
S jedoch nur drei Juden in der Stadt. Trotzdem klagten 1705 die
Dresdner Handler und Krtmer in einer an den Kurfirsten gerich-
teten Beschwerdeschrift darfiber, daB Juden nicht nur auf den :
Gassen herumliefen und ihren Handel ohne Scheu trieben, sondern
sich auch unterstUinden, ,,ordentliche Logiamenter gegen Entrichtung
jihrlichen Zinses zu mieten, ja gar Gew6lbe uud Niederlagen einzu-
richten und mit Waren und Juwelen zu handeln, als ob sie ange-
sessene Biurger w~ren." August der Starke going auf diese Klagen
nicht nur nicht ein, sondern forderte vom Rat ein Gutachten fiber
die von seinem jiidischen .,Residenten" Berend Lehmann flr Dres-
den und Leipzig erbetene Genehmigung der Niederlassung. Dieser
Jude hatte dem Kurfiirsten die Gelder zur Kr6nung in Warschau und
spiter, als der schwedische K6nig Karl XII. in Sachsen einfiel, auch
die zur Kriegfibhrung n6tige Anleihe beschafft. Fir die ibm geleiste-
ten Dienste stellte ibm August der Starke 1707 eiuen Schutzbrief
aus, der seinem Sohne, dem Hoffaktor Lehmann Berend, und seinem
Schwager, dem Generalproveditor Jonas Meyer, die dauernde
Niederlassung als ,,Schutzjuden" in Dresden ermdglichte.
Der gutbezahlte kiniglich-kurftirstliche Schut2 bewahrte aller-
dings diese ,,Hofjuden"', wie sie genannt vwurden, nicht vor Drang-
salierungen durch Rat. Kaufmannschaft und Innungen. Es gab
dauernde Beschwerden hin und her, und auch das Bestreben des
Residenten, sich in Dresden ein Haus zu kaufen, scheiterte trotz
der Gunst Augusts des Starken an der Bestimmung, daB Juden keine
Immobilien und Linder besitzen dfirften. SchlieBlich verfiigte der
Kurfiirst aber doch ,,als besondere Gnade", jedoch ohne Konsequenz
fiir andere Fille. daB dem Residenten Lehmann das sogenannte
Posthaus auf der Pirnaischen Gasse der jetzigen LandhausstraBe
- fiir 13000 Taler, von denen 4000 Taler als durch Waren abge-
golten angerechuet burden, auf zwanzig Jahre ktiuflich mit Vor- -
S behalt des Riickkaufs iiberlassen werden solle. Lehmanns Sohn und
der Hofagent Meyer hewohnten mit ihren FamilLen und Dienst-
boten dieses Posthaus von 1718-1734. Sie errichteten darin nach
Vehse ,,das erste ansehnliche Wechselgeschtft". Wie das Magazin
der sichsischen Geschichte von 1782 erzihlt, ,,ebten sie darin mit
einem Glanze, der fast ffirstlich war, wie sie denn einen Garten

38








.:., ... hinter dem Posthause mit schbnen Fontainen und ein viel bewun-
'dertes Bad anlegten". Von ihrem Einzug an hieB dieses Haus im
Volksmunde fortan das ,,Judenhaus" und der finsterste Aberglaube
spann seine Legenden darum.
Auch in den folgenden Jahren lieBen Stinde, Rat und Innungen
nicht nach in ihrem Bemilhen, die Juden wieder v6llig aus Dresden
zu verdringen. Die Stande gingen sogar soweit, daB sie ein den
Juden wohlwollendes Reskript des Kurfiirsten dem Stadtrat gar
nicht erst mitteilten, sondern in den Akten verschwinden liefen. Die
vereinten Bemiihungen hatten schlieBlich Erfolg. Nach jahrelangem
Hin und Her erging 1728 der kurffirstliche Bescheid, daB den Hof-
juden der Handel zu untersagen sei, mit dem Zusatz: ,,Wir sind
iiberhaupt durch scharfere Verordnungen den Juden mehr Schran-
ken zu setzen gemeint." Damit war das Schicksal der Hofjuden
besiegelt. Sie gerieten in Bankrott. Der Vater Berend Lehmann
starb zwei Jahre darauf. In seiner Hinterlassenschaft fanden sich
uneinbringliche Forderungen an den K6nig Stanislaus von Polen von
104 333 Talern, an den Grafen Sapieha von 60000 Talern und so
weiter. Sein Sohn bewohnte das Posthaus noch vier Jahre. 1733
starb August der Starke.
Sein Naclifolger Friedrich August II. bewahrte den Dresdner
Juden eine gewisse liberal Duldung, gegen die aber auch hunter ibm
Stinde, Rat und Innungen nnermiidlich ankimpften. Und auch er
sah sich gen6tigt, in einem Reskript von 1734 den Standen die Aus-
merzung des ,,iiberhandnehmenden Judenvolkes" zu versprechen.
Schon kurz nach seinem Regierungsantritt war saimtlichen durch
Sachsen reisenden Juden ein Leibzoll auferlegt worden. In diesem
Gesetz wird des Hofjuden Sohn Elias als ,,Gevollmichtigter der
Judenschaft" bezeichnet, und damit war das Vorhandensein einer
jiidischen Gemeinschaft und deren Bevollmachtigter zum ersten
Male amtlich anerkannt. GroB war diese Gemeinde nicht, 1734 zihlte
sie die Insassen des Posthauses, die es noch in diesem Jahre rijum-
ten, und auBer ihnen 109 in der Stadt lebende Jud&n.


Im Jahre 1746 wurde wiederum auf Dringen der Stande -
eiue Judenqrduung erlassen, durch die der Handel und Aufenthalt
der Juden in Dresden erneut beschrankt und der Gemeinde die Ab-
haltung gemeinsamer Religionsiibungen verboten wurde. Geduldet
burden nur die Juden, die kurfarstliche Konzessionen hatten, und
auch diese muBten Wohnung und Familienstand allnonatlich an-

39
* *. --. -
__ ;. _," .1 11 I. .... .. "1 ... "*- [ > .'..'.. -. *. ,i ** %.. ; ... ,,...,***; ,__* f..) / ,


.C

L
r
iif
E- .

f


~1








S zeigen. L e luigenuen Janre oracnren aann einige jiniuerungen, uie .
den guten Willen der kurfiirstlichen Regierung erkennen lassen, das
Los der Juden ertraglicher zu machen. Die Wirren der schlesischen
S Kriege, ih die auch Kursachsen verwickelt war, lockerten iiberdies
die der Judenschaft angelegten Fesseln. Die Dresdner Judenge-
meinde wuchs und durfte 1750 einen wichtigen Schritt wagen: die '

die iee Dresdner Judengemeinde zum ersten Male organisatorisch
zusammengefaBt wurde und deren Satzungen und Rechnungen die .
iltesten Urkunden der israelitischen Religionsgemeinde in Dresden
sind.
Im gleichen Jahre bildete sich die jiidische Beerdigungsbrtider-
schaft, deren Grindung fiir die Geschichte der Juden in Dresden von
noch gr6berer Bedeutung ist. hre erste wichtige Handlung war die
Absendung eines Gesuches an den Kurfisten um Ueberlassung eines
Begribnisplatzes. Die in verschnorkelter Schrift aul starkem Bfitten
geschriebene Abschrift des Gesuches bildet das erste ehrwiJrdige
Blatt der Akten des alten Judenfriedhofes. .
Das Gesuch hate Erfolg. Der Judengemeinde wurde ein Platz.l
h ,,ohnweit der PrieBnitz-Bach aul dem Sande vor Neustadt bey ,.
Dresden" als Begribnisplatz zugesprochen. Fiir die Ueberlassung
wurde weit aiber das judische Angebot hinaus ein Angeld von 1000 -
Talern und auBerdem die Entrichtung eines ,,gewissen Ouanti" von
jedem Begrfibnis gefordert. Es wurde vorgeschrieben. daB die Be-
erdigungen zur Vermeidung alles Aufsehens in aller Stille und mig-
lichst in der Frahe vor sich gehen miiBten, daB der Totengriber
christlicher Religion sein miisse, daB er sich weder am Holze noch
Sam Wildbret der nahen Heide vergreifen, noch viel Leute um sich
haben oder gr verdichtige Personen behererrgen noch sonst aller-
hand Ungebihbrnisse vorzunehmen sich gelfisten lassen diirfe.
Unter diesCn Bedingungen erfolgte die feierliche Konzession, die .
Ueberlassung des Platzes ,,.zu immerwahrenden Zeiten" am 5. Juli
1751, nachdem die Judenschaft schon 'im Mirz 500 Taler in Dukaten
und 500 Taler in Louisdors als Kaufsumme entricbtet hatte. Damit
war der Begribnisplatz an der heutigen Pulsnitzer StraBe in den
Besitz der Dresdner Judengemeinde ilbergegangen, und das be- .A
deutete in der Geschichte der Dresdner Juden einen wichtigerl
Schritt: es war nach jahrhundertelanger Veriolgung der erste jiidi-



..t '40' iS:
.'i ; ". .. .:'








S Friedhof heiBt auf hebraisch: Beth Chajim Statte der .
Leltenden. Diese Bezeichnung bekam in diesem Falle eine beinahe
ironische Bedeutung: der Friedhof war die erste und immer noch
einzige bleibende Statte, die die Juden ihr eigen nennen durften,
und den Toten war verg6nnt. was den Lebenden noch immer ver-
sagt blieb: das Recht zur Versammlung.
SAber auch sonst unterlagen die Juden noch im 19. Jahrhundert
: allerhand, zum Teil schimpflichen Beschr nkungen. Kurfirst Frie-
drich August III., der spAtere K6nig Friedrich August I., gew'ihrte
S ihnen zwar eine festere Begriindung ihres Gemeindelebens, aber
auch die unter ihm 1772 erlassene neue Judenordnung bestimmte
noch, dal in Dresden kein Jude ohne besondere Erlaubnis des
Landesherrn geduldet werden duirne. Allmonatlich multen die Juden
ein dreifaches Verzeichnis ihrer Familien einreichen, damit ihre An-
zahl besser iberwacht werden k6nne. Sie durften uur in der Alt-
stadt wohnen; die Neustadt und die Vorstidte waren ihnen ver-
boten. Es bedurfte eines irztlichen Zeugnisses und einer besonde-
ren beh6rdlichen Genehmigung, wenn ein Dresdner Jude im Sommer
sich in der Umgebung der Stadt zu seiner Erholung aufhalten wollte.
Erst 1834 fiel dieses Wohnverbot, das uns heute wie ein Witz er-
: scheint. Im selben Jahre fiel auch erst die nur den Juden auierlegte
Konzessionsabgabe fiir Neuvermaihlte, die die damals sehr hohe
S Summe von 30-40 Talern betrug. Die Aufhebung einer anderen aus
S dem Mittelalter iiberkommenen und fnir die Geschichte der Juden
entscheidend gewordenen Beschrinkung hatte die saichsische Regie-
rung schon friiher versucht: ein Reskript von 1818 gestattete den
Juden die Erlernung ziinftiger Handwerke. Am 20. Juli wurde es
erlassen, aber schon am 20. Oktober muBte es auf dringende Vor-
stellungen der Innungen wieder ,.beigelegt", also zuriickgenommen
all, werden. Auch diese Fessel field erst 1834.
Eine wichtige Aenderung im Leben der Dresdner Judengemeinde
leitete dann eine Ministerialverordnung vom Oktober 1835 ein, die
S die Aufhebung der bestehenden kleineren Synagogen und die Ver-
einigung der Gemeinde in e i n e m Bethause anordnete. Es scheinen
S sich aus dem Vorhandensein verschiedener, zum Teil von Privat-
leuten unterhaltenen Synagogen, die gewissermaBen miteinander
S konkurrierten, allerhand Unzutriglichkeiten ergeben zu haben.
Jedenfalls wurde die Verordnung von der Judenschaft begriiBt. Es
bildete sich noch im selben Jahre ein ,,Aktienverein zur Griindung

41
,....' .
ii 1' -..,








I





I .


a.:'-



1:



b


1


Photo Landesverein S.chs. Heimalschulz

Der alte Friedhof der Israelitischen Religionsgemeinde zu Dresden
Blick in den Weg langs der Umfassungsmauer


'I,. -- ".., ^ :C": I


" '

r
i


T








Seiner allgemeinen Synagoge fiir die israelitische Gemeinde zu Dres-
Sden", wobei gedacht war, die Synagoge als Eigentum der Aktien-
S besitzer zu bauen, was dann aber geindert wurde. Ebenfalls noch
im selben Jahre, wahrend die Zeichnung der Aktien schon vor sich
S going, traten die Griinder mit dei Stadtrat und Lederhindler Jadicke
S wegen des Erwerbs seines Grundstiickes am Gondelhafen in Ver-
handlung. Zugleich aber going man an die Regierung heran mit der
Bitte um unentgeltliche Ueberlassung eines passenden Bauplatzes,
woffir verschiedeue Vorschlige gemacht burden. Alle diese wieder-
holt gemachten Gesuche blieben aber ebenso ergebnislos wie die,
die man an den Dresdner Stadtrat richtete. Auch ein Gesuch an den
Konig direct blieb ohne Wirkung.
Eine Ministerialverordnung vom 18. Mai 1837 setzte als Termin
fir die SchlieBung der kleinen Synagogen den 1. Mai 1838 fest und
ordnete erneut den Bau einer gemeinsamen Synagoge an. Damit
war es endlich den Juden gestattet, sich in Religionsgemeinden zu
vereinigen. Das Gesetz wandelte. wie der jiidische Schriftsteller
S Emil Lehmann schreibt, zunichst in Dresden und Leipzig die Juden-
schaft um in Religionsgemeiuden, den Privatkultus in einen offent-
' lichen, die zuerst verbotene, dann geduldete in eine gesetzlich zu-
S gelassene Religion.

Nun beschloB ein Gemeindekonvent den Bau einer Gemeinde-
synagoge und kurz darauf entschied sich die Gemeinde, da alle Ge-
suche erfolglos geblieben waren, iir den Ankauf des Grundstiickes
S am Gondelbafen, fiir das dem Stadtrat Jidicke 5000 Taler gezahit
wurden. Mit der ,.Anfertigung der Baurisse, Revidierung der Bau-
anschlige und immerwaihrender spezieller Leitung und Aufsicht des
S ganzen Baues bis zu seiner v61Iigen Beendung" wurde Professor
S Gottfried Semper beauftragt, der auch schon nach reichlich drei
Wochen einen die Auftraggeber allgemein befriedigenden Entwurf
vorlegte. Sernper bekam seine Leistung mit 413 Talern honoriert.
AuBerdem schenkte ihm die Gemeinde nach der Fertigstellung des
Baues einen silbernen Pokal. Von seiner Hand stammen auch die
S Entwiirfe fir das Gestiihl und andere Gegenstinde der inneren Aus-
- stattung. Mit der Ausfihrung des Baues burden der Maurermeister
S SpieD und der Zimmermeister Neite beauftragt.
Am 21. Juni 1838 land die feierliche Grundsteinlegung statt, an
der an der Spitze der iibrigen Gaste der Kultusminister, der Minister
des Innern und der Kriegsminister, der Bfirgermeister, Stadtraite



AUA& -'7








und Stadtverordnete der Stadt Dresden, Mitglieder des evangeli-
schen Landeskonsistoriums, eine Deputation des-katholischen Kon-
S sistoriums und die Geistlichkeit aller christlichen Konfessionen teil-
nahmen; es war eine Handlung, die gleichsam die drei Ringe
S Nathans des Weisen liberal vereinigte.
Wiihrend des Baues kam es wiederholt zu finanziellen Schwie-
rigkeiten, weil man urspr.iinglich auf die unentgeltliche Ueberlassung
eines Platzes gerechnet hatte, nun aber die Mittel auch fdr den
Grundstiickskauf aufbringen muBte. AuBerdem burden natiirlich,
wie bei fast jedem Bau, die Voranschlige wesentlich iiberschritten,
so daB die Gemeinde, die damals 631 ,,Seelen" zahlte, Miihe hatte, I:
die Mittel zu beschaffen. Ein Gesuch an die Regierung um ein
groBeres Darlehen hatte wohl Erfolg, jedoch war die Hergabe des
Geldes an Bedingungen gekniipft, die der Gemeinde unannebmbar
erschienen. Die Schwierigkeiten fiihrten im Januar 1840 sogar zu
der Erwagung, den Synagogenbau einzustellen und das halbfertige
Bauwerk zur Tilgung der vorhandenen Schulden auf dem Wege der
Subbastation dem Meistbietenden zu iiberlassen. Das war wohl
schlieflich mebr ein Druckmittel, immerhin schlug es der Vorstand
der Gemeinde in einem ausfiihrlichen Memorandum vor und er- ,,
reichte damit, daB schliellich auch die noch fehlenden Mittel auf-
gebracht burden.
In jenem Memorandum ist iibrigens eine Einzelheit bemerkens-
wert. Der Vorstand hatte sich im Augist 1838 an den Baron Roth-
schild in Frankfurt am Main mit der Bitte um ein Darlehen ge-
wandt. Als darauf keine Antwort kam wiederholte der Vorstand
im January 1839 sein Gesuch. Daraufhin schickte das Haus Roth-
schild ,,durch den Eilwagen" 25 Taler. Mit Bezug darauf heiBt es in
jenem Memorandum: ,Ein an ein beriihmtes auswairtiges Haus ge-
richtetes Gesuch um Unterstitzung des frommen Werkes blieb erst
lange unbeantwortet und hatte auf wiederholtes Schreiben den Er-
folg, daB wir es der Ehre der Gemeinde schuldig zu sein glaubten,
den unverhaltnismiBig geringen Betrag nicht annehmen zu diirfen."
Nach wiederholten Anstrengungen, die n6tigen Mittel durch die
Gemeinde selbst aufzubringen, und nachdem schlieBlich das Kultus-
ministerium doch noch eine auBerordentliche Unterstitzung von
300 Talern bewilligt hatte, wurde der in Anlehnung an maurische '
Stilformen errichtete Bau fertiggestellt und am 8. Mai 1840 wurde
er eingeweiht. Er hatte nun einschlieBlich des Bauplatzes und der :J,
inneren Ausstattung genau 302 004 Taler gekostet.

S44 .

..I-.- ; -. .... .'..^,;.,^ '""







*, us spaterer teit oericntMeen ale AKIen nocn., aaj aer uDer-.
'iabbiner Landau in einem Gutachten von 1864 die Einfflhrung der
S'Orgel in den jiidischen Gottesdienst nach Fiir und Wider erbrterte.
Aber erst 1870 ist wieder die Rede davon, daB ,,in nichster Zeit"
eine Orgel eingebaut werden solle, und im Oktober desselben Jahres '
wird zum ersten Male ein Gottesdienst mit Orgelbegleitung ange-
S. zeigt. Wer die Orgel gebaut hat. gebt aus den Akten nicht hervor;
S. der Oberrabbiner erwabnt dreiviertel Jahr spiter in einem Schrei-
ben nur, daB die Einfiihrung der Orgel nicht ohue Opposition ge-
Sschab, weil viele, besonders am Neujahrs- und Versihnungstage, sich
durch die Orgel in ihrer Audacht gestort fihlten.
SNachdem nun die Judenschaft endlich das Recht erlangt hatte,
sich in einer Gemeinde zusammenzuschlieBen, wurden kurz nach
der Einweihung der neuen Synagoge auch wenigstens die schimpf-
lichsten Formen des sogenannten ,,Judeneides" aufgehoben, der
S v61lig erst 1869 beseitigt wurde.
Die staatsbiirgerliche Gleichberechtigung brachte auch den
Juden das Gesetz vom 3. December 1868, die wirtschaftliche Gleich-
.. berechtigung die Gewerbeordnung von 1869. Das Bundesgesetz vom
3. Juli 1869 hob dann fiir das norddeutsche Bundesgebiet und in
seiner Erweiterung von 1870 fir das gauze deutsche Reich alle aus
di, er Verschiedenheit des religi6sen Bekenntnisses hergeleieteten
Rechtsbeschrinkungen auf und stellte fest, daB die Befjhigung zur
Teilnahme an der Gemeinde- und Landesvertretung und zur Be-
kleidung bffentlicher Aemter vom religiOsen Bekenntnisse unab-
S hingig sein solle.
Dieses Gesetz scheidet zwei Zeitalter in der Geschichte der
Juden, und der Punkt hinter dem letzten Satze dieses Gesetzes
stand gleichsam als Punkt hinter einer nun abgeschlossenen Ver-
gangenheit.



E. F. Thiers
Heizungs- und LOflungsanlagen
Warmwasserbereitungen, Bade-, Gas-
und Klosettanlagen
Anschidge und Ingenieurbesuche unberechnet
H"i,. Dresden-A 19 Ruf 30825







Zwei Jahrzehnte zuvor, im Jahre 1852, hatte der Bankier Wil- ': j
helm Schie in dem ihm gehorigen Hause, EliasstraBe 24, das noch
jetzt bestehende Henriettenstift als Asyl fiir arme israelitische Fa- '1
Smilien errichtet und das Grundstiick als Schenkung der Stadtge-
meinde iibergeben. Im Jahre 1904 erhielt das Stift durch einen um-
fangreichen Umbau seine jetzige Gestalt.
Inzwischen ffillten sich langsam die Reiben 'des Judenfriedhofes
an der Pulsnitzer StraBe. Nach einem Verzeichnis von 1852 um-
schloB er um diese Zeit, also hundert Jahre nach seiner Einweihung,
1067 Gr ber und 198'noch unbelegte, zum Teil aber schon vergebene
Grabstellen. Zehn Jahre spater trat der Rat an die israelitische Ge-
meinde mit der Aufforderung heran, auf die Anlegung eines neuen
Friedhofes bedacht zu sein. Auf wiederholtes Ansuchen wurde die
Frist bis zur Schlielung noch um einige Jahre verlingert, dann aber
die SchlieBung fiir den 31. December 1869 angeordnet. Dem kam die
Gemeinde auch nach. Sie erwarb Grund und Boden flir die An-
legung des neuen israelitischen Friedhofes an der TrinitatisstraBe,
in dessen Erde sie noch jetzt ihre Toten bettet.
Der alte Friedhof wurde geschlossen am Ende desselben Jahres,
das den Juden die wirtschaftliche und staatsbiirgerliche Gleichheit
vor demn Gesetz gebracht hatte. So wurde wie die Er6ffnung auch
die SchlieBung des alten Friedhofes zu einer symbolischen Haudlung.
Der Friedhof war, als die Juden den ersten Toten dort bestatteten,
die erste und damals einzige bleibende Statte gewesen, die sie ihr -;
eigen nennen durften. und der Erwerb dieses BegrAbnisplatzes war,
wie schon gesagt, der erste jiidische Grunderwerb in Dresden nach
jahrhundertelanger Verfolgung. Und nun schlossen sich die Tor-
S fliigel des alten Friedhofes iiber einem abgeschlossenen Abschnitt
der Geschichte der Juden der erste Tote, der auf dem neuen
jiidischen Friedhof an der Trinitatisstrate bestattet wurde, kam in
freierer Erde zur Ruhe.











46








Der C. V. im Freistaate Sachsen

a Von Dr. Felix Goldmann, Vorsitsendem des Landesverbandes
im Freistaat Sachsen

Gemessen an dem antisemitischen Rufe, den das sichsische
' Lndchen vor dem Kriege genoB, hitte das Wirken des Central-
Vereins deutscher Staatsbirger jiidischen Glaubens weitaus stir-
ker sein miissen als im ganzen fibrigen Deutschland. Leipzig war
das Zentrum des literarischen Judenhasses, denn hier lebte
Theodor Fritsch und gab seinen ,,Hamme r" heraus, der
ein Sammelbecken fur alle Spielarten des Antisemitismus wurde;
in Sachsen gab es nie einen jiidischen Lehrer an bffentlichen An-
stalten, es gab keinen jiidischen Beamten, keinen jijdischen Abge-
ordneten, keinen jidischen Richter, und hdchstens bei den Reichs-
beh6rden, die hier ihren Sitz hatten, bei der Post und bei dem
Reichsgericht, tauchte einmal ein weiBer judischer Rabe auf.
Freilich kannte man im alten K6nigreich. Sachsen einen Radau-
S a n t i s e i i t i s m s Stockerscher oder Ahlwardtscher Firbung, der
auf die StraBe going, kaum. Es ist nicht mit Unrecht behauptet wor-
den, daB die Abneigung gegen die Juden alle Parteien, auch die
Liberalen und Sozialdemokraten erftillt habe, so daB der Vorwurf der
S Begiinstigung der Juden, anderwarts ein beliebtes Agitationsmittel,
S keine Rolle spielen konnte. Dann war die Anzahl der Juden liber-
haupt klein. Im Jahre 1893, dem Grandungsjahre des CV., gab es in
ganz Sachsen etwa 8000 Juden, von denen etwa 40 Prozent deut-
scher Staatsangehbrigkeit waren. So waren es nur sehr wenige, die
fiur die Mitgliedschaft im CV. in Betracht kamen. Es bildeten sich
zwar kleine Ortsgruppen in Dresden, Chemnitz und Leip-
zig, aber ihre Mitgliederzahl war gering noch im Jahre 1917
betrug sie etwa 400 -, und ihr EinfluB nicht zu spliren. Nur insofern
kann dem alten Konigreich Sachsen ein gewisses Verdienst um den
CV. nicht abgesprochen werden, als es ihm den ersten General-
S sekretir, den ans Dresden stammenden Redakteur Alphonse Levy,
stellte, der auch eine Geschichte der Juden in Sachsen geschrieben hat.
SAls der Verfasser dieser Zeilen, der dem Hauptvorstand des
Central-Vereins bereits seit dem Jahre 1910 angeh6rte, im Herbst
' des Jahres 1917 von Oberschlesien her als Rabbiner nach Leipzig .i
kam, erhielt er von dem damals noch lebenden Maximilian Horwitz
den Auftrag, dem CV. in Sachsen eine Heimstatte zu schaffen.
Dem Verstindnis, der Energie und der Begeisterung fdr die Sache,

47


'" r








aie in aem vorsitzenaen aer urtsgruppe uresaen, aem lelaer ver- '
storbenen Kommerzienrat Max Elb, zusammenwirkten, gelang es
zunichst, die drei genannten Ortsgruppen zu einem L a n d e s v e r-
band zu vereinen, dessen Vorsitz Elb bis zu seinem Tode fihrte.
In reger Agitation gelang es bald, Ortsgruppen des CV. auch in den
Orten Plauen, Zwickau, Annaberg, Bautzen und Zittau
zu grfinden, und die Zahl der Mitglieder stieg zeitweilig bis auf
1600! Vorsitzender des Landesverbandes ist heute der Verfasser
dieser Zeilen, stellvertretender Vorsitzender A r t h u r SuB m an n
in C h e m n i t z. An der Spitze der L e i p z i g e r Ortsgruppe stehen
Stadtrat Julius Krause und Moritz Ury, in Dresden '
Sleitet den Verein Rudolf Ap't, in Chemnitz Rechtsanwalt
Hans Hartmann, in Plauen Rechtsanwalt Dr. Goldberg.
in Bautzen Lehrer Blum, in Zittau Prediger Ellend, in
Zwickau Ludwig Wilmersdbrfer und in Annaberg
M a x R ch te r. Seit dem Jahre 1924 ist der Landesverband in der
Lage, ein Sy n d i k a t zu unterhalten, das unter der Fiihrung von
Frau Leni W\e ill steht und in Leipzig seinen Sitz hat.
Im Sinne der an anderer Stelle dieses Buches geschilderten .
T, tigkeit wirkt der Central-Verein auch in Sachsen. Er unter- -i
stiitzt die durch die CV.-Tatigkeit verfolgte Tendenz der Er-
ziehung der Mitglieder zu selbstbewuBten Juden .
durch zahlreiche Ve r s a mm n u n g e n, in denen zu den brennenden
Fragen des jildischen Lebens und zu Problemen der Vereinstendenz
Stellung genominen wird. Oft werden diese Versammlungen auch
zu Zusammenkfinften der gesamten Gemeinde gestaltet, und es ver-
dient hervorgehoben zu werden, daB gerade im Freistaat Sachsen
der Kampf der Meinungen in innerjtidischen Fragen eine nur ver-
schwindend kleine Rolle spielt. In den grofen Ortsgruppen bestehen
Vereinigungen von jiidischen F r a u e n, welche auch das weibliche
Element fir den Kampf urs Recht interessieren wollen, und ebenso
werden Liberall ftr die J u g e n d Veranstaltungen abgehalten und
Einrichtungen getroffen. In Leipzig insbesondere wird auch in .
Arbeitsgemeinschaften das jildische Wissen gepflegt und
apologetische Kurse werden veranstaltet.
Bei der geringen Anzahl der Juden in Sachsen tritt die Arbeit
des Central-Vereins nach auBen hin nicht iibermiaig sichtlich her-
vor. In allen groBeren Ortsgruppen werden aber in regelmrfliger
Folge Aufkl 1irungsversa m I u ngen ihber das Judentumund
die Angriffe gegen sein Schrifttum und seine Institutionen abge-
halten, die ineist starken Besuch aufweisen und von nachhaltiger


48








'r :Wirkung sind. Die Monatsausgabe der CV.-Zeitung wird '
in Tausenden von Exemplaren in nichtjiidischen Kreisen verteilt, :
Aufklirungsliteratur wird den 6ffentlichen Biblio-
Itheken und alien Personlichkeiten zugefiihrt, die an fihrender .
Stelle stehen und fiber das Judentum nichts wissen. Diese Arbeit
wird systematisch und ohne Unterbrechung geleistet. Aufklirungs- '
arbeit wird von den oberflichlich mit den Dingen sich Beschiftigen-
den nicht sonderlich geschitzt, weil man ihre augenblicklichen
S Erfolge nicht sofort sieht. Sie ist stets nur A rbe i t au f lange
Sicht! Darum aber bleibt ihre \Vichtigkeit bestehen. Auch die
Judengegner haben ihre Erfolge auf keinem anderen Wege erzielt
als durch die systematisch betriebene Propaganda mit dem gedruckten
Wort, das erst verlacht und miBachtet wurde, das dann aber plotzlich
eine gewaltige lacht erreicht hatte, mit der man sehr rechnen muB.
Besondere Arbeit leistet der CV. in den Zeiten der Wahle n.
Ganz besonders gilt es dann, alle politisch Interessierten mit Auf-
kliirungsmaterial zu versehen, und das geschieht in vollstem Aus-
maRe. Wo es notig ist, wird Beschuldigungen der Juden und des
Judentums in der Presse oder durch Flugblitter entgegen-
getreten, Plakate werden angeschlagen, Flugzettel werden
verteilt. Es ist unm6glich, in diesem kurzen Rahmen ein ausfiihr-
liches Bild von der Fille der Arbeit zu geben, die Wahlen verur-
sachen. Es ist auch leider nie m6glich festzustellen, welchen u n -
mitt e I b a r e n Erfolg sie bringt. Oft, wie bei den letzten Wahlen,
kann sie gegen die Gewalt der Sturmflut nicht aufkommen! Ihr
;;t mittelbarer Erfolg, ihr Beitrag zur wahrhaften Befriedigung,
zur besseren Wertung der Juden und des Judentums, kann nicht
S fbersehen werden.
Die Arbeit des CV. in Sachsen unterscheidet sich nicht wesent-
lich von der im Reiche. Gegenw~rtig droht dem Rechte der Juden.
;* abgesehen von den allgemeinen Plinen der Nationalsozialisten, durch
den Antrag auf ein Sc h c h t ve r b o t ernste Gefahr. Es wird,
um den unsinnigen Behauptungen der Gegner die Spitze zu bieten,
viel Miihe kosten, urn zu beweisen, daB das Schichten keine Tier-
qualerei ist. Dieser Gegenstand mag aber zum SchluB eine wesent-
liche Bedeutung der CV.-Arbeit erweisen: Sie ist keine Partei-
tiitigkeit, keine Vereinsarbeit mit kleinem Ziele
und engem Horizont. Sie.gilt der ganzen dcutschen
J Judenheit, ob einer nun Deutscher oder Ausliinder ist, ob er
orthodox oder liberal ist.ob er dem CV.angehortoder nicht! Und darum
sollte kein in Deutschland lebenderJudeesablehnen,sie zu unterstitzen!

49


_..,







Der Zionismus in Dresden


Von Hermann Schocken


In Dresden besteht eine Ortsgruppe der Zionistischen Vereini-
gung ilir Deutschland schon seit vielen Jahren. Der vor drei Jahren
verstorbene Ehrenprisident Sally Hurwitz war Mitbegrtinder dieser
Ortsgruppe und jahrelang erster Vorsitzender. Unter seiner Leitung
w\urden die ersten zionistischen Reprisentanten in die Israelitische
Religionsgemeinde zu Dresden gewibhlt, und durch seine vorziJgliche
Gemeindearbeit und durch seine konziliante Politik war es m6glich.
einen groGen Teil der zionistischen Ideen durchzusetzen. Dresden
war die einzige Stadt Sachsens, in der auch die *nichtdeutschen
Juden uneingeschrLinktes aktives Wahlrecht hatten. und damit war
die Grundlage gelegt fiir das absolut gleiche aktive und passive
Wahlrecht, welches im Laufe dieses Jahres erkimp[t wurde. Dieses
gute Resultat fiir das Wohl der ganzen Gemeinde, diese erste prinii-
tivste Forderung zionistischer Gemeindepolitik konnte hier durch-
gefuhrt werden. well die Fiibrer der Parteien, auch der anderen
Parteien, den guten Glauben hatten, daB alle fir das Gesamt-
%wohl der Geneinde arbeiten wollten. Die Arbeit in der Gemeinde
Dresden wird didurch harmonisch geleistet, und alle Kreise haben
das sichere Gefiihl. daB ihre besonderen Interessen, seen sie
religidser, sozialer oder sonstiger Art, voll wahrgenommen wer-
den. Es ist zu hoffen. daB auch die anderen Stidte Sachsens vomr
guten Beispiel Dresdens proiitieren werden, und daB auch sie das
zionistische Prinzip ,.Gleiche Rechte allen jiidischen Btirgern in der
Gemeinde" anerkennen werden.


Wie alle zionistischen Ortsgruppen arbeitet auch die hiesige
Ortsgruppe auf der Grundlage des Baseler Programms und setzt
sich mit aller ihr zur Verfiigung stehenden Kraft fiur den Aufbau
inseres Heimatlandes Erez Israel ein.
Sie f6rdert diesen Aufbau nicht nur, um fiir die Hunderttausende
unserer Brider. welche sich in einer ganz unmrglichen Wirtschafts-
lage; befinden und denen jetzt alle Auswanderungsliinder gesperrt
sind, eirne Lebensmrglichkeit zu schaffen (das wire ein geniigender
Grund), sondern noch viel mehr. um unserem Volke Gelegenheit zu
geben, zu den nBtigen primitiven Lebensgrundlagen zurickzukehren,
die notig sind. damit sich wieder ein natiirlicles jiidisches Volks-


50
,."


* :.'*.', : *" % '.:4 "" '.. 1,,-a


4'
.





I,


Ir



'I


'i-

2'


:5.


'. :8



Si
I







I
"4

>1






















F~J ii

L2c't,* ~~rs~ I~~-"


Das Ferienheim
der Fraternitas-Loge U. O. B. B. in Ober-Rochwitz




-5"


A'








leben entwickeln kann, das lebenserhaltend auch ffir die in der
ganzen Welt zerstreuten Teile unseres Volkes wirkt. :
Wir sehen immer mehr und mebr ein, daB das ireie Leben hunter
politisch freien Vilkern, das wir iiberall beanspruchen, ganz natiir-
lich dazu fiihren muB, daB unsere Eigenart verblassen und allmah- i
S lich verschwindet. Unsere Zahl ist so verschwindend klein in alien
westlichen Kulturlandern, ob sie knapp 3 Prozent in den Vereinigten
Staaten Amerikas oder 1 Prozent in Deutschland oder Prozent in
S England oder gar nur '/, der Bewohner Frankreichs und Italiens .j
ausmacht, daB Emanzipation und voile Gleichberechtigung und be-
sonders gesellschaftliche Gleichstellung fast im selben MaBe Assimi-
lation, d. h. Selbstaufgabe bedeuten. Selbstaufgabe bedeutet Tod,
und weil wir leben wollen, ja, wveil wir mehr jiidisches Leben
und mehr jiidisches SelbstbewuBtsein in uns, den Kindern des alten
historischen Volkes entwickeln swollen -, halten wir den Aufbau .4
Erez. Israels fir absolut notwendig. Auf dem alten Boden, wo unsere
Vorviter vor Uiber 2000 Jahren gelebt, und wo sie die grdBten
menschlichen Ideale und Werte geschaffen haben, swollen wieder
ihre Kinder arbeiten. Swollen wieder die alte Sprache. sprechen und
in der Sprache der alten Propheten denken und triumen. Gott sei
gedankt, sie tun es jetzt schon nach unserer knapp zehnjihrigen
schwierigen Arbeit! Sie swollen wieder Gelegenheit haben, Religions.-
ideale, Wirtschaitsideale, Menschlichkeitsideale aufzubauen. Sie
swollen ihr ureigenes Leben leben und sterben konnen. So werden sie
uns mit lebendiger, jiidischer Lebenskraft neu beleben. Bessere
Menschen, bessere Staatsbiirger eines jeden Landes werden wir da- -
durch werden.
Schon die Arbeit flir dieses groBe Werk hat zum ersten Male
iu tausend Jahren die Juden der ganzen Welt wieder zusammen-
geschmiedet. Zum zionistischen KongreB im Juli d. J. waren Ver- iA
treter der Juden aus hundert Laidern gekommen. Alle begeistert und
beherrscht von der einen Idee ,,Aufbau unseres Heimatlandes"! Es
ist etwas in der Weltgeschichte Niedagewesenes. Zweitausend
Jahre lang in der Weltgeschichte herumgeworfen, verfolgt, ver-
achtet, verjagt. zerstampft, und jetzt bringt dieses hunter hundert
V'61ker zerstreute Volk die eigene, innere Kraft auf, eigenes Leben
auf eigenem Boden zu fordern und sich mit dieser Forderung in der
Welt durchzusetzen. Und in dem MaBe. in dem wir es durch eigene
S Kraft durchsetzen. werden wir die Hochachtung der V61ker ge- .
winnen.

52
.. .. .. ..
.. ., ..... : ~~~ ~~~~.....v : -..... ....








S tchwer ist die Autgafe unc noch schwerer, alle Mitglieder .
unseres Volkes ffir die Aufgabe zu gewinnen. Viele Generationen
werden daran weiterarbeiten miissen, aber diese schwere Aufgabe
wird uns neu beleben und wird uns Krait geben, in Freiheit und
Gliick, aber auch in Not und Leid weiter daran zu arbeiten und uns
als Juden lebendig zu erhalten.
Die Zionistische Ortsgruppe Dresden unterhilt ein Bfiro in der
SeestraBe 7. Erster Vorsitzender war bis vor einigen Tagen Her-
* mann Schocken; zweiter Vorsitzender Dr. John Levy. Neu gewahlt
wurden bei der vor einigen Tagen abgehaltenen Generalversamm-
lung als erster Vorsitzender Otto Lehmann, als zweiter Vorsitzender
Karl Bochner. Die friiheren Vorsitzenden sind bei der letzten Ge-
nieindewahl in den Vorstand und Gemeinderat gewiihlt worden.
AuBerdem iibernimmt H. Schocken die Leitung der Nationalfonds-
arbeit und Dr. J. Levy den zweiten Vorsitz der Volkspartei.
Der neugewihlte erste Vorsitzende Otto Lehmann hat lang-
S jhrige Erfahrung in zionistischer Arbeit, und man kann mit gutem
Recht eine Erweiterung und Neubelebung unserer Arbeit erwarten.
Auch der neugewhilte zweite Vorsitzende K. Bochner ist seit friihe-
ster Jugend aktiver Zionist und bringt neue unverbrauchte Lebens-
kraft mit zur Arbeit.
SDei Vorstand setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen:
Frau Sternlieb, Schriftfuhrerin; Frau Fiirstenfeld, Kassiererin;
J. Tchernoff, Keren Hajessod; H. Schocken, Nationalfonds; Benno
Korn, Kulturkommission; Dr. F. Berlowitz, E. Frenkel, Dr. J. Levy,
Dr. M. Schornstein. Dr. A. StrauB, M. Wieselmann. S. Ziegelnik.
Als Vertreter der Jugend E. Kiewe. Max Weiner und Fraulein
M. Rothenberg.
Am 1. Juli d. J. bezog die Zionistische Ortsgruppe Dresden ein
neues, weitaus grlBeres Lokal im Palnengarten in der Pirnaischen
StraBe. Dieses groBe Lokal wird den verschiedenen hier bestehen-
den und im schnellen Wachsen begriffenen zionistischen Jugend-
gruppen mit zur Verfiigung gestellt.
Hand in Hand mit der Ortsgruppe arbeitet die hunter Fiihrung
des Dr. M. Schornstein neugegriindete Misrachigruppe und der
Frauenverein ffir Kulturarbeit in Palistina unter Leitung der Frau
Dr. Winter.








kt..9*y tfl 2L----- t






1
I ^ H ^ ^ ^ ^ ---- ^ M ---- ^ ^ ^ ---- ^ ^ ^ ---- r


Israelitischer Kinderhort
Gegrandet vom Schweslernverein
der;[Fralerntas;- Loge U. 0. B. B.
zu Dresden


Die Lesehalle der Gemeinde

in der Zeughausstrabe


ii








Liberales Judentum in Dresden 1

Von Rabbiner Dr. Albert Wolf

Die israelitische Religionsgemeinde Dresden ist vor hundert
Jahren aus einer Reihe von religidsen Vereinen entstanden. Der
Will zur Einheit hat die Gemeinde gestaltet. Aber dieser Wille
wurde gestirkt durch die Erkenntnis. daB das Judentum in seiner
hisherigen Form dem Untergange entgegen gehe. Ein Judentum. das
sich in Stuben und engen Betruiiumen auslebte, dessen Gottesdienst
in haBlichen Formen sich abspielte, hatte keine Zukunftsaussicht.
Aus den engen Betstuben schanten die Augen der Besten der
damaligen Dresdner Judenheit sehnsiichtig nach aunen, wo sich
ihnei eine Welt der Schbnheit darbot. Die kleine Welt des jiidischen
Leriens geniigte nicht mehr dem geistigen Verlangen der jungen
Generation. Die Mauern, die um das Judentum herum aufgerichtet
waren, teils von feindlichen Michten gebaut, teils von den Juden
selber gewtinscht. fielen langsam. In der neu erstehenden Welt
personlicher und geistiger Freiheit, die das 19. Jahrhundert gebracht
hatte, war fair das Judentum in seiner bisherigen Form kein Raum
mehr. Nicht ohne heftige innere Kimpfe hat sich der Wille der
geistig Fiihrenden. der vorausschauenden Minner durchgesetzt. Es
zeigte sich damnals die gleiche Erscheinung. die so lhaufig eine ge-
sunde Entwicklung des Judentums verhindert hat, daB man eine
zeitlich bedingte Form des .Judentums mit demi Judentum selber
verwechselte. Die Befirchtung wird immer geiuBert, das Judentum
sei gefdhrdet, wenn ein Branch geLindert, eine Gewohnheit abgetan
werden soil, selbst wenn Besseres an deren Stelle gesetzt wird.
Aber wie hiufig sind Gewohnheiten nur MiBbrluche, Formen
nur durch Zeitumstlnde erzwungen und haben mit dem Judentumn
als solchem gar nichts zu tin.
Die Tatkraft der fiihrenden' Mianner in der Dresdner Gemeinde
hat die Widerstinde besiegt. Das Gotteshaus als Sammelstitte und
Bethaus der ganzen Gemeinde ist erstanden. Durch Vortrage in
deutscher Sprache war schon frliher von Dr. Beer jiidisches Wissen
und allgemeine Bildung verbreitet worden. Der Gottesdienst in der
neu erbauten Synagoge trug dem Empfinden und den Forderungen
der neuen Zeit Rechnung. So erstand die neue Gemeinde aus den
Gedanken, die die Gedanken des liberalen Judentums sind, bei aller

55

-., .-









El



Bs;'

*


lI'





t-





4




















i!.
R




























i;*
I.,




|:

I
\- '
I;?

>.












|i-.
L
I:


"E~~


~aaaaaS


Treue zum Alten, aller Verehrung fir das tiberlieferte Gut, das ver-
ehrungswiirdig ist, nicht die Augen zu verschlieBen vor den Not-
wendigkeiten einer neuen Zeit, das Judentum als einen lebendigen
Organismus h6her zu schfitzen als eine erstarrte Form.

Als Rabbiner wirkte in der neuen Gemeinde Zacharias Frankel.
Frankel war konservativ in seinem Enipfinden und Wollen. Den-
noch war seine Grundhaltung liberal, indem er einem vernunftigen
Fortschritt den \Veg bahnte, da er auch iberzeugt war von dem
geschichtlich gewordenen Charakter des Judentums. Seine Auf-
fassung findet Ausdruck in einem Worte, das er anlBilich des
Streites um das neue Hamburger Tempelgebetbuch aussprach:
,,Welche Gefahr man auch von dem Fortschritte fiirchten mag. da
er mitunter in zu rascher Progression vorwfirts eilt, so k6nnen ihm
doch.nicht Fessein, die ihn ganz hermen, angelegt werden, noch
swollen wir je solches versuchen, da der Fortschritt, so lange er
nicht in ein ziigelloses Verwerfen ausartet, als ein G6ttliches und
in unserer Bestimmung Bedingtes sich manifestiert."
Der Geist, der in diesem Worte sich fuBert, war bestimmend
fir den Charakter der Gemeinde und ist es in gewissem Sinne hente
noch. Nur allmahlich wurden in Dresden Einrichtungen getroffen,
die man im allgemeinen Sprachgebrauch als liberal bezeichnet. Im
Jahre 1867 wurden erstmalig (bei besonderen feierlichen Anlissen
war es schon friiher geschehen) deutsche Lieder im regelmiBigen
Gottesdienst gesungen, und im Jahre 1870 wurde die Orgel in die
Synagoge eingebaut. Schon 18-18 hatte.Dr. Beer die Einfiihrung der
Orgel angeraten.
Eine entscheidende Reform des Gottesdienstes im Sinne libe-
ralen Gottesdienstes erfolgte durch die Einffihrung liberaler Gebet-
biicher. Angebahnt wurde diese Reform durch die Umgestaltung
des Gottesdienstes an den hohen Feiertagen im Jahre 1879. Schon
ein Jahr zuvor burden deutsche Gebete in die Gebetordnung ein-
geschaltet. Nunmehr wurde dem Gottesdienste das noch jetzt.in
Dresden gebriuchliche, von dem Frankfurter Rabbiner Leopold
Stein redigierte Gebetbuch, zu Grunde gelegt. Ein Jahr daraul
wurde ffir die Gottesdienste an den ibrigen Tagen des Jahres das
JoIlsche Gebetbuch eingefiihrt. Damit war die Entwicklung der Ge-
meinde zu einer bewuBt liberalen, zu einem gewissen AbschluB ge-
kommen. Das Gebetbuch ist neben der Orgel das Merkzeichen, das
den liberalen vom konservativen Gottesdienst unterscheidet. In den
neuen Gebetbiichern ist die Bitte um Wiedereinfiihrung der Opfer


i
. *...












*^




t
''i
'...,..
f; ."


























.4.


4.


S
7;


56







































Innenansicht der Synagoge zu Dresden








ausgeschaltet. Dadurch ist zum Ausdruck gebracht, daB ein Ge- ".
danke, der bisher als wesentlicher Tell der jiidischen Anschauungs-
welt gait, iaberholt ist. Das religi6se Gewissen hielt sich fur be-
rechtigt und verpflichtet, eine religiose Form als einem andern Zeit-
und Kulturbewuntsein angeh6rig, zu verwerfen.
In der Folge ist eine teilweise Erstarrung des religi6sen Tat-
willens innerhalb des liberalen Judentums in Dresden eingetreten.
Mancher Riiokschritt ist, vomn Standpunkt des liberalen Judentums
aus gesehen, erfolgt. Nur bei den Hauptgottesdiensten an Sabbaten
und Feiertagen werden die liberalen Gebetbucher zu Grunde gelegt.
Im ubrigen finder der Gottesdienst nach den Anschauungen der
Orthodoxie statt. Auch bei den Hauptgottesdiensten ist \ieles ii
Sinne des Alten umgeAndert worden.
Die jiingste Zeit stellte den Liberalismus in Dresden genan so
wie den Liberalismus im iibrigen Deutschland vor neue Aufgaben.
Der erstarkende Zionismus, die durch Zuzug aus anderen Landern
gestarkte Orthodoxie versuchten, das Gemeindeleben im Sinne ihrer
Bestrebungen umzugestalten. In vielen Stadten war der Libe-
ralismus dem Ansturm der Gegner nicht gewachsen. Die Gestaltung
des religibsen Lebens war im 19. Jahrhundert in erster Linie aus-
gegangen von den Rabbinern und einzelnen starken religiosen Per-
sdnlichkeiten aus der Gemeinde. Aber man hatte es versanumt,
rechtzeitig die Anhinger des liberalen Judentums zu organisieren.
Religidser Liberalismus hate in weiten K.reisen fur etwas Selbst-
verstlndliches gegolten, so selbstverstindlich, daB man sich nicht
eiinal mehr um seine theoretische Begriindung. geschweige
seine praktische Enrfaltu.ngskraft kummerte. Den Erfolg aus dieser
Sorglosigkeit trug die Orthodoxie davon, die in ihrer Ruhrigkeir es
verstanden hat, auch in der Seele der Nichtorthodoxen den Ge-
danken wurzeln zu lassen, daB liberals Judentum ein schlechteres
Judentum sei, das orthodox Judentum dagegen das Vollwertige.


FRIEDRICH HAMM GegrOndef 1898
Dresden-A, Strehlenerstr. 18 Tel. 40025 u. 47025

Gas-, Wasser-, Klosett- und
elektrische Anlagen
Pr&miiert Hygiene-Ausstellung Dresden 1911


58 .


'f




P*
h-?







N :c < .
Einsichtige Minner hatten ifrih diese Gefahr erkannt und hatten
. ".den Ruf nach einer Organisation erschallen lassen. Einer der ersten,
S vielleicht sogar der erste hunter denen, die einen ZusammenschluB der
Anhinger des liberalen Judentums erstrebten, war ein Dresdner,
,. Emil Lehmann. Er hat die Erreichung des Zieles nicht mehr
erlebt. Erst im Jahre 1908 wurde die .,Vereinigung fOr das liberal
Judentum in Deutschland" gegriindet.
In vielen StUdten bildeten sich Ortsgruppen, oder schlossen
sich bereits bestehende Vereine mit dem gleichen Ziele der Ver-
einigung an. In Dresden bemiihte sich Kommerzienrat Max Elb um
die GrUndung einer entsprechenden Organisation. Aber trotz seines
regen Willens ist es ihm nicht gelungen, mehr als etwa ein Dutzend
Anhanger der liberalen Bewegung zuzuffibren. Auch' in Dresden
muBte erst der Kampf der Parteien urn die Macht in der Gemeinde-
stube einsetzen. ehe man sich auf das Recht und die Pflicht des
Liberalismus besann. Im Jahre 1924 wurde hunter dem Vorsitz von
Rechtsanwalt Paul Salinger eine Ortsgruppe der Vereinigung fir
das liberal Judentim ins Leben gernfen. Sie sah sich vor die Auf-
gabe gestellt, die Existenz der liberalen Gemeindeeinrichtungen, die
im Laufe eines Jahrhunderts geschaffen warden. zu verfeidigen.
Der liberal Charakter der Gesamtgemeinde konnte allerdings nicht
mehr erhalten werden. Auf dem \Vege der Verstandigung gelangte
man auf der einen Seite zur Neubildung orthodoxer Einrichtungen,
auf der anderen Seite zur Duldung der Einrichtnng.en der ver-
schiedenen religidsen Anschanungen. In Jahre 1930 wurde die
Ortsgruppe neu organisiert, an ihre Spitze trat Herr Nathan Fried-
mann. Da eine Anzahl von Mitgliedern der liberalen Fraktion des
Gemeindevorstands bzw.. des Gemeinderats dem Vorstand der
Ortsgruppe angehbrt, ist ein Zusanmmenarbeiten und die Vertretung
der Ziele der Ortsgruppe im Gemeinderat gewalirleistet. Die Orts-
gruppe zdhlt z. Zt. etwa 150 Mitglieder. Eine dffentliche Kund-
S gebung, die in diesel Jahre stattfand, hat wuhl eine neue Zeit libe-
ralen Wollens ind Lebens in Dresden eingeleitet.


I
4.



o;



- ';i

* \

- !!,

?*_


Viele
und wohl
S prLifen, in'
entspreche
S niissen, ui
:: ist zu bea
der Ortho


Aufgaben hat das liberal Judentum in der Gegenwart
auch in der Zukunft zu listen. Es hat die Frage zu
wieweit die religidsen Formen dem religi6sen Empfinden
'n, welche neuen Einrichtungen geschaffen werden
n religi6sen Sinn zu wecken und zu erhalten. Die Frage
ntworten, bis zu welchem Grade eine Verstaindigung mit
doxie moglich ist, welchen Wiinschen noch Rechnung



L ...5
"f ..


':
.!i
.4
r
a
3!
u






g





























r..









Die von Gottfried Semper erbaute Synagoge zu Dresden




...;..., s,.. -., ..-i .. ... .....- .


ii







"' getragen werden darf, ohne daB der Liberalismus sich selber auf-
S gibt. Das Problem des Charakters des Judentums erheischt eine
S Auseinandersetzung mit den politischen Bestrebungen des'Zionis-
mus. Das liberal Judentum des 19. Jahrhunderts hat z. T. aus
Griinden der Emanzipation nur von einer religidsen Gemeinschaft
etwas wissen swollen. BewuBt hat die Dresdner Gemeinde den
Namen israelitische Religionsgemeinde gefLihrt. Der religiose Libe-
S ralismus bejaht den Vorrang der Religion, so daB die Zugeh6rigkeit
zur israelitischen Religionsgemeinde unabhingig ist von Blut und
S Rasse. Das Judentum als Religion will und muB Weltreligion sein.
d. h. die Zugeh6rigkeit ist vom nationalen Bekenntnis unabhbngig.
S Der jidische Liberalismus in Dresden hat bisher mit Erfolg die For-
mel verteidigt: ,,Religio.nsgemeinde, nicht Volksgemeinde." Aber die
S Frage, ob diese Formulierung alien Ansprfichen und Tatsachen ge-
recht wird, bleibt zu priifen.
SchlieBlich stellt auch die soziale Frage mit den aus ihr ge-
S borenen weltanschaulichen Problemen den Liberalismus vor neue
Aufgaben, die ihm vielleicht neue Schwierigkeiten bereiten, doch
auch neuen Antrieb geben kinnen.
Aufgaben sind fiur wxillensstarke Menschen Ansporn zur Ent-
faltung der KrAfte. So mag auch die Fulle und die GroBe der
Aufgaben fiir das liberal Judentum in Dresden Anreiz sein zur
Willensstirke und zur Tatkraft.







^ *I













61








.Israelitisc


Dresden


SGemeindearnt Z
Postscheckk
meinen Verl
ErdgeschoB:
1. Obergescl
sorge
Biirodirektor


1. Gemeinde.
Ehrenvorsitz
Rechtsanwal
Levy, Dir
tfitsrat Dr. E
2. Gemeinde
Rudolf Apt, I
Stein, Direkt
SAbraham Lo
mann Schocl
Snik, Direktor
Beide Korpe


S Bibliothek s
SDirektor Eri
Finanz-Aus,
SSanititsrat I
Feuerstein, P
SSimon Zigeir


Eugen Kle
Dresden
STharandfer Strafe

62


he Religionsgemeinde




Verwaltung.
eughausstr. 3. Fernsprech-Nr. 14051 und 17887,
onto: Dresden Nr. 102 8. Ge6ffnet flir den allge-
kehr werktiglich von S bis 1 Uhr.
Gemeindebibliothek und Lesehalle.
hoB:: \Vohliahrtsstelle und \Vanderfiir-
. Kasse, Sitz ngssaal.
: L. Ploemacher (Sprechzeit 11 bis 1 Uhr).
KSrperschaften.
v o r s t a n d:
enderr Oscar L e s s e r.
t Paul Sali n g e r, geschaftsf. Vorsteher, Dr. John
ektor Erich Sc h a p i r a, Samuel \V e i g r, Sani-.
Z i m me r n a n n.
ve rordnete:
Bauieister Fritz Brauer, Joseph Colin. Egon Fener-
or Arthur Glauber. Moses Hausmann. Max Lesser,
e\venthal, Hirsch Neumaier, Jacob Reinhold, Her-
ken, Salomon Vogel, Saul \'einreclh, Simon Zigel-
SMeier Zucker.
rschaften zusammen hilden den' Gemeinderat.
Ausschiisse.
-Ausschu :
ch Schapira, Rudolf Apt, Benno Korn.
schuB:
Dr. Zimmermann. Director Arthur Glauber. Egon
Max Lesser. Abraham Loc\venthal, Salomon \ogel,
iik.


en
-A
88


I Ann
Unn Kraftfahrzeug-Reparatur-Werksfatt
. 28 Abschleppdienst
Teleion: 41017
------- .. ,, ._'..;.X --- Y.J VI


-I,
At


Md
,.1








Friedhofs-AusschuB :


Director Erich Schapira, Rudolf
Brauer, Markus Kesten, Moses La
Hirsch Neumaier, Isidor Salinger.
sitzende der Chewra Kadischa Max Es


Apt,
singer.
Hi
treiche


Baumeister Fritz
Ignaz Natowitz,
erzui der Vor-
r.


R-











.



P .

'"


'





--












a
P.c
2.
























I'
?'


63


s. ...'.- '. -, ', ^. -:i-


A .. -1 ,. .' : -.


F Lrsorge-AusschuB:
Rechtsanwalt Paul Salinger, Nernann Dyrm, Egon Feuer-
stein, Rechtsanwalt Bernhard Hirschel. Julius Kornblum,
Rubin Markowvicz. Chaim Rottenstreich. Frau Julie Salinger,
Hermann Schocken, Siegfried Schneider, Benno \Veiner
Director M. Zucker. Hierzu die Vertreter von sieben Wohl-
titigkeitsvereinen. Vertranensarzt: Dr. Adolf StrauB.
Presse- K o m i s s ion :
Max Lesser, Egon Feuerstein, Leo Liwenkopf. Leon Schorr,
Max Wieselmann.
Rechts-A usschuB:
Erich Schapira. Rudolf Apt.
Satzungs- und G( eschi ftsord n ngs-Kom mission:
Dr. John Levy. Director Arthur Glauber, Rechtsanwalt Bern-
hard Hirschel, Max Lesser, Leo Malter, Dr. Max Schornstein,
Saul VWeinreich.
Sc h u I-A u ssc l u B:
Dr. John Levy. Director M. Zucker, Rudolf Apt, Baumeister Fritz
Brauer, Abraham Burg, Hirsch Neumaier, Frau Margarete
Aron. Leon Rosenkranz, Saul Weinreich.
Synagogen-Aussch iB:
Joseph Cohn, Alexander Buckwvitz, Michael Ellenberg, Dr. Leo
Fantl, Max Lesser. Jakob Lippmann. Max Levi, .lakob Reinhold,
Leo Rogalski. Isidor Salinger. Meier Schreier. Hermann
Schocken, Direktor M. Zucker. Hierzu: Rabbiner Prof. Dr.
Winter, Rabbiner Dr. Wolf.
St e u e r b e r u f u ng s K o mmn i s s i o n:
Director Arthur Glauber, Simon Zigelnik. Director Max Rosen-
garten, Jakob T. Princzer. Rechtsanwalt Dr. Friedrich
Wienskowitz.
A usschuB fi r das H e nriettenstift:
Samuel Weiger. Baumeister Fritz Brauer. Max Lesser.
AusschuB der Emil Lehmann-Stiftung:
Sanititsrat Dr. Zimmermann. Rechtsanwalt Dr. Leopold


I






14
V
*I





3i
'I




SI'



A .

A





_4

4,


S

-tn







Salomon. Hierzu: Rabbiner
Betty Hepner geb. Lehmann.
AusschuB des Sichsisc
meindeverbandes:
Ordentliche Mitglieder Recht:
Erich Schapira, Samuel \eig
stein, Dr. John Levy, Saul W
Verwaltungs-AuschuB d
fuir jiidische Wander
Dr. John Levy, Stellvertreter
Orthodoxe Kultus-Komm
;. Dr. Max Schornstein, Julius L
Schiclht-Ausschu :
Samuel Weiger, Israel Hollki
mann, Berl Langermann, Max
Zigelnik. Hierzu die Herren F
dajan Horowitz.

Kull
Rabbiner Professor Dr. Jakob \'
sprech-Nr. 20855, Sprechzeit
Rabbiner Dr, Albert Wo I f, Zeug
und 17887. Sprechzeit 10 bis
Oberkantor und Mohel Raphael H
Kantor Harry P a g li n, Ullandst
Gemeindedaian Rabbiner Hor
Sprechzeit 9 bis 12 Uhr.
SSynagogenbeamnter Leo R e dlii
Nr. 610 97.


GERSTENBERC
Hoch-, Tief-, Beton-
DRESDEN GEGRUNE

Geschaftshauser +
.. Fabrikanlagen
SDach- und Terrassenbelac


S 64


Prof. Dr. Winter, Frau Amtsrat

hen Israelitischen Ge-

sanwalt Paul Salinger, Direktor
:er. Stellvertreter: Egon Feuer-
einreich.
er Landeskasse Sachsen
fiirsorge:
Director Erich Schapira.
mission:
.ewin, Wolf NaB, Simon Zigelnik.

der, Joseph Kratzer, Moses Haus-
Lesser, Hirsch Neumaier, Simon
?abbiner und der Herr Gemeinde-


tus.
int e r, Blochmannstr. 1-. Fern-
11 bis I Uhr.
hausstr. 1. Fernsprech-Nr. 14051
11 Uhr.
ofstein, Stephanienstr. 1.
r. 36.
o w i t z, GroRe Zwingerstr. 6.

c h. Eliasstr. 24. Fernsprech-



.ER & DOHLER
und Eisenbetonbau
)ET 1873 LEIPZIG

Umbauten aller Art
+ Zweiggleise
+ System Gartenmann


,- .% .",',t
'* *P'i








p.




.4



1












*'i
*.1













*4'







*. -- Aus der Gemeindeverfassung. -'
Mitgliedschaft:.
Die Israelitische Religionsgemeinde zu Dresden umfaBt das Ge- -
biet der Kreishauptmannschaft Dresden. Alle Israeliten, die in
diesem Bezirk ihren Wohnsitz oder wesentlichen Aufenthalt haben,
Grundstiicke besitzen, selbsthndig Gewerbe betreiben oder an einem
- m Bezirk gelegenen gewerblichen Unternehmen daselbst einkommen-
steuerpflichtig beteiligt sind. sind Mitglieder der Gemeinde.
G emeinderat:
Die Angelegenheiten der Gemeinde werden von ihrem Ge-
meinderate verwaltet, der aus 5, den Gemeindevorstand bildenden
Vorstehern und 15 Gemeindeverordneten besteht. Der gesch fts-
fiihrende Vorsteher muB deutscher Reichsangeh6riger sein.
Vorsta nd:
Der Gemeindevorstand hat
a) die Beschlfisse des Gemeinderats zu vollziehen, die laufenden
Geschafte zu erledigen. das Gemeindeverm6gen zu- ver-
wahren und die Einzelverwaltung zu fihren,
b) die Gemeinde gerichtlich und auBergerichtlich zu vertreten,
c) Orkunden fir die Gemeinde zu unterzeichnen.
Die Ueberwachung der Geschiftsfiihrung des Gemeindevor-
stands liegt zunichst dem Gemeinderat ob.
Wahl zur Gemeindevertretung:
In den Gemeinderat und in den Vorstand k6nnen alle stimnf-
berechtigten minnlichen Gemeindemitglieder gewahit werden, die
das 28. Lebensjahr vollendet haben und seit 3 Jahren im Gemeinde-
bezirk wohnen.
Stinmmberechtigt ist im allgemeinen jedes mhnnliche Gemeinde-
mitglied, das am Wahltage das 21. Lebensjahr vollendet und auf

fr Deine Gesundheit Notwendige
A ll s findest Du vorteilhaft und von bester
Oualitat in der .
-j
r 1

SAmalien-Apotheke
Dresden-Altstadt MarschallstraFe 4

5 65
-_:








G. rund seiner Steuerpflicht entweder 3 Jahre lang oder unmittelbar':.
vor der Wahl 2 Jahre lang Gemeindesteuer entrichtet hat.
" "- Gottesdienst

Synagoge, Zeughausstr. 1-b.
Dem regelmrBigen Gottesdienst, welcher taglich abgehalten
wird, liegt das Gebetbuch von Joel, dem Gottesdienst ffir die hohen
Feiertage das von Dr. Leopold Stein zugrunde.


Jugendgottesdienst regeliniBig mit Ausna
abend nachm. 3 Uhr 30.
Orthodoxer Gemeindegottesdienst nach
Jeschurun) in den Rdumen der Fraternitas-L
den hohen Feiertagen in besonders gemietete
AuBerdem veranstalten Gottesdienste die
und Tomche Nizrochim. Bellokale: Landha
gasse 2.
B)eziiglich Einsegnungen nach der Geburt
Vermahlung und aus sonstigen religi6sen Anli
liche nut den Herren Rabbinern zu bespreche
Die Gemeindemitglieder, die an Jahrzeiti
wiinschen, wenden sich an das Gemeindeam
AuBer den aufgestellten Sammelbuchsen
amt das sogen. Spendenbuch, welches auf
. bracht wird.
Freiwerdende Synagogenplitze werden
amt vergeben. An den hohen Feiertagen
Synagoge und den Betsaal nur mit Eintritts
werden nach Ankiindigung im Herbst, sonst
im Gemeindeamt verausgabt.
Trauungen.
?, Trauungeu sind im Gemeindeamt anzun
man sich mit den Herren Rabbinern in Ve
werden Gebiihren nach besonderem Tarif
meindeanmt einzielit.


ALFRED WERNER
Steinsetzmeisfer Tiefbai
DRESDEN-A 24 Minchner Str. 14, p.


66

W9! *


ihme.der Ferien Sonn-

altem Ritus (Adass
oge. Moritzstr. 1 b, an
n Raumen.
Vereine Ahawas Reim
tisstr. 13 und Sporer-

eines Kiudes, nach der
issen ist das Erforder-
*n.
en erinnert zu wverden
t.
gibt es im Geneinde-
Wunsch ins Haus ge-

durch das Gemeinde-
ist der EinlaB in die
karten gestattet; diese
bei Mieten des Platzes


ielden, auBerdem muB
erbindung setzen. Es
erhoben,' die das. Ge-


u-Untern

- Fernspre


ehmun'g

cher 47528

*-^:
L,^


4

4-I







-4
2^
,,...







: Wohlfahrtsstelle und Wanderfiirsorge.
Beratung und Auskunft tiglich (mit Ausnahme von Mittwoch und
- Snntag) Zeughausstr. 3 durch die Ffirsorgerin Fraulein Lisel
Schwab.
-Berufsberatung uud Lehrstellen-Vermittlung:


Leugnausstr.-3, i. mLontag von o bDs 7 unr.
Geineiii desch w ester Lea Wittenberg, Eliasstr. 24. Fern-
sprech-Nr. 61097.
Dar leh n s k asse (befindet sich in Vorbereitung).
Friedhols- und Bestattungswesen.
Der Friedhof befindet sich Trinitatisstr. 3.
Der alte Friedhof (Pulnitzerstr. 12) ist geschlossen; der
Schlfissel ist laut Anschlag an der Tiir gegenliber erhaltlich.
NAheres fiber diese alte, hochinteressante Grabstatte in besonderem
Artikel S. 35.
Jeder Sterbefall ist unverziiglich dem Gemeindeamt oder dem
Friedhofsinspektor Bruno Jacobsohn (Fernsprech-Nr. 61388) zu
melden. Fiir Einascherungen im Krematorium Tolkewitz gilt das
Gleiche. Die Gebiihren-Berechnung erfolgt nach besonderem Tarit.
Die Bestattung besorgt die Beerdigungsbrfiderschaft (Chewra
Kadischa).
Ritualbad (Mikw\a),
Ziegelstr. 54.
Schfichtwesen.
Die GeflUigelschiichtstunden werden jeweils im Gemeindeblatt
verdffentlicht. Der Schichtraum befindet sich Annenstr. 16. Ver-
kaufsstellen fir Koscherfleisch Steinstr. 20, Ziegelstr. 9. Sporergasse 2.
Die Beanfsichtigung des Schtichtwesens untersteht dem Ge-
meindedajan in Verbindung mit demn Rabbinat.
Barmizwa-Vorbereitung.
Die Vorbereitung erfolgt auf Grund private Vereinbarung mit
einem der Herren Lehrer.


HAN F SEILE Schellenberg K.G.
Dresden
Teer- und WeiFjsfricke DohnaerStra
Dohnaer Strabhe 67


67 67

SX '. *, .. -. -.







Die Barmizwa ist auf dem Gemeindeamt und bei dem an dem n ':'
S .betreffenden Sabbath amtierenden Rabbiner rechtzeitig anzumelden.

Religionsunterricht.
Dieser wird fiur die volksschulpflichtigen Kinder in der Reli -
g i o n s s c hule Pestalozzistr. 2 und Carolastr. 4 erteilt.
FUr die Schiler der hoheren Lehranstalten (Sexta bis Tertia)
wird in folgenden Anstalten Religionsunterricht durch die von der
Gemeinde angestellten Lehrer erteilt: Konig Georg-CGy'mnasium,
W\ettiner Gymnasium, Kreuzgymnasium, Deutsche Oberschulen
Plauen und Johannstadt, Altstidter Hihere Midchenschule. Die
Kinder der iibrigen h6heren Lehranstalten nehmen am Unterricht
der Religionsschule tell.
Die Schiller der oberen Klassen der hoheren Schulen werden
zu besonderen Fortbildungskursen zusammengefaBt; Unterrichtende
sind die Herren Rabbiner. -f
Fiir die Kinder auswairtiger Gemeindemitglieder wird der
Unterricht an ihrem Heimatsorte erteilt, z. Zt. in MeiBen. Freiberg,
Riesa.
Leiter der Religionsschule: Rabbiner Dr. Wolf.
Lehrer (auBer den Herren Rabbinern): Leo Anschel, Linden-
gasse 18, Bernhard Isaak, Miinchnerstr. 2, Frau Dr. Eva Stein, El-
sasser Str. 5, Jakob Blum in Bautzen, Sedanstr. 17.

Gemeindebibliothek.
Zeughausstr. 3, ErdgeschoB. GeCffnet Sonntags 11 bis 1 Uhr.
Lesehalle ebenda. Geoffnet Mittwoch abend 7 bis 9 Uhr,
Sonntag vormittag 11 bis '4l Uhr.
Bibliothekar: Lehrer Bernhard Isaak.



Baumeister Richard Schumann

Dresden, Kesselsdorfer Str. 118

Bauausfahrender des Alsberg-Hauses .

Fernruf 16798


68
B t : si-,, !1 : Ji,^ .b,, ^ *.-''-..., ..... *-L- .._ '.!. ... .- -.-.--., s^^-,"-. ,, :,1-...-;- ,









Organisationen und Vereine


in Dresden '


S ,,Agudas Noschim", e. V., Jiidische Frauenvereinigung zu Dresden
Geschiftsstelle: Gr. Brudergasse 23; Fernsprech-Nr. 17293.
1. Vorsitzende: Frau M. Langermann, Dresden-A.. Gr. Brudergasse 23;
Fernsprech-Nr. 17293.
Weitere Mitglieder des Vorstandes:
Frau A. Schmulowitz, Borsbergstr. 26;
Frau Sternlieb. Mathildenstr. 7:
Frau Furstenield, Muller-Bersetsir. 39:
Frau Bochner. Schnorrstr. 13;
Schwester Lea, Eliasstr. 24;
Frau Rosenkranz, Pirnaische Sir. 23;
Frau Salzmann, Albrechtstr. 26:
Frau Krattenstein, Webergasse 17;
Frau L6wenkopi. Schulgutstr. 9;
Frau Adi Gleicher. Rietschelstr. 15. II.
Griindungs.ahr des Vereins ist 1916.
Z w e c k u nd Ziel:
Der Judische Frauenverein Agudas Noschim verfolgt ausschlieBlich den
Zweck. arme und kranke juidische Frauen und Madchen in jeder Weise zu
unterstutzen. Die Vereinigung unterstutzt sowohl mit monatlichen geld-
lichen Unterstutzungen als auch durch Lebensmittel. usw. Welterhin ge-
waihrt der Verein kostenlos Arztbehandlungen, Medikamente, Blder, Heil-
massagen usw. Bei schwer Leidenden werden Zuschdsse zu Kurauient-
halten, Bdderreisen und Heimaufenthalten gewlihrl. Auch sonstige Unter-
stdtzungen, wie Bezahlung der Krankenkasse. Versicherungsmarken wird
Armen und Kranken gewlihrt. Der Zweck des Vereines ist vor alleni,
immer und immer wieder, da wo es nottut, zu helien.
SCentralverein deutscher Staatsbiirger jiidischen Glaubens,
Ortsgruppe Dresden
Fernsprech-Nr. 17790. in Kassenangelegenheiten Fernsprech-Nr. 576 15
: (Wilhelm Schrimmer).
Vorsilzender: Rudolf Apt, Dresden-A. 16, Gabelsberger Str. 22.
. Weitere Mitglieder des Vorstandes:
V-' Dr. Heinrich Arnhold. Rechtsanwalt Paul Salinger. Dr. Richard Elb, .;
S-\ilhelm Schrimmer.
Zweck und Ziel: "
Die Ortsgruppe f6rdert in der Kreishauptmannschaft Dresden die Ant-
: gaben des Centralvereins. Sie uberwacht die antisemitische Bewegung und :
die Zeitnigen des Bezirkes, hilt Vortrige fir ihre Mitgheder und die Mit-
glieder der Gemeinde zur Aufklirung, veranstaltet Aussprache-Abende mit
christlichen Mitburgern zu deren Orientierung, \nrbt Mitglieder idr den
, erein und veranlatt. daB ein Eingreiien der Berliner Zentrale in all den
Fallen, in denen die Rechte der in Deutschland lebenden. Juden beeintrich-
ligt werden soil, eriolgt.









Dresdner Sportverein ,,Bar Kochba", e. V. i
Gegrundet 1919.
Mitglied des 'erbandes mitteldeutscher Ballspielvereine und des Deutschen
Kreises im Makkabi-Weltverband.
Geschaftsstelle: Dresden-A. 19. Haydnrstr. 44, [; Fernsprech-Nr. 39566.
Zweck: Kbrperliche und geistige Krlitigung der iidischen Jugend durch
Turnen, Sport. Wanderungen. VortrAge und geselliges Beisammensein.
Uebungsstitlen: I. unser eigener Sporlplatz im Ostragehese, 2. die stid-
tische llgen-Kampfbahn, 3. Turnlialle der Volksschule am Seidnitzer
Platz.
Sportzweige: Leicht-Athletik, Gymnastik, Fullball. Handball und Tischtennis.
1. Vorsitzender: Architekt BDA. Leopold Lustig.
2. 'orsitzender: Zahiiarzt Dr. Friedr. Berlox itz.
I. Schrritfuhrer und 1. Kassierer: Henry Bauer.
2. Kassierer: Hans Neumann.
Beisitzer: Fanny Friedmann. Hermann Scllocken, Max Vvleselmann.
Sportw.rt: Josei Rittberg.
Ferien-Kolonie Oberrochwitz der Fraternitas-Loge
S(Naliere Angaben siehe Fraternitas-Loge.)
Fraternitas-Loge U. 0. B. B. XI, Nr. 356 (E. V.)
Logenr.ume: Moritzstr. I b; Fernsprech-Nr. 11890. L
Prisident- Rabbiner Dr. Wolf.
Zweck und Ziel:
Die Fraternrias-Loge wurde begrundet im Jahre 1885. ilir erster Pri-
sident war Louis Schlesinger. Zweck und Aufgaben-kreis ist der aller Logen -
des Unabhingieen Ordens Bne Brith: Pilege geistiger und humajiittrer Be-
strebungen zur Forderung dealer Gesinnung aui deutsch-iudischer Grund-
Slage im Hinblick auf den groBen im Judentum liegenden' Menschheits-
gedanken.
Das soziale Hauptwerk der Fraternitas-Loge ist das 1919 erdfinete, in-
zwischen mehriach verbesserte Ferienheim in Oberrochwitz. In den groBen '
Ferien dient das Helm ailsschlieBlich den .on der Loge alliahrlicl aus-
gesandten Ferienkolonien. wihrend es die ubrige Zeit (Ostern bis Herbst)
als Erholungsstatte for altere iudische Personen dem Logenfrauen\ erband
uberlassen ist.
Autch der [sraelitische Kinderhort, der Scliwesternverein, der Jiidische
Jugendverein -ind als Sch)piungen der Fraternitas-Loge zu bezechnenr.
Frauenverein Achduth
SGeschdiftsstelle: Grunner StraBe 15.
rVorsitzende: Frau H. Falik. GroGe Brudergasse 31.
S1 .Scihriliinirerin Frau \Vagenberg. Gruinauer Strabe 15.
S2. Schriftfuhrerin: Frau io\gel. Hammerstr. II. .
SI. Kassiererin: Fiau W\eilz, Sidonienstr. 2S.
2. Kassiererin: Frau Weiner. Cranachstr. u.
Beisitzende: die Drnen Baltuch. Dmin, Geller. Harnik, Kesten.


SKosmetisthes Institut Frau Eleonore Hiibner
Dresden-A, SeestraBe 4
I Fahrstuhl Telelon 1lhio Gegrllndet Im Jahre 1915
J Spezialisten Fiir Lekn-rolyse absolutee Haar- u. Leberfleck-Lnlernung)
S- elckrlidie Manikure und Pedikure
Hohensonnen Bestrahungen losmneUdche Praparate

A.
70









Der Verein wurde im Jahre 1929 von den Damen AuBenberg. Faik,
Plow-itz und \Wagenberg gegrindet.
Zweck und Ziel:
Der Verein unterstutzt allenstehende Frauen. Witwen und arme
Braute. Auch dient er der Unterstutzung sonstiger Beduritiger.
Gdud Keren Kajemeth, Dresden
Geschaftsstelle: Palmgarten- Pillnitzer StraBe; Fernsprech-Nr. 11701.
Vorstand: Zur Zeit der Drucklegung des Jahrbuches finden Neuwahlen statt.
Zweck und Ziel:
Sammlung von Geldern fur Bodenkauf in Palistina.
Gesellschait der Freunde
S Geschaitsstelle: Gabelsberger Str. 21: Fernsprech-Nr. 11890.
Vorstand: Direktor M. Zucker.
Zweck lund Ziel:
Pilege der Geselligkeit.
Henriettenstiit, Dresden, EliasstraBe 24
Verwa.ltung: Israelitische Religionsgemeinde Dresden, Zeughaussir. 3, 1.
Fernsprech-Nr. des Stifts: 61097.
Fernsprech-Nr. der Verwallung: 1-1051 und 17887.
Vorsitzender: Samuel W\eiger. Bayreuther Str. 38.
Weitere Mitglieder des Vorstandes:
Baumeister Fritz Brauer. Reichenbachstr. 52.
Max Lesser. Hibnerstr. 18.
Das Henriettenstift wurde im Jahre 1861 gegrundet.
Zweck und Ziel:
Alten ansassigen Gemeindemitgliedern einen ruhigen Lebensabend im
Heim. auch free Wohnung. Neizung und Beleuchiung zu gewahren. wenn
nitig, auch tir sonstigen Unterhalt zu sorgen.
Hillsverein der deutschen Juden
Adresse der Berliner Zentralver\ altung: \ 35. Stegliizer Str. 12. Fern-
sprech-Nr. Litzow 6236.
Vorstand:
Berliner Zentrale' Dr. James Sinon
Dresdner OrtsgTuppe: Prof. Dr. \\inter.
Zwe ck u nd Ziel:
Der Verein \,urde von judischen Mensclenrireunden zum Zwecke der
. Firderung des sittlicheiin geistigen und wirtscli.itlichen Wohls der auGer-
deutschen Juden ins Lehen gerufen und hat wahrend seiner nu'nmehr
Sdreigigiahrigen Tatigkeit teils allein, leils in Gerneinschaft rmit den in
anderen Laindern bustehenden ijdischen Organisationen. Au.erordentliches
S zur Linderun'i ludischer Not in autBerdeutschen Landern geleistet.
Israelilische Krankenverpilegungs-Gesellschaft
Geschiftsstelle: Freiberger Str. 33: Fernsprech-Nr. 133132.
Vorstand: Max Lesser. Director Julius Hirsch. Oscar Lesser, Max Levi.
Direktur M. Zucker.


Dr.jur. CARL WALTHER, DRESDEN
Emser Allee 25 Fernsprecher 31834
Spezialist ffir Steuersachen, Vertrige, Neu- u. Umgriindungen,
Familiengesellschaften, Testamente, Erbauseinandersetz.,
Vergleiche, Sicherstellung der Angehirigen.


71


.^ ._._ .. ., .. .. : .* ... .


3
,!,


"i

I
!*


*I''








Zweck und Ziel:
Die Gesellschaft dient dem Zweck der Unterstitzung kranker Manner '
Israelitischer Armenunterstiitzungsverein zu Dresden, E. V.
Geschaftsstelle: Israelitisches Gemeindeamt. Zeughausstr. 31: Fernsprech-
Nr. 140 51, 178 87. '-
1. Vorsitzender: David Meyer, Gabelsberger Str. 22.
Weitere Mitglieder des Vorstandes:
Rechtsanwalt Bernhard Nirschel, Muller Bersetstr. 12 Eg.
Dr. Richard Elb. Bayreuther Str 17.
Friedrich Pick. Gustav-Adolf-Str. 6 b.
Director Erich Schapira, Bernhardstr. 37.
Siegmund \Waldes, Kaitzer Str. 30.
Rabbiner Prof. Dr. Jacob \'inter, Blochmannstr. 14.
SZweck und Ziel:
Unterstlizung armer Israeliten.
Israelitischer Frauenverein, E. V., Dresden "'
Zeughausstr. 3.
Vorsitzende: Frau Elli Lesser. Dresden-A., HUbnerstr. IS: Fernsprech-
Nr. 43354.
Stellvertr. Vorsitzende: Frau Sanitatsrat Zimmermann.
Weitere Mitglieder des Vorstandes:
Frau Prister, Frau Wiener, Frau Dr. Wolf, Frau B. Feuerstein.
Der Verein wurde im Jahre 1790 gegriindet.
Zweck und Ziel:
Zweck des Vereins ist besonders die Fiirsorge fiir bedfirftige jidische
Personen weiblichen Geschlechts in Krankheitsiillen. im Wochenbett, zur
Erhaltung der Gesundheit und zur Vorbeugung von Erkrankungen. Diese
Firsorge gilt hauptsichlich solchen Personen, die der Dresdener Israeli-
tischen Religionsgemeinde selbstindig oder als Familienmitglieder ange-
h6ren, ausnahmsweise aber auch denjienigen, die sich vorubergehend auf-
halten.
Israelitischer Kinderhort
Geschaftsstelle: Frau Estreicher, Wallotstr. 22, II; Fernsprech-Nr. 61292.
Ehrenvorsitzende: Frau Therese Prister.
Vorsitzen-de: Frau Ella Estreicher.
Kassiererin: Frau Elsa Rink.
Der Hnrt wurde im Mai 190- gegriindet. und zwar von den Damen:
der verstorbenen Frau Prof. Winter, von Frau Julie Salinger, Frau Therese
Prister und Fraulein Clcilie Tbplitz.
Zweck und Ziel: .
Der Hort stellt ein Tagesheim ilir Kinder im Alter von 3 bis 1- Jahren
dar. deren Eltern sich aus Mangel an Zeit ihren Kindern nicht widmen
ktnnen. Der Hort ist eine Institution der Fraternitas-Loge U.O.B.B.
Jiidische Vereinigung ,,Esra", E. V., Dresden
Niederwaldstr. 30; Fernsprech-Nr. 46853.
1. Vorsitzender: Marcus Kohn, Dresden-N., Kbnigstr. II.

t Reinhold Roscher
Kraftfahrzeugbedarf .Autobereifung
Dampfvulkanisier- und Protektier-Anstalt
Dresden-N. Leipziger Stralje 58 Ruf 57066


72
'" .-1
a..,.t i t -- A:.








2. Vorsitzender: Sally Saul, Dresden-A., Niederwaldstr. .30.
.-Die Veremigung wurde im Jahre 1922 gegrindet.
-Z w e c k und Ziel:
\Vohltjtigkeit. Pilege von Geselligkeit, Literaiur und Kunst.
Der Verein hat es sich angelegen sein lassen, bediirftigen. Juden ohne
Ansehen der Person, zum Tel mil grofieren Mitteln, zumeist ohne Ruck- .
zahlung zu helfen. Vereinsabende finden ieden Donnerstag statt. wobei zu-
meist ein Vortrag stattfindet. Es sprachen: Marcus Kohn u. a. uber: Die
u-d. Trag'din Rahel, Baruch Spinoza.
Jiidischer Jugendverein Dresden
(im Verband jiidischer Jugendvereine Deutschlands, Sitz Diisseldorf)
V'ereinslokal: MoritzstraPe I b. Fernsprech-Nr. 1I 90.
Vorsilz 1931:
Hertha Brann. A. I. Bankstr. 15: Fernsprech-Nr. 2180s2.
Dr. Ludwig Seligsberger. A. 2-. Kaitzerstr. 25: Fernsprech-Nr. 464 51.
SFred Stein. A. 16. Elsasserstr. 5; Fernsprech-Nr. 6105 11.i.
Der erweireric Vorstand umiaBlt 12 Mitglieder.
Der \'erein wurde gegriindet Im Januar 1919.
Zweck und Ziel:
Der \erein bezvneckt die geistige und kdrperliche Au Mitglieder. freundschatllichen Verkehr unterremander. FBrderung ihdischer
. Interessen und aller iugendlichen Ideale. Der Verein nimnit keinen religi-
Ssen oder politischen Parteistandpunkt ein. Fruhere Vorstdnde: Elsa
I Hirschel. Rechisanwalt Dr. Hirsch. Rechtsans\alt Bernh. Hirschel. Hans
Schlesinger, Dr. Horwitz. Alfred Feige. Kurt Hirschel. Dr. L. Seligsberger.
Un den Verein hat sich besonders auch Rabbiner Dr. A. Wolf verdient
gemacht.
,,Kameraden", Deutsch-jiidischer Wanderbund, Ortsgruppe Dresden
Ortsgruppenleitung: Peter Blachstein. Georg-BlihrstraBe -4.
Zweck und Ziel:
Erziehung der Jugend zu dcutsch-i[idischen Menschen im Sinne der
Jugendbehegung.
Machsike Thora
Bethaus und Religionsschulc. Cranachstrale 6.
Vorstand: H. Neumaier. S. Zigelnik. S. Karpf.
Zweck und Ziel:
Der Verem dient denim Zweck der Erteilung 'on Religionsunterricht.
Mendelssohn-Verein zu Dresden, E. V.
Geschlitlstelle: Gemeindedmt. Zeughausstr. 3, I; 9-11 Uhr.
Fernsprech-Nr. 14051 und 17887.
Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. Friedr. Wienskowitz:
Slellvertr. 'orsitzender: Rabbiner Prof. Dr. Winter.

neu Relfen J
Neugummierung .. I
Reparaluren IN.xl a G. -7 I
Rebam Grul.\ ostergraben 5-7
r. ,Replraluren
Dr e sden."lft, Anderungen
DIB-^ Tel. 517n3 Alumlnlum-Llter el


73

.- -,." .








\\'eitere Mirglieder des \orstandes-
Direktir A. Glauber. Oscar Lesser. Leop. Neu'tadt. Bankier Hans
Mattersdorfi.
Z\we c k urnd Ziel
Mitgliedern der hiesigen israelitischen Religionsgemeinde und beson-
der-. deren Kilidcrn. ausnahmsw.eise auch nichtorlsangehorigen lsraeliten.
im Beddarisialle die Mittel zurn selbstandigen beruilichen Fortkomnen zu
hieten. Dieser Zweck wird errcicht durch Ge\.ihrung \'on Schulgeld. Lehr-
Ield und Stipendien so'.ie durch Ab..chlulu vin Lehrvertrazen. wobei \or-
zu.gswtclse die Hcranbildunr, %on iiMandwerkern geidrdert vird. Ausnahmsln-
wei.,e gibt der 'erein auch Darlehen zum ge,.erblichen Fortkommen und
kann, ialls die Mittel des V'ereins es zestatten was gegenwirtig nicht
zuLriiit .uch Beloihnungen besonders herrorragender und verdiensl-
'n'llr Leistungen for Juden und Judentum ge,\hihren und andere kiiltur-
f6rdernde Bestrebungen unterstbtzen.
Mittelstandskiiche der jiidischen Gemeinde zu Dresden
Speisel,,kal: Riettchellstr. 13. 1. Btrn: Zeugihausstr. 3. I.
Fernrprech-Nr. 14-151 und 17S, 7. :
\'oritlzcnder: Erich Scha sira. Bernhardstr. 37.
Der Verein wurde am .1. September 1923 ;egrundet.
Zweck und Ziel
Gewahrung eines rituellen Mittagessens an Unbemittelte.
Reiehsbund jiidischer Frontsoldaten, E. V., Ortsgruppe Dresden
Gesclihitsstelle: Leo Cohn. Dresden-A. \Walpur.isstr. I-: Fernsprech-
Nr. 1,35 58.
I. VOrsitzender: R. A. Dr \Vienrskowitz.
2. \'orsitzernder: Herbert Treilel.
Sclhriitiuihrer. Le, C''-hn.
Kassirer: Richard Sel.wsk' .
Beisitzer: Apt, Eckstein. \\i!helm Schrimmer. .
Der Verein '..urde im Jahre 19210 erizrundet.
Zwe ck und Ziel:
Zusa:imensl liluB der itidischen Fronitsoldaten Deutscllarid. zur \Wah-
runl dlirer zemeincarnen iiteres.en. insbesrondere zur Ablehir caller An-
crii. ie die 3a eine terabsetzunig Ires \ aterl:indischrn XVerhaltens im
Krieie 'verilchlet sind.
Schomre ladas e. V., Dresden
Geschail r tell: Kiirfiirstenistr. 22. 1: Fernsprech-Nr 513 06.
I. \'rsitzender: M. Hau]smia n. Kurfuirstenstr. 22?. -
Stellierir. Vorsilzender. B. Lari ermanii. Gr. Bruderg.isse 23. 7 .
Ka.sieerer- A. Tiunczer. \\'allsr. 2.
Stellivtrtr Kasierer- I. H:iiimina n. \\eberea se 16.
Schr'itilhrer: Simon Karpi, Jakobsgasse 11.
BC3sitzende- L. Habermiii. nM. Kestin. N. Kratlciistein 1. Lnheit, M. Ra-
papolt. Cl. Rottenrstreich. i .. Scliiffinanni M. Schreier. M. Tisser.
Rabbiner. M Hnorowvt. i.Gr. Zw\ineerstr. 6. I.
Z .\eck und Ziel :
Der \erein dient dem Zweck, alle izdischen Angelegenheiten in ortii-
doxem Sinie zu ibrderni. nsbesondere elinen orthodoxen Gelehrten IRab-
birer oder Diaian'l anziutellen. rituelle Flelscliereien einzurichteni oder zu
beauisichtiien iild cii rituelles Bad zur Benutzun-g fur Olaubensgenu-ssen
zu sclhaien und zu ui'terhalten. Zur Erreichungi dieser Zuecke karin der I
\erein nuchi Grundsticke erwerben und dieJL gegeberieniall; wieder ver-

741 .



hs.. : ....- .-._. .. ,L








ullern. Der \ erein hat emi eigenes Grundst[ick, Ziegelstr. 5-1, erwv rben
und in sigenannten \\ilhelnisbade ein rituelles Bad eingericlitet.
Schwesternbund der Fraternitas-Loge
Dresden-A., Moritzstr I b.
Die Fernsprech-Nr. der jeweiligen Vorsitzendenr -460 17.
1. \orsitzende z. Zt. Frau Julie SaJinger-Biaun. Ba\reuther Str. 17.
2. \'rrstzende: Frau B. Ebstein.
S 1. Schriftiuhrerin: Frau Kite Salinger.
2. SchriltiLihrerii. Frau J. Barasch.
Bei-itzcndc- Frau \olf. Frau Isako'itz.
Der Schwiesternburid wurde im Jahre 1902 gegrtindet.
Zwv ec k ui nd Ziel:
Der Schwesternbund bezwvekt die sozialen und ethischen Bestrebungen
der Fraternitas-Loge zn unterstutzen und zu firdern. Er ist iuhrend bei
Aushau der Ferienkolonie judischer Kinder der Gemeinde gewesen. hat den
jldischecn Kinderhort eingerichtet und leitet ihn und bietet erwerbstbtigen
Madchen im Wiiiter Helnabende zir Unterlialung und Beleirung.
Tomche Nizrochim
Sporergasse 2.
1. Vorsizender: H. Neumaier.
". -\nrsitzenrder: J. Hollinder.
Kassierer: Zwecker.
Schriltiiihrer: Tisser.
Bethaus: Sporergasse ?. .Das Grundstuck ist Eigenturm des Vereins.)
Zwe ck u nd Ziel:
Abhaltung von Gottesdienst nach ortiodoxem Ritus und Unterstutzung
in Not geratener Miglieder.
Verein iiidischer IHindler und Angestellter, Dresden
Orlsgruppe des \erbandes ostiudi',cher t)rganisalioren Deutschlands,
Dresden. Frauenstr. 10. Fernsprech-Nr. 19855.
1. Vorsirzender: S. \o'gel.
S 2. \or.izender: H. Dym.
\Weitere Mitglieder des 'orstandes:
.1. Badner. C. Birnberg, M. Ellenberg. M. M euer. L. Gldckmann.
"S. Lipmanowi.tsz, Emil Rottens.treich. S. Ziiiner. A. Zimml ing.
Zv. eck und Ziel:
Der Xerein \ertritt die Intere.,en der :indler uiid Reienden gegen-
uber den Behorden iind Arhcituebern und dient .ul-crdenlll egersI itier
nIilte in un' erschuldeter Notlage.




Paul Luther Architekt und Baumeister,

KyffhiuserstraBe 33 vereidigter
t 6 Rf 3 6 Bausachverstindiger beim
Altmarkt 6 Ruf 31236 Amtsgericht Dresden
Amtsgericht Dresden
Grundstiicks- und Mietschiatzungen, Gutachten und
Beratung in alien Bau- und Grundstiickssachen
E rbauer des Ferienheims der Fraternitasloge Rochwitz

75



S. ... ... -
i [7.: ,, .... ; ; ',- ,. '*-* li








Verein jiidischer Handwerker Dresden und Umgebung
Fernsprech-Nr. der Geschaftlstelle und des I. Vorsitzenden: 15542.
1. Vorsitzender: S. Schneider, Dresden-A., Racknitzstr. I.
Elektrotechn. Installationsbiro und Olaserwerkstitte.
2. Vorsitzender: L. Feuerniann.
Schriiiihbrer: D. Pasternak.
Kassierer: J. Nachum.
Der Verein wurde iii Jahre 1920 gcgrundet.
Zweck und Ziel:
Der Verein bezweckt, unbeschadet der in den Innungen gebotenen
Organisatiojn. die Forderung des Handv. erks unter den Juden.
Vereinigung fiir das liberal Judentum, Ortsgruppe Dresden
Anschriit: FurstenstraBe 2; Fernsprech-Nr. b1392.
1. Vorsitzender: Nathan Friedmann. FiirstenstraBe 2.
2. Vorsitzender: Rabbiner Dr. Woli.
Ka'.sierer: Walter Meyer.
I. Schriittuhrerin: Frau Elsa nirschel.
2. Schriftiuhrer: Egon Feuertein.
\\eitere Mitglieder des \'orstandes:
Rudolf Apt. Dr. Richard Elb. Dr. Leo Fantl, Max Lesser, Frau Herta
Mattersdorii. Rechltanw\alt Salinger. Direktoir Erich Schapira, Her-
bert Treitel.
Die Orlsgruppe \wurde ini Jahre 1924 gegrhndet. V 1n 1924 an war
Rechtsanwalt Salinger erster \orsitzender. Neugriindung: 1931.
Zweck und Ziel:
Die liberal gesinnten Mitglieder der Gemeinde zu gemeinsamer Arbeit
zusammenzufassen. und iur Ausbreitung der liberalen Idee zu sorgen.
Sliitzung der liberalen Fraktion des Gemeinderats.
Zionistische Ortsgruppe, Dresden
Geschaitsstelle: Palingarten. Pillnitzer Str.. Fernsprech-Nr. 117(11.
1. Vorsitzender: Otto Lehmann.
2. Vorsitzender: Carl Bochner.
Schrihiuhrerin: Frau Sternlieb.


Zweck und Ziel:
Siehe besonderen Artikel.


Igende Vereine haben sich aul Veranlassung ihres Vorsitzenden,
SSchornstein, von der Aufnahme im ,,Jiidischen Jahrbuch" aus-
geschlossen:
Judische Volkspartei.
Krankenhilisverein Mischenes Chaulim.
Misrachi-Ortsgruppe.
Misrachi-Jugendgemeinschait.


Mdbelfabrik
Ladenbau
Gegr. 1869


ARTHUR JAHNICHEN
DRESDEN PLAUEN
HOFMOHLENSTRASSE 39/41
MOBELAUSSTELLUNG


Innenausbau
Bautischlerei
Ruf 40810


S-- .~-.... .~-. .~ **. .~ :4A&


Fol
S Dr












It
II







c..
;r P...._ ,, .. .,:


"?











Io.'


It
irE1


Architektur-Buro Dipl.-Ing. Schulze & Pfau
Dresden-A, GelsingstraBe 18 Fernsprecher 31869
SPlanungen fir Villenund Wohnhiuser Speziali t'it: Industrie-Anlagen
Gesamtbauausfiihrung jeder Art

GEORG GROSS
SDresden-A 1, Struve-Strabe 15 1Bta
Fernsprecher 19662 OF 1370
Krafffahrzeugbedarf I
Auto-Bereifung Lastwagen-
Bereifung Kraffrad-Bereifung
Luftdienst
SBetriebsstoffe und Oele O/C'gas ase
Kraftfahrzeug- Zubehor S
Kraftfahrzeug-Ersatzteile
Reifen Reparatur

- Auto-Licht AUTO-REIFEN
Inhaber: Hugo Schadewilz
WI LH E LM
Dresden Leipziger Straile 8 HCH
Fernsprecher 50352 GegrUndel 1919 HEINRICH
BEUCHEL
Wir finden auf unserer neuesten DESDENTA.
Allen-PrUfanlage jede Strung HUMBOLDTISRASSE6,FERNRUFIi
SLieferani fur Reichs-, Slaas- u. St.adbeharden MOTOREN EL
G. G nsige Einfahrt auch ftr Lasnrzge

'I

.. -


Autobeleuchfung Autobereifung
Aufziige jeder
uto-Batterien Betriebsart u. Grofie
Lieferung, Reparatur i e fe rt
Grofladestation Ernst Neumann
_ DRESDEN-A 19
Varta- Dienst Wormser Stra3e 60
Dresden-A, Stephanienstr. 22 T e I e f o n 3 2 Sl
Rul 60660 Reparatur, Revision,Wartung

Lipirin-Tabletten bei Grippe
und Katarrh der oberen Luftwege, Neuralgie,
Rheumatismus, Gicht, Kopfschmerzen
Hersteller: Lindners Apotheke, Dresden, Prager StraBe 14
Erhiltlich in alien Apotheken 20 Tabletten RM 1,25






Autobereifung Autofohrschulen Autokarosserien Autolackierereien
S Autoreifen -Moforrad ResenluH Elaslic
utoreitien liefern wir somlliche Fabrikate
Grolb-Vulkanisieranstalt mit den modernslen Apparalen Iur Reparaturen
und Neuprolekfionen bis zum grolen Riesenlufreifen
ADu ab l Autobedarf-G. m. b. H., Dresden-A 1
D ra be MathildenstraBe 15 Fernsprecher 19256

Karosserie- und Wagenbau

Auto-Fahrschule H. & R. Brickner
Erich Maler Am Zwingerleich2, Dresden-A 24
im Marsiallgebaude, Hol 1. Tlr r. Feldschli6Bchenstrafe 30
Rut 14 601, bildel Damen, Herren Fernsprenher 42546
u. Berufstahrer aut neueslen Wa-
gen u.an beslen Modellen zu ma8i-
gen Preisen oriindlich aus. Unver- Dresden-A 16
bindliche Besichliounqen 8-17 Uhr Pfolenhauerstrafle 56
Fernsprecher 61180

Walther Dottermusch Wagenbaumeister
Werkstatten flir Karosserie- und Wagenbau Eigene Sattlerei
Neuanfertigung Reparaturen DRESDEN-A, Oberseergasse 8
Fernsprecher 17369


MORITZ FIEDLER


I DRESDEN-At
CII~ Al rr Igrrrl ~nP


S p e z i a I we r k s ta t f f ur r I LIEK) IKA)) EI:
Karosseriebau Autorader FERNSPRECHER 28309
sowie Uminderungen und Reparaturen jeder Art lachm;nnisch und preiswert

Reinhold Kohler
Spezialwerkstatt fur Karosserie u.Wagenbau
Dresden-N 23 Leipziger StraBe 50 Fernruf 50738


Ernst Kiessling
Dresden-N., ForstereistraBe 36
Fernsprecher: 57760
Erslklassige Spezialwerksillle
f i r n eu z e i t l i c h e
Aulolackierungen
im Hand- und Sprilzverlahren
Reklamebeschriftung aller Art


Erste
Auto Spritz-
lackiererei
Spritz- und Oellack
Reparaluren schnellslens.
Lackierungen v. Ilassen-
arlikeln jeder Art. *
Hugo Laveatz
Dresden-A, Rosenstr.86
i e I e I o n 11869










4i-




Ii'


Paul Doermus Schmiedemeister
Paul Dottermusch iir Auto und Anhanger
Autofederreparatur
Dresden-A I Terrassenufer 20 Telephon 18586


Spezialwerkstatt

f Chevrolet


Oldsmobile

Auto-Reparatur und Handlung Buick

Eichler & H hme Chrsler
Dresden-A Werderstrale 17 Chrysler
Bereilschaft 8-19 Sonnlags 9-12 Ruf 401 92

IRu 14883 Autos, Motorrad=Reparatur, Wagen
pflege, Betriebsstoffe, Oele, Reifen
Hertzsch Nachf.
Inh. Obering. Gustav Zudnik DresdensAl, Zirkusslr. 45, Ecke Pillnitzerstr.

Reservierl filr Firma: K. H K ELLER


SEILERGASSE 2


Curt Mahler G.m.b.H.
Dresden.N 6, ForstereistraBe 18 nreer 51566
Fernsprecher 51566
Mietautos fOr Hochzeiten, Spazierfahrten, Uberlandfahrten auch in das
AuLsland. GroBe und kleine Kraftdroschken. Reparaturwerkstatt


B:
O
a
F.
Y
;i
""



E;i
E
,
r
LP
?....


r,
! .
U


i
*ii
t`~
il~
K'
s


AUTrolacKIVrerelen Aurorepararuren


Arthur Kiippers, Dresden
Leipziger Strafe 8, Fernspredier 57726
Aurolatkiererei. Sdiriftmalerei, Motorrad- und Fahrrad-
Emaillierung, Mbbelladiierreei, Sandstrah1geblase. Spritzanlage


Autonobil -Reparaturwerkstatt
Hugo Budde und Richard Schob
Dresden-A 24, LindenaustraBe 34, Fernruf 45710
Reparaturen a e r Systeme


79 .


k~.-: :~-i: ~


'
f

a
:."r







e ,.***** Generalvertretung
*I,,. EMIL ROTHMANN
I Dresden-LSbtau Grobelstr.20 Tel. 10566
Ses**e ..* Reparaturwerkstatt slmtlich. System

Solide Hld I ichmflniische Aulo- und Zugmaschinen-epadlrlur
SAMMLER & Co., DRESDEN-A. 28
Am WeiBeritzmiihlgraben 6. Einfahri Sebenlehner Strale tvor der Nossener Bruchke
Elgene Ladestation Autogene SchwelBerel Olhag-Tank Fernsprecher 17358


Ford Essex Fordson
sowie Wagen caller Sysleme
repariert fachmannisch und preiswert

Autowerkstatt Wilhelm Schreiber
Dresden-A. Freiberger Sir.35 Ruf 12233

K sr a,,ejjsuanuenq'9Ng N-u'Psejq _
Kurt Krause pSqjnM s,nJiajs s
Dresden \ *|l|suein soS u! ,4a6 -
Tittmannstra(e2 'pleq uepunsag np ISIiMV :tu njg
mann *uuoMsuaqa-I anu uaqe6
Fernsprecher 3188" 'auuosuaqoH 'e6esseP pun
'LuJO Japaf u! jduwpe pun p!- (
Autoklempnerei Autofedern 'uLoua zue6 pua>lqM!9!a pU!s s
S'6eu uaqa] uwe 4Ip! a!P UUaM L
V'ertrieb und Linbau '5eld e lunaq Lp!p uuaM japo
der Meiller-Kipper '4seq addug np UUsM japo
'se-l jnz tLp!Ma' ulap jip PilM -

Spezialwerkstitte fiir Zylinder-
und Kurbelwellen Schleiferei
EMIL LEPPLE DRESDEN-A.
AmmonstraBe 31 Fernsprecher Nr. 10619

FABRIKATION NEUER GUSS-,
Schnellste Bedienung K. S., ALUSIL- UND
Solide Preise NELSON-LEICHTMETALLKOLBEN

80






aauneaarj aaunescmage oaugescnajre


- Anker-Klammern Bolzen
Aschegrubenabdeckungen
Autogene Anlagen Auto-'
anhanger Neu- u. Limbau
l assivreifenpresse
Reifenverkauf
FRANZ SCHONE
Dresden-A.5.Gamibrinusstr. 14
Fernsprec her 26992

Max Eichler

Hoch- Tie- Beton-

Eisenbeton-Bau
Dresden-N. 30
Lommabscher Sfr.31 '33
Rui: 55979

R.Joh.Fleck
Baugeschaft
Dresden-A 1 Ruf 26450
Biro: Burgerwviese 22
Ausf hrung ron Erd-, Jylaure.r- und
Zimmrer-Arbeiten / Entua.iserung.s-
Anlagmn HerSejllunq und Repararur
sadmilchke Feuerungs.-Anlagi. n / Aus-
fuhrun caller M.Ialerarbepien,'Gernsrbau
Spez. I lo]',rung qeqen Gmundua.sir


Leitergerii
SAusfiihrui
Umbauten u

R. Schwertne
DRESDEN, Konkor


R.-r


Hei-, Gmautei Hausalgutl
sowie sgimtl. Maurer- u. Zimmerer-
arbeiten Entwlsserungsanlagen -
Einmauerung v. Dampfkesseln, sow.
allen Industrie-Feuerungsanlagen. Repa-
raturen von Dampfschornsteinen mit
Special Geristen.
Piul E nr Fritz-Reuter-Str. 15
ll lE10l Fernsprecher 51055


Kurt Linke
Hoch- und Tietlau, Eisenbelon
Dresden-A 27, Hohe StraBe 85
Fernsprecher 42778
Ausfiihrung von Erd-, Maurer-
Zimmerer- u. Eisenbetonarbeiten
bei Neu- und Umbauten


iste aller Art
ng aller Neu-,
i. Reparaturen

r, Baugeschaft
ldienstr. 22 Fernruf 57527


Ernst Petzsche
Baubeschlige-Fabrik
Kunstgewerbliche Arbeiten
Dresden Blase witz
JiOngststraBe 15
Gegr. 1880 Tel. 31701


's~








vi






_j


I I


;*1
s

i*

i
.;I
;








Max Herrmann, Baugeschdift .. .
Max~ Herrmann. Baugeschaft Leiter- u. Stangengeritwban
DRESDEN, Birgerstr. 59 Maurer- und Zimmerarbeiten
Wohnung: Moltkestr. 15 Hausabputz Neu- und Umbauten
Haus- und Hofentwiisserung
Fernsprecher: 50005 fachgermal und presiwerr

MORITZ LOHSE Walter Thalheim
Baugeschaft u. Gerustbau Baugeschift
DRESDEN-A. 1 Dresden-A. 5
Fischhofplat 14b Ruf 29529 Liibtauer Str. 7


-


F Fernruf Nr. 27110 '
Neu- und Umbaulen. Enl-
Neu- und Umbaulen wa.uerungsanlaien, Hoch-
und Tierbau -' ,'
Bautischlerei Fenster Einauerung von Dampi-
Tijren Ladeneinrich- kesseln sowie Neuanlagen -
tungen Hausabput und Repaaturen von du-
a u trieellenFnuerungsunla.-on
sowie Reparaturen Reparaturen aller Art

MaxWiefner, Dresden-A5, Gambrinusstr.15
SFernruf 27785
1 1 Wohnhaus- und Geschaftsneubauten
Ii Umbauten vorh. Raume, Reparaturen

BAUGESCHXFT
WALTER VENUS
SHOCH- UND TIEFBAU
INDUSTRIE-, ::
GESCHAFTS- UND
P- WOHNHAUSBAU
DRESDEN-A 19
EILENBURGER STRASSE 17
FERNSPRECHER 31695

PHILIPP WUNDERLICH
Biiro fiir Architektur und Bauausfiihrungen

Inh. Fritz Sterneck
Architekt und Baumeister

Dresden-A., AnnenstraBe 42
Fernsprecher 21020

82.,









= 'Baumeister Gebriider Heinrich
Hoch- und Tiefbauunternehmung
Teleo n 22 112 Dresden-A '28 \allwitzstr. 14


Adolf Feistel (B.D.W.)
B6cher-Revisor Steuer-Beraler
Treuhand Verwaltungs Bi0ro
Drsden Grunaer Sir. 3

Neu-Einrichfung. Buchhaltgs.-
Abonnements fOr Handel, Ge-
werbe, Industrie Liquidationen
Vergl.-Verf. Grundst.-Verw.


Max Buichner
von der Handelskammer Dresden
vereidigfer Biicherrevisor
Vom Landgerich und Amisgericht
Dresden vereidigter Sachver-
standiger flr kaulmannisches Buch-
und Rechnungswesen
Dresden-A 1, Pillnitzer StraFe 67 + Fernruf 61605


Paul Herrmann
Dresden-A16, Stephanienstr.48
Fernsprecher 60789


25 jhrige Praxi
u. Amtsgericht [
Sachverstindige
Banken, Aktien
Ges. m. b H., u

Geschiftsfihrer und R
Syndikaten und Kartel


s, fir das Land-


Jresden beeidigt. Sacnversianadger v..D.
r. Specialist flir Wirtschafls- u. Sleuerberater. "
- Gesellschaften, Dresden-N.
sw. Dresden-N. 6
KonigsbrUcker 5traise 64
evisor von Tel. 55931 u. 71254
lien

83

,," :- .. .... .. ... ...,.... ,,:. -.. ,


Erich Bohme
Bucherrevisor u. Treuhander
(B. d. B. D.)
Sachverstandiger fir kaufm.
Buch- und Rechnungswesen
Spezialist fur Steuersachen
Zugelassen v. Landeslinanzamt
SDresden-A 16, Borsbergstr. 10
Fernrut 61980


Maximilian Gey
Von der Induslrie- u. Handels-
kammer zu Dresden 6ffentl.
bestellter und vereidigler
f i 1 i.. _I' iI r' D






BOcherrevisoren Dachdecker

Friedrich Heller Johannes Jacobsen
Von der Indusirie- und
\ Von der Handelskammer Dresden Handelskammer Dresden
\ereIdigter, oifnllich bestellter 6ffenllich angeslellterund
Blucherrevisor vereidigler B0cherrevisor.
Vom Landgericht Dresden ver- Sachverstlndiger flr Steuersachen
eidigter Sachveristndiger fur
kaulmannischis Bucher- und Dresden-A 16
Rechnungiswesen
Treu wander Stresemann Platz 4
Fernsprecher65081
Dresden-A. 20, Lockwitzer Str. 26 la Referenzen
Fernrprechur 42496i


Georg Rusch
Von der Indusfrie- u
offentlich besfellfer
V.D.B. Treuhander ur
in Steuerangelegenh
Dresden

Buro: Dresden-A Saxonia:



Albert Rosick
Steuerinspektor a.D.
BUcherrevisor
Irohcrer aminlicher Huchprioer
Dresden-N. 6
AsterstraBe 3, 2 Fernspr. 5"201
rildnau(fiellung und -prulung, Budi-
ieil.Ionen, 'teuerbleraung \bmdcrel-
bung.- und Bewertunumfragen, \ddi-
prlfung son Budiprufungsberlchten.
GrandunFcn.

Paul HanschmIann D
Dresden-A 16, Plolenhauerst
Ausfiihrung simtlicher Dacharbei
Anschlige kostei

Alwin HISnsch
gepriifter Schiefer-.und Ziegeldeckermeister


isfUhrung in Schiefer, Ziei


-4

nd Handelskammer zu Dresden
und vereidigler BGcherrevisor.
nd Wirischaftsberater. Spezialisi
eilen. Gegrundet 1910


strafe S' Ruf 18159




Schmidt & Co.

Dresden-A 1
Waisenhausslrafle3
ernsprecher 11461

Buchfiihrung, Sleuersachen,
Inkasso, Bilanzpriifung,
Treuhandschafl

)achdeckermeister
r. 80, Fernruf 61560
ten unter Garantie
nlos


Dresden-N
Oppellstr. 25, Fernruf 55644

gel, Ruberoid usw.


Au

84


t








Dacharbeiten
in jeder Ausf ihrung

S Hermann Grun
SDachdeckermeister
S Dresden-A.
Annenstra be 43
S Fe rn s p r e c h e r 14'534


Dachdecker-Arbeiten
Sfihrt aus
e Erich KUihnhold
Dachdeckermeister
Dresden-N 6
Glacisstraae 44 Telefon 51228


S Solide Dacharbei

Heinridi Miiller
Dachdeckermeister

Stets zuverlissig und
preiswiirdig in
Erledigung von
SDachdeckerarbeiten

Fritz Oertelt
Dachdeckermeister
Dresden -A
Hindenburgstr. 10 Telefon 62939

JULIUS I
Dachdeckungen Asph,
DRESDEN-A BEI
Gegriindet 1874


Franz Horn
Dachdeckermeister
Dachdeckerei- und
Asphaligeschdft
Isolierungs- und Grund-
wasserdich ungsarbeiten
Dresden-A24,LeubnilzerStr.3
Fernsprecher 439/7
Ausfiihrung aller Art Dachar-
beiten Reparaturen Essenbau
Gegriindet 1888

RUdlll Nessel, nacheckermeisler
DRESDEN-A. 16
Holbeinstrafe 41 Fernsprecher 60170
Ausfiihrung von Neubauten in
Schiefer, Ziegel, Dachpappe
und Umdeckungen derselben
Reparafuren aller ins Fach einschlagenden
Arbeiten unfer Zusicherung gewissenhafter
Ausfjhrung und billigsler Berechnung

ten Telefon 40805

DRESDEN-A 27
Klingenbergerstrafie 13

Paul Seidel
Dachdeckermeister
Dresden-N
Leisniger StraBe 8
Fernsprecher: 53293
empfiehlt sich zur Ausflihrung
aller Dachdeckerarbeilen
in Schiefer-, Ziegel- u. Pappdachern


tEINSCH
altierungen Isolierungen
LINER STRASSE 30
Ruf 28985


*,I
-* .i. ; a







Schiefers und Ziegeldeckermeister
Ssaatl. gepr, ffer Blitzableiterleger und Prbler '

WALTER OTTO
Dresden-N 6 Hechtstraie 8
SFernsprecher Nr. 56575
Ausfthrung simtiicher Dacharbeiten in Schiefer, Ziegel und Holz-
zement Essenbau und Putz Verlegen und PrOfen samllicher
Blilzableiler -Anlagen


&c s SiiMbSte, dacdeckeu& eiste JMA. Stai ec
Fachmdnnische, slide und preiswerte Ausfithrung miller Arten
Dochorbeifen Kostenanschlge und Beratung kostenlos
SScesdent-A I, iEiewnasse 2, wecunspcechec 28694


Richard J. Weekend Ausiuhrung .amtilcher Dacharbeiien in
Dachdeckermeister Scimeier, Ziegel, Pappe usw. GroBte
SL-istungsi ahigkit Aufbau und Abpuiz
Dresden-A. 27 on Schornsieinen-Gerusibau Sulidesle
SRuf 46639 ZwickauerStrafe 126 Austuhrung n,,t langiihriger Gar ntrne


Dacharbeiten fihrt aus P. Georg WUnsche
D a c h d e c k e r m e i s I e r
Kontor: Dresden-N, Windmihlenstr. 15b' I
Wohnung: Dresden A, SchieBgasse 5
Telefon 51162



Schornsteinbau

S Dampfkesseleinmauerung
S Uberhilzer Ekonomiser Backofenmauerung .


I Technisches Biiro Vogel & Kohler
Dresden-N 23 Grossenhainer Strafe 127
Fernsprecher 55859

86






ilektrische Antagen


M,,a. Karl Pohlmann
arbeiten DEKORATIONSMALEREI
Slap' DRESDEN-A 21
eane sg e MAYSTRASSE 17
^e, FERNSPRECHER 38384

Schornsteinbau
Kesseleinmauerung
Reparaturen H E Herm.la e
Technisches Biiro
Alle
Georg Miuller Nachf. Malerarbellen
Dresden-N 23
Dippelsdorfer StraBe 8 solid und preiswert
Fernsprecher 51934 RuI 62594 Dresden-A, Tlzberg 3 u. 5

D RA HTS E I LE Schellenberg K.G.
Dresden
Teer- und Weistricke D erSra67
_Dohnaer Strae 67


Walther GlIss El kti,,ch
Dresden 29 Licht-u.Kraftanlagen
Gottfried- Keller StrafJe 22
Fernspreher 11753 Feuermelde- und
Dredhslerei, Holbearbeilung Sicherheits-Anlagen
Anferlirnng von kunsi- Richard Kindler
gewerblidcen Gegensliinden
caller Art. Teile fir Bau und Dresden-A
Alel. E e m e Stephanienstrai e 22
Alriel. Eigene moderne Rul 60660
Sprilzonltae


Elektrische Anlagen jeder Art und Grobe
Lichlreklame Reparaturen Hausgerate
Sfuhrt sachgemaLb und billigst aus
Walter Braunstein, Dresden-A 1 .2,',,, 2, ,

87
" '-'a'e'z-L.. .^.-L:-^L^ ^.. .,, *.. _- .: ;-- 3 ...... *. ,' -..* -.:-.... L' i


r






Elektrische Anlagen Fensterreinigung Feuerungstechnik Fuhrgeschafte


= Elektr;sche Licht-, Kraff- und Hochspan-
I INGENIEUR nungs-Anlagen sowie Einanker -Um-
I'5 T '^,,l former-Anlagen, Reklame-Beleuchlungen |
'.-..Verkaulsstelle der Philips-Osram-Neon- =
.' L -:. Leuchlrohren
= Blit3schuJ- und Schwachstrom-Anlagen
I DRESDEN-A. 1, ALBRECHTSTRASSE 15, FERNRUF 24926 I


Elektrische

SAnlagen soens ter biten,
Ruf61870 fohrt aus SCHIaEE
nbetzeniO
W alher Seifert F.
i e r .33
Dresden 16, Slephanienstrafe 40 R' e" c'
Ladengeschiftf: Striesener Sfr.39

FenSilerining Franz Melzer
t lDresden-N, Kanigsbrickerstr. 117
empfiehlt sich zur Reinigung von Fenstern u.Parkett
GerRidlrthc ercld. Sachd errtandlger 1. Stdornlrelnbau
Robert Born und reuerunasanlacen beim .mlsgeridir Dreiden
DRESDEN-A 16 GerokstraBe 51 Ruf 01035
Biiro fiir Feuerungstechnik Neuanlagen und Reparaturen
\,asch- u. Kod~kessel, Rauhdirei- u. K.hlanlagen, Bad- u. M'affelbadolen, Trocken-. Sdirwel-c
u. Glihofen, Sdiornsteinbau, -Reparaiuren u. Umlegungsarbeiren, Dampfke-eselelnmauerunpen

RICHARD CLASS
DRESDEN-ALTRACKNITZ 17
Fuhrgeschlft + Mobeltransport + Holz- und Kohlenhandlung
Lastkraftwagen-Befrieb Ausfuhrung aller Lasl-,
Landauer- und Omnibus-Fuhren 4 An- und Abluhr
von Schutl, Asche, Ausschachtung, Sand, Kies usw.
Ein- und Zwe;spanner zu leader Zeit Garlenkies
Fernsprecher: Kohlen, BrikeHls, Koks Guler-An- und Abfuhr
41 265 und 42852 von und nach der Bahn Prompteste Bedienung!

88

..... ... .... ..... .. .. ..... ..e.*. ... -,






Heizungsanlagen


FI GARO
der exquisite Frisiersalon Dresdens
Prager Strafe 22
Telephone 12211
Gesamtleilung Fr. Else Wagner
(frLher Pragerstrafee 56)
Leitung der Verkaufsabfeilung
Herr Herbert Gebauer
Dauerwellen System Eug6ne Paris
Spezial- Fuflpflege Ableilung
Alle Toilettenarlikel

Glaserarbeiten
jeder Art fir Neu- und Um-
bauten sowie Reparaturen

Johannes Hempel
DRESDEN-N6
MarkgrafenstraBe 22
Telefon 55210

Zur Ausfiihrung von Heizungs-,
Kalt- u. Warmwasseranlagen,
Gasleitungen, sanitllren Ein-
richtungen aller Art, Repara-
turen empfiehlt sich
Rudolf Bittner
Inilallatioansgeihd dEr triheren firma W. Marlins hidiil.
SDresden-A.
Dachgasse 1 Fernruf 17788
Projekte and Anubote ko renIlos BIe l nEmptehhngen


Reserviert fur

Gartengestaltung
Otto Wilh.Stein
Dresden-Loschwitz
Pillnitzer Landsirale 20



GRAVIERUNGEN
aller Art
in (ualitit
Spez. Zigarettenstempel
P. Jhs. Wolf
DRESDEN-A.I
Breite Str. 4


Zentralheizungen
Warmwasserbereitungs-, Koch-
und Trocken-Anlagen.
Heinrich & Schuppan
Dresden=A Sachsenplatz I
Fernsprecher 21774
Korrosionsfreie Warmwasser-,
Niederdruckdampf-und Nieder-
druckheilfdamp[-Kessel


IF I I 1, il I I I Ill Iit ,


Zentralheizungen, Erweiterung.,
Reparaturen fiihrt preiswert aus

KARL GROSCHE
Dresden-A.
MosenstraBe 21
T e I e f o n 33084


.4


89








Walter Hlrzbecker
Heizung Gas Wasser Dresden-A. 16
Sanitire Anlagen u. Kur-Apparate PrinzenstraBe 4


Heizung Luffung

Sanitare Anlagen

W. Heiser & Co.
Gegr;ndet 1870 G M H
Tel. 63347,48 Dresden A 16 Haydnstr. 9

1k Willv Hofrichter, Ingenieur
ily HoriWter, Inerkstiitten f.Zentralheizungs-,
DRESDEN-.. 24
Otibhlundstr. 40 Masserleitungs-. Gas- und
F e r n p r c. c h e r : 42 93:3 3Warm*wasserbereitungsanlagen

Albert Claufi Telfon 1680 Kurt Minch
gepr. Klearpperm.ister u In.lallaleur Dre den A 28
Bauklempnerei und
Baui ud Siebenlehner Str. 2
Installationsgeschalft
Musterausstellung sanitarer Einrich- Beleuchtungsk6rper
tungen Bade- und Klosett-Anlagenht
Gas- und Wasser Anlagen Alle Osram-Verkaufsstelle
Reparaturen prompt und solid ___
DRE SDEN A Ausfuhrung samtl.elektr.Anlagen
LindenaustraBe 7 Fernsprech 45e2 Radioarfikel Accu-Ladestation

John Schridter & Sohn anzen
Ratten
Ungez efervertilgun g Schaben
sowie alles Ungeziefer
Dresden-A. beseitigt zur vollsten
Kaulbachstraie 8 Ruf 27002 Zulriedenheit
Gepr. Innungskammerjager
Spez.: Blausiuredurchgasungen h
ganzer Geblude W alther &-Sohn
I achmannl., he Beratung Gepr. 18q8 Dresden-A. 1, Gr. Plauensche Sir. 2
\ereldlgter 'La'dicrstandlger ben Anmrs- und -
Lmindgerrdl Dresden Ruf 1150-1

90
. .' .









0,



<'.-
^I


Helmut Dehner
(frOher A. Gleditzsch)
gepr. Klempner- und Intallateurmeister
Dresden-A, Lindenaustr. 12
Fernru f 40596


Sanitare Anlagen Bauklempnerei
Gas-, Wasser-, Bade- u. Klosetteinrichfungen
Kostenanschldge bereiwilligst
Reparaturen prompt
Haus- u. KOchengerdte preiswert u. 60 o Robatt


Jalousien Rolladen Markisern -
- Neuanfertigung Reparatur -Werkstatt
Anstrich alter Jalousien, besonders bei Hausabputz
Gegr. 1901 Telelon 55090 Gegr. 1901
Hans Honold, Dresden N 6, Kanigstrabe 7

Karosserie-Werksfiffen Fabrikation von besseren
K_ Kartonnagen fur die
resamte Schokoladen-,
|KN E C H T Seifen- u. Parfiimbranche
Special. Ostertiiten
Sattlerei Klempnerei Schlosserei W 1 Luxus-Kartonnagen
Autog. SchweiFlerei. Autoscheiben M
Ruf18646 W illy Reichel
Free Abholung und ZusIellun g dPI WUns Karlonnagenfabrik
DRESDEN-A., Pillnitier Str. 48-50 Dresden A 27 K n;enbegr Strae /5
resden A Telefon 47666

Versand- Kartonnagen aller Art
Hut Versand Kartons
liefert prompt und preiswert
Deulsche Prelcartonnage n-Industrie G. m.b. H.
Dresden- A 16, BlumnenstraBe 54

Max Becher Hermann Beer
Kistenfabrik fOr Post-, Kistenfabrik
Bahn- und Seeverkehr und
0 Kasten u. Regale bis zu Holzb
d.feinstenAusf0hrungen Holzbearbeitung
I Anfertigung ganzer
Lagereinrichtungen
Dresden N 15, Jagerpark Tatzberg 4
Ruf 54717 Fernsprecher 61919

Neuber & Eimert
K.istenfarik Spezialitit: Export-, Bahn- und Postkisten
listlelDfk prompie Lieferung zu billigsren Tagespreisen

Ruf 54-52 Dresden-N 23 MoritzburgerstraBe 59


191
i : ."






Klempnereien Klischees

Erbstosser & Haubert
Dresden-A 28, HerbertsiraBe 19, FernruL 22616
Bauklempnerei Kalt- und Warmvasserversorgung
Sanitiire Anlagen Metallbuchstaben


"'


Gebriider Forster
Klempnermeister
DRESDEN-A1, Pillnitzer Sir. 12
U. Holbeinstr. 97 Fein.prder Nr 7600
Bau-Klempnerei in Zink und
Kupfer Installation fiir Kalt-
u. Warmwasser Gas-Anlagen
Schwemmkanalisation. Gesund,
heitstechn. Anlagen aller Art
Auskiinfte und Kostenanschlige
bereitwilligst und kostenlos


W ILLIAM L.HAUPT KLEMPNERMEISTER
WIL IAM L.HA T UND INS-TALLATEUR
emplleht sich zur Ausafhrung van modernen Bade-, Wasch- und Klosell-
Emnrchungen. Gas-, Warm- und Kaltwasser- Antagen, Bauarbeiten in Zink
und Kupler, Kanalisalionen und allen einschlagigen Reparaluren
G E G R UN D E T a186
Dresden-A 24, SchnorrstraBe 28, Fernruf Nr. 43585


Bau-Klempnerei Installation Sanitare Anlagen Heinrich
Metalldruckerei und Schweiferei Apparatebau
Hoeltzel
Wohnung: Hechtstratfe 119 Fernruf 56622
Werkstalf: Kbnigsbrocker StraFe 10 Fernruf 56629 Dresden-N. 6


Oskar Vent Bauklempnerel
Sanitire Anlag., Gas-, Bade- u. Klosettanlag., Reparaturen
DRESDEN-A Biirgerwiese 3 Fernsprecher 13804
Kostenanschlage bereitwilligst


II

2 i
* ":. L ..... '- l- *...... .:':., ._,. ,;>t-'*L_ .' .ae.if


92






Klischees Klubmobel Maler

M. E. ENGELHARDT
GRAPHISCHE KUNSTANSTALT


I

PHOTOGRAF
AUTOTYPIEN
1 ie -fessele ic
Durdi
In dad-slbe gehurt
Ohren- od
Ganz bedeutende
Sties in
ner he
Malerc
WFohnungen, Ha
SBruno Bo


WALTHE

MALEREIBE


Reserve






Illalel
geschmackvc

Ha
Dekor
Dresden-A I
Fernsprecher N


: .


SDRESDEN-A19, SPENERSTR.17
RUF 30741
'HIEN RETUSCHEN ZEICHNUNGEN ENTWURFE
-STRICHATZUNGEN.HOLZSCHNITTE.GALVANOS
i meinen MNann
ein gcmiitlidie Helm. Polsterserkstltten
cin gedlecner, di..n.-r Kurt Sdiiopler
er Klubsessel C.rloCei Lager in Kiub- und Polsterm.beln
Preiserminiigung!!!! Dresden-N
proer \uiuahl in elge- Iluf 54'2"1 Gehestralle 1'
rkstarrt ng lerrlpt.
krbeitenl jeder Art uerden gut und preiswert aus-
Igefihrl, insbesondere Vorrichlung von
usabputze in Kalk, 01 und wetterbestindigen Mineralfarben.
enisch, Malermeisler, Dresden-A
Ferdinandstrajfe 17 Fernsprecher 15687

R FISCHER
DRESDEN-N 6
TRIEB
HECHTSTRASSE 23
FERNSPRECHER Nr. 50083

rt fuir
Alfred Freund, Dresden-N
Konkordienstrafie 7


-Ma erei -Werkstatten
EMIL HERRMANN
Malermeister
Krenkelstr. 8 Fernruf 35974

Moderne Raumstimmungen
Lackierungen Anstriche
Schriften


rarbeiten
ll, solid und billigst

Ins Grofl
ationsmaler
* Reitbahnstraie 2'
r. 12733






Snmlater -mPaiscnneiaerelen '-

MValerarbeiten Erich Noack Malermeister
Fassadenanstriche, Treppenhiuser, Dresden-A. 19
tapezieren von Zimmern usw. fiihrt A I t s t r i e se n 23 .
gut und preiswert aus Fachmannische Beratung kostenlos!


JULIUS SCHULTZ Fernruf 21070
HOF-DEKORATIONSMALER
Gegrundet 1869 DRESDEN-A., Ammonstr. 58



Otto StIimpel Dresden-A 1
Dekorationsmaler
AlbrechtstraIfe 37
Ruf 17927 Gegriindet 1905
Ausfuhrung aller Malerarbeiten vom einfachsten
Anstrich bis zu der vornehmsten Raumabstimmung


Reserviert fiir
Otto Tauscher, Dresden-N 6
Alaunstrafie 96


Ha Hah Hah Wagner & Sohn
IHah und .kert alles Maler- und Lackierermeister :
Sma eiht und a Dresden-A 16, Pfotenhauerstr. 76
es Fernsprecher 63084 + Gegrundet 1881

G E. MULLER
Gebr. Hildebrandt Inhaber: W.Chromovsky
Schneidergeschafl
Atelier fur Kunst- und DRESDEN-A 1
Dekorationsmalerei Struveslra ee 41 Fernruf 13721
DresdnA Gegrcndet 1870
Dresden-A
Stofflager
Ruf 30393 nur bester Qualitaten

-.94
t--.:.. ...
., --. ,, ,.. -- ,. -z-., ." ... ., ,, ,=:-.': "."' -' ..







Feinsfe Mafbschneiderei Stiihmke& Sohn -
Fertige Mantel
KravaHen Atelier l(r elegance
Kravalten
Herren-
Roth & Koukal a neiderei
gegrundet 1886
Dresden, PragerStrale39 c e g r i n d e t is30
Haus Europahof Dresden. \\allstral3e 5
am Po-tplatz
Fernruf 16382 Fernsprecher: 21.329

OF" W I Speise-, Herren- und Schial-
M 9 zSimmer, Kichen, Einzelmdbel
Ladeneinruichfungen und Innenausbau
M5belfabrik Richter & MUhler (Inhaber B. Miihler, Tischleimeister)
Dresden-A, Welsserilzslra(Be 14 (Ecke FrledrichstraBfe)
Elge.e Fabrik: Fredrrcharalje lu Feilnprecher 18367 Teizahlung YelSatlet


HERMANN KUNERT Spez.: LackierungvonMibeln
Lackier-Anstalt und Ladeneinrichtungen
DRESDEN-A, Guterbahnhofstr. 11 F e r n r u f 21043

Metalldruckteile und
Massenartikel Mdbelpoliererei
Aufpolieren und Repar;eren
in jeder Ausfiihrung u GriBe, sowle LUmbeizen caller Art
nach Muster und Zeichnung IM6bel. Auch werden Pianos
liefert preiswert und Flugel aufpoliert.
Paul Diener M. WeiBbach
Dresden-A. 27 Dresden-A., Rohrhofsgasse 20
BernhardstraBe 103 Fernsprecher 27962
Telephone 42696 Gegr. 1908 _

Oswald Herrfarth
Dresden-A 16 Gerokstrabe 11 Orhste Kur TImm JuN,
Fern prec her 60344 Dresden-A., Holbeinstr. 7
Fernsprecher: 14437 (61 434)

Illobeltransport
~beltransport empfiehlt sich zu
Musikauftragen
Wohnungstausch nt Festlichkeiten
Spedition a I I e r A r t


95 M






Sanitare Einrichtungen

Spezialgeschaft i e fern Otto Arnold & Co.
fegen
fi0r reparieren Dresden-N. 6
h o be In Katharinenstrafe 10b II.
Parkettfulboen reingen Fernsprecher Nr. 51182

SPEZIALGE SC HAF FOR PARKETTARBEITEN
PARKETTGESCHAFT LANG
DRESDEN-A PILLNITZER STRASSE 50 FERNSPRECHER 13090

Photo-Heinrich UBERALL .woi,
I te r lJ J I ll lhervorgetrelen sind, haHen wir
das Haus fur Uberall ERFOLG
S wo wir gearbeitet haben, fanden wir
Photo, Kino, Radio ANERKENNUNG
UNSER DIENST AM KUNDEN
D R E S D E N- A Sauberste Ausfuhrung jeder
TronmpeterstraBe 10 Ruf650o8 LICHT- REKLAME
Schweckendieck & Fuhrmann
Entwickeln Kopieren Werksta fen fiir Lidlt-Reklame u. Schrift-
VergrbIr ern malerei Dresden-A 16, Reifigerstr. 53


REKLAME RAYTER Geg. 1
GLASSCHILDER .. GOLDBUCH-
Fernru 14752 STABEN REKLAMELATERNEN
TRANSPARENT LICHTREKLAME
DRESDEN-A. 1
MARSCHALLSTR. 39 Bemalung von Lielerungswagen


1 &mi Jiiccke & So&n, S1esden=tA.
Freiberger Strale 5 Telefon 20255
II Gas-, Kalt- u. Heiflwasser-, Klosett- u. Bade-Anlagen
Elektrospeicher, sanitire Einrichtungen, Gasherde


I


MIRA-BILDWERFEI
DRESDEN-A 1 Sic
Zeilgemae e L ich
Spezialit;l: ,, M IR A", das

96


R-REKLAME G. M. B. H.
Jonienstrafe 6 Ruf: 18296
Sreklamen Werbung.
lebende Bild, vielfach palentiert.

-A


]*






;I
r..
|; ..






Schlossereien Spedifionen SteinholzfuBb6den
Werkstaft fur Gas-, Bau- und Kunstschlosserei
Aulogene SchweifIerei Repa-
RUDOLF BORSDORF Auuo enechelrio a
RUDOLF BORSDORF laturen prompt und solide
Inhaber Waller Borsdorf Schlossermeiler Spez.: Schiebeluren Gelander
Gegrundet 1873 und Eisenkonstruktionen
Scherengiffer Speiseaulirge
Dresden-A, Falkenstralie 10 Fernsprecher 19958


1856 75
Eduard Geuc
MOBELTRANSP
SPEDITION L
RUNG .VERPACK
DRE
Freiber
Ferns
(legrun
Ausfi

Kanst- and Bauschloa
Referenzen stehen
Ba


KarlHempe
Spedite
Gegrindel
Dresden
Spediteurt
In- und AL


Das Haus i






DRESDEN-
.Ft r.


1931 c
ke & Co. :-
G.m.b.H --
ORT
AGE- "
UNG m
SDEN- A. ,
ger Strafe 39
preacher 201156
d. im Jahre 1856 Schlossermeister
ihrang similicher Schlosserarbeiten
Arthur Seifert
sserei, Dresden, Striesener Strafle 30, Ruf 62417
jederzeit zur Verfiigung, bzw. bitte idc bei Herrn
umeisler Fritz Brauer anmufragen.


l& Co. Seifert & Kreyer
u re
1874 Dresden-A. 1, Wettinerstr. 38
-A. International u. Obersee-Spedition
fa.r Elbeschiffahrt Lagerung Ver-
e fiir
san sicherung Sammelverkehre
Teeh 26704, 2sland9920
Telephone 26704, 29920


ron Ruf


fur fugenlose
Steinholzfub6oden und Estriche

Dresdner Steinholzwerke
A. 1 Rosenstrafe 52 Fernruf 20136, 43271
Wauri & Schulze

Q7






Steuerberater Tapezierer

StihlllllhlriDel fu ir Verwaltungsriiume, Liden, Kiichen, Treppen
lminlllul bo und Linoleum-Estrich
Marlin Mehnerl Dresden-N. 15, Planitstrabe 20a
Fernsprecher 54086

PAUL COLDITZ Hans Jungmichel
Hausteinwerk Steinsetz- und StraFienbaumeister
Dresden-A. 19
Spezialitf t:
Ausfiihrung von Denkmalsarbeiten, Kleinpflastere
sowie Steinmetz- und Bildhauer- Herstellung
arbeiten in alien Materialien.
Dresden-Blasewitz
Eigene Steinbriiche mit AnschluBgleis
an die Reichseisenbahn. Werkstitten Berggartenstr. 9
in Dresden u. Alt-Posta-Herrenleithe. Fernsprecher 31919


KURT HECKER
D R E S D E N N 6 Steinsetzmeister und
AntonstraBe 23 Telefon 55475 Tlefbauunternehmer


Dr. jur. et rer. pol.
8lempelabrik DRESCHER
o-j..eli id2 --2-
Wissenschaftlicher Wirt-
liefert Gummi- und Metall- schahs- und Diplo m-
stempel, Zubehbr aller Art, Steuer-Sachverst- u nd i
Siegelmarken, Schilder etc. SteuerSachverstandiger
sofort zu Suaersten Prelsen
Alberl Wallher DRESDEN-A. 24
DRESDEN A Reichsstrafe 12
;m .. Fernsprecher 47073


J1mlln Freund lehem. llollaDezierer), Werkslall: Auguslusslr. I, Bul 19935
Dresden-Strehlen, Gerhart- Hauptmann-StraBe 21, Ruf 45026
Emplehle mich Ia r Ausfdhrung aller Tapezierer- krbelten als:
Gardlnen Linrlchrungen. Mobelanfertrlung und timarbelten, Tapezleren und Bespannen
>on lh nden. Spezlalltat; Behandlung alter Ledertapeten und antlker Mobel

WILLY GRELLMANN
I DRESDEN-A
Renoviert thre \ohnung und richtetsie HUTTENSTRASSE 13
geschmackvoll und preiswert mit \'or-
hangen und Polsrermobeln usw. ein FE PREC R 34721

S98

B .,a /.e :;,.-' ....,;... .:,..=. *--,_..;... ,. .-_, .,.:' v.<:,;-** :..: ,.._'..;




Full Text
xml version 1.0 encoding UTF-8
REPORT xmlns http:www.fcla.edudlsmddaitss xmlns:xsi http:www.w3.org2001XMLSchema-instance xsi:schemaLocation http:www.fcla.edudlsmddaitssdaitssReport.xsd
INGEST IEID E9P1Z4N4R_Q1WK6S INGEST_TIME 2013-01-18T14:26:28Z PACKAGE AA00013437_00001
AGREEMENT_INFO ACCOUNT UF PROJECT UFDC
FILES