Rundschreiben Rabbinatsbezirk, Landau, Pfalz

MISSING IMAGE

Material Information

Title:
Rundschreiben Rabbinatsbezirk, Landau, Pfalz
Physical Description:
4 pages
Language:
German
Creator:
Kurt Metzger
Publisher:
Bezirksrabbinat Landau/Pfalz

Subjects

Genre:
newspaper   ( sobekcm )
newspaper   ( marcgt )
Spatial Coverage:
Europe -- Germany

Notes

General Note:
Nos 6-9

Record Information

Source Institution:
University of Florida
Rights Management:
All applicable rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier:
GS10
System ID:
AA00013430:00003


This item is only available as the following downloads:


Full Text





- RABBINATSBEZIRK


Mai 1936 Rund!


LANDAU/PFALZ


schreiben Nr. 8


Siwan 5696


Herausgegeben vom Bezirksrabbinat Landau/Pfalz: Kurt Metzger




Dr. Berthold Einstein / Zum ersten Jahrzeitgedenken
geboren 31. December 1862 in Ulm, gestorben 4. Juni 1935 zu Landau
Von Rabbiner i. R. Dr. Max Freudenthal a I- M nchen.


Die judische Literatur kennt seit Jahrhunderten cine Fulle
von pietat\ollen Beo\orten, die den Namen der Heimgeaangenen,
besonders der Rabbinen und Gelehrten -ur Ehrung angefugt
werden. Fur das bekannteste dieser Beiworte Secher Zaddik
Liwracha h, ,.das Andenken des Gerechten sei i:im Segen"
hat sich der Gebrauch herausgebildet, es erst nach Ablaut des
Traueriahres in An\aendung :u bringen. Das ..Andenken" an
die Heimgegangenen wird erst dann :u einer festen Formel, wenn
das tagliche ,,Denken an sie" nach:ulassen beginnt, wenn der
Schmer: um si sich gemildert hat. So darf auch let:t, da da-
Trauerjahr um Berthold Einstein -u Ende geht, allnahlich die
stindige lebendige Ernnnerung an ihn sich in einen solchen
Gedanken des gesegneren Andenkens %\andeln und seinem Namen
fhr alle Zeit das ehrende Geleit geben. vor allem in dem Kreis,
in dem er so lange ge-irkt hat, aber auch bei alien, die ihn sonst
liebten oder verehrten. Der Lebenslauf de \'Verewigten war
schlicht und er selber hat ihn alley Zeit in dieser Schlichtheir
belassen, die seinem gan:en \'esen entiprach. Ein echtes Kind
des Sch\abenla.ndes, das er in seiner Art auch immer geblieben
ist, brachte er aus dem elterlichen Hause und aus der Gvmnasial.
zeit religi6se Gesinnung und soar schon theologische Interessen
mit. Im Judischen Theologischen Seminar zu Breslau set-te er
seine rabbinischen Studien tort und beendete sie durch das staat:
liche theologische Examen an der Landes;Universitat in semner
4Heimat. Die rabbinische Praxis gesiann er :uerst als RabbinatLs
stelliertreter in Heilbronn, dann als Rabbiner in Laupheim und
seit 1894 in erweitertem Umfang in dem groBeren Be:irksrabbinat
Yandau, dem er 10 Jahre hindurch auf alien Gebieten, die das
rabbinische Amt mit sich. bringt, in unermiidlichster Pf[ichrtreue
seine gan:e Kraft widmete. Dieser Tarigkeit wuRte er aber bei
aller Schlichtheit doch den Stempel seiner Personlichkeit auf,
zupragen. Seine Predigten im Gotrtshause und seine Ansprachen
bei anderen 'eranlassungen legtenn o der sachlichen und, kor.
rekten Gewisenhaftigkeit Zeugnis ab, mit der er alleys anfaJit
und fur die schon das AeulSere semer Handschrift ein auffalliges
Abbild war. Seinen interricht erteilte er mit der gletchen Get
wissenhaftigkeit, aber auch mit lener behaglichen Gute und Ailde,
die den anderen wesentlichen Zug seines Charakters ausmachte
und seine gan:e seelsorgernche Tatigkeit, seine so:iale 'irk:
samkeit, scin \'erhalten den Mensdien gegenuber kenn:eichnete.
Solche weiche Naturen sind starker als andere den Enttauschungen
des Leben- ausgeset:t. Aber Berthold Einstein wulte sie mit
jenem gutmutigem Humor _u ubenrinden. der kcine atzend-e
Scharfe kanntc, sondern nur frohen Sport und in tidheren Jahren
sogar manchenen ustigen lterranchen Niederschlag fand. In der
Musik, die er selber ausLibte, bcsal3 er aufekdem in Freud und
Leid cinen reinen Quell der Erhebung und des Trostes.


An Leid und Sorgen hat es wohl seit 1914 keinem von uns
gelehit, ge\il, nicht denen, die im offentlichen Leben stehend.
rucht nur die eigene Last :u tragen hatten. Berthold Einstein
bewahrte sich vorbildlch in diesen schweren Jahren. Die blutende
undere die ihm der Krieg durch den Opfcrtod seines einzigen
Sohnes schlug, hinderte ihn nicht in der Ausubung sener Amts'
ptlichten, lide ihn Lielmehr erst recht die Geschicke seiner GeC
meinde aufs tiefste mitempfinden. Auch dem korperlichen Leiden,
das sich im Laufe der Jahre einstellte, set-te er unbeirrt sein
Ptlichtbewufrtsemn als Damm entgegen, und nur ungern verstand
er sich da:u, nach 40jkhriger Tadgkeit in den Ruhestand ein-us
rreten, den er intolge seines plot:lichen Todes ach! so kur-zi
Zeit genielen sollte. An allen W'andlungen der Gesamtheit,
so\oh[ den ai euleren mie den inneren, nihm er regsten Anteil
und airkte in den verschiccdenen lokalen Vereinen und Gesamt'
verbanden mit, ohne sich in den Vordergrund :u drangen. was
ihm gan:lich fremd war, aber auch ohne jemals seinen Grund,
sat:en untreu -u .erden, die nach aullen auf seiner heimattreuen
Gesinnung und im Innern aut seinen :uverlassigen, religi6s,
liberalen Anschauungen beruhten. Diese Selbsrlosigkeir und
Gesinnungstreue runden das Bild des Verklarten ab, und wir
Freunde, die sir seit der Studien-eit innigst mit ihm verbunden
blieben, konnten immer wieder \oll froher Bewunderung fest'
stellen, das er in allen Sturmen der Zeit unverandert derselbe
gelilieben %ar. So wurde das Fest, das vor drei Jahren anlaBlich
seiaes siebenzigsten Geburtstages thm :u Ehren stattfand, zu
eintr %illkommenen Geegenheit, aller Liebe. \erehrung und
Freundschatt fur ihn sichtbaren Ausdruck Zu geben, und Ge'
meinde, Vereine. Schuler, Kollegen und Freunde wetteiferten,
es ihm und allen Telnehmern unvergelclich erhebend :u gestalten.
Auch scin Eintritt in den Ruhestand bat nochmals Anlal3 zu
dankbaren Bekundungen, und nur sein jaher Tod vor einem
JaJre kur: vor dem Wochenfeste und sein eigener \unsch einer
stillen Beiset-ung verhinderte die Tednah.me so vieler, die gerne
mit \Worten der Liebe und Anhbnglichkeit letzten Abschied.
\on ihm genommen hatten.
Jetrt, da der Schmer: um sein plot:lbhes Hinscheiden sich
gemildert hat, dart gewils auch son thm gesagt werden, dalB ,,seLn
Andenken :itm Segen ist" und in der Geschichte seiner Gemems
den auch so bleiben u ird. Moge aber :ugleich d'er gute Geist
der Gessissenhaftigkeit und Pfiichttreue. der S:hlichtheit und
Geradheit, der Gite und Milde, \se Berthold Einstein ihn ver'
korperte, semen Gemeinden in dauerndcs \'orbild bleiben und
besonders in dicsen ernsten und schweren Zeiten Zu ihrem
Halt und ihrer Festigkeit und mit Gortes Hilfe auch zu ihrem
Bestande %wirksam beittragen,.


Aus der Pfalz
Verband der isr. Kultusgemeinden der Pfalz.
Al.s ine wetcere durch die Zeit geforderte \Wirksamkeit des
Verbandes der isr. Ktditugemeinden der Pial-, dart gcnannt
werden, daB er die Errichtung eines Kursus fur Neuhebraisch
ins Leben gerufen hat. Dieser Kurs wurd \on Herrn Co h n;
Asulay, blannheim gleirtet. Samtliche Rabbiner, Lehrer
und Kantoren der Pfal: nehmen an dem Unterricht teil. Die
Kosten des Unterricht. rragt der Verband'.

Dank der jiid. Winterhille 1935 36.
1 Die Arbeiten fur das judische Winterhilfswerk 1935/36 frir
die Pfal: wurden im Monat Mal abgeschlossen
* In Stadt und Land haben unsure pfal:ischen Glaubensge'
Stossen in geschlossener Hiltsbereitschaft die norwendigen Mittel
Szur Verfiigung gestellt, um den Kampf gegen Hunger und Kalte
zu bestehen. Sich hir seinen Nachsten einzuseten war der Gtund;


sat- und Leitgedanke fir aile Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen,
fur alle Helter und Helternnen. Ihnen alien im Namen der Be'
t-euten, %ie im Namen der \erbandsleitung innigsten und herz'
lichsten Dank.
Verband der isr. Kultusgemeinden der Pfal: ge: Albert Joseph.

Aus dem Reich
Aus der Arbeit der Reichsvertretung.
Im Anschlull an das Gymnastisch orthopadische Institut
Alice Bloch, Sturtgart:W, ZeppelnstraBe 32. began, gefordert
von der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, und vom
Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinschatt W'iirttembergs,
am 17. April 193t em einiahriger Lehrgang zur Ausbildung von
Turn und Sportlehrern Schulgeld monatlich 35.- RM. Ueber
Lehrplan, Aufnahme', sowie Prufungsbedingungen usw. gibt das
Inslatut Bloch Auskunit, an das alle Anfragen :u richten sind.
Da bereits ene groBe An--ahl Anmeldungen vorliegt, empfiehit
es sich, Zulassungsgesuche unverzuglich einaureichen.


.i *'.







t Aus dem Bezirk
Aus Ingenheim. (Goldene Hochzeit.) Am 5. Mai 1936
feierten Herr Raphael Mandel und seine Frau Sophie geb. Marx
in voller Riistigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Dieser Tag
war ein sichtbares Zeichen der Wertschitzung und Verehrung
dieses jederzeit pflichtgetreuen Beamten innerhalb seiner Ge"
meinde. Mbge er im wohlverdienten Ruhestand, mit seiner Gattin
noch viele Jahre ungetrtibten Gliicks bis ur diamantenen Hoch-
zeit erleben.
,:. (Silberne Hoch:eit.) Am 16. Mai begingen Herr Leon
Ma r x und seine Frau Emma geb. Teutsch das Fest der silbernen
S Hochzeit.
(88. Geburtsta g.) Am 17. April wurde Frau Marie
Joseph geb. Marx (gen. Tante Marie) 88 Jahre alt. Die Jubi.
larin erfreut sich schbner Rusrigkeit und besorgt noch heute ihre
Hausarbeiten selbst. Wir wlinschen Frau Joseph, die sich in
Ingenheim allgemeiner Behebtheit erfreut, noch viele Jahre tines
schdnen Lebensabends


Aus Albersweiler. Am 7. Mai 1936 feierte Frau Johanna
K a h n geb. Halfen ihren 75. Geburtstag
iS' D"-')-l. iN ,. ~Zi
Aus Riilzheim. (Goldene Hoch:eit.) Am Schabbath Chol
hamoed des Pessachfestes feierte Herr Heinrich Sch6nberger
mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hoch:eit. Wir habrt
erst vor kurzem anlallich des SO. Geburtstagcs von Herrn Schon:
berger Gelegenheit gehabt, den Jubilar in diesem Blatt :u wurdi,-
gen und wunschen auch :u diesem Tage dem Jubelpaar, das
sich schoner Rustigkeit erfreut, einen heiteren Lebensabend: bis
zu 120 Jahre 1

(Beset:ung der Lehrerstelle.)
Am 1. April wurde die Stelle eines Kantors und, Religions'
lehrees durcb Herrn Erich Landsberg aus Frankfurt a. M.
neu beset-t. Herr Landsberg wurde am 27. Juni 1913 zu Frankfurt
geboren, hesuchte nach Ablegung dir Reifepriifung am Reform,
realg\mnasium :u Frankfurt. die dortige Jeschiwa. Seine
Ausbildung aL Religionslehrer erhielt er am Lehrerseminar zu
K6Ln, wo er in diesem Jahre die Prufung ablegte.

Amtliche Mitteilungen des Rabbinatsbezirks,
des Bezirksrabbinats u. des Synagogenrats.
Bezirksversammlung.
In den nichsten Wochen findet die diesjahrige Versamnmlung
der Synagogenrate des Rabbinatsbe:irkes Landau start. Besondere
Einladung ergeht noch Evtl. Antrage sind alsbald an den \'or
sitzenden des RabbinatssBezirkes emiureichen. Schwvarz.
Festsetzung der Beerdigungstermine.
Es wird dringend' ersucht sich vo r Ansetzung eines Beer:
digungstermins mit dem Be:irksrabbinat in \'erbindung setzen
:u swollen, da sonst nicht Gewahr geleistet werden kann, daB die
Beisetzung zu dem gewtinschten Zeitpunkt stattfindet.


Die S p r e c h st u n d en finden von Montag bis Donnerstag
jeweils von 11 bis 12 Uhr in meiner Wohnung, GlacistraBe 9
Fernsprecher 2128 statt. Zu anderer Zeit bin ich nur nach
vorheriger Vereinbarung :u sprechen.
Das Bezirksrabbinat.
Auswandererberatung.
Der Synagogenrat der ir. Kultusgemeinde Landau gibt hier:
mit allen Gemeindemitghedern von folgendem Schreiben der
'Wohliahrtsstellc des Verbandes der ir. Kultusgemeinden der
Plat: vom -1. d. M aus:ugs-eisc Kenntni.
Fur Mannheim, die P fal- und Sudhessen ist eine Z\weig,
stelle des HilLsvereins der Juden in Deutschland in Mannheim
errichtet uorden. Als Auswandererberater ist Herr Dr. Franz
Ludg A u e r ba c h in Mannheim bestellt worden. Herr Dr.
Auerbach, der regelmafig Sprechstunden in Mannheim M 6, 12
abhalt, hat sich berit erklart. viermal im Monat Sprechstunden
in der Pfal: ab-uhalten. Diese Sprechstunden werdcen :unachst
und bis auf weiteres in Ludsigshafen und, Kaiserslautern statt.
finden und :war am 1. und 53. Dienstag im Monat in Ludwigs:
hafen, am 2. und 4. Dienstag in Kaiserslautern In Ludwigshafen
sind die Sprecistunden nachm. 3 bis 5 Uhr im Buro der \ohlb
fahrtsstelle des \erbands, Kaiser;Wilh.elmstr. 9, in Kaiserslautern
vorm. 9.30 bis 11.30 Uhr im Nebenraum der Synagoge. Die ersten
SprechAunden sind in Ludwigshafen am 2. und 16. Juni, in
Kaiserslautern am 26. Mai, 9. und 23. Juni.
W'ir machen ausdriacklich darauf aufmerkiam. daB Herr Dr.
Auerbach sich nur mit der Beratung befalit. Wo cine finan-ielle
Beihilfe fur Auswanderer gewunscht wird, sind die Verhand:
lungen nach wie vor iber die \Wohlfahrtrstelle des Verbands
und nicht mit der Zweigstelle des Hillfsereins :u luhren. Auch
ierden die Gemeinden gebeten, nur mit der \'ohlfahrtsstelle
und nicht mit der Zweigstelle des Hlisvereins direkt :u korre-
spondieren. Dr. Rosenberg.

Letzte Aufforderung.
Dem Synagogenraf gehen sehr oft schriftlich und miindlich
Beschwerden zu, daB besonders in den ersten Reihen der Frauen:
abteilung, die Eigentumsn und Mietplatze vor allem an Feiertagen
von hierzu Unberechtigten besetzt sind, sei es von hiesigen oder
auswSrts wohnenden Damen. In zwei Gemeinde:Rundschreiben
wurde auf diesen Milstand schon 'hingewiesen, ohne daB davon
Notiz genommen wurde.
Wir machen letztmalig darauf aufmerksam, daB Zuwider:
handelnde zu gewirtigen haben, wihrend des Gottesdienstes
durch den hierzu beauftragten Ordner von den Platzen gewiesen
zu werden.
Wer einen Platz benotigt mbge sich mit Herrn Zeilberger
Vogesenstr. 4 ins Benehmen setzen, da noch Pllitze zu mieten sind.

Es besteht Veranlassung darauf hin:uweisen. daB evtl. Zu,
schusse :u unbedingt notiendigen Um:Ligcn nur bewilligt \erden
konnen, wenn v o r h e r \erembarungen mit dem Synagogenrat
getroffen worden sind. Der Synagogenrat.


Bericht Uber die bisherigen Veranslaltungen des
Kulturbundes.
D;e Arbeit im Kulturbund %wurde nied'er aufgenommen. Es st
erfreuich, fictstcllen -u konnen, dalf das Intcresse an den \er:-
ar.taltungen schr rece und der Besuch durchaus zufriedenstellend
int Die Leitung hat abcr auch hib let:t nur Auserlesenes geboten.
'ir sind ihr hierfur :u Dank verpflichtet und hoffen, daB auch
die 'eiteren \'eranstaltungen den gleichen Erfolg haben \serdcn.
\lir berichten nun uber die ein-elnen Veranstaltungen:
Am 1. April fand der Liederabend \on Beatrice Waghalter-
Freudenthal statt. Die bekannr Ktunstlcrin. welche -uIm ersten
Male in Landau auftrat, errang einen vollen Erfolg. Im ersten
Teil des Abends bot sie mit reifer Kunst bunte Lieder aus ailer
Welt. Sic sang deutsche, fran:6sische, italienische und spanische
Lieder mit gleicher Mcisterschatt. Der Kiinstlerin liegt besonders
das stil\olle Chanson. Die groBe und gutausgebildetc Stimme
,ird vaon ihr nie allein angeendet, simmer tritt die ausd-ruckvoll;
ste Gebarde hin:u, sodal : jedes Lied ein geschlosienes und abgen
rundetes Charakierbild ~rrd. Schon nach dem ersten Tell cr:rang
das Publikum eine Zugabe Den gan: inning n Kontakt mit dem
Publikum erreichte die Singerin aber im zweiten Teile des
Kon-erts. in dem sie judische Lieder xorrrug. Fier war sie %wirklich
eine berufene Kunderin. Sie verstand, das ostjudische Milieu,
das uns hier ja melir oder iseniger fremd ist, uns plastic vor
Augen :Li ifhren Ich erinnere nur an das uunderbar vorgetra-
gene ,,Ghertolied'" son Ignat: V'aghalter, an das innige WViegen.
lied und an das Lied ,,Erew Schabbes". Die ganze Iddische Seele
war in der Gestaltung di.eser Lieder: verhaltene Trauer, das unver,


gleichliche Famlhengefuhl. harmlose Freude und bitter Selbsts
ironic Das 'war nicht bloB gesungen, das war aus einem tiefen
Volksempfindcn heraus geformt. Es ist nicht moghch einzelnes
besonders :u loben Wer aber die Groteske .,Der Rebbe und, die
Chassidim" nur einmal von der Kunstlerin gehort hat. der erlebte
cine Darstellungskunst, die nicht oft erreiclit wtd.
Das begeisterte Publikum erzuang auch nach dem zweiten
TOil des Kon:ertes eine Zugabe. Die Kunstlerin sang einen Csar'
das, so heschwingt und feurg, wie es sich gehort W'ir hntten
den Abend lieber in cinem ludischen Lied ausklingen lassen.
Daoch wir uollen nicht rechten. Da Pubikum stand den ganzen g
Abend untrr dem Eindruck der grolnen Kunst, die von der
Kunstlerin ausging. 'ir Kleinstadter, die wir nicht oft solches
erleben, danken ihr daher aus vollem Herzen. Aber auch dem
Begleitcr Leo S c h o n b a c h gebuhrt besonderes Lob. Die Art,
v.ie cr den oft schwierigen Kla\ierteil durchfuhrte, war uber.
;euhgcnd und beties cine hohe Einfuhlungsgabe. LUnnbtig, -u
bemcrken, dalb das Zu.sammenpiel von Gesang und Begleitung
restlos befriedigte. Allet in allem, ein \orbildhlches Kon:ert und
wir warren glucklich, die Sangennr bald \vieder :u horen.
Am '' April spielte der jugendliche Geiger Gerhard Kander, j
Karlsruhe. Lhebcr den jungen Kiinstler war schon aus vielen
Stadren Gutes berichtet worden, sodall wir ihn mit gro(Sen Er.
wartungen begrublten. Um es %on vornherein :u sagen: unsere-
Erartungen burden nicht entrauscht. Dieser tiidische Knabe, ,
der in aller kindlicher Bescheid-enheit auftrat, ist ein begnadeter
Musiker. Er ist kein \\'underkind im landlaufigen Sinne und will I
es auch gar nicht sein. Sein Spiel ist einfach, schlicht, sauber und i
., .,
r '-. : .. :




* w


pdilcher Kulturbund fir die Pfalz
rtsgruppe Landau
S Dem jiidischen Kulturbund fur die PfalJ ist es gelungen die
- beriihmte Dela Lipinskaja

I zu einem Gastspiel am Donnerstag, den IS. Juni 1936
in Landau zu verpflichten. Es wird erwartet, da8 der Bcsuch
dieser Sonderveranstaltiang des jtidischen Kulturbundes fur die
PfaLz sehr stark sein wird und es ist deshalb ratsam. sich dje
Zusatzkarten ab 9. Juni moglichst bald zu losen, die bei
Herrn Ernst Sternweiler, Horst.'Wesselstr. 22
Herr.n Karl Oestre i c h e r, MarktstralBe 52
Backerei M a y e.r GerberstraBe 10
Frau H lle II e r, GmnasiumstraBe 9
zu haben sind.
Es ergeht noch eine besondcre Einladung.
Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist nur gegen Vorzeigung
der ordnungsmaBigen Mitgliedskarte und Zusatzkarte des jiid.
Kulturbundes fiir die Pfalz moiglich, sonst nur gegen besondere
Erlaubnis, die an der Abendkasse erhalten werden kann und
die nur mit amtlich beglaubigtem und mit Lichtbild versehenem
Ausweis (ReisepaB, Fiihrerschein etc.) giiltig ist.
*
Fraulein Erika Storm Sanson. die bei uns am 4. January 1936
gastlerte, wurde an die englische Oper (Leitung Frit: Busch) und
zu mehrcren Konzerten im Londoner Rundfunk verpflichtet.


Lokale Nachrichten.
Schawuoth=Lernen.
Am ersten Abend des Schawuoth-Festes. 26. Mai abends
8.30 Uhr veranstaltet die Chewrah:Kadischah in Landau im Ge'
meindesaal, Schiatengasse 4, ein Schawuoth-'Lernen, -u dem alle
Gemeindemitglieder her-lich eingeladen sind'. Hebraische und
deutsche Bibeln sind mitrubnngenl Fir eine kleine Bewirtung
ist Sorge getragen.
Gemeindebibliothek.
Die Bicherausleihe findet nunmehr ieden Dienstag, von
17 bis 18 Uhr im Betsaal, Schit:engasse 4. start. Die Ausleihe ist
kostenlos und fur jedes Mitglied des Rabbinatsbe:irks bestimmt.
Neuanschaffungen:
Zobel, Das Jahr der Juden; Zahlet die Tage; Muller, Der
\Weg in die judische Neuzeit.
Spenden in Form \on Geld und guterbaltenen Buchern
werden dankbarst angenommen.
Mitteilungen aus freudigen und traurigen Anlissen.
W\'r irgend eine Mitteilung schnellstens in Besit: der Ge'
meindcmitglieder gelangen lassen will, kann durh \'ermirtlung
von Herrn S t e r n \i e i I e r (Telefon ab 1. Juli: 212S) Anzeigen
drucken und austragcn Lassen, ,wobei lediglich die Druckkosten
und eine Austraggebihr berechnet werden.
Jewish Agency; Aktionskomitee.
Am 25. April 1936 wurde in Landau ein Jewish Agency'
Aktionskomjtee gegrundet, dem ejweils zur Halfte Zionisten und,
Nichtzionisten angehoren.


Die Mitglieder des Prasidiums sind die Herren Artur Schwarz,.
Siegmund Fried, Josef Schwar:, Ludwig Mayer. Dem Komitee
gehbren ferner an die Herren Kommer:ienrat Albert Joseph,
Dr. Goldberg, Karl Oestreicher, Dr. \Veil, Bezirksrabb. Kurt
Metzger, Ernst Sender.
Sederabend.
Der fuir die Gemeinde veranstaltete Sederabend am 2. Abend
des Pessachfestes hatte einen wider Erwarten sehr guten Besuch
:u verzeichnen Da mit weit weniger Teilnehmern gerechnet
wurde. waren die vorgesehenen Platze bald' besetzt und' jede
crdcnkli.he Sit:gelegenheit muBte danu dienen, um fdir die Zu'
horer Plat: :u bieten.
Dieser erfreulich starke Besuch verhinderte es allerdings,
dal, sich die Teilnehmer im Rahmen einer grollen Familie fiihlen
konnten, vodurch der schonste Eindruck verwischt wurde. Es
\,ird deshalb eine dringende Aufgabe fur das Pesachifest des
nachsten Jahres sein, diescm Mangel ab:uhelfen.
Trot: der Ueberf'illung folgten die Anwesenden mit Interu
esse den Ausftihrungen von Herrn Be:irksrabb. Kurt Met:ger,
der die Haggadah hebraisch und deutsch vortrug und jede ein-
zelne Sielle erklarte; besonders im 2 TeLl beteiligten sich die
Anwesenden an den traditioncllen Gesangen. Ile Schknfeld
stellte mit .hrer heben Kinderstimme die Fragen der Mali nischz
tanah. Der iiemn :um Seder wurde von Herrn Kommerzienrat
Albert Joseph gestiftet, dem hierfur an dieser Stelle herzlicher
Dank ausgesprochen uerden moge.
Isr. Frauenverein Landau.
Anfragen:
1. Wer gibt einer kranken Frau tur 8 Tage Mittagessen,
das abgeholt wird?
2 Sauglingswas-che und ein gebrauchter Kinderwagen 'uero
den gesucht.
Hilfe bei Krankheitsfallen.
Sollten sich be, Familien, die keine Helferinnen haben,
Krankheitsialle einstellen, so haben sich etnige Damen freir\wllig
zur Unterstut-ung zur Verfugung gestellt.
Anfragen w ollcn an die Vorstandiscaft des isr. Frauen;
vereins gcriihtet werden.
JT US Landau jetzt ,,Schild" Sportgruppe im R. J. F.
Ortsgruppe Landau.
In seiner Hauptversammlung am 5. Mai beschloB der JTUS
Landau mit grofier Majoritat sich dem Sportbund des R J F anm
-uschlrleen. WVaren die Sportkameraden bis zur Abstimmung
auf dem Standpunkt gestanden die Neuralit.t moglichst bei'
zubehalten, so urde die stattliche Versammlung durch die sadh.
lichen Ausfuhrungen des Leiters des Sudwestdeutschen Sports
verbandes im R J F. Herr Dr. Heiner Maver. Frankfurt a. M.
davon Liber:eugt, daf unsere Sportsache nur durch AnschluB
an tine der grofen Sportgruppen gef6rdert werden kann, zumal
in unsrer engeren Hcimat sonst kein ncuraler 'erein mehr
besteht. DaLB auch in Zukuntt in un&crem V'erein jcdcm gesm;
nungsgenmala dem R J F fernstiehndcn ihdischen Menschen Ge,
legenheit gegeben ist Sport :u treiben, geht schon daraus hervor,
daB 3 Herren der Ziontisschen Ortsgruppe dem engeren Aus'
schufl. angehoren, wie uberhaupt der ReichsausschuB Judischer
Sport\erbande, der sich bekannthch aus Sportlern des Makkabi'
Kreises und des R J F :usammen.st:t, ausdrucklich in ,einen
Sat-ungen besdmmt, daB in kleincren Gememden die Zuge-


ganz ohne Mat:ihen Man merkt sofort, daB der Knabe viel
gelernt und gearbeitet hat. denn di.e Technik, uber die er verfugt,
fliegt nicht an den Geiger heran, sic will erarbeitet sein. DaBl
aber ein Knabe technisch so weit vorgeschritten ist, ist erstaunlich.
Mit Ausn'ahme von einigen wenigen Doppelgriffen war alleys,
was der junge Kunstler bot, technisi.h fehlerlos und meisterbaft
gespielt, .eine Leistung, die nicht genug gewurdigt werden kann.
Was aber noch mehr anerkannt werden muB, ist die Tatsache,
daBl der jungle Geiget die \on ihm vorgetragenen Stucke auch
seelisch ertalit. War dies bei der Sonate von Brahms noch weniger
fcsstellbar die Herbheit Brahmsscher Empfindung liegt ja
auch noch uber dem Erleben eines so jungen Menschen so
bewijes der Kunstler bei dem \'ortrag des Bruch'schen G moll
Konierts eine solch klare und ausschopfende Auffassung und,
Empfindung, dai> wir vdllig \ergalen, dalB da oben auf dem
Podium en Knabe und nicht ein erwachsener Mensch stand.
Die \'iedergabe des Adagios war gan: eindringlich, die Schonheit
und Ausgeglichenheit des Tones bereiteten einen gan: besonderen
GenuB. Die technischen Schwierigkeiten des Schlul3sat:zes burden
von dem jungen Geiger uberraschend sicher und' grazios ge'
meistert. Die \Viedergabe des Kon-erts war eine grofe Leistung,
Ses ist nur zu bedauern, daBJ der Kunstler nicht hde Gelegenheit
hatte, in Begleitung des Orchesters au spielen, wodurch die
kinstlerische Leistung noch besser :um Ausdruck gekommen
* ware. Gan.: ortreffli-h spielte der Geiger den Slavischen Tan:
Nr. 1 von Dvorak. Die best Darbietung des Abends war aber
ohne Zwseifel die \Wedergabe des ,,Nigun" von Ernest Bloch.
Hier vereinigte sich eine bedeutende, fehlerlose Technik mit
dem vollen seelischen und geistigen Eindringen in das aufwbuh.


lender und doch auch so friedengebcnde Stuck. Das war nach
Form und Empfindung ludische Masik im besten Sinne. Hierfur
Nei dem jungen \'cggenossen gedankt. Technisch ausgezeichnet
\war auch die Wiedergabe der Polonaise brillante von \Vieniawski.
Das sonst gegenuber rein instrumentaler Kunst etwas spr6de
Publikum \ar h;ngerissen und serlangte :wei Beigaben. Der
Kunstler spielte in einfacher schl.chter Weise :wei entzuckende
kleine Sticke Damit war der bedeutsame Abend voruber. Sollen
\iir versch\eigen, daB das mustkalische Erlebnts, das der iadische
Knabe in uns erswe:kte. noch lange in uns anhalten wird?
Es sei aber auch des Begleiters. Herrn Curt Stern, Karl.s-
ruhe, gedacht, der den oft sehr schwriengen Klavierpart meisterlich
ausfuhrte und sich alk ein \or:tiglicher Begleiter erwies.
Am 13. April sprach Herr Dr. Willi Cohn- Breslau, ubcr
,,SeeLsche Haltung". In kiaren. nuchternen, aber von Aufrich:
ugkeit und Anteilnahme be.seelten Worten sch.ilderte tJer Redner
die ceisngen and moralschen Gebote fur das Judentum der lieu
rigen Zeit. Er \ies eindringlich auf die gluckspendende und die
seelische Haltung geahrle.stendtn Schatze hin, die aus unserer
\ergingenhefit L U ns heruber gekommen sind: Gottesfurcht,
Beschafttgung mit der heiligen Lehre, Wohmtun, Familiengefihl,
Einfachheit und Bescheidenhett in der Lebensfuhrung. Der Red,
ner beschattigte sich auch mit der nun :ur GewilBheit gewordenen
\\Wederauferstehung des judisch-n \'olksrums in Ere:. So wob
er von der Vergangenheit ubes die Gegenwart ein Band, in die
nahe Zukunft. \'ir gingen aus diesem schlichten. aber um so
inhaltsreicherem Vortrag gestarkt und in unserer seelischen Hal'
tung gekraftigt nach Hause. Dr. G.




-ft.


riehn der beiden Richtungen parteilich nicht gebundien sind,
'd.'. h. daB dort RJ F-Leute ruhig bei Makkabi Sport treiben
kiShnen und umgekehrt. Moge sich daraus auch in anderen
;'Fragen ein gedei.hliches Zusammenarbeiten der einzelnen ludi,
schen Gruppen entwickeln.
Veriffentlichungen von Geburtstagen und Jubilien.
I" Veroffentlichungen voonGeburtst.agen und Jubilaen "ollen
Sbis spatestens 14 Tage \or dem E-scheinungstermin des Berirks,
rundschreibens beim Bezirksrabbinat gemeldet werden.
i 91. Geburtstag.
Am 3. Mai feierte Frau Rosa Ter qu em (Bethesdaheim)
ibren 91. Geburtstag. Die alte Dame. seIlhe an ihrem Wiegen
feste von allen Kreisen unserer Gemeinde reichlich geehrt wurde,
erfreut sich bewunderungswUirdiger Rustigkeit und Frische. Sie
list ohne Augenglas ihre Zeitung und nimmt regen Anteil
an den TagesereignLssen. W'ir aLle %%unschen, daBr sie

in unserer Mitte bleibt!
Dank.
Fur die uns anlaBlich der Barmisaah unseres Sohnes Armin
er\wiesene Aufmerksamkeit, sagen sir aut diesem \W'ge her-lichen
Dank. Arthur Kern und Frau

Bewegung des Rabbinatsbezirks Landau.
Barmizwah: S1. April: Fran: Zeilberger, Sohn des Herrn Fried,
rich Zeilberger aus Ermershausen.
BathUMizwah am 1. Schawuothtag: Gertrud Stern. Toahter des
Herrn Hugo Stern. Weinhandler, Fran-: Eppstr. 5.
Inge Stern, Tochter des Herrn Gusta\ Stern. Kaufmann.
Ludowicistr. 15.
Doris Weil, Tochter des Herrn Siegfried \Veil. \'ehhandler,
Martin Lutherstr. 35.
Sterbefall: Friulein Theodora Schatz, 55 Jahre. aus Her.xheim
bei Landau.
Auswanderung: Nach L. S A : Herr Ludwig Lob. St. Ingbert-
Landau: nach Frankreich: FamJie Albert Weill: nach Sud'
amerika: Familie Alfred Stern.
AblSsung an Stelle von Dankeskarten und Spenden.
Es ist eine alte judische Sitte bei freudigen und erusten An'
lassen unserer Armen :u gedenken Lnd anlaiflich einer Feier,
oder num Andenken an liebe Verstorbene. der Gemeinde fiir
die Bed ir ftigen einen Betrag zu bberu~etsen.
Die Beitrage kbnnen bet der Kasse der Zentralkohlfahrts:
stelle (Verwaltung der isr. Kultusgemeinde Landau, Postscheck.
konto Ludwvigshafen 1150) einge:ahIt werden .
Abl6sung: Arthur Kern und Frau. anlalhlich der Barmi-Tah
ihres Sohnes Armin.
Armin Kern anlaBlich seiner Barmi:wah.
Spenden: Die Tischsammlung bei der Barmizwah'Feier son
Armin Kern ergab den Betrag von 21.35 RAM.
Frau Bertt Einstein anlal1ich des ersten Jahr:ettstages son
Herrn Be:irksrabbiner Dr. Einstein.
Herr Arthur Marx (Tres-Arrovos, Argenunien) ubernies
aus eincr Sa-mmlung s\ahrend der Ueberfahrt einen Betrag fur
die hiesige Zentral'ohlfahrtsstelle.

Lag baomer:Feier.
Am 9. und 10. Mali and im Gemeindesaal der isr Kultusge-
meinde eine Feier anlal'lich des Lag baomertages start. Die Feier
des 10. Mai war besonders fur die Bezirksgemeinden bestimmt
In einer Ansprache eingangs der Feier wies Herr Kurt
Metzger auf den Sinn und die Bedeurung dieses Tages auch
fur unsere Zeit hin. Entsprechend dem Charakter des Lag baoa
mertages hatte die Feier eine heitere Note und es wurde cine Fulle
von schonen und mit \iel Liebe und Sorgfalt einstudierten Dar,
bietungen geboten, sodali cs nicht moglich ist, in diesem Rahmen
auf die emn-elnen Leistungen in der notigen Breite ein-tgehen.
Die \'ortuhrungen eroffneten die drei Ingenheimer Kunstler
Paul Marx, Karl und Fritz Siegel, die durch ihre gielungenen
Bankelverse, so manchen et\as unsanft mitnahmen Mit lHerrn
Adolf Kaufmann sangen die drei noch :\%-.i Quartette, wahrend
Herr Frit: Siegel -s\ei Operettenlieder vortrug. Licberhaupt mul
gesagt s\erden. daB die drei Ingenheimer vicl :um Gelingen der
Feier beigetragen haben Unset allverehrtes Frl. Liselotte Schs\ar-
schild, die LandaLu a in:wischen bedauerlicherweise \erlassen
hat, brachte mit unseiren Kleien und sogar Kleinsten die Kinder-
symphonic \on Ha,,dn :u Gehor, die dutch die Kunst von Frl.
Schkar-schild und durch den Edfer der jungen Musiker sehr gut
dargeboten wurde: den Violinpart hatte Gertrud Stern, am Kla. ter
sales Frl. ILe Maver Noch einnial traten unsure Kleien in dem
allerliebsten Sketsch .,Alles lernt lsrith" auf. der die Sorgen der
Grolmama t Ilse Sch6nfeld) mit der hebr. Sprache und die Freude
am Iirith seitens ihrer Enkelkindcr alias Fran: Benedick, Heinz
DannheiRer, Ernst Feibelmann, Doris Kern, Hcin: Alexander,
Margit Lob, Leo Rosenblatt, Richard Scharff, Norbert Scholem,
Martin Straul vor Augen fuhrte.


Ein Zauberkasten brachte allerlei bunte Szenen hunter dein
Zirkusdirektor ,,Weilachini" (Ludwig Weil); bei ihm konnte man
glauben, sich wirklich auf eirem richtigen Jahrmarkt zu befinden,
als er seine Zauberkunste mit seinem Bruder Ernst vorfuhrte.
Lind was Weilachini bot, war Spitzenleistung. Die hibschen
Tan:e des Spanierpaares Irene Schkwar: Marguerite Hemmer-
dinger, des Wichtelmannchens Margot Schwarz, der Hollanderi
gruppe Doris Benedick, Irmgard Gun-burger, Suse Le\y. Toni
Wilmersdorfer. des lastigen Matrosen mit seinem Schifferklavier
(Dorle Drexler) und im Traum des Zennsoldaten von Margot
Schwar: und Ruth Steinem riefen durch thre Grazie reichen Beifall
der Zuschauer hervor, wie auch die Turnkunststucke der Gebruder
Siegel erhebliche Erschutterungen des Zwerchfells verursachten.
blarianne Fried, Lore Shbarff, lUse Maver, Doris 'Weil, Inge
Stern, Doris Benedick und der Brautigam ,.Put:i" bewiesen ihre
Schauspielkunst in dem lusiigen Theaterstuck ..Das Geheimnis
der Kran:chensch, ie.tern". Den Gegensat.: z:%ischen ..Stadt and
Land" stellten Frau Ele Kaulmann und Fraulein Annemarie
Joseph durch em nettes Singipiel heraus. \ahrend Herr Emil
Forsch aul seiner Zi.hiharmonika sdhone \V'etsen oortrug.
Alle Zischauer warcn begcister: uber die Darbietungen Herr
Karl Lev\ bealtigte in meisterhafter \'eile das Amt des Jnten
danten, Frau Paula \'eil und Hcrr Zeilberger (in ,.Alles lernt
Il'1rith") erwarben hohes Lob durch die Einstudierung der ein.
zelnen Stucke Fraulein Ilse Mayer und Frau Ludwig Levy (in
..Stadt und Land") ertiesen sich als \ortreflhche Begleiterinnen
aut dem Klavicr. Als Ansager fungierten die Herren Otto Wert"
heimer und Kurt Feibelmann mit ihren launigen Spassen.
'Nur all:u rasch schianden die Stunden der Feier, die durch
frohen Tan: der Jugend abgeschlossen ssurde und es darf wohl
als Erfolg dieser 'eranstaltung gebucht \erden. dal" allseits der
\'unsch nach \Viederholung derartiger Feiern laut -uirde. M.



Kalender und Gottesdienste
in der Synagoge zu Landau:
2u. MaN Ere% Schawuoth.
Gottesdienst am Schawuothfest:
26 Mai: Festtags:Emiang: 15.30 Uhr. 20.30 Uhr: Schawu:
oth-Lernen der Chewrah:Kadischah.
27 Mal: Morgens 8.15 Uhr: Predigt und Bath Mizwah'Feier.
Einsegnungsfeier der Mladchen.
2 Abend: 1.30 Uhr
25 Mait: Morgens S 30 Lihr. (bMAthnath Jad) -
Ausgang 21.05 Uhr.
29. Mal: Jsru Chag. Sabbath. Eingang 1830 Uhr.
30. Ma.u: Morgens 8.30. (Na.so) Ausgang 21 10 Lihr.
5 Juni. Sabbath Eingang 18.30 Uhr
6. Juni: Maoren S.30 ULhr. (Behaalothcha). -
Ausgang 21.20 Uhr.
12 Juri: Sabbath-Eingang 15.30 Lihr.
13. Juni- Morgens S.30 ihr (Schelach lecha). Neumonds'ueihe.
Ausgang 21 25 Uhr
Ic'. Jun: SabbathtEingang IS 30 Lrhr
20. Juni: Morgens S.30 Lihr. (Korach'. Sabbath und 1 Neu
mondstag. Ausgang 21.25 Uhr
21 Juni: 2 Ncumondstag (Tamus)
2L Juni: Sabbath Eingang IS 30 Uhr.
27 Juni- Morgens S.30 Lhr (Chukkath). -
Ausgang 21 30 ULhr.
3. Jul. SabbathEingang 1S.30 Lihr.
4 Juli. Morgens 5.30 Lihr (Balak) Ausgang 21.15 ihr
JLili. Schwvah assar betamus. Ausgang 21.25 lhr.
An Sabbath- und Festtags:Nachmrttagen. 15 50 Lihr.
An \'erktagen: Morgens 7 Lhr. Sonntags und an staatlichen
Feiertagen S Uhr. Abends 1S.30 Uhr
Das Bezirksrabbinat.


Persiinliche Nachrichten.
2 Zimmer mit Zubehdr leer oder mdbliert iuf dem Lande
zu vermieten.
2 bis 3 Zimmer mit Zubehor auf dem Lande zu vermieten.
Antragen pollen an das Be:irksrabbinat gerichtet iwerden.
Aeltere, gesunde Dame sucht volle Pension, gegen zeitge'
ma.ie Bezahlung.
Angebote pollenn an das Be:irksrabbinat gerichtet weiden.
Schines, helles, m6bliertes Zimmer im Zentrum der Stadt
zu vermicten. Zu erfragen beim Bezirksrabbinat.

Das nichste Rundschreiben erscheint am 1. Juli.


Druck: Karl Lob II, Philippsburg (Baden)'.


Jt




Full Text
xml version 1.0 encoding UTF-8
REPORT xmlns http:www.fcla.edudlsmddaitss xmlns:xsi http:www.w3.org2001XMLSchema-instance xsi:schemaLocation http:www.fcla.edudlsmddaitssdaitssReport.xsd
INGEST IEID ERCHT0OU0_1BLYXP INGEST_TIME 2013-02-07T16:45:08Z PACKAGE AA00013430_00003
AGREEMENT_INFO ACCOUNT UF PROJECT UFDC
FILES