Jüdische Rundschau (Berlin)

MISSING IMAGE

Material Information

Title:
Jüdische Rundschau (Berlin)
Alternate Title:
Israelitische Rundschau
Berliner Vereinsbote
Distinctive title:
800 years of Maimonides : no. 29 (April 9, 1935)
40th anniversary issue : no. 31/32 (April 17, 1935)
New Year issue : no. 76/77 (September 23, 1938)
800 years of Maimonides : no. 30 (April 12, 1935)
Physical Description:
Serial
Language:
English
Creator:
Zionistische Vereinigung für Deutschland
Publisher:
s.n.
Place of Publication:
Berlin

Subjects

Genre:
serial   ( sobekcm )

Notes

General Note:
Vol.1-5,1895\96-1900: Berliner Vereinsbote.
General Note:
Vol.6-7, No.39,1901-02: Israelitische Rundschau.
General Note:
Absorbs Zionist Breslau on May 24,1901.
General Note:
Has supplements: Kinder-Rundschau, Literaturblatt der juedischen Rundschau and Schriftenreihe der juedischen Rundschau.
General Note:
Superseded after Vol.43, No.89, Nov.1938 by juedische Welt-Rundschau issued in Jerusalem.
General Note:
Electronic access only.

Record Information

Source Institution:
University of Florida
Rights Management:
All applicable rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier:
oclc - 607112998
System ID:
AA00000369:00004

Full Text








JOUDISCCHE RUNDSCHAU


Redaktlon,Verlag andAnzelgenverwaltung BerlinW15, Melnekestr. 10
Fernruf: 919031, Telegramm-Adresses Orghip. In Fallen hoherer Gewalt
besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Erstattung etwa schon getahlter
Bezugsgebiuhren. Bezugspreis einschlieflich Bestellgeld io Monat RM 2,-. je Viertel.
jahr RM 5,75; bei Abholung' RM 1,88 bzw. RM 5.39 (einschlieflich Postzeitungs-
gebiihr von 10,96 Rpf je Monat). Postcheck Konten der Vertriebs .Abteilung
ffr Grof-Berlin Berlin 71573, ffir das fibrige Reich: Berlin 17392


BERLIN


FREITAG, 23. SEPTEMBER 1938


Erscheint Jeden Dienztag and.Freitag. G6iltig ist die Anzolgenpresllste
Nr. 5 vom 1. April 1936. Die zwilfgespaltene mm- Zeile 20 Rpf, ffir Famillen.
Nachrichten 15 Rpf. Keine Gewthr ffir Aufnahme von Anzeigen in bestimmten
Ausgaben oder an bestimmten Plitzen. Einzelanzeigen nur gegen Vorauszahlung
auf Postschedc Konto Berlin 71618 oder bar Montag bis Freitag 9 18 Uhr.
AnnahmeschluB fuir die Dienstag Ausgabe Montag 10 Uhr. fur die Freitag Ausgabe:
Mittwoch 15 Uhr. Famillen-Anzelgen amn Tag vor Erschelnen 16 Uhr


Der Zionismus erstrebt fOr das (0dische Volk die Schaffung einer offentlich rechtllch gesicherten Heimstatte in Palastina. (Baseler Programm)





,,Das Leben und das Gute,




der Tod und das Bose"


schieden. Was aber bei allen-Differenzen gleichartig sein
sollte, das ist die
Selbstverstindlichkeit, mit der der Jude Jude
sein soil, die Unbedingtheit, mit der er seine.
jiidische Verbundenheit empfindet, und die Klar-
heit, mit der er sein Judentum als einen nicht-
fortzudenkenden Wert behandelt,


juden enm seelisches rlebnis, auchi tur solche,, die sonst so teuer wie Vater sund Mutter und so selbstverstindlich
wihrend: des ganzen Jahres von ihrem Judentum nur wie das Leben selbst. Dahnn wird der Einzelne und
geringen Gebrauch machten, aber dieses Erlebnis lag werden jfidische Gemeinschaften auch nicht mehr in den
doch mehr in der Sphire des e f U h 1 s ; es war die Fehler verfallen, das zu wiederholen, was anderswo als
Feiertagsseele des Jdeen, die in'diesen Tagen zum Irrweg erkannt wurde, und so die inner Wiirde einzu-
Vorschein kam und nur in einem sehr lockeren Zu- bUiBen, die die Voraussetzung der Achtung durch die
sammenhang mit dem Menschen des Allags stags stand. Und Uiwelt ist.
wie viele Zehntausende gab es in den Liundern des Manche hunter uns neigen heute dazu, imSchicksal der
Westens, die nicht einmal. diesen seelischen nteil Juden. unserer Zeit etwas Geheimnisvolles zu seen, sie
nahmen, die atrch an. den Tischri-Tagen,.abseits, standen grfilbeln nach dem Sinn der schweren Schlige, die das
und nights davon wu ten, was das Herz ihrer Vdter jidische Volk in den letzter Jahren erliiten hat, sie suchen
und die Seele der breiten Schichten des judischen Volkes nachSchuld und Sfhne. Uns scheint, daB all dem gegen-
in diesen Tagen. bewegte!. uiber ein Moses-Wort gilt: ,,Das Verborgene ist des
Heute spUrt wohl jeder von uns wieder starker den Ewigen, unseres Gottes, aber das Offenbare ist unserund
Rhythmus des jildischen Jahres. Das ist nicht nur in unserer Kinder auf ewig: Zu 'fiben alle Worte dieser
Palastina so, wo dieses Jahr mit dem Alltag' ver- Weisung". (5. Buch Mose, Kap. 29,. 28). '.In der
bunden ist, sondern fiberall in. der Welt, wo Juden als Tat, darin liegt wohl die ganze Geschichtsphilosophie
J.ud en leben, spiren sid auch,'wie das Jahr der ].jui des Judenrrtumis,die auch fiiris-und unser Zeitf Geltung
ablauft. ":.1 . I i: '-- ,.beanspruchen darf: Aug.d m,:A'as offenbar ist, eineLehre
GewiB entstammt diesp Verbindu"g mit dem jidi- u ziehen und sein'VerhalteA danach zu richten.
schen Element in uns auch heute bei vielen nicht einem "


inneren Bedfirfnis, sondern sie ist etwas Unfreiwilliges,
von auBen Auferlegtes, das man gewifi stillschweigend
triigt, ohne es doch mit der vollen Liebe zu umhegen.
Es wire falsch, wenn wir diese Erscheinung fibersefien
wollten, die nur zu erklirlich ist, wuchsen doch viele
von uns hunter ganz anderen Vorstellungen auf und haben
ihr Judentum erst in spiteren Jahren *erlebt, ,als es
ihnen Nachteile brachte. Dennoch muB gerade ihnen
immer wieder gesagt werden, daO sie vor die W a h I
gestellt sind, ihr Judesein als etwas ZufAlliges und Un-
bequemes zu empfinden, oder es zu ihrem Eigen tu m
zu machen, das als Ausdruck des wahren Wesens der
Persin!chkeit emipfunden, geliebt und entfaltet wird.
Wir sehen, wenn wir nach U e be r s e e blicken, auch
heute nach .all jenen Erfahrungen, die Millionen Juden
machen multen, dort vielfach den Versuch, dem jiidischen
Schicksal individuell zu entgehen, das Judentum aufzu-
16sen und zu einem imaginliren Schemen zu machen.
So lesen wir in dem Brief eines jungen Menschen au's
Deutschland, der nach Kanada ausgewandert ist,
folgende charakteristische Worte:
,,Als ob ich ein Schuljahr wiederhole, scheint mirT
dieser Prozef der Assimilation, die hier bliiht und deren
Friichte ich in Deutschland schon gekostet habe...
Warum warren die Juden an der Stralenkreuzung ihres
Schicksals immer auf das gelbe Licht, wihrend sie doch
beim griinen viel bequemer die Strale hitten fiber-
schreiten kaMnnen?"
In der Tat liegt in dieser Betrachtung die ganze
Wahrheit. Es ist gewi8 nicht m6glich, ffir das Ver-
halten der Juden in der Welt eine einheitliche Norm
aufzustellen. Die Unterschiede zwischen den Landern
und Erdteilen sind gewaltig, und dementsprechend sind
die Lebensformen der jiidischen Gemeinschaften ver-


Wegen der kommenden Feiertage erscheinen die nichstenAusgaben
78 am Freitag, dem 30. Sept.
79 am Dienstag, dem 4..Okt.
80/81 am Freitag, dem 7. Okt.
82/83 am Freitag, dem 14. Okt.
84 am Freitag, dem 21. Okt.
Families Nachrichten nehmen wir bis zoum
Tage vor Erscheinen gegen Mittag entgegen
Inunm ounuuniiiiiiiununninniununiiiiiiiiiiii|iiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiiniiiin!iiiiiiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiii


.Ein schweres Jahr liegt hinter uns. Das Schicksal
hat in das Leben -wohl jeder Familie unter tuns
eingegriffen. Niemand von uns gibt sich der Tiuschung
hin, daB die Zukunft fur uns leicht sein wird. Jeder
blickt fiber die L'inder des Erdballs und grfiBlt in Ge-
danken jene Menschen, die dorthin gezogen sind.
Die Tage der Besinnung, die vor uns liegen,
lassen uns die Entfernung und die innige Ver-
bundenheit mit ihnen um so stairker empfinden.
Zehntausende rilsteri sich zum Aufbruch, der sie in die
Welt hinaus zu einem neuen Leben und zu neuen M6g-
lichkeiten der Arbeit ffihren soll. Es tut daher not, in
dieser Stunide nicht illusionfire Hoffnungen zu ziichten,
sich mit billigem Trost fiber die Schwvere der Zeit hin-
wegzusetzen, sondern das zu sagen, was in diesem
Augenblick woh al*gn, ,fr die wir.s,prechen, das Herz
bewegt. k A
Wir Juden. erlebn unser Wanderschicksal erneut in
einer Welt, die nicht stabil ist. Begriffe wanken, die
noch vor kurzem unverrfckbar erschienen. Die Welt
hallt an vielen Stellen vom KriegslArm wieder. In dieser
Zeit treten wir auf, ein kleines Volk, fiber die Welt ver-
streut, innerlich in viele Gruppen zerspalten, und erheben
den Ruf, uns in unserer Not beizustehen. Wird dieser Ruf
gehort werden? W e n n er gehart wird, wird man ihn nicht
allzu bald vergessen? Uns befillt manchmal ein Geffihl der
Verzagtheit, wenn wir daran denken, daB unsere jildischen
und nichtjfidischen Sachwalter, die in den politischen Zen-
tren der Welt fur uns titig sind, sich das Geh6r der Staats-
miinner und Kabinette verschaffen sollen. Sie treten im
Namen eines kleinen Volkes auf, das nichts anderes ffir
sich ins Feld ffihren kann als die Ideen der Humaniit
und das historische Gewissen, das sich f/ir ein Volk einer
jahrtausendealten Kultur einsetzt. Dennoch diirfen wir
nicht milde werden, gerade in dieser Zeit, die voller
Ungewiiheit ist, was der nichste Tag bringen mag,
unsere Stimme zu erheben. Denn es gilt, ein Werk von
geschichtlicher Einmaligkeif zu vollenden, um uns in
neue Lebensverhiltnisse hinfiberzuffihren, einen ganzen
Volksteil fiber LUnder und Meere hinweg in eine neue
Heimat zu geleiten. Niemand weiB, ob uwe Zeit, die
heute daffir gegeben ist, nicht unwiderruflich verrinnt,
ob das, was heute versdiumt wird, in spfiteren Jahren
nachgeholt werden kann; darum fordern wir von den
Menschen und Instanzen, die sich um uns bemiihen,
das Eine:
Niitzet die Atempause, die zwischen Heute und
einem unbekannten Mo:gen liegt, um einen wich-
tigen Teil des jildischen Volkes, der nichts will
als Leben und Arbeit,- in die Welt hinauszufiihren!


Rosch Haschana 5699
Das. BewuBtsein, dal die niachsten Tage first uns
einen Einschnitt im Ablauf des Jahres darstellen, ist
heute in weiten jildischen Kreisen viel tiefer, als es in
fritherer Zeit der Fall war. GewiB warren die ,,Jamim
Noraim", der Beginn des Monats Tischri fur sehr viele


Wir erheben diesen Ruf im Namen all der Menschen,
die es angeht,.im Namen ihres Lebenswillens und -ihrer
,Zukunftshoffnung; aber wir wissen, daB diese Menschen
-wir selbst m ehr darstellen als nur eine beliebige
Anzahl von Einzelnen, deren materielle Existenz es zu
sichern gilt. Es sind Juden, die bewuBt oder unbewu8t
etwas in sich tragen, was sie du-rch alle Jahrhunderte
und Jahrtausende der Geschichte erhalten hat und was
auch heute,, in; einer Zeit, in der das jfidische Volk sich
zu neuem Leben samimelt, das eigentliche. W e s e n
.ihres Daseins ausmacht. Wir Juden wissen, daB wir
.zwischen Gut und Base gestellt sind, 'daB das Leben
das Gute und der Tod das Base ist. DaB vor dem Volk
als. ganzem und 'Vor jedem Einzelnen die Pflich t der
W a h 1 zwischen Gut und Bbse steht (der Toraabschnitt
dieses Sctiabbath, haindelt von dieser Frage).. Es ist die
P f lic h t der Wahl, der man sich nicht entziehen kann,
etwas, das, .in allen Lebensfragen immer wieder an -i*h
heraritt, das uns .verfolgt, wenn wir ibm zu entweichs.
suchen,. well unsere Seeser S I under historisehes; Gedcht-
nis so. gepragt. ist. Als 'Trager dieser. Eigenschaft treten
wir heue inder Welt auft afmtdem An s p r u c h au
Leben un d n ue B e w h r u n g hunter Verhaletnisserg
die uns das Dasein als schaffende M hen ermbglichen..
S arnit b.eruihren wir jenes andere Wesentlichste, da.
uns-'*ll0'i dieser Stunde des Jahreswechsels angeht
Auch in P a I a s t i n a gibt esin dieser Zeit des schwerel
Kampfes um die Zukunft des. Landes ein Exempel dafi,-
w.asi' wir als" Volk im :Leben: darstellen. Wir i
weit'entfernt davrons zu glauben, daB in diesem asg
bereits jenes besteht, was wiri als eine ideale AusprAiguni
jfidischen Volksdaseins betrachten. Dennoch scheint e
uns, daB auch dort starke Krhfte vorhanden sind, di-
trotz allem, was wir selbst bemAngeln oder vermissen,
einAusdruck der tieferen Elemente trnse-
res We sens sind. Wenn in dem Ringen umrn die
Zukunft Palistinas der Gedanke der N i c h t v e r gel -
t u n g von Akten des Terrors, die gegen uns ausgeffihri
wurden, trotz allem mit einer sehr grfben Einhelligkeit
und Disziplin verwirklicht wird, so scheint es uns, dag
darin,mehr zu -.sehen ist als eine Erkenntnis der Politik
oder als eine taktische Methode. In der Steirke, mit der
diese Parole sich durchsetzte, drfickt sich vielmehr ein
unbewuBtes Gefichl dafiir aus, was wir in Erez Jisrael
swollen, bis wohin wir gehen k6nnen, swollen wir nicht
uns selbst untreu werden. e
Die andere Seite, die arabischen Aktivisten bekiimp-
fen uns mit den Methoden der Rebellion und pflegen
einen radikalen Nationalismus. Wir stellen die
Frage:
Sollen wir den Kampf mit ihnen im gleichen
"^ Zeichen aufnehmen?
Wenn wir diese Frae bejahen wSirden, dann ist es
gewiBl, daB in Palistina derjenige siegen wird, der die
stirkeren W a f f e n hat. Wir aber meinen, daB wir uns
I die Kampfmethoden und die Grundlage unseres Ver-
haltens nicht vom Gegner vorschreiben lassen swollen.
Auch jetzt brauchen wir nicht davon abzuwei-
chen selbst in der Zeit des Terrors und der Verteidi-
gung unseres Werkes -, dasjenige als den eigentlichen
Faktor, der von unseer von unser Seite in der Auseinandersetzung
wirksam ist, zu betrachten, was wir diesem Lande an
Kriften unserer Seele zufihren. So gewiB es ist, daB jildi-
sches Blut, das in Paldstina vergossen wurde, uns und
unsere Jugend um so tiefer mit dem Lande verknfipft,
so sicher ist es auch, daB wir dieses Blutopfer nicht



Bei Ueberfallein in Paldstina kamen in den letzten Tagen
5 Juden urns Leben.
In der Politischen Kommission des V 6 1lk e r b u n d ex
fand eine Er6rterung des Palastinaproblems statt.
Dr. Bernhard Kahn, der bisherige europaische Direktor
des Joint, siedelt nach New York Ober.
Prof. Hugo B e r g m a n n hielt in Stockholm und Upsala
anla3flich einer Tagung fur die Jerusalemer Universitat
Sviel beachtete Vorlesungen.


Nr. 76/77 / Jahrgang 43


I


Prels 25 RpL






Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 76,77, 23. IX. 1938


wfinschen, weil wir zuinnerst wissen, daB die Verbindung
des Judentums mit Erez Jisrael aus Kanilen gespeist
wird, die tiefer in uns liegen und unzerst6rbar sind
als die Adern unseres K6rpers.
Wir sehnen uns besonders in diesen Tagen der Be-
sinnung nach F r i e d e n in Erez Jisrael, nicht nur
'deshalb, weil wir keine unn6tigen Opfer wollen, sondern
und in erster Linie aus Achtung vor der
Kreatur; auch im Moment des Kampfes erblicken wir
im Menschen, auf welcher Seite er stehen mag, das
Gesch6pf Gottes und ehren sein Werk.
Gerade in. dieser Zeit, in der es nicht leicht ist, in
der Welt als Jude zu leben, in der auch auf dem Boden
Erez Jisraels ein Teil des Kampfes um Zukunft und
Existenz des jildischen Volkes ausgefochten wird, gilt
es, das Gesetz unseres Wesens, das in uns
liegt, zu wahren. Das ist gewiB manchmal schwer,
aber gerade dann zeigt sich ja die Fdihigkeit zu
jener Wahl zwischen Gut und B6se, die dem jildischen
Volke zu Anbeginn seiner Geschichte aufgegeben'wurde.
Wir k6nnen verlieren, was wir an. auBeren Giltern
besitzen, aber eines ist unser unverlierbares Eigen-
turn, wenn wir es nicht freiwillig aufgeben: .Das
sind die sittlichen Vorstellungen, die das
jildische Volk durch die Jahrtausende geffihrt haben und
,die es, so sehr es auch zu Zeiten vom Wege abzuirren
'drohte, doch beibehielt. Das ist der Antrieb unseres
W ill e n s zum Guten, zum Leben, -der uns nicht den,
Kraften der Zeit ausliefert, sondern uns zeitlos leben laiBt
und uns auch dort, wo wir neue Formen unseres
nationalen Daseins schaffen, diese in den Elementen un-
serer Geschichte verankern liBt. Ueber alle Not des Tages
und fiber die Sorgen des Einzelnen hinweg gilt es, dies
in unserem BewuBtsein zu starken, weil nur so unsere
national Erneuerung ihren mensch 1i chen Inhalt
sichern kann, der gerade dann not tut, wenn die
Begriffe schwanken und Unsicherheit fiber unseren Weg
herrscht. Dies wird das Fundament unseres Volks-
lebens und wenn es dazu kommen sollte auch
unseres staatlichen Daseins sein, das uns be-
fahigt, nach innen Gehorsam und Einordnung zu ver-
langen, nach auBen aber die Kraft zil besitzen, um unser
Werk zu verteidigen. Gerade wenn wir glauben, daB
wir einer Zeit schwerer Entscheidungen entgegen-
liien, die ffr den neuen Kern des Volkes, der
sich in Palastina bildet, zukunftsbestimmend sind, brau-
chen wir mehr denn je dieses innere Kristallisations-
zentrum, um das sich alle Kraifte des nationalen K6rpers
gruppieren k6nnen. Heute gilt es, einig im Willen und
lbriiderlich in der .Verantwortung zusammenzustehen, um
ie Problem dieser Zeit zu meistern und allen Wider-
tinden zum Trotz die national Zukunft der'-Iuddn zu
gewahrleisten. Sie ist ein Werk des F r ie d e n s, und nichts
hoffen wir daher von dem kommenden Jahr ,fir Erez
isrtl sehnlicher als die Wiederherstellung des Frie-
s, die M6glichkeit zu ungest6rter, schaffender Arbeit
ilr unsere Jugend, deren Kampf um Sicherheit des
ebens und ffir das Werk ihrer Hande wir tiglich mit
nerster Anteilnahme verfolgen.
\*

In einer Zeit der Ungewilheit bauen wir an demrn
Hal'3 unserer Zukunft, jeder zu' seinem Teil, mancher
vielleicht, ohne sich dessen bewult zu werden. M6gen
die Tage des Jahresbeginnes ein AnlaB sein, der in jedem
von uns den Willen starkt, mehr zu sein als ein Trdiger
der Tagessorgen, namlich ein echtes Glied in der langen
Kette unserer Geschichte und zugleich ein Baustein fir jenes
Judentum, das mehr bedeutet als die physische Existenz
eines kleinen Volkes, weil in ihm das Gesetz lebt
und nach Verwirklichung drAingt, das ihm
zu Beginn seines Weges in die Weltgeschichte gegeben
wurde. K. L.


Pallastina- Bildbericht
Der heutigen Ausgabe der ,,Jildischen Rundschau" liegt
elne Pallistina-Bildbeilage bel, die fiber die Fortschritte des
Aufbaus im abgelaufenen Jahr berichtet. Bei der Zusammen-
stellung des erforderlichen Materials wurden wir von den
Herren Dr. Ernst Mechner und Otte Wallisch In Tel
Awiw, die unseren Lesem als Verfasser wichtiger zio-
nistisch-propagandistischer Arbeiten sAit vielen Jahren be-
kannt sind, unterstiltzt. Wir glauben, daB unsere Leser die
Belgabe dieses sehr instruktiven Bildberichtes besonders be-
grilBen werden.


Als Mediziner in England


Bristol, im September 1938
Im Juli 1933 kam ich nach England. Ich war damals
Medizinstudent und stand im 7. Semester. Unter groBen
Schwierigkeiten und hunter Inanspruchnahme von alien m6g-
lichen und unmbglichen ,,Beziehungen" ersten, zweiten und
dritten Grades gelang es mir und noch drei weiteren
Medizinstudenten, an der Universitait in Bristol unterzukom-
men. Fur diese vier Plitze gab es etwa 60-70 Bewerber.
Seitdem ist dann alles ohne weitere Reibiing md Zwischen-
falle abgelaufen. Bristol und St. Andrews waren die einzigen
Universititen, an denen das in Deutschland bestandene Phy-
sikum anerkannt wurde, so daB wir hier gleich mit den
klinischen Studien anfangen konnten, ohne Examina nach-
machen zu miissen oder Zeit zut verlieren. Nach der nor-

B. NEUMANN

PIANOS I RA D 0I O
BerIInW15,KurfOrstendamm 205 / Ruf: 913716

malen Zeit von drei Jahren haben wir dann alle das Final
Examen bestanden und an den der Universitlit angeschlosse-
nen Hospitalern Stellen gefunden. Das Home Office erteilte
dafiir ohne weitere Schwierigkeiten seine Genehmigung. Nach
einigen Wechseln an den verschiedenen Stationen, wie das
'hier uiblich ist, haben wir die Hospitiler verlassen. Hier,
wie in ganz England nimmt man derartige Stellen nur
filr sechs Monate an, und nach drei his vier solcher Stellen
macht man Platz fiir den Nachwuchs. Ich habe zur Zeit eine
Stelle als' Research Fellow im Rahmen der British Empire
Cancer Campaign (Krebsforschung). Die anderen ehemaligen
Mitstudenten sind in Privatpraxis bzw. als Arzt in einem
Erholungskrankenhaus tatig. Wirtschaftlich k6nnen wir uns
alle fiber Wasser 'halten, was heute ja recht viel heiBen will.
Es wird wohl interessieren, welche weiteren Auswanderer
hier in Bristol leben. Es sind hier: ein Zahnarzt mit deut-
schem Diplom, der auch die Erlaubnis zur Niederlassung
'hat, verschiedene Forschungsarbeiter am physikalischen In-
stitut der Universitat, einige Fabrikanten nmd eine Anzahl
junger Maidchen, die ,,au pair" in Familien sind, lies: bessere


Teilungsdebatte im V5lkerbund
In der V8lkerbundversamnimlung sprach der Ver-
treter des Irak, AuBenminister T e w f i k e l S u w a i d i, in der
Oeneraldebatte zur Frage der Teilung Palaistinas. Er
betonte, daB die irakische Regierung und Bevlkerung von
den Unruhen in Pallistina schwer betroffen seen. Irak set an
der arabischen Einigkeit interessiert und betrachte die Frage
des Friedens im bstlichen Teil des Mittelmeeres als eine
Angelegenheit von erstrangiger Bedeutung. Die Ereignisse in
Palastina hatten schwere Befiirchtungen im Irak erzeugt, und
die Regierung und das Volk des Irak -erwarten, daB die
Teilung nicht als L6sung fuir die PalAistina-
frage angewandt werden wiirde. Weiterhin erkliirte
der Minister, daB er hoffe, daB die Britische Regierung die
Opposition der arabischen Welt gegen die Teilung beriick-
sichtigen werde, und daB die n-eue Palastinakommissiofi zu

AUSWANDERUNGS-VORSCHRIFTEN
fiur Juden in Deutsohland von
Dr. Heinz Cohn u. Dr. Erich Gottfeld
112 Seiten RM. 2.50
Zu bezlehen durch die 10dischen Buchhandlunnen und
Joseph Jastrow, JUd. Buchverlag, Berlin W15

demn Ergebnis komme, daB die Teilung weder durch-
fiihrbar noch praktisch se'i; sie werde so hoffe
er eine L6sung vorschlagen, die die Rechte der
A r a b e r wahre. Ferner sprach in der V61kerbundversammlung
der Vertreter des I r an im Namen seiner Regierung die Hoff-
nung aus, daB eine Losung des Pallistinaproblems gefunden
werde, die gerecht und durchfiihrbar sei.
Die sechste (Politische) Kommission der
V61kerbundsversammlung er6rterte am 20. September den Be-
richt der Permanenten Mandatskommission, der vom Rat des
Vflkerbundes gebilligt worden ist. Der Parlamentarische Unter-
staatssekretiir. des Britischen Auswirtif.en Amtes, Mr. B utl I e r,
vertrat die Mandatsregierung. Die Debatte behandelte haupt-
slichlich die Frage der Tell un g, wozu wiederum der AuBen-
minister des I rak ablehnend Stellung n ahm. Er schlug an
Stelle der Teilung die Schaffung eines souverlinenr Staa-
tes in Palastina vor, der in seinem InInern aus-
gedehnte lokale und religi6se Autonomie ge-
wiahren sollte. Der franz6sische Delegierte Pauil Bon-
c our befonte, daB angesichts der Entwicklung der Juden-
frage in der Welt eine Befriedung in Palastina besonders
erwiinscht sei. Er widersprach der Behauptung des irakischen
AuBenministers, wonach das 1922 angenommene Mandat heute
nicht mehr zeitgemiiB sei. Aus der iubrigen Debatte, an der
sich die Vertrefer von Diinemark, Albanien, Haiti und RumD-
nien beteiligten, ist die Rede des r'um anischen Dele-
gierten erwAhnenswert, der das starke Interesse seiner Regie-
rung an .einer m6glichst weitgeh'enden Er I e i c h t e run g
jildischer Einwanderung nach Palastina unterstrich. Unter-
staatssekretar Butler wiederholte seine Erkliirung, daB
die britische Regierung nadh wie vor f ir die Teilung
eintrete und unmittelbar nach Verbffentlichung des Woodhead-
Berichtes eine Entscheid'ung treffen werde. Als Berichterstatter
filr die Vollversammlung wurde der d ihn i s e h e Delegierte
Holgar Andersen bestimmt.


Dienstmidchenstellen einnehmen. Alles in altem etwa 25 Per-
sonen.
Einige Bemerkungen fiber Bristol: Trotz 400000 Ein-
wohnern und Bedeutung als Haupthandelsstadt des Westens
ist Bristol eine Provinzstadt. Sehr sch6n gelegen, mit wun-
derbarer Umgebung, zeigt es, wie viele englische Stiidte,
starke Kontraste zwischen Reich und Arm. Die Sonntage
sind tot, kein Kino, Theater, ja kaum ein Restaurant ist
offen rund bis vor kurzem gab es nicht einmal Verkehrs-
mittel vor 15 Uhr. In jeder Hinsicht versuchte man, unis
freundlich aufzunehmen und uns zu helfen, soweit das m8g-
lich war. Jeder weitere Versuich zur Unterbringung neuer
Emigranten st6Bt aber atf starken Widerstand der Berufs-
kreise, die sich davon betroffen fiihlen. Einzelne Leute wer-
den immer noch unterkommen k6nnen, und jeder Fall wird
von den zustandigen Stellen einzeln gepriift werden, aber
eine Masseneinwanderung wird nie zugelassen.
Nun einige Worte ilber die J u d en in Bristol. Es sind
hier etwa 100 Familien ansassig, ca. 600 Seelen, die alle
Stufen des Wohlstandes vertreten. Eirte Synagoge ist ortho-
dox. Die Beteiligung am Gottesdienst ist sehr gering. Selbst
am Schabbath morgen sind selten mehr als 25 Manner
vorhanden. Ich muB sagen, daB die Juden aus Deutschland
leider mit schlechtem Beispiel vorangehen, was Beteiligtung
am Gottesdienst angeht.
Ueber die Zukunft der Einwanderer in Eng-
land brauchen die wenigen Gliicklichen, die hereingekommen
sind, sich wohl keine Sorgen zu machen. Sie miissen nur
versuchen, sich in das englische Leben einzufiigen. Die
Bildung von ,,Kolonien" wie West Hampstead in London
muB zu Reaktionen filhren, die der Gesamtheit der Einwan-
derer schaden. In der Provinz ist die Einordnung leichter,
und es ware zu begrilBen, wenn die Einwanderer sich weiter
dezentralisierten.
Die zionistische Aktivitait hier beschrankt sich auf das
Leeren der KKL-Biichsen, und auch das wird nicht regel-
maiBig getan. Zu mein-er Studentenzeit waren die Ergebnisse
recht befriedigend, aber mit der unregelmiaBigen Leerung
laBt natirlich auttch der Inhalt der Biichsen nach. Wir ver-
suchten seiner Zeit durch Veranstaltungen wie Singkreis,
Bazars, Filmvorfiihrungen mehr Interesse mund Anteilnahme
zu erwecken, doch schlug das leider fehl.
B. Isser lin


Einwanderer in Belgien
Von unseremn Berichterstatter
Brfissel, 17.9. 38
Der Zustrom't llegaler Einwanderer hat die bel gische
Regierung zu einer Erklarung veranlaBt, in' der es hfeilt:
,,Angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage
haben sich die belgischen Behbrden gezwungen gesehen,
sofortige Mal nahmen zu treffen, umr eine Einwande-
rung gr6Beren Umfangs zu verhindern,. Seit demn 15.3.38
sind die belgischen Konsulate angewiesen worden, nur mit
iluBerster Vorsicht Visa an Personen zu erteilen, die sich
nicht im Besitz ordnungsmaBiger Ausweise befinden-."
Es hat sich herausgestellt, daB die Emigranten eine
ganz bestimmte Richtung einschlagen, um fiber die belgische
, Osnze zu gelangen. Um -dieser Lage ein Ende zu machen, sind
ganz erhebliche Verstarkungen an Gendarmerie an die Orenze
entsandt worden; ]
Im Lande selb t werden Recherchen angestellt, umn
die illegalen Einwanderer ausfindig zu machen. Diejenigen,
die sich vor dem 27. August 1938 an das jildische Hilfskomitee
gewandt haben, erhalten ein provisorisches Aufenthaltsredht,
um den verschiedenen Komitees die M6glichkeit zu geben,
die Weiterwanderung vorzubereiten. Wer nach diesemr Termin,
in Belgien einge6roffen ist oder sich an die Komitees gewandit
hat, wird fiber die Orenze zurtickgeffihrtt fiber die er hinein-
gekommen ist. P. R.


Aus der Wirtschaft
Folgende Firmen gingen in arischen Besitz fiber: Kahn
& Oppenheimer, Baumwollwaren-OroBausriistung in Frank-
furt a. M. Gummi-Weil, GmbH., Gummi- und Kranken-
pflegeartikel in Frankfurt a. M. ,,Jongla Krawattenfabrik
AG", Berlin C 2. Fa. M. Rosenbaum, Schneidemuihl. Damen-
kleider- und Pelzhaus Oskar Bacharach in Frankfurt a. M. -
Korsettfabrik Gutmann S6hnre in Stuttgart. Bindfaden-
groBhandlung Eduard Sisum Nachf. in Hannover und Essen.
Gebr. StrauB Gesellschaft filr tierische Rohprodukte mbH.
in Frankfurt a. M. G. Fetzner OmbH., Hautleimwerke in
Ladenburg (BergstraBe). Ver. M6belfabriken Gebr. Mar-
burg, Fulda. Julius Flanter, Kichengerite, Stolp i. P. -
Tuchfabrik Neuwerk W. E. Schlapp & Co., Aachen. Tuch-
fabrik Petrich & Horten in Aachen. Magazin Fortuna
(Inhaber Richard Lewvy), Berlin, Wilmersdorfer StraBe 134. -
Schuhhaus Bodenheimer in ULrrach. Sch6nigsche Schuh-
geschift in Zittau. Mechanische Herrenkleiderfabrik M.
Mosberg in Bielefeld. Julie Kugelmann, Damenmoden', Leip-
zig. Spezialhaus ffir Herrenbekleidung Fischel & Co.,
Leipzig. Tuchfabrik Meyerfeld & Herz in Aachen.

Verantwortlicher Redakteur: Dr. Robert Weltsc h, Berlin-CharL 9
(auch verantwortlich fuir die Aufnahme von Bildern). Stellvertreter:
Kurt Loe wenstei n. Berlin W 15. Anzeigenleiter und verantwort-
lich'fiir den Inhalt der Anzeigen: Erich Liepmann, Berlin W 15.
Giiltig Anzeigen-Prekliste 5 vom 1. April 1936. Verlag und An-
zeigenverwaltung: Jiidische Rundschau, Berlin W15, Meinekestr. 10.
D.A. II/1938: 26045. Druck: Max Lichtwitz (vormals Druckerei-
betriebe Max Lichtwitz und Siegfried Scholem), Berlin SW 68.


In


AN DEN FEIERTAGEN


MONTA0,


DEN 26.. DIENSTAG, DEN 27. SEPTEMBER
BLEIBT UNSER HAUS

GESCHLOSSEN


BERLIN C9 SPAS*D0UER STRASSE& KUNIGSTRASSE


Selte 2


JUDISCHE RUNDSCHAU


Nr. 76/77, 23. IX. 1938






JUDISCHE RUNDSCHAU


ROSCH HASCHANA-BEILAG E


Nr. 76/77, 23. SEPT. 1938


GesdhihteundSittlihkeit Die ZVfD. zu Rosd Hasdana
Von Oskar Wolfsb erg (Jerusalem) ZU


Was einst journalistische Uebung und Brauch war: an
der Jahreswende Riickschau und Ausblick zu halten, die
Vergangenheit des zu Ende gehenden Jahres zu werten und
fiur das kommende eine Prognose zu stellen, ist heute zu
einer lebensnotwendigen Funktion geworden. Friiher beglei-
teten wir sozusagen den Lauf der Dinge mit einem Kommen-
tar, der mehr unserem BedOirfnis zu deuten entsprang
als unserer Ueberzeugung, daB eben von unserer Art zu
kommentieren, kinftiges Schicksal abhiingig sei. Heute setzt
sich gerade diese Erkenntnis durch, daB unsere Wertung
ein Werdebestimmer ist.
Diese Einsicht kann nur aus der Schwere unseres Er-
lebens geboren sein. Aber bei allem Bedriickenden, das sie
bringt, appelliert sie vernehmlich an unser bestes Ich. Wir
sind .aufgerufen, groBe Verant wortung zu uibernehmen,
zu begreifen, dafl in den Zeiten ernstester Entschciddungen
und folgenschwerster Umwilzungen unser -, ihdividueller
und kollektiver Anteil bedeutsam ist. Diese Erkenntnis
ist nicht selbstverstiindlich tund ist zeitgeboren. Nur aus dem
Eindringen in die besondere GesetzmiBigkeit der Zeit-
geschichte, die in ganz besonderem MaBe Geschichte ist,
ergibt sich gebieterisch diese Auffassung.
Was aber wird h e ut e besonders von uns gefordert, an
der Schwelle des Jahres 5699, gefordert vom 0 e s e t z der
Geschichte selbst und ihrem Gesetzgeber? Ich ver-
messe mich riicht, das zu erschbpfen. Aber ich will doch ver-
suchen, es zu sagen.
Ein Volk unserer Geschichte, unsererer Opfer. und Sen-
dung kann nicht im Wert-losen verharren, kann nicht schlicht
historisch denken, sondern mu E r e i gnisse mit Werten
verknfipfen. Die Erfahrungen der letzten Jahre erscheinen
uns als Priifung. Es ist der Geschichte eigentiimlich, daB sie
ihre Lehren eindringlich ausspricht. Der Irrtum der
Assimilation erweist sich so als ein Unrecht., eine Siinde,
und wie eine Strafe tritt uns das Dementi entgegen. Aber
wir finden doch so zu unserer Bestimmung zuriick zu Volk,
Heimat, Eigenart und dem Verhiltnis des Juden zu der
Ewigkeit.
Aber unsere Wandlung und Riickkehr ist kein idyllisches
Geschehen. Selbst der Heimweg ist voll Gefahren. Und die
Wertung dieser Konflikte, wiie sie insbesondere in Erez
Jisrael in den letzten 21/2 Jahren manifest geworden sind,
hingt aufs engste mit unserer Orientierung auf die Z u-
kunft bin zusammen.
Werte so sagten wir mussen uns erfillen und
den Weg bezeichnen. Bei dem groBen Neubruch und Umbruch,
der sich vollzieht, kann das keine Fortsetzung gewohnten
Schreitens sein. Eine Erneuerung der Werte ist not-
wendig.
Der Jischuw verstand vom Beginn der Unruhen an,
daB er in charakteristischer Weise auf alle Feindseligkeiten
zu reagieren habe. Er tat es, indem er nur Verteidigung
als sittlich zuliissig ansah und fand dafiir nachher einen
Beriff: H.awlaga- Das ist ungeachtet mancher Ver-
stBfe unsere Linie geblieben.
Was anfangs als Epis,ode ersch'einen moebhte, ist ntun-
mehr ein langdauernder Proze geworden. 11/2 Jahr 'leerr
wir in diesem ruhelosen Zustand. Ein zweiter Wert -_'
scheinbar ebenso passives Heldentum, Warten, Selbstzucht
und -zilgelung muBte sich hinzugesellen: Ssawlanuth (Ge-
duld). Wer den Vorgang versteht, weiB, daB er nicht zu
den schnell abklingenden Ereignissen geh6rt. Das ist schmerz1
lich, und das Wissen um diese Tatsiechlichkeit bedeutet nicht,
daB wir sie billigen und alle Unterlassungssiinden der ver-
antwortlichen Regi'ertmngsstellen gutheiBen. Es soll nur zum
Ausdruck gebracht werden, daB wir die nerv6se Unruhe
mancher Menschen und ihr mangelndes Verstdndnis fiir das
Vulkanische unserer Gegenwart nicht als adiiquate Haltung
erachten.
Hawlaga und Sawlanuth wird von den Gegnern einer
solchen Attitude als EntschluBlosigkeit *und fehlender Mut
verurteilt. Das ist eine Verkennung. Schon die Priigung dieser
Begriffe deutet darauf hin, daB etwas Neuartiges, Positives
sich hier verwi.rklicht. In der Diskussion fiber den Begriff
Hawlaga machte Rabbi Am el geltend, daB er fiir uns
Juden fiberfliissig sei: das Verbot des Mordens im Dekalog
legt unsere Auffassung fest, und die miindliche Lehre hat
diese Lehre noch auterordentlich verfeinert, hat selbst die
Kompetenz des Gerichts auBterordentlich beschriinkt. Das ist
durchaus richtig. Aber R. Amiel verkennt, daB das Wort des
Dekalogs, das die Norm festlegt, nicht selten von Bekennern
dieses Gesetz Verletzt worden ist. Ich bin der letzte,
der die wurzelhafte Bedeutung des klassischen Verbots der
zwei Tafeln herabsetzen oder die Rolle der miindlichen Lehre
in der Verfeineruing der gesetzlichen Bestimmungen gering-
schiitzen wollte. Abert ungeachtet dieser Einstellung ist es
mir klar, daB eine solche Norm in jeder konkreten ge-
schichtlichen Situation einer Parole bedarf, einer V e rd eiut-
l ichung, die ihre Geltung fir diese besondere Wirk-
lichkeit klarmacht und fiberzetigend gestaltet. Diese Funktion
hat insbesondere das Postulat H a w I a g a erfilllt, und es ist
deshalb tmverstiindlich, daB Menschen, die die biblische Norm
vertreten und die halachischen Bestimmungen anerkennen,
den ungeheueren Wert der zeitgen6ssischen Parole in Frage
stellen, die geradezu der Ausdruck jener alien Bestimmun-
gen ist.
Es bedarf keines Nachweises, wieviel edhtes, schlichtes
H e ldentum der Hawlaga innewoh'nt. Sie ist eben nicdt
nur Zeichen sittlicher Haltung. Und so ist auch Geduld keine
simple biirgerliche, philistr6se Tugend, sondern Selbstbewult-
sein und Kraftgeffihl.
Wir sind an den entscheidenden Punkt unserer Darlegun-
gen gelangt. Es erweist sich, daB der sittliche Weg, der
uns gewiesen ist, zugleich der einzig gangbare ffir uns
ist. Er schlie8t das wahre Heldentum ein, das einzige, das
sinnvoll ist, er erweist sich auch als der verniinfti ge
gegenfiber manchen anderen, die zur Katastrophe ffihren
wilrden. Vielleicht manifestiert sich bier ein charakteristi-
scher Zug der jiidischen Geschichte; was einst, in ferner
Zukunft allgemein erkannt und als umfassendes Gesetz
rezipiert werden wird, wird uns schon jetzt verdeutlicht.
Vielleicht bedeutet diese Erkenntnis, die nicht in bloBer
Theorie stecken bleibt, sondern ins Leben dringt, es erfillt
und ihm die Richtung gibt, einen Gewinn von so hohem
Wert, dafi manches Opfer und die groge Not unserer Tage
sich dadurch ein wenig rechtfertigen. Wir miissen empfiinglich
sein ffir geschichtliche. Lehren; nicht die Ereig nisse sind
das Letzte, Fundamentale, sondern die Ideen, die sich
in ihnen aussprechen. So darf uns Leid und Schmerz nicht
entmannen. An der Schwelle des neuen Jahres sollen wir
uns der Punktf6rmigkcit und der Relativittit gecschichtlicher
Augenblicke soweit sie nur geschen sind bewuBt
werden und uns von der Kraft des Paradoxons durch-
dringen lassen, die in diisteren Stunden unserer National-
geschic te einen Rabbi Akiba crfiilte. lhm war das Un-


Den Zionisten in Deutschland und denen, die in die Lander der Welt gegangen sind, entbieten wir
unsere Wiinsche zu Rosch Haschana 5699. Das Jahr, an dessen Ende wir stehen, war reich an gewal-
tigen neuen Erschiitterungen in der Gola, und es m, ar ein Jahr fortgesetzten schweren Kampfes in Erez
Jisrael. Im neuen Jahr wird das jiidische Volk in immer griifer werdenden Bezirken der Diaspora in
einem sich staindig verengernden Lebensraume stehen. Die groBartige Neuschipfung in P a 1 5s t i n a,
unerschiittert in ihren Grundlagen und auch in den Jahren der Not sich weiter verwurzelnd, verteidigt
sich heldenmiitig gegen den Angriff auf ihre national Existenz.
Alle unsere Krafte galten in diesen letzten schweren Jahren den immer schwieriger werdenden
Gemeinschaftsau f gaben der sich aufl6senden Judenheit in Deutschland. Sie galten der Erziehung
dieser Judenheit zu einem neuen Volksbewuftsein, sie galten der Stirkung und Stiitzung des Werkes in
Erez Jisrael, mit dem wir unlislich verbunden sind.
In das neue Jahr gehen wir mit dem festen EntschlufB hinein, auch weiterhin im Geiste des Zionismus
mit allen Knuften fiir die Neuordnung jiidischen Daseins in der Welt und fiir die Fortfiihrung und
Stirkung des groBen Volkswerkes in Erez Jisrael zu wirken. Von den Zionisten erwarten wir weiter
stgirksten Einsatz und aufrechte Haltung. Der groBe Erneuerungsgedanke des Zionismus wird uns auch
in den schweren Zeiten, die unser Volk und jeder Einzelne in ihm zu bestehen haben, Kraft und Zu-
versicht geben.


Zionistische Vereinigung fur Deutschland


Benno Cohn


gliick nur Bestitigung einer friihen Prophetie. Urn wieviel mehr
aber muB die noch nicht verwirklichte Ver-
heilfung des Gro e n, des echten G0liucks eines Tages
manifest werden! So diente dem Rabbi Akiba das Eintreffen
der dfisteren Prophetie des Unterganges von Staat und
Heiligtum nur als fast willkommenes Prailudium und
als Garantie der kommenden Erl6sung. Darum lachte er,
als seine Gefiihrten im Angesichte des ver6dcten Tempel-
berges weinten. Und si.e erkannten seine Deutung an und
fiihlten sich durch ihn getr6stet.
Uns kann der glciche Trost erfiillen. Er wiird uns zuteil
werden und uns der Zukunft fur die das neue Jahr naher
Ausdruck ist teilhaftig werden lassen, wenn uns die
gleiche Kraft des Glaubens erffillt wie unsere GroBen einst.
Der Glaube an die Dauer unserer Nation durch alle geschicht-
lihen Epochen hindurch aber ist eng \erlniipf mit dem
,Ethos, das aus unserer religi6sen Quelle flieflt und sich
*"in- unseren Tagen im Dasein und Wirken unserer wahren
Helden hoffnungsvoll erneuert. Wir steheh, wie..am ersten
Rosch Haschana, vor einer erstehenden Welt! Vieles
versinkt, aber es ist nicht die Stunde des Weltuntergangs,
sondern ihrer Erneuerung, ihrer schmerzvoll!n Wiedergeburt!



Wir aber sind wie die Spreu
Von Manfred Sturmann

Wie ein trauriges Lied
Verhallte das Jahr.
Eh' wir es ahnten,
War es dahin fiber die
Dgmmernden Hiigel
Unsrer Verlassenheit.

Selig der Berg! Seine Wurzel
Ruht an dem Herzen der Erde,
Und die Jahre ziehen hinweg
Ueber ihn wie leichtes Gew6lk.

Wir aber sind wie die Snreu,
Unter den Launen des Windes
Hierhin und dorthin geraten.
Unser Schicksal ist dunkel
Und schwankt wie das Rohr
Im Anhauch der Wetter.



Die Wirklichkeit der Religion
Von Schalom Ben-Chorin (Jerusalem)
Wir ver6ffentlichten in Nr. 64 vom 12.8.38 cine Reihe
von Beitragen zum jiidisch-religidsen Problem. Als Ergdin-
zung bringen wir heute eine Schluf3bcmerkung von Schalom
Ben-Chorin, dessen Aufsatz in unserer diesfjihr!.gen Pefiach-
Nummer mit den Anlaf/ zur Diskussion gegeben hatice. (Red.)
Nichts kann den Ernst und die Schwere der gegen-
w\irtigen jfidisch-religi6sen Situation in Palistina und in der
Diaspora deutlicher machen als eine Diskussion von der Art,
wie sie an dieser Stelle geffihrt wurde. Die ganze Fraglich-
keit unserer Situation tat sich hier wieder auf, und jedem
unvoreingenommenen Leser konnte an diesem Beispiel eines
jiidischen Religionsgesprnichs klar werden, daB liingst nicht
mehr nach dem .,Wie", sondern letzten Endes nach dem ,,O b"
gefragt wird. Nicht: Wie kann Religion gelebt und ver-
wirklicht werden? fragen viele hunter uns (und dies allein
wire eine fruchtbare Frage), sondern es ist dahin gekommen,
daB gefragt werden muB: Kann Religion fur uns
heute Wirklichkeit werden? Und diese Frage ist
nichts anderes als eine vorsichtige Verklausulierung der ele-
mentaren Frage: Wo ist Gott? Diese Frage aber ist schon
die Frage des Ahfalls (eines Abfalls, der schicksalhaft
ist und nicht di2 ScIn'-'f-,,'.e aufkommen liBt) auf die
es keine Antwort vom ;"ic:schen her geben kann. Und darin
liegt die tiefe Tragik dieser Frage. Allein der Mensch, der


Hans Friedenthal


weiB, daB iber ihn bereits verfiigt ist und daB er gefragt
ist, noch ehe er zu fragen vermag, ist der Antwort ge-
wiirdigt. Er selbst gibt sie mit seinem Leben.
Dieser Mensch fragt nicht: Wo ist Gott?, sondern weiB,
daB Gott ihn fragt: ,,Wo bist d u?" (Gen. 3, 9) und, daB es
i,hm aufgegeben ist, so zu leben, daB ihn die Frage nicht
in das Versteck der eigenen Angst treibt, sondern daB er alle-
zeit sagen kann: ,,Hier bin ich" (Gen. 22, 1). D. h. in die
Sprache unserer Problematik iibersetzt, er fragt nicht: Kann
Religion fiir mich in meinem Leben Wirilichkeit werden? -
Sie ist es ja schon geworden dadurch, daB der Mensch
sich gefragt weiB; die Frage kann fiir ihn nur lauten:
W i e kann ich je und je das Wort Gottes erkennen und
verwirklichen?, und seine Antwort auf diese Frage ist -
G e be't: ,,Lehre mich deine Rechte und unterweise mida
im Weg dei-ner Befehle" (Ps. 119, 26-27). Und allein aui_
di e O q-ragt nach der letzten erkennbaren Wahrheit gibt es
. eineAntwor t. Sie kann gewonnen werden durch Neu-
Konfrontation mit dem Offenbarungszeugnis der Schrift. Aus ,'
seiner eigenen, heutigen Bewuftseinslage soll sich der Jude..'
in gliiubigem Gehorsam dem Worte stellen und bestrebt seinWJ
ein Leben in der Nachahmung Gottes zu fiihren.
B en -G a v r i el warf mir vor, daB ,,Nachahmung Got es '."
,,nichts oder bestenfalls etwas Unm6gliches, Unvorstellbares
aussagt". Dieser Vorwurf ist halb verfehit und halb berech-
tigt. In der Nachahmung Gottes leben, sagt durchaus etwas
aus, etwas unerh6rt Entscheidendes sogar, ja es beinhaltet
den kategorischen Imperativ Israels: ,,Ihr sollt heilig sein,
denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott" (Lev. 19, 2). Aber
dennoch hat Ben-Gavriel nicht unrecht, wenn et sagt, daB
dies ,,ctwas Unm6gliches, Unvors!ellbares" ist. Der Anspruch
Gottes, ihm gleich zu werden, ist ein Anspruch jenseits der
gegebenen oder als gegeben vorstellbaren M6glichkeit. Frei-
lich iibersteigt dieser Anspruch alles menschliche MaB -
aber es ist eben kein menschlicher Anspruch -, und allein
durch den Beistand der Griade vermag der Mensch ihm'
zu genugen. Immer ist der Anspruch Gottes, wenn er sich
auf das VerhAiltnis des Menschen zu. Gott beziehi ,,etwas
Unm6gliches, Unvorstellbares", weil Gott selbst, trotz seiner
Offenbarung, der Ewig-Unvorstellbare bleibt.
In jeder Generation muB also der Versuch, das Un-
m6gliche (verm6ge der Gnade) m6glich zu machen, neu gewagt
werden. Ben-Gavriel meint zwar, dal ,,eine zwischen den
Generationen stehende Generation" dazu nicht befihigt sei;
allein welche Generation wire keine ,,Generation zwischen
den Generationen" und k6nnte daher nicht aus diesel ihrer
Zwischenstellung das scheinbare Recht zu einer Suspendie-
rung des Entscheidungsanspruchs ableiten?
,,Es gibt keine literarischen Aufrufe vom Schreibtisdh
her und keine noch so fein ziselierten Vortrage, denn beide
kommen nicht aus dem gelebten Leben und miinden nicht
in das sich immer neu sich aufbauende Leben", entgegnet Ben-
Gavriel mir, und behiilt erfahrungsgemliA damit Un-
recht. Nichts bedarf so sehr des sthindigen Aufrufs als
jene weittragende religi6se Entscheidung, vor die der Jude
sich immer wieder gestellt sieht. Denn jeder Generation in
Israel ist gesagt: ,,Siehe,'ich habe dir heute vorgelegt das
Leben tind das Gute, den Tod und das B6se" (Deut. 30, 15)
und jeder Generation mulB am Tage solcher Wahl gesagt
werden: Wihle das Leben! Aber jede Zeit hat ihre eigene
Sprache. Die Sprache, die etwa den westlichen jiidisdhen
Intellektuellen dieser Tage erreicht, ist die des ,,fein ziselier-
ten Vortrags" (der trotz all seiner ,,Feiriheit" natiirlich aus
der wirk lichen Position des Sprechenden kommen muB)
und die der ,,literarischen Aufrufe vom Schreibtisch her" -
denn das Zeitalter der prophetischen Flammenrede und Gleich-
nistat ist unwiderruflich dahin. Ben-Gavriel meinte mit den
,,fein ziselierten Vortriigen" primer (wenngleich nicht nur
diese) die. in der ,,Jildisch-theologischen Gespriichsrunde" in
Jerusalem gehaltenen. In diesem Kreise suchender, vorwiegend
junger Juden bemiiht man sich tatsiichlich in theoreti-
s ch e n Er6rterungen um Gewinnung einer religibsen Po-
sition jenseits von Orthodoxie und Liberalismus. Aber es ist
nicht wahr, daB diese Er6rterungen nicht aus dem ,,gelebten
Leben" kommen und ins Leben flihren..Im Gegenteil: die
Problematik unseres eigenen Lebens zwingt uns, es immer
wieder am ewigen MaBstab des geoffenbarten g6ttlichen Wil-
lens zu messen und zu versuchen, unser Weltbild nachl
diesem Willen zu formen. Man fiberschitze das ,,gelebte Leben"
nicht auch wenn es sich auf dem heiligen Boden Erez
Jisraels vollzieht. Das ,,.gelebte Leben" ist nicht immer jenes
,,Leben", von dem der angefiihrte Entscheidungsaufrut des
Deuteronomium spricht. Vielmehr ist es die praktische Auf-
gabe aller theologischen Arbeit im Judentum, das ,,gelebte
Leben" erst zu d em Leben zu machen, von dem die Schrift






Selte 4JDDISCE RUNDSHAU Nr 76177 2.I 13


hier spricht und das die Liturgie nennt ,,ein Leben voll von
Furcht des Himmels und Furcht der Sunde".
Wir k6nnen nicht wortlos warten, bis das ,,gelebte
Leben" uns im Sturm oder in der Stille die Stimme Gottes
h6ren liiBt, sondern miissen das Leben nach dem v erfii g -
b a r e n W or t zu gestalten versuchen. Da aber dieses Wort
nicht an den Einzelnen allein gerichtet ist, sondern an Israel
in seiner Volksgesamtheit, sind wir bemiiht, das Gespriich fiber
ein rechtes Erfassen dieses Wortes in dieser Zeit in immer
weitere Kreise des jfidischen Volkes hineinzutragen.
Neue religi6se Tatentscheidung (Halacha), die die Stunde
von uns fordert, kann nicht in abseitigen, private Zirkeln
fallen, sondern allein von der Welt6ffentlichkeit des jildischen
Volkes. Man hat mich ganz richtig verstanden, wenn gesagt
wurde, daB der Gedanke einer ,,Zionistischen Staatsreligion"
for mich absurd sei, aber dennoch gehe ich mit Dr. Max
NuBbaum in der Forderung einer ,,offiziellen Antwort"
auf die religiose Frage konform. Freilich halte ich nicht
daffir, daB die Zionistische Organisation diese Antwort als
,,religi6sen Uebcrbau des Zionismus" zu liefern habe (das
wware der Religion ebenso schiidlich wie dem Zionismus),
sondern ein zentrales Synhedrion als oberste
religi6se Instanz des jiidischen Volkes allein ist be-
rechtigt, diese Antwort zu erteilen. (Vgl. hierzu: Max Diene-
mann, Gedanken fiber ein zentrales Synhedrion in ,,Der Mor-
gen" 1934 Nr. 6/7 S. 260ff. und den Artikel von Peter
Krieger fiber die Erneuerung des grolen Synhedrions in der
,J. R." vom 22. Juli 1938.)
Es muB wundernehmen, daB NuBbaum nicht selbst, imn
Verlaufe seiner Darlegungen auf die Schaffung eines neuen Syn-
hedrions zu sprechen kommt, sondern unmittelbar die Forde-
rung nach einem neuen Schulchan Aruch aufstellt.
So berechtigt diese sein mag, ihre Realisierung ist nur m6g-
lich, wenn eine h6chste religi6se gesetzgeberische Instanz
geschaffen ist gemil8 dem Worte der Schrift ,,Ridhter und
Aufseher sollst du dir bestellen" (Deut. 16, 18) die jene
Ertscheidungen zu fallen haben wird, die dann spiiter ge-
sammelt and geordnet werden mag. Nur so ist der allenthalben
verheerend urnm sich greifenden religi6sen Anarchie zu steuern,
aind es mul daher mit Nachdruck gefordert werden, daB alle
Kreise im Judentum, die an einer Erneuerung des religibsen
Lebens interessiert sind, sich zu diesem entscheidenden Scihritt
.usammenfinden. ,,Dies ist der Weg zu jenem groBen und
strahlenden Judentum zuriick", wie Ben-Gavri-el sagt, aber
In lebensferner Romantik eben dies ,,groBe und strahlende
Judentum" gleichsetzt mit einer Randerscheinung des vor-
exilischen Hebriiert-ims, dem Nassirnierorden der Rechabiter,
von dem das 35. Kapitel des Buches Jeremia erziihlt. Nicht
.um die kiinstliche Wiedererweckung eines althebraischen reli-
gi6sen Nomadenideals kann es aber gehen, sondern allein
darum, allen denjenigen Juden, die heute wieder ergriffen
sind von dem ,,Hunger zu h6ren das Wort Gottes" (Amos
8, 11), dieses Wort gemiaB ihrer eigenen heutigen BewuBtseins-
lage neu zu deuten und zu verkfindi-gen.


Aus der religiosen Di&dtung
Der durch religi6se Festlegung von vielen Gebieten aus-
geschlossene kfinstlerische Drang des jfidischen Volkes hat
sich im Bereich des Schrifttums, vor allem des gottesdienst-
lichen Schrifttums urn so richer entfaltet. Den Psalmen als
der ersten gottesdienstlichen Dichtungsgattung folgten andere
nach. Die eigenartigste ist die des sogenannten Pijjut, unter
welchem man liturgische Gedichte versteht, deren Hebraisch
*,as besoldere Grammatik und ein besonderes Lexikon, deren
Stil eine besondere Art des Ausdrucks, deren luBerer Bau
eine besondere Poetik, deren Zweckbystimmung eine beson-
dere Beziehung zu den einzelnen Teilen der jfidischen Liturgie
aufweist. Von solchen Pijjutim enthiilt das gebriuchlichte
Machsor eine groBe Anzahl.
Die iiltesten und kraftvollsten Pijjutim des Machsor
stammen von El e a sar H a k a Ii r, einem Dichter, der spife-
stens zu Anfang des 7. Jahrhunderts gelebt haben mul, well
er den Islam im Gegensatz zum Christentum nicht kannte;
sein Wirkungsort mul, obwohl man die Stadt Kirjath Ssefer,
die er als seine Heimat bezeichnet, bisher nicht identifiziert
hat, in Paliistina gelegen haben, da seine Pijjutim auf die
palistinensische Liturgie zugeschnitten sind (siehe den neben-
steher,den Aufsatz. Red.).
In Eleasar Hakalirs Gedithten ist nun die Eigenart des
Pijjut schon 'so voll entfaltet, daB ihm eine Reihe anderer
Pajtanim als Vorstufen seiner Kunst vorangegangen sein mfissen.
"Ein solcher Vorliufer war J an na i, der zwar in der beson-
deren Ueberlieferung als Lehrer Eleasar Hakalirs bekannt, ilm
Machsor aber nur in ein em Gedichtbau vertreten und daher
bis vor kurzem eine sozusagen mythische Pers6nlichkeit ge-
wesen war. Mit der Auswertung der SchAitze der Genisa aus
Kairo wurde aus Jannai ziemlich pl6tzlich der Verfasser von
etwa 150 Gedichtgruppen, deren durch Vorarbeiten verschie-
dener Gelehrter vorbereitete Gesamtausgabe das Werk Mena-
hem Zulays und des Schocken-Verlages ist. (Pijjute Jannai -
Die Pijjutim Jannais, aus Handschriften der Genisa und
anderen Quellen gesammelt und herausgegeben von Menahem
Zulay. Schocken-Verlag, Berlin 1938.) Die Sammlung be-
steht durchweg aus poetischen Ausschmiickungen der Amida,
des jfidischen Hauptgebets, und jede der Gedichtgruppen
lehnt sich an einen der etwa 150 Abschnitte, in die die Palaisti-
nenser, die die Vorlesung der Tora nicht auf ein Jahr wie wir.
sondern auf drei Jahre verteilten, die Tora zu diesem Zweck
zerlegten, oder an die zur Vorlesung an den Feiertagen be-
stimmten Toraabschnitte an. Die Gruppen, die zum Teil nur
'bruchstiuckhaft erhalten sind, sind fast saimtlich nach dem-
selben Schema gebaut, jede zerfiillt in Gedichte, deren Zeilen-
anfange irgendwie nach dem Alphabet geordnet sind, sowie
in e in Gedicht, das den Namen Jannai als Akrostichon tragt.
Die Sprache ist leichter als die Eleasar Hakalirs, aber doch
nicht stets beim Lesen verstiindlich, weil voll aggadischer oder
halachischer Anspielungen, und daher eines (in der Ausgabe
nicht enthaltenen) Kommentars bedfirftig. Aber auch ohne
diesen bictet die Lektfire des Buches einen betrdchtlichen
Genul. Nicht alle Tage hat der Leser Gelegenheit, das Ge-
samtwerk eines jfidischen Dichters aus dem 6. Jahrhundert
kennenzulernen, und gerade wer die Pijjutim des Machsor
kennt, ist von der Betrachtung der ialteren Stufe der Dichtungs-
-gattung, die Jannai darstellt, gefesselt. Die scheinbare Steif-
heit von Form und Ausdruck tritt, je mehr man sich in das
Buch versenkt, zurfck hinter der Stiirke der religi6sen Innig-
keit, die die Kraftquelle dieses Dichters ist, und unwillkilr-
lich drangt sich ein Vergleich mit den byzantinischen Mosaiken
aus der gleichen Epoche auf, in denen ebenso wie in den
Pijjutim die strengen Formgesctze mit der Kiinstlerpers6nlich-
keit einen Kampf zu bestehen haben, dessen Ergebnis zwar
der Sieg der Form, aber nicht die Niederlage, sondern eine
reiche Befruchtung des Kiinstlers bildet.
Die mit der Textherstellung verbundene Mfihe und die
Kosten der schbnen Ausstattung des Werkes haben Heraus-
geber und Verleger an der rechten Stelle aufgewandt. Wir
warren auf ihre niichsten Leistungen. Arthur Rau


Eleasar Hakalir / Der Vater der synagogalen Poesie


Die Anfinge der hebraiisch-liturgischen Poesie sind nicht
genau zu bestimmen. Die Pijjutforschung bezeichnet den Pa-
liistinenser Jose ben Jose, mit dem Beinamen ,,Hajathom" die
Waise, als den altesten synagogalen Dichter (urn 750). Doch
unterscheiden sich Ben Joses Dichtungen in ihrer reimlosen,
lediglich durch die alphabetischen Versanfinge gebundenen
Form nicht viel von den gew6hnlichen Gebetstiicken. Als Vater
der hebriisch-liturgischen oder synagogalen Poesie gilt daher
mit Recht der vielgeriihmte und am meisten bekannt gewor-
dene Pijjutdichter Eleasar Hakali r. Er war nicht allein
der erste, sondern auch der bedeutendste und fruchtbarste
unter allen Pajtanim. Bezeichnend fiir die Bedeutung dieses
Dichters ist die hohe W.ertschitzung, deren sich seine Dich-
tungen bei alien Pflegern juidisch-religi6ser Andacht und Er-
bauung erfreuten: von den ungefahr zweihundert poetischen
Gebetstiicken, die Eleasar Hakalir geschrieben hat, sind die
meisten in die Gebetordnung fOr die Festgottesdienste auf-
genommen worden.
Wir wissen nicht viel Pers6nliches von diesem Dichter.
Nach der Ansicht einiger Gelehrter soil Eleasar ha-Kalir ein
bedeutender Rabbi oder gar ein Mischnalehrer gewesen sein,
andere meinen, er sei Vorbeter in einer Synagoge gewesen.
Sein Oeburtsort wird vielfach in Pal i stina gesucht, weil

E SEnormtne Auswahl in Persia-
ner-, Nerz-, Biber-,Fehminteln,
Paletots, Capes, Marder, Nerz-
_____ D - kravatten. Billige Preise,
PeizhausTauentzien, Berlin W 50, 'Nrnberger Str. 13

der Name Kalir angeblich auf einen Ort in Palistina hin-
deuten soil. Der Dichter selbst nennt seinen Geburtsort Kirjath
Sepher, worunter manche Tiberias verstanden wissen wollen.
Nach der Feststellung ,einiger Literarhistoriker soil er in einer
Stadt des suidlichen Italien, Cagliari oder Bari, im neunten
Jahrhundert gelebt haben. Neuere Forscher geben Sardinien
als Geburtsort-Kalirs an. Auch sonst sind uns die nahern Le-
bensumstande des Dichters v6llig unbekannt. Jedenfalls ist
das eine sicher, daB Eleasar Hakalir ein ganz aulBerordent-
licher Mann gewesen sein muB; denn die Sage hat sich seiner
Pers6nlichkeit bemiichtigt.
In der hebriiisch-liturgischen Poesie ragen die Kalirschen
Dichtungen zyklopisch hervor. Die etwas ungefuige Art dieser
Dichtungen wirkt oft ein wenig verwirrend, aber sie ist die
einzige m6gliche Form, in der sich die poetische Schau eines
Kalir manifestieren konnte. Der Dichter hat in einer Gedrangt-
heit, die nicht fiberboten werden kann, einen ungeheuer aus-
gedehnten und weitschichtigen Stoff poetisch verarbeitet. Er
hat Stoffe aus der Agada, der Kabbala, dazu Sagen und Le-
genden, geschichtliche Erinnerungen, ethische Betrachtungen,
ja sogar Teile der Halacha in seine Dichtungen verwoben. So
enthilt mancher Vers eine Anspielung auf eine Legende, man-
ches Wort die Hindeutung auf eine biblische Erzdihlung und
manches substantivierte Adjektivum die verherrlichende Be-
zeichnung fiir irgendeinen biblischen Helden. Als Musterbei-
spiel wollen wir in deutsch-er Uebertragung einige Verse an-
fiihren, die dem beriihmten Kalirschen Pijjut ,,Omez adire
kol chefez" entnommen sind.
Auftrat der michtige Glaubenshbeld,
Der Finsternisse hat erhellt.
Im Dunkel damals lag die Welt. -
Er zeigt Verirrten rechten Pfad.
Doch weil er Zweifelsfrage tat,
Ward er bestraft durch Gottes Rat.
Das klingt recht riitselhaft. Der Sinn des Ganzen ergibt
sich aus folgender Erliiuterung. Der ,,michtige Glaubensheld,
der Finsternisse hat erhellt", ist Erzvater Abraham; mit der
,,Zweifelsfrage" ist die Frage Abraham" gemeint: ,,Woran
werde ich erkennen, daB ich das Land besitzen werde?"
(1. B. M. t, 8); der Schluflsatz aber ,,Ward er bestraft durch
Gottes Rat" bezieht sich auf die Antwort Gottes: ,,Du sollst
wissen, daB deine Nachkommen Fremdlinge sein werden in
einem Lande, das nicht ihn.en geh6rt" (ebenda, Vers 13). Es
handelt sich hierbei um ein erzhiblendes Pijjutstfick, in wel-
chem der Dichter an m-ehreren Beispielen dartun will, daB
auch der Fr6mmste nicht ganz ohne Fehl sei; selbst ein so
glaubensstarker Held wie Erzvater Abraham hatte einen Augen-


Hebraische Manuskripte
Aus einer englisdh-jiidischen Privat-Bibliothek
Unter den englischen Biblio-philen, die ihre
Bibliotheken im Laufe vieler Jahre zu stattlichen Sammlungen
haben anwachsen lassen, hat es auch stets Juden gegeben.
Ich erinnere an die Namen Sassoon und Rothschild.
Vor vier Jahren erhielt ich den Auftrag, einen Teil der
Bficherei Elkan Nathan Adler zu katalogisieren. Mr. Adler,
Londoner Rechtsanwalt, hat eine besonders feine Kollek-
tion hebriischler Manuskripte und hebraischer Bficher, deren
gro6ere Anzahl er von seinem Vater und Bruder ererbte.
Viele jedoch erstand Mr. Adler auf Reisen, die i.hn durch
die ganze Welt fihrten. Auf einer Fahrt durch Aegypten
brachte der Kairoer Synagogen-Vorstand Herrn Adler zu
den Geniza, und autorisierte ihn, einen Sack voll Frag-
mente mitzunehmen. Von diesen sind zahlreiche heute in
den Bibliotheken von Oxford und Cambridge wie auch im
Britischen Museum verstreut. In Palistina wurden weitere
su....mil ..,..........ium unnma....,..,....... n.u........m..,.........nun...,,....,


Der Leuditer
Von Arthur Silbergleit

Ich bin bei Dir zur Nacht.
Mit meinen sieben Kerzen
Halt' ich vor einem Herzen.
Vor Deinem Herzen Wacht.
Du aber fibhlst es nicht,
Wie ich mich Dir befehle.
Es flief3t mein reines Licht
Um Deine reine Seele.

Wo eine Falte ist,
Glftt' ich mit lindem Lichte
Sie Dir aus dem Gesichte,
DaB Du voll Frieden bistl


blick, wo er zweifelte. Aehnlich dunkel und ratselartig sind die
meisten Dichtungen Kalirs. Es geh6rt neben der Kenntnis der
Bibel auch Vertrautheit mit der gesamten Agada dazu, um
diese Pijjutim richtig"zu verstehen.
Auch die Sprache Kalirs macht seine Dichtungen nicht
leicht verstiindlich. Es ist eine gestraffte, iOberdies von Fremd-
w6rtern und Neubildungen durchsetzte Sprache, die sch'on den
altern Hebriisten viel zu schaffen gegeben hat. In der neu-
hebraischen Literaturgeschichte werden Gordon und Bialik da-
ffir gelobt, daB sie in ihren Dichtungen auch den talmudischen
Wortschatz ausgiebig benutzten; vor einem Jahrtausend tat
Eleasar ha-Kalir das gleiche, und wurde deswegen getadelt.
Besonders aber erregten die neuen Wortformen und
Neubildungen Kalirs den Zorn der Sprachgelehrten. Sie warfen
ihm vor, daB er die Sprache vergewaltige, daB er willkfirlich
weibliche Substantive vermninnliche, daB er ,,schoschan" start
,,schoschana" oder ,,ahaw" statt ,,ahawa" sich zu schreiben
erkfihne, ohne zu bedenken, daB derlei Formen allen Gesetzen
der hebraiischen Sprache widerstreiten. Dazu wiire zu sagen:
den Sprachgesetzen allerdings; nicht aber auch dem Ge-
setze, wonach der sprachschipferisclie Dichter handelt.
Ist das neugebildete Wort formgerecht, einpriigsam und von
gutem Klang, so kann es nicht mehr falsch sein. Ein Dichter
wie Kaylir wird gewiB nicht um des Reimes oder des Takt-
maBes willen die Sprache vergewaltigen; er gebraucht ,,scho-
schan" und ,,ahaw" aus keinem andern Grunde, als weil ihm
diese Neuw6rter poetisch voller klingen. Es gilt ferner zu
iiberlegen, daB Kalirs sprachliche Prdigungen keine Ge-
dankenhfillen darstellen, noch bezeichnen sie die Dinge, die
sie bezeichnen sollen. Wer ist denn dieser ,,schpschan", der
die Sprachkritik herausfordert? Ist es wirklich die Rose
unter Dornen? Keineswegs. Die knesseteh jisrael" ist damit
gemeint. Kalirs Neubildungen sind meis.ens Gleichnisse. Und
sie sind in ihrer Gleichnislaftigkeit untadelig gebildet.
Die Pijjutim Eleasar Hakalir sind keine lyrischen, Er-
gfisse, sondern epische Schilderungen. Einige davon wiurden
in ansehnlichem Grade kfinstlerisch wirken, wenn sie nicht
durch die alphabetischen Versanfiinge und den dauernd wie-
derkehrenden Wortreim das Zeichen des Kiinstlichen an sich
trtigen. Anderseits aber verleihen die Aleph-Beth-Versreihen
sowie die Akrostichen und Wortkehrreime diesel Dichtungen
etwas altertilmlich Weihevolles, das man gerade in der reli-
gi6sen Poesie nicht missen m6chte. Als ein Probestfick ka-
lirisch-epischer Poesie m6ge hier der Pijjut ,,Tehilloth
kewodecha", eine Schilderung des Weltgerichts am Neu-
jahrstage, in m6glichst getreuer Uebersetzung folgen:
Deiner Allmacht Ruhm erfilllet die Weiten der Erde,
Es naht der Tag des Gerichts, und bangend schweiget die
Erde.
Der Tag des Zornes bricht an, aufdrbhnen die Tiefen der
Erde.
Des Schofars gewaltiger Schall rufet und mahnet die Erde.
Wie Jubel ert6nt er den Frommen, aufrauschend vom Ende
die Erde,
Doch Schauer und Grauen und Angst ergreifen verwiirrend
die, Erde,
Wenn zu Gericht du sitzest, zu strafen die Grenzen der Erde.
,,O tretet ibm aus dem Weg!" ruft's zitternd von zitternder
Erde.
Doch. du, Allmdchtiger, gibst Antwort mit mildem Tone der
Erde.
,;Warumn hanget und banget das Land? 0 jauchzet, ihr Tiefen
der Erde!"
Nun kfinden, bezeugen sie alle, daB Er ist K8nig der Erde.
Wie ihn die Himmel preisen, so griiBt ihn preisend die Erde.
Die Meisterschaft Kaliirs als Pajtan wurde spiiter an-
erkannt. Das Lob, das ihm dite Kenner spendeten, fiberwog
den Tadel, den ihm die Sprachkritiker erteilten. Das Volk
aber hat Kalir mit einem Kranz von Sagen und Legenden
umgeben, der ihn hoch fiber alle Wertungen des Lobes wiie
des Tadels erhob. Dieser gotterfillite Dichter, der sich in
seinen Dichtungen beiliger Sagen bediente, ist selbst eine
Art heilige Sage geworden. Sagenumwoben wie sein Leben
ist auch sein Tod. Es wird crziblt, sein Lehrer Jannai, der
ihm seinen Dichterruhm nei.dete, habe in seinen Sdhiuh eine
giftige Eidechse gelegt, die ihm den Tod brachte. Das soll
das Ende eines Dichters gewesen sein, von dem es hieB,
er sei in den Himmel gestiegen uind habe den Engeln den
alphabetischen Pijjut abgelauscht. S. Meisels


Manuskripte erworben, die Geniza von Alexandria eben-
falls ausgebeutet. Auf Corfu erwarb Mr. Adler hebriiische
Manuskripte, in Marokko desgleichen; hier hatten die Funde
liturgischen Charakter. Hebriische und persische Drucke fand
er in Persien und Mittel-Asien.
Diese Schiitze auszusondern und zu klassifizieren stellte
sich als schwierige Aufgabe heraus, denn sie umfal3ten weite
Gebiete und einen Zeitraum von nahezu 1300 Jahren. Da ist
ein handgeschriebenes ,,Responsio" von Maimonides, Ka-
pitel aus dem hebriischen Ecclesiasticus, Gaonica, Saadyana,
historische Schriften von Bedeutung. Ferner Manuskripte, ge-
Der elegant Damen., der vornehme Herren-Schuh
BERLIN W L r15 d RUF, 913131
Kurfmtenda 3 I N H A B E R :
Eing. Grolmanstr. L. COrd. a G.HORENCZYK
Prel s w erte Angebote ffr Answanderev

schrieben von Da Costa Athias, dem Begriinder der hebrai-
ischen Abteilung des Britischen Museums; Megilloth, Ge-
betblicher, Haggadoth.
Nach dem Weltkriege 1922 hat Mr. Adler seine
hebraische und jfidische Sammlung an das jfidisch-theolo-
gische Seminar in New York verkauft. Von diesem Zeit-
punkt an erwarb er iiber 700 weitere Manuskripte, wie
auch Hebraica und Judaica. Den wohl bedeutendsten Teil
seiner Biicherei stellen einige 70 hebriische Inkunabeln dar,
mehr oder minder vollstindig. Unter ihnen ffinf Exemplare
des Guadalaxara-Talmud, gedruckt in den Jahren 1476 und
1486, und einzig in ihrer Art. Auch ein Fragment von
Gittin (hebr. ,,get" = Scheidebrief) mit Kolophon, gedruckt
in Faro, der Hauptstadt der portugiesischen Provinz Al-
garve, im Jahre 1496.
Abgesehen von diesen Seltenheiten, ist Mr. Adlers Snmm-
lung von Anglo-Judaica (und Amerikano-Judaica) sehr be-
deutend. Um nur einige herauszuheben: Manasseh .ben Is-
raels hebraische, englische und spanische Werke, inklusive
der zwei Ausgaben von 1655 seiner ,,Humble Addresses to
the Lord Protector", die Manasseh wihrend seines Eng-
land-Aufenthaltes abfalte. Wichtig auch ,,Relation ot Con-
spiracie discovered by a Jew in Turkie against the Eng-
lish", ein Druck aus dem Jahre 1646. Und endlich Murners
lateinische Uebersetzung der Haggada, gedruckt- in Frank-
furt a. M. 1512, versehen mit Holzschnitten.
IIse Cohnen (London)


K E D E M Jlliscer Buchuertrieb marlin Salomon Hebralca Judaica SMOne Literalur. Riluallen. Sdallplatlen
Berlin-Charlottenburg, Dahlmannstrale 8 / Ruf: 96 11 41 Verkaufsstelle und Anzelgenannahme far jidlsche Zeltungen Versand In- und Ausland


Selte 4


JODISCHE RUNDSCHAU


Nr. 76/77 23. IX. 1938






Pages
Missing
or
Unavailable









Berniufsumschichtung in Ungarn Oppenheim
Dos bekannte Spezialhaus fOr Kleiderstoffe I
Von unserem Berichterstatter Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 115-116
I W.ollstoffe Snmt Seidenstonffe I


Budapest, 18. September
Das Bestreben nach gewerblicher Ausbildung der jildischen
Jugend und Umschichtung hat in Ungarn weite Kreise er-
griffen. In den Provinzgemeinden regt es sich allenthalben,
hebriische Kurse werden mancherorts veranstaltet. Daneben
blieb auch die Privatinitiative nicht untitig. Im Anzeigenteil
der Zeitungen sind alltiglich Betriebsinhaber und Unterneh-
mungen zu finden, die ihre m6glichst kurzfrisfigen Aus- und
Umbildungskurse anzeigen. Diese scheinen einen derartigen
Umfang angenommen zu haben, daB das von der Gemeinde
und Chewra ins Leben gerufene Hil f sb firo es ffir
ndtig erachtete, dagegen in einem in den jildischen Blattern
verbffentlichten Aufruf zu protestieren.
Den ersten Schritt zur Einleitung einer central geleiteten
Aktion scheint jener Vortrag bedeutet zu haben, den der Vize-
prdsident des Orts, Dr. Wilhelm G r a t z, jiingst auf Ein-
ladung der Pester Israelitischen Gemeinde hielt. Der Redner
wies auf die Notwendigkeit starken Gecmeinscha.ftssinnes hin,
auf dem allein jede konstruktive Aufbauarbeit beruhe und
forderte eine einheitliche Organisation, die das unga-
rische Judentum nach auBen reprasentiere. Die Hachschara-
Arbeit, zu der die vom Zionismus geleistete als Muster
dienen kdnne, miisse bereits hier jene Bedingungen in Be-
tracht ziehen, die im Auswanderungslande vorgefunden werden


Notizen aus Holland
Von unserem Berichterstatter
RL. Den Haag, 20. September 1938
Die F6deration der Ostjudenverbinde in
Holland hielt im Haag ihre Tagung ab. Nach den Titig-
keitsberichten der Vertreter der Ortsgruppen erstattete der
Generalsekretir des Weltverbandes polnischer Juden im Aus-
lande, Dr. I. Tau bes, einen Bericht fiber die Titigkeit des
Weltverbandes. Zum Vorsitzenden der F6deration wurde
D. B. M a h 1 e r (Amsterdam), zum Vizevorsitzenden B. H u r -
wicz (Voorburg) gewihlt. Zu Ortsgruppenvorstdinden wurden
gew5hilt ffir Amsterdam D. B. Mahler, Mr. Dr. Diaconide,
Frajndlich, ffir den Haag B. Hurwicz, Wolf, Goldrosen und
filr Rotterdam Altschul, Taub, Hecht.
Die Permanente Kommission der ,,Nederlandsch-Israeli-
tische Kerkgenootschap" gibt bekannt, daB A us 1 i n d e r nicht
von aktiven und passive Wahlrecht zum ,,Kerk-e-
raad" ausgeschlossen sind, sofern sie im fibrigen den ge-
stellten Anforderungen geniugen.
Die Ve rfilm ung des ,,Dybuk" fand bei ihrer hol-
liindischen Premiere, der ein Einleitungswort des Schriftstellers
Dr. P. H. Ritter jr. vorausging, viel Beifall.-


'Urn zahlreichen aus unserem Leserkreise ge-
iuBerten Wiinschen zu entsprechen, werden wir
Anfang Oktober eine neue Rubrik erSffnen, die in
vierzehntgigigen Abstinden eng li sche L e s e -
s t U c k e bringen wird. Wir mochten hierdurch unse-
ren Lesern, die Englisch lernen und die Schwierig-
keiten des Anfangs bereits iiberwunden haben, einen
Uebungsstoff bieten, der ihre Arbeit ergAnzen soil.
Angesichts der Tatsache, daB der iiberwiegende Teil
der jiidischen Auswanderung in Lander englischer
Sprache geht, ist die Intensivierung, der sprachlichen
Auswanderungsvorbereitung in jeder Hinsicht er-
wiinscht. Die Lesestiicke, die in gro3em Umfange
aktuellen Charakter tragen sollen, werden
Erliuterungen zu Grammatik und Satzlehre begleiten.

11111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111


fiir die Hebriische Universititt
Von unserem Berichterstatter.

H. R. .t o oc1te11,.m, 20. September
Am 18. September eriff ite Prof. M. E-f1renpreis
vor einem auserlesenen und iiiteressierten Auditorium im
Sessionssual des Stockholmer 'Gemeindehauses die Skan-
dinavische Konferenz der Freuride der Hebriischen Univer-
sitit Jerusalem. Im Mittelpunkt dieser Tagung stand das
Referat Prof. Hugo Bergmanns ilber ,,Die Hebraische
Universitalt". Der Redner gab zunfichst eine Darstellung
der Arbeit und .Forschungen an den verschiedenen Instituten
der Universitait und erwdihnte die bereits in der ,,Jildischen
Rundschau" mitgeteilten Beschliisse der letzten Londoner
Konferenz. Er machte ferner die Mitteilung von dem Erscheinen
eines zehnbiAndigen Geschichtswerkes in arabischer Sprache,
welches yon Juden erstmalig jetzt herausgegeben werden
wird. Ferner konnte der Rektor von zwei franz6sischen
Spenden. berichten, die zur Errichtung von Lehrstfihlen
fiur Geschichte franz6sischer Zivilisation sowie fir fran-
zosische Sprache verwendet wurden. Sodann referierte Alfred
B erger. Er betonte, daB trotz allei- Unruhen im Lande
die Universitit noch keinen Tag geschlossen hitte. Der
Redner berichtete eingehend u. a. fiber die Erfolge der land-
wirtschaftlichen sowie medizinischen Studien. In bewegten,
Worten dankte Prof. Ehrenpreis den beiden Rednern ffir
ihr Erscheinen sowi.e dem unermfidlichen Leiter des Nord-
europiiischen Sekretariats der Universitit, Dr. Wlad. W.
Kaplun- K o ga n. Ein sehr erfreuliches finanzielles Er-
gebnis des palaistinensischen Besuches konnte bei dem Her-
renabend verzeichnet werden, zu dem der bekannte Stock-
holmer Kunstsammler Direktor Ivan Traugott geladen
hatte. Ebenso empfing Prof. Martin L a m m die Ehrengaiste
aus Erez Jisrael. Die gesamte Stockholmer Tagespresse bring
ausfilhrliche Interviews, die Prof. Bergm-ann in etner Presse-
konferenz gab.
In U p s al a bereitete man Prof. Bergmann mnd Alfred
Ber ger einen auBerordentlich herzlichen Empfang. Die
Universititsaula war bei Prof. Bergmanns Vorlesung fiber-
filllt, man sah viele Gelehrtenpers6nlichkeiten Schwedens.
In Upsala hatte sich u. a. Schwedens Erzbischof Erling
E id e m eingefunden, der den Rektor bat, Schwedens GrfiBe
der Judenheit Palaistinas zu fibermitteln.


Zlonistischer Gruppenverbandstag. Am 18. September
trafen sich die aktiven Zionisten aus Baden, Wfirttemberg
und der Pfalz zu einer gut besuchten Arbeitstagung in Heidel-
berg. Am Vormittag sprach Dr. Paul E p p stei n, Berlin,
iiber das Thema ,,Auswanderung und Bestand der Juden in
Deutschland". Er berichtete fiber die Verhandlungen in Evian
und die Bemilhungen zur Beschleunigung der Auswanderung
und stellte eingehend das Problem der vorliiufig noch in
Deutschland verbleibenden Juden dar. In der sich anschliefen-
den Diskussion egdinzte Dr. Kurt Licht diese Ausfiih-
rungen durch eine Darstellung der Zertifikats- und Transfer-
Situation. Den Nachmittag filllten Referate von Dr. Licht
(,,Die Arbeit des Keren Kajemeth Lejisrael hier und in
Pallistina") und von Dr. Hans Pomeranz, der in einem
grolien Ueberblick die wirtschaftliche, politische und geistige
Situation der zionistischen Bewegung darstellte. Die auf der
Tagung herrschende Stimmung zeigte, daB alle aktiven Zio-
nisten Sildwest-Deutschlands mit unvermindertem Eifer an die
Winterarbeit herantreten und daB sie insbesondere ihre ganze
Kraft der Aktion zur Eintragung der Juden in das S ef e r
Sik aron widmen werden. Die Tagung schloB mit der
Annahme einer entsprechenden Resolution, die vom Vor-
stand des Gruppenverbandes den Herren Dr. GroBberger,
Heidelberg; Emil Baer, Karlsruhe; Rabbiner Karl Richter,
Mannheim; Direktor Otto Simon, Mannheim, und Franz
Kaufmann, Bruchsal, unterzeichnet ist.


diUrften. Dem Vortrag wohnten die Vertreter simtlicher jfidi-
scher Richtungen bei, zwischen denen die Verhandlungen zur
Schaffung eines einheitlichen Vorgehens, wohl auch eines ge-
meinsamen Ausschusses bereits weit vorgeschritten sind. Da-
neben hat die ungarische Orthodoxie eine separate Sammel-
aktion eingeleitet, die sie Pidjon Nefesch nennt und fOir
das ganze Land organisiert. Diese wird wiahrend der Selichoth-
wochen eine Kopfsteuer von 1 Peng5 erheben, deren Ertrag
religi6sen Hilfszwecken zugeffihrt werden soil.
Ein weiteres wichtiges Ereignis bildete eine V er-
s a m m I u n g, in der der Gen-eralsekretdir der Pester Israeliti-
schen Gemeinde, Alexander E pp Ie r, .ilber seine Erfahrungen
bei der Konferenz von Evian, sowie iiber jene Verhandlungen
berichten sollte, die er dort und im AnschluO daran in. Paris
und London gefiihrt hatte. Eppler wuirdigte vor allem die
Bedeutung der Konferenz, besch iftigte sich sodann mit der
Titigkeit der verschiedenen jildischen Hilfsorganisationen und
deren leitenden Pers6nlichkeiten, um endlich in iibersichtlicher
Weise die. Besprechungen zu skizzieren, die die jildische Dele-
gation aus Ungarn fiihrte. Da eine massenhafte Auswanderung
weder m6glich noch n6tig erscheine, miisse vorerst anr eine
systematische Umschich tung geschritten werden. Zur
Unterstiltzung kleiner Existenzen were die Hicem in Buda-
pest eine Kreditgenossenschaft ins Leben rufen, resp. alimen-
tieren. Dr. A. F.


26. September 1938:
27. September 1938:
5. Oktober 1938:
10. Oktober 1938:
11. October 1938:
16. Oktober 1938:
17. Oktober 1938:
18. Oktober 1938:


Rosch Haschana (1. Tag)
Rosch Haschana (2.- Tag)
Jom Hakippurim
Sukkoth (1. Tag)
Sukkoth (2. Tag)
Hoschana Rabba
Schemini Azereth
Simchat Tora
Chanukka (1. Tag)
Purim
PeBach (1. Tag)
PeBach (2. Tag)
PeBach (7. Tag)
PeBach (8. Tag)
Lag Beomer
Schav-uot (1. Tag)
Schawuot (2. Tag)
Neunter Aw
Erew Rosch Haschana


Tischri
Tischri
Tischri
Tischri
Tischri
Tischri
Tischri
Tischri


Morris T roper wurdezumn
Vorsitzenden, des europiischen
Rates des American Jewish
Joint Distribution Conmiittee
ernannt. Dr. Berinhard K a'h in,
der bisherige Vorsitzende,
wurde zund Ehrenvorsitz n en .
ernannt und wird in e N e w
York als Berater des joint
filr solche Fragen trfig sen .
die die europiische Judenheit H
betreffen. Mr. Troper hat sich
nachl Europa begeben, um vonr
Dr. Kahn in sein neues Amt
eingeffihrt zu werden. Zum
Vizevorsitzenden des American .e--
Joint Distribution Committee
wutrde Edward Warburg
gewihlt.
Dre Friihjahrskampagne des
Joint hat fiber 2 780 000
Dollar ergeben, d. h. eine
halfbe Million Dollar mehr als
im Jahre 1937. Dr. Bernhard Kahn Archiv

Dr. Georg Lubinski
In diesen Tagen verlieB Dr. Georg Lu bInsk i.
Deutschland mnd hat sich nach Palistina be Teben. Georg
Lubinski ist in den letzten Jahre als Leiter er B e r u f s-
ausbildungsabteilung der Reiuchsvertretung in wei-
esten jfidischen Kreisen bekannt geworden. Er began seine
jfildische Titigkeit im Rahmen des Hechalu z und der
zionistischuen Jugend bewe gung, begrindete spliter
zusammen mit Ludwig Tietz den R e i c h s a us-
schuB der jiidischen JugendverbEinde, dessen
Geschiftsfillhrer er war, und hat in diesel Amte bei vielen
Gelegenheiten die Sympathie der jildischen Jugend in Deutsch-
land erworben. Das Seesener Heim hat er seinerzeit mit-
geschaffen. In jenier Zeit zeichnete er als Herausgeber der
Jugendzeitschrift ,,Der j unge Jude", die insbesondere
auf die Kreise der mit der Chaluzbewegung schon damals
verbundenen Jugend starken Einflu8 austibte. Auch bei der
Schaffung der Z entralwohlfahrtsstelle wirkte Lu-
binski fflirend mit iund leistete damit eine wichtige Vorarbeit
fir die im Jahre 1933 in Gang gesetzte Arbeit der Reichs-
vertretung. Als diese geschaffen wurde, wirkte Georg
Lubinski durch seine auBerordentliche Erfahrung auf
dem Gebiete der Berufserziehung und durch seinen
Kontakt mit allen Schichten der jiadischen Jugend her-
vorragend mit. Das Werk der Berufsumschichtung und Hach-
schara, die Schaffung zahlreicher Institution-en, die diese
zentrale Arbeit des Judentums in .Deutschland in diesen
Jahren ben6tigte, ist in erster Linie sein Werk. Ganz beson-
ders blieb Georg Lubinski auch in dieser Zeit mit dem
Hechaluz verbunden und war zugleich einer der zentralen
Triiger der zionistischen Ar beit in Deutschland.
Georg Lubinski begibt sich nach Palistina, um auch dort an
wichtiger Stelle tiitig zu sein. Wir wiinschen ihm ffir seine
Arbeit in Paliistina, mit dem er von jeher zutiefst verbun-
den war, das allerbeste. Der Hechaluz und die Jildische
Jugendhilfe haben Dr. Lubinski als Anerkennung seiner gro-
Ben Verdienste anilich seiner Alija in das Goldene Buch
des KKL eintragen lassen.

Herbstferien in Lehnitz. Das Erholungsheim L e h n it z
nimmnt wihrend der Herbstferien Kinder bis zu 14 Jahren
auf. Unter fachlicher Aufsicht finden die Kinder bei Spiel
und Sport, Liegekuren und Bastclnachmittagen in Lehnitz
Erholung. Zumin Singe unLd Spielcn steht cine groBe Sukko
zur Verfiigumg, atuch werden besondere Jugendgottesdienste
stattfinden. Anmieldungen: Erholungsheimn Lehnitz, Lehnitz
(Berlin-Nordbahn), Viktoriastr. 19 (Tel.: Oranienburg 2043).


Kislew / 18. December 1938:
Adar / 5. Mirz 1939:
Nissan / 4. April 1939:
Nissan / 5. April 1939:
Nissan / 10. April 1939:
Nissan / 11. April 1939:
Ijar / 7. Mai 1939:
Siwan / 24. Mai 1939:
Siwan / 25. Mai 1939:
Aw / 25. Juli 1939:
Elul / 13. September 193-


Bernhard Kahn geht nach USA sche Konferenz
Die Joint-Arbeit in Europa Skandinavische Konferenz


Nr. 76/77, 23. IX. 1938


Sete 9


JODISCHE RUNDSCHAU


IN ALLER KURZE
Das Komitee von 18 Regierungen, das von der Politischen
Mission des V61kerbundes eingesetzt war, um die Frage des
Zusammenschlusses des Hochkommissariats ffir Emn-
wanderer aus Deutschland mit dem Nansen-Biiro zu er6rtern,
setzte nach einer langen Diskussion ein Unterkomitee von
7 Mitgliedern ein mit der Aufgabe, die Funktionen des
neuen Hochkommissars genau festzulegen. Diesem Subkomitee
gehoren Vertreter von Grollbritannien, Frankreich, Bolivien,
orwegen, Griechenland, Lettland und der Schweiz an.
Eine Delegation hunter Fiihrung des Rektors der Univer.
sitat von Helsingfors, Laurin Z i 11 i a c us, wurde vom fin.
nischen MinisterprAsidenten A. K. C a j a n d e r, sowie vorm
finnischen Innen- und Finanzminister empfangen, um iiber
die Frage der in Finnland befindlichen Emigranten ztt
sprechen. Sie bat diesen das Recht zum dauernden Aufent-
halt tnd zur Arbeitsaufnahme zu geben. Die Minister sagten
zu; die Frage zu erwngen. Die Zahl der in Finnland behind.
lichen jiidischen Emigranten betragt etwa 150.
George R u b I e e, der Direktor des Intergouvernementalen
Komitees fiir Emigrantenhilfe, empfing eine Delegation der
Aguda, bestehend aus Dr. Jacob Rosenheim und H. A.
G o o d m a n.
Nach einer offiziellen Mitteilung werden fiir jiidische
Kinder in Italien Sonderklassen in, den Volksschulen ge-
schaffen werden. An allen Orten, wo es zehn jfidische Kinder
gibt, haben die jildischen Gemeinden das Recht, e i g en e
Volksschulen zu griinden, in denen. Juden als Lehrer
titig sein dilrfen.
Die Zionistische F6deration von GroBbritannien und
Irland hat beschlossen, vom 2. bis 9. Oktober eine P a-
liistina-Woche in England durchzufuhren.
In London wurde die dritte Serie einer english c hlen
Uebersetzung des Talmud publiziert, die aus acht
Bihden besteht. Die Uebersetzung soll insgesamt 32 Binde
umfassen.

Post nach Uebersee
Vom 23. bis 30. September (ohne Gewahr)
Die angegebenen Zeiten sind die A b g a n g s zeiten der Ziige
bzw. Flugzeuge aus Berlin. Die Sendungen miissen 1-11/2 Stunden
vor Abgang bei. der zustiindigen Bahnhofspostanstalt (Flugpost beim
Postamt SW 11) vorliegen. Anschlul imr Reich entweder bei
Durchgang der Zlige bzw. Flugzeuge oder durch Sendung nach Berlin
oder direkt an -die Zwischenstationen. Bei der Aufschrift empfiehit
sich die Anbringung von Leitvermerken.
Pallistina (ab Anh. B.hf. 22.50, Abgang Miinchen 12 Stunden spiter):
24. via Belgrad, 28. Haifa; 26. via Belgrad, 30. Haifa; 28. via
Brindisi roit ,,Gerusalemme", 2. 10. Haifa.
Lu f t pos t: Mo., ML, Fr. 7.00; 0.50 Wien; Di., Do., Sbd. Lydda
(Linie Warschau-Lydda fiber Athen). Di., Do., Sbd. 7.00;
8.15 .'Halle/Leipzig; 9.50 Wien; Mi., Fr., Stg. Lydda (Linie
Amsterdanm-Bandoeng, Qbe, othet), -r; Sbd. 11.20; Mo. Titbrias
~lisl.,tndon-Singapore uiber'Rom).
U.S.A. (aul3er am 27. stets Potsd. Bhf. 15.45): 27. (Bhf. Charlbg.
23.57) m. ,,Europa" via Cherbourg, 3. 10. New York; 29. m.
,,Hamburg" via Cherbourg, 7. 10. New York.
Luftpost (Nachbringe-Flug): 28. in. Luftpost fiber Kdla Zur
,,Europa" 6.50, 11.00 K6ln.
Sildamerika: *25. (Charlbg. 11.15) via Lissabon in. ,,High Brigade",
10. 10. Rio, 14. 10. Buenos Aires; 29. (Potsd. Bhf. 15.45) via
Lissabon mit ,,Alcantara", 14. 10. Rio, 18. 10. Buenos Aires.
L uftpo st (auch nach Mittelamerika und Westindien): ML
Posttchl. 21.00; Do. 5.00 Frankfurt a. M.; Sbd. Rio; Stg. Buenos
SAires (Deutsche Luftp.).. Sbd. Postschl. 12.15; Di. Rio;
Mi. Buenos Aires (nicht nach Bolivien und Kuba) (Frz. Luftp.).
Slldafrika: 29. (Bhf. Friedrichstr. 13.57) via Southampton m. ,,Bal-
moral C", 16. 10. Kapstadt.
Lu ftpost: Mi. u. Sbd. 7.00; 9.50 Wien; Mo. u. Do. Kapstadt
(Linie London-Kapstadt fiber Athen).
Australlent 30. (Anh..Bhf. 9.20) via Neapel m. ,,Orontes", 29. 10.
Melbourne, 30. 10. Sydney.
Luftpost: Di. u. Do. 7.00; 8.15 Halle/Leipzig: 9.50 Wien: Di.
u. Sbd. (nach einer Woche) Sydney; Mi. u. Mo. Melbourne (Linie
Amsterdam-Bandoeng iiber Athen).

Mosche Chaim Luzatto. Wie uns von einem Leser unseres
Blattes mitgeteilt wird, existiert von dem Werke Luzattos
,,MeBillat Jescharim" eine deutsche Uebersetzung nicht nur
von I. Wohlgemuth (,,Weg der Frommen", 1906), wie in
unserer Rubril ,,Gestalten jildischer Vergangenheit" in Nr.63
angegeben war, sondern auch von Oskar Sachariasoh n.
und zwar in einer Ausgabe des Werkes im Verlag von Osias
Geyers Buchhandlung, Budapest, 1906.
Vom Gesamtarchiv. Die in Nr. 74 auf der Seite fiber
,,Sefer Sikaron" gezeigten Bilddokumente wurden uns vom
Gesamtarchiv der Juden in Deutschland, Berlin N, Oranien-
burger Str. 29, zur Verfilgung gestellt.





Die jiidischen Feiertage im Jahre 5699





JODISCHE RUNDSCHAU


Nr. 76/77. 23. IX. 1938


ilu7 3h'llni r1yn3

alien Lesern und Freunden in Berlin,
im Reich, im Ausland, in Erez Jisrael


JUDISCHE RUNDSCHAU

Redaktion,Verlag und
Anzeigen-Verwaltung


zu rosch-haschana
gratulieren sie

auf gliickwunsch-telegrammen

des keren kajemeth lejisrael
erhlItltch Im western:
anzeigenannahme der jidischen rundschau, meinekestrafe 10; buchhandlung sztejnberg und sales, pestalozzistrage 14/15;
buchhandlung kedem, dahlmannstrale 8
In zentrnm
buchhandlung gonzer, oranienburger straBe 26; buchhandlung sales, grenadierstraBe 30; buchhandlung poppelauer, neue
friedrichstraBe 59; buchhandlung boas nachf., neue friedrichstraie 69.


Die herzlichsten Glickwiinsche allen Mit-
arbeiterinnen u. Freunden zum Jahreswechsel

Frauen-Arbeitsgemeinschaft fur Palestina


unseren verehrten Kunden und Freunden
Siegmund SandelowsKt / Hans Wedell
Inhaber der Firma Max Peters
- Holz- und Kohlengrofhandlung .
Berlln-Charlottenburg 4, WlelandstraBe 33,


Allen Freunden und werten Gisten rufe id zu l

Henny Schmuckler
Frelburg 1. Br. Pension Libanon


Allen Gfsten und Freunden herzlichst

Hotel Kihler- Stern
Baden-Baden t fribher genannt ,,Tannhiuser"

Allen Freunden, Bekannten und werten Kunden
113 I fl V 5 wiinscht
Josef Luster, Mineralwasserfabrik
Berlin N 58, Weifenburger Strafe 29

Wir winschen unsern Freunden und Bekannten
in Palistina und in der Galut alles Gute zu 31W Vlt'I
Ruth NuBbaum
Rabbiner Dr. Max NuBbaum


Unserer werten Kundschaft, Verwandten
und Freunden wanschen wir herzichst


Gebr. Riebenfeld
Berlin, Alexanderstrale 30


AVG
Joachimsthaler Str. 22/23


JOdische Gaststatte Sellg moritz
Berlin S, Kommandantenstr. 44a (Nihe Kulturbund)
Tel. 672764
winscht allen Gaten ein gesundes Neues Jahr b ,V7
L y


Meinen verehrten Kunden uand Bekannten wfinscht eia

Max Weissler
Pelzmodellhaus
BERLIN W nur KLEISTSTRASSE 12


Unseren FrOundeilu. oonniern
herzlichst

,,ISU PA"
Israelitische Suppenanstalt e. V.
Frankfurt a. M., Theobald Christ-Str. s


f

h


Allen Kunden und Freunden
die herzlidisten Neujalrswiinsche
JAC OB W. ROSEN
i" BERLIN SW68, PRINZENSTRASSE 23
.. v MNhgarne und Leinenzwirne


Allen unseren Verwandten und Freunden herzliche Glfcl. '
witnsche zum Jahreswechsel
Fritz and Regina Hirschweh, c/o. WallUisch
351 Van Brunt Street, Brooklyn, N. Y. i


.............................................. -


Allen unseren w. Gisten, Freunden u. Verwandten wtinschen
wir ein glickliches neues Jahr.
Adolf Veit u. Frau
Berlin W, Kurflirstendamm 22
Veil's NHlta- und Abendlisch
'1 y 3 unter Aufsicht der Kaschr.- Kommission


Herzliche Glickwiinsche zum Jahreswechsel allen Verwandten
und Bekannten
Familien Heigrich und Michael Weiss
W15, Darmstlidter Str. 3 Chlbg., Droyaenstr. 18


ESBRILLEN
OPTIKER FALKEd.Cohen
Berlin C 2, Kdnigstr. 50
gegeniber Rathous
Lelca, Contaxetc.
Lieferant von Krankenkassen.


piemarkn- FITZ Berlin,KufsteinerStr.6
rielmar"enl-Ues..1 FRITZ COUNl, R u f: 7 1 7 6 79
EUROPA grobe Auswahl, in best. Erhlt. UEBERSEE
ALFRED BRULL--
Schreibmaschinen fur BUro und Reise
Continental, Erika u. a. / Vorfibhrung und
Probe unverbindlich / Versand nach auBerhalb
Berlin-SchOneberg, Bamberger Str, 19. Tel. 26 08 79


G IS s Biromaschinen
G lob u Inhaber: MauruS L wy
Neue und wenig gebrauchte amerik. und andere
Relsemaschinen. Vorfilhrung villig unverbindlich
Versand auch nach auBerhalb
Laden: Hommadantenslr. 31 a gegenib. Kulturbundtheater
oO 1 -1706672_______


I,


ALFRED KRAWITZ
wiinscht seinen Kunden
=,:)n nnm mv








Festgeschenke Gold.Trauringe
Eig. Reparatur-Werkstatt. Neuanfertig.
Umarbeiten /GroBes Silberlager
am Bahnhof DablinnSir.1796
Chlenb^0alil25annstr.1o,


Meinen wereen Ggsten and Freunden
Sam Jahraswechsel die besten Iiinsche
Restaurant Halbreich
Berlin, Jerusalemer Sir. 26
Am Hausvogfeiplatz


Die Olivaermediz.-Drogerie
Inh.: Apotheker Fritz Beier
wiinscht ihren Kunden
Sein frohes neues Jahr


MAX RIEGEL
p Pariser Str. 28-29
925567. Lieferant
d. Krankenkassen.
Mitgl.d.j. Hdw.-V.


HAUg- UND KOCHENGERATE
BERLIN C 2, KONIQSTR. 62b
Fernruf: 511389

SFur Auswanderer
'OBERHEMDEN UNTERWASCHE
SMeyer
Berlin, BrunnenslraLle 18
S (noben Schiihhaus Leiser)


Schuh-'Moser
Berlin W 30, Martin-Luther-Str. 3


f FuirA swanderer m
I S C UHE von ,,Kcralle"
S osenthal I
Berlin, Invalidenstr. 140
S chuh-Quele
ARTHUR LEYDE
An der Spandauer BrUcke 12 (a. Bhf. Borse)


LANDESHUTED LEINEN*U.GEBILDWEE QEI
F.V. G 0 N F E L D
BERLIN W LEIPZIGER STD. 20/22
KUKIFOHSTENDAMM 227
KOLN HOHE STir, 77/ 79


Nach wie vor


KARLSBADER KONDITOREI
MORITZ DOBRIN
Kurfirstendamm 202 BER IN Alexander


rstraBe 54


empfiehlt zu den Feiertagen
Butter- und Wasserbarches
Torten Saimtl.Wiener Kuchen-Spezialitaiten
Stolen Honigkuchen Baumkuchen
Feinste Pralinen eigener Herstellung .'. Versand von Aus-
landspickchen sorgfiltigst .*. Bestellungsannahme: Ruf 515811
Meinen verehrien Kunden, Giisten und Freunden wiinsche
ich ein glickliches ,,Neues Jahr" Morit z Dob rin







K okS H'fir Zentralheizungen
S sowie Brennmaterialien aller Art

,. Max FinKelstein
Sammelnummer
9714 75 Halensee, NestorstraBe 2



MOBEL
KAMERLING Meine Damen
N, Kastanienallee 56 f
Ueb. 30 j]hr. Bestehen /


x GOnter Mamlok 5
Steinkohlen Koks Briketts
Berlin-Halensee, Eisenzahnstr. 66
Ruf: 974941, Nachtruf: 974942 Beste Qualitlt, fachm. Beratung

Nalia--Carmel
Mutter eines 10ifhrigen Kindes, pidagogisch erfahren, nimmt
zurt Mif- rz.ehung noch 1-2 Kinder auf. Hausliche Um-
ga.,_ che hebriisch. Nachhilfe bei Schularbeiten. Arzt
und Biram-Schule in unmittelbarer Nihe. Referenz: Landschul-
heim Herrlingen b. Ulm a. d. Donau und in Haifa auf Wunsch.
Frau Elisabeth Herz, Muschli-Colonie, Haus Stillermann


Kaufhaus Felix Richter
Seit 1906 g Neuk6 I I n
Inh. Adolf Borowski HermannstraBe Nr. 161


ADIOVERTRIEB RECORD
SALOMON ZUCKERMANN, BERLIN
KurfUirstendamm 14-15
I. Etaqe, an der Joachimsthaler Stroae
MotzstraBe 17 (Laden)
6 roBe Auswahl neuesterModelle
sowie bill. preisfreie Superhets / Heimvorfehrung
Antennenbau / Reparaturen / KDhlschranke
Ruf: 91 66 26

A uswanderer-Ausstattungen

nur von M.Weinheber, Fiirth i.B.
HindenburgstraBe 3-5
Spezialhaus ffir Gardinen, Wische-Ausstattungen u. Kleider-
stoffe. Eigene Herstellung von handgearb. Bett- u. Tischwische


Seite 10


.................................................... ............._....................


Margraf & Co., Juwelen Gold Silber
G.M.B.H. Die schbnsten Geschenkartikel in reichster Auswahl / Auch Ankauf RUF: 249411
BERLIN W, UNTER DEN LINDEN 65 Laden im Hotel Bristol / TAUENTZIENSTR. 18 a EckeNmrnbergerStr.. Dortiml.Stock auch EN G ROSABTEI LUNG


umemq


- ,IL --- '^\


,,................== ..,.,.=.................... .....= ....,.=,= .......~n............ . H.


oil -


I





Nr. 76/77, 23. IX. 1938


JUDISCHE RUNDSCHAU


Statt Ka
RUT PO8
HANS EGBER
VERL 0
BERLIN W1 62
Courbierestrafle 7
MELBOU
General post office,


.Oppeln 0/S.


Thea Goli
Kurt Tic
Verlob
Rausch-ha-Scho


Race Fei
Philipp Ros
Verlob
Leipzig
PromenadenstraBe 9


Statt Kartenl Ilse St
Ernst Neu
Verlob
Tel-Aviv / Roach
62 Rechov Reines
Fulda, Karlstr. 6 Bin.-WI


Hex
Mai

Berlin W 30
Bamberger Sir. 47


rta Got
rtin Ban
Verlob


Eva Re
Jacob Man
Verlob
r wt .aM. September
E~--w- -r.---------E-
Statt Karti Lotte Lades
Werner Li


Ssn Ysachar Kamnetzk Von der Relse zurilck:
E Line Kamnetzki h. Nathan LEO ROSENBLUM W illy Friedlander

T PETZALL 23. epta.siaotse938 h.M astantlich gepriifter Dentist JUWELEN, GOLD- UND SILBERWAREN
BTE Beth Blechmann DORTMUND, Weslenhellweg 62 Reoaraturan Ankauf Umar beitungen
SRuf: 222 23
BERLIN W ao Ab Oktober prak erBerlin W 50, Tauentzlenstr. 9 Ruf: 24 80 90
Hohenstaufenstrafie s Josef Golz arlin W, U hlanstr. 163
IRNE Liselotte Golz gab. Herz Brlin W. unanstP. 163--
poste restante Vermhlite Rut: 92 24 23
Chemntz, Planttastr. 37emer 1938 Frankfurt a. M Dr. Hugo L insohn R id ard Blum

dmann 26 Elul 5698 Dental-GroBhandlung
hauer D E LLAK U R ::':: Kostime M&ntel Kleider Pelza
)to Wir babon geheiratet Berlin W, Tauentzienstrale 10 Mafanferfigung in vornehmster Ausfhrung
no h5699 NeIs O/S. Alfred Boas Lieferung aller Dentalwaren i
-Renny Boas gab. Strapp Auswanderer-Beratung Berlin | Kurfirstcndamm S4 / Ruf: 910931
Bad Hamzburg Gotha -- Neu-Einrichtungen Berlin W154 uf: 910937
i Kiriat Motskln b. Haifa 13. Sept. 1938
s e.erg Arzthaushalt s..
;en erg -Fellari.
to Die glickliche Geburt ibrer Tochter CIRla-.velyne zelgen ffir nervenleid. Planislen und direct vo
Mannheim in dankbarer Freude an sehr Ifichilge Hausdame geaudt. Herstell
Richard Wagner-Straie 72 Leo Cohn und Frau Betty gab. Fischer Ang.u.W812anAnz.-Abt.d.J.R., Bln.W15 nmodlsdl
Berlin-Sch8neber., den 21. September 1938 AdVUokt or. szpmon Gottesman r' Ii tina
Innsbrudcer Str. 5 z. Zt. Bavaria.Klinik, Miinchener Str. 49 J. E a g
mann ilbernimmt simtliche Rechtavertretungen vor
te I allen polnischen Beh6rden, Beschaffung von It Perslanermantel
Haschanah Die glflcklche Geburt ones gesunden Stamm halters Dokumenten, Staatsangeh5righeits-Angele-
82 Rechov King Georg zolgen hocherfrout an genheiten usw. Zu den Anfragen beilege Berlin W Nerze
llmered., Badensche Str. 35 international Postwertzeiehen.
friber Pyritx L Pom. S. Brpnder und Frau Rost Kurf0rstendamm 38-39 jetzt billtgst
Milano 17.September 1938 geb. Siebzehner Kleider Blusen KostOme TauentzlenstraBe 9 ebr. Auster
tsc1hanlk / Hoe-MAntel .Ruf 915121 LothringerStr.77,Te. 4287T6
ndmann 1111'
to Die Geburt eine T5chterchenA zeigen hocherfrout an a Sto pf dinn IB 88 n han
Berlin-Charlottenburg Max Rosenstein und Frau Rosi Rneine Seide le1s Rrew AiWiw.H
Grolmanstr. 29 gob. Smolensky hauchdfin IBB. . . 1. I Neuanfertigung Umarbeitung
__ Berlino30 Berlin Garnitur, Gr. 42-48 0 Bernhard Strum, Charlottenburg
MotastraBe 41 GrunewaldtraBae 46 Interlock gepunlct ..... W Droyseanstrafe 5 / Ruf: 970620
ich ---Neben dem Bayerlschan Plalz Wilder, Bin. W50, Augsburger Str. 21
t S Die rfr nd ramtioh Nuoh5pfung R Klelderlabrik ,,REKORD
r1938 oSa } Old enghish lavender Sehr geschmackvoll digr Br pnsch Rch Kle Mnt
FAIRPLAY und gapanlcht teuer. SuhverstlIndiger 9wr polnisehes Reehit Kelder Mgntel
FA. I R PL AY unWd g apr nicht teWuer. Delmetsecher der polaischen Sprache Billig e Pr else
In allen. einschlglgen Gteschaften erhAltlloh -
nburger Paitmrl-Import H. PASTOR, BrlinWis- Berlin W 15 FERNSPRECHER: 52 03 77
tuebke 8* Kurfdrstendamun 48/49 Tel.: 910373


LVerlobte
Milnchen, Tengstr. 32 Ha
New York (City), 648 West Ri
160. Street Apt. 32 161


MARGOT LIPPMAN


z. Alt. London Nth Fr. 3cob
19 Lawn Road -

,r Die Verlobgans waemr Kim
MARGOT nnd GEOI
feben wir hlermit bekane
Alffon* Rosenthal u. Fran Jacob
Hlde gob. Moses Tachar
Haifa-. iryat Biallk
Roach Hadchanah 5699


Wir haben usa verlobt
Judith Egert-Schwimmer
Jules Wolff
Berlin C2 Berin-Grunewald
Ropenthaler Str. 40.41 Hagenslr. 34
Im September 1938


Dir HANS BACH
SUGSE BACH-MICHAEL
geb. FLEISCHHACKER
zeigen ihre Vermahlung an.
Berlin-Wilmersdorf, Ballenstedter StraSe 15a


amburg, J.straBe JUWELEN GOLD SILBER D) m Juwelier St S ||US Ldo geiellt
chmnd (Virg.) etcke echt Slber verb. Elegant Kelder Ankauf von Brillanten, Gold -
4 Hanover Ave. Trouringe l Spo t/chmlttag /Abend Silber Ahk. 0. 11/48541 Patent fur Palfstina sofort abzugebeo
------CUhren Sport/Nachmittag /Abend TRIS M B
pow, 0 15 BERLIN W o50 LIpowetzki Berlin, Schwedter StraBe 20
,., l1 ^^tfi~tA&B P 1 STS^ Nornberger StraBS 46 Berlin W 8, FrIedrichstrale 193a Berlin, Schwedter Stra
IN OS"ft T Y, Frnufs,248442 (Eck.Lgli,8 BtFe) fir Auswandcrr
R6 An.- undVerkauf Fenmpreoeur 124839 24 84l

BRESLAU 13 2ius Prvatbeitz ECHTES Sw-d I Leinensakkos
OplAUs3ra B 16, 48449s aLB Rerer tilar Hern un"d Damen, Ko lektfn Rawuflr
JILBE1 besonders billig (evot. en bloo)
Si Uhren, Gold- und S1 M. BALOGH
seI Silberwagroe n billigst eina C2, Kaier-Wilhetlm-Str.
7Ilnoa G olegenhelton a&-Privatbesitz Einsetzen Tesed.
ude nmnn lUmuonu KlReparaturen Neuarbellen l lberte ro fefer Auffrben von'
E Sl a a"er KImmemgasse7"r 7llKOn' Em _e_ Lschleiacm Ol
RGE Umesiedce Kilngen Ledirmobein..bII
,t Juwelen Uhren Gold- u. Sllberwaren Sta__ub-- AU alaumObed l
St beziige Schlaf-und Tbchterzimmor
Plotin a. Fra JULIUS ENGLRNDER ADOLF NDER DIelen- und Stlmitbel
PIe n a SrrnIe,.f- und Tachterzimmor
raoeab. Krawet Ankauf / Berlin W, Kleiststr. 23 / Verkaul cou6cheundalchrterlnkbel
J' BGoldschmiede-WarktBatt Im Hue Berlin, Oranienstr. 183 Ir BRLN uRLIN 62 relus, Chibg., Grolmanstr. I
il-- t' H1ohbahnhoe Kibuser Toe r rsce Anrf: 915388
---1 8i HOCtH *h __Frb:T,_;_RMS__R-__TR. 8 HOCH_ PAR_
il nA sta~nf Sdilbgean,..59Blntmu&,PerlensFarb- son BiIh unmodornes Silber, dai-IWIVENSERG-Pk) TE 25 63.4
FprlillantleHin-Ank stains, S11bergewmst~mdo .Her . .... .... n.w--t hot. urn... bettn


Platin, Uhren, Pfandschelne. Kaufe pgroe u. kL Oblakti. Sofor. eur-ac, .- ... .. ur- mewr u
tige Barbezahlung. AswiLrt. Sndungen warden prompt erledilt.*
EHRLICH, Berlin so50, Tauontzionstr. 14, hpt. BRILLAITER-AHNAUF
(Stillerhaus) Ruf: 243271 (Auch Verkauf) IN JED. GROSSE DAUERND GESUCHT
BARGELD FOR GOLOUHREN / BOLDKETTEN
GOLOARMBANDER / BOLDRIN8E / ALTOOLD
MO BEL- KIW I -- -ZAHNOLD PLATING N ,/SILBERGEGENSTANDE
J0- JORDAN, BLN.-CHARLBG.2
ChausseestraBe 60 JOACHIMSTHALER STL. 7, I. ETAE. 1/57625
U-Bahn Schwartzkopffstrafie
Telefant 41 2230 -
* lieern gut and billig
za gfinstigen Bedingungen
Herren-, Speise- u.Schlafzimmer If 1 iw
in allen Holz- und Stilarten Taueniticensir. 11 Joaddim


* Grof#e Auswahl Auswanderer-Mbel


Dr. Moses Blaufeld
Erna Blaufeld gab. Hauser
Vermlhlte


SBerlin


SWr habea geheiratet
Willi Frenkel
Lotte Frenkel
Agob. Mayer
Tel-Ariv Im Septe


SStattKar


Berlin N
Solinger


rten
WIr hbbea rehelratt


Leo Michel Weiss
Liesi Weiss gb. Rohrbacher
NW 87 Gppingen I. Wttbf.
Str. 11 Gartenstr. 31
September 1938


Alice Meyer pb. Natha n
Vermabite
Call Colunmblean Hochneaklrch
KIln, Horst-Wesel-Plats 1011

Statt Karteal
Wir habea am 19. Septemberw1938 gehalratet
Alfred Pelz
Rosa Pelz gob. Flaumenhaft
"amaaam Berlin N 4
Ahl toen Street or.Hamburger 38S
Abmau~n e Heu


MenchenJh i e n



Berliner Verkaufsstellen:
Leipziger Str. (Ecke Jerusalemer Sir.) 51
mber 1938 Tauentzienstr. 6 (gegenfiber Ka de We) 24
Turmstr. 40 (n. Oldenburger Str.) (35
Knitr. 6a (Ecke Poststr.) 51
I Wilmersdorfer Sr. 132 (n. Bismarckstr.) 31


gule p weteMbIl


sthaler-Sir. 30


Einkauf fUr Auswanderer
In W&sebe, Blauan, Handsahuhen in den bekannt
guten Qualltten


3629


136 29


Betten Wsche
KAUFHAUS LEO BRY
Friedenau Lauterplatz
Aussteuern Gardinen
Aufarbeitung von Daunendecken


478897
55595) le 9
13629 AlexandeP GUhIRIn
!3428 t40j
.,L I wKurfflrstendamm 52 / S914642


MOnchen Theatinerstr. 35
Komplette Wische-Ausstattungen
auch fUr Uebersee.
Lassen Sis sIch unverbindlich
unsere Vorschlage un.terbreiten
Modeneuheiten, Seiden-
stoffe, Blusen, Pullover
StrOmpfe, Unterziehwdsche, Morgenr8cke


HANDGESTRI'CKTE KLEIDER
PULLOVER / MANTEL NACH MASS
LEONIE SPRINZ
Bln.-Charlottenburg, Leibnizatr. 4 Anmeldg. erbet. 301631
. Imm o


Selbstindigkllt tor Auswanderne
durch Erlemen der Klielderpflege, Entflecken, BIie n.
Herald, Berlin-Halensee, Albrecht-Achilles-Str. 9. Tel. 97 442


Friedricnstr. 159 (n. hunter a. Linden) 51 36o w a .... -. . -r8- REINI.EN ENTF LE KE "
Schinhauser Allee 107 (n. U.Bahnhof) (445395) Oardinen / MNbelstoffe Mach DI ig *t E nI OTel-PolECKE
S0ach Dr ruh Auto-,IUDheI-Polsterreligi.
-I-i nDauncndeden / BcitwAsdic einen Fle Annahmestell e ir
Irma chem. RelinIgunu
SAntertigung va. Umnarbeling wen Damnandeaken B lumann Berlin Halensee, Cicerostr. 14
CStrU rmpfea iStrickwaren | ....n u mr>...g D d n bring ihn weg Ruf: 9734 21. Abhol.fr. Haas
SWTIWasche Handschuhe
GrBfte Auswahl fOr Auswanderer SC U HU E APrLit II PI alllstna-
BERLIN-SCHONEBERG BERLIN-FRIEDENAU Z If A .SpLow'tr AusrUstungen
Grunewaldstr. 56 Rheinstroafe 19 Palatin d Bern-Carlottenbg. al
IB Tel. 71 3813 Te..85383 Berlin- Charlottenbg. I. Chbluzim u.Tourisltn
Tel. 88 3813 -c U b r0es Kaiaer.rriedrich.Strafe 50a Sport. und Berufs-
lam a3yer. Platz Grtlnbwaldstrale 4 / Ruft 261933 I Tel.: 312021 / Laden und LEtdge bekleldung Jeder Art


aet anaa sims asheneaswrte S=. Spez. Umarbeitungen
snerprelswrterWohaenos-Einrichtungen praktisch, elegant und prolewert
seit 1885 and Auswanderer-MIbel MARTIN ADAM, Innenarchitekt, BERLIN W 50
Ruf: 52 34 58 Berlin C2, Neue K5nigstr. Austellung: Tauantzionstr.e(Fahra.)
AM ALEXANDERPLATZ O3 Ref: 244918. ImArnold-MnIIer.Haus


Seite 1'


.5


.0


--I


I- 2


ii.r


11i






JODISCHE RUNDSCHAO


Nr. 76/77, 23. IX 1938


Ein pl6tzlicher Tod entrif uns am 10. September 1938 in Stockholm, Herrn

Moritz Hirschfeldt
Kaufmann in Lyck
im Alter von 56 Jahren.
Nahezu 25 Jahre hat der Verstorbene als Vorstand selbstlos und vorbildlich
unsere Kehillah gefiihrt.
Ausgezeichnet mit einem lauteren Charakter, einem groBen jiidischen Wissen
und standigem Bereitsein zu wohltitiger Hilfe, erfiillt von heiller Liebe zu
seinem Judentum, hat er aufs tiefste die gegenwartige Tragik seines Volkes
empfunden. An ihr zerbrach er.
Ein jfidischer Patriot, ein stolzer Jude ist mit ihm dahingegangen.
Wir werden diesem hervorragenden Manne allzeit ein ehrendes Andenken
bewahren.
LYCK, den 18. 9. 1938 KREIS-SYNAGOGENGEMEINDE, LYCK
% Israel Kaulbars


Am 16. September 1938verschied nachschwerer
Krankheit im Alter von 41 Jahren in New
York mein innigstgeliebter Mann, unser lieber
guter Vater, Sohn, Schwiegersohn und Bruder

Dr. Hans Zacharias
In tiefer Trauer
Anita Zacharias, geb. Reichenbach
Dr. Max Zacharias und Frau
geb. Ginzherg
Hermann Reichenbach und Frau
geb. Benjamin
Alfons Liebenthal und Frau
geb. Zacharias
3utta und Steffen Zacharias
Hamburg, New York, Amsterdam, Den Haag



Ein sanfter Tod erliste meinen lieben Mann, meinen
gaten Vater, unseren Bruder, Schwager und Onkel
Gustav Tobias
von seinem langen Leiden.
Friederike Tobias geb. Ring
Fritz Tobias
Berlin-Charlbg., Linden Allee 26 Paris
den 19. September 1938


Nach langem Leiden verstarb unsere liebe Mutter, Schwieger-
mutter und Gro8mutter
Rosalie Cahn van Raalte
im Alter von 69 Jahren.


Ida Freund geb. Cahn
Dr. R. Freund
Elli Cahn


Am 21. September 1938 vershlied plo5tlich ind unerwartet
main geliebte Frau, unsure liebe Mutter, Schwiegermutter,
Grofmutter, Sdiwester, Schwigerit, Tante urid'Nichte,Fra;i

HedwigI Katz
geb. Brann
im Alter von 57 Jabren.


Beuthen O/S.
Gymnasialstrafe 13


Im Namen aller Hinterbliebenen
Arnold Katz


Heute entschlief nanch kurzem schweren Leiden mein ge
liebter Mann, mein herzensguter, .treusorgender Vate
unser lieber Schwager und Onkel, der
Rechtsanwalt
Moritz Markowitz
im Alter von fast 62 Jahren.


Im Namen der Hinterbliebene
Elly Markowitz geb. Frank
Hans Markowitz


D_..Au.__ lo


Gartenstr. 17, den 20. September 1938


Am 19. August starb mein geliebter Mann,
iunser guter Vater
Hans Hoeniger
kurz vor Vollendung seines 70. Lebensjahres.
In unermiidlicher Pflichterffillung und treuer
Sorge um die Seinen field er einem Attentat
zum Opfer. Wir sahen ihn nicht wieder.
Frau Frida Hoeniger u. T8chter
Gerda und Hanna
Petach-Tikwah, August 1938
P. 0. B. 66


Am Montag, dem 19. September (23. Elul), starb im
84. Lebensjahre in Amsterdam unser geliebter Vater
and Grofvater

3acob Spiro
,. Georg Spiro und Elsbeth-geb. Landauer
Eva Jacobsohn geb. Spiro
Fritz Jacobsohn
Dina Graupe geb. Shiro '
Max Graupe '
.u n. d 7 Enketkinder
Amsterdam, Valeriusstr. 137. Ramat Ban


Fir die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hin-
scheiden unseres lieben Mannes und Vaters, Herrn
Nathan Gronberg -M
meiinme' 'wir Veranlassung, auf diesem Wege unsoren herz-
lichsten Dank auszusprechen.
Minna'GrUnberg, Harry Grllnberg, Alfred GrUnberg
Bremensm.i Elul 5698 / September 1938. n-mi,


die Feiertage


Geschenke Lichte
olivaerNeedicinal-brogerle
,M, Inh.: Apotheker Fritz Beier
i oBerlin W, oiivaer Platz 2 / Ruf: 928039

ALTMAHHNN & GERSOH Blumen l____i_ __A___ie__ -___
0 rabdenmler, ErmlDe fgrabnisse v on GERSONegeeS u
BERLIN W 1i
Am Jildischen Friedhof, Weifiense Meinekestrafie 2 C.. Tmie .
LothrinzenstraBe 23 Tel.: 56 3154 Telefon: 913448 4 re a 6nttgI .A
e- Blumenspenden
r, Hutumarbtg. / Neuanfertigung in ale Wlel, 73' Y-"
fachgemil und preiswert spex. Palistfna
SUSANNE BLUMENTHAL
SPutzmachermeisterin I lalSnagogen ilig B C
Bln.w15,Uhlandst.40-4Gths.r.Aufg.hp.l. Iebelbicheri. ale S agoo Billige Koffer
JQdische Llteratur / RItuallen Schrank-, Schiff-, Leder-, Handk. Engros- u.
IKUn sCl6s top r f 6f-Wssl n" Preisliste bitte zu verlangen Einzelverk.Schiller, Bn.,Ritterstr.88/17 31 93
frir alie Webarten m 0npeiauer Jdischer Buchverlag
n Chemisc Reinigen Firben i a und Buchvertrieb errenstoffe
Laufmashenreparaturen und Berlin C 2, Neue Friearichstr. 59 Damenstoffe / Beste Qualitaten
S .. as.chineIl Stopfen Fern.precher: 412555 M. K h I. Berlin. Knistr. 68


II
,\


Am 18. September 1938 verschied nach schwerem Leiden
mine geliebto Mutter, unaers teure Schwigerin und
Freundin, Frau
G"rtrud Rothstein geb. Sch.fer


Bukarest


Im Namen der Hinterbliebene;
Erich RothStein


Am 22. September 1938 starb plotz,
lich und unerwartet an Herzschlag
mein innigstgeliebter Mann, unser
herzensguter Vater, Schwiegervater,
Groflvater, Bruder und Onkel, der
Apotheker


Adolf Boas
im Alter von 61 Jahren.

In tiefster Trauer
Elsa Boas geb. Mottek
Ruth Wertheim geb. Boas
Dr. Siegfried Wertheim
Renate Wertheim
Gunda Benschner geb. Boas,
Kondolenzbesuche dankend verbeten


Am 21. September 1938 verschied nach langem Leiden mein
lieber Mann, unser guter Vater und GroBvnter
Adolf May
im Alter von 63 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen
Berlln-Sch5neberg Rosalie May geb. Kahn
Beisetzung: Sonntag, den 25. September 1938, 10 Uhr,
Weiflensee. Neu Halle


Trauer-Anzelgen
fiir unsere Zeitung kinnen bis
Montag bezw.Donnerstag
13 Uhr (in besonders eiligen Fiillen
sogar telephonisch Ruf 919031
bi, 16 Uhr) aufgegeben, werden.

JUdische Rundschau


lebetbocher /Festgeschenl
N 62, Wormser Strahe Sc, am Wlttenbergplatz ,, Ruf 247

GERHARD FUCH


Herrenartlkel I Merrenhdte
Herrenbekleldung

n-dreas Club
1) Friedrichstr. 150, am Wintergarten
2) Friedrichstr.167, an der Behrenstr.
3) Andreasstr.48,an d.Gr. Frankfurter


Annie Saul
Schneidermeisterin


Anfertigung von eleganten Damenkleidern


Fernrmf.
714412


Berlin W, lNurnberger Str. 3 / 24 134
Pianos, FlUgel,.Spez.-Instrumente
fir Auswanderer
Klavierstimmen, Tonveredeln,
ladio, Akkordions, Schallplatten (auch ild.)
.ouis Zander, Berlin, Alt-Moabit 86 c. 398363



Reparaturen Antennen


USA.. und Obersee Adressen
1938 iefert 1939 O Ihr Fensterputzer
Internationales Adressen-Bfiro far Geschift u. Privat Gegr.1927
Wlen 1, Sonnenfelngasse 17 _Ernst Sachs Prenzlauer Allee 45 53 6 023
UNSERE 5 IN BERLIN Danendecken

tf. IB UROTE Steppdecken, ne nAufarbeitungen, sp.
-i l--'l ill=t SP EZIALWERKSTATT
KURFURSTENDAMM 211 Berlin C, Klosterstrale 3 Ruf: 410423
uiT -. TE Chemisch Relnigen e
nl-el Z&411-- :41:111 Firben / Kunstatopfen / Rapid-Entfle &erol


W Kurf0rstendamm 150 FRIEDRICHSTRASSE 154 Kaminski & Hassan, Meinekestrabe4
Ruf 89737'00 a ., Tl.9162'68 /Lieferung, AbholungfrelHa..

I/pIK4Ira"0' |Pdem ___ ____DAUNENDECKUN
Verrand i" n 080he SAARLAND-STRASSE119

if. wurstwaren =
it. Wr.t -ai- enBETTEN AMLOR
ur erste Qualitten! WILMERSDORFER STR.127d FRANKFURTER ALLEE 25S
Riucherwurst Y kg RM 1.50
dto.Fettwurst Y kg RM 1.70 Umarleitungen l Ausstattungen
Leberwurst 'Y kg RM 1.60 g BH l4-U-T E Fachm. Beratg. u110 Federreinigung
Salami, Cervelat 2kkg RM 1.70 Reparaturena.PatentFederbldsn l.H1ase
Bockwtrstchen Y2 kg M 1.10i
(zum Warmmachen) SCHUNHApJSER ALLEE 113
.ere Preise ab Breslau Nacnahme ... .. Pharmaz. Priparate
miche rast-G lDel *ons-.Polsterarbeite P
ort. ln l piCouche K o s m e t i k a:
g11nse Enton Hfhner La d iuh s
Sort..el Wurnt Versan nr 0..Kronfed, Ldwigkirdtstr.9 Gum m arti ke
e ,(a.-d-vUhlandti.) /Ru : 92 5-19 Gummiartikel
E.rPelScllm6Pr ur Qualiitsarbeit/ Erste Referenzen Taschen-Apotheken fOrAuswanderer
Volks-u.LandwirtschaftsbedarfG.m.b.H.i.L. Auf 0 hrun g mtl lohr Dr. Georg Rosenberger
BRESLAU 5, Gartenstr.38 Ruf 55060 Malerarbeiten Breslau Forkenbeckstra
H. Jonassohln, XantenerStr. 18, Tel. 922973 Fernsprecher 23978



Zu den Feiertagen A B filr
Si0erwar8Pr, PN Ez FruCillmonadeo P l stina-Interessente
laturbrunnen, Apfelsaft, Traubensaft, Biere. S a-I e SS te
Liefere auch an Privat frei Haus
Josef Luster, Berlin N 58 Lesen Sie die Veroffentlihzungen
Welnurger StraBe 29 Ruf: 451818 des Paldstina-Amtes Berlin
SCHOKOLADEN ALITAI
Pickchen-Versand, Marzian, Kakao A
Geschwister Saomon (8. Auflage), Informationen fiir Palitstina-
Bln.,Trautenaustr.24,a.Prager Pl. 87 40 97 Auswanderer (mit fiinffarbiger Palstina-
. Karte), 180 Seiten Grofiformat
Welne. 1 k6 r e Prei.RM 1.


|O | Honfitnren, Dellhalessen I
H Spunbergo
S Grunewrldstrafie SO |
Nihe Bayer.PI. 26 33 24
n-u. au- WEINE 1
indisahe
a Doppelmeth, eigene Fabrikation, liefrt zu
Engrosproeisn WOLF BRAND, BERLIN N 54,
GrenadierstraBe 20. Rtf: 41:71 52
J. Aufs. d. Kaschrutl-Komm. d. jid. Gem. Bin.
Gleichzeitig allen w. Bekannten und Kunden

Die Iteste GroSgrasge
am Fehrbelhlner Platz
Mannheimer StraBe 34 / Ruf 86 68 01
inh.: J. Kopelmann
Autopenslon
rankstelle / Abschmierdienst / Werkstatt


AN- UND VERKAUF,.


Briefmarken
Ankauf Verkauf
Senden Sie hre Winsdhe an
Julius Llllenthal
Charlottenburg, Roscherstrale 13
Warenliger, Restbestinde
in Textilwaren, sowie Konfektion- u. Schuh-
waren'kauft Kasse S. JA K O BOW I C Z,
Berlin, Kiiser-Wilhelm-Str. 4. Ruf- 524073
FuShlodenbelige
VelourB Bo.neld Linoleum.
kauft Brinitzer .Ruf: 863840


KAUFEO
aen o ortie Kass Restbestind e in
Manufakturwaren, Konfektion, Wollwaren
und Trikotagen, auch d anzs I resli r


Frank, Blelefeld, a 1 .


Perserteppichi
Mibel, Fligel, Piano
kauft Herbatgr, Augs
burger Str. 56, 24857



Anzeigen wegen
ANKAU I
VERKAU I
.gehbren in die
Jldlache Raundschai


Herrenzimmer.EBzimmer Eeg.KOd en-U
- erstklassig, wegen Wirtschafts- Auflosung SchIf-u. Speisezimm.,
F8 verkauft preiswert 69 01 49 Stilmlbel, Persertep.
piche, Deutschteppicbe
DnilialmDiinn etc. Reicher, Krumme
Prival-B UrP Str.6o0. Ru 3 o 02
Einrichtung, Tische, Schrinke, Schreibmasch.
usw. zu verkaufen. 16 76 21 Persertepp.. Perserbr.,
bess. M6bel, Porzellan.
Europa,lltdeutschl..Kolonien, Ueoersee sa..en, Soeiseservice
Rarititen verkauft sehr preiswert sucht R OS N E R
F Cart Rosenthal, 961619, Sybelstr. 54 Grolmanstr. 32. 913418
F ut er ene Reiseoler Ankauf,Verkauf
zu verkaufen. Telefon: 242180. P a
-[Fl 4gel
SHerer, Courbire.
S esepie icii e strae 9a. d. Kleiststr.
I kauft SCHWA LBE, 717829 Ruf 25 27 27
n amA1 lipw Or -- K ..- .; 10 0-: fii ff


J _p~p~mp-X uninha-u~o .,ao S.-e T .u.... ..upieref *p..--i i
PKaut pe l6cTstzmnhaIIIC TEats.ggen Kasse I- N Fachmann. W 1seherei
e r ser- T opcheKrlsch, Korftrstandammi45 TEPPICHE An-und Verkauf BERLIN
AuCh.Verkaut an Private Ecks Bleibtr ustraUe.910951 W 50, Augsburger StraSa 43 / Fernsprecher: 26 51 19


Seftte 12


SrAmsterdam-Z., Euterpestr.71
Jerusaism


BRIUTH
Gesundheitsratgeher f. Palastina
60 Seiten Preis RM 0,60

Fiihrer durch das hebraische Schul- und
Erziehungswesen in' Palstiina
56 Seiten Preis RM 0,90
Durch die jfidischen Buchveririebe oder zuz gl.Porto durdc die
JUDISCHE RUNDSCHAU G. M. B.H.
Bc, hverag and Buchvertrieb
Berlin W 15, Meinekestr. 10 / Postsded&konto: 71576


Wenn Foto Elegant Tashden feiro

astkarten 1Xr
aBbilder r&L ZOBEL S A C K
hOlOlloplen a Boyrlscher
ReproilUonen lat 1 264719 Elegante
Spezialwerkstitte fur Photo-Kopien (
\ v. Dokumenten jeder Art
Faom. Urkunden, kaufm.
S 'T u. Auswandergs. Papier.
Auch auf Luftpo atpapler
Am Wittenbergplatz Sophie Jahlonski a i Y
BayreutherStr. 39. 25 36 89a lonski


mi


"


m li


%11


Berlln-SchBneberg
Akazienstrafis' 31







JODISCHE RUNDSCHAU


PALS STI NA- B LAT T


Nr. 76/77, 23. SEPT. 1938


Besorgnis und Trauer
Von unserem palastinensischen Korrespondenten
gl. Tel A w iw, 15. September 1938
Zum ersten Male seit dem Beginn der Unruhen kon-
zentrierte sich das Interesse in Palaistina in, diesen Tagen so
stark auf die international Situation, daB die lokalen Ereig-
nisse in den Hintergrund traten. Seit Tagen klingeln in den
Zeitungsredaktionen die Telephone, drangt man sich in Privat-
hiusern und in allen offentlichen Lokalen um die Radio-
apparate und nicht wie sonst wegen der Palastinaberichte,
sondern in gespanntester Beachtung des Weltbarometers.
In diesen Tagen der UngewiBheit erschien- die a ra-
bische Press e, die als Protest gegen die Neuordnung
der Nachrichten durch die Regierung gestreikt hatte, von
neuem. Die arabische Presse hat in diesen Monaten keinen
leichten Stand. Sie befindet sich, ebenso wi-e die gesamte
arabische Oeffentlichkeit, hunter dem Druck des arabischen
Terrors, der von ihr eine mehr oder weniger off.en-e Unter-
stiitzung verlangt, und mit dem Moment,. wo diese sei es
aus Ueberzeugung, sei es unter dem Eindruck der Regie-
rungsforderungen nicht gewihrt wird, eine schwere Be-
drohung der Redakteure bedeutet. Diese Presse bringt bei
ihrem Wiedererscheinen eine Rekapitulation dessen, was sich
in letter Zeit im Lande abgespielt hat, aber sie wendet sich
vor allem der europliischen Situation zu. Sie ruft England
ins Gediichtnis, daB Araber an den verschiedensten Stellen
der Imperiumswege wichtige Positionen besetzt halten, wo
ihre Freundschaft den Englindern. wichtig, ihre Feindschaft
ihnen unangen-ehm sein kann. Kaum je haben die Araber in
so offener Weise auf die Zusammenhiinge der palistinensi- -
sdien Ereignisse mit 'den allgemeinen politischen Entwick-
lungen hingewiesen.

Der gestrige Tag hat eine groBe Zahl von jfdischen
Und arabischen Op f er n gekostet auch das Militar hatte
einzelne Verluste. Zu dem Schmerz fiber das sich ausbrei-
tende Unglfick kam der Verlust einiger der besten Menschen,
die der Jischuw je besessen hat. Der Tod von Chajim St u r-
mann aus Ejn Charod, von Etkin aus Gewa, die Er-
mordung des bekannten Nervenarztes Dr. R os e n t h a 1 aus
Jerusalem haben einen erschiitternden Eindruck cim Jischuw ge-
macht. Sturmann und Etkin, beide alte Pioniere und Grinder
des Emek, sind mit der Siedlungsgeschichte der letzten
zwanzig Jahre aufs engste verbunden. Sturmann gehbrte zu
dem Typus der alten ,,Schomrim" und zu den Griindern von
Ejn Charod. Etkin war einer der Grfinder von Gewa. Beide
waren bekannt flr ihre Kenntnis des Landes, der arabischen
Sprache und Sitten. Beide haben sich viele Jahre .hindurch
umn die Schaffung von guten nachbarlichen Beziehungen
zwischen den neuen Siedlungen des Emek und der arabischen
Nachbard6rfer bemiiht. Sie hatten einen hervorragenden An-
teil an der Organisation und dem Wachstum ihrer Hei.mat-.
siedlungen. Seit die Unruhen ausbrachen, haben si-e all ihre
Kraft und Zeit der Verteidigung des Emek und der neuen
Kolonisationsgebiete in der Jordansenke gewidmet. Si-e waren
typisch fiir die vorbildli-che Art, in der unsere besten Men-
scihe-'ofine einen Tag der Ruhe, ohne AuBere Ehren und
ohne jeden Zwang Tag und Nacht fiir Arbeit und Ver-
"'eldigung bereit standen. Es liegt eine unermiefliche Tragik -
darin, daB diese Menschen auf einer ihrer Dienstfahrten
tiner Mine zum Opfer fallen.


Es gibt im neu-en Palistina sefr viel zu kritisieren. Und
gerade die Besten im Lande sind sich der bestehenden Miangel
simmer bewuBt gewesen uind haben sie freimiitig geriigt.
Immer wieder in den letzten schweren Jahren sind uns die
Fehler der Vergangenheit stark zum BewuBtsein gekommen.
Wir lernten mehr und mehr fiber Unterlassungssfiinden in der
Politik, iiberall trafen wir auf versiiumte wirtsdhaftliche Ge-
legenheiten, immer wieder wurde es uns deutlich, daB die
Juden auf der Welt eine groBe Chance, die ihnen gegeben
wurde, nicht in dem MaBe ausgenutzt haben, wie es m6g-
lich war. Aber gerade in den letzten schweren. Wochen, die
die Anarchie im Lande in einem MaBe zeigen, wie wir sie
nie filr m6glich gehalten hbitten, kommt auch die Z ~hig-
keit und die Festigkeit des Jischuw zu erstaun-
lichem Ausdruck. -Die Rube, mit der auch heute noch die
fiberall gefiihrlichen Wege befahren werden, ohne daB irgend
demand, weder Passagier oder Chauffeur, Aufsehens davon
macht; die fast stoische Ruhe, mit der di-e Nachrichten iber
neue Opfer aufgenommen werden, die doch alle einen groBen
Kreis der Angeh6rigen, Freunde und Bekan.nten aufs tiefste
treffen; die Selbstverstiindlichkeit, mit der Geschiifte und
alle Art von Arbeit weitergefiihrt werden, die Zdihigkeit, mit
der man der Panik die Tiiren verrammelt all das sind
Zeichen einer groBen und dabei ohne Demonstration ge-
fibten Entschlossenheit, die einen- tiefen Eindruck machen muB.
Die ansteigende Terrorwelle jedoch bedeutet eine War-
nun g an die Regierung. Es muB eine end gilltige Wen-
dun g. kommen, wenn ihr Prestige nicht ilbermaiBig verletzt
werden soil. In einem Lande, in, dem Regierungsbeamte in
ihrem Biiro erschossen werden, in dem .die Eisenbahnlini-e
von der Hauptstadt nach der Kilste eingestellt werden muB,
weil sie vor Terror nicht zu schiitzen ist, in dem eine kleine
an der Hauptchaussee liegende Stadt wie Ramleh Wochen
hindurch den Verkehr bedroht, muB die Stellung der Regierung
auf die Dauer unhaltbar werden. Die Engliinder haben western
neue Truppen in Haifa gelandet. Man hat mit grlBtem
Interesse hier von dem KabinettsbeschluB Kenntnis genom-
men, daB Palaistina Verstgirkungen erhalten, soll. Wir brauchen
diese neuen Truppen und die Verstirkungen, und z-war so
rasch als m6glich.

Kurse palistinensis:her Wertpaplere. In Tel Awiw
notierten am 16. September, wie Ellern's Bank, Ltd., mitteilt,
Allgemeine Hypothekenbank: 5 /oige Pfandbriefe
951/2 / % (973/4 o/o), 6 o/oige Pfandbriefe 101 o/o (1011/2 0/0),
6 oige Vorzugsaktien 10434 0/0 (106 o0/o), Stammaktien
107 o/0 (1081/4 o/o). Palestine Land Development Co.
Ltd.: 60 /oige Vorzugsaktien 871/, o/o (901/2 0/o), Stammaktien
81 /0 (85 o/o). Bizur, 60/oige Obligationen Ser. 2:
98 0/o (98 o/o). Nir Ltd. 4 o/oige Obligationen Ser. 1: 851/ o0/o.
(851/4 o'o), 4 o/oige Obligationen Ser. 2: 85 o0/o (85 'o/), 5 o0/oige
Vorzugsaktien 6214 /o (63 o/o). Para 4 0/o ige Oblig atio-
nen: 761/20/o (761/2 o/o). Palestine Potash: 51/2 /o ige
Vorzugsaktien sh 15/- (sh 15/6). In der letzten
Woche war ein gr6Beres Angebot zu verzeichnen. Die
Pfandbriefe der General Mortgage Bank of Palestine Ltd.
gingen weiter zurfick bis zu einem Tiefstkurs von 95 o/o
Brief und schlieBen heute 1/2 0/0 hoher. Zum Wochenende trat
eine erhebliche Beruhigung ein. Die meisten Kurse konnten
wieder Steigerungen verzeichnen. Bei P. L. D. C. ist ein Ab-
schlag von 3 o/o fiir die zahlbare Interimsdividende zu be-
riicksichtigen.


Zu den Erinnerungen von Itta-Yellin
Yehoschua. Y el l in verdanken wir das sch6ne und wert-
volle Buch ,,Erinnerungen eines Jerusalemers", das sich iiber
die Zeit von 1834 bis 1918 erstreckt, und nun hat -uns die
Frau seines beruihmten Sohnes. David mit dem ersten Teil ihrer
ihrer Erinnerungen beschenkt. .]*b' ,"1n ns .u'lUit1 .x'K28')
ln"in ,D"V''r T Der Band ist dem Andenken ihres unver-
geBlichen, in diesem Jahr ermordeten Sohnes Avinoam ge-
widmet und trigt als Motto vier Zeilen von Adam Hakohen
auf den friihen Tod seines Sohnes, des Dichters Micha
Joseph Lebenson, die auf Deutsch etwa lauten:
,,Wer hat meinen Vogel aus seinem Nest verjagt?
Wer hat meinem Haus mein Lied versagt?
Wer sprach zu meinem Anmutsvollen: Geb von hinnen!
Zu all meinen Hoffnungen: im Nu sie zerrinnen!"
So ist das Tor ihrer Erinnerungen filr die Mutter wie
mit einer Trauerfahne verhingt. Aber nachdem sie das Tor
durchschritten hat, 'steht sie hellen Blickes wieder im Garten
ihrer Kindheit. Bis ins ffiinfte Lebensjahr ffihrt sie ihr Ge-
dichtnis zurfick, und mit kurzen Strichen zeichnet sie die zuerst
spiirlichen, dann sich dichter aneinander reihenden Eindriicke
auf.
Lebendig steht das von Tora und Hilfsbereitschaft er-
fillite Elternhaus vor ihr, in dem kleinen Stiidtchen im Gouver-
nement Grodno, wo sie 1869 geboren wurde. Ihre Mutter
war eine Lurie, der Vater Jechiel Michael Pines war als
religi6s-nationaler Schriftsteller in der russischen Haskala her-
vorgetreten und wurde eine der gliinzendsten' Gestalten des
neuen Jischuw. Aus jener Friihzeit sind ihr vor allem die
Feste im Gediichtnis geblieben, aber auch der Cheder, wo die
Ffinfjiihrige zehn Stunden tiglich zubrachte, um dann noch
abends vom Vater verhort zu werden, bis er ihr und den
Geschwistern einen Hauslehrer nahm. In der groBen, an-
gesehenen Familie ereignete sich vielerlei, und alles wird treu
verzeichnet: die ersten Anleitungen zur Hausarbeit, die ersten
Ohrringe, ein Raubiiberfall bei Verwandten, ein neu erschie-
tener Roman ,,Der schwarzer junger Manntschik", die Ueber-
siedlung nach Mohilew, die ersten Berichte aus Jerusalem
von der. GroBmutter Lurie und der vom ganzen Ort an-
gestaunte Granatapfel, abendliche Diskussionen des Vaters
mit Studenten, Sommerfrischen am Dnjepr, die Verbannunag
eines- Vetters nach Sibirien, das Attentat auf Alexander II.
Eines Tages kam dann die alles fiberschattende Nachricht:
die Verwalter des Moses Montefiore Trust waren auf Pines
aufmerksam geworden und trugen ihm die Verwaltung in
Jerusalem an. Er wurde nach London berufen, fibernahm
die Aufgabe und reiste sofort nach Palistina.
Es dauerte zwei Jahre, bis die Familie nachkommen
konnte. Eine jildische Erzieherin war nicht zu finden, und
so nahm man eine Russin mit, deren gr6Bter Wunsch es war,
am heiligen Grab been zu k6innen. Am Abschied nahm die
ganze Stadt teil, und alle hatten Auftriige: daB man an
den heiligen Stiitten fiir sie bete, daB man ihnen Erde vom
Oelberg schicke, und besonders begehrt war, als Mittel gegen
Kranl heiten, ein roter Faden mit dem MaB Von Mutter
Rahels Grab. In einem grogien Wagen, mit Raum ffiur die
sieben Seelen und ihre erheblich mehr als sieben Sachen, fuhren
die Auswanderer zunichst nach Bobruisk, und von da -
zum erstenmal in der Eisenbahn nach Odessa. Hier
warteten sie zwei Wochen auf ihr osterreichisches Schiff,
das sie fiber Konstantinopel nach Jaffa brachte.
Die erste Zeit in Jerusalem war schwer: ein kleiner
Bruder starb, Moskitos, Malaria und Augenkrankheiten suchten
die Familie heim, dazu die Schwierigkeiten des Lebens unter
ungewohnten und primitiven Verhiltnissen all dies gibt
der Verfasserin Anlaf zu interessanten Berichten fiber die da-
maligen Zustiinde. Das haiusliche Leben in deir Stadt, die eigene
Herstellung von Mehl, Brot und Wein, die Erziehung der
Kinder, und immer wieder die Intrigen der Chaluka-Kreise, bei
denen die Brisker Rebbezin ,,S6nitschka" eine filhrende Rolle
spielte, dazu die genauen Beschreibungen von Trachten,
Schmuck und Kosmetik, von Krankhelten, Aerzten urid Heil-
mitteln, die beginnenden ,,Mischeh'en" zwischen sefardischen
und aschkenasischen Familien -, von all dem weiB die Ver-
fasserin mit vielen Einzelheiten .zu berichten. Wie fremdartig
muO es z. B. den heutigen Leser beriihren, daB die fromme
Mutter 6ffentlich beschimpft wurde, weil ihre europHische
Tracht das Kommen des Messias verz6gere! Die Geschichte
des Jischuw spiegelt sich,in den ErzAihlungen vom Kreis der
Freunde, die alle mit ihren. heute historisch gewordenen Namen
aufgeziiblt werden, und von den Grfindern der ersten Sied-
lungen. Zu den standigen Giisten des Hauses geh6rten die
ersten Biluim, Nissim Behar, Elieser Ben-Yehuda, der 1882


Palastina-Pavillon in Smyrna


IVie wir in Nr. 69 berichleten, war die jfdische Wirtschaft
Palastinas auf der Internationalen Messe in Smprna mit einem
eigenen Pavilion vertreten, der viel beachtet wurde


die ersten Wochen nach seiner Ankunft bei Pines wohnte,
N. H. Imber, der Dichter der ,,Hatikwa", dazu die Kreise des
ailteren Jischuw wie J. Yelllin, Joel Salomon, die Riwlins und
Meyuhas, M. I. Goldschmidt, Dr. Herzberg (Verfasser der
,,Familienpapiere") und viele andere. Ein besonderes Ereignis
war der Besuch von Colonel Goldsmid, von dem die Ver-
fasserin 50 Jahre spiter seiner Tochter, Lady Swaythling,
erz hlen konnte. Halbvergessene Episoden tauchen auf, wie
das gescheiterte Kolonisationsprojekt von Lawrence Olipharit
in Cypern, die Griindung einer Ziegelfabrik in Motza durch
Yellin und Pines, die Griindung der ersten Gewerbeschulen
u. a. m. Fast wie ein Mirchen wirken heute die Berichte von
den Sommerfrischen in Co'donia, wo man sich mit den Hus-
seinis traf, oder die dreizehnstiindige Fahrt per Dreigespann
nach Jaffa mit Unterkunft bei moslemischen Arabern.
Lebendig und ganz unliterarisch flieflt die Erzdhlung, hier
und da dramatisch oder humorvoll, wie in der Geschichte von
den vier Diebstlihlen oder von dem Sendboten, der unter Ah-
drohung des ,,Cherem" von Pines die Schliissel seiner neueri
Schule verlangte. Der erste Tell der Lebensgeschichte schlieBt
mit einem gliicklichen Ende, der Verlobung der fiinfzehnjihri-
gen Itta. Ein hfibsches Bild am SchluB des Bandes zeigt uns
die ernste ,,jfidische Tochter" und neben ihr .sitzend einen
klugen jungen Mann im Tarbusch namens David Yellin, beide
am Eingang eines von Freud und Leid und gesegneter Arbeit
erfillten Lebens.
Nach diesem Kapitel aus einer Zeit, in der auch das
stidtische Leben seine heroischen Ziige hatte, kann man nur
wiinschen, daB es der Verfasserin beschieden sei, die Nieder-
schrift des Haupttei!s ihres Lebensbuches,, der mehr als ein
halbes Jahrhundert umspannt, zu vollenden. Es fehlt ihr
weder an Erziihlergabe noch an Stoff, um in die Reihe der,
Olfickel von Hameln und der Pauline Wengeroff einzutreten.
Eugen Mayer

In Memoriam
Der pallistinensische Jischuw wurde in tiefe Trauer
versetzt durch die Nachricht von dem Attentat, dem Chajim
Sturmann, Aharon Etkin' und Dr. David Mossin-
soh n auf dem Wege von Tel Amal nach Tirath Zwi zum
Opfer fielen, als sie von der Besichtigung eitnes Keren Ka-
jemeth-Terrains zurfickkehrten, auf dem in Kfirze ein neter
Siedlungspunkt errichtet werden soll. Ich kannte Stur-
mann und Dr. Mossinsohn nicht pers6nlich; die Be-
gegnungen mit Etkin haben sich mir unausl6schlich ein-
geprfigt.
Vor etwas mehr als einem Jahr, im Sommer 1937, begeg-
nete ich Etkin erstmalig in einem kleinen Restaurant in
Tiberias, auf dem Wege zu den damals jiingsten Siedlungen
des Emek Beth Schan und Emek Hajarden. Etkin half mir,
beim Studieren der Landkarte, zeichnete die neuen Punkte
ein, gab Auskunft fiber die Wege und ihre Sicherheit
und hot schlieBlich seine Fiihrung und Begleitung an. Wir
fuhren zu zweit im Wagen, Etkin den entsicherten Revolver
zwischen den' Knien, den Kinereth-See -entlang, an Deganiah
vorbei, fiber die. Jordanbriicke in Richtung der tran'sjordani-
schen Berge auf statbigem, schwarzem Weg, zwischen halb-
verdorrten kniehoh'en Distelkraiutern. Besuchten Massadah,,
Ejn-Hakoreh. Wieder auf den Feldweg. Rechts tid links
schwarze Zelte der Beduinen. Eine Schafherde sperrt pl6tz-
lich den Wefg. Die Araber stehen mit unduirchdringlichen
Gesichtern fiinf Meter vom Wagen entfernt. Ein Kind wirft
einen Stein, der nizht trifft. Etkin ruft ihm auf arabisch
etlwas zu, nicht aufgebracht nur mit energischem Ton. Weiter
nach Beth Josef. Darnn: Beth Schan, wo kurz vorher der,
einzige jfidische Einwohner ermordet wurde. Durch die
enge Haptstrage, die glei.chzeitig Bazar und Markt ist.
Einzeln-e Araber griiflen Etkin; wir halten eine Minute, da.
einer von ihnen an den Wagen herantritt. Etkin spricht mit
ihm in seiner Sprache. Hassadeh, Tel Amal, Schatta, Ejn
Charod. Abschied und Dank an Etkin, den ich wenige Wochen.
spaiter wieder sehe, als ich einige der Siedlungen atch,
das von ihm geleitete Gewa wieder und diesfnal fur
lAngere Zeit besuche.
Etkin wai' 40 Jahre alt, vor 27 Jahren aus Polen ins
Land gekommen, lebte in Rechowoth, Beer Towia, seit
14 Jahren in Gewa. Er war einer der leitenden Krifte des
ganzen Emek-Bezirks. Mit St u r m ann, dem Muchtar von'
Ejn Charod, verband ihn wie im Tode so im Leben -:
rege Kameradschaft. Die relative Ruhe, die in den expo-
nierten jildischen Bezirken von Gewa bis Beth Schan, nordlich,
und sfidlich davon, in letter Zeit herrschte, war vor allem
dieser Beider Werk. Sie sorgten nicht nur ffir die etwa.
notwendige Abwehr, sondern vor allem auch filr die Autf-
rechterhaltung guter Beziehungen zu den arabischen Nachbarn.
Etkin war groB, kriiftig, das offense, gebruiinte Antlitz:
war von feinen Falten. durchzogen. Ohne einsilbig zu sein,
sprach er kein Wort zu viel. Rube und Sicherheit strahlte
von ihm aus und teilte sich jedem sofort mit, der mit ihm in'
Berfihrung kam. Seine Aufmerksamkeit und Ffirsorge fur'
Giste war geradezu riihrend. Die jungen Menschen in den
,,Vorposten"-Siedlungen verehrten ihn. Er hatte ihnen den
Weg gebahnt, hatte stets Rat und Hilfe bereit. Er war der7
Prototyp dessen, was wir als den ,,neuen paliistinensischen
Juden" bezeiohnen. Einen Tag vor der Katastrophe fragte ihn
ein Chawer: ,,Mu-Bt du wirklith jeden Tag zu den neueri
Kibbu'zim fahren?" Etkin antwortete: ,,Wenn wir nicht
fahren, wer soill zu ihnen kommen?"
Etkin, Stuirmann, Mossinsohn und viele, die,
in voller Kenntnis der Gefahr, ihr Leben einsetzten fiir unser.
Volk, sind nicht mehr. Ihr Andenken sei gesegnet und zum
Segen! _Manfred Geis'


Torf in Pallistina. An sich ist Palaistina arm an Mine-'
ralien. Allerdings hat die Ausnutzung der S a lz e des Toten
Meeres das Bild in letter Zeit' etwas veriindert und es be-
stehen auch Aussicnten, P e t role u m ~-u finden. Jetzt kommt
als neuer Bodenschatz Torf hinzu. Dieser wichtige Stoff
findet sich im Hule-See auf jildischem Gebiet, und zwar
nicht in private, sondern in 6ffentlichem Besitz. Die Kon-
zession ist in den Hinden der Pica, der Palestine Land De-
velopment Company und des Keren Kajemeth. Man schAtzt -
das Torfvorkommen auf zwei Millionen Tonnen. Die He-:
bung dieses Bodenschatzes ist nicht schwer. Wenn man den
Preis der Tonne mit etwa 1,5 Pfu'nd ansetzt, so zeigt sich
die Wichtigkeit dieser Entdeckung ffir die palAistinensische
Wirtschaft. Wenn es sich bewahrheiten sollte, daB man
den Torf zum Diingen verwenden kann, so wiirde das
Torfvorkommen auch von groBem EinfluB auf die Landwirt-
schaft sein. Die Ausnfitzung des Torfschatzes wird sich na-
tiirlich Jahrzehnte hinziehen und zu einem wichtigen Faktor
rftoim Wirtschaftsleben des Landes werden.


Eine Chaluza erzahlt






S---------4--J-DI--C-- ---R- N---------- 76/_ 23. 193


Jerusalemer Nachrichten
Laut ciner Anzeige der sefardischen Gemeinde
sind achtzehn orientalische Gemeinden. nicht mehr als zur
sefardischen Gemeinde zugeh6rig zu betrachten. Die sefardi-
sche, spaniolisch sprechende Gemeinde in Jerusalem hatte
in friiheren Zeiten die arabisch sprechenden Juden, die die
Sefarden schon in Palistina vorfanden, in sich aufgenommen,
wie sie auch spliter aschkenasische Juden in sich aufnahm,
bevor im 18. Jahrhundert eine grdfere aschkenasische Ein-
wanderung began. Die echten. Sefarden bildeten eine Art
Aristokratie der sefardischen Gemeinde, der Juden aus allen
Landern, von Nordafrika bis Buchara angeh6rten. Ein Teil
dieser orientalischen Juden hat sich bereits vor langer Zeit
nach dem Beispiel der Aschkenasim eigene Gemeinden, ge-
grfindet. Die jetzt abgetrennten 18 Gemeinden bestehen meist
aus Juden, die erst nach dem' Weltkrieg zugewandeft sind.
Unter ihnen zerfallen die Kurden allein in vier Gemeinden, von
denen drei Stadt-Gemeinden sind, zu der sich die aus einer
bestimmten Stadt in Kurdestan Stammenden zusammengeschlos-
sen haben. Auch die persischen Juden zerfallen je nach ihrem
Herkunftsort in vier Gemeinden und ebenso die Juden aus
Mesopotamien.
In der Nahe der Siedlung At a r o t an der Chaussee nach
Nablus soll jetzt auf Keren-Kajemeth-Boden ein Dorf fiir die
in der Gegend tatigen jiidischen Ste in ha ue r errichtet
werden. Zwei Drittel des Bodens der geplanten. Siedlung ist
Felsboden. Von hier aus soll Jerusalem mit Schotter, Steinen
und Steinprodukten beliefert werden. Fiir landwirtschaftlichen
Hilfsbetrieb werden dem Dorf nur 15 Dunam zur Verffigung
stehen.

Die Brazlawer Chassidim
Die Brazlawer Chassidim haben zwei heilige Stitten: das
Grab ihres Zaddik Rabbi Nachman von Brazlaw in der Ukraine
und Palistina. Dem Gebet am Grabe des Rabbi Nachman
ist das Gebet an Graibern in Paliistina begrabener Mystiker
gleichwertig. Vor dem Weltkrieg und in den ersten Jahren
nach seiner Beendigung war das Zentrum der Brazlawer
Chassidim die Jerusalemer Altstadt, und -sie halten
es bis zum heutigen Tage fiur eine verdienstvolle Handlung,
dort zu wohnen. Auch heute noch haben sie eine Synagoge
in der Nachbarschaft der Klagemauer, in die sie frilher urn
Mitternacht nach einem Tauchbad in der Nihe des Dorfes
Schiloach beten gingen. Die Brazlawer Chassidim sind ein-
fache and arme Leute, die nach der Lehre ihres Zaddik
den irdischen Giitern nicht nachjagen. Man findet hunter
ihnen kaum einen vermigenden Mann. Sie helfen sich gegen-
seitig und teilen ihr karges Brot. Sie zeichnen sich auch
nicht durch jfidische Gelehrsamkeit und durch Kenntn-isse
in der Dezisoren-Literatur aus. Ihre geistige Nahrung sind
chassidische Bucher ihrer eigenen Richtung. Das Lernen
betreiben sie nur als Vorbereitung zum Ge be t, und das
gemeinsame Gebet spielt die groBte Rolle in ibrem Leben.
Sie unterscheiden sich von anderen. Chassidim dadurch, daB
sie ihrem Zaddik nach seinem Tode keinen Nachfolger ge-
geben haben, und die Verkliarung ilhres einzigen Zaddik
nimmt in ihrem Denken ein.en bedeutenden Platz ein. In den
letzten Jahren waren sie genotigt, auch auBerhalb der Stadt-
mauern in Mea Schearim ein Bethaus zu er6ffnen. Die
Zahl ihrer Anhainger vermehrt sich stiindig nicht nmr durch
den natfirlichen Nachwuchs und die Einwanderung von Chas-
sidim ihrer Richtung, sondern auch durch Gewinnung neuer
Anhiinger aus dem alten Jischuw in Jerusalem und gerade aus
den Kreisen der dem Chassidismus feindlichen Mitnagdim,
Einer der Bekehrten wallfahrte sogar vor ktrzema zutm Grabe
des .Rabbi Nachman in der Ukraine,. and. .. gelang ihm,
allen Schwierigkeiten. zum Trotz, seinen Plan durchzuffihren.
Sein Beispiel hat Schule gemacht. Die Chassidim, denen eine
solche Wallfahrt geglfickt ist, legen sich den Namen Brazlawer
bei. Keiner anderen Chassidim-Gruppe ist es gelungen', eine so
starke Anziehungskraft auf Fernstehende auszuilben..


Das Ende des Fez. Im Laufe einer Woche hat sich das
Stadtbild selbst in den Stadtvierteln mit gemischter Bev81ke-
rung geindert. Die Araber tragen alle die Kopfticher der Dorf-
bewohner. Es macht den Eindruck, als wiren die Stiidte von
ihren Bewohnern verlassen und die Fellachen hitten ihren
Platz eingenommen, aber an den arabischen Bekannten merkt
man, daB es noch dieselben sind und daB sie nur ihre Kopf-
tracht geiindert haben. Einige zogern noch. So glaubten die
Christen, daB es ihnen nicht gilt, aber man bedeutete ihnen,
daB es nicht erwfinscht sei, wenn siesie sich ausschlssen, und
nach 24-48 Stunden hatten auch sie nachgegeben. Auch die
arabischen Beamten z6gerten, doch ihr Widerstand wurde
schnell gebrochen und die Gerichtsbeamten erschienen im
Kopftuch. (Inzwischen wurd.e diese Tracht ffir die Gerichts-
beamten und die stiidtischen Parteien verboten.) Ja sogar der
Bilrgermeister multe den Fez ablegen. Die Abschaffung des
Fez hatte auf dem arabischen Markt gewisse Konsequenzen.
Die Kopftficher waren bald ausverkauft und die Kaufleute
fuhren in die Nachbarlinder, um sich neue Ware zu holen.
Die Feze hingegen waren wertlos geworden und Schuhmacher
'ufen sie fur einen Spottpreis und stellen daraus Hausschuhe
,er. Auch der Humor kommt zu seinem Rechte. In Akko
fiihrte man unter dem Gesang der Stra8enjugend einen mit
einem Fez bekleideten Esel herum. Auch im Osten Haifas
wurde einem Esel ein Fez aufgesetzt, und man rief vor ihm
her: ,,Dein Fez ist rot, Esel!" Man warf auch mit dem Fez
bekleideten Arabern mit Tomaten nach ttnd nahm ihnen den
Fez fort und zerriB ihn. Die orientalischen Juden, die bisher,
da sie den Fez trugen, sich relative frei hunter den Arabern
bewegen konnten, leiden sehr unter dem neuen Zustand.

Ein Inder' fir den Zionismus. Der friihere Privatsekretiir
des verstorbenen indischen Dichters Rabindranath Tagore,
berichtet in dem in Kalkutta erscheinenden Wochenblatt der
Hindus, ,,Trabashi", in anerkennender Weise iiber die Leistun-
gen des juidischen Aufbauwerkes, das er bei einiem kiirz-
lichen Besuch in Pallistina kennengelernt hat. Die Jutden seen
in das Land nicht aus politischen Ambition-en gekommen,
sondern bewegt von Kriiften eines geschichtlichen National-
gefiihis, das nach Erneuerung draingt. Sie haben ein verlasse-
nes und von Krankheiten heimgesuchtes Land saniert, neu
besiedelt und fruchtbar gemacht.
Das arabische Verbu-n und seine Konjugtionen. Von Dr.
Jochanan Kappliwatzki Verlag ..Hamachon Ha-
schemi" Tel Awiw. Dieses Werk ist der dritte Band in der
an dieser Stelle schon besprochenen Reihe. Es enthRilt nach
einem kurzen Einleitungstext Tabellen des arabischen Ver-
bums, wie sie in dieser Vollstiindigkeit in keinem Lehrbuch
der arabischen Sprache zu finden sind. Der erste Teil gibt
minuti6s genaue und hervorragend durchgearbeitete Tabellen
der Binjanim und Gisroth (in allen Binjanim), der zweite
Kurztabellen, die auf je einer Seite durch alle zehn Bin-
janim fiihren. Es gibt kein'e grammatikalische Mnrliclhkeit
des Verbums, die man nicht sofort in aller Ausfiihrlichke t
finden konnte. Da das Verbum den Hauptanteil der arabi-
schen Grammatik darste::t, war es durchaus berechtigt, ihm
einen besonderen Band zu widmen. Dr. J. L.


Jerusalem, 16. September. (Palcor.) Der Ghaffir
Joseph Rad e r wurde nachmittags in Haifa auf der StraBe
durch einen SchuB von arabischen Terroristen schwer
verl et zt. Ein Jerusalemer Hilfspolizist wurde leicht ver-
letzt. Polizei und Truppen durchsuchten den betreffenden
Bezirk, wobei zwei Terroristen, die Widerstand leisteten, ver-
wundet und mehrere verhaftet wurden.
Ein schwerer Ueberfall wurde abends auf 13 Lastwagen
der Palestine Potash Co. veriibt, wobei flinf Lastwagen
verbrannten. Die Chauffeure wurden nicht verletzt. Polizei-
Eskorte und Chauffeure erwiderten das Feuer. Mit Hilfe
von MilitTr warden die Angreifer schlieBlich nach einem
vierstfiindigen Kampf vertrieben: Zwei arabische Arbeiter der
Potash Co. sowie ein arabischer Gefangener, der am Toten
Meer verhaftet worden war, wurden get6tet.
Jerusale m, 17. September. (Palcor.) Die Ghaffirim
Abraham Golub (38 Jahre alt) und Samuel Feinstein
(22 Jahre alt), kamen ums Leben, als sie n6rdlich von Jeru-
salem auf Motorradern fuhren, beschossen wurden, ihr Tempo
beschleunigten und dann mit einem arabischen Autobus zu-
sammenstieBen. Sie wurden schwer verletzt und starben
im Hospital.
S Jerusalem, 18. September (Palcor). Vier Araber
feuerten in der Nihe eines Lagers der Imperial Chemical In-
dustries auf Juden und v e r w u n d e t e n den jildischen Hilfs-
polizist Joseph Ahrader und die jildischen Arbeiter Joseph
hatler und Simcha Rosenblum.
Die einzige jildische Einwohnerin von Jericho, Dr.
Olga Feinberg, mu8te Jericho verlassen, nachdem ihr Haus
von Arabern niedergebrannt war. Sie wohnte seit 15 Jahren in
Jericho und bekdimpfte als Aerztin insbesondere den Trachom
unter den Arabern.
Jerusalem, 19. September (Palcor). Bei einer Minen-
explosion bei Tulkerem wurde ein britischer Soldat ge-
t 6 tet und fiinf britische Soldaten verwundet.
Ein Araber wurde in der Altstadt von Jerusalem e r -
schossen.
Arabische Terroristeti brapnten einen Zollschuppen bei
der Eisenbahnstation von Gaza nieder.
Jerus al e m, 20. September. (Palcor.) Auf die Siedlung
Kfar ChaBidim im Emek wurde heute morgen heftig ge-
schossen. Ghaffirim schlugen den Angriff zuriick, wobei der


Hebraische Bucherschau
Dr. Ephraim Porath (Einhorn): Leschon Chachamim.
Herausgegeben vom Waad Halaschon und Mossad Bialik. -
Durch die unpunktierte Ueberlieferung der talmudischen
Literatur und anderer friiher Quellen herrscht Unsicherheit
fiber die richtige Aussprache vieler Worte. Durch die Wan-
derungen von Ort zu Ort, den EinfluB der Landessprachen
auf die Aussprache des Hebriischen, durch ungenaues Hbren
der Worte des Lehrers durch den Schiller und vor allem
durch die Tatsache, daB das Hebraiische nicht die Alltags-
sprache des Lernenden war, ist .diese Unsicherheit noch
starker geworden. Jede Stelle, die wir irgendwo puinktiert
ilberliefert bekommen haben, hat daher fiir die hebraische
Sprach- und Aussprache-Forsehung groBes theoretisches In-
teresse. Die fiblichbe Punktation, deren wir uns bedienen, ist
die. tiberianische, die zur Kennzeichnung der Vokale Ptnkte,
Striche- und Zeichen unterhalb der Zeile verwendet. Dr.
Porath hat nun die Aufgabe auf sich genommen, die
wenigen Handschriften, die die babylonische Punktation
(Zeichen fiber der Zeile) aufweisen, zu untersuchen und
mit den vorhanden-en Quellen zu vergleichen. Dieser Unter-
suchung verdanken wir das vorliegende Buch, das eine
Reihe von Abweichungen registriert betreffend Vokalzei-
chen, Schewa, Dagesch und Rafe, aber auch durch Verglei-
chung mit Bibel- und Mischnatexten andere Versionen an-
fiihren konnte.
Prof. N. H. Torezyner lieB seine im Verlag Rubin MaB,
Jerusalem, in den Heften der Zeitschrift,,Leschonenu" in Fort-
setzungen erschienenen Aufstze fiber ,,Lehnwor te in
u n s e r e r S p r a c h e" als Sonderdruck erscheinen. Ueber
500 dem hebraiischen Sprachschatz einverleibte Worte wer-
den 'auf ihren Ursprung untersucht und als G iste aus
dem Aegyptischen, Hethitischen, Sumerischen und Akadi-
schen nachgewiesen.
Josef Baran Mejuchas: Malsijoth Am liw'ne Kedem. Der
vielseitig literarisch und 6ffentlich tiltige Jerusalemer Schul-
mann Josef Baran Mejuchas hat im Laufe der letzten
Zeit ein Buch ,,Die Fellache n", die der Verfasser,
ein Jerusa'emer, dessen Familie generationenlang in dieser
Stadt ansaissig ist, in alien Formen ihres hiiuslichen wie
festlichen und religi6sen Daseins aufs genaueste kennt,
im Verlage Dwir, Tel Awiw, erscheinen lassen. AuBerdem
erschien ein Buch des Verfassers fiber orientalisch-jiidische
Volkserzihlungen. Ein Forscher der Folklore hat Mejuchas
spanische, jemenitische und andere jiidisch-orientalische
Volkserzibhlungen. Ein Forscher der Folklore, hat Mejuchas
iscien Leserpublikum damit ein wertvollles Geschenk ge-
macht. F. M. F.
Jizchak Triwaks, El. Steinmann: Das Buch der 100 Jahre -
Ssefer Mea Schanab. Verlag I. Triwaks, Tel Awiw. -
Ein hebriisches Buch, das in einer Luxusausgabe, in
groBem Format mit 500 Bildern versehen, erscheint, ist
auf dem hebraischen Biichermarkte eine Seltenheit. Die
vorziiglich guten Monographien ilber Montefiore, Rabbi
Josef Schwarz, Alkalay, Hirsch Kalischer, Netter usw. geben
ein so reiches -Bild jiidischer und Pallistina-Geschichte, daB
man die Herausgabe dieses Prachtwerkes sehr begriiBt.
Bekannte und weniger bekannte Pers6nlichkeiten der Chib-
bat Zion-Bewegung, der Bilu, der Erez Israel-Pilgerer, Cha-
luzim des Druckes, der Industrie, der Siedlung, Leiter.
von Waisenhiiusern werden geschichtlich und anekdotisch, in
Zeugnissen und Bildern uns vorgefiihrt.
A. Drujanov: Sefer Habedicha wehachiddud. Der ver-
storbene Schriftsteller Alter Drujanov, der auBer sein.en
Arbeiten zur Geschichte des Zionismus als Sammler des
jiidischen Volkswitzes auch weiteren Kreisen bekannt war,
hat' kurz vor seinem Tode den dritten Band seines Werkes
fiber den jiidischen Witz herausgegeben. Seiner systemati-
schen Arbeit und Sichtung gelang es, dieses Werk mit round
3000 Witzen aus alien Schichten des jiidischen Volkshumors
abzuschlielen. F. M. F.


Judische Arbeiter in Tel Awiw. Eine Ziihlung der Ar-
beiterschaft in Tel Awiw, bei der 23)CO Arbeiter (darunter
8603 Arse.' [i'ne ) erfaBt wir-den, ergab fo'gendes: 93,5 0/o
dieser Arbeiter s'anden im A'ter von 16-50 Jahren. 25,3 /'o
der Arbeiter waren unvere':e i -hte Manner, 18,4 0/o unverehe-
lichte Frauen, 45 0/o verheiraLete Manner, 8,9 o/o verheiratete
Frauen, 0,4 o/o Witwer, 0,6 o/0 Witwen, 0,3 o/o geschiedene
Manner und 0,6 0/0 geschiedene Frauen.


21jihrige Zwi Rabinowitz, Sohn eines Siedlers,' Ver-
letzungen erhielt.
Mosche Igoretzki, 32 Jahre alt, Eisenbahn-Vor-
arbeiter in Haifa, wurde heute morgen auf dem Wege zur
Arbeit erschossen.
Arbeiter aus Sichron Jaakow, die sich auf dem Wege zur
Feldarbeit befanden, wurden aus dem Hinterhalt beschossen.
In dem kurzen Kampf, der sich entwickelte, wurde der
Ghaffir Dow Ben-Joseph get6tet. Zwei seiner Ka-
meraden namens De Haan und Jakob Florin wurden
verwundet.
Der 30jahrige Aron David Cohen wurde heute auf
der StraBe in Jerusalem angeschossen und schwer v e r-
wunde t.
Ein Araber, der im Begriff war, ein Bombenattentat in
Haifa zu verfiben, wurde durch die vorzeitige Explosion
der Bombe get6tet. Ein arabischer Terrorist, der
sich anschickte, auf einen Polizisten in Haifa zu schieBen,
wurde von diesem erschossen.
Jerusalem, 21. September. (Palcor.) Ein Jude wurde
im Jaffaer Postamt leicht verwundet.
Heute wurden 11 Post mter in arabischen Stidten,
darunter in Beisan, Beerscheba, Bethlehem, Jericho, Ludd,
Kalkilieh und Ramalla, geschlossen. Mit Hebron besteht
keine Telephonverbindung.
In Haifa wurde ein arabischer Proteststreik
wqgen der vom Militiir durchgefiihrten Durchsuchungen er-
.klart. Die Mehrzahl der arabischen Laden wurde geschlossen.
Auch ein Teil der arabischen Hafenrarbeiter, Eisenbahn- und
Postbeamten hat sich dem Streik angeschlossen.
Ein G e f ec h t zwischen Terroristen und jfidischen
Ghaffirim, sowie Mitgliedern des transjordanischen Grenz-
korps fand western in der Nahe von Maoz statt. Die Terro-
risten hatten Verluste.
In der Naihe von Gaza wurden die Leichen von drei
Arabern gefunden, die bei Gefechten get6tet worden
waren.
121 Ar a b e r wurden in einem Dorfe in der Nahe von
Akko g e f a ngen genommen. Einer .der Terroristen wurde
bei einem Fluchtversuch erschosse n.
SAmtliche jildischen Ffihrer von 6ffentlichen Verkehrs-
mitteln im Vorstadt- und Ueberlandverkehr warden seitens
der Regierung bewaffnet.


Von der Woche
Sir Charles Te g a r t kehrte nach Palstina als Berater
der Polizei zuriick.
Ein Projekt, das die Sicherheitder LandstraBen
und Plantagen im s idlichen Palistina zum Ziele
hat, ist den Behbrden vorgelegt worden. Die Kosten, die auf
30000 geschfltzt werden, sollen -von der Jewish Agency,
dem Kofer Hajischuw und dem Verbande der Landwirte auf-
gebracht werden. Die Regierung ist ersucht worden, auch
ihrerseits zu den Kosten beizutragen.
Nach Bohrungen, die sich mehrere Wochen hingezogen
haben, ist in der Siedlung Chanita Wasser gefunden
worden, das 102 Meter fief liegt. Dieser Fund ist von der
gr6ften Bedeutung filr die Entwicklung der Wirtsctiaft.
Nachdem das Oberste Gericht das Gesuch der revision
stischen Aktieulinhaber des Tel Awiwer Marine Trirus't
um ein Verbot der geplanten Wiederwahl der abtretendeen
Direktoren abgewiesen hatte, fanden die Wahlen statt. S.
Hoofien und Isaak Roka.ch sind mit 61000 gegen 859
Stimmen zu Direktoren des Marine-Trust wiedergewith1t
worden.
Die P o t a s h- C o m p a n y ist an die Durdhfiihrung neuer
Arbeiten im Silden des Toten Meeres gegangen. Um eine
Ueberschw.emmung des Sfidwerkes und der Bassins durch
die Gebirgsbiiche in der Regenzeit zu verhindern, will die
Gesellschaft einen gro8en Staudamm von 41/2 km LAnge er-
richten, der von Betonmauern eingefaBt ist. Der Staudamm,
wird 2500 Kubikmeter Beton enthalten. Die Arbeit, die
P 6000 kosten wird, wurde der Cooperative. Solel-Bone
ilbertragen. Die Arbeit wird in vollem Umfange von judischen
Arbeitskraften ausgefiihrt.


Musik-Nachrichten
Im Jerusalemer Radiosender fand ein Konzert P a-
laistinensischer Komponistinnen statt, das he-
brniische Lieder von Verdina Schlonsky (Tel Awiw),
Elly Helperin (Kirjath Bialik) undAlice Jacob-Loe-
wenson (Jerusalem) durch Ephraim Goldstein (Tenor)
zu Geh6r brachte. Das Konzert fand groBes Interesse.
Das Palistina-Orchester kiindigt filr die nichste Saisorn,
die Mitte Oktober begiant, 10 Abonnementskonzerte an, die
von den Dirigenten: Pierre Monteux, Eugen Szenkar, Issai
Dobrowen, Georg Szell und Dr. Malcolm Sargent dirigiert
werden. Solistisch werden mitwirken: Emanuel Feuermann
(Cello), Bronislav Huberman (Violine) usw. Ferner wird
Szenkar unter Mitwirkung des ,,Palestine Oratoria" in einem
Sonderkonzert Beethovens 9. Sinfonie auffilhren, wihrend sich
das Paliistina-Orchester an einer Auffiihrung des ,,Samson"
von Hiindel (unter Leitung von Nathan Fordhaus Beri Zissy)
beteiligen wird. Im Dezember wird das Orchester unter
Leitung von E. Szenkar eine Reihe von Konzerten in Aegypten
geben.
Alice Jacob-Loewenson (Klavier) uand Else J.
.Dublon (Gymnastik und Tanz) sind in das Lehrerkollegium
,,Institute of Music" (Leitung Prot. Zadri), Jerusalem, ein-
getreten.


Vortrige In Tel Awiw. Margot K I a us n e r referierte
fiber das von ihr gemeinsam mit Jehoschuah Brand-
stii tt e r geleitete Biihnenverlagsunternehmen ,,Moadim" vor
Tel Awiwer' Schriftstellern, Journalisten und Bfihnenangeh6ri-
gen in einer von Redakteur Klinoff geleiteten Sitzung.
,,Moadim" hat sich einerseits zur Aufgabe gestellt, palistinen-
sische Lebensformen, -- Inhalte, Geschehnisse durch
kuinstlerisch-wertvolle Biihnenstiicke den Juden in der Gola
nahezubringen, andererseits palistinensische Schriftsteller zu
dramatischem Schaffen anzuregen. Die Tatsache, daB
man in Polen kein Theater und Ensemble fand, das
die Auffiihrungen einstudieren konnte, fiihrte dort zur
Griindung der ,,Jfidisch Nationalen Bfihne". ,,Ichud
Schiwath Z i on" veranstaltete in der Synagoge
Ben JehudastraBe eine dem ,,Kofer Hajischuw" gewidmete
Kundgebung. Ein Chawer des Kibbuz Rodges berichtete fiber
Vorbeugungsmaflnahmen gegen arabische Ueberfaille und deren
Abwehr. Dr. Aron B arth richtete einen Appell an die Ver-
sammelten, durch materielle Opfer das Vtrteidigungswerk
des ,,Kofer Hajischuw"" zu stdrken. M. G.


Chronik der Ereignisse


' Se~te 14


JODISCHE RUNDSCHAU


Nr. 76/77 23. IX. 1938







Mr. 76/77, 23. IX. 1938 JODISCHE RUNDSCHAU Sette 15


,,Erste Hilfe" in Erez Jisrael


Die besten Krankenhauser und yorziiglichsten Chirurgen
niitzen uns wenig, wenn wir nicht eine Institution besitzen,
die fur den sofortigen und sachgemdBen Abtransport
von Verunglickten oder Verwundeten' und fiir fachminnisch
geleistete ,,Erste Hilfe" sorgt. Den AnstoB zur Organisie-
rung eines selchen Werkes gaben die arabischen Unruhen
des Jahres 1929.
Auf Initiative von Dr. M. Levontin damals wie
heute Direktor des Tel Awiwer HadaBa-Krankenhauses -
und anderer Pers6nlichkeiten erfolgte in Tel Awiw die Ein-
richtung eines zundichst kleinen Ambulatoriums, aus dem sich
das beachtliche Werk des ,,Magen David Ado m'" ent-
wickelte. Selbst wenn nicht Ueberfalle damals und leider
heute wieder die Notwendigkeit einer solchen Griindung
beweisen wilrden., wire sie schon durch das groBstadtmiBige
Anwachsen TeA Awiws and der jiidisehen Stadtteile Jerusa-
lems und Haifas (mit automatischem Ansteigen von Ver-
kehrs- ur.d sonstigen Unfdillen) bedingt. Es ist auch klar,
daB bei dem seit 1929 erfolgten stetigen Ausbau der Organi-
sationr in erster Reihe dieses Moment in Rechnung ge-

'* --- -. -_.- .- _. - __. ~ .
- -- .



1 T ^ F _
-.rn


Straf3enunfall in Tel Awiw. Die Ankunft des Autos des Magen
Dawid Adorn zieht zahlreiche Neugierige an.

stellt wurde und nic h t die auBergew6hnlidhe Lage, in der
wir uns seit Beginn der Terrorwelle befinden.
Der ,,Magen David Adorn" war von Anfang an und ist
bis heAte ein von keiner Partei abhingiges, soziales Unter-
nehmen, durch Privatinitiative ins Leben gerufen und er-
halten. Seine Hilfe steht jedem, ob arm oder reich, Jude,
Moslem oder Christ, unverzilglich und unentgeltlich zur Ver-
filgung bis zur Ablieferung eines Verunglickten in seiner
Wohnung oder falls eine Aufnahme notwendiig im
Krankenhaus. Es kam nicht selten vor, daB der ,,Magen
David Adom" nach Jaffa alarmiert wurde, wo es eine ihn-
liche Einrichtung nicht gibt. Im Oktober 1933, als es in
Jaffa zu Zusammenstolen zwischen Arabern und eriglischer
Polizci kam, wurden die (nichtjildischen) Verletzten von den
Ambulanzen und Helfern des ,"Magen David Adorn" abtrans-
portiert bzw. verbunden; und es erscheint wie eine Illustrie-
rung der gegenwvirtigen Situation, wenn die Statistik .be-
richtet, daB zwei Araber ,,Erste Hilfe" empfingen und im
Krankenauto sicher nach Jaffa geleitet warden am g e i -
c h e n Tag, an dem zwei Krankenhausschwestern, die trotz
aller Warnungen ihren Dienst im Jaffaer Regierupgshospital
nicht verlieBen, dort ermordet wurden.
Obwohl der ,,Magen David Adorn" (wenn man von den
englischen Militir-Ambulanzen absi.eht) die Aufgaben erfilllt,


.. -... -e. ._
Das Auto des luagen Dawid Adomn besrgle den Transport 1
omrn Bau- des Tegartwalls ins Krankenhaus. Der IVagcn ist
Hintergrund jiidische Arbeiter beim Bau des Stacheldrahtver


die in den Landern des Britischen Imperiums das ,,Rote
Kreuz" auszufuhren hat, gewiihrt die Paliistina-Regier-ung weder
eine direkte finanzielle Hilfe noch eine indirekte Unter-
stitzung. Von j d i s c h e n Behorden beweist die Tel Awiwer
Stadtverwaltung Interesse am Ausbau und an der Erhaltung der
Institution; das wurde vor allem durch die Genehmigung
des Antrages auf kostenlose Zuweisung eines Bauplatzes
bewiesen, die im Jahre 1934, in Anerkennung der um das
Wohl der Einwohnerschaft Tel Awiws und seiner Umgebung
erworbenen Verdienste, erteilt wurde. Der damalige Stadt-
verordnete, heutige Biirgermeister R o k a c h stand an der
Spitze des Baukomitees, dem es gelang, die Baukosten fir das .
in der MazestraBe befindlich'e Haus zirka 5000 Pfund -
fast restlos durch Spenden aufzubringen. Das Haus wurde
im Jahre 1935 durch den verstorbenen Biirgermeister D iz e n-
goff seiner Bestimmung ilbergeben.
Mit Erbffniung des neuen Hauses erreichte der ,,Magen
David Adorn" 6in neues Entwicklungsstadium. Tel Awiw
wurde gleichzeitig der Sitz einer ,,Landeszentrale", die heute
auBer in Jerusalem und Haifa noch 15 weitere Stationen
in den Kolonien betreut. Aus der kleinen Gruppe, die in der
ersten Baracke den Helferdienst versah, ist heute im ganzen
,Land ein Stab von mehr als 1000 (in Tel Awiw zirka 300)
ifreiwilligen, ausgebildeten Sanitatern geworden, die Tag und
Nacht turnusmdBig einander ablosen. Si.e alle ebenso wie
die Leitung arbeiten ohne Entgelt und stellen die' freie
Zeit, die das Berufsleben ihnen liiBt, di.esem Werk der Nach-
stenliebe zur Verfilgung. Besoldet werden lediglich die Bilro-
angestellten, die Aerzte And die Chauffeure.
Die Einnahmen des ,,Magen David Adorn" stammen aus
monatlichen Beitrigen cines Freundeskreises, einmaligen Spen-
den, StraBensammlungen und aus dem UeberschuB des jiihr-
lich veranstalteten Balles. Im uibrigen steuerte die Tel Awiwer
Stadtverwaltung in den letzten zwei Jahren je 420 Pfund
(= zirlka 15 o0/ des Tel Awiwer Ausgabenetats) bei. Die
Organisation verfiigt heute iiber neun Krankenautos vierr da-
von in Tel Awiw), die, abgesehen vom Chassis, restlos im
Lande hergestellt sind.
Die groBen weitBen Krankenwagen, die eine knappe
Minute nach erfolgtem Telephonanruf i'hr Depot verlassen,
geh6ren heute zum Bild Tel Awiws und des Landes ilber-
haupt. Je nach Lage der Station ist fir ,,Erste Hilfe" und
Transport auf einen Umkreis bis zu 60 km zu sorgen. In
jedem Auto befindet sich ausreichend Platz ffir Begleit-
personen, fur zwei in verstellbarem Mechanismus ruhende
Krankenbahren (mit der M6glichkeit, eine stets zur Reserve
mitgefihrte dritte bequem aufzustellen). Wasserleitung, Ver-
band- und Instrumentenkasten, Sauerstoffapparat und elek-
trischer Projektor ermoglichen, bereits wihrend des Trans-
portes die ,,Erste Hilfe" fortzusetzen, oder mit ihr zu be-
ginnen, falls sie am Unfallort selbst nicht gleich geleistet
werden konnte. Das Herannahen der 'Ambulanz bedeutet in
ruhigen Zeiten: ein Verkehrs- oder Arbeitsunfall, die Ueber-
fijhrung eines Patienten, eines vom Ertrinken geretteten oder
vom elektrischen Strom Getroffenen.
GroBe Aufmerksamkeit wird z. B. der Unfallver-.
h iitung gewidmet. In der Landespresse waren wochenlang
kleine Skizzen mit entsprechendem Text zu finden, die das
Publikum anleiteten, die StraBen mit der notigen Umsicht
zu fiberqueren. In Schulen, Fabriken und Sportvereinen wur-
den Vortrige arrangiert, in den Kinos Unfallverhtitungsfilme
gezeigt, Broschilren wurd-en verschickt. Bei Massenveranstal-
tungen sind stets Hilfsambulatorien in ausreichender Zahl
errichtet. Die Zentrale versendet regelmliBig an alle jildi-
schen Punkte im Lande Packungen, in denen allies zur ,,Ersten
Hilfe" Erforderliche enthalten ist. Das ist von besonderer Be-
deutung fur die exponiert liegenden neuen Siedlungspunkte.
Natiirlich gibt es in jedem Kibbuz eine grolenteils vom
,,Magen David Adorn" eingerichtete Krankenstation, die von
einem Arzt. der ,,Kupath Cholim" (Arbeiterkrankenkasse der
Histadruth) geleitet wird. Selbst dort kann aber auf cine
direkte Zusammenarbeit mit dem ,,Magen David Adorn" in
Fajllen, die einen Transport des Verletzten erfordern, nur
schwer verzichtet werden. Beim Bau des ,,Tegart-Wall" an
der Nordgrenze des Landes war ein Ambulanzwagen in Er-
ginzung der ,,Iupath Cholim"-Station zur Stelle, der in
zwblf Fallen Transporte (sieben Erkrankte und ffinf Verletzte)
ins Krankenhaus nach Tiberias bzw. Haifa brachte.
Ein besonderes Verdienst erwarb man sich durch die
vor zwei Jahren arrangierte Zusammenstellung einer beson-
deren Helfer-Truppe: der Blutspender. Durch Messer-
stiche, Schfisse, Bombensplitter lebensgefihrhlich Verwundete'
sind hiufig zu retten, wenn eine sofortige Bluttransfusion
erfolgen kann, die nicht hinauszusdhieben ist, his die Suche
nach einem Spender gleicher Blutgruppe wie die des Ver-
letzten erfolgreich war. Man nahm dahler die Registrierung
und Gruppeneinteilung all derer vor, die sich- zu diesem Dienst
bereit erklirten. Die Blutspender soweit nicht in ihrer
Eigenschaft als ,,Helfer" sowieso in Bereitschaft sind Tag
und Nacht erreichbar (besuchen z. B. kein Theater oder Kino,
ohne Platznu'mmer und Reihe in der Zentrale zu hinter-
lassen) und treffen erforderlichenfalls wenige Minuten nach
Einlieferung des Patienten im Krankenhause ein. Ebenso
wie die anderen freiwilligen Heifer und Helferinnen werden
sie nicht bezahIt and nicht-dariiber informiert, ffir wen sie
Blut gespendet haben.
Zahlen demonstrieren, was die
palistinensische Bevolkerung demrn
charitativen Werk des ,,Magen
David Adorn" verdankt. Die ZahI
der Fiille, in denen die Organisa-
tion eingriff, betrug:
S.davon auf
in ganen Tel Awiw
Land: entfallend:
1935 (vor den Unruhen) 5745 4192
1936 (BeginnderUnruhen) 7446 5541
1937 . . . . 7975 5878
1938 (1. Jan. bis 1. Aug.) 3620
Obwohl man also eine immense
Leistungsfihigkeit bewiesen hat,
gibt sich die Leitung mit dem bis-
her Geschaffenen nicht zufrIeden.
Vor allem fehlt es an Mitteln ffir
die dringend notwendige Anschaf-
fung weiterer Krankenwagen, die
in jenen wichtigen aber kleinen
Zentren, die selbst ein Budget nicht
aufbringen konnen, stationiert wver-
den sollen. Damit wvire die un-
bedingt erforderliche Verkleinerung
der einzelnen Transport-Bezirke
m6glich. Wie man allen Eventuali-
titen vorzubeugen versucht, demon-
striert das Tel Awiwer Beispiel:
es sind Vereinbarungen mit Be-
Ver:vn, cler oa r a1 ai:cr sitzern von Privatautos und Last-
(eldgrau angestrichen. In wagen getroffen, deren Maschinen
haus. Amateurfotos n6tigenfalls sofort auf Telephon-


Das Gebaude des Magen Dawid Adorn in Tel Awiw. Das
Ambulanzauto verlaflt eine knappe Minute nach einem tele-
phonischen Anruf das Haus.
anruf fiur Transportzwecke zur Verffigung stehen. So waren
innerhalb weniger Minuten etwa 20 Lastwagen mobilisier-
bar, in die je 2-3 besondefs konstruierte und stets bereit-
gehaltene Krankenbahren geschoben werden k6nnen. Aber
begreiflicherweise ist
das kein vollgiiltiger
Ersatz fur die Ambu-
lanzen.
Das Tel Awiwer
,,Magen David Adom"-
Haus besuchte ich in
U 4k4 Begleitung des ,,Kom-
.. *V mandanten" Mosche
Frenkel and des
..- ehrenamtlichen Sekre-
"tidrs der Organisation,
Dr. Jacob Michlin.
,- .p ", y ^ An der Einfahrt (ne-
ben der sich die Ga-
rage, Werkstatte und
4,1'* l. die Chauffeurzimmer
befinden)) empfing
man uns mit dem
-. letzten Rapport. Im
oberen Stockwerk wa-
S' ren in einem gerau-
"..' ^ jB|migen Saal, der (mit
SAnschauungstafeln u.
ii. uf dem Katheder)
,*'' den Eindruck ei'nes
medizinischen Univer-
sit its-Auditoriums
A machte, beim Ausbil-
dungskurs einige Hun-
dert Chaweroth und
Chawerim versammelt,
-die tagsiiber als Ar-
Sbeiter, hinter demn
Ba.nkschalter, an der
S Schreibmaschine oder
am Verkaufstisch ihren
Der Chauffeur des Autos des Magen Berut ausilben. Wir
Dawid Adorn, das beim Tegartwall besichtigten die Bil-
stationiert war. Im Hintergrund Zelte ros, Verbandmnagazine,
ffidischer Arbeiter. Tag- und Nachtriiume
des Bereitschaftsdien-
stes und der Aerzte, die. Bibliothek und auch das Dach des
Gebaudes, wo gleichfalls ein Kursus abgehalten wurde.
Man fredGeis, Tel Awiw

Englische Offiziere in Pallistina. In der ,,Times" vom
14. September wurde berichtet, daB englische Offiziere fiir
Tapferkeit in Paliistina ausgezeichnet worden sind. Es sind
dies u. a. Win gate (Royal Artillery), der den ,,Distinguished
Service Order" erhielt, und 2nd Lieutenant B r e d i n, M. C.
(Royal Ulster Rifles), der die Auszeichnung ,,Bar to the
Military Cross" erhielt. Captain Wingate hat wiahrend der
letzten drei Monate eine ails englischen .Soldaten und ju-
dischen Ohaffirim zusammengestellte Spezialabteilung trainiert
und angefilhrt, deren Aufgabe Nachtrazzi.en gegen arabische
Terroristen ist. Sowohl er 'als auch Lieutenant Bredin taten
sich dabei wiederholt durch besondere Tapferkeit hervor, und
beide wurden bei einem schweren Gefecht bei Dabburijeh
in der Nacht des 10. Juli verwundet. Sic blieben jedoch
trotz Blutverlust bei der Truppe und fihfrten sic sicher in
die niichste jtidische Siedlung zuruick. Eine Bekannte seiner
Familie erziihlt hierzu folgendes: Die Familie geh6rt zu den
,,Plymouth Brethren", einer englisch-christlichen Sekte, die
unter anderem daran glaubt, daB die Juden nach Paliistina
zuriickkehren werden (vgl. Herzls Freund und Mitarbeiter
Rev. Hechler). Wingate selbst interessierte sich nicht fiur
die Sekte; er schlug die Militirlaufbahn ein und wurde
schlieBlich vor drei Jahren nach Palastina versetzt. Bei
seiner Ankunft sprach er bereits flieBend arabisch, wul3te
aber nichts vom juidischen Aufbauwerk. Als er damit in
Kontakt kam, wurde er ein -groBer Freund der zionistischen
Bestrebungen und lernte sogar Hebriisch. Die Erinnerung an
den Glauben der ,,Plymouth Brethren" mag dabei mitge-
spielt haben. Seine Freundschaft nahm rasch praktische For-
men an: er betaitigte sich aktiv beim Training der jildischen
Ohaffirim von Chanita und setzte sich innerhalb des eng-
lischen Heeres ffir die Juden ein, von deren soldatischen
Eigenschaften er viel halt. Aharon Ellern
Historische Dokumente. Dr. Samuel de W o ff (Uni-
versitat Amsterdam) schenkte kuirzlich der Autographen- und
Portrat-Abteilung der Jildischen National- und Universifits-
Bibliothek Jerusalem, die vor allen Dingen die beriihmte
Sammlung Dr. Abraham Schwadron enthijlt, fiinf Original-
briefe aus dem Jahre 1862 von Moses H e B, dem Verfasser
von ,,Rom und Jerusalem". Der Inhalt der Briefe bezieht sich
auf dieses Buch und ebenso auf Geldsammlungen fuir den
damaligen Jischuw in Palastina. Dr. Josef Mohilewer,
Jerusalem, iibergab der gleichen Sammlung eine Reihe von
Briefen aus dem NachlaB seines beruihmten GroBvaters,
des Griinders und Fiuhrers der ersten Chowewe Zion-Ge-
sellschaft in Warschau, Rabbi Samuel M o h i le we r. Mohi-
lewer stand, besonders zur Zeit der Griindung der Kolonie
Ekron, in enger Verbindung mit dem Baron Edmond de
Rothschild und dem damaligen GroBrabbiner von Frank-
reich, Zadock K a h n. (SchluB des Pallistinateils)


Nr. 76/77, 23. IX. 1938


JODISCHE RUNDSCHAU


Sette 15






I EBRAISCHE BEILAGO
IDER JODISCHEN RUNDSCHAU
Redaktion: Dr. S. Kal6ko


D q IYJ


23. SEPTEMBER 1938 Nr. 76
23. SEPTEMBER 1938 1 Nr. 76


onMy tv-1na) r tI




8









nw'51rit-~fl t17 -in k10 n
THS~~~~snnm romiawa~a n'



own p n y la rim ,nirom nnw









































11 Wirkliclikeit. 2) gemeinseom. 31 eingeordnet. 4) Sprucl..
5) Vorzug gut. Eigensclhaft. 6) beacheiden. 7) affentlid,. 8) Sorge.
9) auawechseln v tau v.en. 10) hinterlaseen (Erbtclaft). 111 ,,Ssela"
ein ni e Mfinze. 12 ne Art Limnade 13) Milwlrtisaf.
bliaso rnal WW03mi lj-rv "tha ni-

m '^n~ya nK nia? 'nx 14R 4D
























btin.iItn e. I) i li begngn. 16 verateen 173 Naen-



Iler, l m ii tn ter.
I'm tyn p pOun pi^in iat't


V*1n0 k^l X=a-p X "?IIIl



vmTnn llnstyrw amvpn rin taninn
-iY u'n xni-ri'rinn ^ "iiyi nto-//


iniy rn nun l nn (nt-nvi6Btw
ic^'?an "n~n n non-Ta main


nopn-Ti -?y yunrr n y 11111n~

rm rissp iBninoal .Bys ,,t
"'91s^? tn'?fy (Bwpirna Bt3s5bt=)- aTTYa

trnaiyn 4ry1 nimn?*i jfn' tnim IrsX
13i awn n nin *ND '"I^tzin21?
B):)Iy nMnlty (lx=) y UPI*1
1) Wirklichlieit. 2) gerneinsamr. 3) eingeordnefc 4) Spruch.
5) Vorzug gute Eigenschaft. 6) bescheiden. 7) odcntlich. 8) Sorge.
9) auawechsoin, tauschen. 10) hinterlassan (Erbschaft). 11) ,,SselO"
eins altiudische Wuon. 12) Bine Art Limonade 13) MilchwirtachaftL
--gbiroitini~me'iin. 1S) sich begniigen. 16) verstecken. 17) Namen.
lecher, Nilttorn.


:iV 'i1 pV'pi ii7i 's-'?yi? ,?'!' 1I ^s/'*? -
?'ti M1'. 01 'y-T)i'33ar,R
... .~.~.~.~f l3.-T a ,pm'Tp'. 17 i K1 ,'IN -



mn_=
*IT T "-I .. I I *T[* I1



.:?xpa I1.2V i.'1 T i Q
TV'. .* V T .- I VT *- .


.*3 V i v-*IIT ;


2'T!~ Il.2'1K IlK~11?~ -
Vt TV


p2 V! 3? T'W5-1 Pa n 'lm 11K, -






I T -I .V 1 r -- .Vt
SI T TI
iyn lfl ,}?al lfK -


V T 9 V V T


.1m" rnm Mm.Tnm~ r1w\ mix
v*TV TIT v T I T v. I T
nifl-l'iVl. *>')| n aa'7n'I 1wpa TIK 11.2




T T? V V V? I
-nn ^nin rim tna iinK ann mani^

T TT I T V- I


V I I IIT -- V V
:q"qni ap uro 1-im i? hnkr& im tonBI

I -- T - I - v I I
triin,'12vn~ riviv nBown iw$1 balw=,,
.., T I,- . T, --I- I I T


I .I 1 1 ,- I tI
WTI M 113= .17InV2 lmM,1V Kil101
.... 31pa.7.W


.t - 1 .
B-$i sn-7X wom ,'yns 'sn -lt'ri 1-1-1y rinat?'
I '. T I- I I --
Tin yv : flyv H lI!uipn fK Kwv Wmf Wi

l-T TT* T ..
I^aai* VV3i ni' Vna Vnini n

V TIt- I t Vt T1
-, V .. .. -- T


,, x V'l 1- "n v' nnri' nan i nro, -.i
*~~l 311 I-l*** ]-- I 'X**
ins ~ ~ ~V. V.-.ijaT n i il' 'I



T T I
13n3S2lVZT Bl''i -'R "( ~ IlKt-B= 'S? 'fl7.2, -


V VV b mn T V Inn
I V v *T v V 1 .V T





n T I A l
T 1w T .m -s .
Inmtvit C31XTIIVIn II
Tna Tsan ~i"n':'~ ay'


T V T I T1
n 1 -
T*- T


V *I .. .. t



16) staunen. 17) Krisis. 18) wenn Gott will.
4) sich bedienen, benutzen. 5) dick, echwerlelbig. 6) sich reihren. 1 2 )r 1
7) HNflchkleit. 8) niedrig machen, leise sprechen. 9) anschreien, mg 20) rtaunen.
anschimpfen. 10) rot warden. 11) fibelnehmen, beleidigt mein. 1) Wehen. 2) blauiugig. 3) scharfe, spitze (


V 1 MM 1 V T ~tgIY3lx13nmwm
^B'as1tllu IMP rriv B-yiB nOl W 'BB

T 1 --1 V
llit) wri- n trims rinvp ~ar inin? ,Tmi3
v" T T I T I 1 T
.1Bl f-l -B'mn B13 1 v13-2im1 B,13, sit
r - VIVI* - iV a -T-I ,Tan
... w'an ,iKn
.*.21K?. 'flD. 13'K ,7Zflth ,B'1n1 B'?3' Il

VT V I I TV V
*TPa "K i3'*)a '"I .1ilp (iaia=) nnlfl)i
'ia3 rim 1,;! fl ph-r'riyia '3 n

V iT T VOT


I - T IT
:a 9 V1 r1n TVn1 Vn 1-13 11mn (I t *T


I T t T T I I *I T V I -T
-i - Mj-; 13 17 ..

woa h V sn I~ V.3s BVIP
I VI VD T 5-r T ;
(p'iBn= B"~'l K i7Ij Il BP.T!T ljani s sZIT -
T1 I. .. .. I 1 T
B -m- ri Blnl nsvvv 1,;in' ivm ''^'
*I T** T *TIT T:~
.-Innn ~ ~ .. nnw *rm k^= 3 1v- I

\ P V IT I TKP I- ...t.K I
V'? 1 1 1T 1 * "* n T I T ~ V. -
I 1T^ -^ T \ l 1 V I Tl
n.1 tra l-?nt1' (ua= ri3n nljpl11q11?nla nits


T~~ ~ ~ T *tT V.IT I -^ V


7t*I i miv "ny u v "n 1y Ta i *i




V V V ...I V







19) mplich, as 4) nachlassen, 5)Schrecken, Angs 6) Zwefel, Bedenken, 7) ver
11) a 3rkich Art 12) h nd her. 13) h h
IZun). 14) Auto. 15) b- lden. T I *
min 'n19 !Jm "7m; IlK "D s Ta '7 umK *71y
S1t I T 1

n'' lan's 7na V3? nsl 3??3o 3 ,T!alm K 'T 1K 11

TI T V T T T T I


1) Beduine. 2) Nation, Nationalitit. 3) Ausrede, Ausfludit
19) m a 4) nachlaseen. 5) Schrecken, Angst. 6) Zweifel, Bedenken. 7) ver.
19) moglrdi, wasten, zeratoren. 8) sich erstrecken. 9) Dreiedc. 10) Teppich.
11) auf tirkjsche Art. 12) hin und her. 13) ,,auf .ich halt'1.
Zung). 14) Auto. 15) beladen.


Die Jiidische Rundschau hilft Adressen suehen
Da die Zahl der taglich eingehenden Anfragen auf3er-
ordentlich groft ist, mufi sich die Ver6ffentlichung etwas
verz6gern. Der Abdruck der Anfragen erfolgt in der Reihe
des Einganges, und wir bitten, von Mahnungen abzusehen.
Die Einsender werden gebeten, Namen d e u t li ch (falls
nicht mit Schreibmaschine, dan in Blockschrift) zu schreiben,
damit Irrtimer vermieden werden. Leser, die fiber die Ge.
suchten Auskunft geben konnen, werden ersucht, sich zu
melden. (Red.)
Nr. 1057. Kinder von Chaim Ebenstein, ausgewandert 1912
oder 1913 von Kolomea (Galizien) nach New York, gesucht
von Markus Ebenstein (aus Peczenizyn), Hannover, Limmer-
strate 3-5.
Nr. 1058. Nachkommen des Herrn Silberstein, geboren In
Pinne (Prov. Posen), Bruder des David Silberstein aus Pinne,
ausgewandert in jungen Jahren nach USA., wahrscheinlich
Philadelphia, gesucht von seinem Neffen Georg Silberstein,
Berlin-Charlottenbu-g, Kantstr. 65.
Nr. 1059. Nachkommen von zwei Briidern London, Ge-
schwistern von Isaak London aus Twistringen bei Bremen,
vermutlich in den siebziger Jahren nach New York oder
Chicago und San Franzisco ausgewandert, gesucht von Max
London, Mainz, Josefstr. 71.
Nr. 1060. Salomon Gutfreund aus Bielitz gesucht von
Leo Rosen, Miinchen 22, Liebigstr. 22.
Nr. 1061. Moritz Rudesch, ca. 1903 nach New York aus-
gewandert, geboren in Lezniov, Polen, gesucht von seiner
Schwester Klara Halpern, Wien XIII, Hadikgasse 146, bei
Frau Spitz.
Nr. 1062. Kinder von Schepsel Gold aus Lemberg, in
New York ansgissig, gesucht von Max Gold, Berlin W 30, Heil-
bronner StraBe 13.
Nr. 1063. Nathan, Chiel oder Schulem Braunfeld aus
Neu-Sandez, oder deren Nachkommen, gesucht von Josef Birn-
baum, Sohn von Serl Birnbaum, Mannheim D.2.3.
Nr." 1064. Elias David Heimson, 1920 nach Ituna Laska
(Kanada) ausgewandert, Adresse 1923 Mexico City, gesucht
von seiner Mutter Sophie Heimson, Jerusalem, Schechonah
Moscheh, Rechow Samuel Hanavi 15.
Nr. 1065. Berte Kesten aus Hannover, Bronsardstr. 4,
zuletzt Frankfurt a. M., gesucht von ihrer Schwester Frau
Regina Leff, Tel Awiw, Hirschenbergstr. 5.
Nr. 1066. Flora Davidsohn, geb. Lewinsky, geboren in
Peterswalde, Kreis Schlochau, Grenzmark, vor ca. 50 Jahren
mit ihrem Mann Emil Davidsohn nach USA. ausgewandert,
letzte Nachricht aus Philadelphia (USA.) vor ca. 10-15Jahren,
gesucht von ihrem Neffen Walter Lewinsky, Neustettin,
reuBische Strale 38 I.
Nr. 1067. Die 5 Kinder von Wilhelm und Dora Heimann,
geb. Dittel, aus Kreuzburg (Oberschlesien), ca. 1905 bis
1910 nach USA. wahrscheinlich New York, ausgewandert (drei
der Kinder hieBen Flora, Meta, Georg), gesucht von Walter
Riesenfeld,.Oppeln, Ring 15.
Nr. 1068. Dr. med. Samuel Baumgarten, ausgewandert
1921 von Wien nach New York; ferner die Briider Heinrich
und Emil Rottersmann, vor ca. 35 Jahren aus Oswiecim


ausgewandert, gesucht von Hermann Weinheber, Wien XVII,
Herifalser-Hauptstr. 17.
Nr. 1069. Frau Ettel Griinspan (Tochter von David Markus
Tieger und dessen Ehefrau Chana, geb. Farber, in Belz),
verheiratet mit Abraham Beer Grlinspan, ausgewandert 1909


Schreibt Euch ein in das Buch des GedenkensI
Erl8st den Boden vonTel Sikaron
durch Spenden an den
KEREN KAJEMETH LEJISRAEL (JUdischer Nationalfonds e.V.)
Berlin W15,Meinekestr.10 / Postscheckkonto Berlin Nr. 282 47
Bankkonto: A. E. Wassermann, Berlin W8, Wilhelmplatz 7


aus Stijanow nach New York, gesucht von Frau Olickel
Firber-ReiB, Berlin NO55, Winsstr. 65.
Nr. 1070. Samuel Jacobowitz (gen. Sam Jacobs), geb.
1880 in Schwersens (Prov. Posen), ausgewandert 1897 nach
New York, oder deren Kinder, gesucht von Siegbert Jacu-
bowicz, Meiningen (Thir.), Anton-Ulrich-Str. 11.
Nr. 1071. Josef, gen. Juzu Bialoglowski, Sohn von David
Bialoglowski und Frau Nusia, geb. Schreiber, geboren in
Piotrkow Kujawski, ausgewandert vor ca. 35 Jahren nach
USA., gesucht von Meier Schreiber, Breslau 18, StraBe der
SA. 135.


Nr. 1072. Seide Gelbard (oder Nachkommen), vor ca. 38
Jabren nach Amerika ausgewandert; ferner Chune und Chaim
Gottesfeld und Jekel Wassermann, die aus Skala a. Z. (Ga-
lizien) gebfirtig, vermutlich in New York, gesucht von 'Arje
Leib Gelbard, Sohn des Hersch und der Ester Malke Gelbard
Mistelbach a. d. Ostbahn (Niederdonau), Neugasse 6, oder
Wien II, GroBe Schiffgasse 10/11.
Nr. 1073. Samuel Bernfeld, geboren in Kolomea (Galizien), /
wo'nhaft bis 1934 in Berlin, ausgewandert nach USA., ge-
sucht von. Moritz Burak, Eisleben.
Nr. 1074. Nachkommen von Jakob Schnellenberg, aus
"Neheim a. d. Ruhr, Reg.-Bez. Arnsberg i.. Westf., ausge-
wandert ca. 1866 nach USA. (zuletzt Baltimore, Inhaber
elnes groBen Herrenkonfektionsgeschifts), gesucht von Max
Griineberg, Berlin NO 55, Danziger Str. 39 I (bei Frau Selma
Becker).
Nr. 1075. Nachkommen von Osias Axelrad, aus Brody,
ca. 1890 nach USA. ausgewandert, 1900 noch in Philadelphia,
gesucht von Michael Andermann, Ramat-Hascharon bei Tel
Awiw (Pallistina).
Nr. 1076. Moses Waldmann und seine Schwester, Kinder
des Srul Waldmann und Enkel des SchnEir Waldmann, aus
Szerszeniowce (Polen), ausgewandert nach Kanada vor etwa
30 Jabren, gesucht von Chano Glaser (Tochter des Berl
Waldmann), derzeit Paris, 9e, 8, Rue Papillon.
Nr. 1077. Jakob Schlachet, Sohn von Hersch Leib
Schlachet, taus' Wisnicz bei Bochnia (Galizien), ausgewandert
vor ca. 37 Jahren nach New York, oder dessen Nachkommen,
gesucht von seiner Cousine Ester Klausner, geb. Schlachet,
Todhter von Mordche Ihre Schlachet, Berlin-Steglitz, Feuer-
badhstr. 13.
Nr. 1078. Bertha Drews, geb. Samuel, aus Rodewald
(Hannover), deren Schwester Frieda Samuel, beide- vor 40
Jahren nach Chicago ausgewandert, oder deren T6chter Ella
und Anny, gesucht von ihrem Neffen oder Vetter Heinz
Samuel, Hannover, GroBe Duwenstr. 7.
Nr. 1079. Nachkommen von Wolff und Lina Salomon,
aus Briesen (Westpr.); ferner von Jenny Salomon, ausgewan-
dert 1893 nach New York, gesucht von Siegmund Jonas,
Berlin SW61, Belle-Alliance-Str. 69.
Nr. 1080. David, Max, Michael und Daniel Ambach, geb.
zu Kleineibstadt (Unterfranken), David, Max und Michael
ca. 1860-1870 nach Baltimore (USA.), Daniel nach Kolumbus
ausgewandert, gesucht von Max Friedmann, Arnstadt (Thii-
ringen), Riedplatz 11.
Nr. 1081. Rosa Mandler, geb. Mandler, zuletzt Wien XX,
Donaufelder Str. 45/8; Siegmund und Therese Griinwald
(geb. Kohn) und deren SShne, zuletzt Wien XX, Theodor-
K6rner-Gasse; Kathi, Siegmund, Leopold und Gabriel. Blau,
sowie Minni Herschkowitz, geb. Blau, alle zuletzt Wien XX,
Donaufelder Str. 29, gesucht von Frau Fanni Smolen, geb.
Kohn, Berlin-Neuk6lln, Warthestr. 69.
Nr. 1082. Nachkommen von Bernhard Brown, geb. in
Neustadt a. d. Warthe (Pr. Posen), 1915: New York East 1816
Cortona Park E., sodvie Nachkommen oder Angeh6rige von
Julius Brown, 1920: New York City, 99 West 138te Str.,
gesucht von Jakob Kaphan, Muinchen, Reitmorstr. 53I.
Nr. 1083. Nachkommen von Mine (Minna) Dannenberg,
geb. 7. 9. 1833 zu Adelebsen (Hannover); Betty Dannenberg,
geb. 9. 9. 1839 ebenda, ausgewandert 1862 nach USA.,
gesucht von Harry Dannenberg, Hannover, Kohlrausch-
straBe 241.


':.' =)l" I ,y -






Seite 2 KINDER-RUNDSCHAU


Lehrstaitte fiir Metalibearbeitung
Ein Arbeitstag
Bim . bim . bim . utet die Glocke in der Lehr-
stitte Ptunkt 7 Uhr. Alle kommen mehr oder weniger schnell
ails den Umkleideraumen zur Gymnastik. Arme seitwarts
schlagt aus! Rumpf beugt! Armrollen vorwArts, boxen! so
lauten die Kommandos des Vorturners. Zum SchluB werden
noch zehn Kniebeugen gemacht, and schon sind die zehn Mi-
tuten Friihsport vorbei. Und nun gehts an die Arbeit!
Die einen von uns begeben sich an den Schraubstock,
andere zu den Maschinen, in die Schmiede oder zur Schwei8l-
apparatur. Hier feilt einer von den ,,Greenhorns" seinen
Klotz, dessen Flichen, trotz gr6l3ten Aufwandes an SchweiB,
nicht grade werden wollen. Dort wird ein Handhammer her-
gestellt, nebenan arbpitet einer von den Umschichtlern, der
.schon liingere Zeit hier ist. Wieder ein paar Schritte weiter
feilt einer ein Drehherz, d. h. er tut gerade den letzten Feil-
strich, denn nach seiner Ansicht ist er mit der Arbeit fertig.
Aber der Meister, dem er das hergestellte Stfck zeigt, ist an-
derer Ansicbt: ,,Da ist eine Flache nicht gerade", erklirt er
ibm, ,,hier ist die Rundung nicht gleichm-Bfig. Also bring das
in Ordnung und dann zeig es mir noch mal." Pl6tzlich
schreit eine miichtige Stimme ein Wort durch den Raum:
,,Hie rl" Es ist der Bicker, der jeden Morgen kommt, und
Kuchen und frische Br6tchen verkauft.
Der Raum, in dem keiner von uns im Sommer gem ar-
beitet, ist die Schmiede. Denn dort herrscht bei einer Tem-
peratur von 30 Grad im Freien eine Bullenhitze..Unaufh6rlich
sa-ust der Vorschlaghammer auf das zu bearbeitende Material
nieder, unaufhirlich drbhnt es dumpf durch die Schmiede. Ab
und zu eine kurze Pause des Atemholens, denn der Baustahl
- oder das andere Material, aus dem das Werksttick be-
steht ist ,kalt geworden. Aber bald geht die Arbeit weiter.
Schmiedezangen, Durchschliige, K6rner, alle diese Dinge und
noch. viele mehr werden bei uns in der Schmiede her-
gestellt.
Neben der Schmiede stehen die Maschinen. Fast alle
Maschinen, die ein Schlosser bedienen und kennen mu8l, sind
bei uns vorhanden. Mehrere' kleinere Drehbanke, FrAismaschi-
nen, eine Leitspindel-Drehbank und natfirlich auch Bohr-
maschinen und Schleifriider.
Inzwischen ist der Zeiger der Uhr unaufh6rlich weiter-
geriickt, und schon ist nachdem urn 9 Uhr eine Friih-
stiickspause war jetzt um 12 Uhr eine halbe Stunde
Mittagspause. Kaum ist diese beendet, da summt auch schon
wieder der Motor, der alle Maschinen antreibt, wird in der
Schmiede gehiimmert und am Schraubstock gefeilt.
Auch die Schwei8er haben ihre Tiitigkeit wieder auf-
genommen. An zwei Schweif8tischen werden ihnen die Grund-
begriffe der Schweiltechnik beigebracht. Hier versuchen sie
auch, das, was ihnen beigebracht wurde, mit grol3em Eifer
nachzumachen.
Ein Blick auf die Uhr belehrt mich, daB es 11/4 Uhr ist,
also Zeit, mich umzuziehen und fiur den Zeichenunterricht,
der einmal wochentlich stattfindet, fertigzumachen. Dieser
dauert 21/2 Stunden. Im Zeichnen lernen wir die Darstellung
von Werkgegenstfinden in Auf-, Seiten- und GrundriB, sowie
das Zeichnen im Schnitt. Auch miissen wir alle Gegenstlinde,
die wir herstellen, vorher zeichnerisch festlegen.
Bim . bim . bim . liutet es, diesmal aber bedeutet es:
Die Arbeitszeit ist beendet. Der Motor stellt sein eint6niges
Lied ein, das Schmiedefeuer erlischt, und der groBe Raum,
in dem eben noch so reges Leben herrschte, liegt still und
verlassen da. Es ist Feierabend!
Fritz-Manfred Harlam (16 Jahre), Berlin


Das schonste Geschenk zu Rosch Haschana:

Land der Jugend

Das Buch der Kinder-Rundschau

Preis nur RM 1.95

Bestellungen bei iedem jidischen Buchhlndler od. gegenVoreinsendung des Betrages
zuziiglich 30 Pfg. Porto (Postscheckkonto Berlin 71576) direkt bei dem Verlag
JUDISCHE RUNDSCHAU G. m. b. H.
Buchverlag und Buchvertrieb / Berlin W 15, Meinekestr. 10


TISCHRI


4,s,
,
t6E-Zr .


war der Fragebogen


... Und Aharon state seine beiden Hande ayf den Kopf des
lebenden Bockes und bekenne aiber ihm alle Verschuldungen
der Kinder Jisrael... III. B. M. 16, 21
Zeichnung von Hans Less (14 Jahre), Berlin
uniiiiiiiiiiiiii muii iniiiiiii nniiiii nniiiiiiiiiiiimiiiiiiiii|iiiiin iiimu iiiimiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii iim iiiun u nin um unniniiiiiiiiniiiiii mn


Jck


e-4,t&It


Mit 12-14jiahrigem Jungen aus England in Englisch oder Deutsch;
erste Zuschrift mit Bild. Robert Defries (13 Jahre), Duisburg-Meide-
rich, Friedrichstr. 36. Mit einem Jungen oder Mddchen von 15 bis
16 Jahren, m6glichst aus Berlin; erste Zuschrift mit Bild. Lea
Neumann (143/4 Jahre), Halberstadt, Spiegelstr. 14. Mit einem.
Jungen von 15-16 Jahren, m6glichst aus Berlin; erste Zuschrift mit
Bild. Thea Rosenblum (141/2 Jahre), Halberstadt, Westendorf 15. -
Mit einem Jungen aus dem Bachad von 14-15 Jahren; erste Zuschrift
mit Bild. Kurt Meyer, Frankfurt a.. M., Roderbergweg 87. Mit
lljihrigem Jungen oder Maidchen aus England oder Erez Jisrael in
en':scher oder deutscher Sprache. Helga Kleiner, Wien 7, Neustift-
gasse 93 20." Mit 14-15jiahrigem Jungen oder Madchen; erste
Zuschrift mit Bild. Dora Gothelf, Jiid. Landschulheim Caputh b. Pots-
dam, Potsdamer Str. 18. Mit gleichaltrigem Jungen oder Maidchen,
sowie Markentausch. Sabath Armin (15 Jahre). Cernauti str. Miror
Costin 14, Roumanie.




314. Der Jerusalemer Sender sendet auf Wellenlange 449 m, er
verfiigt iiber 20 Kilowatt und liegt neben dem englischen Sender
North Regional.

Wir gratulieren zur Bar Mizwah
Gerd Rosenzweig, Brandenburg a. H; Bernd Sander, Emmerich. -
Hans Bezalel Weisbecker, New York. Max Zuckermann, Rostock.


Die "&4s&kei fde-is4c"Mc
erscheint am Freitag, dem 7. Oktober. Redaktions.
schlufl hierfiir am Donnerstag, dem 29. September.


-__ .... 'a. .-
"0 h














o m'. c* L*e

~88 IWmcR *ete?


erfahrener Ratgeber fir die ne u e Gruppel


"I A dem Vorbereitungslager
















,--7. --
^^s^ ***da y^ A












Pee^^o^r[[?TTl\













v^ ~ \11A Issfw^ ^~w v c


Nr. 16











1eWa9 d ce hu


Gad und Dan kainen eines Morgens
zu mir: Es sei irgend etwas los in '
Tel Awiw, man slihe iiberall neue Ge-
sichter, later Jungen, ob vielleicht
neue Jugend-Alija eingetroffen sei. Nein,
davon wiitte ich nichts, aber Gad und
Dan sollten der Sache auf die Spur
gehen und mir mitteilen, urn was fir
Jungen es sich handle. .,'
Um sicben Uhr fuhr ich dann mitdem .
Fahrrad in die Moria-Schule, wo die
Jungen nach Gad und Dans Aussage
warren, urn Genaues zu erfahren. In der
groBen Schulhalle saflen ungefiihr 50 .
Jungen an langen Tischen beim Abend-
brot. Ich going einfach hinein, sagte Scha-
loni und fragte nach dem Leiter der
Gruppe. Da driiben sitzt er, Schneemann ..-
heifit er, und ich going also zu Schnee-
mann, der mitten hunter den Jungen saB.
Schneemann rfickte zur Seite, machte
mir Platz, und bevor ich noch etwas
sagte, hatte ich schon einen Teller vor David, der Fril
mir mit belegten Broten, eine Tasse Tee
und muBte nun ordentlich mitessen. Zwischendurch mit vollem
Munde fragte ich, wer sie eigentlich wiiren, und h6rte, daB es diie
Jungen der Ludwig-Tietz-Schule in Jagur sind, die 14
Tage auf Sommerferien in Tel Awiw sind. Ich sagte ihm, daB
ich von der Kinder-Rundschau bin und gern einen Ferientag mit
ihnen verbringen m6chte. Und ob ich auch Gad und Dan
mitbringen k6nnte, von denen ich erst von ihrem Aufenthalt
in Tel Awiw gehirt habe. Wir wurden alle drei freundlichst
cingeladep, aber wi.r mfilten friih aufstehen, denn umrn 6 Uhr
ginger es schon zum Strand.
Punkt 6 Uhr am niichsten Morgen waren wir zur Stelle.
Ein lautes Fanfarenblasen begrliBte uns. Aber es 'galt nicht
uns, es war David, der Friihaufsteher der Jungen, der die
Langschlfifer zumn Aufstehen brachte. Und schon rakelte es
sich aut allen Matratzen, es giihnte nd schimpfte ein wenig.
aber schon nach wenigen Minuten waren fast alle herunter
von ihren hohen Betten (die Matratzen lagen auf den zu-
sammengestellien Schultischen) und schon war die gauze
Gruppe in Badehosen und auf dem Weg zum Strand. Dort
wurde ein Speer in die Erde gepflanzt, die Schuhe abgestreift
und alle rannten ins Wasser.
15 Minuten tobten wir alle im Meer, wir hatten einenh
groBen leichten Gummiball, und das war ein tolles Durch-
einander. Dann wurde Gymnastik gemacht, Frei ibungen*und
sch6ne.neue Bewegungen mit Springen und Purzelbaiumen
und Atemgymnastik, und heute habe ich noch einen Muskel-
kater davon.
Als wir so alle richtig mfide und voller Sand waren,
going's noch einmal ins Wasser, und dann schnell und hungrig
zurfick zum Friihstiick. Auf dem Schulhof stehen Duschen,


"t ". ", .


,'.:. ; '^ v ^. ^ >- . .. .. .: .'"- *.. .





Freiabungen am Strand


haufsteher, weckt die Gruppe mit machtigen fosaunenstopen


zwasser wird abgespfilt, Zdihne geputzt und angezogen.
waren die langen Tische gedeckt, jeder hatte
Feller mit Ei, Butter und Brot vor sich, Tee dampfte
3en Aluminiumkesseln, und sch6ne Marmelade stand in
auf dem Tisch. Es schmeckte natfirlich wunderbar
iesem herrlichen Morgentraining und es blieb kaum
>t fibrig.
b halb neun going es gemteinsam in die Stadt. Wir
durch die ganze Ben Jehudastrafe, durch die ganze
y und es war schon ziemlich warm. Der Weg war
m neuen Bahnhof vorbei, und dann waren wir endlich
I. Heute war Besichtigung der Schule ffir .Maschinen-
er, bekannt unter dem Namen Beth Ssefer Pein, und
in der Versuchsstation ffir Diamantenschleiferei.
r wurden mit grolen Kfibeln eisgekfihlten Wassers
gen, dann hielt der Leiter der Schule einen Vortrag
klfirte uns das Modell des Baues. Anr den Winden
Dutzende von technischen Zeichnungen, die von den
n aus der Ludwig-Tietz-Schule fachmiinnisch begut-
wurden. Anschlieffend besuchten wir die Schlosserei
geschoB, wo neue Maschinen waren, an denen ganz
Burschen wunderbare Werkzeuge und Schlosserarbeiten
ten. Bald waren unsere Jungen mit ihren Kollegen in
Unterhaltungen, sowohl die Tischler wie die Schlosser,
e2,de Zweige waren in beiden Schulen LehrfAcher.
schlieBend going es zur Diamantenschleiferei, wo uns
ges Miidchen einen Vortrag fiber die Versuche hielt;
ien ins die M~aschinen an, und durftenc durch Lupen
* Splitter von Steinen betrachten. Auf einer Tafel sahen
xir Wie verschiedenen Arten und For-
men des Schleifenqs...
Von 2-3 wurde geruht oder geschla-
fen, die Matratzen wurden ausgebreitet,
und bald lag alles wieder lang. Die
meisten lasen, und da ich sehr neun-
gierig bin, going ich von Bett zu Bett
und sah nach, w as die Jungen lasen.
QDie meisten hatten die Zeits.chrift fiir
S das Tischlergewerbe oder andere Fach-
biicher, einer las ein Buch fiber Erfin-
dungen, wenige Zeitungen und einige
,. Briefe, die gerade von zu Hause ange-
kommen warren. Ich wuBte, daB die Jun-
.,- Sgen in ihrem Beruf aufgehen, ich kenne
zum Teil ihre hervorragende Tisch-
lerarbeit und ich freute mich fiber die
Lektfire der Fachzeitung, die daffir
spricht, daB der Beruf ernst genommen
j wird.
SUm halb vier going's wiedgr zum Meer,
'.{ nach- einem Schluck Tee und Butter-
broten. Mit einigen going ich spazieien
und zeigte ihnen von den Diinen aus
den Hafen und das Reading-Werk, das
sie erst spliter besuchen sollten, und so
going der Nachmittag vorbei.
Text und Photos:
Walter Michael Schwarz (Tel Awiw)


s waren Tausende Chassidim, die zum
Rosch Haschana-Fest nach Luba-
witsch kanrn, um die heiligen
B Tage bei ihrem Rabbi zu sein.
Manche, die sich's listen konn-
ten, kamen mit Pferd und Wagen,
viele zu FuB, auch wenn der Weg
l 1 weit war, und auf den Landstralen
konnte man manchen Juden seen,
S j wie er ganz in seine Gedanken
vertieft voranschritt und sich schon
auf dem Wege in seinem Innern
vorbereitete, umrn mit geldiutertem Herzen vor den Tagen
des gfttlichen G.erichts zu bestehen. Bald war das Stadt-
chen voll von solchen Gisten in festlichen Gewdindern, und
tier Eifer der Vorbereitung hatte jedermann ergriffen.
Das groge Bethaus war am ersten Abend schon so voller
Menschen, daB man die Tiiren nicht schlieBen konnte, und
noch drauBen auf'dem Hof war es schwarz von Betern. Immer
wieder richteten sich die Blicke vorn atf die Ostwand, wo
der Rabbi stand, die Augen emporgewendet, das Gesicht wie
von innen leuchtend, und, wiie alle ahnten, sah und erlebte,
was die anderen ni'cht begreifen konnten.
Am Rosch Haschana-Tage wuchs die Inbrunst der Beter
noch von Stimde zu Stunde.& Nach dem Morgengebet sch6pften
einige auf dem Hofe frische Luft und alle warteten noch
auf den Rabbi, der zur allerletzten Vorbereitung auf das
Schofar-Blasen ins Tauchbad gegangen war. Alle Augen waren
voller Spannung, bis plotzlich ein Murmeln durch die Menge
going: Er kommt er kommt! Nun drdingte man zurfick,
ein stilles StoBen und Drdingen, und dann sogleich standen
Schulter an Schulter wi-e zwei lange, gerade, schwarze Men-
schenmauern die Chassidiin, stumm und zitternd vor der
Gr6Be des Kommenden, und langsam schritt zwischen ihnen
der Rabbi hindurch, schritt nein, er scliien zu schweben,
so unirdisch sah er aus mit seinen Blicken, die keinen
von ihnen sahen," sondern wi-e in h6heren Regionen waren,
wo er bald den groBlen Kampf mit dem B6sen kinlpfen
und dem Satan beikommen wilrde, ja er wird ihm beikommen,
er muB ihm beikommen.
Im Bethaus vollends war alles voller heiliger Furcht
und Ehrfurcht und ganz still vor banger Erwartung, so daB
nichts zu h6ren war als dann und wann das kaum gehauchte
Seufzen eines when Herzens. Oben auf der Empore stand
nun der Rabbi ganz in sich versunken, den Tallith mit der
silberverbriimten Borte fiber den weiBen Kittel, fiber den
greisen Kopf, fiber die Augen gezogen, und sein grauer Bart
schien in der unbewegten Luft vor innerer Bewegung zu zittern.

it einem Male h6rte man eine
weinende Stimme rufen, ,,The-
kia!" Der Rabbi hob den
SSchofar an die Lippen, und
der belle, lautere Schofarton
str6mte hochgemut fiber die
Kopfe der Frommen hin, und
wieder Thekia und von neuem
Sder helle, kfihne-Klangstrom,
der sich sodann im ,,Schwa-
rim" brach und sogleich wiederfand und endlich maichtig
wie ei'n Sieg fiber das B6se dahinfuhr und verklang.
Ein Erschauern going durch alle Herzen, als der erste
Ton erscholl, nod obwohl ich damals fast noch ein Kind


war, going mir dabei doch auch alles blitzschnell durch den
Sinn, was ich von meinem Vater, der ein treuer ChaBid war,
gehlrt hatte: daB das Schofarhorn von einem .Widder ist,
wie auch das Tier ein Widder war, das unser Erzvater Abra-
ham an Stelle seines Kindes Jizchak opferte. Und daB Rosch
Haschana das Fest des Oerichts fiber uns ist und Satan,
der B6se, der Ankliiger gegen uns Menschen im Himnimel und
die Somnne seine Zeugin, die unsere Siinden bei Tage sah,
jedoch der Mond, der uns in unsern Niichten -sah, wollte
nicht gegen utins zeugen und verbarg sich hinter dem Riicken
der Schechina, der Gottesmajestit, und darum scheint am
Rosch Haschana kein Mond. Wir aber in unseen Siinden
haben nichts zu erhoffen als Gottes Erbarmnnen, und mit
dem Schofarschall weaken wir das Erbarmen auf. So fiihrt der
erste Thekiaton durch die Wolken empor, bis er unsern
Erzvater Abraham erreicht und wice eine Krone uni Abrahams
Haupt schwebt. Der zweite Thekiaton ist so miiclhtig, daB
.er das B6se auif Erden zerbricht, und emporgestiegen zer-
bricht er die Anklagen in Scherben, umnschwebt unseres
Vater Jizchak -Haupt und erinnert ihn an die Opferung,
daB er urn derentwillen fuir tins spreche. Der dritte Schofar-
schall spaltet die Himmel, erweekt das Erbarmen und urm-
schwebt das Haupt Jakobs, und nun gehen die Erzviiter
zusammen zum hohen Thron und bitten Gott, sich der
Schofarstimme zuzuneigen und tins im Andenken an die
Opferung des Widders zu verzeihen.

ies alles erlebte ich, wihrend
tder Rabbi Scholar blies, in Ge-
S/// )danken mit, und jeder Ton er-
schreckte mein Herz bis auf den
\' / / Grund, wie es wohl jedem in
1/ ,j dem grolen Bethaus going, zu-
glcich aber verfolgte ich den
S / hellen, strengen Klang empor und
glaubte ihn f6rmlich sehen zu
S / k6nnen: jetzt sprengt er die Wol-
ken, jetzt fliegt er uiber die grelle,
b heife Sonne hinweg, die alles
bei Tage gesehen hat, jetzt er-
reich't er den h6chsten Him-
melsgrund, jetzt stockt er ein wenig um des Erzvaters Haupt
und steht und schwebt und ist am Ziel und jetzt jetzt
muB, muB, muB Gott uns sein Ohr hinneigen! Und ich
war jedem Schofarton so ganz und gar gefolgt und
merkte so genau auf, als ob ich dadurch ihn zwingen
kbnnte, nur ja nicht von seinem Weg abzuirren und
sein Ziel zu verfehlen, und ich gab mich jedem Ton so
hin, daB ich gar nicht mehr auf den Rabbi zu blicken
wagte, um ihn oder mich nur nicht abzulenken.
Als aber der letzte Schofarruf so sieghaft rein erscholl
upd verklang und sich imn Raum verlor, sah ich wieder den
Rabbi und die Miinner um mich in den langen, weiBen
Talethim, wie sie immer inbrfinstiger beteten und beteten,
bis die Stimme des Vorbeters fiber ihre Stimmen hinaus
schwoll und hinaufstieg, und bald going auch mein Beten imr
Meer ihrer Gebete auf ...
Ich weil nur noch, wie danach der Rabbi mit seiner
weilen Hand fiber meinen Kopf strich und mit strablendem
Gesichte meinem Vater und uns allen wiinschte: Leschana
towa thikathevu daB wir zu einem guten Jahre migen
eingeschrieben werden, was ich uns allen wiinsche, Amen.
Jizchak Arjeh


Der Rabbi blies Scholar.


Selfe 4 KINDER-RUNDSCHAU


Mr. 16







JUDISCHE RUNDSCHAU


BERLINER RUNDSCJ AU


Nr. 76/77, 23. SEPT. 1931


Berliner Juden Im Biedermeier
Von Dr. Hanns Reil6ner
An dieser Stelle wurde vor geraumer Zeit (25. August
1936) ein Riickblick auf die Berliner Judenheit am Vorabend
der Emanzipation geworfen. Es mag daher reizvoll sein, sich
darfiber Rechenschaft zu geben, wie das erste Menschenalter
der Emanzipationszeit die Personen und Dinge abgewandelt
hat. Die Geschichtsliufte erfuhren gerade damals wieder einen
entscheidenden Einschnitt. Auch fir die jildische Bev6lkerung
PreuBens war gerade ein .bedeutsamer gesetzgeberischer Akt
ergangen. Die Neuordnung des Judenwesens .fir das Grog-
herzogtum Posen gab den dort naturalisierten Juden erst-
malig die M6glichkeit der Wohnsitzverlegung in die alt-
preuBischen Provinzen. Damit sollte in der Zusammensetzung
der Berliner Judenheit kiinftig ein neues Bev6lkerungselement
mitbestimmen.
Bev8lkerungsbewegung der Berliner Juden
Die bloBen Ziffern weisen aus, daB schon vor der ver-
stirkten Zuwanderung von Juden aus Posen die Berliner
Judenheit sich von 3200 K6pfen im Jahre 1800 auf 5000 K6pfe
im Jahre 1834 vermehrt hatte. Der verhiiltnismaiBige Anteil
der Juden an der Berliner Zivilbev6lkerung war in dieser Zeit-
spanne aber gleichwohl um 10 v. H. gesunken. Dieser Rick-
gang setzte jedoch nur eine bereits seit langem bemerkbar
gewordene Str6mung fort. Seit 1780 war der verhdiltnjsmBilige
Anteil der Juden in "Berlin dauernd rficklaufig gewesen.
(1780: 3,1 v.H.; 1800: 2,2 v. H.; 1834: 2 v. H.)
Uebrigens war diese Erscheinung nicht auf die Juden
beschriinkt. Auch die fibrige Zivilbev61lkerung nichtdeutscher
Herkunft, Franzosen und Bohmen, verlor stiindig an verhillt-
nismaBigem Anteil. (Franzosen, B6hmen und Juden insgesamt
1780: 9 v.H.; 1800: 5,45 v.H.; 1834: 4,5 v.H.
Einen gewissen Ausgleich bot fur den Kopfbestana nur die
Tatsache der Zuwanderung aus der Provinz. Diese
Bewegung brachte der jiidischen Bevolkerung Berlins in den
ersten 30 J.ahren aus den altpreuBischen Provinzen, vorzugs-
weise Ostelbiens, einen Zuwachs von etwa 3000 Seelen, also
fast soviel, wie die gesamte Gemeinde im Jahre 1800 iiber-
haupt umfafBt hatte., Bei einem GeburteniiberschuB von etwa
200 K6pfen in dieser Zeitspanne war aber gleichzeitig ein
,Abgang unter Lebenden von etwa 2000 Seelen zu verzeichnen
gewesen, die damals die Tau fe nahmen, mithin runct zwei
Drittel des Bestandes bei Jahrhundertbeginn.
Die Taufbewegung erfaBte gerade die im besten
Mannesalter stehende Generation mit besonderer Stirke, wie
aus der Entwicklung der Geburten- und Sterbeziffern ge-
schlossen werden kann. Zwar lag bereits zu Beginn des
19. Jahrhunderts in der preuBischen Monarchie die jiidische
Geburtenziffer verhiiltnismilBig hunter der christlichen. (35,4 v. T.
bei den Juden gegeniiber 40,01 v. T. bei den Christen.) In
Berlin war der Abstand zwischen beiden Verhiiltnisziffern
jedoch mehr als doppelt so hoch als im Durchschnitt der
onarchie. (Berliner Juden im Jahre 1833: 23 v. T. gegeniiber
34 v. T. bei den Christen.) Es ware verfehlt, diesen Riick-
gang auf bewufit geiibte Geburtenkontrolle zurtickzufiihren,
wie sie erst in spliterer Zeit an Umfang gewann. Vielmehr
hatten diejenigen Berliner Fami'lienviiter,. die Mitglieder der
Jildischen Gemeinde blieben, durchweg eine nicht unansehn-
liche Kinderschar. Nathan Israel z. B., der Begriinder der
Firma N. Israel, hatte acht Kinder; Samuel Bleichrbdcr, der
Begriinder der Firma S. Bleichr8der, hatte deren sechs. Die
Taufbewegung beschwor also bereits damals die Anfinge einer
Vergreisunp" der- jiidischen Gemeinschaft im VerhAltnis zur
Gesamtbev61lkerung herauf. Diese Tendenz wird aus den
Sterbeziffern deutlich. Die Verhdiltniszahl der Todesfalle iiber
14 Jahren betrug bei den Christen 14,7 v. T., hunter den Juden
jedoch 17 v. T. Teilweise damit zusammen hiingt die Tat-
sache, daB die Verhailtniszahl der Totgeburten und der Kinder-
sterblichkeit his zu 14 Jahren bei den Juden noch nicht einmal
halb so grog war wie unter den Christen (24,6 gegeniiber
51,7 v. H. der Todesfille fiberhaupt). Auch dieser bis zur
Gegenwart bemerkbare Zug ist also auf eine alte Tradition
zuriuckzuffihren.
Wirtschaftliche Bet8tigung
Die Glieder des jiidischen Erwerbslebens der dreiBiger
Jahre waren iiberwiegend Familien, die erst zu Beginn des
19. Jahrhunderts den Weg nach Berlin gefunden hatten. Fabri-
kanten von sog. Ginghams 8& Indiennes, das sind besondere
baumwollene Stoffe, waren Borchardt, Fraustadt und Schott-
llnder. Eine Seidenzeug-Manufaktur going hunter der Firma
Liebermann. Die Firma J. H. Beer betrieb eine Zuckersiederei.
Unter den Baumwoll- und Modehandlungen am Mfihlendamm."
waren die Herren Bloch, Salomon u. a. Eine bedeutende Putz-
warenhandlung war die von Levinstein. Sechsmal w6chentliche
B6rsenkursanzeigen gaben Philipsborn & Busse heraus. Unter
den Buchhaindlern erscheinen die Firman Asher, Jacoby, Levy
und Schlesinger.
Oertllche Vertellung
Der Zug nach dem Westen hatte noch kaum begonnen.
Die Familie Mendelssohn-Bartholdy bildete auch in dieter
Beziehung eine Ausnahme; sie bewohnte bereits ,ein Privat-


Als Auftakt ffir die Winterarbeit veranstaltete der Berliner
Zionistische Ortsverband am 19. und 20. September je eine
Bezirkstagung fiir die westlichen und 6stlichen Gruppen, die
von den aktiven Mitarbeitern zahlreich besucht waren. Ueber
,,Die zionistische Aufgabe in dieser Zeit" referierten Dr. Franz
Meyer und Dr. Hans Friedenthal, indem sie in groBen
Ziigen die Situation des jildischen Volkes in der Welt, ins-
besondere in Deutschland und Paliistina darlegten. Wenn auch
die Schwierigkeiten, die einer Kliirung und Lbsung des Juden-
problems entgegenstehen, zeitweise unilberwindlich und alle
Auswegsm6glichkeiten verschlossen zu sein scheinen, so
nimmt die zionistische Arbeit dennoch un t e r all en U m-
st ii n den ihren Fortgang. Gerade in einer Zeit, in der immer
neue Massen jiidischer Menschen sich ganz plbtzlich demn
Judenschicksal konfrontiert sehen, bietet die zionistische Ana-
lyse der Judenfrage die cinzige M6glichkeit realpolitischer Be-
trachtung und den einzigen Hinweis zu Wegen, die zu einer
Erleichterung und schlie6llich Entspannung fiuhren. Die Aufbau-
arbeit in Palistina und die mit ihr zusammenhiingendenAaktu-
ellen Fragen, wie die von zionistischer Seite seit Jahrzehnten
geforderte Berufsumschichtung, die weitere Errich-
tung von Arbeiter- und Mittelstandssiedlungen,
der Transfer und die durch ihn erm6glichte planmaBige
Wirtschaftsentwicklung in Erez Jisrael wurden beleuchtet.
Unsere Aufgabe besteht nicht nur in der Durchdenkung bisher
nicht gekannter Dinge. Die Judenfrage ist zu einem Welt-
problem geworden, so da8, wenn die Zionistische Organi-
sation nicht schon bestiinde, sie jetzt neu begriindet werden
miiBte. ,
Ueber ,,Erez Jisrael Fortschritte und Schwierigkeiten"
sprachen Dr. Josef Wei B und Dr. Kurt L:icht. GewiB seien
die Hemmnisse gegentiber einer ruhigen Weiterentwicklung
nicht zu iibersehen, andererseits aber- zeuge es fiir den un-
beugsamen Willen und die kraftvolle innere Haltung unserer
Menschen, daB seit Beginn der Unruhen (1936) 24 n ue
Siedlungen errichtet wurden, darunter auch solche fiur


gebAjude auf der Leipziger Strale. Die Mehrzahl der jiidischen
Familien aber lebte vor wie nach im Zentrum, dem sog.
Berliner Viertel, unweit der Synagoge Heidereutergasse. Haupt-
wohn- und Geschiftsgegend fur Juden waren die Jildenstra e,
Klosterstr., Rosenstr., Pankowsgasse, Hoher Steinweg, Bi-
schofstr., Heiligegeisfstr., Spandauer Str. und Poststr., nachnals
der Sitz nicht 'unbedeutender Engrosgeschiifte.
JUdisches Schulwesen
Ein altes Konversationshandbuch fdr Berlin und Potsdam
(1834), dem diese Angaben entnommen sind, bezeichnet als
Hauptmerkmal seiner Zeit im Wirtschaftsleben die ,,zweck-
miBige Anwendtmg der Fortschritte der Wissenschaften auf
den Gebrauch fiirs praktische Leben". Auch das jiidisclie Schul-
wesen hatte seit der Jahrhundertwende die gleiche Richtung
eingeschlagen. Es bestanden neun jiidische Schulen. hunter der
Oberaufsicht des Magistrates, die durch Prof. Ribbeck, den


Gemeindemitglieder!

Denki rechizeiltig an die Herbs!-
bepflanzungen
Erika und Centaurien
Wenden Sie sich bitte an die
FriedhofsgirtnereI der Jildischen Gemeinde
Berlin-WeiBfensee, Lothringenstr. 22 / Tel. 56 40 36
Schriftliche und telefonische AuskUinfte bereitwilligst


Director des Friedrichsgymnasiums, ausgeiibt wurde. Von
diesen neun Schulen waren drei Knabenprivatanstalten, die
man sich wohl als eine Art weltliche Fortsetzung der friheren
Chadarim vorstellen darf. Eine vierte, hunter Leitung des Dr.
Jost in der Neuen Friedrichstrale, bezeichnete sich als h6here
Schule. Die fiinfte Anstalt war die sog. Aaronsche Stiftung
in der Spandauer Strafe. Ihr Vorsteher war B aruch Auer-
bac h, mit dessen Namen das Berliner jildische Erziehungs-
wesen des 19. Jahrhunderts unl6sbar verbunden ist. Das
Hauptfeld seiner Titigkeit waren die eigentlichen Gemeinde-
anstalten, und zwar die Schule, das Seminar und die Waisen-
anstalt in der RosenstraBe. Die Schule war vierklassig. Dem
Director standen 11 Lehrer zur Verfiigung. Die Schfilerzahl
hatte sich von 64 im Jahre 1829 auf 186 im Jahre 1834
verdreifacht. Von ihnen erhielten etwa neuh Zehntel freien
Unterricht auf Kosten der Gemneiindekasse. Der Bericht-
erstatter fate sein Urtell iiber die Schule wie. folgt zusammen:


Olim aus Deutschland. Auf 24000 Dunam Boden seien etwva
2000 Mittelstandssiedler und Chaluzim angesiedelt worden. Pa-
listina sei abgesehen von USA. dasjenige Land, das
in diesen Jahren mehr Auswanderer aus Deutschland auf-
genominen und eingeordnet habe als alle iubrigen Immigra-
tionslAnder zusammen genommen.
Ueber die zionistische Arbeit in Berlin referierte in beiden
Versammlungen Dr. David Sch lo B be r g, indem er ein Bild
sowohl fiber die bisherige wie die kiinftig geplante Arbeit
entrollte. Das Reservoir an Menschen, die far die zionistische
Sache gewonnen werden k6nnten, sei lingst nicht ersch6pft.
Die Veranstaltungen der Unterbezirke und der Lehrstatte Ch. N.
Bialik wiarden unverAndert fortgesetzt werden. Mit groBem
Beifall wurde die Mitteilung aufgenommen, daB seit etwa drei
Monaten die Zahl der neu hinzutretenden Mitglie-
der die der durch Auswanderung ausscheidenden wieder
iibersteig e. Unsere Menschen seen zu geschulten zio-
nistischen Mitarbeitern zu erziehen, wohin auch immer sie
wandern wiirden. Wenn auch die Judenheit Deutschlands als
geschlossene Gruppe dem Untergang entgegengehe, so dairfe
die Erinnerung an sie als wichtigen Faktor innerhalb des
Gesamtjudentums nicht erl6ischen. Deshalb stinde der Feier-
tagsmonat Tischri hunter dem Zeichen der vom KKL
durchgefilhrten Aktion des ,,Se fer Si karo n", in das sich
alle jirdischen Gemeinden und Institutionen in Deutschland,
ihre Vorsteher, Funktioniire und Mitglieder eintragen sollten.
Dieses Spendenbuch des Gedenkens, des Erinnerns an die
Vergangenheit, bilde zugleich die Brficke zu einem prak.
tischen Werk des Aufbaues fuir die Zukunft. Aus den Er-
trignissen werde eine Siedlung ffir Juden aus Deutschland
in Erez Jisrael errichtet (,,Tel Sikaron"). Jeder Ein-
t r a g in das Buch des Gedenkens sei ein Beitrag fiir den- Auf-
bau. In beiden Veranstaltungen folgte den Referaten einte
lebhafte Aussprache. Eine Resolution im Sinne der Referate
fand einstimmige Annahme. G. S.


,,Sie ist als Elementarschule zur Vorbildung ffir den a r be i-
tenden Gewerbestand zweckmaBig organisiert, wobei
iObrigens nicht nur die geistige, sondern hauptsichlich auch die
sittlich-religi6se Bildung der Kinder erstrebt, und man dart
hinzufiigen, immer genfigender erreicht wird". Mit der
Knabenschule im Unterricht eng verbunden war die Waisen-
anstalt, in der 1834 sich acht Knaben befanden. Acht Frauea
vertraten als sog. Ehrenmiitter bei den Waisen die Mutterstelle.
- Erst in der Errichtung begriffen war das Seminar.
Neben diesen acht jiidischen Knabenanstalten bestand nocht
keine Miidchen-Elementarschule; doch war eine solehe fiir
den Herbst 1834 vorbereitet. Eine sog. Nihschule ffir jildische
Miidchen gab es in der KlosterstraBe. Di-ese beschrankte sich,
wie der Name besagt, auf reinen Gewerbeunterricht. Uebrigens
war der Uebergang zwischen einer Nkahschule und einer
NAhstube auBerordentlich flielend. Aus solchen Nihschulett
entwickelten sich nachmals ausgesprochene Wiischeherstellungs-
ateliers.
JUdisches Bledermeler
Wifl man den in den DreiBiger Jahren erreichten Zusdtaid
in einem Worte zusammenfassen, so verflechten sich die
Einzelziige zu einein Bilde pflichtbewuBt-niichternen Strebens
im Alltag. Ob die Seele der Zeitgenossen fir Feiertig -
l inches empfinglich war? Empffinglich wohl schon, aber
doch noch nicht wieder in der Lage, den Eindruck zu verdich'.
ten und aus sich herauszustellen. Einstweilen hatten dia
Menschen jiidischen Bluts, die sich mit sch6nen und edlen
Dingen beschiiftigten, die Mendelssohns und Ebers, die 'Be-
ziehung zum Judentum abgestreift. Rahel Varnhagen und
Michael Beer waren emin Jahr zuvor ins Grab gesunken. Die
Generation Max Liebermanns aber war noch ungeboren.
Inzwischen liefen die ersten Antriige Posenscher Juded
auf Naturalisation. Wer im Besitze des Papiers war, durftf
in die preu.Bischen Stammproviinzen iibersiedeln. Fiir diese
jiidische Generation wurde Berlin das Durchgangstor in die
W'elt, in der man sich verlieren oder sich behaupten muB,

Mitarbeit bel der Winterhilfe. Damen und Herren, die
in der kommenden Winterhilfe bei den Sammlungen ehren-
amtlich tiitig sein wollen, werden gebeten, sich schriftlichl
bei der Abteilung ,,Haussammlupg" der Jiidischen Winter.
hilfe, Berlin C 2, Rosenstr. 2-4 oder telephonisch (4167.112
Apparat 50) zu melden.
Englische Fortbildung. Die Schulabteilung der Reichsver-
tretung teilt mit: Es ist in Aussicht genommen, in der Zeif
vom 23. December bis 2. January 1939 eine Fortbildungstagung
filr Lehrer des Englischen zu veranstalten. Vor-
gesehen sind: Grammatik, schriftliche Uebungen, Konversation
und Vortriige durch einen englischen Lektor. Voranmeldungen
an: Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Schulabtei-
lung, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr. 158.


KUnstlerhillfe der JUdischen Gemeinde
Abhi Veranstaltungen (Mitgl, des Reichsverb. der Jild. Kulturb. in Deutschland)
Sonnabend, 8. Oktober
20.1.5 Uhr, BrUdervereinssaal
Elnulges Konzert

KIPHIS
Am Fl I gel: E RNA KLEIN
Karien inkl. Steuer: RM1.50; 3.-; 4.-bei Philo, Kedem, Poppelauer, Fuchs
u. Hausmeister, Oranienburger Str. 29. EinlaB nur mit Kulturbund- od. R-Ausweis



Gottesdienst
der BZV und des MISRACHI
zu den hohen'Feiertagen
im Saal MeinekestraBielO
Karten aO RM 1,50, 2,50 4,- und 5,- im Vorverkauf bei der Anzeigenannahme
der JiUdischen Rundschau, MeinekestraBe 10
Einige Herren- u. Damenplitze noch vorhanden
Aufierdem
im Heim der BZV, Rosenthaler Str. 44
Karten zu RM 1,- bia 3,- im BZV-Heim, Rosenthaler Str. 44 und in der Buch.
handling Salles, Grenadierstr. 30


JUidisches Restaurant
PAULA MULLER
Berlin-Wllmersdorf Ruf 960895
Ballenstedtor Str. 2 u 963341
zwischen KurfOrstendamm u. Fehrbelliner
Platz an der Brandenburglichen StraBe
Tfiglich Kaffee und Abendessen
Ffr ale Felertage besonders relMtihalfe Harte,
aui mtttaos. Timdhestelunnten vorber erbeten
Sonnfat ab 12 Uttr: HitUtasdedeck N. 2.-


. I i


Rubinstein
Darlin W, Joachlmsthalr Str. 41 Telefon 91 is 32 Z
Tigul'Ch UatlhmsbblmI nb

An den Felertagen besondere Festgedeeke
aber auch die sonsatigen Menus. Von 4-7 Uhr der
exquisite Kaffee nebat reidchaltiger Kuchenauswahl
Ausrichtungenvon Familien-Fastllch-
keiten usw. in meinen Separatriumen



Kaflee-Reslauranl Wittelsbach
Inh.: Oskar Aberbach, M.d.J.B 6., Bayerisoher Platz 2
Reichhaltiges Mittag. und Abendmenu von RM 1.10 an / Gut.
gepflegte Biere, Weine / Nachmoittags u. abends die gute Musik.
Angenehmer Aufenthalt / Separate Riume fur Feierlichkeiten.
In- and auulindische Zeitungen / Spiel- und Billardriume.
- Ausrlchtung von Festlichkolten


Das Budach
derKinder-
Ruadschau
hat bel alien Jungen
und MAdchenX,die ea g.
lesen haben, helles Ent.
zficen hervorgerufen.
Preis 1. 9
nur RM 1
Zu beziehen durdch
jeden jidishean Buc-.
vertrieb oder gegen
Voreinsendung des
Betrages zfigl. 30 Pf.
Porto (Postsdh.-Konto
Berlin 71576) dir.von
JODISCHE
RUNDSCHAU
G.m.b-H
Budwerlag,
Budvwertrieb
Berlin WIS
Mcinekestrafe 10

Klaulerstimmer
Perez
Ruf: 7219 20


Il


DER ERFOLGREICHE TONFILM DES K.K.L.



Wiederholung

Anfang Oktober
im Berliner
Westen
Termin wird noch bekanntgegeben


Felner's m u-u.l- end.ish B a r c h e s.
Berlin C, Rosenthaler Stra.se 39 Abbacken von Kuchen
Ruf: 41 57 29
ErstkIass Ie Wiener Kiche.. Bickerel-Niederlage Frieda Koch
Gedeck ab RM 1.15 Berlin NW 87, Wullenweberstr. 7 / 39 04 85


Bezirkstagungen der BZV






S.tYe 20 JODISCH~ RUNDSCHAU Nr. 7tSI77. 23 IY. 1Q33


Singspiel in der Gastspieloper
In der Aula der Knabenvolksschule KaiserstraBe trat die
Oastspieloper mit einem Singspielabend wieder vor die Oef-
fentlichkeit. Der starke Zuspruch und die beifillig aufgenom-
mnene Auffiihrtrng versprechen bei Abstellung einiger Schn-


,,Die sch6ne Galathee": Von links nach rechts: Trude Mirauer,
Edith Bock, Fritz Engel Foto: Ganther Lenhardt

heitsfehler weiteren Erfolg. Das Ensemble beschrinkt sich
auf einen kleinen Kreis von Mitwirkenden, von denen Kurt
R a h m e r, Darsteller und Singer buffonesken Charakters, in
seiner Eigenschaft als Spielleiter einen groBen Teil des Er-
folges fir sich buchen darf. Mit seinem Midas in der ,,S c h 6-
nen Galathe e" von Suppe stellte er eine herzhaft ko-
mische Figur auf die Biihne, die schon mit dem Erdffnungs-
couplet stiirmische Heiterkeitswirkung erziel-te. Die Bega-
'bung Trude M irau ers fiir das leichte Fach sprach in
'dieser Operette mehr an, ihr ,,Griechen"-Couplet des Ga-
nymed fand Beifall. Von dem darstellerisch noch nicht sehr
'erfahrenen Fritz' Engel haben wir sein angenehmes Stimm-
material in guter Erinnerung, wenn wir es auch besser ange-
wendet wissen m6chten. Die Besetzung der Galathee war lei-
'der ein Fehlgriff, sie erfordert die absolute Beherrschung
des Koloraturfachs. Edith Boc k, im Spiel nicht ungeschickt,
ist noch nicht so weit, um es zu beherrschen. Von den
beiden' ungemein publikumswirksamen Singspielen scheint
das'*erste, ,,Das Madchen von Elizondo", von Offen-
bach, leicht hingeworfen, hat aber viel Sch6nes aufzuweisen,
einschmeichelnde Melodien, witzige Pointen. Das Offenbachsche
Vorbild in der Suppischen ,,Galathee" ist gegenwartig. Gliick-
liches Temperament, Humor und Einfall inspirieren hier Suppe
zu einigen seiner gelungensten Musiknummern. Werner F a -
bian und Werner Baer walteten an zwei Klavieren als
Wirkungsvoller Orchesterersatz. Dr. J a k o b S c h 6 n b e r g



AnkOndigungen
,,Rigoletto"-Premiere. In der ,,Rigoletto"-Premiere dese Jidischen Kul-
turbundes Berlin singt ein neuer, aus friiheren Jahren sicher noch sehr
gut bekannter Tenor die Partie des ,,Herzogs": Igo Guttmann.
In der Rolle des Titelhelden wechseln Walter Olitzki und Wilhelm
Guttmann ab, in der Partie der ,,Gilda" Mascha Benjakonski und
Rita Atlasz. ,,Rigoletto" soll im Monat November in
Form einer Sonderveranstaltung auch in italienischer Sprache zur Auf-
ffibrung kommen. Die Hauptrollen sind mit folgenden Siingerh be-
setzt: den Damen: Atlasz, Benjakonski, Horwitz-Jansen,' Kayem,
Lind, Siegmann; den Herren: Igo Guttmann, Wilhelm- Guttmann,
Olitzki, Dresdner, Katz, Krotoschinsky, Lexandrowitsch, Pechner,
Riel, Urias.
Hebrilische Lehranstalt der Jlidischen Gemeinde zu Berlin. Eine
neue hebriiische Anfingerklasse wird am 29. Sept.,
20.30 Uhr, in der Schule Klopstockstr. 58 (am Stadtbahnhof Tier-
garten) eroffnet. Unterrichtszeit: Di. u. Do. 20.30-22 Uhr. Anmel-
dungen am Beginn der Unterrichtsstunde. Neuanmeldungen fiir simt-
liche bestehenden hebriiischen Klassen (Anflinger, Mittlere und Fort-
geschrittene), fiir die Sonderkurse fUir Lehrer. fiir die Mittlerenkurse
fiir arabische Sprache und ffir cinen neueinzurichtenden he br i -
ischen Intensivkursus in der Sprechzeit: Mo. u. Mi. 17.30
bis 18.30 Uhr, Gr. Hamburger Str. 27; Di. u. Do. 17.30-18.30 Uhr,
Klopstockstr. 58. Lehrer der deAnstalt: Nissan Ber g g r ii n, Dr. Moses
Goldmann, Elsa Lew in, Meier Mohr, Wolf ANeier, Dr.
Gustav Ormann,. Jehoschua Wol f f. Schriftliche Anmeldungem
mit gen-uen Angaben fiber die Vorkenntnisse an Nissan Berggriin,
Berlin-Charlbg. 5, Kaiserdamm 101 (Tel. 931490).
Tischler- und Schlosserausbildung fiir Jugendliche. Zum 15. Oktober
sind noch einige Platze in den Tischler- und SchlosserwcrkstLitten
Hamburg und K61n zu besetzen. Die Ausbildung erfolgt im Rahmen
der Mittleren- Hachschara des Hechaluz, Berlin W 15, Mei-
nekestr. 10, wohin schriftliche Meldungen zu richten sind.

Arbeitskreissitzungen der BZV. Donnerstag, 29. September, 20.15 Uhr,
Rosenthaler Str. 44: Aktueller Situationsbericht. Die hebriiischen
Chugim im Westen und im Zentru-m finden in dieser Woche nicht
statt. Die hebriischen Kurse am Sonnabend, 24. September (Lei-
tung Dr. B roser, Ben Ascher), Meinekestr. 10, fallen aus.

Um Verzigerungen zu vermeiden, bitten wir dringend,
Manuskripte und Einsendungen, die filr die Redaktion
bestimmt sind, nicht an Einzelpersonen, sondern
an die Redaktfon zu adressieren.


,,Der Kulturbund ruft!"
Der Jildische Kulturbund hat zu einer groBen Werbe-
veranstaltung in der Synagoge Oranienburger StraBe
eingeladen, und dieser Abend war ein Beweis daffir, wie
kraftvoll dieser Ruf gewesen ist, denn der riesige Raum war
bis auf den letzten Platz gefiillt. Und es war wohl auch nie-
mand unter den vielen Gdisten, der nicht fiihlte, daB es sich
hier um etwas AuBerordentliches handle. In den drei Reden
und in den kiinstlerischen Darbietungen kam dieses Gefiihl
jedenfalls zu vollkommenstem Ausdruck. Es ist selbstver-
stindlich, daB die Ansprachen, die von dem Gemeindevor-
sitzenden Heinrich St a h 1, von Rabbiner Dr. Max Nu B-
b a u m und von dem Intendanten des Kulturbundes Dr. Kurt
Sin g e r an das Publikum und iiberhaupt an alle hier leben-
den jiidischen Menschen gerichtet waren, von den gleichen
GefUihlen und Empfindungen getragen wurden, nur daB jeder
es auf seine Weise sagte. Das allem Aufriittelnden und Auf-
rufenden Gemeinsame aber war die beschw6rende und ein-
dringliche Mahnung, die kulturellen Anspriiche des Lebens
nicht in die zweite Reihe zu stellen und sie gering zu
schitzen gegeniber den vitalen Forderungen des Tages. Und
daB es schlimm um uns bestellt ware, wenn wir die Ver-
pflichtunngen gegeniber unserer Vergangenheit vergaBlen und
uns zufriedengaben mit dem Allernotwendigsten. Und es war
auch eine Mahnung an die, deren Mittel ihnen noch cine
lebendige Anteilnahme gestatten, nicht gleichguiltig oder gar
hochmiitig beiseite zu stehen, statt besser die Verpflichtung
zu ffihlen, denen zu helfen, die gar nichts mehr haben, und
die auf geistige Erbauung und seelische Entspannung jetzt
noch weniger verzichten k6nn-en denn je.
Von den Segnungen. sch6ner und erhabener Musik gab
es an diesem Abend einige exzellente Proben. Er wurde ein-
geleitet mit dem 2. Satz, dem wehmitig schwiirmerischen
Andante der 5. Symphonic von Tschaikowsky hunter
Berthold Sande r, und er klang aus mit einer wundervollen
Auffiihrung der Schottischen Symphonic von Felix
Mendelssohn-Bartholdy hunter Rudolt Schwarz.
Unter beiden Dirigenten spielte das Kulturbund-Orchester
klangsch6n und mit gr6Bter Prizision. Der mittlere Teil des
Programs brachte ein Madrigal Von Mont e verdi und
eine Chorkomposition von Hugo A d I e r ,,Be olam haba",
womit der Opernchor des Kulturbunds unter seinem Dinri-
genten Berthold Sander geradezu paradierte. Aus dem
,,Elias"-Oratorium von Mendelssohn sang Wilhelm
G uttman n stilvorbildlich und sonor das ,,Herr Gott Abra-
hams", wiihrend Mascha Benjakonski das ,,Hire Is-
rael" -zum Vortrag brachte. Es ist beirnahe nicht zu fassen,
in wie kurzer Zeit die. Stimme dieser jungen Saingerin zu
solcher Kraft aund SfiBe sich entwickelt hat. Ihre Hihe
hat einen solchen Glanz, daB er unsere Herzen beriihrt'
und nicht nur unsere Bewunderung erweckt.
Es bleibt zu ,hoffen, -daB der. Ruf dieses Abends nicht
ungeh6rt verhallt. M.



Oberkantor Neumann zehn Jahre Im 'Friedenstdmpel.
Rosch Haschana werden es zehn Jahre, daB Oberkantor
N e um ann am Friedenstempel als Chasan wirkt. Jeder, der
diesen Tempel besucht, kennt seine Leistungen und seine
wunderbare echte ,,Chasan"stimme, mit der er die Herzen
seiner Zuh6rer sowohl in der Synagoge wie auch bei man-
chen weltlichen Anlissen erobert. Ueber seine Laufbahn
wissen wir, daB er schon als Knabe eine wunderschdne Alt-
stimme besaB und musikalisch hoch begabt war. Er sang
bei groBen Kantoren .im Chor und als Solist und landete
bei dem seinerzeit beriihmten Chasan Nissi Be 1 z e r, bei dem
nur auserwdihlte Singer im Chor wirkten. Gleich nach der
Mutation seiner Altstimme zeigte sich bei Neumann eine
sch6ne lyrische Tenorstimme, und auf Anraten bedeutender
Fachleute going er nach Wien zur gesanglichen Ausbildung.
Nach dreieinhalbjihrigem Studium nahm er ein Engagement
als lyrischer Tenor an der Bilhne an. Um diese Zeit wurde in
Wien eine bedeutende Kantorstelle frei, am die sich viele
Kantoren von Ruf bewarben; man wurde auf Neumann auif-
merksam, und er wurde im 23. .Lebensjahr Nachfolger des
beriihmten Oberkantors Kwartin. Nach dem Weitkrieg, in
dem Neumann vier Jahre auf 6sterreichischer Seite Front-
dienst leistete, wurde dr von Felix Weingartner wiieder zur
Bilhne 'engagiert, wo er fiinf Jahre lang besonders als Mozart-
sanger mit groBem Erfolg wirkte. Er wurde dann nach Prag
ans Landestheater berufen, von wo er nach zweijiihriger
Titigkeit nach USA. going. Dort arbeitete er wieder in sei-
nem friiheren und eigentlichen Beruf als Kantor. 1929 kam
Neumann als Oberkantor nach Berlin an den Friedenstempel.
Wir wiinschen ihm weiterhin eine segensreiche Titigkeit im
Bezirk des jildischen religi.sen und musikalischen Lebens.
Reichs-Sport-Endk5mpfe der jildischen Schulen Deutsch-
lands. Am Montag, dem 12. September, fanden, im Anschluil
an das Schul-Sportfest der Jiidischen Gemeinde zu Berlin,
auf dem Sportplatz 'im Grunewald die Endwettkiimpfe der
jiidischen Schulen Deutschlands staff. AuBer den Berliner
Besten nahmen 18 Schiller aus Breslau,, Diisseldorf, Ham-
burg, Herrlingen, Kfnigsberg, Leipzig, Mannheim, Worms
and Wiirzburg teil. Den Wanderpreis der Reichsvertretung
errang in diesem Jahr die Schule Wilsnacker StraBe,
Berlin. Die auswiirtigen Sdhiiler fanden als Giiste der Reichs-
vertretung im Sportheim, das von der Gemeinde zur Verfii-
gang gestellt worden war, freundliche 'Aufnahme, wo nach
gemeinsamem Synagogehbesuch eine Freitag-Abendfeier statt-
fand. Am Sonnabend war fur sie ein Oneg-Schabbath veran-
staltet worden, am Montag erhielten sie im Rahmen einrer
kleinen Abschiedsfeier die Siegerurkunden und Primien.


Gottesdienst-Nachrichten
Schabbath '723 *0 Schabbath-Ausgansg 18.44
Abklilrungen: Fr = Freitagabend. SchF = Schabbath-Fruhgottesdienst. SchH m
Schabbath-Hauptgottesdienst. M = Schabbathmincha. J = Jugendgottesdienst
P = Predigt. Sdhr = Schrifterklirung. L = Lehrvortrag. OSda = AnsdhlieSend
Oneq Schabbat. Wa = Wochentag-Abend. Wm = Wochentag-Morgen
Gemeindesynagogen
Synagogen mit altem Ritus
Alte Synagoge: Fr 18.00 / SchH 8.30 / M 18.00 / Wa 17.45 / Wmin6.15
Grunewald: Fr 18.00 / S-IH 9 / M 18.00 / Wa 17.45 / Wm6.15
Kaiserstrafle: Fr 18.00 / SchH 9 / M 18.00 / Wa 1745 / Wm 6.15
Minchener Strafle: Fr 18.00 / SchH 9 / M 18.00 / Wa 17.45 / Wm 6.15
PestalozziastraBe: Fr 18.00 / SchH 9 / M 18.00 / Wa 17.45 /Wm Wn6.15
RykestraBe: Fr 18.00 / S-hH 9 / M 18.00 / Wa 17.45 / Wm 6.15
Stildost, Ahawas Reim: Fr 18.00 / SchH 9 / J 16.00 / M 18.00 / Wa 17.45 I
X m 6.15
"ynagogen mit neuem Ritust
Fasanenstrafle: Fr 19 / SchH 10 / M 18.15 / Wa 17.45 /Wm 7.30
Friedenatempel :' Fr 19 / SchH10 / M18.15 / Wa 17.45 / Wm 730
LevetzowstraBe: Fr 19 / SchH 10 / M 18.15 / Wa 17.45 / Wm 7.30
Lindenstrafle: Fr 19 / SchH 10 / M 18.15 / Wa 17.45 / Wm 7.30
Ltitzowstrafie: Fr 19 / SchH10 / M 18.15 / Wa 17.45 / Wm 7.30
Neue Synagoge: Fr 19 / SchH 10
Prinzregentenatrafle: Fr 19.15 / SchH 10 / M 18.15 / Wa 19.15 / Wm 7.30
Schmargendorf: Fr 19 / SchH 10
Gottesdienst am Rosch Haschanas
Sonntag, den 25. September, abends. Synagogen und Betsifle: alter Ritus
18.00 Uhr, Neue Synagoge, Synagogen Lindenstrafle, Litzowstrale, Levetzow-
strafle und Schmargendorf sowie die Betsiile mit neuem Ritus 18.00 Uhr.
Synagogen Friedenstempel, Fasanenstrafic und Prinzregcntenstrafe H a u p t-
gottesdienst 17.45 Uhr; 2. Gotteadienat 19.30 Uhr.
Montag, den 26. September, and Dienstag, den 27. September, morgens:
Synagogen und Betsile mit altem Ritus 7.30 Uhr, Neue Synagoge, Synagogen
Lindenstrafle, Liltzowstrafle, Levetzowstrafce und Schmargendorf sowie die
Betsale mit ncuem Ritus 9.30 Uhr; Synagogen Fasanenstrale, Friedenstempel
und Prinzregentenstrafle: 1. Gottesdienst 7.45 Uhr, Haupt gottees-
di e n s t 10.45 Uhr.
Montag, den 26. September, abends: in*allen Synagogen and Betsailen
18.00 Uhr.
Es predigen in der Reihenfolge Vorabend, 1. Tag, 2. Tag: Al te Sy n
agog e: Freier, Freier, Berkovits; K ais ers tr a fe: Singermann, H. Levy,
Frcier; Rykestr.: H. Levy, Landau, NuBbaum; P e sta lozzistr.:
Berkovits, Berkovits, Loewenthal; M fln0 c h e n e r St r.: Nobel, Nobel,
Broch; S adost Aha was Rei m: Jakobovits, Jakobovits, Landau;
Grunewald: Wolff, Wolff, Wolff; Neue Synagoge: Zyl, Zyl,
Weyl; Lindenstr.: Salomonski, Salomonski, Maybaum; L t z ow-
at r a l c: Wiener, Nufibaum, Lewkowitz; Fasancnst r.: Galliner, Baeek,
Salomonski; L e ve t z o ws t r.: Lewkowitz, Lewkowitz, Jospe; Frie-
denstempel: VWarschauer, Varschauer, Zyl; Prinzregentenatr.:
Swarsensky, Swarsensky, Galliner; S c'h m a r g c n d o r f: Ludwig, Ludwig,
Silberstein; K 6'p e n ic k: Kempner, Kempner, Kempner; O r a n ie nb u r g:
Briude, BrAude; Prinzregentenstr.: Graf, Wiener, Goetz; Frie-
mdonstempel: Nuflbaum, Jospe, Sailer; Fasanenstr.: Maybaum,
Zimet, Swarsenaky; Brilderverein, Kurfflrstenstr. 1-1-18:
Jospe, Graf, Wiener; Musikersale, Kaiser-Wilhclmr-Str. 31,
1. Etage: Jaffe, Weyl, Jaffe; Joachimstaler Str. 13: Oberlander,
Ob.erlnder, Finkel; Halensee, Kurfalrstendamm r119: Fried-
.lander, Friedlinder, Ludwig; Berolina, SchiOnhauser Alice 28,,
II. Etage: Sober, Sober, Sober; Sch nhauser Al le e 161a, III. Etage:
Neumark, Neumark, Lewinski; C h or i n er S t r. 74: Hirsch, Hirsch,
Pincus; NW: Loewenthal, Loewenthal, Czollack; Berolina, Sch8n-
hauser Allee, 1. Etage: Gescheit, Gescheit, Nathan; Synagoge
Gi p.s astr. 12a: Gelles, Gelles, Forder; Linienst r. 197: Posen, Posen,
Lowenstein; Roichenheim 'sches Waisenhaus, Weinberge-
weg 13: Zion, Zion, Posen; Kulturbundsaal, Kommandanten-
strafe 58: Fdrder,' Forder, Bloch; Brilderverein, Clubsal:
Kginski, Ksinski; Burg; Musikerstile ptr., Kaisor-Wilhelm-
*Str. 31: Burg, Burg, Stern; Turnhalle Kaiserstr. 29-30: Neu-
haus, Neuhaus, Neuhaus; Kulturbundtheater, Kommandan-
t e n a t r, 57: Pincus, Maybaum, Winter.
SJu'gendgottesdienst. Alter Ritus: morgens 8.30 Uhr, Plenar.
saal, Rosenstr. 2--4.Neuer Ritus: morgens 10 Uhr: Aula Grofle Hamburger
Stiafle, Wochentagssynagoge Lindenstr., Schule Wilsnacker Str., Vortragssaal
Fasanenstr.
Vereins-Synagogen
Adass Jakob, Holzmarktstr. 64s Fr 18.00 / SchH 9 / M 18.00 / Wa 18.15 /
Wm 6.30 / Festtage 7
Ahawas Scholaum und-MogenDowid, Berlin N, Kleine Auguststr. 10: Fr 18.00 /
SchH 8.30 Pr Rebhun /Wa 18.15/Wm 6.30. / 25. IX. 17.45, 26. IX. 7, u. 18.30,
27. IX. 7. Pr Rebhun, Verkauf von Pliitzen uoch Erew Jomlow.
Ahawas Zion, SchBnhauser Allee 4: Fr 18.00 / SchF 7 / SchH 9 / M 18.00 /
Wa 18.15 / Wm 6.30. / 25. IX. S'chor Brith 5.45, ab. 18.00, 26. IX. 7, ab. 18.00,'
27. IX. 7 Pr Levy / M 17.30
Beth Scholaum, Markgraf-Albrecht-Str. 11-12: Fr 18.00 / SchH 9 / 25. IX. 7
.u. 18.00, 26. XI. 7.15 Pr / M 15,30, ab. 18.00, 27. IX. 7.15 Pr
Beth Zion, Brunnenstr. 33: Fr 18.00 / SchH 8.30 / M 18.00 L Landau / Wm
Sslichoth 6.30/Wa 18.00. Verkauf d. noch verfigbh. Pliitze 25. IX. (10-12.30 Syn.)
25. IX. morg. 6.00, ab. 18.00 Pr Landau, 26. IX. morg. 7 Pr Hutterer, 27. IX. 7
Pr Hutterer / M 18.00
Isr. Vereinigung Lichtenberg, Frankfurter Allee 56: Fr 18.00 / SchH 9 /
M 18.14 / 25. 9. 6.00 u. 18.00 Pr Rosenthal / 26. 9. 7.30 u. 18.00 / 27. 9. 7.30/
Wa 19.30 / Wm 7
JUd. Religionsverein Neu-Tempelhof, Mussehlstr. 22: Fr 18.00/ SchH 10 /
M 18.00. 25. IX. 18.00, 26. u. 27. IX. 7.30 Pr Wreszynski
Jlid.Religionsvereinder nurdl. Vororte, Hermsdorf, Falkenthaler Steig 101
Fr 18.30 Schr Klein / SchH 10 / 25. u. 26. IX. ab. 18.00, 26. u. 27. IX. morg. 9
Pr Klein
JtUd. Religionsn-em. Chbg., Schulstr. 7: Fr 18.00 / SchH 9.30 / 25. IX. 7.30
u. 18.00, 26. 9.00 u. 18.00, 27. 900 Pr Adler
Gottesdienat der BZV u. des Misrachi, Meinekestr. 10t 25. 9. 18.00, 26. 9. 8.00
u. 18.00, 27. 9. 8.00
Minjan Iwri, Rosenthaler Str. 44: Fr 18.15 / SchH 9 / Roach Haschana: ab.
18.00, morg. 8.30
Lippmann-Tauss, Friedenatr. 3: Fr 18.00 / SchH P.30 J 15.45 Singermann /M
18.00 L Sonnt. S'chor brith 5.30, abd. 18.30, Mont. 6.15 Pr Singermann, M 16.00
Ma 18.40, Dienst. 6.15 Pr, M 18.00 / Wa 17.30 / Wm 6.30
Syn. Gesundbrunnen, PrinzenalIee87: Fr 18.00 / SchH 9 L Alexander /M 18.00 /
Sonntag 6.30 S'chor Brith, abends 18.00 Pr Alexander / 26. IX. 7.30 Pr 9.30 /
M 18.00 / Wm 6.30 / Wa 18.00
Syn. Pasaauer Str. 2: Fr 18.00 / SchH 9 / M 18.00 L / 25. 9. 6.00 und UT
Pr Broch, 26. 9. 7 Pr 10.00 Broch / M 4.30 / Ma 6.39, 27. 9. 7.00 Pr Nob
M 6.10 / Wa 18.00 / Wm 6.15 /
Agudath Achim, Pankow, MtUhlenstr. 77: Fr 19.00 SchH 9. Am Rosch
schana: a) in der Synag. Mlahlenstr..77: Sonnt. 18.00 Pr, Mont. 8.00 u. 18.
Pr Ohrenstein. b) 2. Gottesd. (liberal) Syn. d. Waisenauses, Pankow, Berlini
str.: Sonnt. 18.00 Pr Hanff, Mont. 9.00 u 18.00 Pr, Dienst. 9 Pr. Sslichoth Syi
Miihlenstr. 7.30
Synagogenverein WeiBensee, Lothringenstr. 22: Fr 19.00 / SchH OSchr Meyer
OSdCh / 25. IX, 18.30 Pr Meyer, 26. 9.00 Pr Meyer, abd. 18.30, 27. IX. 9 Pr
Gins Betsaal Parkstr. 22, Zeiten ebenso Pred. 25. u. 26. Gins, 27. Meyer


Familien-Nachricht
Frau Franziska Friede berge r, geb. Gerson, Berlin NW 21,
Bundesrat-Ufer 10, bei Steinbrucher, begeht am 25. September ihren
60. Geburtstag.


I Schiffskarten.Flugkarten.Bahnkarten
nach alien Lindern der Welt durch

REISEBURO ALFRED ADLER
PALESTINE & ORIENT L-LOYD
Steinweg 9 Telefon 24 961

Total Ausverkauf
wegen Geschfftsaufgabel

Wolle u. Handarbeiten
.ETA SIMENAUER
Katharinenpforte 2
Anzelgen mOssen nach den Bestimmungen dne
Deutschen Werbegesetzes einheltlich each Mlil-
metern und nichteach Druckzellen berechnetwerden
1 Druckzeile GrBle 1 (Nonp.) Ist 2,25 mm hoch
1 Druckzeile GroBe 2 (Petit) ist 3 mm bach
Verlangen Sle bitter Anzelgentarlf
Zellonmesser and Sobrlftprobe
JODISCHE RUNDSCHAU Anzelgen-Verwnltnag


Mem Total-Ausverkauf
wegen Geschfialsaufgabe
beginni Miltwoch, den 28. September
Handschuhe / StrUmpfe / Modische Artikel
A. HU'CHBERG FRANKFURT a. M.
'[A- *WW' k--KalserstraBe 15


rG.M.I
DANZAS .& CO..
Abtellung fOr AuslandsumzOge
Frankfurt a. M., Outleutstr. 31 Telefon 30041
Transporle nach a II en Lindern


in Lifts und Sammelladungen
Fachminnischb Beratung SachgemfiBe Verpackung Lagerung Versicherung


Anzeig.- Annahme
Frankfurt a. Main
Groae
Bockenhelmer
Stra e 29, I
Fernruf: 23977


Radio
* Photo
Schallplatten
F. EHRENFELD
Zeil 104, Frankfurt a. M.


Standige Anzelen in der
,,ludlsd(en Rundsdlau"'
bringen standigen Gewinn


& SOME


Kaffee z Weine / Kolonialwarer
unverandert in Preis und Qualitat
4 Filialen in Frankfurt a. M
Gr. ocknheimer Str. 33 / Oederweg 4:
Allerheiligenstraoe 59 Wallsraoe l1


-- E. Ehrlich--
Uhren, Goldwaren und Juwelen
GegrUndet 1902
DBI 30. Sept. Ze l 111
abll. 01kf. 18s 1. flOV.
Eckenh. Landltr. 30
Spezialgeschift in
Gelegenheitskaufen in
Brillanten. / Ansehen
ohne Kaufzwang



Cafe HaimannI
Stuttgart, Ecke SchloB u. Seidenstr.
Ia Kaffee a Eigene Kondi'orei


ND RNBERIG


lIP- unG Zweiben AuswanUerer-,
COUCHS, essesli | I MOBEL UMARBEITnOFl
vorrftig und nach Angaben liefert erstklassig und kurzfristig
LEO SCHNEIDER, NURNBERG
CeltisatraBe 10


FR AN KFU RTA. M.'


JODISCHE RUNDSCHAU


Nr. 76/77. 93. 1X 1938


E .Octillficils.
IIALASTINAl.
AiNIT BERLIN
A
3


Sefte 20






Nr. 76/77. 23. IX. 1938 JtJDISCHE RUNDSCHAII Sehe 21


Briefe an die Redaktion

,,Wie eine Ballade?"


Kfar Jedidja, 13. 9. 38
Sehr geehrte Redaktion!
Man merkt dem Schreiber der
Zeilen, die er unter der Ueber-
schrift: ,,Wie cine Ballade" in
Nr. 70 ver6ffentlicht, an, daB er
im wahren Sinne des Wortes
weit vom Schud sitzt, denn sonst
wire er wohl schwerlich zu sei-
ner naiv-roniantischen Auffassung
gelangt, die hier kauni jemand
mit ihm teilt, geschweige denn
Lust hiitte, ,,in Liedern zu be-
singen". Auferdem schcint er
ein unaufmerksamer Leser zu
sein, denn es ist ihm bei seiner
Begeisterung wohl entgangen,
daB man die cnt[iihrten Kinder
der Eltern beraubt hat, dad man
bis heate noch nichts iibor den
Verbleib der Eltern und was mit
ihnen geschah, in Erfahrung ge-
bracht hat. Wenn der Terro-
ristenffihrer Abu Durrah wirk-
lich solch ein ,,Ehrenmann" wire,
als den er sich sclbst bezeich-
net, dann hitte, er wohl auch die
v611ig unschuldigen Eltern der
Kinder. retten k6nnen. -, Hat
der Schreiber nicht gelesen, wie
bei jenem schrecklichen Ucberfall
auf die klcine Siedlung Giwath
Adda eine Mutter, die ihre zwei
Kinder schiltzen wollte, vor dent
Augen der beiden Miidchen nie-
dergeschossen wurde? Hat er
nicht gelesen, dad die Araber
sich nicht schcuen, sogar in die
Krankenhiiuser hineinzuschicen
und bereits Verwundete und
Kranke zu ermorden? Ist ihm
nicht bekannt, da6 schon zahl-


reiche Kinder ilas Opfer von
Bomben wurden? Trotz der
Mordtaten, die nun schon seit
fiber 2 Jahren Tag fiir Tag und
Nacht fiir Nacht veriibt werden,
glaubt niemand hier, da6 das
ganze arabische Volk die Ge-
sinnung der Terroristen- teilt, daB
es nicht auch menschl'ich
Denkende hunter ihnen gibt
Aber sie treten nicht hervor mit
ihrer Gesinnung, ihre Stimmen
werden nicht laut. Da5 in
diesem Falle 3 Kinder geschont
wurden, ist menschlich ge-
wi1B anstindig gehan-
delt, aber auch nicht mehr.
So ist es wohl von allen auf-
gefalt worden. Aber es ist keine
Tat, die bereits als Fr ie -
densbotschaft begriit
werden kbnnte.
Hochachtungsvoll
Erna Stein-Blumenthal

Nachbem erkung der
Redaktion: Wir haben die
Zuschrift ,,Wie eine Ballade" in
Nr. 70 verbffentlicht und bringen
heute eine Entgegnung darauf,
ohne dad wir zu dieser Frage
von uns aus Stellung nehmen
swollen. Die an dieser Stelle ver-
6ffentlichten Zuschriften driicken
die personliche Mei-
n u n g der Einsender aus. Selbst-
verstandlich hat es uns v6llig
fern gelegen, durch den Abdruck
der ersten Zuschrift das Ver-
halten der Terroristen in irgend-
einer Weise zu rechtfertigen.


HAMBURG


KOLN


DORTMUND

BOCHUM

MaNCHEN-.
GLADBACH
ESSEN


NORNBERG

ZWICKAU
CHEMNITZ

KARLSRUHE


29. Sept.,


19 und
21 Uhr


28. Sept., 19und
29. Sept., 21 Uhr


JMd. Gemeinschafts-
haus, Theatersaal
Vorverkauf unter 5322 27
JOd. Gemeindehaus
GroBfer Saal
Vorverkauf unter 21 22 98


28. Sept., 17 und Jud. Gemeindehaus,
20.30 Uhr Saarbruckerstr. 3
29. Sept., 20.30 Uhr Synagoge,
Wilhelmstr. 16


1. Okt.,


20 und Gemeindehaus,
21.15 Uhr Ludendorffstr. 54


2. Okt., 17.15 Uhr
19.15 Uhr
21 Uhr
28. Sept., 20Uhr
29.Sept., 20Uhr
28. Sept., 20.30 Uhr


JMd. Jugendheim
Moltkeplatz

Isr. Volksschule,
Obere Kanalstr. 25
Jud. Gemeindehelm


29. Sept., 19 und Jod. Gemeindehaus,
20.30 Uhr Grof3er Scal


1. Okt.,


OFFENBURG 12. Okt.,


21 Uhr Synagoge, Kronenstr.

16.30 Uhr Synagoge, Langestr.


Eintritt, nur gegen gIltige KB.-, ZOV.-, R.-Karte
odor gogen besonderen Filmauswois (20 Rpf.)
KOL-NOA, INSTITUTE FOR J0D. FILMARBEIT

Barmizwa-Termin. Am 1. Oktober (6. Tischri) Abraham Ne be 1
Pflegesohn von Mendel Stanger, Brandenburg a. H., Jakobstr. 42.


DER NEUE WEG

AUFFUHRUNGEN IM REICH:


Nur fOr Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die jidisch oder Jildischer Abstammung sind


Zu meinem 2 jimrien Jungen
such ich ein jidisches
.INDERFRAULEIN
beutem Gehalt Voraussetzung wirklich
zuver s O Person mit Erfahrung im Urnm-
gang muKindern. Angebote unter W 992
an Anz,.-Ab derJ.R., Bln.W15, Meinekestr.10

Uerlangen SIe Sonder-ProspeKt Sill


Jungere 1udische
BUCHN A LE RIN
die mit simtlichen Biroarbeiten vertraut ist,
zu sofort oder 1. October 1938 gesucht.
Angebote mit Bild erbeten hunter W 789
an Anz.-Abt. derJ.R.,Bln.W15, Meinekestr.10


Ih far moluen Neffen,Jude,
SucOlr 16 Jahre alt, intelligent und fleifiig,
Sielle als Kochlelirling
M8glichat in gr5ferem Betrieb.
Ang.u.W 787 an Anz..-Abt.d.J. R., BIn.W15


Israelitische Gemeinde Kassel

Technische ,
Lehrerin (jild.) gesucht
die Turn- und Handarbeits Unterricht zu geben hat
und auBerdem m6glichst andere Lehrbefiihigungen,
z. B. fir Hauswirtschaft, Stenographie usw. besitzt.
Meldungen mit Zeugnisabschriften, Referenzen, Bild
und Lebenslauf baldigst erbeten.
K a ssel 1, den 20. September 1938
Die G.emelInde-Alleslten


Jid. Buchhalter,(in)
perfect im Durchschreibe-Verfahren,
selbstindige, bilanzsichere Arbeitskraft
von judischer Organisation
za sofortigem Eintritt gesncht.
Bewerb. untW 788 an Anz.-Abt. d. J.R., BIn.W15, Meinekestr.10


Den Angeboten auf
Ziffer Anzelgen sind
ke na Origlnal-Zeug-
nisse oder sonstlge
wichtige Unterlagen
beizufUgen. Die einge-
sandten Zeugnls- Ab-
schriften, Bilder usw.
sind auf der RIckseite
mit Namen und An-
schrift .zu versehen.


SW irtschalterln (jd.)
such Wirkungskreis, In- od. Ausland (LRef.)
Tel: 918691


Jndngere VenlIOPIR
I G" verkauferin
Strumpf- u. Trikotagen-Speziallistin
gewandte und umsichtige Kraft mit wirklich
hervorragenden Branche-Kenntnissen,
such t fOr sofort Stellung.
Ang.u.W 790 an An.-Abt d. J. R.,Blh.W15


-Jdll. lirlscmaferin-
vollk. haushaltserfahren, Ia Zeugnisse
und Refer., such in kleinam Komfort-
Haushalt entsprech. Wlrkungskrels.
Angobote unter W 820 an die An-
S zeigen-Abt. der J.R., Berlin W 15


M6belverkIufer
d id., best Referenzen, ledig,
such passende Tatlgkelt,
such aushilfswelse. Zuschriften hunter W 819
an Anz.-Abt. der Jiid.Rundschau, Berlin W15

Hausgehillffn (Jud.) sucht Stellg.
in Pens. od. Komf.-Haush. Auch Ausl. Ang.
u. W 815 an Anz.-AbL der J.R., Bln. W15


Junges, jfidisches, zuverlassiges

Madchen
ilbernimmt 3 stLndige vormittlgliche Hilfe
im Haushalt gegen kleines Zimmer i. Western
Anruf nnr zwischen 2-4: 91 69 92


m -- i 1


B'jUNDTUpSMA 3KTT`


e NW 7, Unter den Linden 14 -- 1 K.ufer .
Brinitzer Immobillen 1 ha err
j such fur absohluBrelfe Klufor Hypotheken undGrundstUcke
Rentenhiuser i belei, und gebe sofort
IB.ol hung van VorschuB und Zwischenkredit
I Hy-pothek en I Fritz La/nd Makler / BerlinWSO
1Hyp e 5 n /5 L z an e Tauet4 enstrafio sleben B
v ~ ~ 1/' a B )I \ ---- Tel. 24 88 144 --_--- y-


ErsIstellige HpDOIhek
ca. 30 000,- R M.
auf Berliner Westenhaus aus Privat.
hand gesucht Ang. u. W 850 an
Anz.-Abt. der J. R., Berlin W15


el yoller Auszahlung
nach 1900 orb. Mietshauser
rum sofort. Abschlu g e s u c h t.
Provslionfrei fUr Verksufer.
T R E I ST E R, Immobillen
Berlin W30, Schwibische Str. 28. / 27 28 27

Suche
Heuser aller Art

Fritz Abel-Oppenheim
Immobilien / Rut: 211584
Berlin, Potsdamer Str. 63


Zinshauser
in alien Stadtteilen nach 1900
erbaut, fiberwiegend Innen-
tolletten bel Baraus-
zahlung des Kaufpreises ab.
0igl. Hypotheken firl direkte
Kiufer gesucht.
S.Fabiseh& CO., Immob.
Berlin-Wllmersdorf, Tharandter Str. 1
Telefon 866332 (a.d. Kaiseralleo)

Hausermakler
mAROARETHA GOLOBERD, Tel. 86 4813


Tel.: 8364 54. Berlin-Wilmersdorf, Wiitel sbacerstraBe 33a

Probenummern erhalten Sie auf Wunsch


BERUNESAANDEpUM..INZLANO


llillllllll A ltpapier 11111||||||
WILL NAFTANIEL
N 65, Schulzendorfer Str. 20, Tel. 462560
kauft Aktlden u. samtliches Altpapier gegen
Einstampfgarantie bei prompter Abholung.
Asphaltierungen
v Pflasterungen
Robert Wolters, Berlin W15,
KurfOrstqndamm48-49,Ruf 924758
IIIII11lllt A ufzUge |||||IIl
S Fahrstuhlbau
Ernst hischer
O W 50, Kulmbacher Str. 6
Ruf: 24 78 51/52
Reparat. jeder Art, Pflege, Fahrstuhlseile
Aelteste jldische Firma dieser Branche
Liefer. u. Mitgl. der Jiidischen Gemeinde

01111111111 Auto-Garagen Tankst. 11 ll
H A NT -Garagenpalast
Gaa In- Str. 127, Tel. 31 8081
Garagen ...... RM 20,- an
GroBftankstelle
Stillgelegte Wagen RM 10,- an


Bauwesen III
0 Dacharbelten
Bauklempnerei, sanitEre Anlagen
M. Englander, NW40,LehrterStr.48c, 350109
ll aBeratung
OHU berwachung
E- CUEIN wW15, DuiaburgerStr. 1
E.SCHEIN Tel. 92 42 31
1 1 VolistAndige Haus-
n iIBlmnstandsetzungen mIt
I elgenen RUstungen
E. MEYER, Usedomer Str. 22 44842B
MORITZ WEGIER: BArchiesturOr.
speiell Fssaaden-Renovationen
und Wohnungsteilungen
BERLIN C2
Monbiloupl. 1 Ruf: 428305/06
BeleuchtungskOrper II|
Willy Herz- Herzlicht
Tel. 92 20 95/96
SElektr. Anlagen
r Kh1- Nikolsburger Str. 6
schrlinke Kaiserallee 201


IIIIIIIIII Daunendecken ||||||
Atelier Gruenbaum-Wulff
Marburger Strafie 2 / Ruf 24 89 02
Anfertigung, Umarbeitung aus Oberbetten.
Neuheit: Auawechaelbare Daunendecken.
la Verarbeitung. Billige Preise.
HundezUchterei u. -Bad
Rassehund randenburgische
Ras3ehunde Str. 33. Tel. 924494
Scheren Baden Trimmen Hunde-
artlkel Vogelartikel Vogelfutter


IlIlillil Installateure lllHll IIIiIII Nahmaschlnen i| |I| 1ii Schrelbmaschlnen |lllllit I ||Sport-WanderausrUstungiiiiiiiiiB||


IIIIIIIIII Pelzmoden IIIIIII


Siegmnd Hirsch .Tuentzenstr. 4
Telefont 246200
Pelzwaren Fabrikation, such Reparaturen

1111111111 Photo III III

F*TO Semxuk
wV -9 4L06 mawf h''Sh -a
Sehr. grofle Auswahl in Kameras.
Mikroskopie u. Mikrophotographie.
Schilder u. Stempel |Ill|l
Schilderu.Stempel
Scil Spez.: Aenderungen fW
FSJARClS I Slmtl. Bflrobedarf
I g J.Marcus. Gegr. 1904
2 Charlottbg. 4, Postfach 17
Rut: 31 08 73, KantstraBe 133
Verlangen Sle die
JUDISCHE RUNDSCHAU


James Dresdner
Auswanderer-Beratung
SSamtliche Systeme.
In alien Sprachen,
auch Hebrflsch.
Gelegenh., Mletsmnsch.
Unv. pers. Vorfahrung
W 15, Ludwlgklirchatr. 7 92 42 61I


-Werner Eichwald --
Allo Systems / 8elegenhelten |
-- Weltgarantle
iwischen Bayerscher P1. u. Kaiseralle i
SRutf: 87 85 90 (Laden)


Aeltest j~d. FachgesohL Sebh urn.
fangreiches Lager in neuen u. wenig
gebrauchte Reisemaschinen.
Pers. unverbindl. Vorfihrung u. Be-
ratung.Kundendlent.S
SBitte. berzeug anie S
sich von un
LeistungsfihigkeitI
CHARLOTTENSTR. 28
an der Leipzger 8tr. 17 26 08
Kurt Neuwahl
Blro- und Reiemachinen a II er Systeme
Eigene Reparatur-Werkstatt
BERLIN W62
Bayrenther Strafle 1, hochparterre
(Ec( e Kurffirstenstrafle) / 24 65 11


Ina. Friedr. Rothholz
BOro-u. Releemaschlnen
Mletsmaschinen -
Rechenmaschlnen
Reparaturen
Charlottenburg 4
WielandstraBe 18
Ruf: 315433


nd Bekleidung fur Auswanderer
Drucker
BIn.-Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 140
MIT1111 schlerel b
Tischlerei fUr Bau, Innenausbau
BeschAftselnrlchtungen, Hausreparatur
F.ISCOIIZ Telefon:42 58
T pfer

Hugo Hopp
e Ofenbau Fliesenausfiahrng
Charlottenburg 4, Ni.buhr.
strafle 68 / Rut: 321733

M. Kramarski
T5pfermelster
Berlin W35
Wlnterfeldtatr.24 i
t- Ruf: 273297 0

I111111111 w asche IIIIIIIIII
Direkt aus der
W&schelabrik ,,Gea"
Sda6nhauser Alice 50S

IIIIIII WAScheverleih


C 2, PosIsIrae 12
S Ruf: 521027 -


Offene Auslandsstellen (genehmigt durch das Landes-
desarbeitsamt Brandenburg). Eine Firma in Canada sucht:
a) zwei bis drei jiidische nachweislich technisch griindlichst
durchgebildete Fachk r iifte (keine Konditoren) fuir feine
Biskuit- und Kon fekt-Herstellung; b) eine jildische
nachweislich technisch griindlichst 'durchgebildete Fach-
kraft fiir die Herstellung billiger Sf11Bigkeiten. Alter
30 his h6chstens 40 Jahre. Die Einwanderungsformalitgiten
swollen durch die Firma erledigt werden. Bewerbungen sind
in deutscher und englischer Sprache einzureichen. Eine
Firma auf den Fidschi-Inseln sucht: a) jiidische Paste -
tenb iicker und Biicker; b) jiidische Motormecha-
ni k e r. Eine Firma in Venezuela such einen jiidischen
perfekten M6beltischler, der mit allen vorkommenden
Arbeiten vertraut ist. Eine Firma in Paraguay sucht einen
perfekten selbstiindigen jiidischen Bonbonkocher. An-
fangsgehalt 120 moneda argentina. Die Stellung ist ausbau-
faihig. Eine' Firma in Brasilien such einen jiidischen
Stein drucker, der Kenntnisse von Andruck, Umdruck
uiid Maschine hat. Lithographische Kenntnisse erwiinscht,
nicht Bedingung. Eine Firma in Norwegen such: a) tiich-
tige jildische Zurichter fOr Felle; b) tiichtige jiidische
F i r bcer fOr Kal b felle. Eine Firma in England sucht
einen jildischen Fachmann aus der Salzherings-
branche. Fiir Panama wird gesucht: Eine jiidische Gou-
vernante und Kinderp flegerin in ein gutes jii-
disches Haus. English oder Spanisch erforderlich. Gehalt zwi-
schen 10 und 15 $ bei freier Station. Spiterhin mehr. Die
Bewerbungen sind m6glichst in englischer Sprache abzufassen.
Ausfiuhrliche Bewerbungen nur auf Luftpostdiinapapier,
Lebenslauf, Zeugnisabschriften und PaBphoto werden aus-
schlieBlich durch die Jildische Gemeinde, Berlin SW 68
Lindenstr. 48/50, weitergeleitet. Bewerbungen auf gewohn.
lichem Papier werden nicht mit Luftpost bef6rdert. Die
Staatsangehbrigkeit ist wegen der Verschiedenartigkeit der
Einreisebestimmungen in jedem Fall anzugeben. Die Bewer-
bungen bitten wir nur schriftlich an uns einzureichen
und adressierte und fOr das Inland frankierte Briefumschliige
fiur Riicksendung beizufilgen.

Bel den Auffilbrungen des KKL-Tonfilms ,,Der neue Weg" sprechen:
in NU r n ber g am 28. Septbr.: Rabbiner Karl Richter, Mannheim;
in N iirnberg am 29. Septbr.: Dr. Isaac Bamberger, Niirnberg;
in Dortmund am 28..Septbr.: Erich Frank, Dortmund; in Ham-
burg am 29. Septbr.: Rabbiner Dr. Max NuBbaum, Berlin; in
Bochum am 29. Septbr.: Bertha Rosenbaum, Bochum; in Chem-
nitz am 29. Septbr.: Dr. Leo Scherek, Berlin; in Karlsruhe
.am 1. Oktbr.: Rabbiner Karl Richter, Mannheim; in Offenburg
am-2. Oktbr.: Dr. Max Flesch, Mannheim.


^-- -1 In lestem Auflrage "
Sr schnell entschloassene Kufor Bebaute od. unbebaute
|W o h n h ai u e e lGrndstucke
gesucht / Barauezahlung / Zwelt- evtl. drlltatelllg warden schnell dutch
Hypothekein 'zu kau fen gesucht. eine Anzeiga in dieser
Benedykt-lmmobillen, AltonaerStr. 17 Rubrik ve rmittelt


Kaulen I. & u. HypoIm eken
GEBR. HIRSCHFELD
BIn.W8,. Jlgeratr. 6, Immob. Tel. 1155 52


Wohnhauser "-
Ankau Verkaut
SBHypotheken
GENDER
[mmobilien Bruno Bender
KurfUlrtendamm 237 91 3805/6
an der Gedichtnikirche


runoflstHke, Hypoth0een
Gescbiftsverkldufe
IIOCK. Immobilien. Friedenau. Albuetr. 10


, NXHMASCHIN EN
awchu gebraucht Ce MEI7 I
iReparaturen. Mechan. .SCHM7!.L.
SRu: 44 64 60 /u lhoksburger StraBa 1 I
11111111 Pa ler- u. Schreibwaren illlll1


Licht-, Kraft-, Radio-, Gas-,
Wasser-Anlagen
S BauklempnereiAlfred Adam
Elektro- u. Basklhlschrinke / Herde
Konzess. b. saimtl. Werk. Auf Wunsch Teil-
zahlung. Charlbg. 4, Sybelstr. 7. Rut 322049

IllIIIU Jugend- u. Kindermoden
MARGARETE PHILIPPI
Bln.-Charlbg., Sybelstr. 9 / 32 29 25
Malanfertigung und Lagerverkauf
f. Jungen u. Midchen fUlr Jedes Alter
Ausstattungen fOr Anawanderer
1111111111111 Juwellere illl|llllln
LillI Nelsser-Jacobius F
,FG 8oldschmiedemnelterln FL i]
Schmuck und Silbergerit J/
Anshacher StraSo 23, Tel.: 241744
zwischen Wittenbergplatz u. Augsburger Str
1iIIIIIIIIl M aler UI

Malerarbeiten
oeder Art
Ed. Cassel,
Fernspreeher 481508

NAhmaschinen
Ulttauer -
Naihmascinen
Neu, gebraucht, Tellsahlung, Mi te
Reparaturen aller System*
LOUIS LITTAUER
Jetat: None KBnigstr. 6 (Konigstor)
Fernsprecher: 53 05 17


UIIIIIIIII Bandagen I|I|IIII||||

Bandagist
D BruchbAnderu.Lelbbinden,
D. nHES Plattfufeinlagen, OummI-
strOmpfe, Orthoptdie, eigene Werkstatt.
K r an k a n k asse n.
Berlin NIW7,Frledrichstr.113 (am
Oranien bur. Tor). Tel. 411442
N \itgl. der JUdischen Gemeinde


thl


11.


bl-


II


ill- - --- I


Big


-I.


i1-


.............


. I -


I I


Nr. 76/77, 23. IX. 1938


JODISCHE RUNDSCHAU


Sette 21





JODISCHE RUNDSCHAU


Nr. 76/77, 23. IX. 1938


Anzeigen von Hotels, Pensionen und Sanatorien versprechen in der Jiidischen Rundschau besondere Erfolgs-Aussichten,
denn dieses Blatt wird in 64 Landern der Erde verbreitet und uiberall aufmerksam gelesen


BERLIN


Pension BCrI ar r d
Parlser Str. 32, am 01ivaer PI. Ruf: 92 03 81
Hochkomf. Zimmer, flieB. k. u. w. Wasser.
Eratkl. Wiener Kiche. Solide Preise.

Pension Elysee
KurflUrstendamm 461 91 36 82 u. 91 02 80
Hochkomf.. Einzel- u. Doppelzim., fl. W. u
Reichstel. i. jed. Zim., Privatbider, mit und
ohne Verpflegung, minB. Preise.
Sanatorium Lichterfelde
Tel.732020, Fran Charlotte Goldstein
Ffr inner und nervlse Kranke,
Erholungsbedirftige. Herrlicher
Park, Liegewiesen. MaB. Preise.
Aerztliche Leitung: Dr. Kurt Mendel,
Berlin-Lichterfelde-Ost, Jungfernstiegl4


Pension Mattull
Charlottenburg, Schliterstr. 42
am Kurfiirstendamm / Tel. 91 3030
Komf.-Zimm., fl.Wasser, evtil. fir 2 Pers., auch
voriibergeh.Teil- u. Ganzverpfleg. Sol. Precise.
Pension Kanistr. 149
inh. A. Misch Tel. 31 4440
Zimmer mit flieB.-'asser, Tischtelef.mit u.
ohneVerpl. Inunmittelb. N.he des Bahnhb.
Zoo, d. S-u.U-Bahn. Beste Fahr-Verbindo.


Herbsterhoeung
im Grunewald
fur 3-4 Wochen fei bester Verpflegung.
Haus Em mi Ochs
HerbertstraBe 15 / Ruf : 97 26 51

Pension Rosenbaum
UblandstraBe 182 / Rut: 91 59 34
dir. am Kurfiirstendamm, U-B. Uhlandstr.


BERLIN


Hocheleg. sonnige Komfort-
zimmer, Appartements, SsS
mit u. ohne Pension
zu vermieten. heim Schma
Zimmer von chst o i er
RM 40._
an Paraser
V m sM ir.1, Ene -
KaserAlleev nahe
Kurfl rstend.-Bhf. Zoo
U-Baon Noderberger Pre
Tel. 92 27 07 u. 92 22 24

Rit. Familienheim Schmai
Meinekestrafle 22
Hochstkomfort- Zimmer
y m. gr. Balkon fur Einzel.
person oder Ehepaar frei.
Erstklassige Verpflegung.
Ruf912578 a Mittastisch
Ruf:912578 auch fur Passanten


y' Pension ^
Schlesinger
KurfUrstendamm 50. Ruf 917616
Elegante, mod. Appartements,
Einzel- und Doppelzimmer,
A Privatbider, flieB. Wasser und
Reichstelefon in all. Zimmern.
Mfliige Preise. Feinste Wiener
K und franzfisische Klche.
Jede DiOt.


Pension Stern
KurfUrstendamm 217
(Ecke FasanqnstraSe)
Beste. Lage, Ia Komfortzimmer,
Serstkl. Vrpflegung, auch jegl. Dil.
SZimmer ffir Passanten u. Dauer-
mieter zu mffigen Preisen.
L 1 Telephon 918691


ESSEN

gaff" J- U.es

Dreilindenstrale 90
Erstklassige Kiache
mit reichhaltiger Spelsekarte
Ca f6 mit eigener Konditorel
Jeden Donnerstag von 16-24 Uhr
Unterhaltungskonzert
L=mu


KONIGSTEIN (TAUNUS)


-U'


Sanatorium

Dr.Kohnslamm
Konigstein 1. Taunus
Nerven- u. inner Erkrankungen
Diathuren.
Dr. m. Friedemonn / Dr. B. Spinach
Dr. Dial
(friiher Bad Elster)


MiuNCHEN


I 5 Minuten vom Hanputahubo,
Eratt=. Zimmer, Zontral-Hzg., flief.
k. u. w. Wasser, fur iede Zeitdauer

BAD NAUHEIM


j


KOLN I II


Gaststlitte des
Gemeindehauses
CacllienstraBe 18.-22
Fernsprecher 211694
lo Erstklass. Kiche
Streng Cafe
rituell Eig. Konditorel
Jed.Mittwoch u.Sonntagv.16-19 Uhr
Unterhaltu ngskonzert.


LEHNITZ


Herbstferien fiir Kinder

ERHOLUNGSHEIM LEH NITZ
LEHNITZ (BERLIN-NORDB.)
VIKTORIRATRSSE 19
RUF: ORANIENBURG 2043


Verlangen Sie bitte in den von Ihnen
besuchten Hotels und Gaststatten die

JUDISCHE RUNDSCHAU


I


pm Sanatorium m=

Dr. Schoenewald
Bad Nauheim


I Herz- und
SStottwechseliranKnelten
Alle Diitkuren M
BAD REICHENHALL
KURHAUS ROMAN
beste Lage, mod. Komf. Ideale Erholung.
Jad. Bes. Frau J. Dresdner, Arztwitwe.

WEISSER HIRSCH
Pension H. Simon
WeiPer Hirsch
bei Deesdenr Collenbuschstr.
I Telephon: 37996
Auf Wunsch Dizt
WIEN
SPension .Engel
Wien VIII, Schllsselg. 11, Zentrale Lage.
Ruf A 24.477. Warm., fl. Wass., vorz. Wiener


moummanagages Klidaejud=DIRtandalm=Vespi Ps.


A Z in der Jiidischen Rundschau An l zielsicherer
1fl Isind wirklich untriigliche HAcU L Propaganda







AM JP / BERUIN=WIIMERSDORF
n s Wilhelmsaue 36 Telepheon 867236
Gegriindet 1851 6betransport I Spedition / Lagerhuser Gegrilndet 151s
Vertretung in New York: Dr. Hilde Nathan, 19 West 44th Street


Ubersee-i- Stadttramsporfe
AUSGEDEHNTE LAGERHAUSER
8ERLIN-R.EINICKENDORF-MVARKSTR 10-11* RUF:490917


Fern-Ausiand-Ubersee. Versicherung. la Referenzen


MO beltransport Gans, Essen
Lindenallee 62 Ruf: 25511 Vertreter an alien Pl5tzen gesucht


HANS FUSS & CO.
Inhaber: Isaak Fuss
International Spedition und M6beltraneporte
Berlin 034, Frankfurter Allee 21 / Ruf: 58 0817
Uebernahme kompletter Umziige unter
voller Garantie u. pers5nlicher Leitung
Inland / Auslandl / uebersee / Palistina
Transporte Lagerung


Palistina. Umziige fiir Auswand., Sendung.
all. Art fertigen ab die konzess. Zollspediteure
AZOULAY & HELPERIN
P. 0. B. 783 HAl FA Kingsway 33
Rat und Hilfe bei pers. Einreise,
Empfang am Schiff.
Ausk. kostenl. auch durch d.Vertret.
G. EWALD, Koinigsberg Pr., KaiserstraBe 32


Internal. Spedtitonsuilro. Zollablerligung, Lagerbnauser
Freedman 6 Slater Inc.
8 Bridge Street
NEW YORK, N.Y., U.S.A.
Spezialisten f5r Lifitransporte nach New York
u. alien anderen Platzen Nordamerikas seitl 1919
Kostenlose Auskunft Ober Zollgesetze der
Vereinigten Staaten von Nordamerika


SPAUL FUSS 6 CiO
Inh.s Paul Fuss Fachspediteur seialt 1904
HV u Nur Berlin-Sch6neberg
24k GrunewaldstraBe 65 0
Erledlgung caller Nahe Bayerisch. Pl. UmzOge hunter
Formalltgten Feroruf: 71 8358 persunl. Leitung
IMfbeltransport Lagerung .* Speditlon
Spezialltit: Adsland Palistina Uebersee

Auslandsumzalge
Spez. z Lifts und StUckgut nach
PAL RSTINA
I Leopold Abraham
Berlin N.,InvaldeastraeB 38
Telefon: 420493


Fernruf:
163740


HERBERT LIEBENTHAL |
Spedition I
Umzugstransporte nach alien Erdteilen I
4 BERLIN W 8 i
-|" Kronenstr. 33 ,- -


SILBERSTEII CQO
MOBELTRAnSPORT. REISEGEPACK nACH ALLEn TEILEr DERWELT. LAGERHAUSER

*Berlin SO36, leibenbetrger Str. 154.
lfrantfurt a. m., Durnitftraje 6
hamburg l, monutebergftraBe 9

SILBBERSTEl'5s ORIEnlT TRAnlSPORT CO LTD. -

Ce-liD, P.O.5. 889 faifa, P.O'.B. 689


International Transporte
M.Mun. Niirnberg
BilligsteVerfrachtung ab Niirnberg-
Fiirth nach dem In- und Auslande.
Ginstige FrachtabschlUsse fUr alle Bezlge.

Elitransporte!
fuir iede Branche geeignet, mit Schnelliefer-
wagen, fihrt mit zwei Mann jederzeit
preiswcrt aus. Anruf: 53 57 32
a l


Anzeigen -Texte
nicht im Brief ondernstets aulI
separate Zettel erbeten Nur

deutliche Schrift
garantiert ehlerfreie und gute
Wiedargabe der Anzeigen.
Verlangen Sie Zusendung
der Anzeigen-Preisliste und
in den Grostaidten den
Besuch unseres Vertreters


- I-


E. Gaertner & Go. .H.
1 1 AltstldterStrafeo7
Sa m b u r g 1 Ruf: 331608
Auslands-Umzuge IGepiactransporte
Passage / Versicherung / Lagerung


J.SCHNEIDER & Co.
hMRuf 392662 BERLIN NW21 EssenerStr.32
iFrachtagentur des Lloyd Triestino
Lagerung / Verpackung / Versicherung
,-Row w AUSLAND PALASTINA / UBERSEE


JOSEF ROGGENDORF
Ausland- und Obersee-M6beltransporle
Umzugsberatung Llftvandlenst
GepKcktransporte Verslcherung
^MUE s -- -- -W-pjksss=


Internationales SpeditionsbUro

Brokerholf LDSchitz. .H.,
GegrOndet 1910
Berlin C 2, FrommelstraBe la. Ruf: 42 06 22
nadch Nordamerika / Sildamerika
Spezialtransporte Afrika / Australien / Palastina
Umzugsberatung /Versicherungen / Lagerungen
Gepackdienst fUr samtliche Schiffahrtslinien
Vertretungen an allen Plitzen der Welt
FOr die Bearbeitung der Antrige bei der Devisen-
stelle steht unsere Sonderabteilung zur VerfUgung


Die Anzeigen-Verwaltung kann fuir Aufnahme von An-
zeige in bestimmten Nummern oder an bestimmten Platzen
keine Gewltar fibernehmen


Seite 22


BAD WILDUNGEN

Palasthotel Baruch
I Einziges jfidisches Hotel
am Platze

I Ausland |
AMSTERDAM
HOTEL EDEN
Einheitspreishotel, 2,-fl. pro Nacht
mit Zentralheiz., fliefl warm. und kalt.
Wasser in jedem Zimmer. InkL FrUh-
stUck, bestehend aus: I Kanne Kaffee,
Tee oder Schokolade, 2 Eier, Aufschnitt,
Butter, Jam und Gebick.
Logis mitTagespens. 3,75 fl. pro Tag
Erstklassige Monatspension 75,- fl.
Lift, Konferenzzimmer, Motorboat vor-
handen. Hausdiener am Bahnhof.
Vorherige Anmeld. erbeten. / Hotelgut.
scheme werden in Zahlung genommen.
Wir bitten dieselben auf den A. N.W. B.
vermerken zu lassen.
EDEN-HOTEL
Director Hugo Rosenthal
Amsterdam C. 3 Min. v. Bahnhof
Warmoestr. 24 / Teleph. 49640

SAN REMO
Hotel ,,Pensione Bellaria"
Idealer Aufenthalt nahe Strand u. Kurprom.,
Sildzimmer mit Balkon und Meeresaussicht.
VorzUlgliche Wiener KUche.
Mifgige Preise. JULIUS LEVI
Verlangen Sle bitte Anzelgen-Prelsliste


111


I I I I


I


I I aaw. -


.....I


- III


I I i


Alfiftm


lw


11





4r. 76/77. 23 IX. 1938


JODISCHE RUND CHAU


) 0p=


Ihrern Leben neuen Inhalt
gibt ein geeigneter Ehepartner. Er
hilft beim Aufbau einer gemeinsamen,
palicklichen Zukunft Oberale in der Welt
Lassen Sie alte Vorurteile
Ene seri6se, zuverflssige Beratung ist
MARGARETE BORNSTEIN
40 Jahre international Eheanbahnung
Berlin W15, KurfOrstendamm 51 Ruf 911783
PARIS IXe, T2 Cit6 Berg6re HAIFA (Palastina) P.O.B. 942


Bille Bllder
znrfick-
zusenden


Hausbesitzer
Jude, Gro8kaufmann, Auslind., wfinschdit
ebenbirtige HeiraL Zuschr. u. W 792
an Anz -Ab. d. J. R., Berlin WIS

Gutaussehende
Witwe
jidin, Mitte 50, etwas Vermngen,
u cht Gatten entsprechenden Alters,
mgl. it Beziehunsen nach Brasilien
ad. ngland, zwecks Auswanderung.


,5 Sl


- -I V=Mal


M chm., 30 J., jid., sehr gut ausseh., mit
SBfirgschaften ft ir USA., such Liebesheirat
.,nit intellig. ig. Dame durch Ehevermittlung.
Uraseh, Berlin, Pfalzburger Sir. 32
Franzxsin
AIfibache, 35ighr. Jildin, aus erster Familie,
Barvermigen, vorerst 900000 frz. Fre., w.
pass. Auslandsheirat durch
.ran Cohn, Bremen, Wegesende 16

Lebenskameradin
udcht Ingenieur, Ausl., Jude, 40 er, ledig,
utattlich, gesund, g$instigo Auswanderungs-
mogl. Neigungshelrat auf diesem Wage,
da infolge Berufstatigkeit keine gesellsch.
'jrbindung'. Ernstygmeinte Antwort mit
4htbild hunter W 811 a die Anzeigen-
t. der J. R., Berlin W 15, Meinekestr. 10

Auslanider (Jude)
stand. Handwerker, gute Erechein., 40er,
it zw. Heir.(Auswand.gut ausseh., intellig.
d. Dame, 46d., b.Ende 30, m.etw.Vernngen.
ldzuschr., legenseit. Diskretion Bedingung.
ng.u.WB41 a. Anz.-Abt. d. J. -R., Bln.W 15
lonistln, 31 J. (Berlin)
Sangenehm. Aeufere, bescheiden und wirt
schaftlich, such zwecks Heirat und
Sspterer Uebersiedlung. nach Erez Israel
bh., JUd., relig. Lebenskameraden
SBildzuschriften erbeten unter W 793
an Anz.-Abt der Jod. Rundsdi., Bin. W15

tlige blonde Frau
pfang vierzig, gesund, jung aus-
t vier Jahren in Palaitina selb.
Swinueht cidh wieder zu
mit ansehnl., Jugendl.,
Manne entsprechenden Alters
ft, dessen eig.Existenz richer.
..u Mitarbeit im eigenen Be-
ch abe tidcht erforderlich. Zu.
nier W 8f n die Anz.-Abt.
ndschau, W 15, Moinkestr. 10


Heirat gesucht
von hibscher, jid. Dame, 40J., sehr geschgfts-
tlcht. Off.u.W765 a.Anz.-Abt.J.R., Bln.W15

Akademiker (Judo)
Anf. 50, alleinsteh., in sehr guten Vermigena-
verhiltnissen, wnascht Heirat durch
Frau Cohn, Bremen, wegesende 16


Ehekamerad zur
Auswanderun g
wird gesucht von Akademikerin,
36 Jahre alt, Jfidin, gutaussehende,
schlanke Erscheinung, gesund, arbeit-
sam, wirtschaftl, vielseitige Kenntnisse
in praklischen Berufen.
Ausf. Zuschriften mit Bild unter W757 an
Anz.-AbL der Jild. Rundschau, Berlin W15

i International Eheanbahnung
erfolgreich / series / streng diskraet
Frau Cohn. Bremen
Wegoeende 16 Telefon 23486
R Allen meinen Klienten u. Belanntie
ZUM JAHRESWECHSEL
die besten Glfekwfinsche
Goebildete
wiriscnall. EnOdreiOigerin
aus gut. jid. Fam. sucht Ehepartner in geordn.
Verhiltn. bis 45 J. m. Auslandsbeziehg. f. evil.


ges. w.,u.W 807, Anz.-Abt d. J.R., Bln.WI5

Jg.Ild.HOllinder, 27 J., in ungeknd.
Stell., Ingeniour, Werkzeugbau u. Elktro-
techn., michte gutausseh. ig. Dame kennen-
lernen, m. etw. Vermog., zw. HIeirat' u. ge-
meins. Auswand. nach Australien. Briefe m
Bild u. W 785 an Anz.-Abt. d. J. R., BIn.W15


F= ~Fr unsure Freundin =
j6d., Ende 20, 1,68, schlank, blond, -
Sintell., vermig., ann sehr outer Fam.,
i suchen wir Ehekam. bis Anf. 40 mit B
S Herzens- u.Geiitesbildg., evil. Aus.
Slender oder Auslandsbezehungen.
S Zuschr. mxgl. mit Bild, Diskr znes. -
I W808,Anz.-Abt. d. J R.,Bln.W15
i i IIIIIIIIIIIIIIIIIIIII III iIIIIIIi IIIIIIIII r


Damen
feinst. iud. Kreise, m.Barmitg., blete
ich glinz. Ehemiglichk. m. positions.
licheren Herren im In- und Ausland.
uerren
jid., mit guter Existenz, biete ich
hekapital aus eraton ijd. Gesell.
schaftskreeisn, zeitgem. Einheiraten
und Auswanderungameglichkelten.
Grofc AufirliAe
ftir In- u. Ausl. liegen vor. Persinl.
Berat. ed. Einzelfall. verb. d. Erfolg.
Edith Goetschel Engelmann
Berlin, Innabrucker Str. 33 A
Ruf 7167 71
Luzern, Postfach 531. und
eigene pers. Vertretungen
in Europa u. Ueber.ee


I.


23 haM.Pd4
sehr gute Figur, ans gutem Haneo, berufs-
titig, wnnscht die Bkannts chaft eines notion
Herrn zwecks saterer Heirat. Angeb. unt.
W 794 an Anz.-Abt. der J.R., Berlin W15


I nter ionale EIBeanbanung
Sonia Resnikow
GrM6te Bezlehungen im In-u. Auslande
Berlin Charlottenburg 4
Dahlmannstr. 1 / Telefon: 963650


Selte 23


S A I BERLIN C23
.*1VOA Klosterstra2e 8o0a
igliagg FABRIKATION
SEIDENER DANENWASCHE



I .relau 111
Herren. u. Knabenkleider-Fabrikation
selt 1885


LOE BaSUTHEIMi
Berlin SW19, KommandantenstraBe 5a

I Pelzwarenfabrik Felle


Verlangen Sie Anzeigen-Preisliste Nr. 5


VEMETNE


Gutmibl., zwelfenstriges

Vorderzimmer
Separator Eingang, Nihe Alexanderplatz,
an berufatitig. Herrn billigst zu vermiet. Gen.
Anfr. u. W 786 a. Anz.-Abht J. L., Bln.W 15
U-Bahn Uhlandstraue
mod. Couchzimmer, Vollkomf., sehr ruhig,
In kl. gepflegt. Haushalt, bel gebild., be-
rufat. Dame. 91 15 84 Sonnab. ab 4 Uhr
Behagi. Dauerheim Westend
ntimmt ab 1.10. Pensionire aut. Zimm. leer .
m6bl. Dr. Haber,Bln.W,Uhlandstr.165/ 91 7503


In Baden-Baden
ist in kleinerVilla 2-3-Zimmerwohnung
mit Zentralheizung in freier Lage xu ver-
mieten. Angebote unter Postfach 474.


GroGes Loggiazimmer
leer, in erstklass, Pension, evtl. Appartement,
Tiergarten-N he. Anfragen 398001

Grunewald
4 1 .Zim.-Whg., Villenetage, 170.-, Vor.
schufllos, Herzbergnachweis, Berlin W,
Tauentzienstr. 6, 24 3001, Sonntagdienst.
Vermietungs-Anzeigen
gehUren In die
JOdische Rundschau


MOlli., sonnio.Vorderzim.
mit Bad, an Berufstit. preiawert zu
vernleten. Nahe Alexanderplatz.
Hutterer, Berlin C2, Wassmannstr.29,L.

In Baden-laden
ist in unmittelbarer Nhoe vom Kurhaus
moderne, mit allem Komfort ausgestattete
4-Zim.-Wohng. mit Garage
per 1. December eu vermieten. Alfred Mathi,
Baden-Baden, Kaiser-Wilhelm-StraBe 1.
1 mobl. Zimmer
a.berufat.Herrno.Dame z.1.10.verm. RM 35...
ltleiststr.31, IIL Fhrst. Besicht. SonnL. v.9-11U.
AmHochbahnh.u.PotsdamerStr.
Billowstr. 88,II rechts, Fahrstuhl, 2Varderzim.,
leer od. mobl., Privat od. Bfiro. Tel.: 21 07 00

AblgesciM zwei ImoI .Uilienzihm.
Kochkammer, Bad, Loggia, Garten, TeL
Fehrbelliner PL, Mansfelder Str. 15.

Gepflegtes Loggiazimmer
fur 1-2 Personen, evtl. laVerpfleg., vermietet
Karfunkelstailn, Bln.,Wllmsstr.7. Ruf : 66 6 11

Nahe Adolf-Hitler-Platz
Baikonzlmmer, Grunblidc, aller Komf.
Kuichenben. 99 24 84
OIVaerplatZ Komfort -Vorderz.
Eleg. Couchz., Hichst. Hausangest., Tischtel.,
komf., gepfl. Haushalt, KurfOrstend. Nfihe, z.
Telefon in Zimmer. 1. 10. an Alleinmiet.
921565 Tel. 972806


Nihe Adolf-Hltler-Platz
Besonders luxuriose, groBzigige
51/2- Komfort Etage
Sonnenbalkon, nur RM. 260.- inkl.
Behrendt & Co., Spez.-Makler
Grunewald,TrabenerStr.66 9618 55



3%- bhi 6y-ZImm.- Wohnung
mit Komfort, We ste n, evil. mit Mobel.
tibernahme gesucht. Angebote unt. W 813
an Anzeigen-Abt. der J. R., Berlin W 15

PensionArin
Fir 70jihrige Dame wird Zimmer mit
Vollpension in ruhig. Komf.-Haushalt
gesuclt,. Zu erfragen: Tel. 39 11 15
Dauer-Pension sucht Akademiker in
srddeutscher Universitits-Gartenstadt, Bad,
Diit, eventuell auch Dresden. Dr. Julius
Eisenstildler, Berlin NW 87, Claudiusstr. 4.

Von berufstltiger Dame
wird z.1.10. ein mlbl. Komfortzim. ges.
Alleinmieterin, m6glichst m. Bedienung,
sonst Kichenbenutzung bis RM 45.-
Angebote hunter W 724 an Anzeigen-
Abt der J. R., Berlin W15, Meinekestr.10

Behrendt 4 Co.
suchen fur ihren erstkl. Kundenkreis
dringend Villen, Villenetagen und
Komnfortwohnungen in westlichen
und sfidwestlichen Varorten
Bin.-Grunewald,Trabener Sir. 66. 96 18 55


I. PPivatechule mrp 1K tinderheim ImlchhndotlD.Derlinbfj


Mode- u. Reklamelunst
Georg Hausdopr
w- a.s erdekoration / Plakatschrift /Blickfang
e'und Reklame: Zeichnen / Malen / Ent*wrf
Praktieche Auablldung nur fpr Juden
Charlottenbg., Bleibtreustr. 7 / Ruf: 319712

PrPIU. modenzichenschule

.Feige-Strassburger
Mode- u. Konfektionszelchnen Putzkurse Schnel-
dern, Zuschnelden (auch fOr Wasche und Kinderkl6idung)
Graphik (Mode-Plakat, Schrift, Inserat, Illustration)
Tages. und Abendkurse nur fOr Juden
Berlin W, KurfUrstendamm 40/41 / Telephon: 92 6615
Anmeldung: Taglich 12-1 und Montag und Mittwoch 5-7.


MNur for Judoen
mIO0ld,Schnittzelchnenu. prakt.AusfUhr.: Damen-u. Kin-
dermoden, Stoffberechnung, Schnltt-Techniken
u. Fertigatellung.-Waschemoden (Oberhemden,
Pyjamas, Strandkleidung).- Mod. Ergfinzungen.
Damen-Hutmoden und praktische AusfUhrung.
ebrauchsgraphik: Plakat, Schrift, Perspektive, Figur,
Modezeichnen fUr Konfektion und Verlag.
Berlin NW, FlensburgerStr. 5/Telefon: 392215




Oberschule fOr Knaben und Midchen
Engllsoie AbtHloung. Vorbereltung fOr
School Certificate (Cambridge)
Proficiency (Engl.Sprachexamen)
Nachmlttags- und Abendkurse fOr Erwachiene
Konversationszlrkel f. alle Altersstufen
Beginn neuer Kurses 1. Oktober
Berlin-Sch5neberg, Kufsteiner StraBe 16 714213

. indet 1910 JOSCe Ruf 865285
prluatschule mor maschinenbau u. Eleitrotechnik
uon DIpl.-Ing.H.Stlinacher, erilln-Chbg.. WilmardorferStr.36
Maidhlnenban Klektrotechnik
Fernumeldetechnik Radlotedanik
Elektro Installation e Tages- und Abendschale
Nur" fr Juden
Kin Bneus Semester begfnnt am 6. Oktober 1938
Aeltestejldlsche II- H. Steklmacher
Far cS~hUle Vertragsfahrsehule des jid. Autoclubs 1927
Pannenkurse f5r Anfinger and Fortgeschrittene
Berlin -Wilmersdorf, Berliner StraBe 157
Ruf: 86 55 84 (neben Atrium) S R&
Nach Gesiciftsschlu A Sonntag t: Ruf 86 52 85


Fahrschule Ing. LEOPOLD'
erlin W 30, Bamberger Str. 41 2605831
Langjahrlger jndlscher Fahrlehrer
ch unterrichte nurselbst


III% m


Internal Prediger Hirseh
in Coburg
Modernes Schulsystem mit alien Antor-
- ..- de "ru-n ge n 4er hetligen Zeit. Kleine Schul-
klassen. Individuelle geistige und kBrperliche
Erziehung. Fremdsprachen, ISport,Werkarbelt.
Neunanf nhmen fIUr das Wintersemester


Im nternavo
Frau Dr. Leo Deutschllnder
Wien XIX, Hofzelle 12
erhalten junge Madchen U n t e r r i c h t in
hauswirtschaftlichen und
kaufmiinnischen Flchern
Ausbildung in Sprachen
(Konversation und Handelskorrespondenz)


hh ll Umschulung u.Hauswirt-
LNMba i schaftl. Jahr f. j0d. Pers.
1. Hauswirtschaft, Kochen. 2. Spezialbackkurse,
3. Waschen u. Platte.n. 4. Kleider-Aenderungen.
Neuanfertigungen, Korsetts. Leder-Handsdcuhe.
anna Bn.-Halense, Schwdnitzer
Hanna LoeWe Str.7 (Gartenhaus). 975581


JOdische Haushaltungsschule
Frankfurt am main
Q uinc k est ra fe 20 / Tele f o n: 48796


1. Haushaltpflegerinnen-Seminar
2. Haushaltungslehrginge fiur 14-15 jlhrige
3. Fachklasse fiirSchneidern u. Wischenihen


PRIVATE KLEINKURSE
I. BucbfhruB and Abschlug
ie Abteilung wichentl. 2mal 3, Std. = 7 Std. Dauer 2 Monate.
Honorar manal. RM 25.-. Tages-u.Abendkurse. Nur fur Juden.
LUDWIG STEIN, Buchsachveeratlndl9er
BlficherstaBe 1, am Hallesichen Tor. Tel. 66 90 69.


Auswandercrexislenz mil WenlI Geld
Leicht erlernbare Fabrikationen von Lebensmitteln,
Spirituosen, kosmetischen und chemisch -techbischen
Artikeln. Ala Industriebetrieb iberall ugelassen.
Sorgfiltige Anleitung und Ausbildung. Prospekte.
Langiohriger Fachmann. Auskunft 10-12 Uhr vorm.
Ruf: 251413 u. 25 49 37. Brief BerlinW62, SchlieBfach 48


Auto-Fahrschule
MnRi.a:d. .6m. Leop. Maler LIu.nim
Selt 1913 einzig. jUdisch. Fahrlehrer. Unterrichte selbst
ehirSlttenburg, BlelbtoPur. 10.11, am Bhf. SavignypL 11 I37

Verlangen le Vertreterbesuch


Privatstunden
in Stenagrafie und
Maschlnanichrelben
auch in d. Abendstund.
euro [Mode
Ruf: 963680
Chbg., Dahlmannatr.30

* Learn Rapid
EngI,i French, Canvars.
Aual.a.Haus 96 06 20
Kuirz.ehrlft, andch
fremdspr. Maschinen.
schreiben, Buchfhr.
Sprachen, Handels-
lehrerin Friedlind,
Berlin, Joachimsthaler
Str. 12. Ruf: 915817

Engl., Franz.
Einzeln / kI. Zirkel
H. Hellbrun
Lehrerin, Au'sburger
Strafe 47, Gth. I r.
Tel. 24 42 24

Fran ais
Telefon: 920475

Spanisch
English
Saragosa, Oxford,
Staatl. gepruft, prelsw.
(auch Schnellkurse).
Marg. teinbearg,
Berlin. Ruf: 915425

Stenographie
filr Anfanger und
Fortgeschrittene
RoechshuPzaohrift
mnd StlizU-Soitreiv,
such DelbaDenschr.
u. engi. Kurzschrilfl
unterrichtet
Dr. Martin Kalm
Berlin W 62
Courbiirestr. 15
bei Stern.
(Ruf: 257031)


FDPIDn ErpnOliuHig IDueraeuennaoii
Tel : Berlin 92 53 54 / Michendorf t04

HerPstlepien inwand1z
Hinderpenslon0 D0nat-Llndlenbdau
Berlin, Schonhauser Allee 1647T'el. 451'


J I Juuentus ZUrich


Vorbereltung fUr Maturltat und
'Eldgenililsche Technlsohe Hoch-
schule ZUrIch. Handelsabtellung.
Berufawahlkurae. Ausbildung von
Maschlnen-, Elektro. und Bau-
technlkern. 50 Lehrer.
Best Ref. Auskunft und Prospekt durch '1
die Direktion Zir i c h, Uraniastr. 31-33
I -- I
Berufsausbildung
mit AbschluD-Diplom
filr Frauen und Midchen
ale
Gymnastlk Lehprerin
Frau H. Hochschild
Diplom-Lehrerin
Frankfurt am Main
Freiherr-v.-Stein-Str. 7. TeL 77842
. -----------


Meine Kurse filr Auswanderer finden nur
Oranlenburger Str. 8 statt. Preas RM 75.-.
Herstellung Uon Marzipan
Bonbons u. Teegeblok
Silberstein, OranienburgerStr. 8. Tel. 42 17 38

Auslands-Berut
S hue d. praRL Ditklochen
Neuzeitliche Rezepte
Kursus 100 RM. Auhd brieflich (RIckporto) I
Dr. Sternberg, Berlin W
Joachlmsthaler Straee 5, v. pt. I, 2-3 Uhr


iralinen-eblcim-Kmurse
ertoilt enter Fachmann Damen und Herren.
Aug. u. W 818 an Anz.-Abt d. J. R., Bln.W15


Feto-Unterricht
in allen Fachern. Farboenphotograpbie.
Tel. t 71 30 62 oder unt W 775 an An.-
Abt. der J. R., Berlin W 15, Meinekestr. 10


Spanisch, Engllsch, FranzOs.
f.Anfing. Konversationsmeth.Ruf: 71 3062
oder u. W 775 a.d. Anz..-Abtlg., Bin. W 15


UNTERRICHT
in oaien MUSIKFACHERN
bisz. Reife(a.f.Kinderu.Anfanger)
Ordcester- u. Blasorkurse. Bin.-
Charl.4,Sybeistr.9,SprechsiA.0.1,4-5 I


KUl


S II


3Ddische Privatschule
Dr. Leonore Goldschmidt
EXAMINATION CENTRE OF
THE UNIVERSITY OF CAMBRIDGE


DEUTSCHE und ENGLISCHE
REIFEPRUFUNG
an der Schule


Internal for Tages- und Vollpenslonire
Sprechzeit: Montag-Freitag 11-12 Uhr
Berlin-Grunewald, Hohenzollerndamm 110
am Roseneck Fernsprecher: 89 62 87


Private jidische m
Waldschule Kaliski
Grundschule Oberschule
Cambridge School Certificate (Engld.)
College Entrance Examination (USA)
Knabon und Midchen Tages-Internat
Proficiency-Sprachexamen T
Anerkannt in USA
Neuer Kurs: 1. Oktober
Intensivkurse
fOr Anfanger und Fortgeschrittene ,
Dahlem, Im Dol 2-6 8909 67
Sprech zeiti Montag bis Freitag 13-14 Uhr
Dr. Paul Jacob Lotte Kaliski


Klnder-Erholungshelm Neu-Esting
gger. 1911 bel Olchlng-MUnchen 5830 m hoch
filr schwichliche, nervise, schlechtessende Kinder ab 1 Jahr.
Aerztl. Aufsicht, erfahrene pidagogische Leitung. Schulunterricht
Ideale Lage, groSer Park, eigene Landwirtachaft.


I iacn


i ENGLISH INSTITUTE
nekestr.l (U-Bahn Uhlandstr.) / Tel. 921956
nhrende englische Schule Berlins
. Zirkelunterrioht nur durch geblidete auslin-
Lehrkrlfte. Nachmittags- u. Abendzirkel.
Sprechatunden: 9-1, 3-8, Sonnaband 9-1


grUndliche, praktische und theoretische
Ausbildung in der
tellung hochwertiger Parflimerien
und kosmetischer Priparate
dinem modernen Fabrikationsbetriebe let
durch den Erwerb wirklicher Fach-
kenntnisse eine
Existenzm6glichkeit
I geboten. Spezlalkursus f. Aerzte, Apoth.,
ker u. Drogisten. Ang. u. W 59 an Anz.-Abt., BIp.W1S


BAUFACH
Praxis auf Baustellen, Fachunterricht, ein-
schlieflich Statik. Private Ausbildung.
Anfragen Telefon: 96 21 86


IWRITH
erteilt an Erwachsene
91 03 67


Bridge
EngI sh- Douots It
lehrt Marga Strauss 922033

UNTERRICHTS-GESUCHE
WOllernt man in Hamburg
Fabrikation von Prallnen
W od. kosmetisch. Artikelr?
Ang. u. W 770 an Anz.-Abt. d. J. R., Bln.W S


Die ,,JUdische Rundschau" erscheinf 2. mal wbchenflich, am Diensftag und Freifag


1


iW.


sw g. rm. . .


""""""""'""'


[FABRIKATION u.GROSSIHANVEL I


.1:


.1"


m


I..


-I--n


I I 1 1 l i jO lei


- Ama i


nl


I


I


io


I


,In


le-L: 4 $ 1 8 I I-....--.__ .j I


ILI






.. ..2.. .. .. . .... -r. J /// ,e 0 IA.


Palestine & Orient Lfoyd
Leitung: Paul Lewinsohn
A nuswan d ere ragent
fiur jiidische Auswanderer
der
Cie. des Messageries Maritimes, Paris

PA LASTIN A
A F R I K A
AUSTRALIEN,

(iG. Gle. Transatlantique, Paris
FiR
NOR D-AME RI KA
VENEZUELA
MITTEL-AMERIKA

Norddeutscher Lfoyd, Bremen
FR
NORD-AMERIIKA
AUSTRALIEN

SPaccfcSteamNavgation Co., Liverpool

CO L U M B I EN
CHI LE. PERU

Berfin W/5, Meinekestrafe 2
Fernruf 917303-04, 914156




NACH PALASTINA
mit dem 15000 to-Dampfer
P OL0 N I A
a vollkommen Oberholt und renoviert
Schiffskarten von RM 105.- an
Hin- u. ROckfahrt von RM 190.- an
Ermafigte Bahnpreise bis Konstanza
Bordgeld Beschaffun'g der Visa
AuskOnfte und Buchung durch die
Generalvertretung fOr Deutschland

* Reisebuiro Atlantic Express
0 Telegr.: Talatta G. m. b. H. Ruf: 162916

Berlin NW7, Friedrichstr.100 .
und die P A L E X Vertretungen im Reich


Nachste Abfahrten
* ab Konstanza
* 7. Ok tober '
* U UI


WALTER HEINEMANN-
Magdeburg, Kaiser-Wilhelm-Platz 2 Ruf: 23526
LReiseauskOnfte Schiffspassagen Visabesorgungj



Reisebiro Traversum

General vertretung
der

Cunard White Star

Buchungen werden wieder angenommen
Konzessionierter Auswanderungs-Agent
fOr
Jidische Auswanderer nach Nordamerika

KURT PRINZ


BERLIN W 8
Fernruf: 163792


Panama, Paraguay,
Dominica, Ecuador,
Einwanderungsvisa
und Schiffskarten
Levene's Travel Agency Lid.
62, Oxford Street, London W.1
I FORD Chevrolet
FORWu.Traktoren
Spezial. Reparatur-Werkstatt
Moritz Galberg, Berlin NO 55
Fernsprecher: 5342 97 und 59 89 09
- Greifswalder Str. 23 -


Eleg. Kraftwagen
yermietet iuferst billing
Schimmel, Berlin, Ruf: 688466


KRONENSTR. 54
ECKE CHARLOTTENSTR.
(an der FriedrichstraBe)


o* .,,.x el
Contaxetc.
Gelegenheitskaufe
Foto-Koplen
F 0 P a 0 b I I da r
FOTO Fernruf: 862944
WOLFF & LEONHHARDT
Bin.-Wilmersdorf, Berliner StraBe 129

Seiden-Talis
die Seidenwaren Fabrik
J. Illichels & Co., Kreleld


Die Judische National- und
Bibliothek braucht Bucher!


Universitats -
Spendet!


Gesellschaft der Freunde der Hebrgischen
Universitat und Bibliothek Jerusalem, E.V.
Postacheckkonto: Berlin 46620
Zentralsammelstelle
Berlin W15, MeinekestraBe 10. Sammelnummer 919031
Fiir eilige Abholungen: J. Prilutzky; Ruf: 392497
Weltere Sammelstellen:
B retI a u 5: Museumsplatz 9, Zionistischer Ortsverband, FrL L. Levy
Frankfurt a. M.: FischerfeldstrAe 13, D. Messerer.
Hamburg 20: Eppendorfer Landstr. 24 (Tel. 5310 67) Prof. Otto Opet
K 1 n, C eilienstraSe 18/22, Carl Steinweg
K 5 n i g s b e r g i. Pr.: SchbnrlingstraBe 21, Zionistischer Ortsverband
L e i p z i g C 1: Keilstr. 4, Zionistischer Ortsverband, W. Dubiner
Mannheim, Postfach 37, Dr. Simon
t n c h e n : LessingstraBe 6, Karl Adler
r n b e r g : ZufuhrstraBe 20, Zionistischer Ortsverband


I Ot


-ADRIATICAM
Schiffahrtsgesellschaft Venedig

NACH PALASTINA
Ober Triest oder Genua
mit den bekannten Dampfern
GALILEA GERUSALEMME
PALESTINA
MARCO POLO ESPERIA

Besondere Ermafigungeh bei Hin- und
R0ckfahrt auf der direkten Palastina-Linie
sowie bei kombinierten Reisen mit den
Dampfern ,,MARCO POLO" und ,,ESPERIA"

Ermassigung 'auf den italienischen
50 0/0 Staatsbahnen bei Hin- und Ruckfahrt
Ausknmfto end Buchungen durch die
Generalagentur fiir Deutschland
BERLIN NW 7, Unter den Linden 24 Ruf 110415
end die Agenturen,
Frankfurt a.M. Kalserstrasse 20, MOnch-en, Odeonsplatz l,
Hamburg 36,NeuerJungfernstieg17, Stuttgart, Konigstrassel7
*owl* alil bedeutenden ReisebiGrox


Anzelgen
Sbel tuns
verbUrgen
Erfoig


- I C


Umzugsgut-
Auswanderer-Versiche
Reisegeprick -.Verickhe r
Re n I e n V'Or sic he r -
und- sonstige Versicherungen jer
Dr. Ludwlig Libson'e,,
Blt.-Charlottenburg 2, Herderstr.1,


Wedier Jude hat heute kein Interesse an jidischen Dingen?
Wieviele Juden haben night Auswanderungspline? Sic alle
swollen BeridAte aus den Auswanderungslandern lesen, fiber die
Auswanderungs- und Existenzmglidikeiten, fiber
das 8ffentlidiAe und private Leben, fiber AIlgemeinies und
Ober alle Einzelheiten zuverlassig unterrichtet werden. Die

JUDISCHE RUNDSCHAU
bring standing sole Beridte aus PalAstina und aus Nord-
amerika, aus den LAndern Sadamerikas, Afrikas and
aus .Australien, kurz aus alien Lindern, wo Juden
. lebenl, aus sadckundigster Quelle. Die Familiennachridcten
unterridten zudem fiber die Familienereignisse und bil.
den oft den einrzigen Zusammenhang zwiskden einat
Nahestehenden, nun in alle Welt Versprengten.
Haben Sie Verwandte oder Bekannte, die die JIdlss&e
Rundschau nihdt halten? Es ist Ibre Pflicdt, hinen
zu helfen. Wollen Sie ihnen zu Rosch Haschanah

EIN GESCHENK
machen, das wertvoll, aber billig ist, ein immer wieder,w56Aentlid
zweimal neues GesdienkL So schenken Sie einen Gutselin auf
einAbonnementderJfidischen Rundsdau,erhAltlidizumPreisevon
RM 5,75 <(Bezug nach dem Ausland RM 6,-4
ffir ein Vierteljahr
RM 11,50 ( 3ezug nach dem Ausland RM 12,-4.
fur ein Halbjahr
RM 23,- (Bezug qach dem Ausland RM 24,-4
ffif ein Jahr
Zahlungen aus dem Auslande nur in Valuta.
JUDISCHE RUNDSCHAU
Vertriebsabteilung, Berlin W 15, Meinekestr. 10

''APTLM R


U.S. A. (new York)
Fir Elnwanderer gute, sichere
Existenz bieten wir' durd Erwerbung
von Wohnhbusern oder Farmen bei
niedrlgster Anzahlung
Keine
Spekulations-Objekte
Bereits von deutschen Emigranten an-
gekaufte Obiekte brachten best Erfolge.
Allererste Referenzen stehen jederzeit
zur Verffigung.
N. A. Susskind
512. Fifth Avenue, Ecke 43 rd St.
Gegr0ndet 1901


Hauseigentinmer suit
ca.RM 58000.-
erststellig, la Westenhaus in fast dreifacher
Friedensmiete, zwecks Ablosung. Ang. unt.
W795 an Anz.-Abt. d. J.R., Berlin W15.
NEUHEITEN
u.techn.Probl.entw. biszurFabrikations-
reife, m. der dazu geh. werbl. Gestaltung
K O N S T RU KT EU R
GEB RAU CH S G RA PHI K ER
u. such z. Zwedce d. Ausw. ser.Auslands-
verb. Evil. Partn. zw. gemeins. Ausw. Ang.
u. W791 an Anz.-Abt. derJ. R., Bin.W15

Verlangen Sie bitte
Anzeigen Preisliste Nr. 5


Wissen und Aufklairung Uber
die jUdische Situation geben
die Schriften aus dem Verlag
JUdische Rundschau 6; m:
Buchverlag und Buchvertrieb
Berlin W 15, MeinekestraBe 10
Dr. Michael Traub: Die Judische Auswanderung aus RM
r Deutschland Westeuropa, Obersee, Palastina.
Die Brosichre behandelt ausfuhrlich das Wanderungs-
problem hunter Verwendung reichhaltigen Zahlen-
materials Ober den bisherigen Umfang der JOdischen
Auswanderung aus Deutschland . . . . -,60
Dr. Michael Traub: Jndische Wanderbewegungen
vor und nach dem Weltkriege. ErmaBigter
Preis: brosdhiert RM 1,45, Pappband RM 1,95, Leinen 3,-
Dokumente zur Palastina-Politik (1929-1930). . -,60
Drel Jahre zionistische Bewegung in Deutschland
(1933-1935) BerichtderZVfD.andenXXV. Delegiertentag -,90
Dr. S. Kal6ko: ty'N ) fly') HebrNisch fUr Jedermann
Lehrgang 1 fOr Anfanger . . . . . . 2,40
Lehrgang 2 fOr Fortgeschrittene . . . . 2,90
Ausgewihlte Lesestilcke o .";0. . . .. ... -,90
Erhaltlich in alien ijdischen Buchvertrieben oder gegen
Vorauszahlung zuzOglidch Porto audich direkt voam Verlag
JUDISCHE RUNDSCHAU G. M. B. H.
Buchverlag und Buchvertrieb
Berlin W 15, Meinekestraf e 10
Postscheckkonto der Verlagsabteilung: Berlin 71576


Iehte 24


J 0 D ISCHE RUNDSCHAU


N 7677 23 1