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Judische Rundschau
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 Material Information
Title: Judische Rundschau
Physical Description: 2 pages
Language: German
Creator: Zionitische Vereinigung fur Deutschland; Central Organ fur die Judischen Vereine Berlins
Publisher: Zionistiche Vereinigung fur Deutschland
Publication Date: 1933
 Subjects
Genre: newspaper   ( sobekcm )
newspaper   ( marcgt )
Spatial Coverage: Europe -- Germany
 Notes
General Note: Pages on include Seite 131-132,135-136, not sure if Seite pages 133-134 exist or if there are skipped numbering.
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Source Institution: University of Florida
Rights Management: All rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier: GS9
System ID: AA00013429:00001

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Debate im Oberhaus J'Bmemnmer 90, Goldmark



JUDISCHE RUNDSCHAU

ErscheintiedenDienst.au.Freitag.BezugspreibeiderExpedition Redaktion.-Verla usnd Anzeigen-Verwaltung PM. S 34. hS' 'd 9._ a WD 9..AW 19DV 4o4 1 ja
montlich 2.- Goldmark, viertelishrlich 5.75 Goldmark. JId= cheRundscha1G.m.b.H.,Berl1nWl5,M. -. S as 6 -B W. a, D. 0.-
Aulandhxmnnemens w.rdn d.r Whrma d5 e. Sh Ld'. c. Telefons J 1 Bismarck 7165-70. R a e . Kdi b C eal.: KslPal C S -
A n nig.npreis: 3 erap. N onpa.ndles* o OO C ..Ki Stell0s. ache 425 G .M.A A sse ,sna., .,,:.D ,.i,,, ..a d F(,.,,,e h a br Je alem T el.A r.
A .tge.n hW6uS : D I,.n .s und Pr.ieat atchmlitease4 Vbir
Numnmer 27 Berlia, 4. IV. 1933 Redskdlon.schlu Sonntag und Mittwoch nachmluttg. I = 'n XXXVnI. Jalhog

Der Zlonistnus erstrebt aOr dais jdlecla Volk die Schaffung elner effantllch-rechfllch geslcherten Htelmtllte In Pallstina. ,,Basler Programm."n





Traqgi ihn mi Stolz,



den qelben Fleck!


Der 1. April 1933 wird ein wichtiger Tag in der e.-
schichte der deutschen Juden, ja In der Oeschichte des
ganzen jfidischen Volkes bleiben. Die Ereignisse dieses
Tages haben nicht nur eine politische und eine wirt-
schaftliche, sondern auch eine moralische und seelische
Seite. Ueber die politischen und wirtschaftlichen Zusam-
menhinge ist in den Zeitungen viel gesprochen worden,
wobei freilich hiufig agitatorische Bedirfnisse die sach-
liche Erkenntnis verdunkeln. Ueber die moralische
Seite zu sprechen, ist un s er e Sache. Denn so viel auch
die Judenfrage jetzt erbrtert wird, was in der Seele
der deutschen Juden vorgeht, was vom jildischen
Standpunkt zu den Vorgingen zu sagen ist, kann nie-
mand aussprechen als wir selbst Die Juden konnen
heute nicht anders als a I s J u den sprechen. Alles andere
ist v6llig sinnlos. Der Spuk der sogenannten ,,Juden-
presse" ist weggeblasen. Der verhingnisvolle Irrtum
vieler Juden, man konne jildische Interessen hunter an-
derem Deckmantel vertreten, ist beseitigt. Das deutsche
Judentumn hat am 1. April eine Lehre empfangen, die
viel tiefer geht, als selbst seine erbitterten und heute
triumphierenden Gegner ..annehmen.
Es ist nicht unsere Art, zu lamentieren. Auf Ereig-
nisse von dieser Wucht mit sentimentalen Salbadereien zu
reagieren, fiberlassen wir jenen Juden einer vergangenen
Generation, die nichts gelernt und allies vergessen haben.
Es bedarf heute eines n ee n T o n e s in der Diskussion
jfdischer Angelegenheiten. Wir leben in einer neuen Zeit,
die national Revolution des deutschen Volkes ist ein
within sichtbares Signal, daB die alte Begriffswelt zu-
sammengestfirzt ist. Das mag fur viele schmerzlich sein,
aber in dieser Welt sich behaupten kann nur, wer den
Realititen ins Auge sieht. Wir stehen mitten in einer
gewaltigen Umwandlung des geistigen, politischen, so-
zialen und wirtschaftlichen Lebens. Unsere Sorge ist:
Wie reagiert das Judentum?
Der 1. April 1933 kann ein Tag des id'dschen Er-
wachens und der judischen Wiedergeburt sein. Wenn
die Juden wollen. Wenn die Juden relf sind und
innere GrOfBe besitzen. Wenn die Juden nicht so
sind, wie sie von ihren Gegnern dargestellt werden.
Das angegriffene Judentum mull sich zu sich
selbst bekennen.
Auch an" diesem Tage stirkstZr Erregung, wo im
Angesicht des beispiellosen Schauspiels der universalen
Verfemung der gesamten jfidischen Bev61lkerung eines
groflen Kulturlandes die stfirmischesten Empfindungen
unser Herz durchzogen, haben wir vor allem Eines zu
wahren: Be son n en he i t Stehen witr fassungslos vor
dem Oeschehen dieser Tage, so dfirfen wir doch nicht
verzagen und mifssen uns ohne Selbsttiuschung Rechen-.
schaft ablegen. Man mUflte in diesen Tagen emp-
fehlen: daB die Schrift, die an der Wiege des Zionis-
mus stand,
Theodor Herzls ,Judenstaat",
in hunderttausenden Exemplaren hunter
Juden und Nichtjuden verbreitet wird.
Wenn es noch Geffihl fitr GroBe und Adel, ffir Ritter-
lichkeit und Gerechtigkeit .gibt, maiflte jeder National-
sozialist, der dieses Buch zu Gesicht bekommt, vor
seinem eigenen blinden Tun erstarren. Aber auch jeder
Jude, der es..liest, wiirde beginnen zu verstehen; und
wfirde daraus Trost und Erhebung schapfen.
Theodor Herz;l dessen reiner Name in diesen Tagen
durch ein Zitat aus einer Filschung vor der gesamten
deutschen Ocffentlichkeit beflcckt wurde, schrieb in der
Einlcitung der. genannten Schrift:
,Die Judenfiage besteht. Es wire toricht, sic zu leug.
nen. Sie ist ein verschlepptes StOck Mittelatter, mit dem die
Kulturv6lker auch heute beim beaten Willen noch nicht
fertig werden konnten. Den groflmfitigen Willen zeig.ten
sic ja. als sie uns emanzipierten. Die Judenfrage bestcht
fiberall; wo Juden in merklicher Anzahl leben. . .
Ich glaube den Antlserntismus, der eine vielfach kom-
plizierte Bewegung 1st, nzu verstehen. Ich betrachte diese
Newegung als Jude, aber ohne Hall und Furcht. Ich glaube
zu erkenncn, was im Antisemitismus roher Scherz, gemeiner
Brotucid, angeerbtes Vorurteil, religi6se Unduldsamnkeit -
aber auch, was darin verineintliche Notwehr ist. Ich halte
die Judenfrage weder fir eine soziale, noch fOr eine reli.
.gioe, wea sk a ic a dmoch- ao s nd al dem fiKbt. Sic


sht eine natlonale Frage, und urn sie zu 15sen, missen wir
sie vor allem zu etier polilischen Weltfrage machen, die im
Rate der Kulturv6olker zi regeln seln wird." j
Man mfflte Selte urn Seite dieser 1897 erschienenen
Schrift abschreiben, um zu zeigen: Theodor Herzi war
der erste Jude, der unbefangen genug war, den Anti.
semitisnits im Zusammenhang mit der Judenfrage zu
betrachten. Und er erkannte, daB nicht durch Vogel-
StrauB-Politik, sondern nur durch offense Behandlung der
Tatsachen vor aller Welt eine Besserung erzielt werden
kann. Gegen nichts hat er so leidenschaftlich Stellung ge-
nommen als gegen.das, was ihm jetzt unterschoben wird,
namlich gegen den Gedanken,. die Juden k6nnten eine
nicht6ffentliche Weltvcrbindung herstellen oder irgend
etwas tun, was bei den anderen V61kern irrtfimlicher-
weise solche Vorstellungen erwecken k6nnte. In seiner
Schrift ,,Leroy-Beaulieu Oiber den. Antisemitismus"
schreibt er:
,,Wir Zionisten sind auf das deutlichste und entschie-
denste gegen jede international Vereinigung von Juden,
die, wenn sic wirksam ware, den mit Recht verp6nten Staat
im State vorstellte und, da sic machtlos und nichtssagend
ist, nur Nachteile bidet. . Nur das sei gesagt, daB wir
zur Losung dcr Judenfrage nicht einen international
Verein. sonden eine international Diskussion
wiinschen. das heilf: nicht Bfindeleien. geheime Interventi.
onen, Schleichwege, sondern die freim iti ge Er 6 rte-
rung unter der bestandigen und vollstln-
digen Kontrolle der offentlichen Meinung."
Wir imn Geiste Theodor Herzls erzogenen Juden
wollen auch heute nicht anklagen, sondern v er s t ehe n.
Und uns fragen, was unsere eigene Schuld ist, was
w i r s c I b s t gesfindigt haben. Immer hat das jifdische
Volk in kritischen Tagen seines Schicksals sich zunachst
die Frage vorgelegt, was seine eigene Schuld ist. In
unserem wichtigsten Gebete hefit es: ,,Um unserer.
S il nden will en wurden wirt aus unserem Lande ver-.
trieben". Nur wenn wir kritisch gegen uns sind, wer-
den wir gerecht auch gegen andere sein.
Die Judenheit trigt eine schwere Schuld, well sie
den Ruf Theodor Herzis nicht geh6rt, ja, teilweise
verspottet hat. Die Juden woliten nichts davon wissen,
daB ,,eine Judenfra'ge besteht". Sie glaubten, es komme
nur darauf an, als Jude nicht erkannt zu werden. Man
wirft uns heute vor, wir hitten das deutsche Volk ver-
raten; die nationalsozialistische Presse nennt uns, und
wir sind dagegen wehrlos, den ,,Feind der Nation".
Es fat nicht wahr, daf die Juden Deutachland
ver-aten haben. Wenn sle etwas verraten haben,
so haben sle sich selbst, das Judentum, verraten.
Weil der Jude sein Judentum nicht stolz zur Schau
trug, weil er sich um die Judenfrage herumdrilcken
wollte, hat er. sich mitschuldig gemacht an der Er-
niedrigung des Judentums.
Bei aller Bitterkeit, die uns beim Lesen der natio-
nalsozialistischen Boykottaufrufe und der ungerechten
Beschuldigungen eorfllen mulf, far eines konnen wir
dem BoykottausschuB dankbar sein. In den Richtlinien
heilt es in 3:
,,Es handelt sich ... selbstverstfndllch um Geschlfte,
dle lsch In den Hinden von AngehOrigen der jldlschen
Raise befinden. Die Religion splelt keine Rolle. Kathollsch
oder protestandsch getaufte Geschllfsleute oder Dila-
denten jidischer Rasse sid In Shaie dieser Anordnung
ebanfais Juden."
Dies ist ein Ddnkzettel fiur alle Verriter am Juden-
turn, Wer sich von der Gemeinschaft wegstiehlt, um
seine pers6nliche Lage zu verbessern, soil den Lohn
dieses Verrats nicht .ernten. In dieser Stellungnahrme
gegen das Renegatentum ist ein Ansatz zur Klirung
enthalten. Der Jude, der sein Judentum verleugnet, ist
kein besserer Mitbfirger als der, der sich aufrecht dazu
bekennt. Renegatentum ist eine Schmach, aber solange
die Umwelt Primien darauf setzte, schien es ein Vor-
teil, Nun ist es auch kein Vorteil mehr. Der Jude wird
als solcher kenntlich gemacht. Er bekommt den
gelben Fleck.
DaB die Boykottleitung anordnete, an die boykottier-
ten Geschiifte Schilder ,,mit gelbem Fleck aut schwar-
zer OGrund" zu heften, ist ein gewaltiges Symbol. Diese
MaSregel ist alt BrandUwrkuig, als VArichtliKluachung


gedacht Wir nehmena se af, aund wolen darma elm
Ehrenzelchen machen.
Viele Juden hatten am Sonnabend ein. schweres
Erlebnis. Nicht aus innerem Bekenntnis, nicht aus Treue
zur .eigenen Gemeinschaft, nicht aus Stolz auf eine
groBartige Vergangenheit und Menschheitsle'stung, son-
dern durch den Aufdruck des roten Zettels und des
gelben Flecks standen sie pl6tzlich als Juden da. Von
Haus zu Haus gingen die Trupps, beklebten Oeschlfte
und Schilder, bemalten die Fensterscheiben, 21 Stunden
lang waren die deutschen Juden gewissermalen an den
Pranger gestellt. Neben anderen Zeichen und Inschriften
sadh man auf den Scheiben der Schautenster vielfach
einen groBen Magen David, den Schild Konig Davids.
Dies sollte eine Entehrung sein. Jude n, nehlm t i hn
auf, den Davidsschild, und tragt ihn in
Ebren!
Denn und hier beginnt die Pflicht unserer Selbst-
besinnung, wenn dieser Schild heute befleckt ist, so
sind es nicht unsere Feinde allein, die dies bewirkt
haben. Viele Juden gab es, die sich nicht genug tun
konnten in wfirdeloser Selbstverhohnung. Das Judentum
gait als fiberlebte Sache, man betrachtete es ohne Ernst,
man wollte sich durch Lichein von seiner Tragik be-
freien.
Aber es gibt heute bereits den Typus des neuen,
frelen Judea, den de nichtjdlische Welt sock nicht
... kennt.
Wenn heute in der nationalsozialistischen und deutsch-
nationalen Presse hiufig auf einen Typus des jildischen
Literaten und auf die sogenannte Judenpresse hinge-
wiesen wird, wenn das Judentum ffir diese Faktoren
verantwortlich gemacht wird, so mufi immer wieder gesagt
werden, daB dies keine Reprisentanten des Judentums
sind, sondern hachstens geschiftlich von den Juden zu
profitieren versucht haben. In einer Zeit bourgeoiser
Selbstgerechigkeit konnten diese 'Elemente auf Beifall
auch bei jidischen ZuhOrern rechnen, wenn sie Juden
und Judentum verhbhnten und bagatellisierten. Wie oft
wurden 'uns Nalionaljuden von dieser Seite die Ideale
eines abstrakten Weltbfirgertuins gepredigt, um alle
tieferen Werte des Judentums zu veraichten. Aufrechtk
Juden waren stets entrfistet fiber die Witzeleien und
Karikaturen, die von jfidischen Possenreiflern genau so
oder in noch h6herem Mal gegen das Judentumrn wie
gegen Deutsche -oder andere gerichtet wurden. Das
jidische Publikum beklatschte seine eigene Erniedrigung
und viele versuchten, dadurch ein Alibi f Or sich zu
schaffen, daB sie in den Spott. miteinstimmten. Auch
jetzt, in diesen schweren Tagen, glauben manche sich
durch Fahnenflucht oder AnschmeiBerei retten zu k6n-
nen. Der ,,V61kische Beobachter" vom 2. April berichtet
schmunzeind, daB die Boykottleitung von jlidischen Ge
schiftsleuten Oberlaufen wurde, die filr sich eine Aus-
nahmebehandlung wfinschtep. Viele, so behauptet der
,,V. B.", hitten sich schnell taufen laszen, um sagen zu
konnen, sie seien Christen. Olficklicherweise geht selbst
aus der Darstellung des ,,V. B." hervor, daft solche
Fille vereinzelt warren. Aber die Zeit des Druckes ist
noch nicht vorfiber, wir stehen am Anfang, und darum
muB von dieser Gefahr die Rede sein.
Denn die Oefahr, die grdl8te Gefahr, die dem Juden-
turn droht, ist die einer Verderbnis und Verkriappelung
des Charakters. Die Nationalsozialisten erkliren in ihren
Reden und in ihren Kundgebungen, daB sie Charak'ter-
losigkeit mehr verachten als alles. Dr. Goebbels hat sich
in seiner Rede am Freitag fber die Wandlung der ,,Jidi-
schen Presse" lustig gemacht, die so schnell umgelernt
habe, daB die Redakteure des ,Angriff" vor Neid er-
blassen mnfiten.
Wenn der Nationalsozialismus diesel Sachlage er-
kennt, dan miUBte er sich als jldischen Partner
ein Judentum wilnschen, das seine Ehre hoch hilt.
Er dfirfte nicht jfidische Charakterlosigkeit forderi,
umrn sic dann brandmarken zu konnen. Er dirfte dem
Judea, der sich often als Jude bekennt und der nichts
verbrochen hat, seine Ehre nicht bestreiten. Ob dem
so ist, wird sich bald erweisen: Man hat jetzt
tint Proaataonrm fir gewisse Beuf feangekuindigt








1f~CHE~ WtflWS~ffAO


Nr, 27, 4. IV. 1933


odcr kunerhand bereits eingefzhrt. Wir werdea noch 1
davon zu sprechen haben, wie schwer diese MaBregel
d.e dcutschen Juden moralisch und wirtschaftlich trifft;
ab-r wenn die Liste deer zusammengestellt wird, denen
als J u d e n denn als solche sind since ja hier ausgewihit -
Innerhalb der Prozentnorm die AusQbung des Berutes
gestattet wird, danna dart nicht derjenige benachteiligt
sc:n, der often and klar zum Judentum steht. Das ist
die -logische Konsequenz, die sich fur die National-
sozialisten aus ihrer eigenen Anscharung ergeben mifite.
Ueber die Judenfrage zu reden, gait noch vor-dreiBlig
Jahren in gebildeten Krelsen Ils annst6Blg. Man betrach-
tete damals die Zionisten als Storenfriede mit einer
idie fixe. Jetzt Ist die Judenfrage so aktuell, daB jedes
kleinc Kind, jeder Schuljunge and der einfache Mann
auf der StraBe kein anderes Oesprichsthema hat. Allen
Juden in ganz Deutschland wurde am 1. April der Stem-
pel ,,Jude" aufgedrilckt. Nich den neuen Anweisungen
des Boykottkomitees soil, falls der Boykott erneuert.
wird, nur noch eine einheitliche Bezeichnung aller Ge-
aetnfte stattfinden: bei Nichtjuden der Vermerk ,,Deut-
sches Geschift", bel Juden einfach das Wort ,Jude".
Man weiB, wer Jude ist. Ein Ausweichen oder Ver-
stecken gibt es nalcht mehr. Die- jldische Antwort 1st
klar. Es ist der kurze Satz, den Moses zum -Aegypter
sprach: Iwri anochL Ja, Jude. Zum Jude-Sein Ja
sagen. Das ist der moralische Sinn des gegenwir-
tlhen Geschehens. Die Zeit ist za aufgeregt, um mit Argu-
menten zu diskutieren. Hoffen wir, daBf eine ruhigere
Zeit kommt, and daS elne Bewegung, die ihren Stolz
dareinsetzt, als Schrittmacherin der nationalen Erhebung
gewuirdigt zu werden, nlcht ihr Gefallen daran finden
wird, andere zu entwlrdigen, selbst wenan sle meint,
sic bekimpfen zu missen. Abet wirJuden, unsere Ehre
k6nnen wir verteidigen. Wir gedenken aller deer, die
seit finftausend Jahren Juden genannt, al Juden stig-
ma'is:ert wurden. Man erinnert uns, daB wir Juden sind.
Wir sagen Ja, und tragen es mit Stolz.



,,Wir ah Wrcandc Deusdalaindit'
Erkiraung Dr. Stephen VIse's ver der amekanaldea
Eliwanderangokommusadom
New York, 31. Mirz. (J.T.A.) Der Ehrenprblldent
des amerkanlisch-1disdchen Kongresses Dr. Stephen S.
Wise und der Prlsident Bernhard Deutsch hatten am
30. M3rz elne Unterredung mit demn Vorsitzenden der Senats--
kommnisslo fir auslindlsche Beziehungen Senator PItt-
man uand dent friheren Voraltzenden dieser Kommisslon
Sen-tor Borah. Am selben Tage eprachen die Fihrer des
amerikanisch-ljdischen Kangresses such Ira State Department,
den amerlkanischen AuBsanmnisterium, vor. Dr. Stephen
S. Wise blelt such eine Ansprache vor der Einwanderungs-
kon.-; i:n. Er erkllrte, er sel mit dam yom Mltgled des
Re'rlsaentantenhauses Dick ste in gemachten Vorschlag, alle
aus Deutschland fliehenden Juden, die Verwandte amerkant.
scher Balrer slid, ohne ROcksicht auf die Quotenbeschran-
kun-eci fret zur Einwanderung nach Amerika auzuissen,
n'cht eimerstfanden. Er telle zwar den Wunsch des Kornm-
mil-sonsvorsltzenden Dickstein, den Juden aus Deutschland
Zufluchtsmbglichkelten zu sichem. Die deutsche Judenfrage
aler maisse In Deutschland getlst werden. Durch die
dcutsche Regierung, durch das deutsche Volk musse Recht
pe;:n .werden. So gastfreundlich auch Amerika, England,
Fr:n'trelch und die Schweiz seln mugen, die 600000 Juden
in Deut-:hland mflssen ihren Platz an der deutschen
S on ne finden, die Aufrechterhallung Ihrer politischen und
birrgerlichen Rechte miisse geslchert warden. Ich glaube,
erkl3rte Dr. Wise, daf es uns als Freunden Deutsch-
la n d s m6glich Ist, bel der deutschen Reglerung Versrt5ndnis
dalOr zu erwecken.


Zurdcdhalhdng in Amertka
Washington, 1. April. (W.T.B.) Die Tatsache, da6
der Boykott der jadischen Geschaifte in Deutschland zu-
n-chst nur am Sonnabend durchgeffihrt wird, Ist im
Stiatsdepartement begrfirut worden. Oleickh nach
Be'.anntwerden dcr Nachricht hit das Staatsdepartement die
se:t vorgestern in Washing~on weilenden Vertreter -der
amerikanisch-juidischenVerbindeNew Yorks
davc: unterrichtet. Das Staatsdepartement hat ihnen drin-
gen- ans Herz gelegt, sich bei der 6ffentlichen Diskussion
dcr Vorinc in Deutschland die gr6flte Zurickhaltung auf-
zuer1c-en. Man hofft, daft sich jetzt die Erregung der judi-
schen und pazifistischen Kreise New Yorks legen werde,
sov-ie. daB die Angelegenheit bald als abgeschlossen be.
trach:et werden k6nne, jedenfalls soweit sie Amerika be-
r.hr_.
Wie laut ,,DAZ." das. Reuter-Biro aus New York
r c!'ct. haben die amerikanischen Judea sich, entsprechend
ien Wfinschen des Stsatsdepartements and der fuhrenden
Mitglieder des Kongresses, entschlossen, gegensber d&r Lage
der Juden in Deutschland eine ,Haltung des Stillschweigens"
cinzunchmen.


Bcrichic des AnrIffl
Der ,Montaga-Angriff" berichtet:
kin Br Ossel fand eine Protestkundgebung des ,,Ak.
tloskomitcdes zur Verteidlgung der Juden in Deutschland"
statt, in der emraeut fibe die angebliche Unterdrnickung
der in Deutschland lebenden Judet Lugenberichte verbreitet
warden. Auch in London kt ein besonderer Ausschu8a
gebildet worden, der auBer den jadischen such die
Si c h t jdaischen Kreise zu etiem Protest gegen den Teil
des nationa!soziaistischen Programms asuffordert, der an-
lebllch eCne Unt-rdrlckung der in Deutschland lehenden
uden verlangt. Aut Vera.-laisunT dlces Aussc;iussn s fn.-
den in London Kandgebungen satat, wobei Lord Moun t
Iemp Ile, ein berfichtigter englscher Ju::e, forderte, dalB
lie Tore Palistinas den in Deutschland ,,terrorisier.
!cal Judea so weit ge6ffnet warden sollten, wie es nur
116glic-. it. Eie Fordenrng, die wit nur begrfBen knnnen.
Solite die Htze gegen das national Deutschland und
deae Regierung in den kommenden Tagen weitere Aus.
nabe anaehmen, damns wird voraussichtlicl ein zweite r
chia ggen da ,deutsche" Judeatut getluhrt wcrda,
cr ca ia~ t- db Jk Pt igtA"',


Boyhoff und Auslandsmcinung


Die Durchflhrung des Boykotfs der jildschen Oeschalfe,
Rechtsanwilte und Aerzte going am 1. April in ganz Deutsch-
land programmitig vonstattea. Die gesamte Presse stimmt
darin fiberein, daB sich die Aktion in roller Diszl-
p 1In vollzog and daB es mit Ausnahme tines beklagens-
werten Zwischenfalles in Kiel zu keinen Unruhen
gekommen ist. Es hat *ich gezelgt, daB die nationalsozla-
listische Partel und die Reglerung Ihre Anhinger vo l-
astndig in der Hand habea. Wir zwelfein nicht, daB
diese Tatsache elrien um so grfiBeren EIndrock fm In- and
Auslande machen wird, als simmer noch da und dart Be-
flirchtungen bestanden, daB einzelne Personen oder Orup-
pen Eigenmichtigkeiten begehen ktnnten.
Schon an den dem Boykott vorhergehenden Ta-
gen war die Stimmung cine sehr erregte. Unkontrollierbare
Oerfichte durchschwirrten das Land. Die verichiedenen An-
ordnungen riclen jeweils Schrecken oder Erteichterung her-
vor. So z. B. wurde die Anordnung, alle jildischen Geschifte
mfliten fristlos simtliche jildische Angestellte entlassen, in
den Krelsen der jidischen Angesteliten and dariber hinaus
mit grfBter Uniuhe aufgcnommen. Als dann die Nachricht
kam, der Boykott set auf elnen Tag begrenzt und die Ge-
haltsvorauszahlungen k6nnten entfallen, sah man dies a0h
Zelchen der Besinnung an. Das GefOhl, ginzlich von den
Anordnungen einer unzuginglichen Instanz abhingig zu sein,
konate auf die deutschen Juden nicht anders als nieder-
drackend wirken.
In Berlin herrschte selt den .Morgenstunden reges Leben
ant allen Straflen, insbesondere in den gr6feren Geschifts-
straBen. Ucberall gingen uniformierte Nationalsozialisten von
Haus zu Haus und beklebten die jfidischen Oeschifte mit den
offiziellen rotten Zetteln des Aktions-Ausschusses, worauf ge-
druckt stand: ,Es ist verboten, dieses jildische Geschift zu
betreten" oder aber ,,Achtung, Judel Betreten verboten".
AuSerdem erschlenen bei den grWleren Oeschiften grTBere
rote Plakate, auf denen stand: ,,Deutsche, wehrt Euch! Kauft
nicht bel Juden". Einen besonderen Zweck verfolgten offen-
bar die groBen weillen Plakate, auf denen in deutscher and
englischer Sprache geschrieben stand: ,Deutsche, ver-
teidigt Each gegen die jifdische Oreuel-Propaganda, kauft
nurt deutsche Waren". Es ist ganz unverstindlich, warum
diese an Deutsche gerichtete Aufforderung in englischer
Sprache plakatiert wurde. Offenbar legte man Wert darauf,
die Photographien in den angelsichsischen Lindern zu ver-.
brelten., Das Anbringen der Plakate going in v6lliger Ruhe
und Ordnung vor sich, ja man konnte sogar bcobachten,
daft stellenweise ein-gewisser Humor nicht fehlte. Auf der
anderen Seite wirkte es hiufig sehr deprimierend, wie site
ehrliche Geschuftsleute wehrios dabeistehen muiten, wihrend
von ganz jungen Menschen an ithren HIusern und Laden
die als Schimpf gemeinten Zettel befestigt wurden. Umr
10 Uhr bezogen die SA.-Posten ihre Plitze vor den gr65eren
judischen Geschiften. Eine groBe Menge Neugieriger durch-
wogte den ganzen Tag die StraBen. Man konnte in der
Menge die Beobachtung' machen, daft ein groBer Teil der
nichtji~dischen Bev6lkerung mit der Aktion keineswegs sym-
pathisierte. Mit allem Nachdruck muf betont werden, daf
die christlichen Mitbfirger keine Bemerkungen der
Schadenfreude oder der Demitigung der Ju-
den von sich gaben. Vielmehr verhielt sici das Publikum
durchaus korrekt and zum groBen Teil scdiweigsam. Das
Schauspiel beabsichtigter Erniedrigung der jildischen Nach-
barn fand keinen Widerhall. Unsere Eindruicke stammen in
der Hauptsache aus Berlin, und es mag sein, daB die Akticn
nicht in allen Orten gleichmiiaig vcrlief oder die gleichen
Geffihle ausl6stc. Aber viele unvoreingenommene Beobachter
haben es bestitigt, daB das Verhalten des nichtjfidischen
Publikums zuriickhaltend und teilweise menschlich mitempfin-
dend war. Diese Tatsache wird gewiB.auch im Auslande,
dem ja die Boykottaktion vor allem gait, ihren Eindruck nicht
verfchlen.
Im Verlaufe des Tages wurden dann noch eine Rethe
anderer Zettel und Plakate an den Geschiften befestigt. Ins-
besondere gab es eine ganze Rcihe von roten Schildern mit
allerlel Versen. Da hieB es z. B.:
,,Warum hin zum Juden laufen,
Deutscher soil bet Deutschen kaufen"'
oder:
,,LaBt das Geld in deutscher Hand,
Jude schleppt es aus dem Land"
oder:
,,Was mistet Ihr den Juden groaB,
Solang noch Deutsche arbeitalos"
oder:
,,Jede Mark in Judenhand
Fchlit dem deutschen Vaterland"
oder:
,,Mit dem Geld, das Juden stable,
Fremde Hetzer sie bezahlen"
Von wem diese Plakate ausgingen, war auf thnen nicht
ersichtlich. Man dart wohl annehmen, daB el aich dabei
nicht um offizielle Plakate des Boykottkomltees handelt, son-
dern um die Arbeit private Dichter. Es warden ferner im
Laufe des Tages in den Hauptstraflen die groBen Schau.
fenster-mit riesilgen Inschrifton in roter und
weifler Farbe bemalt. Da hieB es immer wieder: In-.
haber Jude!" Oder aber: ,,!ch bin Jude!" Daneben stand
meist ein groafter Magen David. Man sah aber such In-
schriften, die sicher nicht vom Komitee gebilligt wurden,
so B. ,juda verrecke", ferner ,,Dreckjude", ,,Mistiude" und
lhnliches. Auch sah man hiufig Karikaturen von Judea.
k6pfen mit gewaltigen Nasen. Die ,,D. A. Z." berichtet:
,An die Fenster des Warenhauses Tietz am Dftnhirf.
platz waren mit weiOer,Farbo Wegwciser mit der Auf-
schrift .Nach Jerusalem" uni Davidusterne aufte:nalt. In
der NShe des Rosenthaler Tores land man Aidschriften,
wvie ,,Juden raus!", ,,Tod den )udenhetzcrn!", ,Niclt kau.
fen, Lebensgclahr!" und ahnliches. Es scheint Ubrigens
festzustehen, da in vielen Fallen solche Aufschriften van
Elementen angcbracht worden sihd, die ein Interesse an
der St6rung der Abweliraktion iattcn. Als Bet-
spiel daffir erwahnen wir den Fall einec Kaufhauses Int
der Danziger Strae, an dessen Schaulenstem slch heute
urh di" AufItfilt ad 4W,eWun di Audsca ,eitcrhetaeca,4


wird SA das Messer wetzen". Der Inhaber des Kauf.
causes wurde van dem NSDAP.-Gauffihrer in h6flichster
Weke darauf .aufmerksam gemacht, daft diese Inschrift
zweifellos von kommunistischer Seite angebracht sei und
wurde veranlaBt, sic entferaen zu lassen, was auch ge.
schah."
Lelder wurde nicht In allen Fallen, wo grob beleidigende
Aufschrifteri angemalt waren, in derselben Weise verfahrea
and fil Beseltigung gesorgt.
Den in Boykottaufruf verheltenen ,,gelben Fleck" sah
man nur relative selten. In den NebenstraBen schelnt die Aktioa
bel Aerzten usw. nicht. restlos durchgeffihrt worden zu sein.
Die ,Warenhiluser undm die meisten anderen gr6feren Ju-
dea geh6rigen Geschifte warren geschlossen oder schlossen
Ihre Laden im Laufe des Tages. Die Plakate und Aufschriften
blleben teilweise such am Sonntag noch bcfestigt. Viete La.
deninhaber waren Im Zwelfel, ob sie sich nicht Unannehm-
lichkeiten aussetzen, wenn sic die Plakate entfernen. Am
Montag friih wurde die offizielle Weisung des zentralen Boy-
kottkomitees vcraffentlicht, wonach simtliche Zettel und Pla-
kate zu beseitigen sind.
In den Kundgebungen der Nationalsozialistischen Parfet
und des Boykotikomitees war erklirt worden, die Aktion
bezwecke tor allem, den auslindischen Verbreitern von Oreuel-
nachrichten fiber Deutschland zu zeigen, dafl cine Fortsetzung
dieser Kampagne an den deutschen Juden gericht werden
Ilrde and daB die herrschende Partet dazu die Macht habe.
Inzwischen hat, darin stimmen allc Berichte fiberein, diese
Kampagne im Ausland bereits deutlich nach.
ge as s n. Sogar die nationalsozialistische Presse, die bis-
her jede antideutsche Stimme auf Konto tuer Juden ge.
schrieben hat, obwohl cs z. B. im rein nordischen Skandi-
navien fast keine Juden gibt, meldet jetzt: ,,Jdische Welt-
macht weicht zurfick". Es ist bedauerlich, daB sogar Kreise,
die ciner Argumentation sonst zuginglich sind, wie z. B.
die ,,Tigliche Rundschau", die Legende von der ,,jildischen
We!tmacht" such kritiklos hinnehmen ohne zu untersuchen,
um welche Art Reaktion es sich hier handelt. Es wird keines-
wegs bericksichtigt, daB die Schritte, die von verantwort-
lchen Juden im Ausland gemacht wurden, in keiner Weise die
natfirlichen auBenpolitischen Schranken verletzen. Mit aller
Deutlichkeit hat, urn nur das vornchmste Beispiel zu nennen,
Lord Reading im. englischen Oberhaus erklirt, er be-
farworte n i c h t eine Einmischung in deutsche Angelegenheiten
und fberhaupt nicht eine Intervention. .Ein Staatsmann wie
Lord Reading, der die h6chsten Aemter in England bekleidet
hat, der Oberster Richter (Chief Justice), Vizek6nig von In-
dien und AufBenminister gewesen ist, weiB sehr genau, daB
eine derartige Einmischung unm6glich und unzulissig wire, ja
daB sie einen anderea- als den beabsichtigten Effekt haben
k6nnte. Alle Nationena besitzen in diesem Punkt eine natOr-
liche Empfindlichkeit Was Lord Reading wollte und worin
ihm die anderen Lords und die Fuihrer der christlichen Kon-
fessionen belstimmten, war nichts anderes als der Versuch,
in elner ilberaus aufgeregten Zeit zr En tap a nn u ng bei-
zutragen, indem die Stimmung der maBgebenden Bev6l-
kerung cines groBfen Landes, wie es England ist, durch maS-
gebende Sprecher der Welt bekannt wird. Dies ist um so
wichtiger, als grade dadurch such die erlogenen Oreuel-
meldungen in den Hintergrund gedringt werden. Die eng-
lische Oberhausdebatte, bei weitem die wichtigste aller. aus-
lindischen Kundgebungen zur deutschen Judenfrage, hat ge-
zeigt, daft die Loads den OreueInach rictlten kei-
nen G la u ben schen k n und sich nicht Odirauf stitzen.
Was ihnen AniaB zu Besorgnis gab, waren die von der
deutschen Regierung selbst offiziell angekiindigten MaBnah-
men, vor allem gegen jidische Aerzte, Professoren, Richter,
Rechtsanwilte, Knistler usw. Man kann verstehen, dafB ein
Mann, der als Jude das hfchste Richteramt seines Landes
bekieldet hat, irritiert at, wenn Juden generell die Fihigkeit,
Richter za sein, abgesprochen wird. In ihnlichem Sinne hat
Lord Harder in der ,Times" voam 31. Mira ganz unpolitisch,
nut im Namen der englischen medizinischen Wissenschaft,
die Frage aufgeworten, ob die. Wissenschaft es ertragen
kann, wenn die vielen hervorragenden jidischen Mediziner
Deutschlands, denen die Wissenschaft Unendliches verdankt,
von ihren Forschungs- und Arbeitsstitten ausgeschlossen wer-
den. Der Brlefschrelber holft, es werde keine Notwendigkeit
entstehen, diese ifil die ganze Welt so wichtige Frage wetter
zu er6rtera. Ein Mann wie Sir Ernest Barker, aus altem
holateinlschen Gebfit, sprichit in der ,Times" mit hachstem
Respekt von deutscher Kultur and erklirt, er habe van
Kant die Idee .des Rechtes gelernt; darum beun-
ruhtgt ihnl die .. ,Rechtsstellung der deutschen Juden.
Aus ihnlichen Besorgnissen offenbar haben such die
Verelnigten deutschen Gesellschaften New Yorks ihre Bitte
an den Reiciskanzler gerichtet, das Programm der Regierung
fir die kinftige Behandlung der Juden zu formulieren. Es
handelt itch nicht darum, .daB Auslandsjuden in deutsche
Angelegenhelten eingreifen wollen; worn es geht, ist ein
natOrliches Interesse jidischer and christlicher Kreise
fflr die Regelung von Fragen, deren Tragweite, ob.
wohl Ihre Behandlung cine innerdeutsche Angelegenheit ist,
fiber die Grenzen Deutschlands hinauragt and such an anderen
Orten ffihlbar lst.Das iind die Imponderabillen der
Polltik, fiber die nlemand eine Macht hat, die aber der kluge
Politiker in aein Kalkil einatellt.
Die deuttchen Judea sind fiberaus bestiarzt, daB sie runt
Objekt einer Aktion geworden sind, die im Ausland Be-
unruhigung and Kritik hervorgerufen hat. Wenn wir beirn
Regierungsantritt des Relchskanlers die Hoffanung ausge-
sprochen bhaen, daB in diesel Augeablick der Macht-
argreifung das die Juden betreffende Pragramm derNSDAP.
n!:ht Programm der Relchsregleruag seia wird, so taten
wir das in dem BewuBtsein, daB Deutschland in diesim
Moment einer so grolen Menge schwierigster Fragen und
Au bewiltigender Aufgaben gegenfibersteht, daB demgegen-
fiber die Bedeutung der Judenfrage far Deutschland ver-
schwindet. Wir warens darauf gefaBt, dab die Judenfrage
aufgerollt werden wird, und daB entsprechend dem Charak-
ter des neuen Staates manche Aenderungen erfolgen wer,
den, *'ir sind icberzeugt, daB eine Neuorientierung in dic,
set Sache hitter vor sich gehea k6nnen, ohne eine so
heftlt Reak za mt jrren Aber Xcm mat ci iena Schlage


e tieS 132


iee 132 iO9 i Dii I1








Mr. 27. 4. IV. 1933


JODISCHE RUNDSCHARU


Der Antisemitismus
und die Lisung. der Judenfrage
Von Ernst llHoffmann.
Zu Hlcrds Zeiten wie heute werfen ihre judischen Gegner
den Zionisten immer wieder vor, daBf sie in Orunde ge-
nommen nicht anders handeln als die Antisemiten: sie geben
das Bestchen einer Judenfrage zu und wollen diese in einem
eigenen, augerhalb des Wirtsvolkes liegenden Bereich 16sen.
Zionisten hinwiederum werden durch die Erkenntnis, daB sich
der moderne Antisemitismus in mancherlei Hinsicht als eine
Folgeerscheinung der jidischen Assimilation entpuppt, des
6fteren zu der Annahme verleitet, die Abkehr von der Assi-
milation, die Bemfihungen um eine zionistische Endlosung
und.die innere Rickkehr zum Judentum als national Zwischen-
losung k6nnten den geschichtlichen Vorgang einfach um-
kehren, den Antisemitismus eindtmmen und innerhalb ge-
wisser Orenzen einen allmiblichen Ausgleich herbeifilhren. In
der Tat vernimmt man hier und da auch nichtjldische Stim-
men, die cine solche Auffassung zu bestitigen scheinen. Ueber-
einstimmend wird also, in mittelbarer oder unmittelbarer Form,
die Vermutung geaiuBert, daB in antisemitischen Kreisen eine
gewisse Geneigtheit vorhanden sein diirfte, einer Neuregelung
der Beziehungen der Juden zu ihrer Umwelt in zionistischem
Sinne entgegenzukommen.
Es ist ein Gebot des Augenblickes, nach einom Wege
Ausschau zu hlalten, der aus der Sackgasse der Vereinzelung
und des Angefeindetseins herausfifhrt, in die sich eine ihre
naturgegebenen Orenzcn verkennende Sehnsucht nach Oemein-
schaft und Brilderlichkeit so unheilvoll verrannt hat. Es dart
daher eine Ueberpritung der hier ausgesprochenen Vermutung,
die vielleicht tine freic Sicht erschlieBt, auch nicht unter-
lassen werden.
Zu. diesem Behufe erscheint es zunichst notwendig, den
hinter der ausgedehnten Fassade seiner Aeuferungen in Wort
und Schrift verborgenen Willen des Antisemitismus zu er-
kunden. Man wird finden, daBt dieses Wort zur Bezeichnung
von zwei Haltungen angewandt zu werden pflegt, die in bezug
auf die hier gestcllte Frage ganz und gar wesensverschieden
sind.
In der.einen ppe sce efhlsmomente nur ine
sekundire, manchmal sogar iiberhauipt kcine Rolle zu spielen.
In ihren vorliegenden Zeugnissen, denen die ,,Jiidische Rund-
schau" scit jeher elne verdicnte Beachtung geschenkt hat,
gelangt als.primairer Beweggrniind zur judenfeindlichen Haltung
die Sorge um das eigene Volk zum Atisdruck, dessen v.irkliche
oder vermeintliche Interessen durch die geschiclitlich gegebene
Symbiose mit einem Teil des jiudischen Volkes ftr becintriich-
tigt erachtet werden. Die Verfechter die s.e s Antisemitismus
legen oft Wert darauf, zu betonen, daB ihre Feindschaft nicht
fiber den Raum hinausreicht, in dem der Kreis dcs jtidischen
Volkes den seines Wirtsvolkes fiberschneidet. Zu erkennen ist
an einem Querschnitt durch diese Richtung ein Suchen nach
Verstindnis des jiudischen Wesens und der jtdischen Lage;
fallweise die Einsicht, daB den aus einer bestimmnten Stellung
verdringten Juden eine andere als Ersatz eingeriumt werden
muB, und mitunter auch Klarheit daraber, daB die J uden-
frage nur in zweiter Linie cine Frage der
nichtjfidischen Welt, in erster jedoch eine
jufidische Frage und daher nur von den Juden
seiber, niemals aber gegen ihi',en Willen zu
losen ist. Eine mehr oder minder gerechte Wfurdigung
des Zionismus, seiner nationalen und geistigen Bestrebmngen,
und des religiosen Judentums bilden hier durchaus nicht die
Ausnahme.
Dieser ,,rational e" Antisemitismus unterscheidet sich
nicht wesentlich von den Feindschaften anderer Volker mit
gegensatzlichen Interessen; der Versuch, zwischen diesem und
den Juden einen friedlichen Ausgleich zu schaffen, dart trotz.
den durch die Einzigartigkeit des Sonderfalles bedingten
Schwierigkeiten nicht von vornherein als aussichtslos abgetan
werden. Eine L6sung, die nicht beide Teile unbefriedigt li it,
wire zwar in der Diaspora niemals zu gewirtigen, wohl aber
ein bestmbglicher Zwischenzustand.
Der hier angedeutete Weg wird gangbar, in sofer n die
rationale, vom nationalen Egoismus bestimmte .Haltung inner-
halb des Antisemitismus sich durchzusetzen vermag. Das
innerantisemitische Krifteverhiltnis kann nicht genau abge-
schitzt, seine Wandlungen kbnnen nicht vorausgesagt werden.
Vor einer Ueberschitzung der rationalen Haltung mul jedoch
nachdrilcklich gewarnt werden, zumal sich mehrere Einflaisse
geltend machen, die Fehischiisse dieser Art begainstigen: der
Optimismus der Juden, die Uebernahme der rational-antisemiti-
schen Beweisfilbrung seltens der chtfrationalen Richtung,
schlieBlich die jfidische Neigung, alleys Irrationale auf rationale
Formeln zu bringen.
Im Irrationalen wurzelt aber zweifelsohne die
a n d e r e antisemitische Haltung, in der als das Primire ein
seelischen Urtiefen entquellender metaphysischer HaB er-
scheint, der *sich wohl mit Hilfe der erwaihnten geistigen
Anleihen ins Rationale zu Obersetzen, in logischen Formen
auszudricken sucht, doch ohne seine Herkunft jemals zu ver-
leugnen. Von Irgendeinem Interessenausgteich zwischen Juden
und luden haB kann nicht die Rede sein, ist doch der
i r r a t I o n a I e Antisemitismus jederzeit beret, die schwersten
Opfer sich selber darzubringen und die vernunftgemlien aInter-
essen des e g e n e n Volkes wissentlich und willentlich auller
acht zu lassen. Man k6nnte iber die Schiden, die sich die
V6lker durch antisemitische MaBlnahmen zugefflgt aben,
Binde schreiben, ohne auch nur im geringsten vorbeugend oder
abwehrend zu wirken. Im Irrationalen herrscht eine cigen-
gesetzliche Logik, die im vorliegenden Falle wabrlich
nlcht der Verstindigung dient.
Es bleibt noch die Aufgabe brig, die mittelbaren Ver.-
strdigungsmt5glichkeiten im Berelche der Tatsachen zu fiber-
prafen; zumal da eine aus dem ReliglBsea Ins Weitliche ver
pflanzte Meinung, ein hunter den Juaen sehr verbreitetes natlo-
Rales Gegenstock zur sozialistischen ,Verelendumgftheoric"
dahingeht, daB sich alffr Antisemitismus wider Ab. Et -
zur Stirkung und Erhaltung des Judentams awirk. Es
also zu erwigen, ob nicht tin ungewollter Oleichlauf j di'sche
und leindliche Krifte denselben Zielen zIuustreben z;.ngt.
Als wesentliches Moment ergibt sich, daB der irrational
Antisemitismus niemals aus seinen Lthnargiuentcu, sonde*r
nur aus dem My those seiner Rassentheoie, aus den A h rl-
m a n My th o des Judentums, zu verstefen lst, von welchem
aus er seller das Phinomen des Judentums crfs a nne
meint. Wahrend der rationale Antisemit den Juden aus der Ge.
marknmg des cigenen Volkstums zu verdrnngen such, diea
discbe Eigcnaphim Iiagege a ch a x b bedt K ahtbit


dem Irrationalen von seinem mythischen Standpunkte aus ein
Angriff auf diese Eigensphire als das Dringlichste. Wohl wird
auch er v'on dem ,,zersetzenden kulturellen Eintluaf" des Juden,
von dessen ,,Wurzellosigkeit" oder yon dessen ,,politischem
Radikalismus" reden; in seinen. H a n d in g en wendet er
sich aber vor allem gegen den politisch loyalsten, in seinem
Eigenwesen wurzeinden, sich von den Tummelplitzen fremd-
v6lkischen Kunst- und Literatiirschaffens fernhaltenden reli-
gisen Juden und atuch gegen die Erscheinungsformen des
modernen jildischen Nationalismus. Wann und wo immer sich
der HaB freie Bahn zu schaffen vermag, richtet er sich vor-
erst gegen die Synagoge, gegen das Schichten, gegen die
judische Oasse, gegen die in ihrer eauteren Erscheinung und
ihrer Sprache volkstreuen Juden: er zerstreut diese in nicht-
jildische Wohnviertel,. zwingt sie zur iuBleren und inneren
Assimilation; entwurzelt sie, indem er das Festhalten am
Althergebrachten mit stets schwerer und untragharer werden-
den Opfern verbindet. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht wird
der Jude immer wieder entwurzelt: der Hall der Umwelt
gegen die ,,jtdischen" Berufe llBt die Juden, da fast jede
Generation aus dem viterlichen Beruf gejagt wird, zu ,,No-
maden der Wirtschaft" werden,.ohne StandesbewuBtsein, ohne
Wurzeln. Das jitdische Kapital wird zur Anonymitit, zum Auf-
suchen von immer abstrakteren Betitigungsfeldern gezwungen.
Auf die Frage, ob der irrational Antisemitis-
mus fi"hig und willens ist, die Judenfrage zu b1sen, gibt die
hundertjiihrige geschichtliche Erfahrung eine ganz eindeutige
Antwort. In dieser Zeitspanne hat der irrational Antisemi-
tismus seinen Namen und seine Beweisfiihrung Biters ge-
wechselt; an seinen Orundtendetizen hat sich nichts geindert.
Vor etwa einem Jahrhundert wollte diese Haltung die in der
Form der Gleichberechtigung gedachte Losung der Judenfrage
jener Zeit verhindern und warf damal s den Juden vor, sie
seen zu ungebildet, zu kulturlos, zu sprach- und volksfremd,
wirtschattlich zu unbedeutend und unfahig, umn der Gleich-
berechtigung teilhattig zu werden. Dank diesen AnwUrfen und
einem all/i willfihrigen Assimilantentum setzt anstatt einer
natirlichen, allmliblichen, eine forcierte Assimilation cin:
die Juden machen nach allen geforderten Richtungen hin
ungeheure Anstrengungen, um sich gemiB den Ratschligen
ihrer Feinde 7U .bessern", um die Gleichberechtigung zu
,,verdienen". Die S6hne find Enkel der Hausierer und Hand-
werker crobern sich Stellungen, in den ersten Reihen des Groll-
bfirgertums; sie werden Schriftsteller und Kiinstler, Sprach-
gelehrte und Literaturforscher der von den GroBeltern kaum
geradebrechten Sprachen; sie fiberFtuten die Gymnasien und
Universitaten, die akademischen Berufe mit d em Erfolge,
daB der irrational Antisemitismus aus der durch die Erfill-
lung sei n e r eigene n Forderungen herbeigeffihrten, in
einer ungemeinen Verschirfung der Judenfrage gipfelnden
Sachlage einen weiteren Rechtstitel zum Fortschreiten auf
den einmal cingeschiagenen Wege schbpft. Der irrational
Antisemitismus assimiliert und entwurzelt die Juden, hilt
ihnen dann ihre Assimilation und Wurzellosigkeit vor, und
rechtfertigt aus diesen Erscheinungen sein eigenes Vorgehen;
er steigert die Assimilation und steigert sich an der Assi-
milation.
In der Bahn dieser endlosen Schraube bewegt sich auch'
die neueste, durch die scheinwissenschaftliche Gestaltung des
uralten Judenmythos gekennzeichnete Abart des irrationalen
Antisemitismus. Dieser wird wohl niemals anerkennen, daB der
Jude Sprache und Kultur seines Wirtsvolkes beherracht, wird
aber dies von ibm, wie es zahlreiche osteuropiische Beispiele"
aus der Nachkriegszeit beweisen, nichtsdestoweniger for -
dern; seine Handlungen richten sich nicht in erster Linie
gegen die ,,Polen und Ruminen mosaischen Glaubens", nicht
gegen die fremdvBlkischen ,,Vortrupps" von einem Assimila-
tionsmasochismus verfallenen Juden, sondern gegen das echt-
jfidische Leben. Auch das Rassenprinzip gebietet der Assimila-
tion keinen Einhalt: es f6rdert letzten Endes den Hang der
Assimilation zur Mischehe und liflt diese Richtung in eine
Mimikry ausarten, die auch kosmetische Operationen nichtiver-
schmiht. In der Wirtschaft werden die Juden durch Sonder-
maBnahmen von einer abnormen Lage in eine andere, wo-
m6glich noch abnormere gedringt; die Assimilation wird hier
zur Flucht vor dem Hungertode.
Nichts liegt aber dem irrationalen Antisemitismus ferner,
als etwa unter Ablehnung aller Zwischenl6sungen die zioni-
stische Endl6sung zu fbrdern. Als vor einigen Jahren schwere
Unruhen das judische Aufbauwerk in Erez Israel gefihrdeten,
da going ein einziges Fkohlocken durch die Presse dieser Rich-
tung; man karrn nicht behaupten, daBl ihr gehissiger Ton
sich either auch niur im mindesten ge-ndert hitte.
Auf diese Weise behauptet zwar der irrational Anti-
semitismus, die Juden verdr i ng en zu swollen, in Wirk-
lichkeit v e r s p err t er aber ihie einzige Rfickzugslinie und
treibt die Judenfrage, deren L6sung er anzustreben vor-
gibt, immer mehr auf die Spitze. Im irrationalen Antisemitis-
mus scheint eine Tendenz zur Dauer, zur Selbstverewigung
vorzuwalten, die jegliches Bemflhen um die Losung der Juden-
frage ausschlie8t; der Judenhal findet immer frische Nah-
rung in der Assimilation, die er erzeugt, bis schlieBlich eine
Assimilationsform ohne Ecken und Kanten zustande kommt, an
der er abgleiten, in Verachtung hinibergleiten mufl. Diese.
Form sichert den irrationalen Kriften ein unterirdisches Flul-
bett, aus den sic jederzelt zutage treten k6nnen.
Zur L6sung der Judenfrage wird nur der ,,r ato-
nale" Antisemitismus beitragen. Die L6sung selber ist
Aufgabe des Zionismus; sein Werk dart auf die Unter-
stotzung aller V61ker und Staatcn rechnen. Das jiidische
Volk bietet fOr diese Hilte seinen Freunden Treue und Dank
an; alien anderen Michten eine billige Gegenleistung: die
Losung Ib re r Judenfragen.



GNeUn Tfi It Transjordanlen
Amman, 2. April. (J.T.A.) Dam transj ordan l the
Par lament hat in seiner am 31. Mirz ablehaltenen
Sitrung mit 13 gegen 3 Stimmen ein von der Opeition
eingebrachtes Oesetz. durch das der Verkauf oder die san-
stige Ueberlassung von Orund und Boden an Auslnder
verboten werden sollte. abgelehnt. Der Vertreter
der Regierung hatte beantragt, die Beratung 'des Gesetz-
entwurts suf die nichste Session zu vertagce und so das
Problem often zu lassen. Die Mehrheit bestand jedoch aut
sofortiger Abstimmung und gab damit zu erkennen, dafb
sie eine Politik der of enen Tunr egenfiber
den Juden wilnsche. Die Politik Emir .Abdullahs hat
duch dise Abstimtung einemn, entscheidenden Sieg errungen.


Flfchilinge in Holland und der. Schwciz
Das eidgenossische Justiz- und Polizeifremdcnaimt hot
den Kantonen fiber die fremdcnpulizeiliche Behandlung der
auts Deutschland. in die Schweiz einre;senden Judea ,An-
weisungen ertcilt, in denen betont %ird, duB AmlI.ndern In
der gegenwartigen Zeit cin voruibe rg ehender Aufqnt-
halt in der Schweiz nicht verfehrt %%crden solle.. Es
k6innc sich aber im Hinblick aut dre Laie der schUweten-
schen Arbeitsmarktes und. die be:elts bestehende Ueber-
fremdung des Landes nur um cine ,orGbergehendc Zuflocht
ohne Aus~bung einer Erwerbstitigkeit handeln.
Die ,.Frankf. Ztg." meldet aus Amsterdas m ou
1. April: Oestern ist cine grofle Anzahl jadischer Wei-
sender aus Deutschland hier eingctroffen. Am Zen.
tralbahnhof war ein jiidischer Hilfsdaenst eingerlc4tet.
Wiihrend die iberwiegende Mehrzahl der AnkimmUnge la
Hotels Unterkunft fand, war fur einige D.,lzend unentgelt.
lich Privatquartier zu haben. Einige hundert Personen hibea
sich mit der Bitte urn Hilte an deat AusschuB gewandt.


Bel grad, 29. Mirr. (J.T.A.) Der Jugoslawische
AuBenminister Jeftic erklirte ciner aus Vertretern der s:phar-
dischecn und aschkenasischen Judenheit zusammengesetztea
Delegation, die ihn bat, j 0 d ischen F chtlingea
aus Deutschland in Jugos!awien das Asylrecht zu ge-
wiahren, Jugoslawien werde die Einree deutschet Judca
nicht ver indern.
Te I- A wi w, 29. MSrz. (J. T. A,) In elner VerMians-
lhmg erklirten der Birgermneister von Tel-Awiw,: Mayer
Di/'engoff, und der Oberrabb. der Stadt, Uzict,das 1fidische
Palastina sei beret, judische Flifjchtlinge ai= Deutschland
aufzunehmen Eine in diesem Sinte gehaltene EntcthlieBung
wurde der Paliistina-Regierung fiberreicbt.


Boykoftt-Akionen in Oesterreid
Wien, 31. Mirz. (J.T.A.) Die 6sterretchisc lie
Nationalsozialisten haben einen Aufrut azum Boykott
der jidischen Geschifte erlassen. Der Ailrul enthilt cine
detaillierte Anleitung zur Durchffihrunig dieses Boykotti.'Zwu
Organisierung des Boykotts wurde .ea kteziller App'rat
unter Leitung des nationalsoziaistisBehen. -ande- aund 0e-
werberinges fOr Oesterreich gechaffen., Ds. Publikum, wir&
aufgefordert, sich in Fallen, in denen die. Zugch6rigkeit
eines Geschiftsinhabers zum Judentum zweifelhaft ist,, a
die in den Braunen H.usern eingerichtetets Boykott-.Bilro
um Aufkliarung und Weisung zu wenden. Jedem natimIlen
Deutsch-Oesterreicher wird aut Grund des d0rt'voirhaidene
Berufskatasters far die gesamte jufdische iBv6lkernag Aus.
kunft erteilt werden. Die nationalsozialistischde Blitter, telche
als erste diesen Aufruf zum Boykott der, Juden, verttifentWclht
haben, wurdnenner StaasianWaltschaft ind Poll.
zei konfisziert .


Die Spalung der Revlslenste
Der Landesvorstand der Zionisten- Revisldnisten nt
Deutschland teilt mit: ,Der Landesverband der ito-
nisten-Revisionisten in Deutschland stellt sich eandeutig lnter
die Fiihrung Jabotinskys und .liat In seliner Sitzung
vom 27. Matz 1933 mit 5berwiegender 'Mehrheit beichs tui,
entsprechend dem Aufruf Jabotinskys von 23. Mira la3
die politische Arbeit aufzunehmen." . ,
Das die Mehrheit der palisfl rezsitischen Rev!-
sionisten reprisentierende Zentralkomnitee der Revislansti-
schen Organisation Palistinas hat aa Jabotinsky ein Tele-
gramm gerichtet, in dem ej 'sine gegen die bisheien
Mitglieder der revisionistischen Exekutive gerichteten NaB.
nahmen billigt. ..
In einer Sitzung des Parteirats der oaterreichli
s c l e n Revisionisten wurde eline gegen das Vorgehen Jabo -
tinskys gerichtete Resolution, die von Siricker vorgelegt
worden war, in namentlicher Abstimniung mit Bbfierwl
tigender Mebrheit angenommen. Die hinter Jabbtinsky
stchende Mindirheit gab daraufhin die Erklirung ab, daB
sic die gegenwartigen Instanzen und Behorden des ister-
reichischen Revisionismus nicht mehr anerkenne und Jba~-
tinsky Gehorsam listen werde. Dern Brith Trumpeldar in
Oesterreich steht geschlossen hinter Jabotinsky.


Die amerlkanische PaUsna-Kampage
Jerusalem, 29. Mirz. (J.T.A.) In den Kreiseti er
Executive der Jewish Agency herrscht infolge des; unbe-
friedigenden Ergebnissea der in diesel Jahrc in Amerika
durchgeffhrten Sammlungen fur den Paliistina-Aufbatu'leb-
hafte Unzufriedenheit. Wiahrend frflher -Amerika stets- aM.der
Spitze der LUnder stand, die Geldsammlungen fir den Pa*
lastina-Aufbau durchfilhren, ist es in diesem Jahre auf dea
flinften Platz der Liste zuriickgetallen und rangiert erst nech
der Tschechoslowakei. Die Zionistische Orgamsation in den
Vereiniten Staaten hat bisher dem Keren Hajessod ,tilr
cinen Zeitraum von finf Monaten bloB 3800 Pflund lber.
wiesen. Die Exekutive hat an die zionistischen Ffihrer ia
New York telegraphisch die dringende Aufforderung, clue
lebhafte Titigkeit zu entfalten, gerichtet.


Det Wablkampl zu 18. Zmonlsleakongrel
Krakau, 29. Mirz. (J.T.A.) Am 25. Mrn :lieWt die
Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zioristei i"tn
Krakau inesi Beratung ab, in der die Frage der Teilnishme
der Allgemeinen Ziomnsten an den Wahlen zum I1. Zi-niuen-
kongrec besprochen wurde. Nach Anh6rung des virt Dr.
Schwarzbart erstatteten Titigkeitsberichts wurde beschl, sen,
daB die Allgemeinen Zionisten selbstindig In den Wahl.
kampt zum 18. ZionistenkongreB eintreten swollen mltidem
Ziele, sich ine dominlerende Stellung auf dem .Kongreb i zu
sichemn. Weterle Bes lilsse der Verbandleitung *betrefen
die Unterst0tzuag des allgemeinen Hechtluz-Ve tande: atnd
eine Aktoa weeks Beeinflussung der zlanistischen- in.
stauzen ln Siant stlrkerer Ffrderung der Mittelstainds.ACijh.


Der Wiener Kultusvorstawd beralate sId, # 1
Ben letzten Plenarversammlungen mit dem -Voranschlag.-fir tu
Jahr 1933. Der Voranschlag fur das laufende Jahr sicht 6 134 7S
schilling an Ausgaben gegen 5725045 Sch tinztdiai di Elihna
vor. Zua erstenmal erscheint in dem neuen ordentileh9eB4do
getvoranschlag Pa listing mit dem -Betge -von-H&IOO
Schilling. Fur UnterstLitzung von lalistina.*miajg ttatlad
8000, a Subvention fur den Hechalu 600o0 Schiuian vrge.
schea.









JODBCHE RAINDSCH U


Nr27 4IV193S


Uther zwd lA Sm in ew y mgei, e/ es I .'Krlegs- oder Handcismarine, die Ant-
Sfoderung geiebtet, sich bet plainn V. Frankfurter, 3, Herd-
New York 22. Mrz. (J.T.A.) Dr. julius Mahler street Telwlw. zu melden. Dse Aufforderni atebt offeabar
von des Columbia Univesity bat fedlgestellt, da imjahre In Zusameah mit den emafihutgen Schffung eleer
1932 200110$ j1diache Sceles In Oroe.New York Schiff rt
lebten; ise-machten 27,7% der gesante .Bevlkerung New In London starb der egliache agenleur Miller, at
Yorks at..Wilbrend auto der alugemeinen Bev6ikertng dus den in Jerusalem vor e.niger Zeit en Ueberfall erfuot ist,
Verb-'-' der Im Atmlande Geborenen 33 % betrlg, uhite wobe selne Frau get6tet und er verletzt wdrde. Der Mrder
man tanter dea judea 46 % fm Ausland aeborene. Hunter der der Frau wurde nzwischen sum Tode verurtelt ad in.
tllget..dinen Beva ing betrug die Oeburtenzahl 16,5 pro gerichtet.
tIdausend. in derKilscbe Bel eKerdngbetreg die Oeart en- Die von der Hisfadruth begrfindete Oeselschaft WIr" bat
ahi 17,5 pro tauaeud. Die Kindersterblichkelt betriag bei elnen Plan ausgearbeitet, nach dem es Jfidischen Arbei-
Judea 42 pro tausend gegen 57pro tausend bel Nkhtjaden. tern and Angesteliten Pallstinas ermdgllcht warden
Auch die alemeinte 8trblchket war bel Juden vledriger soil, Sled I a n gls ad itzu erwerben. Jeder sledlungswilUge
nla heo Nichtjuden (8,h eeen 10.4). Wber udde Sterbef[lle Arbeiter wird monatlich tine klelne Sparsumme in die Ar-
infge Zuckedrknkhelt lEden Judea h~lier hAnd &la beE den belterifank einzahlen; erreicht -die Sparsumme die H6he Von
ami:htjude, it die Sterbllchkeit Infolge Syphilis bet Juden 60 Plund, so obergibt ihm ,,NIr" tine Bodenparzelle und ge.
im 50 a gerlnger als bei Nchtjuden. Auch die Altersaglede. wihrt thm andere Erleichterungen .zur Ansiedling. Der lJ.
.ag ist be der isc diaschen Bev61keruaggnstger als bel der dische Nationalfonds untersnttzt diesen Plan.
i.chtifidischen. 40,1 %. der ifldiachen Bevlkerang stehen Jm
Alter von hunter 21 Jahren, wihrend hunter der nachtjadischen
Bevolkering aur 34,9 Im In dieser Altersstufe then;
----Bacherschau
Josef Prwls Die Famille Yon Hirsch auf Ge reuth. Erste
quel N di 8lern e Dearsttilung irer Qeschichte. Manchen 1932,
Kildne Nadhridden Selbserlag des Verfu"es..
Im Hinblick aui des bevorsteheade Nebi-. Mus -PFest In diesem beachtlichen Beltrag zur Oeschlchte der bayerld
hat die Lcitung der palistinensischen Polizel alle Urlaube schen Judenemanzipation wird zum ersten Male aut strong
ein;:::c:lt and die gesamte Polizelmacht mobilislert. In der wissenschaftllcher Basis eine Oeschichtssehrelbung der lfida-
Zeit vom 3. bis zum 23. April bleiben die Polizeleute ln schen Adelsfamille Hirsch auf Oereuth untemommen. In
stindier Dianstberdtschaft. 15 Kapiteln and ninere Anhang gibt Prys enen getnauen
Wie den irdchischen Zethmngen aus WasMngton berch Ueberblick Ober Taten and VerhiltnIsse der Famille von
tet .wird.en chstigt President Roosevei den bekannte Hirsch selt dem Tae hrer Nobiliflerang, dem 13. August
amerikanischjdscen Staatsmann Henry Morgentha 1818, is in de e Vergangenheit. Mit einer kurzen
zum Gesianten in At hen zu ernennen. Wfrdigung des groten Phllanthropen and. Orinders der
anruni- nift t. ;.~ca, Barn Moritz von Hirach, der uns Zionbisten besonders
Wie verlautet, wird des gesetzgebenden Versammlung aus dem berfihmten Gesprsch mit Herzl voi Plhngstsoantag
T-a.s*sordaniena ein GOesetzesantrag unterbreitet warden, der 1895 bekannt Ist, und seiner Gattlhnr Clara, nach welcher in
las tragen von Waffen in ganz Transjordanien M0nchen, der Stadt ihres Wirkens Im Dienste der Menschen.
verbietet. liebe, eine Strafe benannt ward, schlieft dieses Interessante
Der Volksblldungsminuiser Lettlands, Kenusech, hat an Material fOr den Hittoriker reiche Buch. Zum Schlusse sel
tin Gesetzesprojekt ausgearbettet, das, falls es durch den noch auf die saubere stilistische Durchfahrung and das gut
Seim zum BeschluB erhoben werden sollte, die Wirkung gewihlte Abbildungsmaterial hingewlesen.
haben mufite, daB simtliche Mittelschulen 4er nn- Fritz RosenthaL
tionalen Minderheiten, die zum Teil von.Zuschmssen
des Staatesa nd der Stadtverwaltungen, zum anderen Tell Zuy: Zur Liturgie der babylolsechen
von Beitragen der Eltern der Schiler erhalten werden, a u t. jn d n. Stuttgart, W. Kohlhammer 1933. X, 0 S. Trt
gte 15 at warden mtfiBten. Minister Keninsch beabskhtigt die der Forschungsarbetten von Zunz and Rappapoirt bleb die
treichung slier Zuschfsse flr die private jfdischen and Itte hebriische Liturgie Im Dunkeln.- Zumeat nur In Hand-
russischen Mittelschulen. mchriften blieb sic ziemlich b nbekaunt. -Erst elt kurzer
V6 msa den Ziffern desr 1 etzten S Vorazilg Itde Zett wird diae Lteratar waissenschaftllch ersforchit bzw.
g it ebe. dn g enowpertg Il0nK Snad. 1 o nszudean aeryn herausgegeben. Dr. Zulr y beAchrelibt n dieser Arbet UT r
cht leen igeg denw irdtg in KMnada 156726 Juden dares sprang, Form and Aufbau der Kerobas largee zw Acht
nallein 120572 in den itden Montreal, Torono 2nd Wiirl- zehngebet von Schachari) und bring einige Originale mit
eg. Als Angehrge des jfidischen olkes erklten sich Ueber une. Dieses Buch lt ein wichtier Betrag zur
neider Volkszoihang 156e726, as Angehre der jfidischen Oescichte der althebriische n Liturgle. R. M. Chasan.
Religion 155614 Personen.
Laut der neuesten Mitteloung des stsatlilcen stathistchen Nach elner kurzen Pause beglat die Monalsschrift sHa-
Antes der Tirkei wohnen in der heutigen Tfirkel 81872 tewa we-Haaretz (Natur und Land) wieder zu erschel-
Juden. Die gr6fte jhdische Gemeinde, Konstantinapel, zihlt nen. Die Zeitschrift brinrt Aufsitze aus dem Oebiete der
460m)8 Seelen, die zweltgrfte, In Smyrna, 16501. die dritt- geographic, Naturkunde, Physik usw,- es st die I'nge he-
gr66te. die in Adrianopel, 6098 Seelen. In Konstantinopel brische Zeitschrift lhrer Art. Die Aresse lautet: Tel-Awiw,
machen die Juden 6,76 sa, In Smyrna 10,53 so der Gesamt- Mendelestr. 4.
tinwohnerschaft aus. In der Tfrkel gibt es 22 jidisache
Schulen mit insgesamt 5746 Schtllera. J L: Gtold b erg, der bearnte FObrer'de rtsslsce
wrd Zmonistea in Pnalstina, hat zum Anudenken an seineo Soho
Die jfidlschen Deputerten SalonikIs, Daniel A11sl0 o Benjamin oldbterg, der bei den August-Unreuhen
und Isaac Molho, unterbreiteten der neugewihltengrieichien 1929 den Tod gefndea hat, ein llustrertes'Qedenkbtnich
Kamtmer tin Oesetrprojekt, das die Aufl6sung des (ebriaisch) herausgegeben,'das Leben und Werdegang seines
j d ischen W a Ik t st rs In Salonild vorsiemt Sohnes schildert and die an dieFamile nach dcm UgfIcksfall
Im Alter von 50 Jahren verstarb n Istambur det be- eingeiangten Kondolenzen wiederglbt.
raihmte jidische Recbtsgelehrte Isaac Ferrers, einst
oberster Staatsanwal Konstantinopels und spiterer Rechts- Noe Ha wI'kbhaft", hieramuegerew Ya Pinua Dr. Erna Meyer,
anwalt Er verteidigte wiederholt grandlos verdichigte Juden Mrnchen. Das Februar.Heft enthilt m. s .,Du Bauprogramm und
in politischen Prozessen. Er war einer der geachtetsten die Frau al Bauherrsin, von Stadtbaurat Mag Schneider, ,Hauswirt-
L y ri k er der. Tfrke. schast sis Bldungselemeiht des reifeaden Menschen", voa Lina Schu-
Die Budapester Professoren Dr. Karl Ooldzleher und macher, .Technlscher Unterricht fa Frauen and Mildchen hi In. und
Dr. Josel Patail erhielten durch den Kanzler der Jerusalemer Ausland", ven G. Krager, Kopfihnierzen". vn Dr. Toni Haber. Inter-
Universitit. sine Einladung des dortigen Universtitssenats eante Photos vevolstndlg den Inhalt dew empfhlenswerten Zeit.
zur Abhaltung von Qastvortrigen. Prof. Ooldzieher chft. A Wuns vesendet Thenemann Veg. Stuttgrt.S,
wird am Einstein-lnstitut fiber Mathematik and Dr. Josef Patal kootenlos 'obehefte. Deugspreis iertdejihlich a RM.
iber die Oeschichte der hebriischen Dichtutmg im ungarlschea
Mittelalter an der philosophischen Fakultit der Universiitt
sprechen. Fnmkhfurt a. M. Das Selrethriat der F.Z.V.Wst ffr Aus-
In der palistlinensischen Presse wird an alle jfidlschen ktdfte far Pallstinarelsende Montag und Donnenrstag You
jungen Leute mit Seemanns-Ausbildung older 61/s--71 Uhr ge5ffnet.


Ra*erd.ar Alexanderernak d
|tud.med.Leakelsrraketsbea'Dmus
v .=ahl
Frua.furt a.N. aeIha-.ChloUemlby
Haoh .. s, lC.SR. Wi.l.ltrals. 1

db I lie GaCbit obem saoM seir. la Is
Dr.med.D.Enoc u.Frau Hama geb.Zwa J
ad NJomlas. 20. Mb 1933




UND BLUMENSPENDEN
Aminte uas ihm NaSme.a-rdh.jaTpa....mm ad e
a .e to 1lal5LAi TelIst.ae a. 10 Pis te *am
V.Waownka. Er9 e. **s hoslt 6M.ak. wm m..
m-o Wd -- &e h.- am dm a w-*.- hm.
KREN KAJ3NEMKT LKJISRAKL
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BrMh Chahuti DaihUm
Die Brth Chaluztm Dathilm lst die Organisation der
religl sen Hachscharsh-Bewegung in Deutschland. lhre Auf-
gabe sleht sle Ia der Vorbereltung der rcligi6sen Jugend
zur Teilnahme am Jadischen -Aulbauwerk in Erez Israel
nnerhalb der Zionistischen Organisation. Ihr Platz im Lande
.Ist die in Hapoel Hamisrachl organisierte religise Arbeiter-
lchaft. -
Die Brith Chaluzlm Dathilm entstand aus elner Oruppe
mbrachlstischer Chawerim, die ast dem jfidischcn Lehrgut
Rodges (heute Oeringshof-Hattenhof) ihre Aisbildung ge-
-nossen, and war ursprfingllch als eine neutral, unpolitisch(
Zusammenfassang religliser Chaluzim gedacht. Im Laufe tier
Zelt ash ie ein, dan ihre Wege vorgcschrieben sind in der
Oolah and in Erez Israel. So entstand der Oedanke dtier
Schaffung elnes Kibbuz aus ihrer Mitte, der auch im Kibbuz
Rodges verwirkllcht wurde.
Die Durchfihnrug unserer Hachscharah ist bedentend
schwieriger aIs In der Schwesterorganisation Hechaluz"
Bel der grofen Arbeltlasoigkeft ist es nicht leicht, Stelle
zu beschaffen. FOr religiose Menschen, die uf Schminrath.-
Schabbath und Kaschrut Wert legen,. it dies besondera
schwer. Auf Oatern k6nnen die Chawerim nlcht am Tische
des Besltzers mltessen. Es entatehen im Ausbau der Hach-
scharah grBoere Unkosten and die Differenz zwischen der
Zahl der Bewerber tnd den uns zur Verfigung stehenden
Unterbringungs- and Arbeltati6glichkeiten ist augenblicklich
leader recht grof.
Olelch unsere Schwester-Organisatlon, dem Hechslaz,
mBchten such wir in Zukunft der Oeffentlichleit in regel-
maligen Zeltabstinden fiber unsere Arbelt Rechenschaft
geben.
Zu Begmnn des Frfhiahma werden sat anserem Lehrgate
Oeringshot 13 MAdchen und 13 Jungens beschiftigt s1e. -
In Frankfurt a. M. and Hamburg haben wir gemeinsam mit
dem Hechaluz Bathal-Chaluz eingerichtet. In belden Orten
arbeiten je 6C unserer Chawerim. In Frankfurt a. M. sind
asuferdem noch 8 Chawerim konzentriert, die als Vorberel-
tung ihrer Hachscharah Oufanith zunichst ein Jabr auf
der Hoffmannschen Jeschiwa lemen. Es sel In diesem Zu-
sammenhang kurz darauf hingewiesen, daB unsere Hach-
scharah ebenso notwendig sich auf gelstiges, wie auf rein
praktisch berufliches Gebiet erstrecken muB.
Wer slch fiber unsere Arbeit griindlicher orientieren
will, dem werden wir gem ansere Randschreiben regelmifaig
zustellen. Die Anschrift ftOr den Wand des Brith Chalazim
Dathiim sowie des Vereins der Freunde von Rodges lautet:
Jfld. Lehrgut Hattenhof, Fulda-Ld. Postscheckkonto des Ver-
eins der Freunde von Rodges 27222 Jizchak Kaufmann,
Frankfurt a. M.

Vernisdhies
B J Jdache Schale Klopstockstrale 58 (ene Minute vont
Bamhof Tiergarten). Oster-An eldungen von Schri-
lern and Schilerinnen for simtliche Klassen and for den
hebr.ischen Kindergarten an alien Wochentagen von 12 bis
13 Uhr bel der Schulleiterin. Frau Nathan. Kinder, die elnen
weiten Schulweg haben, konnen von den verschiledenen
Sammelstellen aus regelmilig in Begleitung von Lebhrerinnen
hin- und zurackfahren. Die Leiterm der Jildischen
Schule Klopstockstrase, Frau Nathan, ist wihrend ter Oster-
ferien tiglich auBer Schabbath und Soontag and auBer
den vier Pessachtagen -' von 9 bis 10 Uhr in threr Wah-
aung OGranewald, Salzbrunner Str. 24 1, r, perslnlich oder
telephionisch (Uhland 1955) zu erreichen.
PesnBllches. Am 1. April being Herr Bruno HoehKeimer
in Frankfurt am Main seinen e0. Geburtstag.
Von dar gBtes bIntematlonales Schule dir Schwels. Wie wit
dem Jahresberlcht entnehmen, onnte dates bekannte oralpine K n a-
bcn-Institut Dr. Schmidt, sau dem Rosenberg bei St.
Gallen (Schweiz), letztes Jahr das 40j.hrige Griindtugsjibilrun
Itiern. Wean man diesel klimatisch trd landschaftlich beniadens-
wert glegene, wltberiihmte Schule besucht, so fallt al charak.
terlstisches Merkmnal vor allem, cnes auf: Die systemnatsche, bar.
monische Ausbildung des Geistes anid des Karpers, auf ein Ziel ge.
richtet: Prigung ausgeglichener Personlichlkeiten, lebenstlchtiger Chs-
raktere, die mit einer Lebasitesere an Arbeitslust, Freuade mnd
Krait Ian die sptere Laufbahn fibertreten. Kameradschaftlich und
wohlwollend leben die jungean Leate aus tier Sichweiz, Frankreich,
Deutschland, Tschechoslovakel, Oesteireich, Italien, England mit.
einander. Witr krnnen diese aeit Jahrsehnten erprobth and in jeder
Hinsicht tolerate Schule bestens empfehlen.


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DIESER NEUDRUCK DER ,JUDISCHEN RUNDSCHAU" MIT DEM LEITARTIKEL VON ROBERT WELTSCH WURDE

VOM ,,MB", DER WOCHENZEITUNG DES IRGUN OLEJ MERKAS EUROPA (Tel.Aviv, Rambamstr. 15), HERGESTELLT


Seite 136


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