Rundschreiben Rabbinatsbezirk, Landau, Pfalz

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Material Information

Title:
Rundschreiben Rabbinatsbezirk, Landau, Pfalz
Physical Description:
6 pages
Language:
German
Creator:
Kurt Metzger
Publisher:
Bezirksrabbinat Landau/Pfalz

Subjects

Genre:
newspaper   ( marcgt )
newspaper   ( sobekcm )
Spatial Coverage:
Europe -- Germany

Notes

General Note:
Nos 6-9

Record Information

Source Institution:
University of Florida
Rights Management:
All applicable rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier:
GS10
System ID:
AA00013430:00004


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it
SR


Jur


ABBINATSBEZIRK


ii 1936


Rundschreiben


LANDAU/PFALZ


Nr. 9 Tamus 5696


Herausgegeben vom Bezirksrabbinat Landau/Pfalz: Kurt Metzger


Schulprobleme
\on Rabbiner Dr. Max G r un e wa I d: Mannheim.


Nach einem Besd..eid der Regierung fur die Pfal: soil eine
Sondierung der judischen Kinder an den Volksschulen .or.
genommen werden. E5 Aird .in Landau eine jiidische Klasse
innerhalb der stadtischen Volksschule (nicht ,,Judenschule")
errichtet, der ctaa 40 Kinder auL der Stadt Landau und dem,
Rabbinatsbe-irk angehoren %erden, und die bis 1. September
1936 eroifnet sein mul.
Aus Anlaf' dieser Neuregelung brineen air 'on H-rrn Rabb
Dr. Grunuen ald einen Aufsat:. der allerding4 auf die soeben
von der Mannheimer GemeJde mit der Mithilfe des Stiates
.errichtete 10-klassige judische Volksschule rugeschnitten iht. aber
auch uns ftir die kunftige ludische Volkchulklas.se n Landa.u
wert\olle Anregungen vermitteln kann. M.
Das judische Schulnerk ist nicht von langer Hand \orbereitet
worden Das dcutiche Judentum hat nicht geniigend Vorausi.iLht
gereigt in der Bereitstellung der Mittel, in der Schulung und'
Auswahl der Lehrer, in der Auftsellung eines gultigen Plane;.
\Was jetit an Schulen und schuischen Einrichtungen entsteht.
\ird daher in der ersten Zeit die Geschichte der Schule selbt
und die Verfaasung der Judenheit in Deutschland ausdrucken
Es ist mullig -uruck:ubLicken. :u traumen. wie allies hatte anders
sein kbnnen. Nur denen, die heute :uviel erwarten urd :ur Kritik
bereit sind, muR gesact werden, dal% die Kririk deutscher. Juden
leicht -u einer Kritik an deutschen Juden werden konnte
W'ir tragen an allgemeinen Schwiertikeiten umt Lind viel:
S leicht bietet die ludische Schule trot- aller Mangel eine Chance,
aus ihnen heraus-ukommen Seit mehreren Jahriehnten besteht
S eine Bildungskri-e. Der Bildung ist die Grundlaae fortse-ogen
worden, wenigstens sch\aankend ist sie geworden Die Antike
hat nidit erst seit western aufgehort, diese Grundlage -:u
sein. Es ist nights an Jhre Stelle getreten, waa ihr an aerteset:en'
dem und ,bestimmendcm Charakter :u verdlcichen ware, auch
nicht die naturwissenschaftlihe Bildune, und das ist bemerkens-
aert genugi, \enn \ir uberlegen, bis zu aelchem Grade \air doch
Nut:nieRer der narurwisscnschaftlichen Erkenntnis'e und Fort.
,chritte sind. Es iLt hier nicht der Ort, uber diese Erscheinung
:u sprechen. deren V'ertindnis uni mitten in die europaische
Kulturkrise \erset:t Das iedenfall; it sJcher, daJl auch die
Mehr:ahl unserer Eraachsenen weit entfernt ist nicht erst
seit western an einer von Grund auf geschloi..enen Bildung
teiluhaben, la dal' sie noch nicht eLnmal daruber klare Vor.
stellungen hat An Stelle der einen Bilduna sind nun drei Bil;
dungs ,,\N'ahruLngen getreten, die urnm hren Zusammenhang noch
kampflin: d'ie elementary ailgemeine Bildung, die Spe-ial- und,
Bcrufsbildung und schliellich die national Bridung; wir fiihren
diese deshalb gesondert an, weil sie das Bestreben hat, einmal
sich wie tine Dis:iplin zu entwickeln, dann aber auch iiber alle
Bildung machtig :u werden und an Stelle der antiken Geistes,
kultur zu treten.
Von der Bildungsunsicherheit wurde naturgemafi die h6here
Schule und gar die Universit;t viel mehr 'betroffen als die
'olkbschule. Denn in der Volksschule wurde nicht soviel experi-
mentiert, sie erwies sich in ihrem Aufbau als solider, .krisen,
unempfindlicher. Es ist fir uns ein Glick, daB wir es bei der
Griindung jiidischer Schulklassen zunrchst ausschlieflich mit
Volksschulen zu tun haben, denn in ihnen wird die allseitige
Ausbildu ng der seelischen und verstandesmBi3igen Krffte mit dem
Sicheingeaohnen in die ludische Welt leichter Schriitt halten
konnen \'ielleicht cmir chest uns in aller Not die ein:igartiie
Chance, der heraniachsenden Generation einen trazenden
Grundstock der Bildung uberhaupt :u geben, den die Erwach.
senen. v.eil sie an ,.jener Welt" einen acringen und an unserer
Welt keinen Antil hatten, entbehrt haben. Ja. vielleicht stelen
a wir \ieder einmal vor der Moglichkect eint echten padagi:o
gischen Prozesses, der vergleichbar ist mit dem Vorqang der
Kristallbildung: Llm den festen Westnskern sihellen diejenir en
Element der Bildung :LL.ammen, die aus der deutschen Sprache
und ihrem Eigentum stammen. Jedoch nur unter der \orau.
set:ung einer judischen .,\Wesenschule' ie Bube sic einmal
f ormuliert und gefordert hat, gibt es diese :wangsfreie unge-,
kiinstelLe \erbindung \on Bildungselementen verschiedener Her:


kunft. Ob die.e Verbindung mit den vorhandenen Kraiften :u
erreichen Lt, darautf \ird die Zakunft anrworten. Wir nehmen,
jedentalk an. dal daj,. was an ludischer Substan: fehit, eingeholt
\ird durch den padagogichen Elan, durch das Be"uuRtsein. ine
neugestellte padaogische Aufgabe mitlosen -u durfen, und durch
den Lerneifei, der auch ausL dem Lchrerkollegium eine lernende
CGmeinschatt bewirkt Nicht Jahres, und Vierteliahreskonte;
renen ii ondern ein dauernder Kontakt :wischen den Lehrern
ist ertorderlich, um in molichs-t vielen Fachern truchtbare judi.
sche Gesicht-punkte :u \c:rwertcn. Ges.-ihiht das. dann braucht
uns auch das Wort Ghetto nicht :u schrecken. .\nest davor haben
mecit djlenigen. die sich die Erde :u groli Ind das Judcntu.m
:u klein %orstellen, und die keine Ahnung davon haben, in wie
%elbtandiger \'eie da_ Judentum und. innerhalb seiner die
hebraische Sprache Begiifte and Gedankein erarbeitct und an-
wendet, deren Inhalt auch be! den anderen Volkern und Kul.
turn aicderkehrt. Es wird noch in diesen Blattern Gelegenheit
.cin, das im Ein:elnen aus:ufuhren.
Wi'r a ssen. dal; unser Schulsvytem eine Schule aui Termin
i.t Von einem bestimmten Jahrgang an hort der Nachwuchs
fast gan- auf und wird vielleicht auch nur mit -ll-e der Nach-
barschaft Kla.enstarke errcichen. Der vor:ieiige Abgang von
Schulern, leader auch \on begabten Schulern, wjrd ein Moment
der Unruhe bilden, dennoch w-ir mu-sen uns Zeit nehmen
und dic Auw.anderung dart keinen Schanten uber die Durch.
fuhrung des Schul- und Lehrbetriebs \werfen. Im Gegentel, wir
hoffen. Jda' die Schule Stetigkeit und Ruhe auch vielen Eltcrn
aeben aird. Sie durfen jet-t das Gefuhl haben, dal) ihre Kinder
seclisch ungebrochen in ihrer eigenen \VWlt Kindheit und Jugend
leben tm testen und auch festlichen Rh\thmus des iudischen
Jahre., und dalI sie sich uigleich das unentbehrbhhe Rust-eug
fur ihre Zukunft schatten.
Ander5 ist es in den beiden Aufbauklaszen. In ihren Schii
learn ,oll das Getiihl sich entwickeln, daily sie in absehbarer Zert
vor einer Entscheidung stehen. Sie swollen eine AhnLLng da\on
haben. dal, sptcr, in der Berufs\orbereitutng. die eieentliche
Lern:eit :usammenschrumpft, und dalB sie daLnn mit ihrem Lernen
fast gan: aut sidh selbst angewiesen sein werden. Gerade darum
aerden sie mithelfen, diese Jahre :u fruchtbaren Lehriahren
-u machen. Die Aufgabe, die ihnen gestellt wird, ist ni.cht
gering. Fur Kinder de. europaiihen Weitens ist es keine geringe
Sache. :u gleicher Zeit in drei verschiedenen Sprachwelten
I Hbraisch. Deutsch, Englisch) sich _u beaegen und da:u noch
in den allgemeinen \Vtssenifachern sch fortzubilden. Das ist
naturlicli nur moglich, \wenn stotfLcetaltende Gesichtspunkte vor:
handen sind. Ich sehe deren zwei:
1. Erzielung eines methodischen Verst;ndnisses. Nicht auf
die Anhlufung von Daten und Tatsachen wird es ankommen,
sondern auf die methodische Durchdringung eines ausgewiflhten,
Stoffes. Das gilt auch fir den Sprachunterricht. So wiinschenso
wert die gedachtnismafiige Aneignung von Gegenstanden und
Quellen ist, so miissen wir uns doch dartiber klar sein, daB bei
unseren Kindern das Verstaindnis des Sprachaufbaus, die vero
standesmafiige Erfassung der Sprachformen der Weg ist, der zur
allmihlichen Eroberung der Sprache fiihrt.
2. Das Heranfiihren an die Wirklichkeit. Man muB in diesen
Klassen vorbereiten auf die Begegnung mit den Michten, die
unser Leben formen, die zu einem Teil aus uns selbst, aus unserem
Volk stammen, :um anderen fremde Michte sind, mit denen
.iir unI auseinandersetzen mu.aen. Lind eine Begegnung soll
e, einmal fur die jungen Menchtn warden. kein Zusammenprall,
kene feindliche Ueberraschung Geschichte und judische Ge-
schichte, Palastinakunde und Gegenwartskunde sind die Ficher,
in denen diese Begegnung \orbcreitet wird
Es soil uber die Gegenuartskunde dabei folgendes gesagt
werden Die Eintuhrung dieses. Faches, die erst seit kurzer Zeit
iatiert, war die Antniort auf ein geschichtliches Ereignis Es
sollte damit dokumentiert aerden, daB das deutsche Judenrun
auls einer liolierung heraustrirt und sich wMeder al Teil desi
GeCamtjudcintums begreift Auswanderung und Ahlah taten ein.
ubriges, das Interesse an den Juden. d-en fernen und den nahen,
an ihren Schicksalen und Lebensformen :u wecken. Es iLt nun


7





s-.. -
-..aber.gerade dieses Fach zu einem Tummelplatz Fiir Plattheiren
Sound Oberflachlichkeiten geworden. Es ist nicht jedermanns Sache,
sich an ein Gebiet zu wagen, in dem das Wissen der jiidischen
Besonderheiten, ein groBes Geschichtsverstandnis and ein'V Wissen
urn die in der jtidischen Geschichte waltenden Prinzipien sich
vereinigen miisen, sollen nicht wertlose Auswanderermerkblncttr
und Reiselexika herauskommen. Halbwissen ist schlimmer aLs
Nidhtvissen. Nichts erfordert einen so grollen Ernst wie das
gebalite Schicksal von Juden anderer Linder, mit dnene wir
morgen rechnen, an deren Tischen und Arbeitspl:tzen wir Liber
morgen sitzen, und die unsere Brbder in der Geschichte sind,
obwohl wir es gestern noch nicht genau genufrt haben, obwohl
iene es heute vielleicht noch nicht genau wissen. Was itidische
Gegenwartskunde ist, das kann man, um das grofartigste :u
nennen, aus der Arbeit von Arlosoroff: ,,New York und Jeru;
salem" (Chajim Arlosoroff, Leben und Werk, Hechalu:V\erlag,
Berlin) erfahren.
Zur Wirklichkeit geh6rt die Wirklichkeut der Natur. Unsere
Kinder sind Stadtkinder. Das Auge kommt bei ihnen zu kur:.
Naturwvissenschaft, Verlebendigung der Festessvmbolik und ge'
meinsame Fahrten kinnen dazu beitragen, die Augen zu iffnen,
den Sinn fur die Formen des Wachstums und. der Natur ru
wecken Hier offnet sich ein nattirlicher Zugang von der Schule


zum Bund. Zwischen beiden soil keine Gegnerschaft sein. Die
Schule wird mehr als fruher auch in die Freizeit eingreifen.
Sie wird nicht darauf verzichten, auch am Schabbat mit ihren
Schiilern :usammen:usein. Sie wird also dem Bund ,,Zeit
wegnehmen". Aber si 'wi'rd ihm dafur geschulte Menschein
wiedergeben. Der FuhTermangel hat sich in den Biinden ver-'
heerend ausgewirkt. 15jahrige miissen die Rollen von Erwach;
seen spielen und 1-li.hrige .,mutieren'' u Fuhrern. Die Schule
wird den Biinden cine Art Hilfsstellung listen konnen, anderer'
seits wird sie von den Biinden \erlangen, dal sie \Vrstandnis fur
die Schule haben, :u der richtigen Einstellung der Schule gegens
uber miter:iehen und sie nicht lediglich als Werbeinstitut fur
sich betrachten.
Auf viele Fragen turd erst die Erfahrung emne :ureichende
Antwort geben. Heute aber sdhon konnen \tir sagen, daR mitten
in aller Einschrankung, die uns auferlegt ist, sich so etwas wie
ein neuer Schulgedanke enifaltet. der geeignet ist. auch in unser
Leben uber:ugehen Wir konnen ihn nicht besser be:-ichnen
als mit der Forderung von Gordon: ein am adam, ein menschlich
Volk :u sein, die Kinder de-s \olkes :u erziehen zu einem
Ziel, das \olk und Menschlichkeit :ugleich umfal't. Das sollte
die Wesenagrundlage und das \X'csens:iel unserer Schule sein.
und das ist die Chance, die wir meinten.


An die Juden in Deutschland
Mit tiefem Schmerz beklagt die judische Welt die maBlose,
oft verbrecherische Bedrohung, der unsere friedliche Aufbau;
arbeit in Ere: Jisrael seit Woohen ausgeset-t ist. Menschenleben
sind zu.m Opfer gefallen, Werte, -die in mihsehger Anstrengung
geschaffen burden, sind vernichtet worden.
Angriffe und Gewalrtaten konnen uns Juden nie davon
abhalten, unser Recht auf die Errichtung der judischi-ationalen
Heimstitte in Palastina zu vertreten. Sie k6nnen unsere Ver-,
bundenheit mit den Brudern in Ere: Jisrael und, mit dem Werke
des Aufbaus nur starken und festigen.
Das soil auch jet:t unsere Antwort sein. Wir wollen alle
Krifte zusammenfassen. Wir fordern jeden, der schon biheir
mit seinem Beitrag zum Keren Haiessod der V'erpftichtung gegen
Ere: Jisrael Ausdrudk gegeben hat, auf, durch einen Sondert
beitrag von wenigstens einem Viertel seiner regelmaBigen, Zcidh
nung mitzuhelfen, daR der friedliche, gegen niemand gerichrete
Aufbau Palistinas, das Raum fbr Juden and Araber hat, ge,
sichert und fortgesetzt werd.e.
Die, welahe sich bis jetzt unserem Werke ferngehalten hatten,
rufen wir in dieser Stunde auf, sich mit ihrem Opfer uns an-'u'
schlieBen. Wir :ahlen auf alle.
Die Juden Deutsohlands sind mit dem Palaistinawerk un-
loslich verbunden. Ihre Gedaatn eldn in mSorge nd Liebe bei
Brudern und Schwestern, Eltern und Kindern in Ere: Jisrael.
Lhre Hoffnungen sind auf den Fortschritt unserer Arbeit gerich-
tet. Wir wissen, daB unser Ruf nicht ungehbrt verhallen xird.
Das Prisidium des Keren Hajessod:
Leo Baeck, Prasident.
Rudolf CaUmann, Siegfried Moses, Michel Traub,
Vizeprisidenten.


Aus aller Welt.
Nahum Sokolow gestorben. Am 17. Mai ist in London
der Ehrenprasideint der Zionistischen Organisation und der
Jewish Agency. Nahum S ok o o w, im Alter von 75 Jahren
gestorben. Mit Nahum Sokolos ist eine der hervorragendsten
Fihrerpersonlichkeiten dahingegangen. Die Namen Wcizmann
und Sokolow sind untrennbar miteinander und, mit der G-c
schichte der Balfourdeklaration \erknupft. In der itidisch kLLl-
tureUen und hebraischen Erneuerutngsbewegung war Sokolow
tine treibende Kraft. Sokcolow gehbrte der Zionistischen Organi-
sation seit ihren Anfangen an. 1905 wurde er tiun Generalsekretar
der Organisation gewahlt und 1911 trat er in das engere Aktions:
komitee ein. An den Vorarbeiten zur Erlangung der Balfourdekb
laration war er tihhrend bete.iligt. Der aufrechte, weitblickende
judische PoLitiker stand \or vielen Machthabern und Fursten.
Mit :ahlreichen Politikern hat er als zionistischer Beauftragter
verhandelt. Im besonderen ist es ihm gelungen, die Zustimmung
der fran:zsischen und italienischcn Regierung :ur Balfourdek,
laration -u erlangen. Auch die Resolution des amerikancschen
Kongresses :ugunsten der Schatfung einer judischs-nationalen
Heimstatte in Palastina und die Svmpathieerklarungen vieler
europaischer and auBereuropaischer Regierungen sind Erfolge
seiner politischen Arbeit. Seit 1920 war Sokolow Prasident der
Zionistischen Exekutive, selt der Grfindung der erweiterten Jei
wish Agency im Jahre 1929 auch deren Mitglied. Auf dem 17.
ZionistenkongreB in Basel im Jahre 1931 trat er als Prasident
der Zionistischen Organisation an die Stelle Dr. Weazmanns und
auF der anschlieBenden Tagung des Council der Jewish Agency


wurde er auah :um Prisidenten der Jewish Agency gewahlt.
Dieses Amt behielt Sokolow bis :ur Wiederubernahme der Ftihr:
ung durch Dr Wekimann auf dem 19. Zionistenkongrei' im
Jahre 1935. Seit dieser Zeit war er Ehrenprasident der Jewish
Agency und der Zionisrischen Organisation, Prasident des Keren
Halessod und oberster Leiter der gesamten zionistischen Kultur;
arbeit. Nahum Sokolow gehort auch :u den bedeutendstin
hebraischen und liddischen Publizisten. Neben den beiden judi
schen Sprachen beherrschte er auch Englisch. Fran:osisch,
Deutsch. Russisch und Polnisch in Wort u.nd Schrift Als Redner
bediente er sich all dieser Sprachen mit fast gleicher Meisterc
schaft. In den acht:iger Jahren des vorigen Jahrhunderts uiber
nahm er die Leitung der .,Ha:efirah". Ferner twar er eine Zeitlang
Redakteur des fruheren ZentTalorgans der :ionistisch. Bewegung
,,Die Welt" und des von ihm in Koln gegrundeten hebraischen
Zentralorgans ,,Haolam", dessen standiger Mitarbeiter r bis zu
seinem Tode geblieben ist. Auch auBerhalb des lournaistischen
Rahmens hat er eine umrassende hteratische Tatigkeit entfaltet.
Seine auch in deutscher Sprache erschienene ,.Gesohichte des
ZionismLs" ist eine der grundlegenden Werke dieses Gebietes.
Viele W\erke. der europaiichen Literatur sowie Her:l's ..Alt'
neuland' wurden von Sokolow ins Hebraische ubertragen. Nicht
unerwahnt bleibe, dalB Sokolow neben seiner :zonisnschen Arbeit
auch die Bewvegung um die Sicherunig on Minderheitsrechten
fur die Juden in einer Reihe son Staaten als Prasident des Comite
des D1elgations Juives \%esentlich gefordert hat. Das Ableben
Sokolow, dieses hervorragenden Reprasentanten und Fuhrers
der zionistischen Bewegung bedeutet cine schwer ausfullbare
Lucke in unserer spannungsreichen Zeit.

Aus dem Reich
Keine Auswanderung ohne Sprachkenntnisse! Der Hdlfs.
verein der Juden in Deutschland teilt mit: Die Auswandlerung
nach Uebersee halt unvermindert an und richtet sich vor allem.
nach Stidatrika, den Vereinigten Staaten und einigen sildameri;
kantisc.hen Landen. Bei der fortgescdrittenen wirtschaftlichen,
Erholung der mdsten dieser Lander konnte man die Ausstchten
unserer Auswanderer trot: der bekannten Schk ierigkeiten. des
Kapitaltransfers und trotr der ungesunden Berufsgliederung der
Juden Deutschlands als verhaltnismalig gianstig be-eichnen, !u;
mal die grofien auslandischen Organisationen. wie e dilea, diie
Hic.em und die verschuedenen Hilfskomitees bei der Unter-'
bringung der Neu-Eingewanderten Hilfe listen Dempegenuber
mehren sich aber in letter Zeit simmer stirker die Klagen, dalb
unsere ALL-wanderer selbst verhanenisiolle Fehler begehen, die
nicht nur i.hr wirtschaftliches Fortkommen erschweren, sondernm
auch eine unertragliche Belastung fur die Arbert der auslan-
dischen Hiltskomitces darstellen Em sehr haufiger Fehler unserer
Auswanderer liegt in ihrem mangelnden Eifer zur Erlernung
der Landessprache. Es wird iimer hauhfger aus den uberseeischen
Landern berichtet, daB kaum ein kleiner Teil der Etnwanderer
aud.h nur uber die bescheidensten Sprachkenntnisse verfiig, und
daBf viele, wenn nicht die m.esten, sich darauf verlassen, sie
burden die Sprache schon im Einwanderungslande von selbst
lernen. Es verdient nachdruckliche Betonung, daB die Kentnisse
der englischen Sprache auch fur Auswanderer nach Stidameriika,
insbesondeie fur Kaufleute, eine auBerordentliche Hilfe bedeutet;
noch wichtiger ist allerdings die Kenntnis der dortigen Landesr
sprache, d. h. im allgemeinen fur Argentinien des Spanischen
und fur Brasilien des Portugiesischen. Es ist deshalb nortendig.
daB jeder Auswanderer, besonders wenn er 6ffentliche MNttel
in Anspruch nimmt, schon in Deutschland die Sprache seiner
voiaussichtlichen Heimat studiert. DaB alle offentlichen jtidi,






: seen Institutionen, insbesondere die Gemeinden und, die jiidi%
schen Lebrhiuser, der sprachlichen Schulung der Auswanderer
ihre besondere Aufmerksamkeir zuwenden, dart mit Bestimmtheit
erwartet werden.
Erfolgreiche Kiindigungs=Widerrufsklage.
4 Das Landesarbeitsgericht Halle hat kiirlich der Wider,
rufsklage eines entlassenen Angestellten in einer Entscheidung.
vomr 4. April 1936 6 Sa 32.'33 stattgegeben. Aus den Grun,
den ist folgendes hervorzuheben: Die Auffassung der beklagten
Firma, dal wegen der Umwandlung des Betriebes in einen rein
arischen die Kundigung betriebsbedingt sei, weist das Gericht
-'uruck und erklirt, das Verbleiben des Klagers im Betriebe habe
mit der arischen oder njchtarischen Eigenschaft des Betriebes
nights zu tun. Der Berrieb sei ein arischer, nachdem er in dean
ausschlieBlichen Besit: von arischen Inhabern ubergegangen sei.
Was Einwirkungen von dritter Seite betrifft, so erachtet dasi
Gericht die Firma iir verpflichtet, derartige Einwirkungen abzu'
webren, da sic den Anordnungen der malgebenden Regierungs.
stellen und der Parteileitung widersprechen. Die einschlagige
Geset:gebung beweise, daB der nationalsorialistische Staat eine
matenielle Benachteiligung der Nichtarier bewul3t
ve rm i e d e n babe Es geltcn tiir die wirtschaftliche Betriigung
der Juden nur durch Gesetz oder Anordnungen der obersten
Staatss und Parteist.ellen festgesetbte Beschrinkungen. Es sei
nirgends bestimmt, daB die BeschMftigung von jidlischen Ange'
stellten in arischen Geschiften grundsit:lich un:ulassig sei.
a
Berta Pappenheim. Wer im Herbst des \ergangenen Jlhres
an der Gesamtvorstandsit:ung des Judisahen Frauenbundes in
Berlin teilgenomnnen hat, dem blieb als starkster und unver:
gessener Eindruck die Anspraohe von Berta Pappenheim im
Gedichtnis. Es war gegen Ende der Tagung und, Neilostimmung
war schon uber der 'ersammnunlg, als sie iber ihre Idec der
So:ialen Frirsorge sprach, die in gleichem MaJBe Hilfe an dem
Hilfsbediarftigen wie Er:iehung der :ur Fursorge Berufenen und
Aufgerufenen d. h. der ehrenamtlichen Krafte bedeuten
miisse. Neilo, Zusammenfassung. Let-te Kraftanspannung und
die Abgeklairtheit eines JomkipurAusgangs lag var allem aber
liber der zarten Gestalt der greisen Rednerin undi viele fihiten.,
dafl dies Abschi.edsiorte waren. Sic waren erftillt vcn der
Angst vor *einer Mechanisierung der judischen sozialen Arbeit,
fir deren sinnvolle Organisierung sie selbst einst, viellerht als,
3 erste, Vorkampferin war. Darum forderte sie Lind ihre Worte
waren immer Forderung gewesen daB sonaale Atbeit wiedex
geleistet vwerden miisse ls Tell unserer religiosen Pnliahten,
von denen die judischen Frauen ihren Anteil :u fordern und
:u listen haben. ,,So:iale Fiirsorge ist Gottesdienst und da:u ist
nach dem Geset: des Judentums nicht nur der beamtete Priester
zugelassen". Das war der Ausklang ihrer \'orte! Und heute
wissen wir, daB es die letiten waren, die Berta Pappenheim -u
den Frauen ihres Frauenbundes, den sie %or 32 Jahren gegriindet
hat, gesprochen. \'or 32 Jahren, zu einer Zeit, da die judischen
Frauen Deutschlands noch als gleichberechrigte, vielfach richtung'
gebende Mitarbeiterinnen der interkonfessionellen W'ohlfahrts'
pilege galten, da fuhlte sic als erste die innere Notwendigkeit.
einer alle Richtungen umfassenden aber geschlossen judischen'
Frauenorganisation. Das war uberhaupt die iberragcnde Leistung
Berta Pappenheims, nicht das Werk an sich, nicht MAdchenschut:,
Frauenbund, nicht Isenburg, das Asyl gefahrdeter Mad'chen und
unglicklicher Mutter. sondern, daB sie allies dies geschaffen vor
seiner Zeit und vielfach im Kampf gegen ibre Zeit, die das Be'
diirfnis nicht sah und sein Herankomnmen in Abrede stelUte.
Sie schuf es unbeirrt von Sport und Gleichgiiltigkeit mit ihrer
im Religiosen verankerten Sicherheit des Wissens um Kommen'
des. Berta Fraenkel;Ehrentreu.
(Aus der Bayerischen Isr. Gemneindezeitung.)
Justizrat Dr. Julius Brodnitz gestorben. In der Nacht vom
16. -um 17. Juni starb in Berlin der erste Vorsitzende des Central,
vereins der Juden in Deutschland, Herr Justi:rat Dr. Julius
Brodn it:, kur: vor \'ollendung des 70. Lebensjahres. Mlit
Julius Brodnitz, so schreibt die Judische Rundschau, ist eine
Gestalt aus unserer Mitet gegangen, die iiber den Kreis seiner
engeren Freunde hinaus das groBte Ansehen bei der gesarnten
Judenhiit Deutschlands besal. Man schtzte nicht allein seine
bis ins Alter hinein ungebrochene Arbeitskraft, seine Fahiikcit,
trot: Wahrung des eigenen Standpunktes Bricken :u schlagen.
sondern noch mehr seine menschliche Haltung und empfand,
daB er ein echter Gentleman war.
*Profiessor Dr. Henemann=Breslau 60 Ja h re a t. Am
1 5. Juni begin Herr Prof. Dr. Heinemann, Dozent am 1udisch.:
theologischen Seminar :u Breslau, seinen 60. Geburtstag. Erl
war :unichst viele Jahre Lehrer an der von seinem Vater gegruni
S deten Privatschule in Frankfurt a. M. und wird noch sielen seiner
Schtilerinnen als der begeisternde Lehrer, der so unendich viel
\'erstindnis f~r den jugendlichear werdenden Menschen besit:t,
in bester Erinnerung s-in. Im Jahre 1919 wurde er an das jidiisc
theologische Seminar berufen und war dort auch der Lehrer dies


Herausgebers dieses Blattes. Der Jubilar hat sich durch seine
Arbeiten, die hauptsAchlich die hellknistische Kultur behandeln,
Weltruf erworben und wurde im Jahre 1930 fir dieses Fachi
gebiet Professor an der Breslauer Universitat. Auch inm bffento
lichen judiseben Leben ist Professor Heinemann fiihrend hervor"
getreten. Es ist deshalb der Wunsdh aller, die ihn kerinen, dab
es dem Jubdar vergonnt serm moge, noch viele Jahre =um Segen
fur die \VWisenschaft und die judische Allgemeinheit wilrken
zu dfirfen.

Aus der Pfalz
Verband der isr. Kultusgemeinden der Pfalz.
Bekanntmachung. Fur die Wohlfahrtstelle und die Dar-
lehenskasse des Verbandes der isr. Kultusgemeinden der Pfalz
(Ludxigshaten), werden mit sofortiger Wirkung folgende Sprech-
stunden testgeset:t:
Montag, Mittwoch, Freitag vormittags von 9 bis 12 Uhr.
Im Interesse einer geordneten Geschaftsfiihrung muB die An>
ordnung strong durchgefsihrt werden.

Aus Kusel. Max W e i der nahezu 30 Jahre Vorstand
der Gemeinde K u s el war und die Ortsgruppe des CV leitete,
ist nach kurzer schwerer Krankheit verschieden.

Aus dem Bezirk
Die israelitischen Gemeinden des Rabbinatsbezirks Landau.
von HauptJehrer N. A d I e r N Ntirnberg.
Aus folgender Darstellung vor 100 Jahren soil eine heredte
Statistik uber die Seleen-ahl und die Institurionen des Rabbinats'
bezirks Landau gegeben werden. Der Namec mancher israelitischen
Gemeinde, der bereits der Vergangenheit angehort, wirdi somit
der \'ergessenhet entrissen. Die Ziffer bedeutet die Zahl der
Seelen: m. J. = mehrere Judcn; R = Rabbinat. In der Haupt,
sache fult diese Statistik auf den diesbe-iglichen Angaben im
,.Atlas von Bayern, geographisch:statsisschtihistorisches Hand,
buch fur alle Stande" von Dr. Karl Fr. Hohn, Nurnberg, im
Verlage von Job. Adam Stein. 1840 Vollstandigkeit konnte
bei den sparlich flieBenden Quellen nicht erreicht werden. Die
Gesamtseelen.ahl der israelitischen Gemeinden Baverns durfte
schat-ungsweise vor 100 Jahren 32000 betragen haben.
Im Rabbinatsbezirk Landau betrug damals die Seelen.ahl in:
Annseilcr 251: Albersweder 265; Berg:abern 32; Billigheim 96:
Edenkoben 140; Edesheim 45; Gcrmersheim 2S; Herxheim 140;
Klingenmunster 4S; Landau 377 R.: Leimersheim m. J.
(Aus der Bayerischen Isr. Gemeindezeitung.)
Aus Hagenbach. Herr Elias E I i ka nn feierte am 19. Juni
seinen 79. Geburtstag.
1i 1 '11'1 i 0n ~Y
Anfangs Juni wurden auf dem hiesigen Friedhof 4 Grab-
steine umgeworfen. Es wurde An:eige erstattet, die Thter wurden
bis jet:t noch nicht gefunden.
AAus Oberlustadt. Herr Jakob 'Weil wurde am 19. Juni
80 Jahre alt. Herr Weil ist rrot: seines hohen Alters noch heute
ehrenamtlicher Vorbeter seiner Gemeinde and w\ir wunschen, daB
er dieses Amt ausiiben mdge
flJ' ^c'mr |nx wi
Amtliche Mitteilungen des Bezirksrabbinats.
Die S p r E h s tu n de n finden \on Montag his Donnerstag
jeeils son 11 his 12 Uhr in meiner Wohnung, GladstraBe 9
- Fernsprecher 2128 statt. Zu anderer Zeit bin ich nur nach
vorheriger 'ereinbarung :u sprechen.
Verhalten bei Beerdigungen.
Es bedart des Hanweises, daB es unstatthaft ist. vor
Beendigung des BeerdigungsgebeLt (Kaddisch) das Grab :u ver'
lassen, ferner dall das Lernen im Trauerhause sets von der
Chewrah Kadisc~ah \eranstaltet w\rd. Das Bezirksrabbinat.
JUdischer Kulturbund fur die Pfalz
Ortsgruppe Landau
Mit dem Kon :ert von Dela Lipinskaja ist unsere
\eranstailungs:zit beendet. Die Leitung der Ortsgruppe spri~ht
samthchen Mitgliedernm her:bchen Dank fur die Anteilnahme
und treue Gefolgschaft aus, welche sie dem Kulrurbunde trota
caller Schwierigkeiten bewiesen haben. Die vielen Zeichen der
Anerkennung und Dankbarkeit fur das Gebotene sind dier
Ortsgruppenleirung ein Beweis fur die Richtigkeit des \on ihr
emngeschlagenen Weges: sie wird daher in der konmmendten
'eranrsaltungs:eit mit alien :u Gebote stehenden Mitteln das
Erreichte :u erhalten und durch neue Moglichkeiten :u erweitern
suchen. Wir werden baldigst das Programm Fur die nichste \er,
anstaltungszeit in diesem Rundschreiben unseren Mitgliederrm
bekanntgeben. Die Vorstandschaft: Metzger.


* I.










3. Juli:
4. Juli:
7. Juli:
10. Juli:
11. Juli:
:. 17. Juli:
S 18. Juli:

20. Juli:
S 24. Juli:
25. Juli:


Gottesdienst am 9. Av:
- 27. Juli: Eingang 21.00 Uhr. Predig t.
S 28. Juli: Morgens 7 Uhr. Mincha: 19.00 Lhr. Ausgang 20.5S.
Der GotteAdienst am 9. Av findet in der Hauptsynagoge start
31. Juli: Sabbath'Eingang 18.30 Uhr.
1. August: Morgens S.30 Uhr (W'aethchanan) Schabbarhl
Nachamu. Ausgang 20.50 Uhr.
7. August: Sabbath-Eingang 18.30 Uhr.
8. August: Morgens 8.30 Lhr (Eke%). Ausgang 20.40 Uhr.
An den Sabbath Nachmittagen findet der Gottesdienst 30
Minuten vor Sabbath = Ausgang statt.
An Werktagen: Morgens 7 Uhr. Sonntags 8 Uhr. Abends 1S.30.
Das Bezirksrabbinat.




Aus der Gemeinde.
Gemeindebibliothek.
Die Blicherausleahe lindet jeden Dienstag von I7 bis
18 Uhr im Be.tsaal, Schutzengasse 4, statt Die Auslcihe Lst
kostenloi und Fiir jedes Mitgbed dJes Rabbinatsberirks bestimmt.
Neuanschaffungen: Meyrink, Der Golcm; Tourtant, Die
Stadt Jsraels.
Jiidischer Jugendbund Landau.
Das Betktigungsverbot des judischen Jugendbundes Landau
wurde durel den Beschcid des Herm Stadtkommissars fur Landau
i. d. Pfal: aufgehoben. In .emer Besprechung beschlolS die judi'
sche Jugend den neu ins Lebcn gerufenen Bund dem \'erband
der jludischen Jugend\ere.ine Deutschiands an-uschliefen.
Anmeldungen, auch aus dem Bezirk, werden vom Be:irksh
rabbinat entgcgengcnommen. Die Anmcldung mu1 enthalten:
\'or; und Zuname, WXohnort and Srrale, Geburtsort und 'tag.
Sprachkurse.
Da bis jeti:t noch keine behordliche Genehrrugung einge-
troffen ist, konnte mit den Sprachkursene nicht begonnen werden.
Schachabteilung.
Die Schachabteilung soil der RJF-'Sportgruppe angeschlossen
nerden. Die Mitgliedrschaft in der Sportgruppe ist V'oraussetzung
fur die Tedlnahme an den Schachabenden. Eireidhnung ist
erbeten bei Frau Herta L e % v (Her:), Konigstral3e.
Besuch des Tiergartens.
Am Eingang des hicsigen Tiergartens wurd ein Schild mit
der Aufschrift ,,Juden -Lnd hier nicht erwidnscht" angebracht.
Verbffentlichungen von Geburtstagen und Jubiaien.
Mitteilungen von Jubilaen konnen nur gebracht w\erden,
wenn sie mindestens 14 Tagc \or dem Erscheinen des RLhnd,-
schreiben gemeldet warden.
70. Geburtstag:
12. April: Herr Abraham B r L c h Id, Ostring 14.
13 Juli: Frau Da\id Sch %ar:, A,,n 4-".
16. Juli: Fri. Lina W'e i (Pensionat \'eil), Xvlandcrstr 21.
IS. Juli: Frau Jakob Ml a v e r. ,,An 44-".
75. Geburtstag:
17. Jurni: Herr Siegmund Oestreicher ifruher Aschaffcn-
burg). Xylanderstr. 21.
IS. Juni: Frau Gudilla Barth, Vin:entiusstift.
W\ir wunschen alien GeburLstagskindern noch viele Jahre des
Lebens c- z ,
Dank. Fur die uns anlallch der Bath;M:zwah unserer Tochter
Doris erwiesene Aufmerksamkeit sagen w-ir auf diesem \\'eg
her:ichsteni Dank. Siegfried \'e i I und Frau.

Das nichste Rundschreiben erscheint am 8. August.


Kalender und Gottesdienste
in der Synagoge zu Landau:
SabbathsEingang 18.30 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr (Balak). Ausgang 21.25 Uhr.
Schiwah assar betamus. Ausgang 2125 Uhr.
SabbatliEingang 15.30 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr (Pinchas). Ausgang 21.20 Uhr.
SabbathEingang 18.30 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr (Matoth'Mas'e). Neumondweihe.
Ausgang 21.15 Uhr.
Neumnond (Av).
SabbathzEingang 18.30 Uhr.
Morgens 8.30 Lrhr (Dewarim) Schabbath:Chason. -
Ausgang 21.05 Uhr.


Druck: Karl Lob II, Philippsburg (Baden).


Bewegung des Rabbinatsbezirks Landau.
Geburt: 21. Juni: Vennmgen: Hanna Langsradrer, Tochter der
Eheleute Siegfried und Flora Langstadter.
Sterbefalle:
23. Mai: Herr Abraham Lbb aus Ar:heim, 85 Jahre.
25. Mai: Fraulein Johanna genannt: Jeanette Marx aus
Ingenbhim, 65 Jahre
16. Junj: Herr Gabriel Roos, Gymnasiumstr. 9, S-1 Jahre
17. Juni- Frau Berta Behr .aus Rulrheim, 73 Jahre.
20 Juni: Herr Moses Beh r ails Lcimersheim. 74 Jahre.
Auswanderung: Nach Palastina: Familie \\ald; nach U.S.A.:
Familie Kohn, Rurh Steinem: nach Paraouay: Herr Fnt: Ems:
heimer.
Abl6sung an Stelle von Dankeskarten und Spenden.
Es ist eine alte judische Sitte bei freudigen und ernsten.
Anlnisen unserer Armen zu gedenken und anlallhich einer Feier,
oder :um Andenken an liebe Verstorbene, der Gemeindle fur
die Bed i ft i gen inen Betrag -u uberweisen.
Die Betrage konnen bei der Kasse der Zentralwohlfahrts.
stelle (Vervaltung der isr. Kultusgemeinde Landau, Postscheck'
konto Ludigsi.hafen 1150) einge:ahlt \erden.
Berlcht Uber die bisherigen Veranslaltungen des
Kulturbundes.
In Otto Bernstein,'Uhsden, der am 22. April einen Re:ita.
tionsabend veranstalrtte. lerntcn \-ir einen Remitator groflen For.
mats kennen. Der unstlr u ist ein MeAter des Wortes, ahe.r noch
mehr als das, seine Gestaltungskraft ist groB, manchmal Liber;
waltigend. Zeigte sich das sch.on bei dem \'ortrag der Chassi.
dischen Geschichten von Martin Buber und den Gedichten von
Beer'Hofmann, so \wuchs die Wiedergabe des Benoni-Kapitels
aus den ,,Geschichten Jakobs" von Thomas Mann -u einer kaum
:u uberbietenden Meisterleistung. \i'e der Kunstler mit den
einfacbsten Mitteln der Stimme und der Gebarde die Worte des
Dichters :u Erlebnissen umformte, die sich vor unseren Augen
abspielten, n\ie er diese Idngst versunkenen und d'och immer
noch so nahen biblischen Gestalten, die Menschen, Tiere, die
Landschaft, s\ieder \or uns erstehen liel. verdient das b6chste
Lob. Auch die Beigabe, die im ostjudtschen Milieu spielte, wurde
von dem Kunstler meisterhaft \orgetragen.
Einen .bend des reinsten Genusses bereitete uns das Basser:
mann-Quartett, Frankfurt a. Main (Prof. Bassermann, 1. 'ioline,
die Herren Ernst Drucker, 2. V'oline, Richard Karp, Viola und
Ary Schuler), das am 14. Mai spiele. Es wvaren Wecihestunden,
nie \wr sie im Kulturbund noch nicht gehabt haben und deren
wir doch so sehr benougen. Was soil der Berichterstatter mehr
loben, die Genauigkcit des Zusammen!,piels, die Reinheit und
GroRe des Tons bei allen \ier Instrumenten, die D\namik
des Vortrags und die solle geistige und seeliche Ausschopfung
des musikalischen Gehalts der Tonsch6pfungen, die :ur \\ieder;
gabe gelangten? Beseelt Lam das Streichuartett Es:Dur op. 12
von Felix MerndelsohnBartold; -um Vnortrag, der erate Sat:
in seiner innigen Romanuk, die Can-onetta in ihrer Melodik
und ihrem ent:riikenden Rythmus. am beaten gefiel wohl dis
Finale. \''er angesichts dicser Tonschopfiing und insbesondere
ihres Schlunsat:es davon sprechen v ollte, daBr endelssohn ser-
altet, der heutigen Welt nichts mehr wetisend sel, irrt sehr ground
lich. Der SchlufSsat: dieses Quartetts. so sie er an diesem Abendi
vor uns erklang, in seiner groRen Konzeption und gan: grolBen
Leidenschaftlichkeit zeigt einen lMendelssohn, der ails 'einer ro
mantischen \iege ins Heroisdhe und ins Komische street. Hier
kann man erkennen, daBR Mendelssohn nicht. wsie man heute so
oft hort, ein gefalliges Talent, sondern daf er ein bahnbrechende,
Genie \war. Das GCDur Quartett Lon Josef Ha',dn, von den
Kunstlern meisterhaft gespielt, erstrahlte in unverbrauchter Fri.
sche und Lebhaftigkeit. Das nachgelassene DMAoll Quartett von
Schubert von diesen Kunstltrn :u horen, swar ein un\ergdehlchs
Erlebnis. War schon die \Wicdergabe des ersten Sat:es eine
Maeisterleistung, so erreichten in den \'ariationen des weiten
Saties, die ja :u dem Lied ,,Der Todi und da.s Madchen" ge
sebrieben sind, Ton und Empfindung die vollige Lieberein.
stimmung mit diesem man kann eh ruhig sagen himmlisch
schonen Sat-, sodalii es wic eine Vision erklang. Mlit gleicher
vollendeter Kunst und Einfihlung u rdmen auch die beiden
andern Sat: gespielt Im Schlulisat: -eigte sich inbescondere das
praise und reine Zusammenspiel. Es war gewill nicht :u \er-
%%undern, daSf die Zuhorer gan: im Banne dieser grofien musi-
kalischen Kunst standen. Dr. G.

Persiinliche Nachrichten.
Zwei Zimmer mbbliert zu vermieten; statt Miertins soll Haus-
arbeitet geletitet snerden. Hauishalt rituell.
Gut mobliertes Zimmer, nut oder ohne Pension, zu vermieten.
Anfragen an das Be:irksrabbinati.
MAdchen findet Lehrstelle bei Luise Mlann, Damenschneiderin
(Meisterin) Rodalben Pfalz.








































































i. s








Auswanderungsberatung
fUr alle Lander (auBer Palstina) In Landau.
Herr Dr. Auerbach halt auch kinftig Sprech
stunden in Landau ab. Die Sorechsrunden in Ludwigshafen
a. Rh fallen weg. In Landau we den di- Sprechstunden bis aul
wetreres am ersten und dritten Dienstag jedes Monats von
91 *, bis 11 Uhr vormittags stattfinden. In den Monaten Juli
und August sind aber nur folgende Sprechstunden: am 7. Juli
und am 18. August.
Dje Sprechsiunden finden in Landau im Gemesndehaus,
Schiitzengasse 4, statt.
Selbsnterstandlich ist Herr Dr. Auerbach auch in Mannhetm
M 6, 12 :u sprechen.
Antrage auf finanzielle Beihilfen durc'l den Hilfsverein
der Juden in Deutschland miissen kiinftig bei Herrn Dr. Auer:
bach persbnlich gestellt werden, ein Antrag bei der Wohlfahrts'
stelle des Verbandes genugt nicht mehr. Die Gesuchssteller.
swollen alle moglichen Nach\elise uber Vermogens, und Emin
konmmensverhaltnisse vorI:gen, insbesondeie den Einkonmmens'
und Vermogenssteuerbescheid des Gesuchstellers oder seiner
Eltern aus den letzten :wei Jahren, Beschesirgung uber
etwaige Arbeitslosigkeit, Lohnabrechnungen aus den letrten'
Monaten usw. Der Hilfiserein uird die wirtschaftliche Lage der
Gesuchsteller genauer prufen als bisher.
Dr. Rosenberg.


Erholungsaufenthalt fiir Kinder.
Einer Reihe \on pfal:er Kindern aus Familien, in denen
selt langemn Armut und Sorgen sich breit gemacht haben, swollen
auch in diesem Jahr einige Jrohe Ferienwochen bereitet werden.
W\ir bitten geeignete Familien um freundliche Meldung bei
Frau Dr. Einstein, Glacistr. 9 'mit der Angabe, % ie lange
und in \elcher Zeit sic en Gastkind unentgeltlich bei sichi
aufnehmen wollen.
Verband der isr. Kultusgemeinden der Pfalz
Provinzialverband Pfalz des jiid. Frauenbundes.


Berlcht Uber die bisherlgen Veranstaltungen des
Kullurbundes.
Die let-te \eranstaltung der diesjahrigen Spiel:eit war das
Gastspiel von Dela Lipinskaja am IS. Juni. Der Gemeindesaal
war voll beset und das Publikum erwartete mit groiler Span'
nung die beruhmte Kunstlerin. Gilt do-h Dela Lipinskaja mit
Recht als eine der bedcutcndsten jtidischen Kunstlerinnen der
gegenwartigen Zeit auf dem Gebiet der Kleinkunst. Alles was
sie bot, wa: meisterhaft vorgetragen, seien es nun Volkslieder,
Couplets, Satiren oder Gedichte. Es ist auf das Feinste ausgear-
beitet. die Mimik ist vollendet, ebenso die Sprachfertigkeit und
der Ausdruck der z'\ar nicht sehr umfangreichen. aber um so
charakteristischeren Stimme. Es %%aren durchweg erlesene Sachen
und Sichelchen, geistreich und wittig, die zum 'ortrag kamen.
Manches erinnerte an die besten Gedichte von Morgenstern.
Mehr aber noch als das a s fesselte das W\i e des Gebotenen.
Es war, wir sagen es in voller Wurdigung des Ausdrucks. groie
Kunst in klemen Dingen. Wir swollen ni.cht in Einzelheiten
gehen, wir swollen aber doch aus dem reichen Programm aLs
Gipfelleistungen hervorheben die Ski-:e: ,,Der Utopiist", die
Satire: ,,Am Genfer See", das brillante Chanson: ,,LadvyLtke
Dame", die ent:uckende Cooganparodie, die wit:ige Geschichte:
,,Sensation im Zoo" und last not least das Lied vom Sex appeal.
Das Publikum war ent:ickt und er:wang manche Beigabe.
Herr Walter Laltai war am Klavier em geschmackvoller Be-
gleiter. Lauter Belfall erscholl, als sich die Kunstlerin von uns
verabschiedete. Wir dankbaren Zuh6rer ruten ihr ein W'ieder,
sehen im nachsten Jahre :u. Dr. G.



Mitteilungen aus freudigen und traurigen Anlissen.
Wer irgend eine Mitteilung schnellstens in Besit: der
Gemeindemitgheder gelangen lassen will, kann durch \ermittlung
von Herrn Sternweiler (Fernruf ab 1. Jul: 2125) An=eigen
drucken und austragen lassen, wobei ledighch die D'ruckkosten
und eine Austraggebuhr berechnet werden.
a11




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