Rundschreiben Rabbinatsbezirk, Landau, Pfalz

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Material Information

Title:
Rundschreiben Rabbinatsbezirk, Landau, Pfalz
Physical Description:
4 pages
Language:
German
Creator:
Kurt Metzger
Publisher:
Bezirksrabbinat Landau/Pfalz
Publication Date:

Subjects

Genre:
newspaper   ( marcgt )
newspaper   ( sobekcm )
Spatial Coverage:
Europe -- Germany

Notes

General Note:
Nos 6-9

Record Information

Source Institution:
University of Florida
Rights Management:
All applicable rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier:
GS10
System ID:
AA00013430:00001


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Full Text






SRABBINATSBEZIRK X LANDAU/PFALZ


M&rz 1936


Rundschreiben Nr. 6


Adar 5696


Herausgegeben vom Bezirksrabbinat Landau/Pfalz: Kurt Metzger


Kommerzienrat Albert Joseph 70 Jahre alt.
Von Dr. Rosenberg-Frankenthal.


Wir bringen aus dem Israel. Gemeindeblatt,
Mannheim mit Genehmigung des Verfassers
ifolgenden Aufsatz:
Am 20. January 1936 vollendete Herr Kommerzienrat Albert
Joseph in Landau in der Pfalz, der President des Verbandes der
israelitischen Kultusgemeinden in der Pfalz, das 70. Lebensjahr.
Der Jubilar ist in Ingenheim bei Landau geboren und entstammt
einem angesehenen, echt jiidischreligi6sen Hause. Er trat friih
in den kaufminnischen Beruf, konnte sich aber infolge seiner
ungew6hnlichen Tiichtigkeit und, der dadurch erzielten Erfolge
schon in jungen Jahren vom Geschaft zuriickziehen. Seitd'em
widmet er seine ganze Kraft dem Dienst am Judentum, dem schon
immer sein Herz gehorte. Er war 22 Jahre Mitglied des Synas
gogenrates Landau, zuerst als Beisitzer, spater als Vorsitzender.
Es muB riihmend hervorgehoben werden und ist in Landau,
unvergessen, daB die Finanzen der Gemeinde nie in so guter
Ordnung waren als in jener Zeit.
Sein Lebenswerk ist der Pfalzer Verband. An den Vorar,
' beiten zu dessen Griindung, die in das Jahr 1916 zuriickreichen,
war er nalIBebend beteiligt und als es am IS. Marz 1917 in einer
denkwurdigcn V\rsammlung \on \'ertretern pfalzischer Kultus.
,r.;- "' :r -.GrudJung dc .''crb-'nides kam. wu-de Hi.rr
Kommerzienrat Joseph einstimmig zum Praisidenten des
Verbandes gewahlt und ist es seitdem geblieben zum Segen des
pfailzischen Judentums. Unter ihm entwickelte sich der Pfalzer
Verband zu dem, was er heute ist. Aus einem eingetrageneri
Verein des biirgerlichen Rechts, der auf kiimmerliche Mitgliedero
beitrage angewiesen war, wurde durch Verleihung der Staats-
regierung eine K6rperschaft des 6ffentlichen Rechts, bei welcher
die Kultusumlagen slmtlicher pfilzischen Juden zusammenflieBen
und ohne deren Mitwirkung im gemeindlichen und religi6sen
Leben der Pfalz nichts mehr geschieht. Wenn heute alle Ge-
meinden der Pfalz ihren Verband, der doch auf freiwilligam
ZusammenschluB beruht, als eine nicht mehr wegzudenkende
Einrichtung betrachten, so ist das im wesentlichen ein personliches
Verdienst des Jubilan~s, der all die Jahre hindurch seine ganze
Kraft dafiir eingesetzt hat, die Ueberzeugung von der Notwendigo
keit des Verbandes in den Verbandsgemeinden zu wecken und
zu erhalten. Unter seiner Leitung ist bedeutendes erreicht worden.
Die Finanz- und Gehaltsverhaltnisse der Gemeindebeamten, die
teilweise recht im Argen lagen, wurden befriedigend geregelt,
die Notlage der kleinen Gemeinden wurden durch laufende Zu;


schiisse weitgehend behoben, fiir Gottesdienst und Religions"
tnterricht in alien Gemeinden wurde gesorgt und die auf dem
flachen Lande wohnenden Hilfsbediirftigen wurden der Fiirsorge
des Verbandes unterstellt. Vor allem aber wurde das Gemeinm
schaftsgefiihl in den pfalzischen Juden erweckt und gestarkt,
ein Erfolg, der gerade heute nicht hoch genug veranschlagt
werden kann. Die derzeitigen Verhiltnisse haben noch zu einer
wesentlichen Erweiterung des Tatigkeitsbereichs des Verbandes
gefiihrt. Die seit mehr als zwei Jahren bestehende Wohlfahrts&
stelle des Verbandes hat die Fiirsorge fiir Arme und Kranke naoh
miodernen Grundsatzen neu organisiert, eine Berufsberatung und
Stellenvermittlung eingerichtet, kiimmert sich um die so wichtige
Berufsumschichtung, berat und hilft bei Auswanderung und cLne
eigene Darlehenskasse bestrebt sich, gefahrdete E\istn:en :u
erhalten und zu retten. Es ist bewundernswert, mit .eicl-ir ;Cer
stigen Frische und mit welchem Eifer sich der Jubilar die.en
neuen Aufgaben zugewendet hat und sich bemiiht. sme :I mea
stern. Man sieht ihm sein Alter nicht an. Von frith bi -pat a
sein gastliches Haus Ratsuchenden often und nie-nand k
zu dem hilfsbereiten und waTmher:igen Mlanne xergebe
wird wenig Gemeinden in der Pfalz geben, die Herr Kor.
:-inrat Joseph nicht besucht hat und deren Synagogen und Frie
.fec er nichr kennt und hunter seinen Schutz genommn h
\'tnn elnc Gemeinde seinen R. Aund seincni Bes..:' ** *-
st ihm kein Weg zu welt und kein Wetter zu .:~hleht. ED' Z7_hl
der Sitzungen und Besprechungen, besonders in den lct:ten
Jahren, ist Legion geworden.
DaB einem so tatigen Leben der iuBere Erfolg nicht Cersagt
blieb, ist begreiflich. Der Jubilar ist heute und seit langem diJ
popularste Pers6nlichkeit in der pfalzischen Judenheit, allgemein
gekannt, geachtet und geehrt. Nun ist er 70 Jahre alt geworden
und hatte gewiB das Recht erworben, nach einem so reichen und
gesegneten Leben sich zuriickzuziehen und sich der lange ento
behrten Ruhe im Kreise der Familie hinzugeben. Aber es wird
ihm nicht verg6nnt sein. Sein Rat und seine Arbeitskraft sind
unersetzlich. DaB so ein seltener Mann auch auBerhalb der Pfalz
die gebiihrende Anerkennung gefunden hat, ist nur natiirlich.
So wirkt der Jubilar h6chst segensreich in engster Fiihlung mit
dem Prisidium des Verbandes bayerischer israel. Gemeinden.
Auch dem Beirat der Reichsvertretung der Juden in Deutschland
geh6rt er als Mitglied an. M6ge dem allverehrten und trefflichen
Manne noch ein langer und gliicklicher Lebensabend an der Seite
seiner Gattin und im Kreise seiner Mitarbeiter beschieden sein.


Die Ehrungen anliaBlich des 70. Geburtstages von Kommerzienrat Albert Joseph.
Von Dr. RosenbergFrankenthal.


Herr Kommerzienrat Albert Joseph feierte seinen Geburts--
tag fern von der Heimati Er hoffte wohl auf diese Weise den
zahlreichen Ehrungen zu entgehen, die ihm zugedacht waren,.
Er konnte aber nicht verhinidern, daf ihm von allen Seiten,
angefangen von den groBen jiidischen Korperschaften im Reiche
und in Bayern bis zu jeder einzelnen Familie seiner Heimato
gemeinde, die herzlichsten Gliickwiinsche schriftlich und tele-
graphisch dargebracht wurden. Er mag wohl selbst erstaunt und
geriihrt gewesen sein uber die zahlreichen Beweise aufrichtigeir'
Verehrung und, treuer Anh~inglichkeit.
Leider kann die im Rundschreiben Nr. 5 angekiindigte Feier
in der Synagoge in Landau nicht stattfinden, da Herr Kommer-
zienrat Joseph sich im Hinblick auf den Ernst der Zeit die Feier
verbeten hat.. Wir wollen daher auf diesem Wege die haulpt
sachlichsten Ehrungen bekannt geben, die dem Jubilar zu teil
geworden sind. Der Verband der israel. Kultusgemeinden der


Pfalz unter besonderer Beteiligung der gr86eren Gemeinden,
des Verbandes bayer. israel. Gemeinden und des Provinzialver%
barides Pfalz des jiidischen Frauenbundes hat eine Stiftung
errichtet, die zum dauernden Andenken an die vorbildliche
und segensreiche Wirksamkeit des Jubilars den Namen
,,Albert Joseph Stiftung"
erhalten hat und deren Ertragnisse fiir kulturelle und soziale
Zwecke in der Pfalz verwendet werden sollen. Die freie Vereio
nigung israelitischer Lehrer untdi Kantoren der Pfalz hat dem
Jubilar zu Zwecken der Erholungsfursorge Erwachsener einen
namhaften Betrag zur Verfiigung gestellt. Herr Bezirksrabbiner
Dr. Steckelmacher als dienstiltester Rabbiner der Pfalz und zu-
gleich im Namen seiner Kollegen hat dem Jubilar den Chowero
Titel verliehen. Mbge es dem wiirdigen Manne, der keinen
Sabbathgottesdienst zu versiumen pflegt, noch recht lange vero
gannt sein mit diesem Titel zur Thora aufgerufen zu werden.








Standhaftigkeit
von S. M ii l e r, Heidelberg
Die programmatische Rassentheorie des neuen deutschen
States gebietet den Juden in Deutschland, nischt schmerzlichen
Gefiihlen nachzuhangen, sondern auf der Grundlage der neuen
Gesetze sich. stark zu machen, um die hereingebrochene Krise
zu bestehen: auf ein Leben entsagungsvoller Arbeit mit starkem
Selbstvertrauen sich umzustellen, die vom deutschen Reichs,
kanzler betonten ,,Moglichkeiten eines v6lkischen Eigenlebens"
auf alien Gebieten tatkraftig zu erfassen und 'vor allem ein
jii dis.ch es Leben wieder aufzubauen. Dies erfordert, sich
den Reichtum des jiidischen S c h r if t t u ms zum unveriauBer,
lichen Besitz zu machen. Ein solches, vom jiidischen Geiste
durchdrungens Leben bedeutet kein Sonderdasein, sondern bleibt
verwoben mit dem Wohl und Wehe der Heimat, mit ihren
geistigen und wirtschaftlichen Interessen und miindet dort, wo
das Hachste aller Kultur wahres Menschentum sich zur
rcinen Harmonie zusammenfindet.
Das jiidische Schicksal in Deutschland seit 1933 hat a 11 e
Juden im Deutschen Reiche ohne Parteiunterschied betroffen
und tief erschiittert. Die Lehre aus diesem Erleben muB den
inneren Meinungsgegensatz mildern und den Weg freimachen
zur notwendigen jiidischen Einheit und Einigkeit.
Nicht zuletzt ist Einigkeit geboten aus der driickenden Sorge um
die Zukunft der Jugend.
Bedriickt von der Aussichtslosigkeit ihrer Lebensbahnen in
der Heimat wendet sich die jiidische Jugend neuen Zielen und
neuen Hoffnungen zu. Sie ist sich wohl bewiift, daB sie die Ge
meinschaft nicht ganz nach ihren Ideen umzuformen vermag,
daB sie unser religi6sggeistiges Gesamtgut nicht ohne eigenen
Schaden beiwcite lassen kann, unid daB sie das Alte nicht wahllos
geringachut-en darf, weil es alt ist. Sie fiihlt auch, daB die Alten
mit ihr tuhlen und miit ihr leiden und einzusehen beginnen,
dJab dic lugend um ihrer selbst willen da ist und die Zukunft
Ie so I nicht erst wenn die Schwingen der Alten erlahmen,
Rate der Gemeinschaft mitschaffen und auch auf dem Gebiet
ci utswahi selbst ernstlich mitsprechen diirfen. Fiir die heu
iwdisihe Jugend, ob sie in der deutschen Heimat verbleiben
d i oder urn Wanderstab greifen muB, ob sie der deutschk
'JidisJ-ien oder der zionistischen Richtung zustrebt, kann nur
eJ n e Rett.L aus tiefer Not sein: ein tiefes, ji dis ches
fSi b C ii f iu h 1, das sich nicht wehleidig vor dem harteri
Schicksal beugt, sondern seine Kraft taglich und stundlich aus
den QuLllen der wieder zu entdeckenden Werte der vaterlichen
Religion schopft.
*) Wir entnehmen mit Genehmigung des Verfassers vor-
stehenden Ausschnitt aus dem soeben erschienenen Buch: ,,Der
Weg in die jiidische Neuzeit" von S. Miiller, Heidelberg.



Aus dem Reich
An die Judenheit in Deutschland.
Der 25. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung fiir
Deutschland wendet sich mit einem briiderlichen Apell an die
Judenheit in Deutschland.
Das jiidische Schicksal in einer Zeit historischer Wende und
Wandlung der gesamten jiidischen Lebensgrundlage, in einer
Zeit, wo groBe Massen des jiidischen Volkes in Bewegung und
Wanderschaft geraten sind und eine neue Form unserer Existenz
aus eigener Kraft geschaffen werden muB, verlangt die Zu-
sammenfassung aller jiidischen Energien fUr die Aufgabe der
nationalen Erneuerung unseres Volkes, deren Kronung ein fried
liches und, kulturell sch6pferisches jiidisches Nationalheim in
Palastina sein soil. In der schweren Aufbauarbeit, deren Frtchte
allen Juden und in der letzten Periode besonders auch den
Juden Deutschlands zugutekommen, bedarf der Zionismus,
dessen schwere und verantwortungsvolle Aufgaben der Dele"
giertentag sichtbar hervortreten lieB, der Mitarbeit aller Juden.
Kein Jude darf heute abseits stehen, wenn es gilt, an der jiidischen
Zukunft mitzuarbeiten. Gerade in einer Zeit, in der nach einer
Periode erstaunlichen ununterbrochenen Aufstiegs das Aufbau-
werk in Palistina vor gewissen Schwierigkeiten steht, die der
Delegiertentag riickhaltlos dargelegt, aber auch auf ihr wahres,
MaB zuriickgefiihrt hat, bedarf es des Einsatzes aller Krafte,
umsomehr als die Stimme der Judenheit Deutschlands, die einen
Ausweg fiir Tausende ihrer Menischen und insbesondere ihre
Jugend sucht, gewiB nicht ungehort verhallen wird. Nur eine
starke und geschlossene Zionistische Organisation, deren Mit-
glieder von dem BewuBtsein personlicher Verpflichtung und
Verantwortung erfiillt sind, kann dieser geschichtlichen Aufgabe
geniigen. Durch den AnschluB an die Zionistische Organisation
wird jeder, der zu uns kommt, nicht nur seinen Anteeil an dei


groBen jiidischen Schopfung unserer Zeit listen, sondern auch
idas begliickende BewuBtsein empfangen, da8 es iiber alle Not
der Judenfrage hinweg einen Sinn und eine groBe Zukunfts% _
perspective im Leben des jiidischen Volkes gibt. Das Wohl des.
jiidischen Volkes-in seiner Gesamtheit ist unser h6chstes Zie.
Darum rufen wir von diesem Delegiertentag alle Juden, in deren
Herzen die Liebe zum Judentum nicht erloschen ist, zur gemein-
samen Arbeit, zur Einreihung in die von Theodor Herzl geo
schaffene Zionistische Organisation, die durch geeinte Kraft das
jiidische Volk zu einem neuen Leben fuhrt.
Ludwig Hollander gestorben: In den Nachmittagsstunden des
9. February starb nach schwerem Leiden Dr. Ludwig Hollander,
der friihere Direktor des CentraloVereins. Mit ihm ist eine Per,
s6nlichkeit dahingegangen, die jahrzehntelang im jiUdischi5ffentalt-
lichen Leben eine hervorragende Rolle gespielt hat. Seit 1908
Syndikus des CentraloVereins und spater dessen Direktor, trat
er mit Riicksicht auf sein schweres Leiden im Jahre 1933 in den
Ruhestand. Als Leiter des Central-Vereins beeinfluBte Ludwig
Hollander in starkem MaBe die ideologische Grundrichtung des
Vereins und die von ihm herausgegebene Monatsschrift ,,Im
Deutschen Reich", die im Jahre 1922 in die CV.'Zeitung umge-
wandelt wurde, deren verantwortlicher Schriftleiter und spater
Hauptschriftleiter Ludwig Hollander wurde. Die im Jahre 1919
erfolgte Griindung des Philo-Verlages geht auf Ludwig Hollander
zuriick. In der studentischen Bewegung stand er als erster Vor"
sitzender des geschaftsfiihrenden Ausschusses des KC. (Kartell-
Convent) an fiihrender Stelle. (JTA.)
Am 22. February 1936 vollendete der Nestor der bayerischen
Judenheit Herr Professor Dr. Samuel Landau er in Augsburg
das 90. Lebensjahr. Er ist in Hiirben (Krumbach) geboren, einer
,Gemeinde, aus der dem bayerischen Judentum viele verdiente
(Manner erwachsen sind. Sein Fachgebiet ist die orientalische
Sprachwissenschaft.


Aus der Pfalz
Verband der israelitischen Kultusgemeinden der Pfalz.
.Ausbildungslehrgang fiir jiidische Sozialarbeit.
Die Wohlfahrtsstelle des Verbandes der isr. Kultusgemeinden
der Pfalz hat am 6. ds. Mts. an alle pfalzischen Gemeinden ein,
Schre;ben gerichtet, das hiermit im Auftrage des Synagogenrats
unserer Gemeinde allen Mitgliedern zur Kenntnis gebracht wird.
,,Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland beab--
sichtigt, gemeinsam mit dem jiidischen Frauenbund einen
einjahrigen Ausbildungslehrgang fir jiidische Sozialarbeit
durchzufiihren.
Der Lehrgang solI eine Ausbildung in Theorie und Praxis
der jiid. Sozialarbeit umfassen, und zwar soll der theorem
tische Unterricht mit der praktischen Arbeit in den jiidischen
Wohlfahrtsstellen abwechseln.
Die voraussichtlich entstehenden Ausbildungskosten werden
monatlich RM. 20.- bis RM. 25.- betragen. Der Lehrgang
soil im April bzw. Mai beginnen. Der Ausbildung in einem
jiid. Betriebe soil eine mehrwochige Vorpraxis vorausgehen,
um die Moglichkeit zu haben, die Teilnehmer in die Arbeit
einzufiihren und von ihrer Geeignetheit einen Eindruck zu
bekommen. Diejenigen, die den Voraussetzungen des Lehr,
gangs entsprechen und sich fiir soziale Arbeit besonders
interessieren, sind durch die Presse aufgefordert worden,
sich mit einem Lebenslauf und Zeugnisabschriften iiber ihre
Ausbildung und berufliche Titigkeit m6glichst umgehend
bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland zu
melden. Da nur eine beschrankte Teilnehmerzahl zugelassen
werden kann, muB die Auswahl ganz besonders sorgfiltig
erfolgen. Wir bitten Sie auf diese Ausbildungsmoglichkeit
aufmerksam zu machen, uxns gegebenenfalls Bewerber bzw.
Bewerberinnen in Vorschlag zu bringen und die erfordero
lichen Unterlagen, sowie eine gutachtliche AeuBerung iiber
die Geeignetheit der bzw. des Betreffenden uns zu iiber"
senden. Da die Meldungen und alle Vorbereitungen fiir
den Ausbildungslehrgang m6glichst schnell abgeschlossen
werden miissen, waren wir fiir schnelle Erledigung sehr
verbunden." gez. Dr. Rosenberg.
Ausbildungslehrgang fiir Kindergartnerinnen und Hortnerinnen.
Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit,
daB die M6glichkeit besteht noch einige Schillerinnen in den
Ostern 1936 (20. April) beginnenden Ausbildungslehrgang fir
jid. Kindergartnerinnen und Hortnerinnen aufzunehmen. Wir
bitten Sie, geeignete Bewerberinnen auf diese M6glichkeit hinzu'
weisen. Voraussetzung fir die Aufnahme in das Seminar ist
abgeschlossene Mittelschul oder Lyzeumsbildung (Obersekunda-
reife) und die Vollendung des 17. Lebensjahres. Ferner wird
hauswirtschaftliche Schulung und einige Kenntnis im Hebriischen
vorausgesetzt. Gesuche um Aufnahme sind an die Geschaftsstelle








des Kindergirtnerinnen-Seminars, Reichsvertretung der Juden in
Deutschland Abt. Zentralwohlfahrtsstelle, BerlinmCharlottenburg
2, Kantstr. 158, zu richten. Interessenten k6nnen durch einen uns
vorliegenden Prospekt noch naheren AufschluB erhalten.
Dr. Rosenberg.
Altersheim Neustadt/Haardt.
Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daB das jiid.
Altershrim Neustadt/Haardt fur die Zusendung von Natural1
spenden jeglicher Art sehr dankbar ist.
Israelitisches Gemeindeblatt Mannheim.
Vom 1. February 1936 an wird das Israelitische Gemeindeblatt
auch offizielles Organ des Verbandes der isr. Kultusgemeinden
der Pfalz. Das Blatt nimmt Nachrichten aus der Pfalz auf, ebenso
Bekanntmachungen des Verbandes. Es wird hiervon mit der Bitte
Kenntnis gegeben, dafiir zu sorgen, da8 interessante Nachrichten
aus der Pfalz, der Schriftleitung in Mannheim B 7, 7 zugeleitet
werden.


Aus dem Bezirk
Die Auswandererberatungsstelle des Hilfsvereins der Juden in
Deutschland in Mannheim.
Der Hilfsverein der Juden in Deutschland e. V., das Zentralb
biiro fir jidische Auswanderungsangelegenheiten, hat im ganzen
Reich 13 6rtliche Beratungsstellen errichtet. Fiir den Bezirk.
Mannheim, Pfalz, Saarpfalz und Siidhessen siidlich der Linie
Alzey, Worms, Lorsch, Bensheim, Fiirth, Wahlen, Waldmichelo
bach, einschlieBlich dieser Orte, erfolgt die Auswandererberatung
des Hilfsvereins durch die Zweigstelle in Mannheim, M 6, 12,
die unter der Leitung des Herrn Dr. jur. Ludwig Aue r ba chi
steht. Die Beratungsstelle des Hilfsvereins gibt tiber die Auso
wanderung nach allen Landern, auBer Palastina, Auskunft. Der
gesamte Schriftwechsel in der auBerpalastinesischen Auswano
dererberatung fir den gesamten Bezirk ist zu richten an den
Hilfsverein der Juden in Deutschland, Zweigstelle Mannheim,
Mannheim M 6, 12.
Die Sprechstunden des Leiters der Auswandererberatungs-
stelle finden statt in Mannheim, M 6, 12, Zimmer 6, Montag,
Mittwoch und Freitag von 10-12 Uhr, Mittwoch auch \on 16
b is 18 Uhr. Es empfiehlt sich jedoch, den Besuch der Sprech-
stunden von auswarts rechtzeitig vorher schriftlich oder -tele
fonisch unter Nr. 23102 anzumelden.
Aus Ingenheim.
Als Geburtsstadt von Herrn Kommerzienrat Albert Joseph
iibermittelt die isr. Kultusgemeinde Ingenheim dem Jubilar ihre
innigsten Gliickwiinsche und die Versicherung ihre steten
Hochschitzung und Verbundenheit'mit ihm.
Der Synagogenrat: Eugen Weil.
Aus Riilzheim.
(80. Geburtstag.) Am 9. February 1936 feierte Herr Heinrich
S c h n b e r g e r seinen 80. Geburtstag. Dem Jubilar wurden
aus Anlaf dieses Festes herzliche Ehrungen aus allen Kreisen
der Gemeinde zuteil. Der zu seinen Ehren veranstaltete Fest'
gottesdienst wurde durch feierlichen Chorgesang umrahmt. Die
Chewrah bikur cholim ernannte ihn zum Ehrenmitglied und er
wurde in besonderer Weise vom Synagogenrat geehrt. Es ist
unser aller Wunsch, daB der greise Jubilar im Mirz das seltene
Fest der goldenen Hochzeit begehen darf und wir wiinschen
ihm einen sonnigen Lebensabend: bis zu 120 Jahren


Aus Venningen.
(80. Geburtstag.) Herrn Heinrich T e u t s c h war es vergonnt
am 6. February 1936 seinen 80. Geburtstag zu feiern. Wir
wiinschen dem Jubilar, der sich voller Riistigkeit erfreuen darf,
einen sch6nen Lebensabend: bis zu 120 Jahren
n3L aD 1 I- nND 17
Purim:Gottesdienst der Jugend.
Am 8. MHrz 1936, vormittags 9.45 Uhr findet in der
Synagoge zu Landau ein Purim.Gottesdienst der Jugend
mit Predigt fiir alle Gemeindemitglieder statt. Zu diesem
Gottesdienst sind vor allem auch die Mitglieder der
Bezirksgemeinden herzlich eingeladen.
Jiidischer Kulturbund fiir die Pfalz. Ortsgruppe Landau.
Durch die Verfiigung des Herrn Reichsministers Dr. Gobbels
entfallen vorlaufig die angekiindigten Veranstaltungen auch in
* unserer Ortsgruppe. Durch diese Unterbrechung wird die Mit-
gliedschaft und Beitragspflicht unserer Mitglieder n i c h t beriihrt.
Unsere Mitglieder werden gebeten, den Januar/Februar;Beitrag
an die Kasse unserer Ortsgruppe zu entiichten, soweit dies


noch nicht geschehen ist. Soweit m6glich, sollen die entfallenden
Veranstaltungen spater nachgeholt werden. Eine Bekanntmachung
ahnlichen Inhalts hat dieser Tage der Jiidische Kulturbund in
Bayern, Ortsgruppe Miinchen, in der Bayerischen Isr. Gemeindea
zeitung veriffentlicht. Es sind folgende Veranstaltungen geplant:
4. Marz: Dr. W. C oh n Breslau: ,,Seelische Haltung".
Ende Marz: Beatrice W a g halter : ,,Liederabend".
Mitte April: Bassermann-Quartett.
Fiir den Monat Februar waren ein Gastspiel des 14jahrigen
Geigers Gerhard Kander Karlsruhe/Baden und ein Rezitations'
abend von Otto Bernstein"Dresden vorgesehen, die nach
M6glichkeit nachgeholt werden sollen.

Amtliche Mitteilungen des Bezirksrabbinats
und des Synagogenrats.
Die Sprechstunden finden von Montag bis Donnerstag
jeweils von 10 bis 11 Uhr in meiner Wohnung, GlacistraBe 9
i- Fernsprecher 2128 statt. Zu anderer Zeit bin ich nur nach
vorheriger Vereinbarung zu sprechen.
(Albert Joseph.Feier.)
Dem Bezirksrabbinat wird mitgeteilt, daB die zu Ehren des
Vorsitzenden der isr .Kultusgemeiniden der Pfalz, den Herr
Kommerzienrat Albert Jose p h, geplante Feier in der Synagoge
zu Landau auf Wunsdh des Jubilars n i c h t stattfindet.
(Aufnahme in h6here Schulen.)
Eltern, die ihre Kinder zur Aufnahmepriifung in die hohere
Schule anmelden wollen, werden ersucht, sich zuvor mit dem
Bezirksrabbinat in Verbindung zu setzen.
(Abschiedsgebet fiir Auswanderer.)
Es soll fiir Auswanderer, die das letzte Mal unseren S.bbath,
Gottesdienst besuchen, in Zukunft ein Gebet gesprochen '.erden.
Kultusmitglieder, die hiervon Gebrauch machen w'ollen, wcrden
gebeten, mindestens 8 Tage vorher das Bezirksrabbinat :Lu ier
standigen. Das Bezirklr.bbLnat.
(Sii=ung des Synagogenrats Landau.)
Am 15. February 1936 fand eine Sitzung des Landauer Svna-
gogenrates statt, bei welcher eine Reihe Verwaltungsangelegen,
heiten ihre Erledigung fanden. Der Synagogeniat.

Lokale Nachrichten.
Nachtrag zur Chanukkahfeier.
Versehentlich wurden im Bericht iiber die Chanukkahfeier
die Leistungen unseres Ansagers Rolf Stern vergessen. Sein
Humor und seine herzerfrischende ,,Chuzpah" verdienen tat-
sichlich, wie es jetzt hier geschehen ist, besonderer Erwihnung
und Anerkennung. M.
Gemeindebibliothek.
Die Biicherausleihe findet jeden Dienstag von 15.30 his
16.30 Uhr im Betsaal, Schiitzengasse 4, statt. Die Ausleihe ist
kostenlos und fiir jedes Gemeindemitglied des Rabbinatsbezirks
bestianmt.
Loewenstein: Land und Jugend; Gelbert: Die Jungen vom
Gusch; Conte"Corti: Der Aufstieg des Hauses Rothschild; Schom
lem Alechem: Arm und. Reich.
Spenden in Form von Geld und guterhaltenen Bichern
werden dankbarst angenommen.
Sprachkurse.
Der Bescheid fiir die Genehmigung der Sprachkurse muB in
den nachsten Tagen eintreffen. Wir werden nach Erhalt des
Bescheides die Gemeindemitglieder sofort vom Beginn der Kurse
verstandigen.
R.J.F. Ortsgruppe Landau.
Im Monat Mairz findet kein Kameradschaftsabend statt.
Zionistische Ortsgruppe Landau. '
Die Wasserturmaktion der Jugend zeitigte ein sch6nes
Ergebnis. Einige Kinder zeichneten sich durch eine besonders
eifrige Sammeltatigkeit aus.
Veranstaltungen.
Es sind folgende Veranstaltungen vorgesehen:
Am 7. Apri 1936, 20.30 Uhr, findet im Betsaal, Schtitzeno
gasse 4, eine Sederfeier fiir alle Gemeindemitglieder statt.
Am 10. Mai 1936 findet im Betsaal, Schiitzengasse 4, eine Lag
boomer-Feier statt, die ahnlich wie die Chanukkah-Feier aus"
gestaltet werden soll.










Kalender und Gottesdienste


Mrrz:
Marz:
Marz:


in der Synagoge in Landau:
TaanithEEster: Ausgang: 18.55 Uhr
Sabbath-Eingang: 18.15 Uhr.
Morgens 9 Uhr: (Tezaweh undt Paraschath Sachor).


Purim:
7. Mirz: Eingang: 19 Uhr.
8. Mirz, Morgens: 8 Uhr.
Purim-Gottesdienst der Jugend 9.45 Uhr Predigt.
(Siehe Bezirksnachrichten.)
9. Marz: Schuschan Purim.
13. MHrz Sabbath-Eingang: 18.15 Uhr.
14k Marz,: Morgens 9 Uhr: (Ki tissa und Paraschath Parah).
Ausgang: 19.10 Uhr.
20. Marz: Sabbath-Eingang: 18.15 Uhr.
21. Marz Morgens 9 Uhr (WajakhelkPekude und Paraschath
hachodesch) Neumondweihe. Ausgang: 19.20 Uhr.
23. Marz: Jom Kippur Katan: Mincha: 12.10 Uhr.
24. Marz:I Neumondstag (Nissan).
27. Marz Sabbath-Eingang: 18.15 Uhr.
28. Marz: Morgens 9 Uhr (Wajikra). 15.00 Uhr: Jugend&
gottesdienst. Ausgang: 19.30 Uhr.
3. April: SabbathEingang: 18.15 Uhr.
4. April: Morgens 9 Uhr (Zaw); SchabbathoHagadol. -
Ausgang: 19.40 Uhr.
6. April : Erew Passach. Verbot des Chomez-Essens 8.50 Uhr.
Gottesdienst am Pessachfest:
6. April; Festtags-Eingang: 18.30 Uhr.
7. April- Morgens 9 Uhr 2. Abend: 1945 Uhr.
S. April. Morgens 9 Lihr Predigt. Ausgang: 19 50 .ihi.
1. An Sabbath und Festtag, Nachmirtagen. 15 30 Uhr
An \'erktaicn. Mlor~cn 7 Uhr Sonntags .,' Uhr.
Abend. 15' Uhr, ab c' lar:. IS 15 Lihr, ah I April
.I ..30 lhr
Das Be:irk-rabbinat


V'orlrag.
Am '2 Mjar IC'1: hielt Herr Synagogeneortand Lud' ,,
S t rau B aus Bald Diirkheim einen Vortrag iiber das Thema:
,,Die Stellung des Judentums im Laufe der Zeiten zur korper
S lichen Arbeit, insbesondere zum Handwerk und zum Ackerbau".
Der greise, aber von jugendlichem Geiste und Temperament
spriihende Redner verstand es in allgemein verstandlicher und
abwechslungsreicher Weise diesen etwas spr6den Stoff interessant
und anschaulich den Zuh6rern darzustellen. Gesange des Kinder-
chors umrahmten den Vortrag. Es hatte bei der Pers6nlichkeit
des Redners ein stkrkerer Besuch erwartet werden diirfen.
Dank.
Allen Freunden und Bekannten, die uns anlia3lich unserer
silbernen Hochzeit in so liebenswiirdiger Weise gedachten, sagen
wir auf diesem Wege herzlichsten Dank.
Landau, im Februar 1936 Artur und Hilde Schwarz.
Abschied von Herrn Emanuel Kern I.
Herr E. Kern I bittet uns folgendes mitzuteilen: Es ist meiner
Frau und mir unm6glich, uns persBnlich von den Mitglidern der
hiesigen Kultusgemeinde vor uniserer Abreise nach Amerika zu
verabschieden. Ich wiinsche alien Angeh6rigen der Kultuisger
meinde welter ein Glick und Segen und werde auch in der Ferne
in meinen Gebeten den Schutz und die Hilfe des Allmachtigen
fir deren Gedeilhen erflehen.

Ablbsung an Stelle von Dankeskarton.
Es ist eine alte jiidische Sitte bei freudigen und ernstent
Anlissen unserer Armen zu gedenken und anlaSlich einer Feier,
oder zum Andenken an liebe Verstorbene, der Gemeinde fir die
Bediirftigen ieinen Betrag zu iiberweisen.
Die Betrige k6nnen bei der Kasse der Zentralwohlfahrts-
stelle (Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde Landau,
Postscheckkonto Ludwigshafen 1150) eingezahlt werden.
Von Dankabl6sungskarten haben Gebrauch gemacht:
Herr Emil Mai und Herr Wilhelm Jeitteles Stuttgart,
anli1lich der Verlobung ihrer Kinder Gertrud und Herbert.
Familie Feibelmann Hirsch anlai1lich des Ablebens ihrer
Mutter, Frau Fanny Feibelmann. I
Herr Artur und Frau Hilde Schwarz anlifilich ihrer silbernen
Hochzeit.


Bewegung des :Rabbinatsbezirks Landau.
Geburt: 23. February 1936: Inge L6wcnthal, Tochter der
Eheleute Siegfried und Gerti Carola Lowenthal, Bergzabern.
Trauung: 2. February 1936, Herr Otto Kahn aus Wiesbaden-
Schierstein und Fraulein Emmi Teutsch aus Venningen/Pfalz,.
Sterbefalle:
19. January: Frau Justina Kahn, 83 Jahre, aus Albersweiler.
20. January: Herr Berthold Oehlbert, 34 Jahre, aus Leimersheim.
20. January: Herr Emil Mannheimer, 69 Jahre, aus Bergzabern.
23. January: Frau Eva Rosenthal, 47 Jahre, aus Herxheim (Pfalz).
11. February: Fraulein Berta Stern, 73 Jahre, aus Niederhochstadt.
18. February: Frau Berta Roos, 78 Jahre, Landau, Gymnasiumstr. 9.
24. February: Frau Auguste Hochberger, 68 Jahre, Landau, GlaciP
straBe 9.
Auswanderung.
Nach U.S.A.: Fraulein Ruth Carola Well, Moltkestr. 21,
Emanuel Kern I und Gattin, Edgar Kern, Kleiner Platz 4:.
Karl Viktor und Familie, St. IngbertPLandau, Stadthausgasse 14.
Else Well, LandauHaigerloch. Josef Becker und Familie, Kandel

Das neue jiidische Buch.
Das siebenfache Licht
ein Lesebuch von Emanuel bin Gorion, SchockenVerlag.
Gorion hat uns ein Buch geschenkt, das uns besser, als jede
wissenschaftliche Darstellung es vermag, die Einwirkung jiidischer
Lehre und jiidischen Geistesgutes auf die deutsche Dichtung
aufzeigt. Wie der siebenarmige Leuchter, dessen siebenfaches
Licht die Nacht unserer Geschichte als die ewige Gottesleuchte
zu jeder Zeit erhellt hat, so beweist uns diese k6stliche Auswahl
aus der deutschen Dichtung, die zur Lektiire nur zu empfehlen
ist, in welch hohem MaBe das Geistesgut -unseres Volkes deut'
sche Dichter angesprochen und beeinfluBt hat..
Der Weg in die jiidische Neuzeit
S. M ii 1 Le r Heidelberg.
Der aus unserer Schulzeit uns wohlbekannte ,,Bibelmiiller"
hat eine jiidische Geschichte von Moses Mendelssohn bis in
unsere Tage geschrieben, die in meisterhafter Sprache eine all-
gemein verstindliche Darstellung unserer Gegenwartsgeschichte
bietet. Sie wird bei der Einfachheit der Konzeption alien wisseno
schaftlichen Anforderungen gerecht und jeden wegen ihrer
Schlichtheit wohltuend beriihren, nachdem manche Erscheinung
in der Geschichtsliteratur der letzten Jahre uns nur Enttauschung
verursachten. Man wird nach der Lektiire sicherlich unsere
schwere Gegenwart besser iiberschauen und begreifen k6nnen.
Unser Bibelmiiller kann darum fur jeden von uns noch einmal
zum Lehrer werden. Ein Auszug aus diesem vortrefflichen Buch
wurde in diesem Blatt abgedruckt.


Die nichste Nummer des Rundschreibens erscheint zum
PessachsFest.



Pers6nliche Nachrichten.
Mobliertes Zimmer, evtl. mit Kiichenbeniitzung oder Pension
zu vermieten. Fraulein Hedwig Mayer, Vogesenstr. 6, p.
Geb. Haushilterin, gute Kochin, 50 Jahre, evgl., sucht Wirs
kungskreis, in bess. frauenlosen Haushalt. Anspruch RM. 40.-
alles frei. Meldungen nimmt das Bezirksrabbinat entgegen.
Junge, 14 Jahre alt, gesund, kraftig mit Volksschulbildung
sucht Lehrstelle in einem Handwerksbetrieb. Lehrgeld k6nnte
bezahit werden. Geht auch in kaufmannische Lehre.
Angebote an Fritz Kahn, Albersweiler.
Junger kriftiger Mann, 19 Jahre alt, sucht Stellung gleich
welcher Art. Zu erfragen beihn Bezirksrabbinat.
Lehrstelle gesucht. Fiir 18 jahrigen jungen Mann, schulo
entlassen, wird Lehrstelle in kaufmannischen Beruf (Biiro) oder
leichterem Handwerk oder techn. Beruf gesucht.
Angebote an Theodor Klein, Neustadt/Haardt, Amalienstr 33.
Suche 2-3 Zimmer mit Kiiche und Zubehor fiir spater zu
mieten. Angebote an J. Gersmann, BirnbaumstraBe 51, pt.
Zwei sch6ne Zimmer, leer oder mobliert, evtl. mit Kiichens
beniitzung per sofort abzugeben.
Zu erfragen beim Bezirksrabbinat.


Druck: Karl Lob II, Philippsburg (Baden).




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