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 Front Cover
 Title Page
 Frontispiece
 Foreword
 Die jüdischen Schulverhältnisse...
 Zur Entstehung und Entwicklung...
 Anhang No. 1: Programm der Unterrichtsanstalt...
 Anhang No. 2
 Anhang No. 3
 Verzeichnis der Lehrkräfte, welche...
 Uebersicht über die Frequenz der...
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Zur Geschichte der Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgessellschaft zu Mainz
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 Material Information
Title: Zur Geschichte der Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgessellschaft zu Mainz Festschrift anlasslich ihres 75 jahrigen Bestehens, 1859-1934
Physical Description: 41 pages
Language: German
Creator: M. L. Bamberger et al
Publisher: D. Droller
Publication Date: 1934
 Subjects
Spatial Coverage: Europe -- Poland
 Notes
General Note: Cataloged - DS135.G4 M33191 1934
 Record Information
Source Institution: University of Florida
Rights Management: All rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier: GS14
System ID: AA00013434:00001

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    Front Cover
        Front Cover 1
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    Title Page
        Title Page 1
        Title Page 2
    Frontispiece
        Page 1
        Page 2
    Foreword
        Page 3
        Page 4
    Die jüdischen Schulverhältnisse in Mainz von 1800 bis zur Gründung der Unterrichtsanstalt der I. R. G.
        Page 5
    Zur Entstehung und Entwicklung der Unterrichtsanstalt
        Page 6
        Page 7
        Page 8
        Page 9
        Page 10
        Page 11
        Page 12
        Page 13
        Page 14
        Page 15
        Page 16
        Page 17
    Anhang No. 1: Programm der Unterrichtsanstalt der israelitischen Religions-Gesellschaft zu Mainz
        Page 18
        Page 19
        Page 20
    Anhang No. 2
        Page 21
        Page 22
        Page 23
        Page 24
        Page 25
        Page 26
        Page 27
        Page 28
    Anhang No. 3
        Page 29
        Page 30
    Verzeichnis der Lehrkräfte, welche an der Schule unterrichteten
        Page 31
        Page 32
        Page 33
        Page 34
        Page 35
        Page 36
        Page 37
        Page 38
        Page 39
        Page 40
        Page 41
    Uebersicht über die Frequenz der Schule in den letzten 25 Jahren
        Page 42
    Back Cover
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        Back Cover 3
        Back Cover 4
Full Text















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ZUR GESCHICHTE DER
UNTERRICHTSANSTALT DER
ISRAELITISCHEN RELIGIONS GESELLSCHAFT
ZU MAINZ


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HRIFT


ANLASSLICH IHRES 75JAHRIGEN BESTEHENS




1859-1934



HERAUSGEGEBEN
VON DER ISRAELITISCHEN RELIGIONS-GESELLSCHAFT MAINZ
Buchdruckerei David Droller, Frankfurt a. M.


UNIVERSITY OF FPl .. U.iriS


FE


































BEARBEITET VON
DR. M. L. BAMBERGER, JS. JOS. FULDA, JACOB CAHN.










































RABBINER DR. LEHMANN s. A.
1859-1890


RABBINER DR. J3ONDI s. A.
1890-1929


qlsW













Vorwort.


In einer Zeit neuerwachter Besinnung auf das Judentum und
seine Werte stehen wir im Begriff, das 75. Jahr des Bestehens
unserer Schule, der ,,Unterrichtsanstalt der Isr. Religions-Gesell-
schaft", festlich zu begehen. Rfickschau und Gegenwart verbinden
sich zur Forderung ffir die Zukunft. Unter der Leitung ihres
grofen Grfinders, Rabbiner Dr. Marcus Lehmann s. A. und seines
kongenialen Nachfolgers, Rabbiner Dr. Jonas Bondi s. A. hat die
Schule sich bis auf den heutigen Tag als erfolgreiche Statte jiidi-
scher und profaner Bildung bewaihrt. Sie hat im religi6sen und
kulturellen Leben der Kehilla Magenza und deren Umgebung
nunmehr schon dreiviertel Jahrhundert hindurch eine nicht weg-
zudenkende Rolle gespielt bei der Erziehung jfidischer Jugend
zu lebenstiichtigen, verantwortungsbewuBften, vom Geiste des un-
versehrten Judentums erffillten Pers6nlichkeiten. -- Die Gegen-
wart weist mit Eindringlichkeit auf den besonderen Zweck der
jiidischen Schule hin: eine Jugend zu erziehen, die das Juden-
tum kennt und liebt, in der Thauro wurzelt und ihr den Weg
fur die Zukunft bereitet. Lebensvoll mug diese Aufgabe gestaltet
werden. Nur so bleibt. unsere Schule dem Sinn ihrer Griinder treu.
Im Rahmen der Feier, zu der wir uns rfisten, erscheint lie
vorliegende Gedenkschrift als kurzer Abrigf dessen, was aus der
Geschichte der Schule festgehalten zu werden verdient.
Dagf die Entstehung der Schule einer wirklichen Notwen-
digkeit entsprach, ergibt sich aus dem an den Anfang gestellten
kurzen Aufsatz fiber die jfidischen Schulverhiltnisse in Mainz seit
der Zeit der Emanzipation bis zur Grfindung unserer Anstalt.
Man brauchte eine Erziehungsstiitte, die die Forderungen des
historischen Judentums mit denen der modernen Bildung zielbe-
wuflt vereinigte. Mit der Errichtung der Schule schufen die Ffih-
rer der Religionsgesellschaft Pionierarbeit nicht nur ffir ihren
engeren Kreis, sondern sub specie aeternitatis ffir die Erhaltung
des gesamten jifdischen Lebens in unserer Stadt. Die Darstellung
der wesentlichen Phasen aus der Geschichte der Schule wobei
die Griindung ausfiihrlicher behandelt ist zeigt, wie die FUih-
rung der Religionsgesellschaft sich jederzeit mit ganzer Kraft die-
ser Aufgabe annahm. Eine Aufgabe, die finanziell oft die Potenz
der Religionsgesellschaft iiberstieg, welche sie aber im wohlver-
3






standenen Interesse des Judentums willing und freudig leistete
und leistet. Ein Verzeichnis der Lehrkraifte, die an der Schule
gewirkt haben, wird in Vielen dankbare Erinnerung an die Per-
s6nlichkeiten erwecken, die ihr Bestes als Jugendbildner hin-
gaben. Und das Verzeichnis der Schiler aus den ersten fiinfzig
Jahren (fast 1300 Namen) wird das Gedfichtnis an treue Kame-
radschaft, an schbne Stunden gemeinsamen Strebens, an frohe,
aber auch ernste Erlebnisse lebendig werden lassen. Doch auch
die Stimmung stiller Wehmut wird uns ankommen, wenn wir
beim Lesen der Namen an Freunde und Klassenkameraden erin-
nert werden, die nicht mehr unter den Lebenden weilen. Der
Raum dieser bescheidenen Festschrift gestattet nicht, das Schfi-
lerverzeichnis bis zum Ende durchzuffihren. Doch filgen wir
eine Frequenzliste der Schule von 1909 bis 1934 bei.
Bei Abfassung dieser Festschrift standen uns die Protokoll-
bilcher fiber die Vorstands- und Ausschutisitzungen der Religions-
gesellschaft, gelegentliche Notizen in der jidischen Presse, Ein-
ladungsschriften zu den 6ffentlichen SchluJfpriifungen aus den
Jahren 1860 bis 1863, 1865, 1867 und 1877 (z. T. von dem
hiesigen Museum des Vereins fur jiidische Altertilmer freund-
lichst leihweise fiberlassen) und einiges Akten- und Briefmate-
rial zur Verffigung. Au1erdem die leider nicht liickenlos erhalte-
nen Schiilerlisten, die besonders fir die altesten Jahrginge nicht
immer zweifelsfreie Angaben vermitteln, und um deren Zusam-
menstellung neben Hinweisen aus den Kreisen frhfierer Schfiler
sich insbesondere Herr Lehrer L. Freimark verdient gemacht hat.
Moge diese kleine Gedenkschrift dazu beitragen, die Ver-
bundenheit der ehemaligen Schiler mit der Statte ihrer Er-
ziehung zu vertiefen und in ihnen die Verantwortung weaken fiir
das Erbe, das unsere Viter uns hinterlassen haben und dem sie
selbst so viel Gutes verdanken. M6ge es ihr gelingen, unserer
Schule neue Freunde und Ganner zuzufiihren. Und m6ge Gott
unsere Arbeit segnen, daBf unsere Schule sich als Bildungsstiitte
einer lebensstarken, thaurotreuen Jugend immer bewahre.


Mainz, im Januar 1935









Die fiidischen SchulverhlItnisse in Mainz von 1800
bis zur Griindung der Unterrichtsanstalt der I. R. G.

Die Pforten des Cheder hatten sich geschlossen. Die Ghetto-
mauern waren im Jahre 1798 gefallen. Die Emanzipation der
Juden hatte im Rheinland friiher als in anderen Landesteilen
Vorurteile beseitigt und fur ein neues Leben der Juden Raum
geschaffen. Waren bis dahin, bis zum Anfang des 19. Jahr-
hunderts, die geistigen Interessen vornehmlich der jfidischen
Literatur und der jiidischen Wissenschaft zugewandt, so zogerte
man jetzt nicht, auch die moderne Bildung zu erstreben, so wie
man auch in Sprache und Kleidung sich der Umwelt anpafite.
Die rabbinischen Autoritaten hatten gegen d i e s e Neuerungen
keine Einwendungen erhoben.
Gerade in unserer Stadt war friihzeitig allgemein fir gute
Schulen gesorgt, war doch Mainz bis gegen Ende der kurffirst-
lichen Herrschaft Universitatsstadt gewesen. Wohl war wiihrend
der Freiheitskriege mancherlei versiumt worden. Aber sehr bald,
nachdem Napoleons Macht gebrochen und Europa zur Ruhe
gekommen war, wurde neu aufgebaut. Das Geschlecht, das in
den 20 er und 30 er Jahren die Schule besucht hat, besa18 cine
Bildung, die gegen diejenige unserer Zeit nicht zuriickstand.
Aufler der allgemeinen Volksschule hatte Mainz ein Gymnasium
und eine Realschule, die jiidischen Schfilern offenstanden und
in verhiiltnismaiiig grogfer Zahl von ihnen besucht waren.
Der Anfangsunterricht der jiidischen Kinder lag in den
Hinden jiidischer Lehrer, die in gr6flerer Anzahl vorhanden
waren und, wie Fuchs1) hervorhebt, im Verhiltnis zur Bev6lke-
rungsziffer die christlichen Lehrer an Zahl iibertrafen. Auf.er
den Privatlehrern der Periode von 1800 bis 1850, die alle auf-
zuzAhlen der Raum dieser Festschrift nicht gestattet, bestandc-n
eine Anzahl Knaben- und Miidchenschulen.
Wir nennen hier die folgenden:
Lehr- und Erziehungsanstalt for israelitische Maidchen von
Luise Bamberger seit etwa 1827.
Die within bekannte Schule von Michael Crei z enacl
bestand von 1814 bis 1833. Alle Disziplinen ciner h6heren Bilr-
gerschule wurden. hier gelehrt. Sie wurde auch von christlichen
Schiilern besucht. Die Bischife KaB von Stra1iburg, WeifA von

1) Wilhelm Fuchs, Jildische Schulen und Lehrer in Mainz zwischen
1800 und 1850 in ,,Beitr~ge zur Hessischen Schul- und Universituitsge-
schichte", Band 4, 1918, Seite 87 bis 97.









Speyer und GeiBel von K6fn sollen im Hebraischen von Creize-
nach unterrichtet worden sein.
Von Bedeutung war die Schule von Albert Mayer, die
etwa von 1830 bis 1861 bestand. Sie brachte es auf fiber 100
Schfiler, wovon z. B. im Jahre 1859 die Halfte christlicher Kon-
fession war. Neben den 8 Klassen der Anstalt wurde auch eine
Handelslehranstalt gefiuhrt.
Die Schule und Pensionsanstalt von Char lotte Picard
fiur junge Midchen erfreute sich eines guten Ansehens und zog
zahlreiche Z6glinge nach Mainz. 1839 bis 1867, Klarastr. 16.
Eine Schule von Ruf war auch die von Philipp Reis,
1842 bis 1860. Sie erblickte ihre Aufgabe in der Vorbereitung
der ihr anvertrauten Schiiler ffir h6here Schulen.
Darf man allen diesen Schulen nachriihmen, dais sie Er-
spriefliches geleistet und die von ihnen gewuihlte Bildungsauf-
gabe erfilllt haben, so war ihr Bestand, da sie Privatunternehmen
waren,2) an die Lebensdauer ihrer Schuipfer gebunden. Keine
brachte es wohl auf mehr als 30 Jahre.
Die Anstalt, die wir durch Gottes Gnade in diesen Tagen
feiern dfiirfen, blickt auf eine 75 jahrige Titigkeit zurfick. 3 bis 4
Generationen haben hier ihre Heranbildung im Geiste echten
Judentums gefunden. M6gen auch kfinftige Geschlechter als
wackere Juden und Menschen in der Schule der israelitischen
Religionsgesellschaft erzogen werden.



Zur Entsichung und Entwidcklung
der Unterrichisanstalt.
Der Versuch, einen Ueberblick fiber die Chronik der Unter-
richtsanstalt zu geben, wfirde nichts anderes bedeuten, als die
Geschichte der Israelitischen Religionsgesellschaft in diesem Zeit-
raum zu schreiben, so eng verwachsen sind Schule und Gemeinde
und so unzertrennbar sind die Geschicke der einen mit der ande-
ren verbunden. Im Rahmen dieser Gedenkschrift ist es jedoch
nur m6glich, in knapper Form die Entstehung und Entwicklung
der Schule darzustellen.
Im Jahre 1853 wurde die Israelitische Religionsgesellschaft
gegrfindet und ein eigener Gottesdienst eingerichtet. Nachdem

2) Betreffs Bemfihungen, den Vorstand der Isr. Religionsgemeinde zur
Griindung einer jiidischen Volksschule zu veranlassen, siehe S. Frainkel
in ,,Magenza", S. 65.
6








1854 in der Person des unvergeglichen Rabbiner Dr. Marcus
Lehmann der geistige FFihrer gewonnen war, going man mit
groBer Tatkraft an den Ausbau der Religionsgesellschaft. Be-
reits im Jahre 1856 fand die Einweihung der neu erbauten Syna-
goge statt. Noch im gleichen Jahre wurde die Errichtung einer
Unterrichtsanstalt propagiert; verschiedene Gemeindemitglieder
verpflichteten sich fuir diesen Fall zu jihrlichen Beitriigen. In
einem diesbezfiglichen Schreiben vom 26. Oktober 1856 heiBt
es: ,,Die Errichtung einer Unterrichtsanstalt in unserer Stadt,
in der das Studium der heiligen Gotteslehre wiederum in sein
altes Recht eintritt, wo die Pflege der fibrigen Lehrgegenstainde
(Elementar- und Realwissenschaften nebst Sprachen) mit dem
Bestreben Hand in Hand gehe, die Kinder zu Juden zu erziehen,
ist ein viel zu tief geffihltes Bedfirfnis, als dagf sie hier einer
weiteren Erorterung bediirfe. Die Unterzeichneten verpflichten
sich, die hier unten benannten Summen zur Errichtung einer
solchen Anstalt unter dem Directoriate des Herrn Rabbiner
Dr. Lehmann als jaihrliche Beitriige, und zwar vorlaufig auf einen
Zeitraum von 5 Jahren zu spenden." Diese Opferwilligkeit ist
umso anerkennenswerter, als die finanziellen Kraifte der Mitglie-
der der jungen Gemeinschaft eben erst durch den Synagogenbau
iiufBerst angestrengt waren. Man erkannte, dag neben der Syna-
goge eine Schule unbedingt notwendig war, um die Jugend und
damit die Zukunft der Religionsgesellschaft zu sichern. Nach-
dem unter dem 1. Oktober 1858 der Religionsgesellschaft Kor-
porationsrechte verliehen worden waren, folgte als niichster
Schritt am 1. November 1858 in einer Vorstands- und Aus-
schuf-Sitzung der Beschlug, den Plan der Errichtung einer
Unterrichtsanstalt in die Wirklichkeit umzusetzen. Herr
Dr. Lehmann wurde mit derAbfassung eines Programms und der
Eingabe an die Oberstudiendirektion beauftragt. Noch am glei-
chen Tage wurde. das nachstehende Gesuch an die zustandigen
Beh6rden gerichtet:
,,An eine hochpreisliche Grogfherz. Hess. Oberstudiendirection
in Darmstadt.
Gehorsamstes Gesuch der Israelitischen Religionsgesellschaft zu
Mainz, die Errichtung einer Unterrichtsanstalt betreffend.
Da die Israelitische Religionsgesellschaft zu Mainz beschlos-
sen hat, eine Unterrichtsanstalt zu begrainden, in der die Schul-
jugend israelitischer Confession vom 6ten bis zum 15ten Lebens-
jahre nach den Grundshitzen des orthodoxen Judentums erzogen
werden soll, so ergeht an eine hochpreisliche Grofgherz. Hess.
Oberstudiendirection das gehorsamste Gesuch, zur Errichtung








dieser Unterrichtsanstalt, deren Tendenz das beyliegende Pro-
gramm bezeichnet, geneigte Genehmigung zu ertheilen.
Mainz, 1. November 1858.
Der Vorstand der Israelitischen
Religionsgesellschaft zu Mainz."
Das erwiihnte Programm, das die noch heute fir den Unter-
richt in erster Linie maBgebende Tendenz in pragnanten Wor-
ten wiedergibt, wurde spaterhin auch weiteren Kreisen zuging-
lich gemacht und folgt weiter unten (Anhang Nr. 1). Am 16.
December 1858 folgte auf das vorgelegte Gesuch nachstehender
Bescheid:
,,Das Groiherz. Kreisamt zu Mainz an den Vorstand der
Israelitischen Religionsgesellschaft, dahier.
Betreff: Gesuch um Erlaubnis zur Errichtung einer Unterrichts-
anstalt.
Beziiglich Ihrer in obigem Betreff unterm 2. v. Mts. an
Grotfherz. Oberstudiendirektion gerichteten Vorstellung, laden
wir Sie ein, sich vor allem noch, was aus dem vorgelegten Pro-
gramme nicht ersichtlich ist, ausdriicklich darfiber zu Riiuern,
ob die beabsichtigte Lehranstalt, wie doch wohl zu vermuthen
steht, den Elementar-Unterricht in der Volksschule ersetzen soil
oder ob sie etwa eine h6here Bildung der Zoglinge erzielen will;
sowie ferner ob die Knaben und Midchen denn auch in ge-
trennten Localen unterrichtet werden oder ob der Unterricht
fur Beide in demselben Hause erteilt werden soll.
Auch empfehlen wir Ihnen, uns die Namen derjenigen Lehrer
anzugeben, welche auier dem mit der Leitung der fraglichen
Anstalt zu betrauenden Prediger Ihrer Religionsgesellschaft -
ffr diese Anstalt in Aussicht genommen sind, und uns deren Be-
fahigungszeugnisse vorzulegen.
gez. Schmidt."
Diese Riickfrage wurde am 6. January 1859 mit einem Schrei-
ben beantwortet, in welchem die genauen Angaben fiber den
Lehrplan erteilt wurden. Der wesentliche Inhalt dieser Angaben
ist ebenfalls in dem bereits erwihnten Programm enthalten. Auf
die fibrigen Fragen wurde in demselben Schreiben an das Grogf-
herz. Hess. Kreisamt zu Mainz die nachfolgende Antwort ge-
geben:
,,In Bezug auf die 2te Frage, das Schullokal betreffend,
beehren wir uns, zu erwidern, dafg wir unter strengsten Maf-
nahmen zur Fernhaltung jeglichen sittlichen Anstofges ffr die
Anstalt uns ein Haus zu acqueriren gedenken.
In Bezug auf die 3te Frage, die Befahigung der angestellten








Lehrer betreffend, erlauben wir uns zu bemerken, dagf wir es
vor erlangter hoher Genehmigung nicht gewagt ha-
ben, diese Stellen in 6ffentlichen Blattern auszuschreiben, was
wegen des Mangels an geeigneten Kraften in unserer nachsten
Nahe notwendig ist. Wir sind daher noch nicht im Stande, Na-
men zu nennen oder Zeugnisse vorzulegen, werden aber keinen
Lehrer anstellen, ohne fiber dessen Befiihigung einer hohen Be-
hbrde Ausweis gegeben zu haben.
Wir glauben, im obigen einem wohll6blichen Kreisamte die
befohlene Auskunft in genfigender Weise gegeben zu haben und
ffigen noch die unterthanige Bitte hinzu, die beregte Angelegen-
heit geneigtest zu beschleunigen, da die Gruindung der in Rede
stehenden Anstalt ein dringendes Bediirfnis ist, dessen Befriedi-
gung von den Mitgliedern unserer Religionsgesellschaft sehnlichst
erwartet wird."
Unter dem 18. February 1859 wurde von seiten der Regie-
rung die nachgesuchte Genehmigung zur Errichtung der Schule
erteilt, was dem Vorstand der Religionsgesellschaft mit folgen-
dem Schreiben bekanntgegeben wurde:
,,Mainz, 18. February 1859.
Die Grofiherz. Kreis-Schul-Commission, Mainz an den Vor-
stand der Israelitischen Religionsgesellschaft, dahier.
Mit Genehmigung Grogiherz. Oberstudiendirektion vom 10. 1.
Mts. ertheilen wir andurch Ihrer Religionsgesellschaft die nach-
gesuchte Erlaubnis, auf Grund des mittelst Berichts vom 6ten
und 28ten v. Mts. naher dargelegten Programms eine Unter-
richtsanstalt unter der Leitung des Dr. Marcus Lehmann, dahier,
zu errichten. Zugleich bemerken wir Ihnen, dagf ffir die an die
gedachte Anstalt anzustellenden Lehrer besondere Genehmigung
einzuholen ist, wonach Sie sich bemessen werden. Die Anlagen
wollen Sie dem Dr. Marcus Lehmann zuriickgeben.
gez. Schmidt."
Nun nahmen die Arbeiten zur Eroffnung der Anstalt tatkrif-
tigen und schnellen Fortgang. Das von Rabbiner Dr. Marcus Leh-
mann entworfene Programm wurde in 1000 Exemplaren ge-
druckt und an die Mitglieder der Gesamtgemeinde, sowie an aus-
wartige israelitische Gemeinden versandt. In den damals be-
stehenden jidischen Zeitungen wurden Inserate zwccks An-
stellung der Lehrer und in den Mainzer Tageszeitungen Einladun-
gen zur Anmeldung der Schfiler eingerfickt. Ein Schulrat wurde
gewahlt, welcher aus den Ilerren Rabbiner Dr. Marcus Lehmann,
Victor Koch, Leo Leser, Hugo Lob, Abraham Levi und David
Goldschmidt bestand. Aus den Akten ist die spitere Zuwahl der
9








Hlerren Leo fulda und LHermann Moritz in den Schulrat ersicht-
lich. Dr. Lehmann forderte alle Mitglieder des Vorstandes
und Ausschusses auf, ,,Hand ans Werk zu legen und vor den et-
waigen Hindernissen nicht mutlos zurfickzuschrecken". Gleich-
zeitig wurde beschlossen, daf ein Stifter, welcher der neu zu
grfindenden Anstalt eine Schenkung von 1000 Gulden vermacht,
sich hierdurch das Recht erwirbt, ffir ewige Zeiten ein Kind
in dieser Schule unentgeltlich unterrichten zu lassen; ferner wer
dieser Schule einen jahrlichen Beitrag von 50 Gulden widmet,
das Recht hat, ein Kind in derselben unentgeltlich unterrichten
zu lassen, so lange diese Beitrige geleistet werden.
Am 22. August 1859 wurde beschlossen, den Lehrer Moritz
Fuld zu Tauberbischofsheim ffir die Unterrichtsanstalt als ordent-
lichen Lehrer anzustellen und sich augferdem um die Anstellung
einer Lehrerin zu bemiihen, die alsdann in der Person von
Fraulein Schwab gefunden wurde.
Moritz Fuld hat an. der Schule von der Ordadung an bis zu seinem
im Jahre 1886 erfolgten Ableben gewirkt und die Funktionen eines
Oberlehrers versehen. Bei seinem Hinscheiden, brachte der Vor-
stand zurm Ausdruck, daB seine Verdienste tm die Un-terrichts-
anstalt unvergeBlich bleiben werden.
Gleichzeitig wurde festgesetzt, dafi das Schuljahr am 1. Oktober
1859 seinen Anfang nehmen soll und die gezeichneten Beitriige
von diesem Termin ab einzuzahlen sind. Am 1. November 1859,
genau ein Jahr, nachdem der Beschlufi zur Grfindung gefafit
worden war, konnte die Unterrichtsanstalt mit 53 Schfilern zu-
nichst mit den zwei unteren Knaben- und den zwei unteren
Miidchenklassen 27 Knaben und 26 Midchen er6ffnet
werden. Das Schullokal befand sich provisorisch in der
Mitternachtsgasse. Schon Anfang des folgenden Jahres wurde
das der Synagoge benachbarte Haus Ecke Flachsmarkt- und
Margaretenstratie ffr die Schule angekauft und alsbald seiner Be-
stimmung fibergeben. Nach 5 monatlichem Bestehen bereits war
die Schfilerzahl auf 75 angewachsen, und es konnten zwei h6here
Klassen errichtet werden. Zum Schlusse des Schuljahres fand,
wie damals fiblich, eine mehrtiigige 6ffentliche Prtifung statt, zu
welcher au1fer den Eltern und den Mitgliedern der Religionsgesell-
schaft auch die staatlichen, stadtischen und Schul-Beh6rden ein-
geladen wurden. Da die Schule ffr diese Veranstaltung kein ge-
eignetes Lokal besaBi, fand die Prfifung in einem gemieteten
Saale statt. Aus Anlafg der Priifung erschien eine Einladungs-
schrift, in welcher eine fibersichtliche Darstellung fiber das Wesen
und die Leistungen der Anstalt, das Lehrpensum und den Schul-
besuch gegeben wurde. Auch in den folgenden Jahren wurden








die Einladungen zu den 6ffentlichen Prfifungen mit einer solchen
Uebersicht verbunden, die einen Beweis ffir das auLgerordentliche
Magf des von der Schule Gebotenen und Geleisteten und der
von ihr erzielten Erfolge lieferte. (siehe Anhang Nr. 2, Abdruck
einer solchen Einladungsschrift aus dem Jahre 1865). Ueber den
Erfolg der Priifungen und die Entwicklung der Anstalt geben die
nachstehenden Pressestimmen aus jener Zeit deutlichen Aufschlug.
.,Der Israelit", 4. September 1861:
,,Am 26., 27., 28. v. Mts. fand unter lebhafter Beteiligung
der hiesigen Bev6lkerung die 6ffentliche Prfifung der Unterrichts-
anstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft statt. Die Gegen-
stiinde, in denen geprfift wurde, waren alle hebraischen und deut-
schen Elementarficher und aufierdem die franz6sische und eng-
lische Sprache, Mathematik, Physik, Pentateuch mit Raschi-Kom-
mentar, Mischnajot. Ffir den nichsten Winter werden wiederum
2 h6here Klassen errichtet, in denen die speziellen Handlungs-
wissenschaften (Buchhaltung etc.), sowie andererseits Gemara
obligate Lehrficher sein werden. Die Anstalt, seit ihrem Be-
stehen in erfreulichem Wachstum begriffen, hat wiederum glan-
zende Beweise ihrer Tfichtigkeit abgelegt. Sehr erhebend war der
Schlugfakt; im grofgen Prfifungssaal der Anstalt dringten sich
mehr als 300 Menschen, sodaB viele nicht Platz hatten finden
k6nnen. Zum Schlugf sprach der Leiter der Anstalt, Herr
Dr. Lehmann, fiber Erziehung und Unterricht, dankte dann allen
edlen F6rderern der Anstalt, namentlich dem Vorstand der Is-
raelitischen Religionsgesellschaft und dem Schulrat, hob die Be-
rufstreue der Lehrer und Lehrerinnen hervor und schlogf mit
der Bemerkung, wie erhebend das Bewutltsein ffir alle Beteiligten
sei, dem herannahenden erhebendsten Tag des Jahres mit solch
einem weihevollen, ffr Zukunft und Gegenwart so bedeutungs-
vollen Akt entgegenzugehen."
,,Der Israelit", 19. September 1862:
,,Am 16., 17. und 18. d. Mts. fanden die Mffentlichen Prii-
fungen in der Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religions-
gesellschaft statt und lieferten ein fiberraschend glanzendes Re-
sultat: das wurde nicht allein von den zahlreich anwesenden An-
geharigen der Z6glinge, die teils aus welter Ferne hergekommen
waren, sondern auch von tiichtigen Fachmannern, welche den
Prfifungen anwohnten, anerkannt. Die Leistungen in den Ele-
mentar- und Realfachern, in Fremdsprachen etc. waren ebenso
bedeutend wie die in der speziellen religiosen Wissenschaft. Be-
sonders erfreulich war es, der Pruifung im Talmud anzuwohnen-
Knaben, die zur Zeit der Grfindung der Anstalt (vor nunmehr 3
11








Jahren) kaum das Hebraische zu lesen vermochten, wurden von
anwesenden Talmudisten innerhalb des gelernten Pensums ,.hin-
und hergeworfen" und zeigten gediegenes Verstiindnis . .
Mit dem kommenden Semester wird nun dem Talmudstudium eine
noch h6here Sorgfalt zugewandt werden k6nnen, da bei den in
der Anstalt ausgebildeten Knaben die Elemente des Hebriiischen
bereits fiberwunden sind, es werden die grfigeren Schiller w6-
chentlich einen 10 stfindigen und die der 3. und 4. Klasse (Kna-
ben zwischen 7 und 11 Jahren) einen 5 stfindigen Unterricht im
Talmud geniegen. Auch hinsichtlich der Maidchenklassen lie-
ferten die Priifungen die erfreulichsten Resultate. Es war eine
Freude zu vernehmen, wie diese Midchen ebenso erfahren in der
biblischen Literatur, wie in der deutschen, englischen und fran-
z6sischen sind."
Der ,,Mainzer Anzeiger" vom 12. September 1863 schreibt
folgendes:
,,Die am gestrigen Tage beendigten Priifungen der Unter-
richtsanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft haben auch
in diesem Jahr wiederum ausgezeichnete Resultate geliefert. Ein-
sender dieses, der mit Aufmerksamkeit den verschiedenen FAi-
chern gefolgt ist, kann nicht umhin, der umsichtigen Leitung des
Herrn Dr. Lehmann und der unermidlichen Titigkeit der Her-
ren Lehrer und der Lehrerin die warmste Anerkennung auszu-
sprechen. Es macht in der Tat auf den Freund einer guten
Schule einen wohltuenden Eindruck, wenn man sieht, wie teil-
weise noch sehr junge Knaben und Midchen in allen Gegen-
stiinden eine solche Fertigkeit erlangen, wie nicht allein im reli-
gi6sen, sondern auch in allen gemeinnfitzigen Fichern, wie Spra-
chen, Mathematik, Naturwissenschaften etc. die Unterrichtsan-
stalt Vortreffliches leistet, und es ist nur zu wiinschen, da{g diesel
Schule in dem MaBe benutzt werden m6ge, wie sie es verdient."
Die folgenden Jahre waren nunmehr dem Ausbau der Schule
gewidmet, welche eine erfreuliche Entwicklung nahm. Im Jahre
1864 wurde eine hohere Klasse errichtet, in welcher auBer der
sorgfaltigeren Pflege der neuen Sprachen auch den Naturwissen-
schaften ein weites Feld eingeriumt wurde. Letzteres wurde
durch eine Schenkung eines ungenannten hochherzigen Stifters
gefardert, welcher der Anstalt ein vollstandiges physikalisches
Kabinett, das die wichtigsten Instrumente fir den Physik- und
Chemie-Unterricht enthielt, zukommen lieg (siehe ,,Israelit" v.
J. 1865, Nr. 1). Es waren in den Jahren 1860 bis 1870 in der
Regel 10 bis 11 Lehrkrafte an der Schule beschaftigt, darunter
12







qualifizierte Fachlehrer fuir Fremdsprachen, Naturwissenschaf-
ten und ffir den hebriiischen Unterricht.
Von den damals an der Schule tatigen Kriiften sei besonders
des Lehrers Joseph Kahn gedacht, dem es verg6nnt war, fiber ein
halbes Jahrhundert segensreich an der Anstalt zu wirken.
Joseph Kahn-Hut wurde 1842 zu Gemmingen i. B. geboren. Nach
Besuch des GroB.herz. Schulseminars in Karlsruhe wurde er 1860
an der Unterrichtsanstalt angestellt, in der er ganze Generationen von
Schiilern heranbildete. I'm Jahre 1900 feierte er das 40 jiihrige Dienst-
jubiliium und im Jahre 1910 hunter herzlicher Teilnahme des Vor-
standes, der ganzen Gemeinde und zahlreicher ehemaliger Schiller
das seltene Fest des 50jdhrigen Jubiliums, welches durch eine
Schulfeier festlich begangen wurde. 1913 trat er nach 53 jihriger
Wirksamnkeit in den wohlverdienten Ruhestand, aber sein reges Inter-
esse fur die Religionsgesellschaft und ihre Einrichtungen blieb der
Schule auch weiterhin erhalten. Er hatte Gelegenheit, als Mitglied
des Ausschusses noch wertvolle Dienste zu listen, und als nach
Kriegsausbruch Mangel an Lehrkriiften eintrat, stellte er sich bereit-
willig zur Verfugung, um einen Teil des Unterrichts wieder zu ilber-
neh.men. Am 19. September 1918 going er, vonr der ganzen Gemeinde,
insbesondere von der Schule betrauert, in, die Ewigkeit ein.
Im Jahre 1866 wurden die Herren Joseph Fulda, Bertram Bondi
und Heinrich Hertz in den Schulrat berufen.
Die Schule bestand aus je 5 Knaben- und Miidchenklassen,
die vollstiindig voneinander getrennt waren. Diese Trennung
wurde erst wiihrend des Weltkrieges infolge des damaligen Leh-
rermangels aufgehoben.
Da die staatlichen h6heren Schulen das Recht hatten, die
zum einjiihrig-freiwilligen Militiirdienst berechtigenden Abgangs-
zeugnisse auszustellen, zeigte es sich fur die Unterrichtsanstalt
als sehr witnschenswert, in den Besitz dieser Berechtigung zu ge-
langen, um den Schfilern das lingere Verbleiben in der Anstalt
zu erm6glichen. Verschiedene Mitglieder der Gemeinde verpflich-
teten sich zu jiihrlichen Beitrigen von namhafter H6he, um die
durch die geplante Umwandlung, insbesondere durch die Anstel-
lung neuer Lehrkrifte entstehenden Mehrausgaben sicherzustel-
len. Am 9. November 1869 wurde ein Gesuch an die Regierung
gerichtet, die Unterrichtsanstalt zu einer Realschule 2. Klasse zu
erweitern (3 Elementar- und 6 Realklassen) und ihr die vorge-
nannte Berechtigung zu erteilen. (Anhang Nr. 3). Die Regierung
dfirfte diesem Plan die Genehmigung erteilt haben unter ver-
schiedenen Bedingumgen, die finanziell nicht leicht zu erfillen
waren. Trotzdem hiefS auch der Schulrat im April 1870 dieses
Projekt gut und willigte ein, da1i bauliche Veranderungen an dem
Gebaude der Unterrichtsanstalt, insbesondere die Erh6hung um
13







ein Stockwerk baldigst vorgenommen werden. Dr. Lehmann rich-
tete am 25. April 1870 an das Kanigliche Gouvernement ein
Gesuch, wahrend des Umbaues des Schulgebiudes ffir ca. 6 Mo-
nate 4 bis 6 unbenutzte Raume in der frifiheren Militarbiickerei
Flachsmarktstrafge zu fiberlassen. Der kurz darauf ausgebrochene
deutsch-franzasische Krieg scheint die Durchfiihrung dieses be-
deutungsvollen Projekts verhindert zu haben.
Die Schule wurde nun in dem seitherigen Rahmen mit gleich-
bleibend gutem Erfolg weitergefiihrt. Finanziell wurde die An-
stalt die Jahrzehnte hindurch neben den Eingingen aus Schulgeld
durch die opferwilligen Leistungen der Religionsgesellschaft und
ihrer Mitglieder und anderer Grnner erhalten.1) Vorfibergehend,
in den Jahren 1874-1877, bewilligte die Israelitische Religions-
gemeinde einen Beitrag von 350.- Mark zum Schulgeld armer
Kinder (siehe Frankel in ,,Magenza" S. 70). Auch der Waisen-
unterstiltzungsverein sowie die Marcus Reinach-Stiftung sorgten
zeitweise ffir das Schulgeld armer, von ihnen betreuter Kinder.
Nach dem Ableben des Oberlehrers Fuld wurde der gleich-
zeitig auf die Kantorstelle berufene Lehrer, Herr Abraham
Oppenheimer, am 16. Mai 1886 angestellt.
Abraham Oppenheimer wurde am 20. Juni 1861 in Schmalnau/Rh6n
geboren. Er besuchte die Praparandenschule in H6chberg und das
Lehrerseminar in Wiirzburg. Nach kurzer Titigkeit als Lehrer in
Ottensoos trat er am 1. Juli 1886 sein Amt in Mainz an, wo es ihm
verg6nnt war, fiber 40 Jahre an Schule und Synagoge segensreich zu
wirken. Sein 25 jhhriges Dienstjubilaum wurde im Jahre 1911 unter
zahlreichen Ehrungen gefeiert. 1928 trat er in den Ruhestand und
schon am 25. January 1930 schied er tief.betrauert aus dieser Welt.
Die Schulerzahl war im Laufe der 80er Jahre etwas zurfick-
gegangen. Die dadurch verursachte Verminderung der Einnah-
men veranla1iten den Vorstand, gemeinsam mit der Schulleitung,
diese Angelegenheit einer ernsten Prfifung zu unterziehen. Die
Notwendigkeit, die Berechtigung zum einjahrigen Militardienst
zu erlangen, brachte es in den meisten Fallen mit sich,
daB Knaben nach 4 oder 5 Schuljahren die Unterrichtsanstalt
zwecks Eintritt in eine h6here Schule verliefien, sodafS die
Schule 1885 nur noch von 27 Knaben besucht war, wahrend
Madchen vielfach noch fiir die ganze Schulzeit in der Anstalt
verblieben.
Am 14. April 1890 (24. Nissan 5650) verschied nach lingerem
Leiden der Grfinder und Leiter der Unterrichtsanstalt, Rabbi-

1) lm Jahre 1886 stiftete Freiherr Wilhelm von Rothschild in Frank-
furt a. M. der Schule einen Betrag von fiber 1 700.- Mark.
14






ner Dr. Marcus Lehmann. Was sein Wirken fur die Ge-
meinde und die Schule bedeutete, ist von berufenen Seiten
bei zahlreichen Gelegenheiten, insbesondere bei dem 50jiihri-
gen Jubilaum der Schule und bei der Gedenkfeier seines 100.
Geburtstages dargestellt worden, sodafi an dieser Stelle eine
nochmalige Wfirdigung unterbleiben mag.
Seine Nachfolge fibernahm sein Neffe, Rabbiner Dr. Jonas Bondi,
selbst ein Schiller der Unterrichtsanstalt, die er im Sinne und
Geiste seines Vorgiingers weiterfiihrte. Seine Hauptarbeit und
Sorge gait der Weiterentwicklung und dem Gedeihen der Schule,
ffir die er sich mit seiner ganzen Pers6nlichkeit stets einsetzte.
Insbesondere war es ihm ein Herzensanliegen, die Schule nach
auflen reprisentativer zu gestalten und ein neues Schulgebaude
zu errichten, wovon er sich mit Recht eine Erh6hung des Schul-
besuches sowohl nach Schfilerzahl wie nach der Dauer der in
der Anstalt verbrachten Schuljahre erhoffte. Zunachst wurde im
Jahre 1899 beschlossen, die vorhandenen Lokalititen der Schule
zu renovieren. Unabhiingig hiervon blieb Dr. Bondi unablassig
bemifiht, das Projekt eines neuen Schulgebaudes zu verwirk-
lichen und die Ausfiihrung des Vorhabens schien bereits ge-
sichert, als der Ausbruch des Weltkrieges die Durchfilhrung des
schon weit gediehenen Planes wieder verhinderte und dann durch
die Inflation die hierffir aufgebrachten Mittel aufgezehrt wurden.
In die Amtszeit von Rabbiner Dr. Bondi fiel das 50 jahrige
Bestehen der Schule, das durch eine prachtige Feier begangen
wurde, deren glanzvoller Verlauf noch vielen unter uns in leben-
diger Erinnerung ist. Am 14. December 1909 fand eine Schul-
feier im Saale der Liedertafel und am Abend des gleichen Tages
ein Festbankett im ,,Rheinischen Hof" statt, besides unter RulSerst
starker Beteiligung der Gemeindemitglieder und zahlreicher ehe-
maliger, auch auswartiger Schiller. Auch diese Feier stand im
Zeichen der Propaganda ffir einen Schulneubau.
In der Kriegszeit wurde die Schule dadurch, dafi mehrere
Lehrer zu den Fahnen gerufen wurden, vor schwierige Situatio-
nen gestellt, doch gelang es, tiichtige Ersatzlehrkriifte zu gewin-
nen, bis nach Ende des Krieges die zuruickgekehrten Herren
ihren Schuldienst wieder aufnahmen.
Wie sehr Dr. Bondi mit der Schule verwachsen war und
in welchem Mafe er geradezu mit der Unterrichtsanstalt identi-
fiziert wurde, beweist der Umstand, dafi diese spiiter zundichst
von den Schillern, dann aber fast allgemein, insbesondere in
Schulkreisen, kurzweg die ,,Bondi-Schule" genannt wurde. -
Treffender als jede Einzelschilderung zeigt diese Tatsache, wie
16







das aufopferungsvolle Wirken des Leiters ffir seine Schule in den
weitesten Kreisen empfunden wurde. Jeder Schiller war ihm ans
Herz gewachsen und es war ihm ein personlicher Schmerz, wenn
Eltern ihre Kinder vorzeitig aus der Schule nahmen. In den
schweren Jahren der Nachkriegs- und Inflationszeit suchte er
auch das materielle Wohl der Schule unausgesetzt zu fordern, und
haufig hat er in uneigenniitziger Weise eingegriffen, wenn es
galt, dringende Ausgaben zu bestreiten. DafS es gelungen ist,
die Schule fiber diese in mannigfacher Hinsicht schwierige Zeiten
hinwegzubringen, ist zum gr6flten Teil sein pers6nliches Ver-
dienst. Sein vornehmer Charakter und sein hohes Menschentum
gewannen ihm auch bei Anhaingern anderer Anschauungen die
grafite Hochschatzung, was der von ihm geleiteten Anstalt
von betriichtlichem Nutzen war. Als er am 14. Mirz 1929 (2. Adar
1I 5689) zur ewigen Ruhe einging, war die aufrichtige Trauer um
ihn fiberwiiltigend und ergreifend. -
Wie es bereits zur Tradition geworden war, fiel dem neu-
gewahlten Rabbiner, Dr. M. L. Bamberger, auch die Leitung der
Unterrichtsanstalt zu. Auch er erkannte sofort, welch bedeuten-
den Faktor die Schule bei der Erffillung der der Religionsgesell-
schaft obliegenden Aufgaben bildet.
Schon vor seinem Amtsantritt wurde eine Schulkommission
aus Elternkreisen berufen, der die Herren Is. Jos. Fulda, Jacob
Cahn, Alphons Kahn-Hut, Dr. Ludwig Ehrmann, sowie Herr
Lehrer Oppenheimer angehdrten. Diese Kommission wurde im
Jahre 1934 durch die Zuwahl der Herren Fr. Frohwein, Dr. J.
Picard und Abr. Stub erginzt. Herr Dr. Ehrmann versah aufier-
dem 14 Jahre lang das Amt des Schularztes in h6chst umsichtiger
und uneigennfitziger Weise. Seit 1934 fibernahmen die Herren
Kinderarzt Dr. Karl Simon und Dr. Picard, sowie als Schulzahn-
arzt Herr Dr. Fr. Kahn ebenfalls ehrenamtlich diese Obliegen-
heiten.
Der Schulbetrieb erfuhr in den letzten Jahren einen star-
ken Umschwung. Durch die Zeitumstande haben sich die Ober-
klassen merklich gefiillt, sodafA neue Lehrkrafte eingestellt wur-
den. Die Schule trigt den Bildungsanforderungen der haheren
Klassen nach jeder Hinsicht Rechnung. Es bleibt unser Erzie-
hungsideal der von der g6ttlichen Lehre und ihrer Erfiillung be-
geisterte junge Mensch, der, ausgestattet mit einer gediegenen
Bildung in den jiidischen und weltlichen Wissenschaften, den
Typus eines Juden darstellt, der in seiner Zeit steht, an ihrem
Guten teilhat und ihr von seinen Kraften mitteilt. Der Unter-
richt erfuhr besonders in folgenden Fachern einen Ausbau:
16








Der hebraiische Unterricht hat die heute besonders wichtige
neuhebriische Sprache (Iwrith) fakultativ hinzugenommen zu den
ibrigen jiidischen Disziplinen, wie Chumisch, Tefilla, biblische
und nachbiblische Geschichte, Grammatik, Religionslehre, Pa-
lastina-Kunde. (Propheten und 1Mischnia werden ebenfalls fakul-
tativ unterrichtet).
In den profanen Wissenschaften wurde der fremdsprach-
liche Unterricht, Franz6sisch und Englisch, entsprechend erwei-
tert und intensiviert. In den oberen Klassen werden wochentlich
6 Sprachstunden, in der untersten Sprachenklasse (5. Schuljahr)
4 Stunden wochentlich erteilt. Zur F6rderung des naturwis-
senschaftlichen und Realunterrichts wurden weitere physikalische,
geometrische und geographische Lehrmittel angeschafft. Beziig-
lich des Ausbaus der Schule nach dieser Richtung hin, sowie zur
Vervollstiindigung des in seiner grofgen Bedeutung ftir unsere
jiidische Jugend erkannten Werkunterrichts liegen weitere Plane
vor; insbesondere da durch eine Reihe hochherziger Spenden der
Grundstock zur Einrichtung eines modern ausgestatteten Physik-
und eines Werkunterrichts-Zimmers gelegt ist. Zur k6rper-
lichen und sportlichen Ertiichtigung dient der monatliche Wan-
dertag sowie die wochentlichen Turn- und Spielstunden.
Zur Zeit unterrichten 8 Lehrkrafte an der Schule. Die 8
Jahrgiinge werden in 4 Klassen zu je 2 Abteilungen unterrichtet.
Von der Frequenz der Schule ist zu berichten, dagf, obwohl die
Schule im Laufe des Schuljahres 1933/34 ein Viertel ihres Schii-
lerbestandes durch Auswanderung (von 76 Schiilern bei Beginn
des Schuljahres wanderten 18 ins Ausland ab) eingebfiIt hatte, sie
das Schuljahr 1934/35 mit einem Bestand von 84 Kindern be-
ginnen konnte. Die Raume und der Schulhof wurden einer
gruindlichen Renovierung unterzogen.
Die Erfolge der Schule konnte man u. a. daran erkennen,
da6 in jedem Jahrgang es einigen Kindern gelang, zu ,,springen",
d. h. nach Absolvierung des 3. Grundschuljahres in die Sexta der
hoheren Schule fiberzutreten. Ueberhaupt erfreute sich die Schule
des Rufes, daft ihre Z6glinge eine gediegene Grundlage in die
hiheren Schulen mitbrachten.
Heute registriert die Umwelt nicht mehr unsere Erfolge.
Aber das Leben verlangt sie, es erwartet mehr denn je von der
jiidischen Schule die Fihigkeit zu bilden und zu erziehen. Wir
k6nnen nicht genug der weisen Voraussicht unserer Vorfahren
danken, die schon vor 71/2 Jahrzehnten begriffen hatten, da6f
die Sorge um die Erziehung und Heranbildung der Jugend zu den
wichtigsten Aufgaben einer jiidischen Gemeinschaft gehort und
17








die mit Gottvertrauen und Opfermut ein Werk begriindet haben,
das nicht allein in dieser langen Zeit reichen Segen gestiftet hat,
sondern dessen Dasein heute von uns Nachkommen gleichsam
als ein Geschenk der Vorsehung betrachtet werden muf. Im
Geiste der Grfnder weiter zu streben und welter zu bauen, sei
unser Dank und unser Gelabnis.




AN HANG NO. 1.


Program
der
Unterrichtsanstalt
der
israelitischen Religions-Gesellschaft
zu
Mainz.

Die Errichtung einer Unterrichtsanstalt, wozu Gro8fherz. Oberstudien-
direction geneigtest Genehmigung ertheilt hat, ist ein von alien Mitglie-
dern der Religionsgesellschaft tiefgefiihltes BediirfniB; sie ist unumging-
lich nothwendig, um den im . 1 der von Sr. Kdnigl. Hoheit dem Grofi-
herzoge gnAdigst genehmigten Statuten der Religionsgesellschaft ausge-
sprochenen Zweck, die Abhaltung des Gottesdienstes und
die Vornahme religi6ser Handlungen nach altherge-
brachtem Ritus, zu realisiren. Unsere Gebete und BekenntniB-
schriften sind hebrdiisch; eine bloBe Religionsschule, die sich mit Be-
nutzung der Mulfestunden der in verschiedene Schulen vertheilten Kinder
begnilgen muB, geniigt nicht, um die Jugend zum VerstindniB der Ge-
bete und zu den Quellen unsrer heiligen Religion zu ffihren; es soil eine
Anstalt errichtet werden, in der dem religi6sen Unterrichte der ihm ge-
buihrende Platz angewiesen und, die dazu n6thige Zeit darauf verwendet
zu werden vermag.
Der Zweck der zu errichtenden Anstalt ist demnach:
unsre Jugend beiderlei Geschlechts mit demjenigen Unter-
richte v o lst ii dig zu versorgen, dessen sie fir ihren, kiinftigen Be-
ruf als Menschen, Bfirger und Juden bedarf.
Die Anstalt wird daher den Gesammtjugendunterricht umfassen und
beide Zweige, den wissenschaftlichen und religi6sen, mit gleicher Sorg-
falt pflegen.
Sie wird auf Grundlage echter Religi6sitit die Entwickelung, Uebung
und Ertiichtigung aller Krafte und, Fdihigkeiten erstreben.
18








Sie iibernimmt zu diesem Zwecke die Jugend, Knaben und Maidchen.
mit dem vollendeten fiinften und entliAt sie mit dem zuriuckgelegten vier-
zehnten Lebensjahre.
Sie wird aus fiinf Klassen in je zwei Abtheilungen bestehen, von denen
die vier unteren einen zweijR'hrigen und die oberste einen einjihrigen
Cursui haben werden.
Urn den oben ausgesproahenen Zweck zu realisiren, wird fur die
Anstalt folgender Lehrplan projectirt:
Der bfirgerliohe Unterricht in der zu griindenden Lehranstalt soll
umfassen:
a. in der deutschen Sprache:
1) Denk- und Spreohilbungen,
2) Sprachlehre bis zum richtigen, gebildeten Styl,
3) Lesen bis zum selbststAndigen Verstindnif mittlerer prosaischer
und poetischer Schriften.
b. in der Weltkunde:
1) Allgemeine Bekanntschaft mit der Naturgeschichte nebst popu-
larer Anthropologie und populirer Himmelskunde,
2) Allgemeine Bekanntschaft mit der Naturlehre,
3) Geographie,
4) Weltgesc.hichte.
c. in der Mathematik:
1) Arithmetik mit vorwaltender Riicksicht auf das commerzielle
BediirfniB,
2) Allgemeinre Bekanntschaft mit der Geometrie und Algebra.
d. Schreiben (Sch6nschreiben).
e. Franz6sische) Sprache bis zum selbststdindigen VerstindniB mittl.
f. Englische ) prosaischer u. poetischer Schriften, Conversation, Styl
g. Zeiohnen,
dh. Gesang, (wo m6glich auch Turnen).
Der religi6se Unterricht soil umfassen:
a. in der hebriiischen Sprache:
1) Lesen punctirter und unpunctirter Schrift,
2) HebrAische Grammatik, vorzugsweise practisch fuir das selbst-
stdindige Lesen der Bibel im Urtext.
b. in der hebriiischen Schriftkunde:
1) Das VerstAindniB der Gebete,
2) das selbststAndige Lesen der hebriischen Bibel,
3) das Lesen populirer Religionsschriften im Urtext; die Beflihig-
teren his zum Talmud.
c. Religionslehre: vollstAndige Glaubens- und Pflichtenlehre.
d. Biblische Geschichte, Geographie von PaliAstina.
Fiir die Midchen fillt im religidsen Unterricht in, a. 1. das Lesen un-
punktirter Schrift, a. 2. ganz mund gar weg; in b. wird Nr. 1. geniigen.
Es tritt dafiir der Unterricht in den iiblichen weiblichen Handarbeiten an
die Stelle.
Die Anstalt steht unter der Leitung des Predigers der Religionsgesell-
schaft, welcher zugleich thatigen Antheil am Ertheilen des Unterrichts
nimmt.
Da die Anstalt sich durch Subventionirung edler Glaubensgenossen
19









reichlichen Zuschusses zu erfreuen haben wird, so wird das Schulgeld nur
in n iBiger H'he bestimmt zu werden brauchen.
Schon haben wir, um ffir die Anstalt tiichtige Lehrkrifte (akademisch
gebildete Lehrer) zu acqueriren, Unterhandlungen eingeleitet, so daB die-
selbe baldigst er6ffnet werden wird. Wir laden daher diejenigen Eltern,
die ihre Kinder der Anstalt anzuvertrauen gesonnen sind, ergebenst ein,
dieselben bei Herrn Dr. Lehmann, groBe Bleiche Nr. 47 neu oder
bei Herrn Jacob Levy, groBe EmmeransstraBe Nr. 33 neu oder bei
Herrn Hugo Bondi, groBe Bleiche Nr. 38 neu, gefAlligst anzumelden.

Mainz, am 24. February 1859.

Der Vorstaind der israelitischen Religionsgesellschaft zu Mainz.
i









ANHANG No. 2.


Einladungsschrift
zu den
am 11., 12. und 13. September 1865
im Schulgebaude, Flachsmarktstrafie Nr. 19 neu
statifindenden

6ffentlichen Pruifungen
der

Unterrichts-Anstalt


Israelitischen


der

Religions-Gesellschaft
zu
Mainz.


Schlu f act,
Mittwoch, den 13. September, Nachmittags 21/2 Uhr.


-6 -



















I. Verzeichni6 der Lchrer.



1) Herr Dr. Lehman n, Leiter der Anstalt.
2) ,, Frey.
3) Fuld.
4) ,, Gierow.
5) ,, Grfinebaum.
6) ,, Kahn, Joseph.
7) ,, Kahn, Leo.
8) ,, Leroy.
9) ,, Rfissel.
10) Fraulein S c h w a b.
11) Herr Werner. .


.12


*1









U. Jahres-Berichf.


I. Der Unterricht.

a. Tabellarische Uebersicht der Facher und Lehrstunden.

1. M idchen.




Masse. V




V. 2 5 ---5 4- 4 44 28
Vb. 2 6 2 5 1 2 1 3 3 6 1 32
IVa. 2 ,) 3 ,, 2 2 1 2 ,,J 3 1 36
III. 2 4 4 2 3 4 1 1 2 3 6 1 36
II. 2 4 1 4 2 3 4 1 3 2 2 6 1 38



2. Knab en.




Klasse. C d
Z) ;
br k (P


Den franz6sischen Unterricht genieBt in der V. Klasse nur die erste
Abtheilung. Im Talmud wurde w6chentlich, ein siebenstiindiger Unter-
richt ertheilt, an welchem die dazu befahigten Schiller der drei oberen
Klassen Theil nahmen. Die an diesem Gegenstande nicht theilnehlmen-
den Schiller erhielten w6chentlich einen zweistiindigen Mischnah-Unter-
richt.








Der Unterricht in den einzelnen Fachern.
1. Midchenklassen.
FiUnfte Klasse.
1. Biblische Geschichte bei Herrn, Grilnebaum. Die Ge-
schichte von der Erschaffung der Welt his Moses.
2. H e b r A i s c h bei demselben. a. Lesen. b. Uebersetzen einzelner Ge-
betstiicke. c. Segensspriiche.
3. D euts c h bei demselben,. a. Lesen. b. Allgemeines vom Hauptwort,
Beiwort und Zeitwort.
4. R e c h n e n bei demselben. Die Species his zur Division.
5. Weibliche Arbeiten bei Fraiulein Schwab.
Vierte Klasse.
1. Religionslehre und bibl. Geschichte bei Frl. Schwab.
a. Pflichtenlehre. b. Die Geschichte von Josuas Tod bis Salomo.
2. H e b r ii s c h bei derselben. a. Segensspriiche. b. Uebersetzung des
Gebetbuches. c. AusgewAhlte Stiicke aus dem Pentateuch (Genesis).
3. D e ut s c h bei derselben. a. Lesen. b. Formenlehre. c. Satzlehre.
d. Aufsitze, kleine ErzAhlungen.
4. Fran z6sich bei derselben. a. Das regelmiBige Zeitwort. b.
Uebersetzungen aus dem Steup. c. Ahn, prakt. Lehrgang von
60-120.
5. Geographie bei Herrn Kahn, Jos. Das Wichtigste aus der
physischen Geographie. Deutschland im Allgemeinen. Grofherzog-
thum Hessen, Grofh. Baden, K6nigreich Wfirttemberg speciell.
6. Rec hn en bei demselben. Die vier Species in ganzen Zahlen und in
Bruichen.
7. Zeichnen bei Herrn Riissel.
8. Schbnschreiben bei Herrn Werner.
9. Gesang bei Herrn Kahn, Leo.
10. Weibliche Arbeiten bei Fraulein Schwab.
Dritte Klasse.
1. Biblische Geschichte bei Herrn Dr. Lehmann. Von
David bis zur Zerst6rung des ersten Tempels und von Erschaf-
fung der Welt bis zum Einzug in das heilige Land.
2. Hebraiisch bei Fraulein Schwab. Vollstindige Uebersetzung
des Gebetbuches. Einzelne Sticke aus dem Pentateuch. (Genesis).
3. Deutsch bei derselben. Das Wichtigste aus der Satzlehre.
Geschichtsaufsitze und kleine Briefe.
4. Franz6sisch bei Herrn Leroy. Dr. Ahn, Grammaire fran-
caise cap. I. bis VI. Frings: Les 42 premiers dialogues.
5. English bei Fritulein Schwab. RegelmdiBiges und unregel-
.miBiges Zeitwort. Uebersetzung a-us dem Baskerville von der 1.
bis zur 10. Lektion.
6. Geographie bei Herrn Kahn, Jos. Gemeinschaftlich mit der
vierten Klasse.
7. Geschichte bei Herrn Fuld. Geschichte der alten Welt bis
auf Alexander d. Gr.
8. Rechn en bei demselben. Wiederholung der Briiche. Zwei-
satz: Zinsrechnung.
9. C h e m i e bei H errn F r e y. Die Allgemeinheit der chemischen
Process. Unterschied zwischen den einfachen und zusammenge-







sefzten 8toffen. Wasser, besonders die Einwirkung der Wgirme
auf dasselbe, sowie auf feste K6rper, Thermometer nebst allen
einschliglichen Experimenten.
10. Naturgeschichte bei Herrn Fuld. Die Siiugethiere.
11. Zeichnen bei Herrn Rilssel.
12. Sch6nschreiben bei Herrn Werner.
13. Gesang bei Herrn Kahn, Leo.
14. Weibliche Arbeiten bei Fraulein Schwab.
Zweite Klasse.
1. Biblische Geschichte bei Herrn Dr. Lehmann. Gemein-
schaftlich mit der dritten Klasse.
2. Deutsch bei Herrn Fuld. a. Wiederholung der Satzlehre. b.
free AuTsitze.
3. Literatur bei dems elbe n. Die sechs ersten Perioden. Prosodie
und Metrik.
4. Franz6sisch bei Herrn Leroy. Noel et Chapsal: Abr6g6 de
la grammaire franqaise avec exercices. Correspondance familibre.
Mme. Br6e: Lecture et conversation. Orelli: Narrations et posies.
5. English bei Herrn Gierow. Die Grammatik von Baskerville
fast ganz iibersetzt. Schreibiibungen: Briefstyl (geselliger mit be-
sonderer Riicksicht auf Orthographie, Etymologie und Syntaxis..
Lesetibungen aus: ,,The English Reader by Baskerville" und The
Fables by Gay." Sprechilbungen. (Conversation).
6. Hebriiisch bei Friulein Schwab. Die Spriche der Viiter.
AusgewAhlte Stiicke aus dem Pentateuch. (Exodus.) Uebersetzung
des Psalmbuches von 36 bis 70. Lesen der jfidisch-deutschen Schrift.
7. Geographie bei Herrn Kahn, Jos. a. Das Wichtigste aus
der mathematischen Geographie. b. Amerika.
8. Geschichte bei Herrn Fuld. Die Reformation und die fran-
z6sische Revolution.
9. R e c h n en b e i d e m s e I b e n. Zins-, Gesellschafts- und Mischungs-
rechnungen.
10. Naturlehre bei demselben. Das Gleichgewicht der flilssi-
gen und luftf6rmigen Korper.
11. Chemie bei Herrn Frey. Gemeinschaftlich mit der dritten
Klasse.
12. Naturgeschichte bei Herrn Fuld. Gemeinschaftlich mit
der dritten Klasse.
13. Zeichnen bei Herrn Riissel.
14. Sch6nschreiben bei Herren Werner.
15. Gesang bei HerrnKahn, Leo.
16. Weibliche Arbeiten bei Fraiulein Schwab.
2. Knabenklassen.
Finfte Klasse.
1. Religionslehre und biblische Geschichte bei Herrn
Fuld. a. Pflichtenlehre. b. Segensspriiche. c. Von Josua bis zu
den K6nigen.
2. Deutsch bei Herrn Grilnebaum. a. Lesen. b. Formenlehre:
Das Wichtigste vom Hauptwort, Bei- und Zeitwort.
3. HebrAiisch bei demselben. a. Lesen. b. Ausgewaihlte Stiucke
aus dem Gebetbuche und dem Pentateuch.







4. Rechnen bei demselben. Die Species bis zur Division.
5. Franz6sisch bei demselben. Ahn, prakt. Lehrgang bis 60.
Declination des Hauptwortes.
Vierte Klasse.
1. Religionslehre und bible. Geschichte bei Herrn Fuld.
Gemeinschaftlich mit der ffinften Klasse.
2. Deutsch bei Herrn Kahn, Jos. a. Lesen. b. Formenlehre: Das
Hauptwort, Fiirwort, Beiwort, Zahlwort und Zeitwort. c. Der
einfache Satz. d. Erziihlungen und Briefe.
3. Franz 6 sisch bei demselben. Avoir und etre und die 2 ersten
regelmABigen Conjugationen. b. Lecture aus Ahn, prakt. Lehr-
gang. c. Ahn, prakt. Lehrgang von 60- 120.
4. H e b r i is c h bei demselben.
I. Uebersetzung des Oebetbuches.
II. Uebersetzu'ng des Pentateuchs 1. B. M. von Kapitel 18-30.
III. Hebraiische Grammatik. Das Hauptwort.
5. Geographie bei Herrn Griinebaum. Das Wichtigste aus der
physischen Geographie. Allgemeines iiber Deutschland.
6. R e c h n e n bei Herrn Kah n, Jos. Die vier Species in benannten
Zahlen. Die Brtiche bis zur Division.
7. Sch6nschreiben, bei Herrn Werner.
8. Gesang bei Herrn Kahn, Leo.
Dritte Klasse.
1. Bibl. Geschichte bei Herrn, Dr. Lehman n. Jildische Ge-
schichte von der Zerst6rung des zweiten Tempels bis auf unsere
Tage. Bibl. Geschichte: Einleitung in die schriftliche and miind-
liche Lehre.
2. Hebriisch:
a. Uebersetzung des ganzen Gebetbuches bei Herrn
Kahn, Jos.
b. Uebersetzung des Pentateuchs bei demselben. Vom
9. Kapitel des 3. Buches bis zum 21. Kapitel des 5. Buches.
c. Pentateuch mit Raschi-Commentar bei demselben.
AusgewAhlte Stiicke.
d. Uebersetzung des Psalmbuches bei Herrn Dr. Leh-
m an n. Von Kapitel 76 bis 120.
e. Sprilche Salomo's bei Herrn Fuld. Vom 1. bis zum 21.
Kapitel.
f. Mischnajoth bei Herrn Dr. Lehmann. Mafechet PeBa-
chim mit Commentar des R. Obadjah Mibartenura.
f. Talmud bei Herrn Griinebaum. Traktat Baba Maziah.
Fol. 33 bis 47 mit Raschi-Commentar und zuweilen auch ToBe-
photh. AuBerdem haben die Schiller ausgewiihlte Stiicke mit
Nachhilfe des Lehrers preparirt.
g. Hebraische Grammatik bei Herrn Kahn, Jos. Das
unregelmi8Bige Zeitwort.
3. Deutsch bei Herrn Fuld. a. Satzlehre. b. Freie Aufsitze.
4. Franz6sisch.e Grammatik bei Herrn Leroy. Dr. L. Noir.-
Grammaire Franqaise: Les 73 premiers numeros. Franz6sische Lec-
ture bei Herrn F uld. Liideking: Cr6sus, Porsenna, Xerxes, die
Kreuzzilge und Mahomed'.







5. English c h bel demselben. a. Das regelmdiiige und unregelmAifige
Zeitwort. b. Baskerville, von der 1. bis zur 16. Lektion. c. Ueber-
setzung einiger Lesestiicke.
6. Geography ie bei Herrn, Grii nebautm. Europa. Handelsgeo-
graphie von Italien.
7. Geschichte bei Herrn, Fuld. Von der Reformation bis zum
siebenjiihrigen Kriege.
8. R e c h n e n bei Herrn K a h n, Jos. Decimalrechnen, Proportionen und
Kettensatz.
9. Geom et rie bei Herrn Fu Id. Die Lehre von den Dreiecken,
Vierecken und Vielecken, Fliicheninhalt der Figuren.
10. Natur lehre bei demselben. Lehre von der Bewegung und vom
Gleichgewicht der K6rper. Elektricitiit. Telegraphie.
11. C h em i e bei Herrn Fre y. Die Allgemeinheit der chemischen Pro-
cesse, specifisches Gewicht. Unterschied zwischen den einfachen
und zusamnmengesetzten Stoffen. Metalloide, im Besonderen Sauer-
stoff und Wasserstoff, nebst allen einschliiglichen Experimenten.
12. Naturgeschichte bei Herrn Fuld. Die Siiugethiere.
13. Zeichnen bei Herrn Rilssel.
14. Sch6nschreiben bei Herrn Werner.
15. Gesang bei Herrn Kahn, Leo.
Zweite Klasse.
1. Religionslehre und biblische Geschichte bei Herrn
Dr. Lehmann. Gemeinschaftlich mit der dritten Klasse.
2. De ut sch bei Herrn F uld. Gemeinschaftlich mit der dritten Klasse.
3. Franz6sische Grammatik bei Herrn Leroy. Dr. L. Noir6,
Grammaire frangaise. Chap. 3. 4. 5. 6.
Franz6sische Lecture bei Herrn Fuld. Gemeinschaftlich
mit der dritten Klasse.
4. E n g li s c h bei demselben. Gemeinschaftlich mit der dritten Klasse.
5. H e b r ii s c h gemeinschaftlich mit der dritten Klasse.
6. 0 eo graphie bei Herrn Kah n, Jos. a) Das Wichtigste aus der
mathematischen Geographie. b) PreuBen mit besonderer Beriuck-
sichtigung seiner commerziellen Verhiltnisse; Amerika.
7. Geschich te bei Herrn Fu Id. Gemeinschaftlich mit der dritten
Klasse.
8. R e c h n e n bei demselben. Decimalbrilche, Proportionen, Potenzrech-
nungen, Ausziehung der Quadratwurzel.
9. G e o m e t r i e bei demselben. Gemeinschaftlich mit der dritten Klasse.
10. N at u r I e h r e bei demselben. Gemeinschaftlich mit der dritten Klasse.
11. C h em i e bei Herrn F r e y. Gemeinschaftlich mit der dritten Klasse.
12. Naturgeschichte bei Herrn Fuld. Gemeinschaftlich mit der
dritten Klasse.
13. Zeichnen bei Herrn Ruissel.
14. Sch6nschreiben bei Herrn Werner.
15. Gesang bei Herrn Kahn, Leo.
Erste Klasse.
1. Religionslehre und biblische Geschichte bei Herrn
Dr. Lehmann. Gemeinschaftlich mit der dritten und zweiten
Klasse.







2. D eutsch bei Herrn Ful d. Oemeinschaftlich mit der dritten und.
zweiten Klasse.
3. Literatur bei demselben. Die 6 ersten Perioden, Prosodie und
Metrik.
4. Franz6sische Grammatik bei Herrn Leroy. Ploetz. Gram-
maire methodique: 401eqons. Racine: Athalie, act I. Correspondance
commercial.
Franz6sische Lecture bei Herrn Fuld. Die vier ersten
Abschnitte von Guillaume le Conquerant par Guizot.
5. English bei Hermn Gierow. Die Grammatik von Baskerville
fast ganz iibersetzt. Schreibeiibungen: Briefstyl (Handelscorrespon-
denz) mit besondrer Riicksicht auf Orthographie, Etymologie und
Syntaxis. Leseilbungen aus ,,The English Reader by Baskerville"
und ,,The Fables by Gay" Sprechilbungen. (Conversation).
6. H e br a i s c h: 1. Uebersetzung des Pentateuchs mit Raschi-Commentar
bei Herrn Fuld. 2. B. M. von Kapitel 6 bis Kapitel 18. 5. B. M.
von Kapitel 32 bis 33. Die Spriiche der Viter. Hebriiische Gram-
matik: Wiederholung der Formenlehre. Sonst gemeinschaftlich mit
der dritten und zweiten Klasse.
7. Geographie bei Herrn Kahn, Jos. Gemeinschaftlich mit der
zweiten Klasse.
8. G e s c h i c h t e bei Herrn Ful d. Gemeinschaftlich mit der dritten
und zweiten Klasse.
9. Rech nen bei Herrn Fuld. a) Kaufmiinnisches Rechnen. Berech-
nung des Werthes der Miinzen, Wechselarbitragen, Conti-Correnten,
Facturen und Calculationen. b) Algebra. Logarithmen, Progres-
sionen, Gleichungenr mit einer und mehreren Unbekannten, Glei-
chungen des 2. Grades mit einer Unbekannten.
10. G e o m e t r i e bei demselben. Gemeinschaftlich mit der dritten und
zweiten Klasse. AuBerdem noch: Aehnlichkeit der Figuren, Lehre
von den Linien und, Winkeln im Kreise.
11. H and elswiss ens cha ft bei demselben. Einfache Buchfiuhrung
und kaufmiinnische Briefe.
12. N aturl ehre bei demselben. Gemeinschaftlich mit der dritten und
zweiten Klasse.
13. C h e m i e bei Herrn F r e y. Gemeinschaftlich mit der dritten und
zweiten Klasse.
14. Naturgeschichte bei Herrn Fuld. Gemeinschaftlich mit der
dritten und zweiten Klasse.
15. Zeichnen bei Herrn Riissel.
16. Sch6nschreiben bei Herrn Werner.
17. Gesang bei Herrn Kahn, Leo.
Dann folgen die Ordnung der Priifungen und sonstige Mitteilungen.











ANHANG No. 3.

An eine Hochpreisliche, Grofiherzogliche Oberstudien-Direktion,
Darmstadt.
Betreff: Gehorsamstes Gesuch des Vorstandes der israelitischen Religions-
gesellschaft zu Mainz, Erweiterung der Unterrichtsanstalt der ge-
nannten Religionsgesellschaft zu einer Realschule zweiter Klasse
behufs Erteilung von Berechfigungsscheinen fur den einjihrigen
freiwilligen MilitArdienst an d'ie Abiturienten der Anstalt.
Eine hochpreisliche Grolherzogliche Oberstudien-Direktion hat im
Anfange des Jahres 1859 dem gehorsamst unterzeichneten Vorstande ge-
neigtest die Konzession erteilt, eine h6here Lehranstalt fir Knaben mnd
eine solche foir Miidchen hunter der Leitung unseres Predigers Dr. Marcus
Lehmann zu errichten. Beide Anstalten wurd'en am ersten November 1859
mit 27 Schillern und 26 Schillerinnen erbffnet. Diese Anstalt wirkt seit
zehn Jahren sehr segensreich; die Schiilerzahl hat sich fast auf das Drei-
fache vermehrt, da sie gegenwirtig 84 Knaben und' 48 Madchen betrigt.
Der Gedanke, der uns unter grofen Opfern diese Anstalt errichten lieB,
ist der, daB wir, die wir auf dem Boden des orthodoxen Judentums stehen,
unsere Kinder in Treue und Anhiinglichkeit sowohl fo.r Fiirst und Vater-
land, als auch ffir unsere Religion zu erziehen, d'ieselben ebensosehr zu
tiichtigen Menschen als auch zu religi6sen Juden heranzubilden bestrebt
sind, sodaB neben dem Unterrichte in den Elementar- und Real-Gegen-
stAinden, ferner in den modernen Sprachen, auch der in den jiidischen Re-
ligionswissenschaften, in. der hebriiischen Sprache, in der hebriiischen Bibel
und deren Kommentaren, in unserer hebriiischen Gebetssprache gepflegt
wird. Unter diesen UmstAinden kann es uns natiirlich nicht geniigen,
einc blofie Elementarschule zu besitzen, sondern wir miissen die Ausbil-
dung der Kinder von friiher Jugend an his zu deren Eintritt in das bitrger-
liche Leben iibernehmen, wenn unser Streben von Erfolg gekr6nt sein
soil und es'ist, Gott sei Dank, von Erfolg gekr6nt worden. Wir haben
bereits in den verflossenen zehn Jahren eine Jugend' herangebildet, welche
in biirgerlicher Beziehung tiichtig und gebildet, in, politischer Beziehung
treu und anhinglich an Fiirst und Vaterland, in religi6ser Beziehung fest-
halt an den Gesetzen und- Vorschriften u'nserer Religion, eine Jugend,
welche nicht dem modernen Materialismus und den unzeitlichen Ideen
der Nivellierung und des Umsturzes huldigt. Wir haben dieses giinstige
Resultat dem bewiihrten Leiter unserer Anstalt, unserem Prediger Dr.
Marcus Lehmann zu verdanken, der, als jiidischer Gelehrter und Schrift-
steller beriihmt, auch auswArts unserer Anstalt einen sol:hen Namen er-
worben, daB viele auswiirtige Eltern aus der NAhe und Ferne uns ihre
Kinder anvertraut haben.
Mit der Einfihrung der allgemeinen Wehrpflicht jedoch und die
Institution des einjiihrigen freiwilligen Milliitrdienstes droht unserer An-
stalt die Gefahr, daB ihr die Schiller gerade in den Jahren entzogen
werden, in welchen die Bildung des Gemuites und des Charakters die
sorgfiiltigste Pflege bedarf. Es haben daher wohlhabende Freunde der
Anstalt aus unserer Mitte sich verpflichtet, die Mittel aufzubringen,, die
29








wir zur Erweiterung der Anstalt beduirfen. Wir erlauben uns, den fur
diesen Zweck ausgearbeiteten Lehrplan gehorsamst zu, iberreichen; wir
werden die bereits an unserer Anstalt wirkenden Lehrkrifte durch a k a -
demisch gebild'ete Lehrer vermehren, um den Deigelegten Lehr-
plan zur Ausffihrung zu bringen.
Zugleich erlauben wir unis, gehorsamst darauf aufmerksam zu machen,
daB der Lehrstoff, den der mehrerwAihnte Lehrplan in. Bezug auf die Er-
lernung der hebrAiischen Sprache, der Lektfire und Erkliirung der bib-
lischen Biicher ein nicht hoch genug anzuschlagendes Bildungselement
enthilt, das zugleich die Jugend mit einem reinen sittlichen Elemente
durch'dringt und die Lernenden zur Gottesfurcht und Unterthanentreue
erzieht.
Auch in Frankfurt a. M. ist die Unterrichtsanstalt der (orthodoxen)
israelitischen Religionsgesellschaft daselbst, die mit der unsrigen auf glei-
chen Prinzipien beruht, von der hohen k. preulf. Regierung als eine
Realschule zweiter Ordnung anefkannt worden. -
Wir ,stellen daher die gehorsamste Bitte:
Hochpreisliche GroBherzogliche Oberstudien-Direktion wolle
geneigtest unsere unter der Direktion. unseres Predigers Dr. Marcus
Lehmann stehende Unterrichtsanstalt auf Grund des beiliegenden
Lehrplans fiir eine Realschule zweiter Ordnung erkliiren und ihr
die ErmAchtigung erteilen, Abiturientenzeugnisse auszustellen, die
zum einjihrigen freiwilligen Militiirdienste berechtigen.
Einer hochverehrlichen GroBherzoglichen Oberstudien-Direktion
gehorsamster
Vorstand der israelitischen Religionsgesellschaft zu Mainz.
Mainz, den 9. November 1869.








Verzeichnis der Lehrkrifte, welche an der Schule unterrichteten.

Unter der Leitung von:
Rabbiner Dr. M. Lehmann 1859-1890


Lehrer:
Moritz Fuld
Emanuel Outmann
Joseph Kahn-Hut
Achille Leroy
Leo Kahn, Singlehrer
Fr. Riissel, Zeichenlehrer
Werner, Schreiblehrer
Plaut
R. Salem
Hirsch Grfinebaum
Frey
Gierow
Max Schwarzschild
Moritz L6wenthal
Suhler
E. Wolf, Singlehrer
Isaac Brader
Hirsch Schwab
SchloB
M. Steckelmacher
Leo Schlessinger
Abr. Oppenheimer


Rabb
Lehrer:
Joseph Kahn-Hut
M. Steckelmacher
Abr. Oppenheimer
Leo Schlessinger
Jonas Holzmann
Ludwig Krauss
Herm. Schlessinger
Sal. Eschwege
Dr. Herm. Klein
Karl Klein
Jakob Ehrenreich
Dr. S. Winckler
Berth. Schiff
Dr. Aron Neuwirth
Jul. Kissinger
Dr. Nathan Friedmann
Dr. Arthur Posner
Sally Hecht
Ludwig Freimark
Adolf Frankfurt
Siegfr. Friedemann
Julius Lomnitz


1859-1886
1860-1862
1860-1913
1860-
1860-1870
1860-
1860-
1862-1863
1862-1866
1863-1867
1864-1866
1864-
1867-
1867-
1870-
1870-1885
1871-1873
1872-1876
1876-1880
1877-1892
1885-1901
1886-1928


Lehrerinnen:
Frl. Schwab
,, Katharine Kremer
,, Uihlein
,, Regine Fuld
,. Isabella Gutmann
SGries
Frau Franziska Liepelt
Frl. Thiemann
Marie F6ttinger
OGilither


iner Dr. J. M. Bondi 1890-1929
I Lehrerinnen:


1860-1913
1877-1892
1886-1928
1885-1901
1893
1894-1901
1901-1934
1902-1906
1904-1905
1905-1908
1906-1908
1909-1911
1909-1919
1911-1928
1913-1923
1918
1919-1920
1920-1927
seit 1923
1927-1928
1928-1930
1928


1860-1866
1866-1877
1867-
1867-1872
1872-1879
-1889
1877-1919
1877-
1879-1918
1889-1890


Frau Franziska Liepelt 1877-1919
Frl. Marie F6ttinger 1879-1918
,, Schr6der 1897-1900
Richard
,, Lilly Levy 1901-1907
Nothof
Henny Weil 1903-1907
,, Sophie Levy 1904-1905
Eugenie Neumann 1918-1925
Ida Levy 1915-1919
,, Martha Lehmann 1915-1920
,, Elise Munk 1919-1921
,, Hartnagel 1921-1928
Frau Hornl hnert 1926-1928
Wolpert, Turnlehrerin
Fri. Wolf








Rabbiner Dr. M. L.
Lehrer:
Ludw. Freimark seit 1923
Siegfr. Friedemann 1928-1930
Julius Lomnitz seit 1928
Herm. Schlessinger 1901-1934
Mendel Rosenberg seit 1930
Jakob Tschorniki seit 1933
Dr. Jakob Berlinger seit 1934
Gg. Frey, Turnlehrer seit 1934


Bamberger seit 1929
Lehrerin:
Frl. Lea Lassmann


Verzeichnis
der Schiller und Schiilerinnen, die in dem Zeitraum von 1859
bis 1908 die Anstalt besucht haben.

Die Jahreszahl bezeichnet das Eintrittsjahr in die
Schule, gleichviel in welchem Alter und in welche Klasse
der Eintritt erfolgte.
Der Ortsname bezeichnet in der Regel den e burtsort
(der bei niiher gelegenen Orten zumeist der Wohnort war).
Etwaige Ungenauigkeiten bei der Angabe von Jahreszahl
und Geburtsort, besonders bei den Ailtestenr Jahrgdingen, sind
auf die Unvollstandigkeit des verfiigbaren Listenmaterials
zuriickzufiihren.

1859


Ludwig Bloch, Mainz
Mathilde Bloch, Mainz
Michael Cahn, Riidesheim
Alexander Fialla, Mainz
Franziska Fialla, Mainz
Anna Fuld, Mainz
Babette Fuld, Mainz
Nathalie Fuld, Mainz
Regina Fuld, Mainz
Emilie Goldschmidt, Mainz
Max Oriessmann, Mainz
Rosa Gutmann, Mainz
Theod. Jourdan, Mainz
Adolph Kahn, Kastel
Marcus Kahn, Kastel
Edmund, Kassel, Mainz
Ida Kassel, Mainz
Moritz Kassel, Mainz


Bertha Koch, Mainz
Johanna Koch, Mainz
Sophie Koch, Mainz
Bertha Lebrecht, Mainz
Max Levi, Mainz
Mathilde Lippmann, Mainz
Jacob Lippmann, Mainz
Amalie L6b, Mainz
Seligmann L6b, Mainz
Franziska Lorch, Mainz
I. Lorch, Mainz
Rosa Mayer, Mainz
Js. Moritz, Mainz
Leo Moritz, Mainz
Helene Pfann, Mainz
Hermann Rothschild, Mainz
Jacob Seligmann, Mainz
Bernh. Sender, Biebrich


Albert Simon, Mainz
Bertha Simon, Mainz
David Simon, Mainz
Eduard Simon, Mainz
Mathilde Simon, Mainz
Moritz Simon, Mainz
Rosa Simon, Mainz
Theodor Simon, Mainz
Emil Schlessinger, Mainz
Albert Stein, Mainz
Rudolf Vogel, Mainz
Eva Weihrauch, Mainz
Seligmann Weis, Mainz
Emil Weiss, Mainz
Karoline Weiss, Mainz
Clementine Weissmann, Mainz
Julius Willstdidt, Mainz


seit 1929







1860
David DreyfuB, Mainz
Mina Fialla, Mainz
Moritz Franc, Nassau
Nathan, Grinebaum, Mainz
Jsabella Gutmann, Mainz
Franziska Jourdan, Mainz
Adolph Kahn, Mainz
Heinrich Kaufmann, Mainz
Martin Moritz, Mainz
Rosalie Moritz, Mainz
Bertha Pfann, Mainz
Henriette Pfann, Mainz
Moritz Sender, Biebrich
Samuel Schloss, Mainz
Isaac Sch6nberg, Nd.-W611stad
Karl Schott, Mainz
Bernh. Sternberg, Mainz
Bertha Vogel, Mainz
Hermann Weihrauch, Mainz
Moritz Weiss, Mainz
R6schen WeiB, Mainz
Samuel WeiB, Mainz
1861
Siegmund, Fialla, Mainz
Lina Koch, Mainz
Mina Koch, Mainz
Rebecka Ladenburg, Mainz
Anna Lebrecht, Mainz
Karoline Lebrecht, Mainz
Johanna Lebrecht, Mainz
Henriette Lebrecht, Mainz
Julius Lorch, Mainz
Ida Mayer, Mainz
Louis Metzger, Weisenau
Rosa Metzger I., Mainz
Moritz Sender, Biebrich
1862
Ludw. Abraham, Ober-Olm
Louis Baer, Nassau
Isak Baum, Alzey
Johanna Bloch, Mainz
Julius Cahn, Riidesheim
Alphons Hirsch, Mainz
Levi Jessel, Weilmiinster
Phil. Jourdan, Mainz
Aron Kahn, Geinsheim


Heinrich Maas, Mainz Carl L6wensberg, Heidesheim
Pauline Manes, Mainz Gust. L6wensberg, Heidesheim
Bernh. Metzger, Weisenau Simon Metzger, Weisenau
Maximilian Metzger, Weisenau Anna Simon, Mainz
Moritz Metzger, Weisenau Carl Strauss, Wbrrstadt
Rosa Metzger II., Mainz Clement. Wallerstein, Mainz
Julius Metzger, Weisenau Ludwig Weiss, Mainz
Siegm. Moritz, Mainz 1865
Auguste Simon, Mainz Carl Baer, Nassau
Clara Simon, Mainz Lina Blum, Mainz
David Simon, Mainz Herrmann Ehrmann, Mainz
Heinrich Stein, Mainz Simon Fuchs, Buttenwiesen
Bernh. Weiner, Mainz Samuel Fuld, Mainz
Leo Willstaedt, Mainz Eugenie Hirsch, Mainz
Otto Willstaedt, Mainz Johanna Hirsch, Mainz
t 1863 Rosalie Kahn, Le Havre
Julie Baum, Weisenau Otto Kassel, Mainz
Adolph Gochsheimer, Mainz Anna Koch, Mainz
Lina Gutmann, Mainz Julie Koch, Mainz
Gustav Jourdan, Mainz Abrah. Krieger, Essenheim
Emilie Kahn, Mainz Emma Leh.mann, Mainz
Clementine Koch, Mainz Isak Levita, Mainz
Nathan Koch, Mainz Jeanette Lob, Mainz
Mina Koch II., Mainz Johanna Lorch, Mainz
R6schen Lebrecht, Mainz Salomon Lorch, Mainz
Oskar Lehmann, Mainz Frieda Lob, Worms
Meyer Levy, Orajowa Anna Mayer, Mainz
Adolph Liebmann, Mainz Johanna Mayer, Trebur
Laura Mayer, Mainz Moses Meier, Bretzenheim
Arthur Rosenthal, Mainz Eva Metzger, Weisenau
Jacob Rosenthal, Philippstein Germann Metzger, Weisenau
Rebecka Sender, Biebrich Adolf Raphael, Ob.-Ingelheim
Johanna Simon, Mainz Franziska Simon, Mainz
Siegm. Simon, Mainz Helene Simon, Mainz
Josefine Schlessinger, Mainz Moritz Simon II., Mainz
Hugo Waldeck, Neuwied Helene Schwarz, Mainz
Samuel Wolf, Wiesbaden Berhardine Stein, Mainz
1864 Pauline Stein, Mainz
Joseph Bloch, Mainz Ferd. Strauss, Bodenheim
Friederika Ehnmann, Mainz Moses Weiss, Mainz
Bertha Feist, Kastel Salli Weis, Mainz
Leo Gross, Weisenau Simon Zacharias, Bretzenheim
Nathan Herzog, Mainz 1866
Leo Hirsch, Mainz Sophie Bloch, Mainz
Julius Koch, Mainz Jonas Bondi, Mainz
Nathan Koch, Mainz Rebecka Bondi, Mainz
Isaac Lebrecht, Mainz Eduard Blum, Mainz


Heinr. Kaufmann, KronenbergOertrude Lebrecht, Mainz
Ida Kleebeerg, Mainz Bernh. Lorch, Mainz
Helene Koch, Mainz, Sophie Lorch, Mainz
Adolph Lippmann, Mainz R6schen LUser, Mainz


Carl Cassel, Mainz
Adolph Flesch, Mainz
Abraham Fuchs, Buttenwiesen
Eugen Fuld, Mainz







Oscar Fuld, Mainz Adolph Sichel Schlilchtern Helene Dreifuss, Joseph Heimann, Biblis Bernh. Bertram Sichel, Mainz Hermann: Dreifuss, Mainz
Abraham Heumann, Mainz Max Sichel, Mainz- Regina Ehrmann, Mainz
Hugo Heumann, Mainz Isak Schott, Riisselsheim Leop. Feist, Kastel
Benno Hertz, Mainz Ricka Schwarz, Mainz Marcus Feist, Kastel
Ludwig Jourdan, Mainz Arnold Vyth, Mainz Karoline Flesch, Mainz
Anna Kallmann, Mainz Lina Vyth, Mainz Sophie Flesch, Mainz
Franziska Koch, Mainz Eduard Weis, Mainz Arthur Fuld, Mainz
Mathilde Koch, Mainz Emil Weis, Mainz Caisar Ganz, Mainz
Ricka Koch, Mainz Siegm. Zacharias,. Bretzenheim. Emil Ganz,,. Mainz
Siegmund Land'au, Mainz 1868 Auguste Gochsheimer, Mainz.
Clara Lebrecht, Mainz Max Adler, Kelsterbach Math. Goldmann
Ludwig Levinger, Mainz Hugo Bondi, Mainz Adolph Gottschall
Karl Levinger, Mainz Meyer Bondi, Mainz Moritz Grau, Mainz
Johanna Mannes, Mainz Sara Ehrmann, Mainz Adolph Gross, Weisenau
David Metzger, Weisenau Klara Ell.inger; Mainz Jul. Hirsch, Mainz
Bertha Simon, Mainz Ludw. Gross, \\'eisenau Siegfried Huber, Mainz
Louis Simon., Mainz Regina Gross, Weisenau Betty Kahn-
Max Simon, Mainz Sally Hertz, Mainz Louis Kahn, Main-z
Karl Schwarz, Bretzenheim Bertha Hirsch, Maiaz, Nathan Kahn, Mainz
Sal. Sternberg, Laubis-EschbachAbrah.. Hirschhorn, WeisenauAlbert Kapp, Hechtsheim
Adolph Weiner, Mainz Arnold Kahn Nathan Lebrecht, Mainz.
Joseph Wolf, Mainz Eugenie Kahn, Le Havre Sam. Lob, Mainz
1867 Jette Kahnl Leop. L6wenherz, Runkel
Jonas Bondi, Mainz Sophie Kahn Julie Marx, Mainz
Bernhard Deutsch, NiedermBabette Koch, Mainz. Willi Mayer, Trebur
Berthold Deutsch, Mainz Emma Koch, Mainz Luise Metzger
ettchen Ehrmann, Mainz Moses Lebrecht, Mainz Emma Moritz, Mainz
Isidor Ehrmann, Mainz Emil Leven Ludwig Neumann, Kastel

Leopold Ehrmanr, Mainz Louis Levy, Bierstadt Wilh. Sauerbach
Minna Ehrmann, Mainz Sara Loeb, Mainz- Simon Selig
Zacharias Gochsheimer, Mainz Adolph Lorch, Bretzenheim Betty Sichel, Mainz
Bertram Hamburg, Mainz Moritz L6ser, Mainz Sophie Sichel, Mainz
Rosa Hirsch, Mainz Moritz Loewensberg, Ickstadt Jakobine Schlesinger, Mainz
Bernh. Kahn, Bischofsheim Adolph :Marx; Nauheim Luise Schott
Herrmann Kahn, Bischofsheim Lisette Metzger, Weisenau Simon Schott, Ruisselsheim
Bernh. Landau, Erbenheim Sal. Meyer Alb. Schwarz, Mainz
.. Therese Meyer Mainz Heinrich Ullmann, Heidesheim


Ludwig Landau, Miainz
Herm. Landau, Mainz
Bertha Lippmann, Schwarza
Bernh. Lorch, Mainz
Emma Mai, Salmijster
Sam. Meyer, Mainz
Seligm. Meyer, Reichelsheinm
Em. Morgenthau, Crumstadt.
Martin Morgenthau, Mainz
Simon Morgenthau, Mainz
Eugen Nathan, Mainz
Herm. Reiling, Mainz
Mor. Rothschild, Schlangenba
Siegfr. Selig, Hechtsheim
34


Edmund; Moritz, Mainz 1870
Adolf Reichenberg, AssenheimBerthold Bendheim, Auerbach
Carl Reiling, Mainz Siegmund Benedikt, Mainz
Julius Sichel, Mainz Eugen Blum, Bodenheim
Emma Simon, Mainz Max David,. Reichelsheim
Friederike Sonnenberg Bertha Ellinger, Mainz
Abraham Schott, Riisselsheimn.Hugo Ganz, Mainz
Max Weiner, Main~z Jos. Hahnesand, Mainz.
Siegfried Weis, Mainz Herm. Hirsch, Nackenheim
1869 Siegfried Jourdan, Mainz
Emma Blum Joseph Kallmann, -Mainz,
disak Blum, Mainz Alb. Kern, Mainz .
Aaron Bondi, Mainz Henriette-Koch,.Mainz.








Hugo- Koch, Mainz
Heinrich Landau, Weisenau
Salli Landau, Weisenau,
Sam. Landau 'j
Heinr. Lehmann, :Bretzenheim
Jonas .Lehmann, Mainz
Johanna Lorch, !Bretzerrheim
Sigmuid L6wenherz, Rurrkel
Aaron Meyer
Eman. Meyer, Reichelsheimr
Gustav Mayer
Lina Meyer, Bretzenheim
Margarethe Meyer, Mainz
Rosa Meyer, Mainz
Siegmund Mayer, Bodenheim
Ricka Reiling, Mainz
Felix Salomon
Ida Sauerbach, Mainz
Hermann Strauss, Niederroth
Sam. Straus
Siegmund Strauss, Bacharach
Moritz Weiner," Mainz
August Weis, Mainz
Otto Weis, Mainz
Sal. Weis, Mainz
Bernhard Willstaedt, Mainz
1871
Otto Bair, Frankfurt
Solon Bermann, Schawly
Leopold Blum
Rosa Blum
Bertha Bondi, Mainz
Jeannette Bondi, Mainz
Paula Bondi, Mainz
Anna. Brill, Mainz
Salomon Brill, Jerusalem
Louise Cunowsky, Mainz
Bertha Dreyfuss, Mainz
Alex. Ehrenstamm, Heidesheii


Clotilde Ellinger, Mainz
Leo Ellinger, *Mainz
Sigmund Feist, Mainz
Gustav Friedberg, Mainz
Alphons Fuld, Mainz
Florian Fuld, *Mainz
Anna Gochsheimer, Main.z
Franziska Hahnesand, Mainz
Adrian Gust. Herz, Osthofen
Saly Hirsch, Mainz
Franziska Huber, Mainz
Sigmund Huber,. Mainz


,Benjamin; Kahn, Berwangen Johanna Kahn, Mainz
Joseph Kallmainn, L6rzweiler Louis Kahn, Mainz
Gustav Kapp, 'Hechtsheim Minna Kaufmann, Friedrichsthal
Jettchen Kapp, Hechtsheim Hugo Knobloch, Mainz
Leo Kapp, Hechtsheim 'Julius Landau, Camberg
Simon Kapp, Hechtsheim Salomon Landau, London
Bernhard Koch,,Mainz Julie Lebrecht, Mainz
Nathan Koch,, Mainz Emil L6wensberg, Heidesheim
Karoline Lebrecht, Mainz Carl Mainz, Friedberg
;Klara Lebrecht, Mainz Hermann Marx, Nauheim
Sophie Lebrecht, Mainz Siegmund Marx, Mainz
Ida Levi, Mainz Adolf Marxsohn, Konigstaidten
Jonas Lob, 'Mainz Siegfried Mayer, Mainz
Siegfried'-Manes Simon Metzger, Weisenau
Max Marx, Bretzenheim K. Nachmann, Langenlonsheim
Eman. Mayer, Nieder-IngelheimJohanna Nahm, Diirkheim
Julius IMayer,iBodenheim Bertha Nathan, Mainz
Julie Metzger, Mainz M. Oppenheimer, K6nigstidten
'Margarethe Meyer, Mainz Mathilde Pohl, Mainz
H. 'Oppenheimer, K6nigstaidtenlsidor Reiling, Mainz
Johanna Reiling, Mainz Leopold R61len, Saarlouis
Helene Rothschild, Simmern Saly Rotschild, Simmern
Hermannr Rothschild Hugo Saunerbach, Mainz
Bertram Simon, Mainz Emilie Sichel, Mainz
Gustav Simon, ;Mainz Robert Sichel, Mainz
Emima Strauss, Hiringsbach Klara Schwarz, Mainz
Person Strauss, Griifenhausenjul. Stein, Mainz
Leopold Straus,' Bodoenheim Alexander Sternberg, Mainz
Laura Vyth, Mainz Bertram Strauss, Mainz
Siegfried Weiss, Mainz Karl Ullmann, Mainz
Zacharias Weiss, Mainz Helene Weiner, Mainz
1872 Leo Weis, Mainz
Julius Benedict, Mainz 1873
August Blum, Mainz Ferd. Adler, Rilsselsheim
Heinrich Bondi, Mainz Salomon Bermann, Schawly
Martin Bondi, Mainz Leopold Blum, Thalheim
'Regina Cunowsky, Miinster Helene Bondi, Mainz
Johanna Edinger, Mainz David Brill, Paris
nSimon Edinger, Mainz Ricka Dreifuss
Bernhard Ellinger, Mainz Lazar. Ludwig Feist, Mainz
Clotilde Fulda, Mainz Leo Ganz, Weisenau
Emil Oanz, Weisenau Jac. Haas, Stadecken
Louis Ganz, Mainz Ricka Hahnesand, Mainz
Marcus Grau, Mainz Ernest Herz, Mainz
Moritz Griinewald, Mainz Clementine Hirsch, Mainz
Sigmund Heumann, OdcrnheimMarth.a Hirsch, -Mainz
Julius Hirsch, Mainz Emil Hirsch I., Mainz
Nettchen Hirsch, Mainz 'Jul. Herzberger, Zwingenberg
Siegfried Hirkch,' Mainz JEman. Kahn, Berwangen
*Leop. Joseph,' Milosau Karl Kallmann, Mainz
Bertram Kahn,'iMainz Ida Kaufmann, Fried'richsthal








Mor. Kaufmann, FriedrichsthalFrieda Krlmer, Mehli


Siegfr. Kaufmann,
Isidor Koch, Mainz
Michael Lebrecht, Mainz
Gustav Lennig, Mainz
Paula Lob, Bingen
Wolf Lomnitz, Bischhausen
Bertha Marx, Mainz
Johanna Marx, Mainz
Julius Marxsohn, K6nigstidtei
Louis Marxsohn, K6nigstidtei
Rudolf Miinster, Mainz
Ludwig Pohl, Mainz
Adolph Reichert, Berwangen
Rosalie Rosenau, Tuchel
Rosa Roth, Kalisch
David Rothschild, Bingen
Rosa Sarburg, Mainz
Alb. Sichel, Mainz
Regina Sichel, Mainz
August Simon, Mainz
Isidor Schlessinger, Mainz
Sara Stern, Alsfeld
Jul. Vyth, Mainz
Emil Weiner, Mainz
Bernhard Weis, Mainz
Louis Weis I., Mainz
Rosine Weiss, Mainz
Rosalie Weis, Mainz


1874
Carl Blir, Mainz
Esther Bondi, Mainz
Flora Bondi, Mainz
Leo Bondi, Mainz
Rachel Cunowsky, Mainz


Gustav Lehmann, Main
Lina Lehmanm,, Bretzer
Alb. Leser, Mainz
Herm. Lippmann, Bat
Lippm. Lippmann, Bat
Leopold Lob, Mainz
Clara Lorch, Mainz
Bertha Mandelbaum, I
nHelene Marx
nRebecka Marx, Mainz


Igen Marcus Metzger, Welsenau
z Saly Metzger, Weisenau
theim Alois Michel, Mainz
Henriette Michel, Ems
tschheimJacob Nathan, Mainz
ischheimNathan Sauerbach, Mainz


Main


Klara Simon, Mainz
Hermanan Schlessinger, Mainz
Siegmund Schlessinger, Mainz
Moritz Schliissel, Mainz
Bertha Sternberg, Mainz


Moritz Mayer, Ober-Olm Karl Vogel, Mainz
Hugo Metzger, Weisenau Hugo Vyth, Mainz
Siegfried Metzger, Weisenau Ida Weis I., Mainz
Albert Mayer Ida Weis II., Mainz
Karl Meyer, Metz Sal. Weis, Mainz
Lucian Morgenthau, Mainz 1876
Mina Neuburger, Mainz Julie Bondi, Mainz
Leop. Oppenheim, New York u udwig
Ludwig Bondi, Mainz
Fanny Oppenheim, New York- i Bondi, Mainz
Eugen Rothschild, Simmern Bertha Ellinger, Mainz
Max Simon, Mainz H. Goldschmidt, K6nigstidten
Max Simon, Mainz
Abraham Schott, Hamm Rosalie Grau, Mainz
Lina Guckenheimer, Mainz
Louis Weis II., Mainz ,, Mi
SWeis, Mainz Bertram Hahnesand, Main.z
Rosa Weiss, Mainz
Emma Herzheimer, Mainz
1875 Gella Hertz, Mainz
Moses Brill, Paris Betty Hirsch, Mainz
Chananiel Cunowsky Hermine Hirschmmann, Mainz
Daniel Cunowsky, Mainz Siegmund Joseph, Mainz
Karl Dreifuss, Mainz Rosa Kallmann, Mainz
Saly Edinger, Mainz Selma Katz, M6rfelden
Ernestine Feist Ida Koch, Mainz
Ludwig Ganz, Weisenau Ludw. Koch, Mainz
Helene Grfinewald, Mainz Johanna Lippmann
Dora Gochsheimer, Mainz Henariette Mandelbaum, Mainz


Mor. Eisenheimer, SchweinfurtErnestinle Gochsheimer, Mainz
Willi Eisenheimer, SchweinfurtRachel Herz, Mainz
Isaac Fulda, Mainz Karl Herzheimer, Mainz
David Goldschmidt, Mainz Emil Hirsch II., Homburg
Ludwig Grau, Mainz Siegmund Hirsch, Herborn
Hugo Orilnebaum, Mainz Ida Kahn II., Kastel
Max Guckenheimer, Mainz Franziska Kahn, Mainz
Mina Herzheimer, Main.z Rosa Kahn, Mainz
Max Hirsch, Homburg Leo Koch, Mainz
Bina Hirschberger, Mainz Regime Koch, Mainz
Sal. Hirschberger, Holzhausen Joseph Lebrecht, Mainz
Marianne H6chs-ter, Mainz Moritz Lennig, Mainz
Josefine Huber, Mainz Henriette Leser, Mainz
Ida Kahn I., Kastel Max Malch, Waldorf
Marcus Kah:n, Mainz Abraham Marx, Mainz
laitin Knobloch, Mainz Moses Marx, Fiathen


Benj. Markowsky
Henriette Marx, Mainz
Jac. Mayer, Mainz
Sal. Michel, Mainz
Hermann Rosenau, Tuchel
Leo Simon, Mainz
Karl Sichel, Mainz
Salom. Sichel
Simon Scheyer, Mainz
Rosalie Schlessinger, Mainz
Bertha Sch6nberger, Schierstein
Betty Schwarz, Mainz
Ferd. Strauss, Mainz
Gustav Strauss, Mainz
CAcilie Vyth, Mainz
Alb. Weis," Mainz








Emma Weiner, Mainz Frieda Nahm, Mainz Karl Nachmann, Mainz
Moritz Weiss, Mainz Anna Sichel, Mainz Leo Nachmann, Mainz
1877 Bertha Sichel, Mainz Charlotte Nathan, Mainz
Karl Bloch. Mainz Clementine Sichel, Mainz Rosalie Schlessinger, Mainz
Day. Cunowsky, Mtister Heinr. Schloss, Frankfurt Eugenie Sch6niberger, Schierst.
Max Eisenheimer, Mainz Bertha Schlessinger, Mainz David Tauibe, Hoffenheim
Adolph Goldschmidt, Mainz Mathilde Schwarz, Mainz Bertha Urnstein, Maihz
Moritz Hirsch, Mainz Johanna Steinberger, Mainz Leo Urnstein, Mainz
Max Isaac, Darmstadt Isidor Sterrberg, Mainz Betty Weis, Mainz
Albert Ka'hn, Mainz Moritz Vogel, Nd.-Saulheim Leo Weiss, Mainz
Karl Kahn, Ginsheim Bertha Weiss, Mainz Ludw. Weis, Mainz
Leop. Lowenstein', Schornsheim 1879 Rosa Wildau, Mainz
Karl Mai, Mainz Balbette Bloch, Mainz 1881
Nathan Marx, Wiesbaden Hugo Bondi, Mainz Friedrich Adler, Mainz
Adolph Nathan, London Sophie Bondi II., Mainz Hedwig Adler, Mainz
Rob. Neuburger, Mainz Bernihardine Dewald Emima Behrmann, Mainz
W. Oppenheimer, K6nigstidtenNathan Ellinger, Mainz Adelbheid, Bondi, Mainz
L. Oppenhieimer, KonigsatdtenMax Gochsheimier, Ma.inz Benjamin Bondi, Mainz
Anna Rosenimayer, WolfshagenBertha Goldschmidt, Mainz Jul. Eisenheimer, Mainz
Jacques Rosenimayer, Mainz Leop. Grau, Finthen. Bertha Feist, Mainz
Otto Sichel, Mainz Martha Guckenheiiner, MainzSophie Feist, Mainz
Siegfr. Simon,, Mainz Sophie Heineman., Mainz Max Or6del, Friedberg
Isaac Sch6nberger, Schierstein Joseph Herzheimer, Mainz Michael Gross, Mainz
Lina Sternberg, Mainz Mathilde Hertz, Mainz Louis Guckenheiimer, Mainz
Johanna Weiss, Mainz Clementine Huber, Mainz Bertha Hertz, Maiunz
Karl Weis, Mainz Heinr. Huber, Mainz Mina Huber, Mainz
Augusite Wolf, Maiinz Leop. Kahn-, Finthen Sophie Kallrmann, Mainz
1878 Herm. Kallmann, Mainz Hedwig Keller, Mainz
Paul Bir, Mainz Gust. L6wenstein, Wallau Rosa Krieger, Mainz
Jules Bloch., Paris Josephine Nathan,, Mainz Moritz Marx, Mainz
Joseph Bondi, Mainz Noa Nathan, Mainz Clothilde Nathan, Mainz
Sophie Bondi I., Mainz Julie Sichel, Mainz Recha Rosenthal, Mainz-
Leo Cahn, Kastel Moritz Sichel, Mainz Hugo Simon, Mainz
Siegfr. Cahn, Kastel Siegfr. Scheyer, Mainz Salli Scheyer, Mainz
Caroline Frank Leop. Urnstein, Mainz Alb. Schlessinger, Mainz
Emma Fulda, Mainz Karl Wolf, Mainz Gustav Schlessinger, Mainz
Franziska Gochsheimer, Mainz 1880 Lina Schiessinger, Mainz
Julius Grilnehaum, Mainz Isaac Brill, Mainz Siegmund Sternberg, Mainz
Bernh. Grilnewald, Mainz Franziska Goldschmidt, Mainz Mathilde Strauss,
Helene Hirschi, Mainz Johanna Grau, Mainz Regine Strauss
Berth. Jourdan, Mainz Bertha Guckenheimer, Mainz Mathilde Urnstein, Mainz
Alnhonns Kahn Mainz Sonihie Haas Mainz 1882


Johanna Kahn, Mainz
Hugo Katz, Mainz
Klara Koch, Mainz
Max Koch, Mainz
Mathilde Lebrecht, Mainz
Rosa Lennig, Mainz
Lina Marx, Mainz
Alfred Michel, Ems
Isidor Nachmann, Mainz


Martha Hen'ochsberg, Mainz Siegmund Bondi, Mainz
Dorothea Joseph, Mainz Mos. Sim. Jookelsohn, Mainz
Daniel Kahn, Mainz Adolph Kapp, Hechtsheim
Eugenie Kahn, Hochheim Emanuel Kapp, Hechtsheim
L. Koppenfhagen, GermersheimLudw. Lennig, Mainz
Emma Landaueir, Mainz Emil Marx, Mainz
Mathilde Marx, Mainz Meta Nahim, Mainz
Anna Metzger, Bessungen Klara Rosenthal, Mainz
Henriette Metzger, Bessungen Klara Sarburg, Mainz








Hugo Simon, Mainz Sara Bc
Rosa Urnstein I., Mainz Lina H
Hugo Simon Vogel, Mainz Friederi
Karl Daniel Wolfskehl Flora K
1883 Henriett
Sophie Bacharach, Mainz Julius
Sophie Bondi, Mainz Herm.
Betty Dreifuss, Riisselsh.eim Rosa U
Hugo Dreifuss, Riisselsheimr Willy
Zerline Dreifuss, Riisselsh-ei'm Albert
Eugenie Fialla, Mainz
Gustav Fialla, Mainz Benjami
Moritz Gucken.heimer, Mainz Ludwig
Benjamin Hertz, Mainz Ester B
Josephine Herrmann, H6chst Sara F
Samuel Hermann, MichelstadtEduard
Jacob Joseph, Mainz Siegm.
Heinrich Nahm, Mainz Betty I
Robert Nathan, Mainz Karl H
Herm. Neuburger, Mainz R. Kno'
Ferd. Selig, Bisch,ofsheim Arthur
Ferdinand Simon, Mainz Gustav
Hugo Schwarz, Mainz Thekla
Julie Strauss, Mainz Bertha,
Max Vogel, Mainz Johann;
Heinrich Wolfskehl, Mainz 'Ludwig
Katharina Woliskehi, Mainz Emanuf


rndi, Mainz Eugenie Metzger, .Darmstaldt
errmann, Mainz Emil Reichert, Mainz
ka Huber, Mainz Albert Rosenthal, Mainz
rieger, Mainz Albert Samuel, Kerzenheim
:e Sussmann, Mainz Bertram Steckelmacher, Mainz
Steckelrmacher, Mainz Richard Vogel, Mainz
Steinberger, EppelsheimRobert Wolfskehl, Mainz


rnstein, Mainz
Wolf, Bacharach
Wolfs'kehl, Mainz
1886
in Bacharach, Mainz
Beck, Mainz
ondi, Mainz
riedland, Frankfurt
Goldschmidt, Mainz
Guckenhe-iner, Main,
ielRmann., Mainz
erzog, Mainz
blauch, Mainz
Krieger, Mainz
Krieger, Mainz
Krieger, Mainz
Marx, Mainz
a Marx, Mainz
Marx, Mainz
el Meier, Oberlustadt


1884 David Nathan, Mairnz
Sophie Bloch, Mainz Jacob Scheyer, Mainz
Wilhelm, Bloch, Mainz Sophie Schlessinger, Mainz
Rosa Bondi,. Mainz Sophie Schloss, Mainz
Samuel Bondi, Mainz Arthur Sch6nberger, Mainz
Willy Ehrenstamm, Strass- Paula Sch6nberger, Mainz
burg i. Ostpr. Paula Urnstein, Mainz
Martha Haas, Mainz Lina Weiss, Mainz
Raphael Henochsberg, Mainz Albert Wolf, Bacharach
Emil Koch', Mainz 1887
Sigmund Kraemer, MehlingenHugo Gross, Mainz
Ida Krieger, Mainz Ludwig Goldschmidt, Mainz
Josephine Marx, Mainz Siegmund Gross, Mainz
Benjamin Sussmann, Mainz Isidor Haas, Mainz
Martha Scheyer, Mainz G. Henschel, Aldershot Engl.
Anna Schlessiniger, Mainz Joseph Henschel, Hamburg
Felix Schlessinger, Mainz Wilfred Henschel, Hamburg
Rosa Sch6nberger, Mainz Friedrich Hochheimer, Mainz
Schottenfeis, Riisselsheim Theodor Huber, Mainz
Dora Steckelmacher, Mainz Flora Jockelsohn, Mainz
Helene Sternberg, Mainz Henriette Jockelsohn, Mainz
Johanna Urnatein, Mainz .Albert Kahn, Mainz
1885 Ida Levi, Mainz
Therese Bloch, Mainz Martha Marx, Mainz


1888
,Bertha Baumblatt, Schweinfurt
Rosalie Baumrbhatt, Schweinfurt
Ottilie Beck, Mainz
Caroline Bloch, Mainz
Hugo Cahn, Mainz
Barbara Kahn, Mainz
Betty Kahn, Mainz
David Kahn, Ginsiheim
z Mathilde Kahn, Mainz


Wilhelm May, Mainz
Selma Mayer, Mainz
Lina Metzger, Darmstadt
Paula Metzger, Weisenau
Julius Nath'an, Mainz
David Urnstein, Mainz
Frieda Urnstein, Mainz
Rosa Urnstein II., Mainz
1889
Regina Bloch, Mainz
Albert Bendheim, Auerbach
Jacob Cahn, Mainz
Simon David, Mainz
Amalie Friedland, Frankfurt
Max Friedland, Frankfurt
Franziska Gross, Main.z
Jacob Heinemann, Mainz
Julie Huber, Mainz
Bertha Kahn, Mainz
Max K6nigsdorf, Mainz
Amanda Marx, Rheing6nnheim
Florent. Marx, Rheing6nn.heim
Hugo Marx, Rheing6nnhaim.
Rosa Metzger, Mainz
Sally Metzger, Mainz
Emil Sochat, Thorn
Selma Steckelmacher, Mainz
Max Urnstein, Mainz
Albert Vogel, Mainz
Rosa Weiner, Mainz
1890
Otto Beck, Mainz
Alice Friedberg, Mainz
Helene Griinwald, Mainz








Agathe Hartmamn, Mainzr
Regina Kahn, Mainz
Alice Krieger, Mainz
Albert Marx, Rheing6nnheim
Alfred May, Mainz
Josef Metzger, Maiaz
Hermann. Moritz, Mainz
Julius Morgenthau, Mainz
Bertha Simon, Mainz
James Simon, Hamburg
Paul Simon, Mainz
Cacilie Sussmann, Mainz
Robert Scheyer, Mainz
Karl Schlicher, K61n
Auguste Steinberg, Pomorzani
Georg Steinberg,; Buczacz
Johanna Wolf, Mainz.
1891
Rosa Bondi, Mainz
Samuel Bondi, Mair.z
Rosa Cahn, Mainz
Emmy Hartmann., Mainz
Julius Kahn, Mainz
Albert Krieger, Mainz
lelenie Marx, Mainz
Lina Mayer, Mainz
Leo Metzger, Mainz
Lisette Metzger, Bessungen
Martin Morgenthau, Mainz
Max Reichert, Mainz
Antonie Reichert, Mainz
Hans Simon, Hamburg
Laura Schdnberger, Mainz
Ella Stern, Alsfeld
Arthur Wildau, Mainz
Jacob Wildau, Mainz
Wilhelm Wildau, Mainz
Gustav Windmuiller, Mainz
1892,
Heinrich, Cahn,, Mainz
Richard Ehrenthal, Mainz
Julius Fulda, Mainz,
fohanna Krieger, Mainz
Julian Lehmann, Mainz
Sophie Lewinsohn, Euerbach
Caicilie Lopatka, Warschau
Rebekka Lopatka, Warschau.
Gabriel Marx, Mainz
Julius Mayer, Mainz
Elsa Metzger, Weisenau
Johanna Metzger, Weisenau


Sophie Schlich.er, Mainz Johanna Koch, Mainz
Jenny Schott, Mainz Friedrich Krieger, Mainz
Ernestine Schuster, Sterbfritz Lilly Lebrecht, Mainz
Ricka Schuster, Sterbfritz Salomon Lopatka, Warschau
Max Steckelmacher, Mainz Ida Metzger, Mainz
Frieda WindamillIer, Mainz Flora Moritz, Mainz
1893 Recha Moritz, Mainz
Max Adler, Mainz Eugenie Rosenfeld, Weisenau
Margaurethe Bondi, Mainz Frieda Rosenthal, Mainz
Michael Cahn, Mainz Bernh. Steckelmacher, Mainz
Bertha Frankenbusch, Mainz 1896
Wilhelm Fraenkel, Mainz Hedwig Abraham, Ober-Olm
Bertram Krieger, Mainz Joseph Adler, Mainz
Emmy Lehmann, Mainz Martha Birnzweig, Wiesbaden
Aron Lewin, Oschiakow Leo Cahn, Mainz
Samuel Lewin,. Oschiakow Veronika David, Mainz
Leop.: Lewinsohn, Euerbach Anna Fraenkel, Mainz
Abraham Lopatka, Warschau Alfred Griinfeld, Mainz
Joseph May, Mainz Johanna Kahn, Udenheim
Ludwig Metzger, Mainz Wilhelm Krieger, Mainz
Betty Metzger, Weisenau Sophie Lehmann, Mainz
Regina Moritz, Mainz. Heinrich Moritz, Mainz
Siegfried Milier, Mainz Rosa Nathan, Mainz
Sara Schuster, Sterbfritz Paula Schloss, Mainz
Adolf Steckelmacher, Mainz Martha Stern, Alsfeld
Friederika Urnstein, Mainz Mina Urnstein, Mainz
1894. Otto Isaac Wolfskehl, Mainz
Oscar Beck, Mainz 1897
Adolf Bloch, Mainz Kathinka Bloch, Mainz
Moritz David, Mainz Hedwig Bondi, Mainz
Aug. Franrkenbusch., Koblenz A. Fischben, Staredub RuBl.
Franziska Frankenbusch, MainzBerthold Haas, Mainz
Ernst Fraenkel, Mainz Rosa Halbreich., Heldenbergen
Johanna Gross, Mainz Siegfr. Max Hecht, Mainz
Helene Griinfeld, Mainz Heinrich. Kahn, Mainz
Erna Herz, Mainz Siegmund Kapp, Mainz
Friedrich, Hirsch, Grofl-Gerau Martha Lehmann, Mainz
Erna Maas, Diez Ludwid Maas, Diez
Martha Maas, Diez Jacob Emil May, Mainz
Bertha. Metzger, Mainz Martha Metzger, Mainz
Frieda Moritz, Mainz Kitha Seidner, Mainz
Max Rosenthal, Mainz Emma Stern, Wachenheim
Emanuel Schuster, Sterbfritz Clicilie Weiss, Mainz
Wilh. Steckelmacher, Mainz 1898
Leo Alfred Weis., Mainz Julius Adler, Mainz
Helene Windmiiller, Mainz Wilhelm Beck, Mainz
Clara Zacharias, Mainz Bertha Bimzweig, Wiesbaden
1895 Dina Edinger, Hammelburg
Rosa Beck, Mainz Alfred Haas, Mainz
Martha Hirsch, GroB-Gerau Jenny Herzog, Mainz
Anna Kahn, Mainz Lilly Hirsch, Mainz.








Johanna Jourdan, Mainz
Johanna Koch, Mainz
Herbert Krieger, Mainz
Markus Lehmann, Mainz
Isidor Lewin, Mainz
Max Oppenheimer, Mainz
Leo Prager, Washington
Rudolph Reichert, Mainz
Irene Rosenberg, Mai.nz
Johanna Rosenthal, Mainz
Meta Schiller, Offenbach
Alfred Schuster, Mainz
1899
Helene Birnzweig, Mainz
Jenny Cahn, Mainz
Ludwig Ehrmann, Mainz
Joseph Gross, Mainz
Max Holzm.anm, Mainz
Hedwig Kaplan, Mainz
Gustav Kahn, Mainz
Ernst Koch, Mainz
Alfred Krieger, Mainz
Tobias Lopatka, Mainz
Erna Mannheimer, Mainz
Alfred Morgenthau, Mainz
Marcus Moritz, Ma'inz
Max Moritz, Mainz
Paula Sochat, Mainz
1900
Anna Abraham, Ober-Olm
Joh. Dewald-Willstaedt, Main;
Oscar Fraenkel, Mainz
Helene Friedberg, Mainz
Adele Geisenheimer, Mainz
Else Geisenheimer, Mainz
Rosa Griinfeld, Mainz
Frieda Haas, Mainz
Johanna Holzmann, Mainz
Klara Jourdan, Mainz
Elsa Kaplan, Mainaz
Ludwig Lorch, Mainz
Paula Mannheimer, Mainz
Franziska May, Mainz
Paula Metzger, Mainz
Siegfried Morgenthau, Mainz
Hermann Posner, Mainz
Johanna Salomon, W6rrstadt
Mathilde Seidner, Mainz
Eva Selig, Weisenau
Gertrude Simon, Mainz


1901
Ludwig Birnzweig, Mainz
Dina Friedmann, Mainz
Sophie Jourdan, Mainz
Max Kahn, Mainiz
Siegfried Koch, Mainz
Otto Mannheimer, Mainz
Max Marx, Mainz
Hertha Metzger, Mainz
Martha Metzger, Weisenau
Hermann Hugo Moritz, Mainz
Rosi Oppenheimer, Mainz
Julius Schuster, Mainz
Moritz Stern, Mainz
Alice Strauss, Frankfurt
1902


Bertha Gottschall, Riisselsheim
Frieder. Gottschall, Riisselsheim
Job. Gottschall, Riisselsheim
Arthur Grilnewald, Mainz
Aug. Vikt. Herzberg, Mainz
Flora Kahn, Mainz
Blanka Kapp, Mainz
Sigm. Kapp, Kalgoorlie Austr.
Chajim D. Kellmann, Neusandez
Gerta Kellm.ann, Neu-Sandez
Johanna Levy, Mainz
Lili Marx, Mainz
Emmy Metzger, Weisenau
Mathilde Metzger, Weisenau
Martin Ernst Metzger, Mainz
Mathilde Moritz, Mainz


Rosa Ehrenstamm, HeidesheimPaula Oppenheimer, Mainz
Alb. Guthof, Lorsch Bergstr. Recha Simon, Mainz
Helene Hecht, Mainz Rosa Schuster, Mainz
Wilhelm Holzmann, Mainz Abrah. Sal. Stub, Bobowa
Frieda Jourdan, Mainz 1905
Ernst Michael Lebrecht, MainzMargarete Berg-heimer, Zfirich
Fritz Lehmann, Mainz Johanna Bondi, Mainz
Jacob Lopatka, Mainz Irma Calvary, Miinchen
Jakob Mayer, Mainz Johanna Calvary, Miinchen
Josef Mayer, Mainz Heinrich Edinger, Mainz
Anna Metzger, Mainz Ernst Fulda, Mainz
Johanna Moritz, Mainz Friedrich Ganz, Mainz
Selma Morgenthau, Mainz Rudolf Grau., Finthen
Flora Oppenheimer, Mainz Elsa Guokenheimer, Kandel
Lina Rehn-Kirchhausen, MainzHerbert Guckenheimer, Kandel
z 1903 Julius Guckenheimer,. Kandel
Elsa Karoline Asnes, Mainz Elsa Jourdan, Mainz
Johanna Bloch, Mainz Julius Kahn, Finthen
Helene Ganz, Mainz Berthold Paul Koch, Mainz
Martin Halbreich, Mainz Erna Levy, Mainz
Hedwig Jourdan, Mainz Job.. Lion, St. Goarshausen
Dora Lubryanezky, Dresden Jenny Lopatka, Mainz
Martha Lubryanezky, Dresden Friedrich Salom. Marx, Mainz


Felix Isaac Marx, Alzey
Arnold Rosenfeld, Mainz
Klara Schuster, Mainz
Elsa Weis, Mainz
1904
Arthur Behr, Duisburg
Else Behr, Duisburg
Hertha Behr, Duisburg
Claire Bondi, Mainz
Gerta Frank, Mainz
Leonhard Fulda, Mainz
Elsa Ganz, Mainz


Betty Morgenthau, Mainz
Henriette Noherr, Mainz
Samuel Reiner, Lodz
Toni Taube Reiner, Lodz
Abrah. Jos. Sadgar, Oswizcim
Alice Simon, Mainz
Alfred Spitzer, K6ln
Johanna Sifu, Mainz
Emma Stock, Mainz
Helene Strauss, Boden-heim
Alex Trugmann, Teofipol
Dora Weis, Mainz









Clara Bondi, Mainz Flora Koch, Mainz Bernhard Lorch, Mainz
Helene Grunwald, Mainz Richard Koch, Mainz Julian Reichhardt, Mainz
Arthur Ouckenheimer, KaindelOscar Koch, Mainz Ester Reiner, Lodz
Fritz Kahn, Mainz Judith Laibensky, Briissel Leo Sadgar, Oswizcim
Rubi Kapp, Kalgoorlie Austr. Isaac Bernha-rd Lopatka, MainzSally Teichoff, Minsk
1907


Alex Abraham, Ober-Olm Julius Edinger, Mainz
Rosa Abraham, Ober-Olm Sophie Ehrmann, Mainz
Lore Bergheimer, Zfirich Isaac Glasmann, Stanislow
Bertha Bondi, Mainz Leo Jourdan, Mainz
Jonas Bondi, Mainz Martha Kahn, Mainz
Rudolf Sigm. Cahn, Mainz Bertha Klarwein, Mainz'
P. Siegb. Cassewitz, WeinheimPaul Friedr. Levy, Mainz
1908
Rosa Dina Braun, Berlin Marie Katzengold, Modrzew
Emmi Charlotte Fulda, Mainz Joseph Lang, Kenez
Ludwig Grau, Finthen Karoline Levi, Mainz
Else Herz, Ziilpich Rosa Lewkovitz, Mainz
Rosalie Jacobsohn, Piliz Johannma Mayer, St. Goar


Leser Reiner, Lodz
Sabine Sadgar, Oswizcim
A. Sara Sprechmann, Yaroslaw
Jacob Siiss, Mainz
Bertha Scheiering, Kolomyja


Hanna Spielmann, Modrzew
August Schmelz, Mainz
Amalie Willstidt, Mainz
Anna Zeitin, Dwinsk









Uebersicht fiber die Frequenz der Schule in den letzten 25 Jahren.

Die Unterrichtsanstalt wurde besucht in den Schuljahren:
1909/10 von 81 Schfilern
1910/11 ,, 87
1911/12 ,, 82
1912/13 ,, 81
1913/14 ,, 65
1914/15 ,, 88
1915/16 ,, 70
1916/17 ,, 87
1917/18 ,, 101
1918/19 ,, 90
1919/20 ,, 79
1920/21 ,, 86
1921 22 83
1922/23 ,, 87
1923/24 ,, 82
1924/25 ,, 76 .
1925/26 ,, 55
1926/27 ,, 55
1927/28 ,, 55
1928/29 ,, 57
1929/30 ,, 68
1930/31 ,, 69
1931/32 ,, 68
1932/33 ,, 79
1933/34 ,, 83





























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