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Central-Verein-Zeitung Blätter für Deutschtum und Judentum : C-V-Zeitung ; Organ des Central-Vereins Deutscher Staatsb...
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 Material Information
Title: Central-Verein-Zeitung Blätter für Deutschtum und Judentum : C-V-Zeitung ; Organ des Central-Vereins Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens
Alternate Title: Blätter für Deutschtum und Judentum
C-V-Zeitung
Compact memory / Central-Verein-Zeitung
Zentral-Verein-Zeitung
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Portion of title: Judentums
Distinctive title: 900 years of the Worms Synagogue : Vol. 13, no. 22 (May 31, 1934)
Physical Description: Online-Ressource. : ;
Language: German
Creator: Zentral-Verein Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens
Publisher: Central-Verein.
Place of Publication: Berlin
Publication Date: 1937
 Subjects
Genre: newspaper   ( marcgt )
newspaper   ( sobekcm )
 Notes
Additional Physical Form: Digital. Ausg.: Aachen : RWTH. (Compact memory).
Dates or Sequential Designation: 1.1837 - 86.1922,9; 1.1922,1(4.Mai) - 17.1938,44(3.Nov.); damit Ersch. eingest.
Numbering Peculiarities: Periodizität: wöchentl.
 Record Information
Source Institution: University of Florida
Rights Management: All rights reserved by the source institution and holding location.
Resource Identifier: oclc - 643377107
sobekcm - AA00000359_00002
Classification: zdbs - 180
zdbs - 100
zdbs - z221
System ID: AA00000359:00002
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Full Text






























In eigener Geleitwort


Sache

A. H. Am 2. Mai 1837 ist zum ersten
Male eine Nummer der ,,Allgemeinen Zei-
tung des Judentums", am 4. Mai 1922 die
erste Ausgabe der ,,C.-V.-Zeitung" erschie-
nen, die in einem ihrer Untertitel wie
man in dem Faksimile an anderer Stelle
unserer Festausgabe nachsehen mag, am
kleinsten und unscheinbarsten gedruckt -
jenen Namen weiterfiihrte. Fiinfzehn von
den hundert Jahren, deren Rundung uns
Anlass zur Wiirdigung der A. Z. bietet, ge-
hiren also bereits unserer Zeitung. Die
JubiliumsbeitrAge gelten freilich nur den
85 JahrgAngen zuvor; w i r wollen nicht ge-
feiert, sondern gelesen sein und lebendig
wirken. As widerspriche auch der ge-
schichtlichen Wahrheit, Feier und Ruhm
jenes Blattes auf uns zu versammeln, wie
sehr wir auch heimlich hoffen, dass ein
wenig des Lobes und der Schitzung der
A. Z. auf uns abglinzen m6ge. Wir sind
nicht aus der A. Z. hervorgegangen, wenn
auch in unmittelbar zeitlichem Anschluss
an die letzte Ausgabe jenes Blattes die ,te
Nummer der ,,C.-V.-Zeitung" erschierien
ist, sondern aus der Monatsschrift ,,Im deut-
schen Reich". Sehr formal Griinde, die
nicht einmal aus dem Kreise des C.-V. vor-
getragen wurden, fiigten in den vielzeiligen
ersten Zeitungskopf auch noch die ehr-
wilrdige Bezeichnung ,,Allgemeine Zeitung
des Judentums". Aber Worte, zumal, wenn
sie zu so geistesmichtigen Formeln zusam-
mengefasst sind, haben Zauberkraft. Unter-
zeile auf Unterzeile schwand aus dem,,C.-V.-
Zeitung"-Kopf; immer gr6sser und sicht-
barer wurde die ,,Allgemeine Zeitung des
Judentums". Mit dieser Wandlung des gra-
phischen Bildes vollzog sich auch eine inner
Umgestaltung. Die neue ,,C.-V.-Zeitung"
damals sollte und wollte alles andere sein
als eine a 1 g e m e i n e Zeitung des Juden-
tums, eine Art jiidischer Generalanzeiger.
Im Gegenteil, sie hatte eine b es on d e r e
Zeitung des Judentums zu sein, Organ im
eigentlichen Sinne, also Mund und Sprach-
rohr des damaligen Central-Vereins deut-
scher Staatsbiirger jiidischen Glaubens.
A 11gemein hitte man sie nach
der Terminologie jener Jahrzehnte
allenfalls in dem Sinne nennen
kinnen, dass die in ihr vertretene Anschau-
ung von dem Streben erffillt war, allge-
meingiiltig zu werden 'Denn damals mass
man den Wert einer allgemeinen These an
ihrer Verwertbarkeit fiur die eigene, be-
sondere Ansicht.- Heute bemiiht sich die'
besondere Meinung, .vor der Allgemein-:
wertung zu bestehen. Diese Wandlung, die,
alle ernstgeleiteten jiidischen Zeitungen .er-
fasst hat, machte aus der ,,C.-V.-Zeitung"'
eine echte ,,AllgemeineZeitung des Juden-.
tums".
II.
Es ist nicht ohne Reiz, auch noch auf
andere Unterschiede hinzuweisen, die
zwischen dem Blatt von 1837 und dem von
1922 bestehen mussten. Ludwig Philippson
schuf als Einzelner seine Zeitung und um
seine Sch6pfung herum eine jiidische 6ffent-
liche Meinung. Der C.-V. bedeutete in jeder
seiner Aeusserungen bereits jiidische
Oeffentlichkeit. Sprach dort der Einzelne
und wohl oft auch Einsame. so kam hier'
die Gruppe, die Richtung zu Worte; der
Einzelginger hatte sich nicht nur innerhalb
des C.-V. gegen die offentliche jiidische


Von DR. HERZFELD, Vorsitzendem des Jiidischen Central-Vereins

Die hundertste Wiederkehr des Tages, an dem die ,,Allgemeine Zeitung des
Judentums" zum ersten Male erschien, ist weniger Anlass zum Feiern als zum
Besinnen. Wir gedenken der Manner, von denen die Zeitung geschaffen und
weitergefiihrt worden ist. Wir gedenken der Zeiten, die sie herauffiihren half
und von denen sie emporgetragen wurde. Bei dem Versuch, die uniibersehbare
Fiille der in diesen Blittern niedergelegten Gedanken und Geschehnisse zu
ordnen, lernen wir den Zeitraum eines Jahrhunderts werten. Noch ehr-
fiirchtiger neigen wir uns vor dem Genius unserer Geschichte. Noch stolzer
denken wir an unsere Gemeinschaft, die so viele Jahrhunderte der Arbeit im
Geiste und am Geiste umfasst. Bewusst wird uns, wie unvergleichbar und nie
wiederkehrend jede Epoche ist. Wir erkennen, dass jedes Geschlecht nach
eigenem Gesetz Vollendung erstrebt und in dem ihm zugemessenen Raume
nach besten Kraften ausschreitet. Wehn wir so die Vergangenheit wiirdigen
und ehren, gelangen wir zu ernsten Gelabnissen fiir unseren Lebenskreis.
Heisse Wiinsche erfiillen uns und helle Hoffnungen fiir die Spiteren, die nach
uns kommen und liber uns hinauswachsen mogen an jiidischem Willen, an
menschlicher Formung und an irdischem Gliick
llulll l l l l l l l l l l l l i l I IU II III1111111111 1111111111 11111 1111111II i l l l iI I ll II I lllIIII }II III ll illlll IIl i iillil111[III11111iIIl ll


Meinung durchzusetzen. Die ideengeschicht-
lichen Auseinandersetzungen zwischen den
jiidischen Gruppen driickten sich in der Re-
gel in oft, unfruchtbarein MAchtstreit aus.
Aiegle"e i Kafmpfe ges Einen schufei'ie.
Fundamente, auf denen erst jiidische Politik
in Deutschland in bestimmtem Sinue
denkbar und miglich wurde.

Wenn in den grossen und kleineren Ar-
beiten im Festteil dieser Ausgabe in ge-
wisser Hinsicht Historie getrieben wird, so
soil Goethes Satz, dass Geschichte schreiben
eine Art sei, sich das Vergangene vom
Halse zu schaffen; dabei, allerdings bedingt,
Geltung haben. Es tut gut, von Zeit zu
Zeit aufzuriumen und Schutt zu beseitigen,
der, weit davon entfernt, die Umrisse
edler Formen erkennen zu lassen, die er
vordem vielleicht einmal gebildet haben
mag, den Boden unfruchtbar macht und
neues Keimen verhindert. Auch manches,
was noch in unsere Tage hineinragt, ist ver-
gangen, mag auch das Fehlen sichtbarer-
Zerfallserscheinungen es schwierig machen,
es so zu erkennen. Was durch die Zeiten
bewihrt besteht, da's gerade befreit ge-
schichtliche Betrachtung aus der Verklei-
dung durch die Zeit. .Und das ist. auch
nicht vergangen.


Wir haben durch die Ereignisse der
letzten Jabre zu unserer eigenen Arbeit
gajiigend .A.Jstand gewonien. um es;wagen
zu kinnen, den Weg`i zu zeichnen, di sie
genommen hat, bis die Ereignisse von 1933
die grosse Kehre brachten. Unsere Zei-
tung zwischen 1922 und 1933 wird kein
H.istoriker iibergehen diirfen, der die Ge-
schichte der deutschen Judenfrage einmal
in einer, von der Leidenschaft der Aktuali-
tit befreiten Zeit zu schreiben sich be-
milhen wird. Er wird in ihr finden, wie die
lebendigen Str6mungen des deutschen Le-
bens im jildischen Raum ihre Wellen
schlugen, und wie Juden auf dem Gipfel
der Emanzipation dachten und ohne Ueber-
ieblichkeit voll Dankbarkeit gegeniiber
den Kriften waren, die ihnen die Tore
6ffneten. Er wird das ehrliche Bemiihen
antreffen, die Haltung der politischen
Gruppen zur Judeifrage .als' .eine- vom'
Jiidischen her unpolitische Angelegenheit.
zu behandeln. Er wird beobachten, wie'
um die Lisung gerungen wurde, die.ge-
stattete, in dem eigenen.Verhalten zum
deutschen Lebpn innerhalb des Parallelo-
gramms der Krifte, die scheinbar zwischen
Entjudung und : Gleichberechtigung eine
intrennbare Ursichlichkeit aufwiesen, Jude'


I'
I.. Scpw~a~nS. -


^e.1.


3citun be. 3ubcntInu.*


S n et in: ;
unparteciiff)e vrgan fftr dael jitbifdl e Z teerrefT.
.. in. c r I f ut o n ., ,
0olitif, Religion, Siteraotur, @efd)idte, proacbhle tc unb bcllctriftiL,
(afit Sinigl. 6ififsd tlr afflrgndbifttr 6oacefion.)
nla .^ .. -- m


.Jeoacruur.
Dr. Subii! slbilippo fn,
ifratlitifd)r '~rebigcr, in t ailurg.


eipy~ g9, ben 2. ,ait 1837.


oermig ton'
Saumuiirttnerd uchbabnliung
au Etipitg.


lese Festn um m e r entha It: Hans Bach: Kulturgeschicht-
iese Festnummer enth t:liche Arabesken Fritz Bam-
berger: ...,,und" die Wissenschaft Margarete Edelheim: Redaktion ohne
Telephdn Ernst Fraenkel: Vier Redakteure Fritz Friedlaender: JOdisches
Geschichtsbewusstsein Alfred Hirschberg: In eigener Sache Heinz Keller-
mahn: Die Zeitung der ,,gemassigten Reform" Ernst G. 2twenthal: Vor-
klange. von ,,Hilfe und Aufbau" Hans Oppenheimer: Schm6kern -
SKurt P-ithus: Literaturbericht Eva Reichmann -Jungmann: Am Quell der
Ideologien Kurt Julius Riegner: Grundlagen einer Gemeindepolitik Ferner
Bilder, Inserate und Kuriosa


zu sein und zugleich dem Staate zu geben,
was des Staates ist. Mit Ueberraschung oder
mit Genugtuung, je nach dem Vor-Urteil,
mit dem der Forscher an die Probleme
herangeht, wird er lesen, wie man hier be-
miiht war, die Wirkungen der gesellschaft-
lichen Auseinanderentwicklung von be-
sitzenden und nichtbesitzenden Juden in
den Jahren der Arbeitslosigkeit und des'-
schrumpfenden Mittelstandes zu hemmen.
Vorgiinge wie ,,rote Assimilation" Ab-
lehr jiidischer, proletarischer Schichten'
von einem zu biirgerlichen Formen vielfach
erstarrten Judentum und ,,weisse Assi-
milation" Aufgehen bildungs- und be-
sitzgesiittigter jiidischer Kreise in sozial
ihnen gleichscheinender nichtjiidischer Um-
welt wurden untersucht und ihre Er-
gebnisse nicht nur leidenschaftlich be-
kimpft, sondern auch durch positive An-
strengungen zu paralysieren versucht, wie
man jene Menschen dem Judentum und im
Judentum erhalten k6nnte. Die national-
jiidische Idee war damals weder fiir die
eine noch die andere Gegenwirkung gene-
rell aussichtsvoll. Aber der Forscher wird
zugleich eine warmherzige, keineswegs
antiquiert philanthropische, sondern sehr
bewusst den Rahmen iiberkommener Be-
-.griffsbestimmungen ~ WV Wesen des Juden-
tums sprengende Haltung zu alien jfidischen
Aufbauplmnen finden, vor allem in Pajis-
tina. Er wird auch auf eine Apologia
stossen, die diesen Namen nur noch
nach ihrer Wirkung verdient, well sie
allen wissenschaftlichen Anspriichen ernst-
haft Rechnung tragt. Und je nach
seiner Einstellupg wird der Historiker in
der Fille der Namen und Leistungen jii-
discher Menschen auf allen Gebieten des
menschlichen Daseins innerhalb des jii-
dischen Lebensraumes und in der Welt
iiberhaupt entweder eine Bestitigung der
These finden, dass die Juden einen iiber
ihren Anteil weit hinausgehenden Einfluss
gewonnen und ausgeiibt haben, oder, dass
ausserordentliche Fdhigkeiten innerhalb
dieses Menscherinkreises erweckungsfaihig
warren, durch die sich soviel Namen ihren
Glanz schaffen und durch die Zeiten be-
wahren konnten..Es ist nicht m6glich, und
niemand wird die Absicht haben, die 11
aahresbinde von 1922-1933, die in jeder
grossen Bibliothek nachzulesen sind, in
ihrem Sinn und Inhalt umzudeuten. Sie
stehen filr sich, ehrlich auch in dem, worin
die Geschichte ihre Meinung zum Irrtum
werden, ihre Absicht ins Leere gelien liess;
Riickwirkende Korrektur gelt iiTer die
Kraft der Geschichte.

S, .IV.
Die Ereignisse:von 1933 leiteten einen
dritten Abschnitt in der Geschichte unse-
rer Zeitung ein. Auswahl, Gruppierung
und Gestaltung des Stoffes wurde grund-
legend anders. Das Format wandelte sich.
Die Vereinszeitschrift nahm mehr und
mehr die Gestalt einer allgemeinen Zei-
tung ffir jildische Fragen an. Es geziemt
sich, an dieser Stelle der Manner zu 'ge-
denken, die unserem Blatte bis dahin
ihren Stempel aufgedriickt hatten: Ludwig
Ho11inder, der jiidische Parteifiihrer
mit der encyclopiidischen Neigung, zu-
nichst durch einen Redaktionsfachmann
ohne Bindung an jiidischen Stoff unter-
stiitzt, durch Ernst Goth, den Frdihver-
storbenen, der mit Liebe und Geschick die
ersten Schritte der neuen Zeitung betreute,
und durch Alfred Wiener, der als
Schiller Paul Nathans jiidische Kenntnis
und politisches Geschick mit journalisti-
schem Ideenreichtum zu verbinden wusste.


I


I


1-i
: ~ rrlrJ~ a:gi:8oa








S~1t 2 C.V-etn r 8 .o13


AM BERLINER RATHAUS SEIT18?2

Fir uns, die wir im Getriebe der Re-
ilaktions- und Verlagsarbeit stehen, ist.,
unausl6schlich gegenwArtig wie wir 19383
.merkten, dass man aus Rotationspapier
-.umd DruckerschwArze Damme gegen Mut.
undHoffnungslosigkeit aufzurichten vermag.
,,Zum Sehen gebopen, zum' Schauen be-
atellt", versuchen wir, alle mitsehen zu
lassen, die uns befreundet sind. Je enger.
w ir den Kreis flhien, der unseren jfidi-
scihen Raum umgrenzt, urn so starker
:pflegen wir die Vertiefung. Jakob Birck-
hardt sagt einmal zum Lobe ,der Krisen
und zweifellos befindei wir uns in einer
solbhen -, dass sie ungeahnte Kr&fte in:
dem einzelnen und in derMasse erweoken-
und ,,uch der Himmel hat einen anderen
;Ton". Das haben wir gespirt. Wir haben
SVieles schwinden sehen, was vielen liebb
und teuer war; aber wirf haben ziemals
Leiohenreden gehalten, well fir tuns nur


. In verschiedenen europilischen Landern sind
in den letzten Tagen Stiminen laut geworden, die
sich in mannigfacher Form mit der Judenfrage
'beschiftigen. Die Gleichzitigkeit dieser Aeusse-
.rungen lisst die Vielf~ltfgkeit der Beurteilung
deutlich werden, die Iahn dem Vorhandensein
von Juden innerhalb der Grenzen der ver-
schiedenen Linder zuteil warden liisst.

Oliver Stan le y, ider ehglis che Unter-
'rihtsminister, hat sich ~u einem Bankett des
A. usschusses fiir jidish: religiose Erziehungs-

<- *^luiwiaer -e ^
: LodwirtgSteuinmetz "
SN0rnbergerStr.56 nebenWoolworth)


arbeit in London mit der Lage der Juden in
England beschiftigt. Der Minister iwandte sich
dabei aufs schiriste gegen eine judenfeindliche
Propaganda in England, da sie weder den iiber-
lieferten Anschanungen des englischen Volkes.
noch den Leistungen der britischen Juden im
LWeltkrieg entspreche. Niemand babe in jenen
trilben Tagen des Krieges gesagt: Du darist
nicht fiir uns sterben, donn du bist ein Jude.'
Solle man jetzt ii den Tageni des' Friedens;
sagen: weil du ein Jude bist, darfst du nicht mit,
uns leben?
Iri der italienisch'en Presse sind, wie
wir vermerkt haben, in den letzten Wochen an
einigen Stellen scharie Angriffe gegen die Juden
zu verzeichnen gewesen. So hat noch zuletzt die
Zeitschrift ,,Quadrivio" hunter der Ueberschrift
,,Die jildische Nation" einen Artikel verdffent-
licht, in dem sie darauf hinwies, dass die Juden
iiberall nicht nur eeine Religionsgemeinschaft -
wie dies in Westeuropa behauptet weide -j
sondern eine e th nische Einheit bildeten.
Innerhalb der Fithrung des italienischen Juden-
tums sind im Zusammenhang mit solchen
Presseangriffen lebhafte Gegens&tze szwischen
zionistischen und niehtzionistischen Kreisen aut-
gebrochen. Die Folge dieser Vorgiinge war der,
Rticktritt der Exekutive des Verbandes der
jtidischen Gemeinden Italiens, der die staatlich
anerkannte und in das italienische Korporations-
system eingegliederte Gesamtorganisation der
italienischen Juden ist; allerdings begrilindete

.Krankenversicherung i
SAufnahme bsi 70 Jahre ohne Untersudi
a I li!* Ir IFrankflurt .. M., TI.21977
ans Schwarz Gr. Bockenhemer Strae 29, 1.

die Exekutive; deren Ge.chifte ',un~G hst- ein
Regierungskommissar foirtfihrt,' ihren Rilcktritt
mit dem klirzlich erfolgten Ableben ihres Prisi-
denten Felice Ravenna.
Die jildische Zeitschrift ,,Israel" hat die anti-
jildischen Presqeangriffe zum Anlass filr einen
grundsitzlichen Artikel fiber die Stellung der
Juden im Staate genommen. Sie weist darauf


.I
-
I


hin, 'das Zionismus mit italieniseher 'Vater-.,
landsliebe keineswegs unvereinbar sei. Die"
Talsache, dass er in Sowjetrussland verfolgt
wird, beweise, dass er keine Bewegung des Um-
sturzes sei.

Der Flihrer der Fasrhistisohen PRlfi
F r a n k r eic hs (Franzosische So4ialpart0t,
Oberst de ]a Rocque, hat eine Erklirung zur
Judenfrage abgegeben. Er geht davon aus, dass
,-die Partei nicht antisemilisch 'sei, einjal, .eil
sie alle Bekenntnisse respektitre, sodann,
es in Frankreich mia RU rF .dhay l e 141(
mischung inoerhl.h. dgJaiI
Skene R'ssenfrage gebe..
'zoBen wegen seinef"i


zu bekampfen, sei sinnlos,'- il,," wnn'er i,
Krieg leilgenommen 'habe. Das einzige.
Krileriunl sei Assimilqtioi plit itueingeschrhnk-
ter Annabme aller frahziscbhenl Sitlen, Ga-'
wohnbeilen, Gefilhle und "Gedanken. Dem
Ministerpriisidenten Loon Blum wirft de la.
Rocque vor, dass er durch seine Politik etnen
Anreiz biele, die Judenfrage aufzurollen, und.
hauptsiohlich jidische Mitarbeiter heranziehei.

Im Ansebluss an eine auch von uns ver-
zeichnete .Rede des ungarischen..Ministerprisi-
denten.,D rany i veriffentlicht 'der Priisident
der Landeskanzlei ungarlindischer Israeliten'
und der Pester Kultusgemeinde, Hofrat Samuel
..Ste-rn, im ,,Pesti Napl6". einen Artikel, der
sich mit-, den in letter Zeit gegen ,die Juden,
gerichteten Angriffe beschliftigt. .Es mtisse vom
judischen Standpunkt ausn Klarheit dariiber ge-
srhaffen werden, ob es in Ungarn ein ,,Juden-
problem"', gebe, ,nachdem diese Fragestellung
nicht nur von seiteplradikale Elemente, sondern
auch von hichster 'Stelle aufgenommen worden
eei. 'Hofrat Stern wies aut die Verbundenheit
der Juden mit dem Lande und 'auf ihre Leistun-
gen im 'Verlauf der letzten nderthalb. Jahr-
hunderte hin. Im W.eItkrieg bhtten zehntausend.
ungarische Juden bewiesen, dass sie fiir ihr
Vaterand auch iu sterben wilssten. Bei caller
Olbjkkliit it sei es daher ein wenig karg, wenn
der' Ministeirprliident apn die Frage, ob tat-:
sachichi das Judentum die Ursache allen
iUeeli, sei, bemerke, ee wiirde zweifellos auch.
dann .Uebeletlndb geben, weim kWin Juenitunm
in .Ungr. vorhanden wAre. Ohne die. Friedeni
arbeit der Juden und ihre Leistungen im Kriege
wlde" 'd6r usanimenbriic des Landes' id l
grbesere Ausmasse angenommen *haben.. Die
Stellung der Juden innerhalb der kWirtschalt,
die; der Ministerprixaident als- z stark be-
zei mbt hibe, dei 'darai~:*urtickzsiilhreK, daes i
die'Juden in Ungarn friiher Zugang lediglich zu
den wirtschaftlichen Berufen gefunden hatten.
Erst eine Ausechaltung der. Juden aus dem
Wirtschaftaleben wilrde eine Judenfrage in
Ungarn aufwerfen, naimlich die, wie fiir did ver-
drangten Juden neue Lebenem6glichkeiten ge-
schaffen warden kdnnten, Gleichzeitig wirde


.Zeitlichea starb. Uin..den ilberzeitlichen
Sinn unseres Lebens ls Juden in Raum
und Zeit sind wir .jede Stimde bemilht .
geblieben; aber' wir haben keine Trostutig
versucht,, die nur ale Schminke .auf der
BlAsse der Bangnis geklebt hatte.
Wir gehen de.n-wiirklichen Krtiften der
Zeit-nach; ber~wii- dirchmessen nicht wie
So6iennblumenq jeden' Tag einmal alle
Pichtungen, aus &dnen gerade ..leUe und
Warme str8mt. Dbr '0dische Mensch -mit
seinen sachlichen und seelischen N6ten ist
itnere Sorge and der jildische Gedanke in
isejnier firchtbaren Auseinandersetzung
mit den MAchten der Zeit. Echte Begabung
suchen wir zu fordern, und ehrlicher Pole-
mik antworten wir ehrlich und frei. '
SWir wenden uns gegen jede Enge im
jidischen Bezirk. Der, jtidisilen Welt nd
alien Welten, in der Juden denken, ar-
beitenumid leben, fliblen wir uns ge6ffnet..
Anus grossen Weiten:kommren die 'Winde
her, die Dumpfheit auFhellen. Wir fangen
sie auf, und die Ferne!bietet sich mit ihren
M6glichkeiten und Versprechungen dar.
,,Wir haben waihrend, unserer ganzen
Wirksamkeit den Grundsatz befolgt, dass,
we irgend innerhalb des Judentums sich.
Leben regte, eine. Kraftiusserung zutage,
strebte, ein Gedanke 'die Geister zu be,
leben und zur Beteiligung des Interesses
fithren k&nnte, dies mit aller' Kraft zu
fdrdern ist." Durchdie Zeiten und Men-
schen hindurch ist in -iesem Satze Lud'
wig Philippsons die inner Kontinuitit der.
h-andert Jahre unserer Zeitung gewahrt. .
re :J inuitlt.der


Dai lsitungsfahige
'idlichie
SpIezalgeschli,
fOr
HIrren- und
Knabenkleldung


F ankf uri a. H.,
HIndenburplItz 1l2 enaib: d. Hauptlahnhof


Nachdem der Pa us Bun d (Vereinigung
nichtarischer Christen) kiirzlich die? Vbllj1ldi-'
schen. Mitglieder ausgeschlossen hat, wurden.
nunmehr auch alle die Mitglieder des Bundes
ausgeschieden, die nach-den Bestimmungen der
Nirirberger Gesetze nicht die Reichabi tareigen-
schaft besitzen. (Zum Beispiel chritliche 'Misch-
linge 1. Grades, die nit'Juden verheiraef i sind.),
Der Bund wird kinltig nach aeiner neeuen Zusam-
mensetsung'ohne Bezugnahme auf daM ReligionS-
bekenntnis-seiner Mitgieder die Bbzeithnung
,, e reigig ung 19371 de'r .nir- ,tit,ylol -
'blittigen deuts ah en Ri'hi sb iirge r
flihren.

Einwaiqderer m Skapdinavie ,
In dem Begicht 'iber die offizii en Zahl'ih
und Daten der Einwanderer in Sklndinaiiten
aut der erstei Seite der vorigeii N umneri iif1e-
dauerlicherweise'ein innentstellenderi'Brick-'
fehler enthalten. Im dritten Absatz muss 'es
richtig heissen: ,,Die Zahl der Juden aus
Deutschland mit ,mosaischem Glaubensbekennt-
nis', ferner der ,Rassejuden ohne ausdritck-


duroh solehe Schritfe alier ein. groser S&haden
fir das' gamie Lamd 'angerichtet warden.



Siidafrika
Da Stdafrikanische Pirlament hat.in dritter
Lesung ine neue Bestmmung filr die legelung '
der Einwanderung nach Siidafrika ange nommen,
durch die die Einwanderuug von Person~h uiter-'
brochen wird, die ihre Stastsangehorigkeit ver-
loren haben.- In der Bestimmung heise es, dass
Personen, deren Ausweispapiere zu den soge-
nannten ,,einseitigen Papieren" (one way-papers)
gehOren, kiinftig nicht mehr zui Einreise nach
Sildafrika zugelassen warden sollen.
Der stellvertretende Innenminister J. H. Hoi-
meyer erklArte, dass in der Zeit vom 1. Novem-
ber 1986 bis zum 1. FePruar 1937 nur, 56 Ein- ,
wanderungskandidaten fii die Union gekommen
sind. Nach dem 1. February war die Zahl der
Einwanderer noch geringer.- Jidische Einwan-
derer, die in der Zeit-vom 1. November bis, zum
15. February eingetrdffen sind, erhalten' die Be-'
willigung zu vorilbergehendem Aufenthalt, "bis
die Entscheidung dee Einwanderungsausschusses
bekannt geworden ist.


Meldungen aus Polen
Im Anschluss an die von uns in der vorigen
Woche veriffentlichten. Erkllrungen'"des' Stabs-
chefs .des' ,,Lagers ;dernationalen Einiguag",.
Oberet Kowalewski, hat der Verband der jidi-
schen Teilnehmer an den Klinpfen fur die Un-
abhingigkeit Polens eine zweilagige Konferenz
abgelallen. Der Verband bekannle sich zui seinem
unpolitischen "Charakter und wandte sich da-
gegen,' dass in diesen unruhigen Zeiten Gegen-
siize zwischen einzelnen Gruppen 'herauf-
beschworen wiirden. Niemand dirfe die Vater-
landsliebe eines Verband~smitgliedes bezweifeln,
das sich zu Polen bekenne. Der Verband set
bereil, mit dem Staat bei Aufbau und Verteidi-
gung, des Landes zusammenzuarbeiten.
yertreler grosser Unternebmungen des Gold-
und Silberschmicdegewerbes und eine'Abord-
uung jlidischer and nichljiUdischer Vertleler der
Bekleidungsinduslrie und des Grosshandels
baben behn Handelsminister darauf hingewie-
sen, dass der Judenboykott schidigend? Wirkun-
gen -nicht nur lir die Juden, sondern fur den
ganzen Geworbezweig und damit die Gesanit-
,'irtschaft zeitige. Es niUsten daher Mass-
pahmen gegen den Boykolt gelroffen warden.
,
SEin Itglied der Exekutive der National-
emo cjhe.ePArti., Professor Bogdan W a -
Jutl F 'fgezwuig'en worden,' sein Ami
ii.bekannt wurde,I.dgs3 sein,
.wc eglgk,. ufter:,Jptde ist ute er selbst
-s etn eid d gelauften'i uden ab-
staammt. .
. .
In Mui blbausen. und Crosnes swollen
Strassen ach.Hauptniann Alfred Dreyfuss um-
benannt warden. Die Stadt Mihlhausen bat den
Ministerprlsideilen Leon Blum eingeladen, an
der Feier der Namensgebung teilzunebmen.

Der-Oberbiirgermeister von Leipzig hat eibe
Polizeiverordnung erlassen, wonach Inhaber von
Oast-, Schank- und Speisewirlschaften, die von
Nichtariern betrJeben oder von Nichlariern aud-
gesucht werden, an dei A'ussenseite oder 'am
Eingang des Lpkals deutlich sichtbar cenntlich
zu machen sind. Deutschbliitigeq .weibliches'
Personal darf in diesen Betrieben nicht be-
schaftigt werden.


Karlsruhe und Baden dankt ihm wegel sein
unermuildlidhen Arbeit im Dienste deer jidischi
Gesamtheit.
Vor tiber fuit Jahren hat er hunter sohwIwe
rigsten Verhiltnissen die Leitung des Badiscbeh
Landesverbands des C.-V. tibernommen, ihn seit-
,dem in unverdrossener Arbeit gefithrt. Sein
kluger Rat und seine nie versagende Hilfsbereit-
schaft statiden jedem Juden seines Beairks ale-
zeit zur Verfiigung. Vielen hat er in ibren Sorgen
und N6ten helfen kinnen.
Es ist kein Zufall, soidern die Auswirkuag
.seiner uhbadeligeri Pers6nlichkeit, dass ihn, wie
in vergangenen Zeiten die Karlsruher Anwalt-
schaft und viele andere'angesehene Vereine,
auch die wichtigsten jiidischen Organisationen in
ihre Leitung beriefen. Vor allem'hat er in den
; letzten Jahren in der Verwaltung seiner Heimat-
Sgemeinde .fihrend mitgearbeitet und sich durch
die' mustergilltige Organisation' der jiidischen
Krankenpflege und ale Referent der jungen jtl-
discben Schule in Karlsruhe Ausserordentliches.
geleistet. Die jtidische Gemeinde Karlsruhe uid
die Gesamtheit der Juden in Baden wissen, dass
sie von seiner'Arbeit noch vieles erwarten
dilrfen. Deshalb k6nnen und sollen diese Zeilen,
keine 'erschipfende Wiirdigung seiner grossen
Verdienste sein, sondern nur ein kurzes Dankes-
wort, verbunden,mit herzlichen Wiinschen fir
weitere erfolgreiche Titigkeit im Dienste der jti-
dischen Gemeiisciaft. W., Karlsruhe.

Eine Anza l.unserer regdlmissigen Beilagmn,
aktueller Nahrichteri und Nachrufe musten
wegtishJe Festaifsaitzd aurs diesel' Nummer her ,
aumbleiben mut iwerden in der nichsteni: Woche
nachgetragem '


H&i1taecriftltrdte,.i Dr."' Alfred H'lis'chberg;
.tell.ertreter,'n erantwortlich.'fil die Aufhahne von
Bildmrn: Dr. Mar garete delh im. Vr~natwort-
lichiftir Sport: Dl Ern Bt L0wentba l; slmtlich
in' Berlin. 'Fiar Rficksenddng i&erlrngter Elnseidungen
ist Freumschlagr-.beizafG'gel. L eierder AnAeigen-Abtel-
lung mid. verfitWortlieb fir den Inbalt.der Anteigen:
PrI dri h Nathan, Berlin. DA I. Vj, 40 )0.
P1. 5. Verlag: Jldlache entral.Verein e. V,. Berhi W 15,
"mSer Stris 42. Druck der Bn h. und TWdr1. k Oeall.
sehaft mbH. Berlin SW 19.


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K1il CH 4 BERGL TR, C I LL*1
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1. 4AGEIkUA G CEPGCC eXE"'CKifirG


Erorterungen umn, die Judenfirage


- - - --


Siife 2


C.-V.-Zeitung


UNSERE.VERKAUFSOESCHAFTE.
G: arll Tau d lenatm 16 sllax.Am Hiupbajai"ofl
.HambuLrg JunfeOul 4Ut ocham. rKog tunsct 67
*K61n..& ,.Hohbi a* 11S Prandugt a.bLRobamgkt 15
Wa.ppurtlqbdWeld. Hfod, stnaaS .;'

cliches Bekenntnis zur jildischen Glaubens-
geimeinschaft und ohne jildische Namen' sowie
der ,Halbjuden' wird von Bergstrom mit 6-800
!t.rdas ganze Land angegeben.


fHugo tein50 Jahre alt
Am Mai begeht der Vorsitzende des
Badischen Landesverbands des C.-V., Rechts-
anwalt H[ugo Stein, seinen 50. Geburtstag. Nur
schwer gewohnt man sich an den Gedanken, dass
dies'er Mnn, der so herzerfrischend lachen
kann, nun seine erste Jugend abgeschlossin
haben soll. Auch heute noch ist er in unserer
ganzen Gemeinde der amtisante, nie um einen
schlagfertigen Witz verlegene Gesellschafter, der
liebenswiirdige Poet.
Aber nicht um seiner gesellschaftlichen Ta-
lente willen, so gross sie auch sind, sei heute
seiner gedacht Die jiidische Gemeinschaft von


Nr, 18~+ 6. Moi 10SI,







Nr.18 ~ 6.M
C.-V.-Zeitung


Aai


Die vier Redakti

Die Geschichte der A. Z.ist die Geschichte der Juden,
in .Deutschland wihrend eines Jahrliunderts, das, voller.
Spanhungen und Entladungen auf allen Gebieten des.poli-
tischen, kulturellen und ,religi6sen Lebens nicht nur die
X'Krte Europas mit ihren nationalen und v6lkischen -Gren-
zen,, sondern-auch seine Physiognomie umgestaltet und in
sein.Antlitz die den einzelnen politischen, religi6sen und
sozialen Grippen wesenseigenen Ziige eingegraben hat. Von
der franz6sischen Revolution bis: zu unseren Tagen ver-.
laufen, sich scharf voneinander abhebend und doch gleich-
zeltig voneinander abhiingig und in ihren Voraussetzungen
und Wirkungen gegenseitig bedingt, die einzelnen Periodern
einer geschichtlichen Entwioklung, die, -wenn man sie mit.
Namen kennzeichnen 'vill, von Ranke und Mommsen-fiber
Treitschke und Carlyle zu Spengler und der modernen
Hisloriographie, von K(ant, und Fiehte iiber Hegel zu
Schopenhauer und Nietzsche flirt. Aufklarung und klassi-
scher. Idealismus,' Romantik, Materialismus, Naturalismus'
und .Neudealismus sind nur charakterisierende und ver-
deutlichende Begriffe, die die lebendigen Ziele.iind den In-
halt.der herrschenden Geisteskitmpfe nicht voll erfassen
konnen.
Ewige, dem Wandel der Zeiten nicht unterworfene, in
den.tiefsten Tiefen menschlichen Erkennens und Empfindens
wurzelnde Aufgaben des jiidischen Glaubens und der jiidi-
schen Lebenshaltung und zeitgegebene Forderungen der An-
passung .an -eine geschichtsbedingte geistig und politisch.
revolutirgnAre und revolutionierende Epoche schaffen. den
moderuen jiidischen Menschen in Deutschland (und.mit ihm
und durch ihn wirkend den jidischen Menschen der Neuzeit
iiberhaupt).
Politik, Wissenschaft, religiose Erneuerung-- auf diese
drei Gebiete konzentriert sich das Wirken, dessen Saat von
Moses Mendelssohn, ,,le juifide Berlin", ausgestreut and dds
von der allgemeinen rifdernen europaischen Kultur be-
fruchlet war. Emanzipation:als erstrebter Rechtszusland im
Woinlande, Wissenschaft d .fEiidentums von Leopold Zunz
1882 als Begriff zim erstenmaI'epriigt und hhndert-Jahre
spAter von 1. Elbogen als,,die Wissenschaft vom (eberidigen,
im Strom der Eutwicklung slehenden Judentum als sozio-
logisebe und geschichllicbe Einheit" definiert, Reform des
Judentums im Sinne einer notwendig gewordenen. Belebung
und Vergeistigung des Judentums, einer h6heren Bewertung
des Sittlichen vor dem Kultischen, das sind gleichsam die
realen und lebendigen Aufgaben, die. ein Jahrhundert den
Generationen geste.llt hatte. Zu ihrer Bewiltigung aber ge-
nilgten die Einzelleistungen nicht mehr, so bedeutsam sie
auch als vorwlrtswuchtendes Element, als der antreibende
Motor waren. Aus dem engen Kreis, der David Friedliinder,
Marcus Herz u. a., die Moses Mendelssohn zu geistvolleim,
erzieherischen Gedankenaustausch um sich. geschart hatte,
wuchs die grosse Gemeinschaft der an jiidischem Glauben
und Denken, an jiidischer Vergangenheit und GegenWvart
Interessierten heraus. Das Leben selbst suchte seinen Aus-
druck: Die Geburtsstunde einer jiidischen Oeffentlichkeit
in Deutschland war gekommen. Die Notwendigkeit des
Wechselspiels zwischen Wirken und Wirkung, zwwilchen
Leistung und Anerkennung oder Kritik, ergab sich im
modernen Judentum wie in allen anderen Bezirken des ge-
sellschaftlichen Lebens. ,,Wiinsche und Entwiirf e", itirieb
1847 I. M. Jest, ,verlangten nacli dem Lichle und naec'.Be-
leuchtung, Angriffe verlangten Abwehr, Zustlnde sollten
.gewiirdigt, Verhiltnisse der Gesetzgebung musslen vom
Standpunkte der Beteiligtenr aus untersucht und betrachlet
werden."
-Es ist ein Ausdruck dieser neu erwachenden Freude,
jiidische Probleme im hellen Lichte. des Tages :zu, behan-
deln, wenn in Deutschland seit 1815 fiinfundzwanzig jii-
dische Zeitschriften teils fortgesetzt, teils--neu gegrindet
wurden,-und wenn auch in Frankreieh, England nd Ahmd-
rika sich urn die gleiche Zeit gleiche Bestrebuingeieig-
ten. Aber die meisten dieser Neuerscheinungen jfnden
nicht den Weg zum Ohr'derjenigen, fiir die sie b'estimmt,
waren, und nur wenige hielten sich auch nur- kurze Zeit.


eure /


Von Ernst Fraenkel


Erst 1837 gelang. es eiiem Manne, zu einem gliiklichen,
Serfolgreichen Ergebnis zu kommen; L u,d w i g Ph iip pp-
so.n mit seiner ,,Allgefmeinen Zeitung .des Judentums".

Philippsons Flihigklit zu seinem in die Tiefe .und in die
Breite gehenden Wirken wurzelte in drei Gaben, die er als
Erbteil seiner Vorfahren, erhalten hatted: Das jildische
wissenschaftliche Dekflen war thin, dem Sohne des
Dessauer IHaupllebrers Moses Philippson, schon vom Unr-
gross\aler, deim Rabbiner' Jakob Josua Heschel, iiber-
kommen, dem in Krakau, Metz und spliter Frankfurt a. M.
'wirkenden Verfasser des beriihmten Werkes: Pne Jo-
sua. Dichterischer Schwung und Phantasie des Geistes und
des Herzenis, wie sie nicht lur in Philippsons zailreichet
'"-..;-.W:: *" .... *M : ", !'." -. '"- :-,!- -W-^*' V


"I,,,:?


.Novellen, Romanen und'Dramen, sondern auch in.der ge-
hobenen, klaren, edlen und reinen Sprache aller seiner
Arbeiten zium Aisdruck kommen, warren ein Erbteil seines
Vaters, der einst in.:Bayreuth durch den jiidishen Kauf-
mann Emanuel Osmund die Bekanntschaft Jean Pauls ge-
niacht battle und dessen Schriften Moses Philippson stets
:iit Begeisterung las, In einer 'handschlriftlidhen Philipp-
sonschen Familienchronik wird eine Geschichte iiberlie-
fert, nach der einer der Vorfahrei von dem- Filrsten von
Anhalt-Dessau, als diesel sein Pferd durohgegangen wair,
fiir mutiges Verhalten besondere wiNtschaftliche Konzessio-
nen erhielt, die er geschickt zu verwerten 'terstand und
durch die er es zu einem gewissen Wohlstand braohte.
Vielleicht, .dass von diesem Amnen auf Ludwig Philipp-
son jene Gaben vererbt worden waren, die ihm einen be-
sonderen- Sinni fur das Organisatorisich-Praktische vermit-
felteii, und- die ihn spiiter neben seiner TAtigkeit als Heratis-
geber und Leiter der Zeitung auch auf vielen 'anderen
Gebieten des jiidischen wissensehaftlicleni und politischen


Lebens anregend, fiihiend und erfolgreich sich zu betl-
tigen ermdglichten.
Sein Leben, die Jahre seines Werdens und Wirkens
hat Philippson in der A. Z. auf Wunsch seiner Freunde
selbst dargestellt und aus der Feder seines Schwieger-
.sohns, des Pester Rabbiners M. Kayserling, haben wir
seine, umfassende Biographie .(Leipzig 1898). Es eriibrigt
sich also hier, auf die Aussere Entwicklung seines Lebens
n liher einzugehen. Nur die geistige Pers6nlichkeit, wie sie
sich in den 53 Jaliren darstellt, da er die A. Z. heraus-
gab,und trotzseines schweren Augenleidens allw6chentlich
mit Leitartikeln und Aufsiitzen versah, soll hier mit eini-
gen Strichen gezeichnet werden. ,,Ein-Organ- und Cen-
tralblatt des Judentums", so schrieb Philippson am 4.Miirz
1837 seinem Bruder, ,,soll die Allgemeine Zeitung fiir das
Judentum in religi8ser, politischer, literarischer, lingu-
istischet und historischer Beziehung sein." Am 6. Mai 18
erschien die erste Nummer. In einer Aufsatzreihe: ,,Ueb
die Grundsitze der Redaktion" entwickelte Philippson se
Programirt, das der Ausdruck seiner Plane war. ,,Gege
Uber den Konservativen, nur auf Erhaltung Bedachten, de
Radikalen, welche das Alte grnzlich entfernen wollen, ab
auch gegenuber den Indifferentisten, denen die religi6s
Entwicklung gleichgiiltig ist, und die sich fiir das Judentu
entweder in seiner moralischen Hebung oder allein in polio
tischer Hinsicht interessiere:, 'vertritt.er denStandpunkI
der absoluten Unparteiliohkeit.
,;Nicht dass die Redaktion jener Lauheit selbst huldige,
dass sie gleich einem geschickten.Achseltriiger bald dem einen,
bald demn andern nachbuhit, auch nicht dass sie sich filrchtet,
ihr Schiff in die Brandung zu ifihrep,,aus Furcht, es scheitern
zu seen. sondern aus dem Grunde: ,Dass das Judentum fiber
diesel alien unersclhlitterlich steht; dass nicht die Kirmpfen-
den, sondern allein der Kampf das Recht hat, d. h. die Ent-
wicklung."
Diese Haltung der gemlssigten Reform hat Philippson
dann ein Menschenalter in seinem Blatte gewahrt und
.alen Anfeindungen zum Trotz, .die,.sowohl von konser-
vativer als auch von liberaler Seile; so unter anderen in
scharfer Weise yon Abrabam Geiger lherkamen, ist er sich
.s'els't itets .tred geblieben. Ihm war Judentum eine ge-
'"schTbhliche Erscheinung und ellgtS' sittlii 'begriindete
eqtwicklungsfilhige Lebensanschauqng. StrahlendenAuges
betrachtet er, ganz ein Kidd seinedt Zeit, der Emanzipa-
tion, das Erwachen deS Judentums zu neuer sch6pferischer
Kraft.
1845 schrieb Leopold Zunz in ,,Zur Geschichte und
Literature : ,,Die Gleichstellung der,Juden in Sitten"lnd
Leben wird aus der Gleichstellung der Wissenschaft des
Judentums her\orgehen." In Philippson dringte dieses
Wort und seine eigene Erkenntnis vom Wert der Wissen-
schaft aber auch sein praktisch reader Sinn nach der Ver-
wirklichung der Organisationsform dieser Voraussetzung.
Schon int ersten hialben Jahi des Erscheinens der Zeitung
regte er die Grindiung einer jiidisch-theologischen Fakul-
it an. Unabhingig von Abraham .Geiger, der schon ein
Jahr vorhet. seinen Ruf hatte ert6nen lassen, richtet er am
24. October 1837 eine ,,Aufforderung an alle Israeliten
Deutsch[ands zur Subkription, um eine jiidische Fakultit
und ein jiidisches Seminar zu griinden."
,,Die 4000jfhrige Geschichte Israels ist gegenwartig an einem
"Lebenspuhkt angelangt. Es ist an uns zu beweisen, dass die
4000jilirige.. Erfahrung nicht vergebens an Israel vorbei-
gegangen ist."
Bis, in die kleinsten Gemeinden und gerade bei diesen
Smith besonderer Stirke, fand der Aufruf einen begeisterten
Widerhall, und das damalige preussische Upterrichts-
iministerium gab seine Bereitwilligkeit, eine solche Anstalt
erstehen,zu lassen, mittelbar dadurch kund, dass es die
Sammiung fir die jydisch-theologische Fakultiit im preussi-
sche:n Staat'gestattete. Wenn damals der Plan Philippsons
hauptsachlich an der Lauheit der grossen Gemeinden, aber
auch an den Meinungsverschiedenheiten der Rabbinen
scheilerte, so hatte doch sein geistiger Vater achtzehn
*Jahre spiler die Genugtuung, die jiidisch-theologische
Lehranstalt in Breslau als,,FraenckelscheStiftung" ins Leben
treten zu sehen und als in Berlin am 6. Mai 1872 die
'Lehranstall fiir die Wissenschaft des Judentums er6ffnet
| [ l .


DAS BPKANNTE SPEZIALHA US

fiir


Stoffe, Wdsche, Damen-, Herren-Kleidung,


Gardinen,


Teppiche, M6bel, Reise- und Geschenkartikel


'N


Seite 8


- -- -







A-T c.~.-v-7A'r"""'f nn


wurde, durite Philippson die stolze Freude geniessen, die
Festrede zu halten.
Noch eine Frage von allgemein-jiidischer und von we-
sentlicher Bedeutung fiir die Art Philippsons sei hier mit
einigen Worten gedacht. Im Jahre 1840 erschien eine
C. L. K. unterzeichnete Broschire ,Neu Judia", die einen
Entwurf zum Wiederaufbau eines selbstandigen jiidischen
Reiches enthielt. Sie forderte die Schaffung eines: Terri:
toriims als Voraussetzung fur die Bildung einer .poli.i-
schen ,,Staatsnation". WiAhrend sich Julius Fuirst, der Her-
ausgeber des ,,Orient", zustimmend zu dem Plan iusserte
wandten sich L M. Jost und besonders Philippson mit
aller Schiirfe gegen die Idee eines jiidischen Staates; In
einem. Artikel: Tages Controlle (19. September 1840,
Nr. 38) kritisiert, er Veriffentlichungen der englischen
Zeitschrift ,,The Globe", die mit dem jiidischen Staatsplan
sympathisier,ten. Philippson sieht die Aufgabe Israels in
Palistina als gel6st an und betont die neue Mission Israels
im Galuth:
,,Welche sie sei, mag uns in der Tiefe des Bewusstseins.
liegen. Die, Zeit ruft sie! Auf.die Zukunft hat sie dep meisfen
Anspruch. Die Gegenwart aber sagt uns: ifr solitet an der
Menschheit existieren,.. Was-hatte hiermit eine Kolonie heimat-
loser Juden zu tun, deren Bestand eine Gnade entfernter MAchte
ist, deren Beschaffenheit von ftemden Befehlen abhangt; ~deren
Wesen ein zweck- und tendenzloses Judentum sein wiirde?" -
Seine ganze Kraft und seine ganze unermiidliche Ar-
beit bis zum letzten Afisaitz,den er noch wenige Stunden
vor seinem Tode fiir die Zeitung diktierte, hat Philippson
diesel seinen Idealen gewidmet: der Wahrheit des Er-
kennens, der Liebe zu seinem Judentum,. dem Recht als
dem ewig .unerschuitterlichen Pfeiler jeder sittlichen Ge-
meiqschaft.


Nach dem Tode Philippsoifs iibernahm G u st a v K a r-.
peles die' Redaktion' der Zeitung, die er bis zu seinem
Tode (22. Juli 1909) gefihirt bat. Es war-:kein 'leichtes
Erbe, das er antreten musste; denn sein Vorginger hatte
der Zeitung den Stempel seines eigenen Standpunktes
und seines Temperaments aufgedrickt.. Aber indem
Philippson die Ziele des Fortschritts mit Miissigung und
mit Schonung anderer Auffassung-vertrat, wari die Zei-
tung doch gleichzeitig 'zu einem die gesamte.'Jidenheit
umfassendeni BancIe' geworden Gerade dies ernimglichte
es Gustav Kar'peles, der von Haus'aus., der konservativen
Richtung angeh6rte, auch seinerseits im Geiste der h6he-'
ren Einheit des JUdehtums zu wirken. -Im Gegensatz
zu Philippson going Karpeles der kimpferische Sinn und
die Freude am Waffengang mit politischen Gegnern ab,
er war eine mehr besohauliehe, kontemplative Natur niit
einem leichten Zug ins Elegische. lAber die Zeit, in der
die schweren Kilmpfe.um und gegen das Judentum in
der Oeffentlichkeit ausgefochten wurden, haben auch. in
ihm Krafte entwickelt und ihn zum iffentlichen Verteidi-'
ger seiner Gemeinschaft gehirtet. Der Literarhistoriker
ustav Karpeles, der im Sturmjahr 1848 in einer kleinen
Stadt Mlhrens .geboren .war, der Verfasser .wertvoller
Heine-Biicher, war, n ,weiten literarischen, Kreisen ;kein
Unbekannter. mehri,,din: dauernd.es Denkmal' ajbeT hatte
er sifc: schon 1885 duinj die zweibfndige ,,Gesehichtp der
jidischen Literatur'" gesetzt, deren Ziel .es war,. das
jiidische Schrifttum in die Weltliteratur einzugliedern und
ihr die allgemeine Beachtung zu gewipnen, die ihr'ge-
biihrt... Waren.seine literarischen Arbeitepdder Wissen-
schaft, seine publizistischen dem Tage und dem Tages-
kampf gewidmet,' so gait ein Gebiet seiner Titigkeit' der
Belehrung seiner Glaubensgenossen in weitestem Sinne:
dem jiidischen, Geschichts- und Literaturverei. ''1892
griindete Karpeles in Berlin den Verein fir utidische Ge-
schichte und Literatur' und nach unda nch bildeten' sich
in ganz Deutschland gleichnamige Vereine, deren: Zah
vor dem Kriege 220 war, und 'deren Verband Karpeles
fthrte. Das jiidische Lehrhaus neben dem Bethaus, in
splteren Jahren lebendige Wirklichkeit gewordenf, war
das Ziel, das Karpeles vor Augen stand, als er seinen
Verein griindete.

S,,Kulturgeschichte" schrieb einmal M. Steinschfieider,
,,ist das eigentliche Ziel der'Weltgeschichte, weil das Ziel
aller Geistestitigkeit." Lu dw i g Geig er ,: der: Sohn
Abraham Geigers, Professor an: der Universititt Berlin,'.
war Kultur- und Literaturhistoriker: Als solcher-hat er
die Zeitung geleitet, als solcher hat er ihr zehn Jahre lang
Farbe und charakteristische Tinung gegeben. '
Es war eine bitter Enttiuschung fUr Abraham Geiger,
als'der Sohn nach kurzeP Zeit der Vorbereitung fir den
Rabbinerberuf seinen Entschluss inderte. Aber wedin Lud-
wig Geiger Geschichte und Literatur. studierte, so sind die e'


seine Studien durch die Vertiefung seiner Erkenntnis von
den Beziehungen der allgemeinen Kultur und jiidischer.
geistiger Entwicklung seinem nie erl6schendeni .Interesse
fiir die Geschichte der Juden zugute gekblnmein., Blittert
man in den Jahrgainge'n .nserer: Zeitung, die er geleitet hat,;
so wird man den Niederschlag seiner Studien nicht nur in
den einzelnen Aufs.tzen ,und uniihligen historischen und,
literarischen Miszellen ~wiederfinden. ;Metir noch spiegelt
sich der Geist des iimaismus, der ins 1 niersale g Iende.
Zig als Ffucht'seiner Arbeiten iiber die geitieen Stlr.mn-"
gen der Neuzeit in der Gesamthaltung des Blattes :ider.
Nur im Zusammenhange und in dem Zusammenklingen mit
der seelischen Entwicklung der Umwelt,wie sie am reinsten
sich in den kiinstlerischen und literarischen SchSpfungen
offenbart, konnte sioh Ludwig Geiger die geschichtliche SEr-
scheinung des modernezi Judentums in Deutschland den-
ken. Der Mann, der 34 Binde der von ihm begrindeten
Goethe-Jahrbiiher herausgab,. der die ,Geschichte des
geistigen. Lebens der pretissischen Hauptstadt 1688 bis 1840
darstellte, war so erfillt von diesem Geiste der Umweltq
in deren Mitte er lebte und die ihm ureigenster Besitz ge-'
worden war, dass ihm jeder andere-Gedanke fremd und
unfassbar ersoheinen,musste. Diese seine Stellungnahme
haben Ludwig Geiger von verschiedenen Seiten den Vor-
wurf des Un.iidischseins oder nicht genug Jildischseins ein-
getragen. Wenn schon sein Yirken im Dienst des Juden-
tums, wie es sich in der ,,Allgemeinen Zeitung" und zahl-
losen Vertffentlichungen darstellt, diese Vorwirfe entkrtf-
ten, so legt. ein besonders beredtes Zdugnis von seinem
Judesein eiu, Gedicht ab, das er 1916 -- wiihrend des Krie-
ges als Bekenntnis und als:Dank fiir den Vater verlffent-
lichte:.,,JUdentum".

A lb er t K at z, der nach-.Geigers .Tod die Redaktion
der Zeituing iibernahm, hat sie nur kurze.Zeit vierJahre
geleitet. Es waren.die schlimme Zeiten der:Nachkriegs-
zeit: der Revolution, der Inflation, der -Umwertung.der
sittlichen und geistigen Werte auf afen:Gebieten. Katz war
noch ganz von, der schwiirmerischen Begeisterung seiner
jungen Jahre fiir. die Haskala erfillt und sah in der Ver-
breitung jiidischen Wissens und jildischer Aufklarung ainen
der Pleiler jiidischen Lebens. Mit gewaidter Feder -und
reiehem theolpgischen Wissen hatte.'er .shon\zu" igeers
Zeiten die Leitartikel'der Zeiting geshrieben und die.Bei-.
111 11illilllill l l ~li llllill~ limllil ill 1 11 II lillll i lli ll il il
itn
- - --1-


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lage ,,Der Gemeindebote" geleitet. Die kurze Zeit seiner
TAtigkeit und seine, Krankheit liessen den treuen, selbst-
losen, hingebenden Arbeiter nicht mehr aur vollen Ent-
faltung seiner Fahigkeiten und seines: Wollens kommen.

Vier Redakteure .schufen geistige Haltung und Lebens-
stil der A. Z. Durch das Medium ihres Temperaments, ihrer
Blldu~g, 'ihrer Persinlichkeit wurde die Ganzheit des
jiidischen Lebens gleichsam in seine Spektralfarben.zer-
legt, die ich in den Erscheinungen vonPolitik undSozial-
gestaltung, in den Leistungen von Kunst urid Wissenschaft
zeigten: ,,Am farbigen Abglanz haben wir das Leben."


:


Am 24. Juni wurdde der durch seine Mildttigkeit ausgezeicnet
-israeliti~che Kaufniann Moses Mo'nte fire von der Lon-
doner Bitrgerschaft aus. ihrer Mitte iltr das nachate Jahr' um
Sherit ~ion London und Middlesex erwkhlt. Es ist dies also der
zweit'e jtidische Shurif, den sich die City im Zeitraum von zwei
Jahren gegeben, ein' hinlnglicher Beweis, dass sie mit der ersten
Wahl sehr zufrieden war; und zwar besides ,ehr religimse Manner,
i die sich durchaus genieren, z. B..am. Sonnabend zu Fuss in die.
Sitzung zu kommen. Ueberhaupt pind die englischen Juden eben-
so weit entfernt, ihre Religionisgebrliuche urn der hiusseren 'An-
riiherung willen zu verleugndn, als die englischen Christen es
sind, dergleichen von ihnen zu erwarten oder zu verlangen. So
z. B:i hilt die neohanics-instituti6n' 'in Manchester, eine sehr aus-
gedeinte Anstalt zur Befladerung: algemeiner Bildung hunter den
Handwerkern und Fabrikarbeitern, 'egegenwirtig keine Sitzung am
Sonnabend, ab, well ihr vdr kursi eiii'erwieilter Priisideni, der.
D IFrnFltlala,'iar duesem 'Tage.'zifit -schiretbt. M vdtefitoe-iat vtr'
it Jabren dem Kunig der Belgier eiB sehr elegataten'bDejeunekrih n
die b'ei' :j dische' Stiftungen 'vb'rkonlmenden fftentliche 'Mahl-'
.eiten nie anders als u kasehar gekocht' und werden hunter dex
Vors z vo'dn ,ibkbiiern mit ,den hebriischen Gebeten sehi nach-
drducklich und mit bedecktem Koppe von der ganzen Geseltschaft
eingeleitet hund .gechloeni, ohne dass es dend sehr zahlreich an-
wesenden sehr voraehmen Christen (Prinzeh, Lords, Parlaments-
mitgliedern usw.), die auch.zu diesen Anstalten beisteuern, ein-
ullt, dies im. geringsten .unbritisch oder unaufgeklirt zu finden
und allenfalla mit achselzuckender Herablassung .zu b.emiteiden.
Diesel Erecheinung wurzelt aber lediglich.darin, dass, den freien
Englundern ihrem Freiheit nightss Neues, nichats Sauerenworbenes,
nights von tausend Argwohnen Belauertes, sondern der natllriiche
Zustand ist, de'n sie-'aideren ebensowenig missginnen wie ein
Gesunder dem anderen. sein Wohlbefiiden.h' -g m..
S (Aus d' Nummer 85 om 18. Juli 183 7.) '
Diei:Zerenimonie' der Beeidigung des Sheriffs, welche dem Her-
kommen gemiiss am Tage nach Michaelis, diesmal am Sonnabenl
staftIinden sollte, wurde auf den Montag verschoben, weil einer '
der,'neuen Sheriffs, der Banquier Montefiore, ein Israelit. ist.'
Dietr Mann, durth seine Wohltitigkeit sehr beliebt, hingt mit
Ged' sehaftigkeit an deni Glauben seiner .Viter. Er hat schon
,eine Wallfairt nach Jerusalem gemacht. Bekanntlich wuirde
schodf frither ITerr Davia Salomons, ebenfalls ein Jude, zum Alder-
mandi der City erwiii. t. '
seiner g (Aus der Nummer 88 vom 24. October 1837.) .


- ----- -- :- -- - - -


Nr.8 s6. Mail1937


a


Si04.


r.V.-7Zeitnn


Aus alten Jahrgaingeni

11 Ctncig er.
2n btminlbcn ic rben Innonten alter Wrt geten I r. 5 j :
bibrcn firt.i.bie gefpaltent. 3cilc aitS ~Ctit: d(rift obc .bcrmn
: .Sum aufagcitmm. .
i* 18 3)i aMgeba g abnb ung.

*' olgenbc lmpftflnigicrtc fitSBcrr filb im ecrlage bc Untrt.
p'idpnetcn crfdficncn, unb'burd) allr Sudbnblungrn Up crhalten:
*-Perlensthifire aranmischeidinomen und Lieder
S, oder
aramilische Clrcstomathie,
*mit Erl ute ung nen und Glos a P.
Dr. Jul. First.
'Zu des Verrassers aiamrischem lchrgebiiude rs 'Uebungebuc .
S eirig.
S 'gr. 8. 1 Thih. 8 r.
S)er Serfafflr bet aramdifd)'n cr)irqcbubcts m aat in biefet
c rcfrtomatlie bie tviBigftlcIn ~nnjpriid)c,,bie f(d)6nlen partbiten
Se.ber juibifctcn EalomosCago unlb bitcr in bcr drijlicten 0cit ,
,unlidanntc'rrgcrange, in rinnu jurirt id rig puntir'tn t nb ,
S'fri'rft iebertrgerrelltn 2trandifd), mit realcn unb fprad)lid)tnb
'' ~blin, &uafammci~glcl(lr, To bn;' icfiLbna uglcid) tin. navlidcrb
"'Uebung8bud}j fir ben @rwflcr, cinL inturrl antc Srctionf ffir Wctinbe
Sorientaifd)'r Torcie, unb tin I id)tigcr acitrag 'fTradpeiffenft)aft
Slidrct Gr feiliTe firc bic..obrbrcrriaifcritoamiiriftder tubicn .ift.
S.... Namen der Juden..
S 'Ei.ne. geschirclitliche Untersuc ung -
aon
S Dr. Zunz.
a.,. : 8, '18 Gr.
c, r ( cengftanb biefer d~frift, roIA)er in her ncucren .-tiE
Stit befonbctrc al(rntcminc ajntcrecffcccraltten bat, i on betm.
S bcfrubnttcn ptrrhn crfaffc'r aut bemqcefdid)tidrcn Statnbunft,'
Sauffg5fit, unb mit cor*t ig(id)cr Q(rinbli'feit erbrtrt.
e y Wort in 1ei3,igf.
(1. Anssige aus der NUmmer 18 com 10. Juni 1897.)
i '







Nr.18 6.-Mai.1937,


% .Io


PER


9 ... und" die WissensC haft / VonFritz Bamberger


In den langen Jahren ihres Erscheinens hat die A.Z.
immer ein positives Verhiltnis zur Wissenschaft gehabt.-
Mit dem Wandel der Zeitung und der Zeit iinderte es
sich. Nimmt man sich aus der grossen Reihe der Jahr-
gange fiinf oder sechs in Abstlnden von etwa fiinfzehnr
Jahren heraus, so hat man diese Veranderung sinnflllig
vor Augen. Der kulturhistorische Reiz einer solchen yer-
gleichenden Betrachtung wird noch grisser, wenn mian da-
bei die Rolle, die die Wissenschaft heute in unseren',
jiidischen Zeitungen spielt, nicht ganz ausser acht laisst.
Noch eine Moglichkeit gibt es, um Massstiibe fiir eine solche
Betrachtung zu gewinnen: man wird sich fragen masseOp,
wie es denn um die Wichtigkeit der Wissenschaft in der
algemeinen Presse bestellt war? Oder auch beide Blick-
richtungen sind notwendig welcher Art und wie stark
die Leistung der nichtwissenschaftlichen Publizistik fuir
die Wissenschaft war?
Vor caller genaueren Festlegung'hebt sich eine Tatsache
heraus, die ebenso fur die jUdische wie fur die nicht-
jiidische Presse gilt. Die Zeitungen und Zeitschriften des
Vorigen Jahrhunderts sind wissenschaft lic her ge-
wesen als die unserer Tage, auch wenn sie ihrer eigent-
lichen Bestimmung nach keinen wissenschaftlichen Zwecken
dienten. Der Gelehrte hat sie als Publikationsorgane be-
nutzt, und die Wissenschaft zitiert noch heute diese Zei-'
ti ngsver6ffentlichungen. Welch eine Fulle an wissenschaft-
lichem Material enthalten doch zum Beispiel die Sonntags-
beilagen der alten ,,Vossischen Zeitung". Ein umfang-
reiches, mit wissenschaftlicher Genauigkeit gearbeitetes
Register ist geschaffen worden, um.den Inhalt dieser Bei-
lagen der Forschung leicht zuganglich zu machen. Nun ist
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Si i m a bani aSeng We aogltMit Imb t bS ibant nlbet dai (bri t d) n alR P afn
gS ifl on un tD tbtrdg dinuguifb d aMb b nad n anft 3Sa i ftu L t betfai n ,'nmfa
3s nift anfmBrlfte.
ar it femn not ban gromem Smpa, Wt bct g efailctn 5tCOldit.
Bit Pebn aor bar u un t unb at folg m oaba m fdl rttrn.
it bniffa europna, itr maffm btr Autula, nir ugaldfIn i ifolgneanGtfr4ttrn tmdalfti
mnb td Br nf alt, t r eturn tr eb, I.
Sri t lPanbn twr ma 9MgSn SangaUnb& iam san im trnUlammnranebKutme bit 0t" fasan:
Bir aba 4 Geo( bqi bIt bkibtar, fulrtbu ub 4 &muf bh-Saob, ") Undltrbnlbung bU biie*t -
bt tanpf il jun dnBtttm aotn, bt Sob ium Pebm, bit Umnlurbrong piu iulbung,- twro-t i.b
on ban Uriebta ium gid(, bat abrm iur Sfatuni, ti Satibug an graibrit frtan?
(Aus der Nummer 88 tom 24. Oktober 1887.)
I$ll$ll1111l111 5[11 51MllI lIIlillIIillllll1111 5111111t1[1111151IIIl$ ll[I 111 1IllIl11HIUl llll1il U$Hll i UII
allerdings dies eine Spitzenleistung. Aber auch die grossen
Beitrige Ludwig Philippsons, des Redakteurs der A. Z., fur
seine Zeitung konnten noch 1911 anllsslich seines 100. Ge-
burtstages mit anderen Arbeiten zu den zwei Banden' der
,,Gesammelten Abhandlungen" mit dem Anspruch zu-
sammengefasst werden, von der wissenschaftlicheni Absicht
her dauernde Werte darzustellen. Die Redakteure unserer
jiidischen Zeitungen werden aihnliches fiir ihre Artikel
nicht erwarten. Damit ist niemandem ein Vorwurf gemaclit,
sondern nur die verschiedene Funktion der Zeitung fruiier
und heute der Wissenschaft gegeniiber klargestellt:
Diese Verschiedenheit hat ihren Grund in dem Wandel *
der' Wissenschaft selbst und in dem verainderteniBild.ungs-
interesse der Leserschaft:. Die Wissenschaft des 19. Jar-
hunderts ist starker am Staff. interessiert, als es die heu ige
Wissenschaft ist. Die moderne Wissenschaft, g'anz gleich
wie ihre Iethoden im einzelnen Fall und Fach aussina~i r
gehen, mmnimt den 'Stoff fast 'schon als Voraussefzung (le
sich von selbst versteht. Sie gebraucht ihn als Material,
mit dem sie arbeitet und das sie sehr viel starker ve '-
arbeitet, als das, filiher die Wissenschaft tat. Sie such
die grossen Linrien, die: geistesgeschichtliche Entwicklung
oder- die psychologische Vertiefung. Sie braucht dazu Be-
lege, aber es liegt ihr nicht mehr so viel an einer sorg-


filtigen und in sich ruhenden Beschreibung dessen, was sich.
der Wissenschaft als Stoff zunaichst darbietet. Die Wissen-
schaft und wissenschaftliche Darstellung. friherer Zeit
waren bescheidener und gaben der blossen exakten Mit-
teilung bisher unbekaniter Tatsachen bereits einen
grossen wissenschaftlichen Wert. Die veranderte Wissen-
schaftsidee geht mit einem sich verfindernden Ideal der
Allgemeinbildung zusammen. Diese sinkt quantitativ ab
und list an Reichhaltigkeit nach. Man stellt die For-
derung nach Konzentration, begrUndet sie mit der
gr6sseren technischen und zivilisatorischen Beanspruchung
des modernen Menschen und vergisst den Wissenszuwachs
als solchen'zu schitzen. Man fordert eindeutige Weisung.
Man verlangt den Wissensstoff bereits hergerichtet, auf
bestimmte Interessen zugeschnitten und (die historische
Belletristik ist zu einem grossen Teil ein b6ses Beispiel'
daffir) beziehungsreich aufgemacht.
Die veranderte Wissenschafts- und Bildungslage musste
den Platz, den die Wissenschaft in der Zeitung'einnahm,
beschranken. *Aus der Art'dieses eben jetzt nicht inehr
vorhandenen wissenschaftlichen Interesses erklirt sich
die Bedeutung, welche die Wissenschaft friher fiir die
Zeitung haben konnte.
Schon von der Form her liisst sich dieser Nachweis
fibhren. Die Wissenschaft des vorigen Jahrhunderts liebte
die Miscelle, d. h. die kleine .wissehschaftliche Mitteilung
vom Umfang weniger Zeilen, die schlicht und anspruchs-
1os in ihrem Bericht ein neues Steinchen zu einem grossen
Wissensmosaik hinzutat. In den meisten Fillen war der
Gelehrte bei anderer Arbeit nebenbei und'zufillig auf sie
gestossen, sie war eine Lesefrucht oder etwas, was bei der
Niederlegung von,Forschungsergebnissen am Rande liegeni
blieb, aber doch zu wertvoll war,'um verlorenzugehen und
vergessen zu werden. Die Zeitungen haben in Fiille solche
wissenschaftlichen Miscellenr wiedergegeben, die A. Z.
nicht ausgeschlossen, und haben schon so einen leben-
digeren ontakt mit der Wissenschaft .gehalten. Der
geringe Umfang dieser vermischten Mitteilungen -hat den
Rauin der Zeitung nicht iber Gebuhr in Anspruch ge-
nommen; aber sie instant gesetzt, von wissenschaftlicher
Arbeit auch dann Kenntnis zu geben, wo der umfangreiche
Sound sorgfaltig ausgeabeitete Aufsatz den Rah men der
Zeitung geprngt hatte. '
Aebhnlichen AAnlass, aler grasseren Wert haben
die zahlreichen : Erstverffentlichungen ; bisher un-
bekhnnter Briefde. und anderdr Dokumente. : Zwei
Beispiele seen fur viele gleiehgelagerte Falle: ani
geffihrt. Der Literatur- und Kulturhistoriker Ludwig
Geiger, der Sodn Abraiam Geigers, und Meyer Kayseridg,
Jiidischer Historiker und Mendelssofnbiograph, haben neu
bekanntgewdrdene Briefe Mendelssohns und viele andere
literarhistorisch wertvolle Manuskripte, fast k6nnte man
sagen, laufend in der A.Z. bekanntgegeben. Diese Editio-
nen sind anspruchslos und auch in ihrer Wirkung auf den
Leser fast ganz auf den Text gestellt. Gewiss haben diese
Verdffentlichungen nicht nur als wissenschaftliche gewirkt.
Der fachlich Interessierte ist zu seinem Recht gekommen,
ebenso aber auch der breitere Kreis derer, die an einem-
Brief Mendelssohns nur die Kuriositit empfinden konnten
oder. iln als das von einem Grossen stammende Erinne-
rupgsstiick bemerkenswert und ehrwirdig gefunden haben.
Vor einigen Jahren hat eine grosse Zeitung in regelmissi-
ger Folge bisher:unbekannte oder einem gr6sseren Kreis
unbekannt gebltebene Briefe bedeutender Menschen abge-
druckt. Es ist kulturhistorisch iind fur den Wandel des Bil-
dungsiriteresses aufschlussreich, dass der Brieftext selbst
dabei nioht eigentlich die Hauptsadhe war, sondern dass,
an ihn anknipfend und hn interpretierend, ein Essay sich
anschloss, das sich zu dem Brief selbst etwa verhielt wie
musikalische Variationen zu dem Thema, iiber das sie
gehen. Die alte Art, die.nicht nur von der A. Z. gepflegt
-wird; sondern fiir die ganze zeitgen6ssische Presse typisch
ist,- hat' die wissenschaftliche :Publizistik entlastet und dib
Wissenschaft selbst lebendig und beweglich gemacht. Wie-
viel von dem, was der emdzelne Wissenschaftler heute ,aus-
gribt rind entdeckt, bleibt unbekannt.und geht der Wissen-
schaft- verloren, weil es zum Buch oder zum wissenschaft-
lichen Aufsatz nicht ausreicht.: .
Es g'ibe aber einen falschen Eindruck, wenn man mei-
nen wiirde, die Wissenschaft wire in der A.:Z. nurt in. die-
ser ,*kleinen Form" vertreten. Im Gegenteil: sie bring
wissenschaftliche Aufsitze von einem Umfang, den heute
Jeder Schriftleiter hohnlichelnd ablehnen wuirde. In dem
frihen Jahrgang 1838 werden die Erdrterungen fiber die
Errichtung einer judisch-theologischen Fakultit durch
32 Nummern hindurchgefihirt, ein Aufsatz iiber die Land-
wirtschaft der Hebrier beansprucht 12 Fortsetzungen.


Ludwig Philippsons populirphilosophischer Aufsats
,,Ueber den Pessimismus (aus dem Jahrgang 1876) hat
in den ,,Gesammelten Abhandlungen" 24, em Artikel ,,Die
fortschreitende Entwicklung" (1884) 38, eine Abhandlung
Oiber die Lehre des Judentums von der g6ttlichbn Ver-
geltung (1870/711 fast ebensoviel grosse Oktavseiten. Zehn
Bilcherbesprechungen, allerdings Auseinandersetzungen



Photographis.hes Portrait
na4d ber latur aufg nommen im 3anuar 1861.
Dr. Gabriel Riesser,
ganje 5igur.
eptectinb~ a lit; auOe eidineitenoeifltung auf
be it elibe ber motograp ie.
aBirb in Ittetf4blnb ngen Srancort infeibung' bed fettra
gee uon I 1ilr. $ reu. (Frt..franco repebirt.
Armbur 8.. (~ngirei. Be enbfob' .
1iebieverfaiufit eralttn'eangemeffnen 3labatt.

'(Au der Nummer 7 vonm 1. February 1861.)


.1i n ie. on melnem 'Safer, bei abbibnert n erer
Samuet ajarud ogeldborff Ifer feit circa 50 o3aren
rimlidfsrt betriebente l liumptiiens3abrif Iabe ( id
(Fbernommen. 30 berbinbe e ufermit bie ergebenle SUno
seige, ba# i fBd e R I ni seonbcon o unb aite in bled
&a0i ge)6arenbe artitel fAr b02 folibe unb billigfl faa
bri"tre. Su genelgten tUuftr&gen empfie(t f4cd
of e:n Im 37Dlr. 1846.
S#eobotr 'ogelrborff.
(Aus der Nummer 14 vom O.'Mars 1846.)


mit ausserordentlich- wesentlichen Biichern, wie David
Friedrich Strauss' ,,Der alte und der neue Glaube", Momm-
sens fiinftem Band der R1nmischen Gesohichte, Eduard
v. Hartmanns Streitsehriften, Renans Geschichte des
Volkes Israel uipd Treitschkes Detttscher Geschichte in
neunzefinten Jabrhundert, fasse'n,- neu abgedruckt,
278 Buchseiten.
Auch in dieser'gr6sseren Form wird ernsthafte wissen-
schaftliche Arbeit vermittelt (erst in den .letzten Jahren
der Zeitung kAnn dieser Anspruch nur noch selten aufrecht-
erhaltenwerden). Schon iusserlichtritt das inErscheinung:
die Aufsitze haben zu einem grossen.Teil Anmerkungen,
wissenschaftliche Fussnoten, die die. Belege, ins Einzelne
gehende oder. polemische Exkurse bringen; Fremd-
sprachiges (vom Hebriischen bis zum Griechischen) wird
lihufig uniibersetzt angefiihrt (und ist, o Wunder, ohne
.Druckfehler gesetzt!): Dabei muss man beriicksichtigen,
dass die Zeitung die wissenschaftlichen Publikationsorgane
nicht ersetzen will und auch nicht zu ersetzen braucht, da
es genug davon 'gibt. Der Grund der gr6sseren Wisse-i-
sohaftlichkeit einer Zeitung wie der A.Z. liegt an der Stel-
lung, die die Wissenschaft iiberhaupt im Leben einnimmt,
sie. wird dadurch erm6glicht, dass die geeigneten Mit-
arbeiter zur Verfigung stehen.
Dem gelildeten Biirgertum der Mitte des vorigen Jahr-
hunderts -war die Wissenschaft als die Garantie ihrer
Bildung nahegebracht worden. In diesqm Sinn kamen alle
Richtungen iUberein, die das kulturelle Gesamtbild des
19. Jahrhunderts geformt haben. Fiir die Aufklirung lag
in ihr. die GewAhrleistung richtigen Tuns auf Grund rich-
tiger Einsicht, die Klassik sah in ihr den Ausdruck mensch-
licher Wirde, die Romantik die BeJwusstverdung der jeden
Einzelnen und idie Gemeinschaft formenden historischen
Krifte die aufkommende neue Naturwissenschaft den Weg
zuinim o~tschritt. FiUr das Judentum, das vor noch nicht
allzu langer Zeit seine Wissenschaft erst begrfindet hatte,
galt das noch akzenfuierter. Den Begrfindern der Wissen-
schaft des .Judentums'war diese zu errichtende Wissen-
schafta.a~'der Weg erschiehen,;auf dem das Judentum zur
modernen Bildung gefiihrt werden sollte Seine wissen-
schaftliehe Begrindung war ihnen mit der Rechtfertigung
::jidisa er Existenz gegeniiber der mide rien Welt identisch.
Wenn Frankel in, den 50er Jahren zugespitzt sagen
konntei Ohne. Wissenschaft kein Judentum, so verband
sich darin eineralte jidische Tradition mit der allgemeinen
Ueberzeugung der Zeit:-Aus den ersten Jahrgingen-l*er
A. Z. spUrt man noch den Stolz und die Genugtuung/ber.
aus, wenn irgendwo (nicht nur bei Juden) Jidisches
Gegenstand wissenschaftlicher Bemiihung ist. Sie birihgt
o .....


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Kr.: 1 F 4-6. Mail1937


,,Correspondenzen und Ausziige" aus Journalen, die sicli
wissenschaftlich iiber Tatsachen. jiidischer Religion und
Geschichte iussern; aber auch schon apologetische ,,Repli-
ken" in der Auseinandersetzung mit einer Wissenschaft,
die dem Judentum Existenz und Bildungsfiihigkeit bestrei-
tet. In den 30er und 40er Jahren tritt dieser Excerpt- und
Korrespondenzcharakter auffillig gegeniiber den selb-
standigen wissenschaftlichen Arbeiten in den Vordergrund,1:
Zeitschriften wie die ,,Zeitschrift fuir die elegant
Welt" und die ,,Dresdner Abendzeitung"' "wrfden eb6nio
von dem charakterisierten Gesichtspunkt aus durchgesehen
und ausgezogen wie die ,,Jenaer Literatiir-Zeitung", also
ein gelehrtes Rezensierorgan. Zu den im Erscheinungs-
jahr der A. Z. hunter Pseudonym erschienenen ,,Neunzhn
Briefen i rber das Judentum" nimmt sie nicht selbst Stel-
lung, sondern druckt die Rezension eben dieser ,,Jenaer,
Literatur-Zeitung" ab. Wir wiirden iibertreiben, wenn
wir diese Art, die Zeitung zu redigieren, aussehliesslich
ideologisch erklarten. Auch der Mangel an geeigneten,
das heisst wissenschaftlich geschulten Mitarbeitern hat inJ
den ersten 'Jahren gewiss eine Rolle gespielt. Manche
jiidische Zeitschrift ist damals und spater fast auschliess-
lich vom Herausgeber allein oder von ibma und wenigen Mit-
arbeitern geschrieben worden. Die Mitarbseiter sind'dann
allntihlich zahlreicher gekommen. 'Die wissenschaftliche
Heranbildung der Rabbiner 'iid Lehrer hatte Fortschritte
gemacht, und sie, die auch e~ieu betriihtlichen Teil der
Leser darstellten, warren usn stlrktiheni auh hunter den
Mitarbeitern vertreten. Die 'meisten Zeitschriften, die
damals hunter ahnlichedi Uistinstdlit arbeiten. mussten,
bei denen der Herausgeber -in der ersmen Zeit nur wenige
zuverlassige und brauchbare Mitarbetgr hatte, haben sidh
zunichst so geholfen, dass sie sich aus dem Kreis der Leser
Korrespondenten heranzogen. Die 'A. Z. hat lange dieses
System, grade fiir ihre cwissenscdhatliachen Mitteilungen,
beibehalten. Sie brtchte den Stoff in einer Weise, die uns
fremd geworden ist,l0okal gegliedert. Aus deni Stldten
Deutsohlands eind aus dem ,Ausland, berichten die Korre-
spondenten unter dem entsprechenden lokaled, manchmal'
dem Gegenstand gegeniibergahnz zufiiHlgen Rubrum iiber
ein Buch, iiber die Arbeit eiaes Gelelirten, iiber eine Pole-
mik. Aber mehr und mehr wird splter diese Redigier-
weise aufgegeben. Der Kreis der Mitarbeiter erweitert
sidh. Wenn auch die jiidischenWissensrhaftler, also derRab-
biner und Lehrer, noch lange vorwiegelid bleiben so treten
doch d an auc andere, Universititsprofessoren (Richard
M. Meyer) und free Schriftsteller, von Brandes herunter
bis zu deenn von kleinerem Format, in den Stab der:Mit-
arbeiter ein. Die Themenauswahl und der Gesichtskreiswer-
den durch diese neuerf Memschen, die von andern Aufgaben
her das Jiidische in Sicht bekommen, welter, ohne dass die
jiidische Haltung und das Niveau Einbusse erleiden. Der
Verfall des wissenschaftliehen Niveaus, erfolgt, als die
Popularisierungstendenzen st;rker werden und der Rahmen
der Zeitung fir eine Wissenschaft, die sich auch neue Ziele
setzt, zu eng wird. Die Artikel mit der .Ueberschrift ,,Das
Judentum und . ." (nach Belieben auseufillen) warden
hiaufiger, unr man spiirt, dass hinter den meisten AufsaLten,
die wissenschaftlich sein michten, nicht meha r der. urspxitng-
liohe Impetus wissenschartlicher Forsohung steht.; Sie aind
aus zweiterHand gefertigt, nach dea, Method4, die furb viele
Artikel unseres heutigen Zeitungswesens emin jnger Jour-,
nalist, sich selbst ironisierend, in diesen Tagen mit den
Worten kennzeichnete' ,,Vom Lexikon in ., (folgt der
Name der Zeitung, fiir die er schreibt).
S Auf diesem Wege, von ihrer Begrilndung bis zu ibrem
Ende, hat die A.Z., in den verschiedenen Jahren starker oder
schwiicher, ihre Verdienste um die Wissenschaft gehabt.
Sie hat der Wissenschaft gegenfiber zu alien Zeiten eine
Verpflichtung gefithlt. Sie hat sich nicht darauf beschrankt,
im Rahmen ihrer allgemeinen Informationspflichten auch
iiber Wissenschaft und Wissenschaftler zu informieren.
Sie hat auch diese Aufgabe iibernommen, und so spiegelt
sich in den Jahrgingen der Zeitung eine Entwicklung wieder,
die innerhalb der Wissenschaft des Judentums selbst von
den Anfiingen bis zu verzweigter und spezialisierter Arbeit
und mannigfaltigen Institutionen dieser Wissenschaftin den
verschiedenen Linder filhrt. Sie ist auf der anderent Seite,
in den Grenzen, die wir dargestellt haben, selbst ein Organ
der Wissenschaft gewesen. Und sie hat sich schliesslich in
ihrer ganzen Haltung den Gedanken, wissenschaftlicher
Wahrheit und Unabhangigkeit zum Vorbild genommen.
Die jildische Presse hat'heute in Deutschland Aufgaben,
die in ihrer Art und ihrer Grdssenordnung sich mit-denen,
die in friuheren Jahren der jildischen Publizistik gestellt
waren, kaum vergleichen lassen. Auch gegeniiber der
Wissenschaft hat, sie neue Aufgaben, und von der Wiesen-
schaft her bieten sich ihr, auch ftir Aufgaben ausserwissen-
schaftlicher Art, sch6ne und neue M6glichkeiten.. Eine
prinzipielle Erirterung dieses Fragenkomplexes ware
nitalich und ist schon lange vonnaten. Wenn auch der
Weg der A. Z. nicht mehr gangbar ist, so wiirden doch
Anregungen in Fiille von ihr zu haben sein, wenn man 'in
eine neue Prtifung der Frage Jiidische Presse und Jidische
Wissenschaft eintritt.


In Metz assen wir zu Mittag in einer jiidischen Restauration;
der Weg dahin ftihrte uns durch mehrere Gassen, worin lediglich
Juden wohnten, die kleinen Schacher (mit alten Kleidern usw.),
trliben. Doch waren diese nur Leute in vorgertUcktem Altar,
die ijngere Generation befleissigt sich fast durchaus eines Besse-
ren. Franzdsische Jtden, die in 6ffentlichen Aemtern an-
gestellt sind, erkenat man kaum; die h6here Aemter Fungierenden
dienen mit allgemein anerkanntem Eifer und mit grosser Treue und
wissen sich in ihren Stellungen Achtung und Liebe zu verschaffen.
-- Nicht einen Laut, ich kann es ihnen hellig versichern, hlrte icih
wihrend meines zehnw6chigen Aufenthalts in Frankreikh, woraus
ich einen Judenhass nur im Entferntesten verspiiren konnte.
Ein Freund, der scbon iingere Zeit in Frankreich sich aufmielt,
und den ich dariiber befrug, erz&hlte mir, dass er einst in Paris,
ale ein Jude voriiberging, einen Mann, selbst aus gewohnlichem
Stande, mit dem er gerade sprach, fragte: c'4tait un juil? und die
Antwort erhielt: cela se peut, mais dans la France on ne dit pas,
c'dtait un Juif, on dit toujours, c'dtait un Frantais.
(Aus der Nummer 9 vom 90. Mai 1887. Zitat ais Semitassos FCrst
PfUckler-Muskau -,,In Afrika".)


Am Quell der Ideologien / Von Eva Reichmann-Jungimann


Mai 1837. Die A.. stellt: sich vor, .md schon ist sie ganz sie
selbst ,Was heisst das Judentum?" fragt sie auf der zweiten
Seite ihrer ersten Nummer. Und sie antwortete ganz gegenwirtig,
Sganz fantschrittli6h, ganz ukunftsaicher: Judentum tit eiamMikro-
p. koempm der WeltgeseIichte~ an seinem-Schicksal seichnen ich allt
Phaseq dd'r Menschhditsentwicklung ab.- De eri'te war die 4er
staatlichen Ekistenz, die zWeite die der ZerstreuuUg undZiUnfrei-
heit. Die dritte ist die Emanzipation, d. h. die Verwirklichung
der ,,allgemeinen menschlichen Gesellschaft", ,,die aile Vl1ker
umfaset". Das ist die A.Z.: eine Kiinderin der Judeneminzipation
aus trendiger Ueberzeugung, aus-dem d.irch spitefe Erfiahr~ign
noch nicht ersechitterten Bewusstseine, mit den Besten der mwelt
im gleichen Schritt zu marschieren; eine Verfechterin der Men-
scbenwiirde mit gliickhafter Sicht aul den baldigen Sieg der guten
Sache. Denn ,,das Licht ist lingetangebrochen, und im Licht des
Tages stehen wir da, und das Licht ist unser Freund"'..
Als dann etwas spitter im Grindungejabr in einem durchl
sieben Nummern hindureh fortgesetzten Artikel die ,,Grundsitze
der: Redaktion" entwickelt warden, gibt das Grundgeflihl der Ein-
heit zwiechen dem eigenen jtidischen Streben und der Entwick-
lungsrichtung: der Umwelt zu einer sehr bezeichnenden Frage.
stellung Anlass, Bedeutet nicht, so beginnt man zu zweifeln, die
Griindung einer jiidischen Zeitung eine unerlaubte Absonderuig
in diesem Kampf, der doch Judes und: Christen gemeinsam ist?
Man antwortet: Nein' Die religiose Besonderheit gibt inm ein
Recht dazu. Und solange die Gleichberechtigung noch nicht voll.
zogen iet, gibt es auch noch andere Sonderinteressen, die .sich
allerdings nur noch auf das Emanzipationsmtreben selbst:beZiehen.
,,Nationale Besonderheiten" nennt Philippson in Anlehnung an
die herkimmliche Auedrucksweise an dieser Stelle die itber, das
Religiise hinausreichenden Bindu'kgen, die nuir n6ch anerkannt
werden; um zu.ihrer eigenen Aufhebung den Weg zu babhnn.
Aber von Anfang an erschipft sich dae Wesen der Zeitung
nicht in ihren nach auseen gerichteten Zielen. Schon frithzeitig
und folgerichtig 'erarbeitet sie sich die Linie,.von der'aus'sie
spiter Gabriel Riesser gegeniiber das blosse Rechtsprnnip als
eine ungentigende Grundlage des Eintretens fiur die jiidiscae.
Sache bezeichnet. Zwar dient auch die nach innen, akd des
Judeptum selbst gerichetee Arbeit zu einem guten Teil dazu, es
moraliesh su heben,. es init den geistigen -Gitern. Europas ver-
traut, in: einem Wort also: emanzipationsfthbig zi machen;, aber
ein anderer, sebr wichtiger Tell dieser Arbeit konimt unmittel-
bar und ohne Blick nach aussen der j di d c i c h e n V e r t i:e f u n g
zugute. Es war eine Erziehung gegen die Zeit, die so geleistet
wurde. Die allgemeine Bewegungsrichtung goingg auf Eingliede-
rung, Angleichung, auf Lisung alter Bindungen, auf Yergessen
judischern Form und .jildischen Inhalts. Inmitten diesel, iiber-
stiirzten Entwicklung Einhalt geboten zu haben, ist eines der
historischen Verdienete der iA.Z. Sie najm es .da:..wurde
bereits -deutlich '- an rEnanzipationsbewussteein mit jedem
Eiferer auf, sie war Worthfirerin und Wegbereiterin des
birgerlichen Fortschritts. Aber :sie lies sich von dem
,,Lieht des Tages", dem aie zujubelte, nicht blended. Es
schirfte ihren Blick auch, fir die Verluste an jildischen
Werten, mit. depen der; Vrmarsch in djie; Umweltsekltur
teilweise erkault wurde, und, unbektimmert auch rum. eine. mog-
liche Gef&hrdung seiner Errungetechaften, less .sie night davon
ab, die jildische Rtlckbesin-nung zu fqrdern. Gleich in: einer der
ersten Nuinmern ruft sie die Juden ,,von dem verderblichen
Pfade des Indifferentismus" zuriick, kritisiert. den "Abfall nach
Generationen und hilt 1844 dem sich lockeriden jiidischen Leben
der Grossgemeinden,'in dene', es,.der Konkurrenz. ion Wissen
schaft, Kunst, Politik, Geaellschaft, vor. allem aber. den. gesteigern
ten Anforderungen des wirtsohaftlichen Vorwlirtadranges zu. er-
liegen droht, den Spiegel der gesilnderen .Kleingemeinden ent-
gegen. Die Pflege jildiachie Wissep. und jiidigcheri Schrifttums
iet ein immer wiederkehrendes Anliegen, jildischke Erziehung ein
Gegenetand eifrigster F6rdering. ,,Die Emanzipation, kann und
darf nicht allein die politische Stellung erfassen. Bine andere
Emanzipation ist fiir die haheren Schichten der Judenheit not-
wendig: sie miissen zum Judentu-- zurtickgefihrt werden." Und
'die Forderung steigert sich zum Kamppfruf: ,,Wir wollen keine Juden,
die nights sind als Nichtchristen, als nur noch politische Judenl"
Es wan sehr unpraktipch damals; so zu reden, 'gr, nicht oppor-
tunistisob und politisch klug. Denn .die Umwelt war der Ent-
judung gUinstig und baute der Selbstverleugnung golden Briickena
Deshalb muss as als Bettrag zur Antikritik der Emanzipation
feetgehalt6n warden, dass Philippson und eeine A.Z. den
Lockungen widerstanden und sich in @ttirmischer Zeit ale jiidische
Erhalter bewiihrten.
Sie warren eben be! allem Modenrismus und aller Zeitgemlss.
heit so henrlich reaktionirl Wird irgendwo zum erstenmal deutsch
gepredigt, so zollen sie mit Recht ihren Beffall. Wird ihnen
gemeldet, dass in K6nigsberg (1847) im Beisein vieler Christen
der erste jildische Sonntagagottesdienst stattgbfunden habe, dass
,,Christen fund Juden geemeinschaftlich, oft sin Christ pnd ein
Jude zusammen aus einem Liederbuch" (1) gesungen haben, so
licheln sie was schon bedenklicher ist wortlos Zustimmung.
Aber Im grundsltzlichen Zuge der Reformbewegung, die die
religi6se Frage der Zeit ist, hilt die Zeitung sehr bewusst und
unbeirrt eine gesunde mittlere Linie.. Sie steht gegen Radikalis-
mus von rechth und links, gegen eine apologetische Begrilndung
'der religidsen Reform, gegen ,iihren Missbrauch zu politiachen
Zwecken, fir sine organieche Entwicklung vom ,,Boden der
Vergangenheil und des Bestehenden" aus. In dieeer
Mittelatellung offenbart sich in der Sprache und an
der jewelligen Fragestellung der Zeit der.Wesenszug der
Zeitung, der sie durhbgehend bestimmt. Ob eh s sich
um Auseinandersetzung mit einem ,,terroristisch- reformato-
nrichen" Fliigel in Breslau handelt, dem man die Praisgape des
pers5nlichen Messias und den teilweisen Verzicht aui Sabbath
und Speisegesetze nicht durchgehen lisst, ob man Gabriel Riesser
zuruft: ,,Es wire Verrat an. der Menschheit, wollte das Judentum
seine Besonderheit aufgebent". immer kommt bei aller Fort-
sachnttlichket -ein Widerstand zum Ausdruck, der eih gageea
Uebertreibungen wehrt Gesundes Aigenmass und bemerkens-
werte Instinktsicherheit sichern ver einem Abgleiten ins nur
Negative. Unbewusst iteuern sie das 'ich! so lelle'unwr auf-'
geklarte Bewussteein der Zeit Man erkltlrt feierlich und,ali
ehrlichster Ueberzeugung, dates man ,,jede Eigenttimlichkeit ver-
bannen michte, die nicht unbedingt zur jiidischen Religion ge-
hart"; aber wenn man ,,Blicke in die Geschichte des Geistes dee


jI dischen Volkes" tut, dann ist man von jedem Schematismus
weit entfernt und bemiuht sich ohne Scheuklappen um eine ver-
tiefte Erkenntnii der jildischen Gesehichte, des jildischen Daseine
und &des Geheitnnisses der jtidischen Erhaltung. Man bekimpft
.zazramIJargon-:unf' iudisehe Schrift im eigenen Lande und erlebt
' jl.t'elb'iitett hdlib er und tiefer Anteilnahme die kleinen und
grossed vaterlindficen Ereignisse; aber man ist weit davdn ent-
fernt, etwa die ZusammenhAnge mit dem 'jidischen Osten und den
Juden anderer Liinder zu leugnen oder zu zerreissen, man be-
kenupt sih au ainer geschichtlichen Vergangenheit, und min
? kpW. auCud aicht m igeringsten in Verlegeqbeit, yein.von
Palistiha die Rede ist. Im Gegenteil: man berichtet oft und gern
dariiber. So wird der im Grtindungsjahre verkiindete Programm-
punkt der Sehriftleitung,. ,,e gegenwirtige Wirklichkeit Israels
ganz nahezubringen", das ,,Verbindungamittel zu sein zwischen
den sertreuten Gemeinden Israels", schrittweise erflllt.
Als das Judentun 'die Schwelle der europsischen Welt betrat,
war es seiner religi6sen Kraft so sicher, dass ee sich dieser Welt
.al Religion verstandlich zu machen suchte und sich selbet als
solche verstand.' Aber die Ungleichzeitigkeit, die durch das spite
Oeffnen deri Ghiettotore zwischen seiner und dey eutrophischen Eqt-
wicklung eingetreten war, brachte as mit sich, dass die Verstan-
digung nicht reibungslos vonstatten going. Aufklarung und SUkiU-
larisiening batten in manchen Schichten der deutschen Oeffent-
lichkeit das' religi6ae Argument schon 'entwertet, als. die Juden
und ejn Teil.der 'Nichtjuden es noch als unangefochtene Wahrheit
im Kampf der Meinungen verwandten. So erkliren sich die Miss-
veirstiadnisse, die sich uni den Begriff des ,,Nationalen" im Juden-
tunm entwickelfen und deren Niederschlag auch in der A.Z. zu
findeh ist. Es kommt dazu, dass der Ausdruck ,,Jildische Natio-
nalitit" zun&chst v6n antisemitiecher Seite benutzt wurde, um
eine Sonderstellung der Judea zu rechtfertigen. Die A.Z. lehnt ihn
entriastet ab. ,,Denn sonnenklar und logisch richtigst ist es",
schheibt sie' 1842 in einem Aufeatz, ,,wenn eine Masse die
Nationalitt verleugnet, so besitzt sie keine." Und schon die Tat-
sache, dass nan mit dem Bekenntnis zur deutschen Nation zu-
nacbst gar keinen Vorteil, sondern nur die Militlrpflicht ein-
tausche, beweise, dass ee echt ist.
1862 erscheint dann Moses Hess' ,,R4m und Jerusalem", ein
Wegbereiter des jtidisch-nationalen Gedankens. Die Kritik aus
der Feder Meyer, Kaiserlings ist heftig abwehrend. Philippeoli
schliesst sich ihr an. .
SAls dan: der eigentlich politi~dhe Zionismus. auf den Plan
tritt, bleibt 'die Ablehnung beetehen und findet ihren Ausdruck
in den danach jahrzehntelang zum eisernen Bestand der inner-
jiidlschen Auseinandersetzung geh6renden Argumenten: ,,Wir
bestreiten also ausdriicklicl eine Einheit' dpr gesamten Judenheit,
die wir mit unserer Sfellung als deutsche Staatsbiirger fuir unypr-
trAglich halten... Eine Judenfrage gibt es fir uns nicht, aie. it
ein Hirngespinst der Antisemiten und Zionisten." Daneben
werden alle auf juidische Pdsitivierung gerichteten Bestrebangen
der Zionisten gutgeheissen. Man spricht ihnen zwar .die Ursprling-
lichkeit ab, ist aber dankbar dafllr, daes sie mit neuem Nachdrack
vertreten wrerden. Herils ,,Judenstaat" wird sehr eingehend.und
keineswegs fanatisch gewiirdigt; ,man nimmt den'Zionismus ernet,
.,,e. rman ihn aucb als ,,utQRistich,und unjiidisqh" ablehnt. und
untec tULizt das Streb.en: naeh' .einer Beseiedung Paelistns.
Vollends einig weiss man sich in politiachen ,Fageni.,,Auf pplti
tischher Gebiet wiederholen die Zionisten die alte Forderung
einer v6lstlindigen Durchliihrung der. Gleichberechtigung; der
betref fnde Programmpunkt zeigt sogar.die gleiche Fassutg wie
der diesbetzigliche Punkt im Programm des dem Zionismus ent-
gegengesetzten ,Vereins deutscher Staatbiirger jildischen
Glaubens'."
Ja, der war unteidessen auch gegriindet worden. Man kann
sagen, er war. die ForlWetzung der A.Z. mit anderen Mittel -
so eng schlossen sich seine tragenden Ideen an den Geist des
Blattes an. Ein Anfang 1893 erechienener Aufsatz von Dr. J. Kasthn
,,Generalversammlung deutscher Israeliten", in dem Selbst-
verteidigung im Lichte der Oeffentlichkeit gefordert wird, kann
geradezu ale Grtindungsaufruf betrachtet warden. Trotzdem wahrt
auch ggeniiber diesem Sttick Fleisch von ihrem Fleische die
Zeitung ihre innere Unabhingigkeit. Wo der Pendelausschlag
der neuen Bewegung. zu sehr ins Radikale abirrt, .setzt sie ihr
regglierendes Schwergewicht eiA. Der Schrift, um die die Mainner
de.. Centralvereins sich sammelten, ,iSchutzjuden, oder Staats-
biUrger?" ,tritt ese mit. scharier Kritik'gegegniber. Sie war zsu
weit ins Reformistische vorgestossen, war vom Talmud abgerilckt
und von' den Grundlagen der' Ueberlieferung. Ganz besonders
der, assus: ,,Unser Glaube. und unsere Moral beruhen nicht auf
den Lehren vergangener Jahrhunderte", ruft heftigen Widerstand
wach. ,,Mit Verlaub --.,das ist nicht wahr", ruft die ,,Allgemeine
Zeitung des Judentums" und bekennt sich feierlich zu den jildi-
schen Quellen. Auch als Emil Lehmann spiiter in seiner Streit-
schrift ,,Der Deutsche jildischen Bekenntnisses", eine gar zu
stiirmische Lisung von historischem,,,Ballast" fordert, mahnt sie
bei aller grundeitzlicher. Zuatimmung massvoll' zur Ruhe. Mich-
tiger freilich ale die .geistige:Verwandtschaft zwischen Central-
verein und. ,,Allgemeiner 'Zeitung'' sind Stimmungen und' er-
itiminungen ilber organieatorische Lappalien: ,,In einer Versamm-
lung des Centralvereins deutspher Staatsbtirger" lesen wir in
einem Wochenbericht aus 1893, :iilber die zu berichten wir keine
Veranlassung haben, da user Blatt nicht eingeladen war . ."
Und in der Kritik, die dann doch folgt, grollt.noch die Entriistung
miber die nicht erfolgte Einladung. Wir iicheln es hat sich
nichts geiindert.
In der Festnuummer,'die zum. 50. Jubilium erschien, werden
Leistungen und Erfolge, des Blattes ausfiihrlich gewiirdigt. ,,So
ist. die-. Geschichte der .,Allgemeinen Zeitung des Judentumis
eigentlich:die Geschichte der Juden und des Judentums inm:letzten
~aF~snawarhundert", beifst ,eszum, .chles. Vi, jhaben an dieser
Stelle nur die Linien der Geschichte' achgezeichnet,: did um
einen weniger sch6nen als umfassenden Ausdruck zu gebrauchen
--'dJe ,Jdatischkeit"t dep Blattes darstellea: sein kluger Ausgleici)
zwischen links urid rechfe, seine v",tirpiw treibende Wucht, wo
es als-Juden.in die Umwelt hineinzuwachsen galt, seine heilsame
Brqmnswirkung, wenn die Fah"t au turjnisch wurde. In einer
SZeit die in iiberstiirztem Tempo~ ie. Menschen aus ihren alten
:Binlungen. heranisrise, entwickelte die Zeitung tatkrlftig und
erajgraich Gegenstr0mnungea- di izur, jidischen Mitte hinzogen.
'Bis in die jilngste Gegenwart :hinein iat eine Bestandsaufnahme
kdeq Lebens. der .Juden in.Deutschland die Auswirkungen dieser
Kraft jtidischer Samnmlung dankfbar feststellen kiinnen.


Sete 6


Aeuasrsts Prelse fir 5 rlU CA A f T 7 7 W 'm"C2 Spandauer Stras s 28
T.ppiche Gardiann Liufer n. M KEJ LUBJ iY Li EA i tJ lV U an detl Knigstrasse








SeiteZ


Grundlagen einer Gvemeindepolitik / von Kurt Julius Riegner


Als im Jahre 1837 ein noch fast unbekannter norddeiit-
scher Rabbiner sich unterfiingt, mit der A.Z. eein <,,OiAn
fir. allies jiudische Interesse" und daimit fir das Denken,
FiUhlen, Hoffen der Juden in Deutschland zu schaffen,
bleibt die Frage nach der organiiatorischen Gestaltung der
jiidischen Gruppe in ihrer neuen geistigein und politischen
Situation v6llig im Hintergrund, sie-wird nic h t gestellt.
Zu selbstverstlindlich' iberkommen, zu fraglos ,nd zud'er- 4
probt ist das Zusammenleben der Juden in ortlich isolier-
ten Judengemeidden, ist die patriarchalisch-bequeme Er-
ledigung der wenigen Verw'ltungsgeschlfte, als dass dbm
von der Ahnung grosser Geschehnisse beschwingtem Den-
ken dieser Jahre Fragen der Gemeindeverwaltung iind'
-politik, Fragen der innerjfidischen Organisation zum Pro-
blem werden kinnten.
Ein Aufatmen geht durch die Reihen der jiidischen
Menschen, nach Jahrhunderten der Enge und Gedriicktheit
scheint endlich das Denken und Planen im grossen Mass-
stab erlaubt. Weltgeschichtliche Entscheidungen reifen
heran, das Sorgen und Miihen um die alltiiglichein jidischen
Dinge wird zur ungern getragenen Last. Deutlich spiegelt
die A.Z. diese Stimmungen wider. Als Ludwig Philipp-
son noch im Verlaufe des ersten Jahrganges seine
,Grundsitze der Redaktion" darlegt, findet er erst split
und an versteCkter Stelle Gelegenheit zu einem einzigen,
.niederschmetternd beiluiufigen Satz uiber die geplante 'Bd
handling innerjiidisch-organisatorischer Dinge: ,,In
nichsten Verlauf der Zeitung werden wir eirie Reihe
praktischer Vorschllige hiertiber heranbringenri: so wie
tiberhaupt, da jetzt beim Schlusse der meisten Kammern
eine kleine Windstille im Politisdheni ein-
treten wird, wir uns vielmehr nacli innen wendein, und mit
Gemeindeverfassung uns beschiftigen warden."
Kaum eine Wendung k6nnte anschaulicher die Gefiihle
,wiedergeben, mit denen der jiudische Mensoh des ver-
gangenen Jahrhunderts auf seine Gemeinde sah: mit
einem Seitenblick, der ein wenig b6ses Gewissen verriet,
sprach er von den praktischen Verbesgerungen, die an
einer iiberkommenen, lieb und unmodern gewordenen
Institution vbrzunehmen seen, aber er vetschlob sie, bis'
im Wirbelsturm der Zeitlfiufte eine ,,kleine: Windstille"
Ruhe und Besinnung verhiess.-'die dann niemals eintrat.
In der Tat ist es iiberraschendi wie wenig Raiim -di'!A'Z.
'it ihren Spalten fiir jiidisch-oiganisatorische und geeineid-
liJche'Fagen bereithiilt. Die grundlegenden Er6rteriingbn
tiber diese Gegenstihnde sind in den JahrgAngeni'min-
destens bis zur Jahrhundertwende an den Fingern lierzu-
zlhlen, so wenige sind es. Auch das Versprechen des
Philippsonschen Redaktionsprogramms war wohl 'mehr
der Form und VollstIndigkeit halber als der Erfillung
wegen gegeben: mit praktischen Vorschllgen zur plan-
vollen Organisierung der Judenheit ist die Zeitung erst
1842, also fiinf Jahre splter, hervorgetreten, mit Er6rte-
rungen ilber die Reform der Gemeindeverwaltung unid
-verfassung immerhin erstmalig 1839, dann aber erst
wieder 1846, also nach neun Jahren, und bei allen 'drei
Aufs&tzen finden sich seltsame Uebereinstimmuni' -
Hinweise auf Fortsetzungen, die niemals folgtenri Kaum
anzunehmen, dass irgendjemand dies'n Mangel. festgeStellt
hat; Redaktion und Leserschaft fanden sich hier in vdller
Uebereinstimmung. Jiidisches Gemeindewesen, das war
ein Bezirk, abgeschlossen jenseits der grossen Fragen de4
Zeit, ein Reich der ,,Windstille". Die stirksten, aktivsten
Geister der Epoche wandten sich anderen, oftmals ausser-
fiidischen Aufgaben zu, und das Interesse auch der am
stlrksten jiidisch bewussten unter linen fand imjiidischen
Bereich andere Ziele mit grdsserem Masstab. So kommt
es, dass in jenen fiir die Entstehung eines moderrien
Judentums so entscheidenden Tagen der frische Wind
der Zeit nicht in die Gemeindestuben hineibblies. Noch
heute ist spiirbar, dass die, innere Belebung des Juden-
tums, die ibm aus der Berfihiung mit der Umwelt erwuchs,
damals vor den Gemeinden .haltgemacht hat. Dil un-
willige Flichtigkeit des Nachdenkens fiber die Probleme
der inneren Organisation des Judentums und 'seiner' Ge-
meinde, die damals so vieles ungel6st liess, hat den
Heutigen eine schwere Erbschaft hinterlassen.
Die seltenen, meist sch6n im Ansatz vergeblichen Be-
mithungen der A.Z., eine Diskussion fiber die Organisation
des Judentums in Gang zubringen, fanden in den tatslich-
lichen Verhliltnissen reiche Begrindung. Das jiidische Ge-
meindewesen land sich in der Griindungszeit des Blattes
und das ganze Jahrhun'dert hindurch in fast anarchischem
Zustand, zahllose Aufgaben, deren Mehrzahi freilich un-
gel6st blieb, harrten der Bewliltigung.
Viel zu wenig Aufmerksamkeit hat die jiidische Ge-
schichtsschreibung bisher dem Umstand geschenkt, dass
der Niedergang des Gemeindewesens die Kehrseite des
Emanzipationsvorganges gewesen ist. Ihre dffentlich-recht-
liche Stellung hatten die Gemeinden verloren, sie sanken
Zu blossen Privatvereinen mit rein kultisch-religi6ser Zu-
stAndigkeit herab, ohne Exekutiv- und Besteuerungsrechte,
oft ohne juristische Persinlichkeit und ohne Statut. Die
Judenpolitik des 19. Jahrhiinderts hatte zunlichst ihren
stirksten Sieg errungen: die Emanzipation des einzelnen
Juden war angebahnt, die Emanzipation des Judentums als
Gruppe aber abgebogen.
Diese mehr theoretische Unterscheidung hatte praktisch
die schwersten Folgen. Ihre verminderte Rechtsstellung
machte es den Gemeinden unmdglich, der Austritts-
bewegung und der Steuerflucht wirksam entgegenzutreten.


Die Finanzen'gerieten in Verfall, Gottesdienst und Armen-
fiirsorge wurden geftihrdet, in, der Verwaltung ent-
wickelten sich Misstiinde, endlose Kdnflikte: intergruben
die gemeindliche Autoritiit, und vielerorts' schien Aut-
16sung zu drohen. Eine weitgehende Rechtszersplitterung
less selbst dort, wo Neigung dazu bestand, ein ordnendes
Durchgreifen des'staatlichen Gesetzgebers als fast unmog-
lich erscheinen. Allein in Preussen galten im Jahre 1840
in den verschiedenen Landesteilen 22 Judengesetze neben-
einanderl Dazu kam, dass besonders in Preussen-Nord-
deutschland jeder organisatorische Zusammpnhalt.der Ge-
meinden und eine gemeinsame Vertretung gegeniiber dem
Staat fehlte."
Aber zu alledem schwieg die A.Z. fast villig. Die
gewiss nicht wenig gewichtigen und zahlreichen Stimmen,
die eine Reform der staatlichen Judengesetzgebung an-
strebten, kamen in ihren Spalten nicht zur Geltung. Der
Grund liegt nahe: jede Forderung pach gesetzgeberisch
verstlirktem jildischem Zusammenhalt hitter den Konflikt
mit der staatlichen Judenpolitik heraufbeschworen und
das grosse Ziel. auch des jiidischen Menschen der Epoche,
dem die Zeitung.'.liente, die individuelle Emanzipation,
gefiihrdet, : .
Nur zur inneren Situation der Gemeindefi, zur Ge-
meindeverwaltung und Gemeindepolitik, hat die Zeitung
jetzt und .spAtergelegentlich ein kAtisch.treffendes Wort
gesagt. Die friiheste Bemerkung dieser Art, dem Jahre
1839 entstammend, gilt dem ein wenig triibseligen, kaum
je gliicklich gehandhabteii Gegenstande der gemeindlichen
Personalpolitik. Es sei, heisst es da, ein bedauerlicher
Misstand, dass den sinkenden Einnahmen zum-Trotz dem
anwachsenden Personalbedarf innerhalb der Gemeinden
so wahllos nachgegeben were. Die unablissige ,,Kre-
ierung neuer S'tellen" set eine schwere' Gefahr fur ,die
Finanzgebarung -'und, setzt der scharfsinnige Beobachter
damaliger Gepflogenheiten hinzu,
,,es Iisst sich bemerken, dass in der jfdischen Gemeinde die
Aemter zuviel-getrennt und gespalUen, und fir jeden kleinsfen
Posten besondere Personen angestellt wrden., Dort will man
eiten guten Vorsainger, derselbe will aber kein Schochet, .der
Schochet kein Schammesrb, derRabbine kein Prediger sein, beide
swollen keinen Unlerrichi, und sei's auch nur im 'Religionsfache,
ertheilen, und ehe man sich's versieht, 'hat eine Gemeilide v'on
.4 bis 500 Seelen sechs bis sieltet.Beamt, die ... einen be-
Sdeutenden Etatadiizehren."
Ein anidermal kommt die Zeitung auf Gemeindeverfas-
sungen im allgemeinen zu sprechen und unternimmt es,
aus jiidischer Tradition und dem Geiste des Jahrhunderts
Richtlinien fiir ein gemeindliches Statutenwerk zu ent-
wickeln. Es sei voi dem Grundsatze auszugehen, dass die
Gemeinde ,,die Vereinigung all er .Ansichten und Mei-
nungsverschiedenheiten in deren objektiver Gleichberechti-
gung" darstelle. Steuerzahlung und Wahlrecht zu den Ver-
tretungsk6rperschaften seien.dem. Grundsatze der Gleich-
berechtigung aller Mitglieder gemliss zu gestalten, die Vor-

slllri lila ll lis[llls lls$I li [Iiili. IIII ll l ll Ill llllllll lllll illi ll llllll III,

Stammtafel Philippson
Reb Josua Heschel ben Joseph 1578-1648
SOberrabbiner von Krakau, Verfasser des ,P'ne Jelos6hua" I, Vorsteher
der drei jfdisthen Gerichtsh6fe Polens nsw., genanut der ,,Charif"
vermthlt mit Dinah lVahl

Tochter Miriam vermihlt mit
Zwi Hirsch aus Izeszow I

SRabb. Josua ben Zw' Hirsch (Falk) 1680-1756
Oberrabbiner von Berlin 1731-34
von Metz 1734-39
von Frankfurt a M. 1740-50, genannt der ,,P'ne Jeho.
schua", Verfasser des ,O'ne Jehoschna" II
vermahlt mit Tlubchen, Tohoter des Beer Isachar, Lemberg
__ I-


Isashar Beer
Rabb. von Frankfurt
a. M., starb 1744


Prof. Rosam
Breslan,
Mathematike
/


Moss ben Josua
lebte in Arnswalde
i d. Mark


i, ein Sohn
nannte sich
er Fliess

Dr. Wilhelm Fliess
bekannter Berliner Ar
und Schriftsteller


Arjeh Leb
Eabb. von Frankfurt
a. M., staTb 1748
,Samuel Bernstein
Rabb. von Amsterdam


Phoebus ben Moses Arnswald
starb 1794 in Sandersleben,' vermAhlt mit
Rebena, Tochter des Jehuda ben Elkan,
genannt LOb Schuster in Sandersleben

rzt Moses Philippson
1775-1814, Dessau, vermahlt
mit Marianne Levy-Wust, Des-
sau, Lehrer an derFranz-Schule,
Schritsteller, Verleger


III I
Dr. Phoebus Philippson Or. Ludw hilson Juli Phiiippson
Sanltitsrat, Schrift- Rabb. nnd SchriltsteUer, Kaufmann, .Schrit-
teller, Clotze i. d. Alt- Madeburg-Bonn, teller, Magdeburg
mark, 1807-1870 usw, 181-1889, vermahlt 1814-1871
a) Julia Wolffstain, Osterburg, 1815-1843
b) Mathilde Hirsch, Halberstadt, 1822-1891

I.. I i I ... i I .....'


Johanna
Rahel
1837--192
vermAblt
mit Rabb.
Dr. Tobias
Cohn-Pota-
dam


Berta
1889-1981
vermahlt
mit Kabb
Dr. M.Kay-
sering,
Budapest


Dr. Martin
1846-1916
Professor d.
Gesohicbhte,
BrBssel-
Beilin


Meta
1848-1928
vermiLbit
mit Dr.
Moritz
Philippson,
Berlin-
Bonn


Franz
1851-1929
General-
konsul filr
Italien
in Brtlssel


ur. Alfred
geb. 1864
Geheimrat,
Professor d.
Geographie
in Bonn


steher miissten der Gemeinde gegenilber in echter Ver-
antwortung stehen.
,,Eine Autopomie (d. i. eine unbeschrinkte Herrschaft) der
Vorsteher ist . antijiidisch, antireligids."
Ueber eine sachlich fundierte, innerlich saubere Ab-
wicklung der Gemeindearbeit auch gerade ort, wo sie
ehrenamtlich geschah, hat die Zeitung mit geschArftem
Gewissen gewacht. Sie klagt spiter einmal beweglich
dariiber, dass die Repriisentantenversammlungen ,,ein
trostloses Bild der Theilnahmslosigkeit" bieten, und die


*


Notwendigkeit einer ZusammenfaSsung der Gemeinden
'unter einer gemeinsamen Spitze begriindet sie so:
,,Wir brauchen nur auf die Zustande in sehr zahlreichen
jiidischen Gemeinden zii blicken, auf 'die UnfAhigkeit oder den
geringen Willen sehr vieler Vorstlinde, da' shr hiufig sich
lManner in diese wlihlen lassen, welche sich das Ehrenamt ge-.
fallen lassen, aber es wirksam zu iiben entweder den Willen ode
die Einsicht nicht haben wir brauchen solche Beobachtungen
our anzustellen, um den grossen Nutzen einer strammen Organi.
sation einzusehen."'
Wenn man bedenkt,'dass diese:Worte fast vier Jahr-
zehnle nach dem Erlass des beriihmten preussischen Ge-"
seizes ,,betreffend die Verhlitnisse;der Juden" von 1847
niedergeschrieben wurden, so erkennt man, dass es vof'
alleai der Kampf fiur eine Haltungrund eine Gesinnung war,
den ein Blatt wie die A.Z. Tihren musste. Hier tat mehr
not -als gesetzgeberische Massnahmen. An diesen aller-
dings, das muss zugegeben werden, hat die Zeitung
keinerlei geistigen Anteil. Sie hat das Judengesetz (von
dem Graf Schwerin auf den Vereinigten Landtagen von
1847' sagte, es werde vor der Zeit zu den Toten zlihlen) in
seinen die Gemeindeorganisation betreffenden Teilen
weder angeregt noch gef6rdert aber sie hat es, nachdem
es einmal ergangen war, mit den WaTfen aufbauender, um-
schaffender Kritik redlich bekimpft. Dennoch mit
einem betr chtlichen Teil der Misstinde, die seit dem
Emanzipationsedikt von 1812 in den Gemeinden einge-
brochen waren, hat das Judengesetz von 1847'aufgeriumt.
Es hat den 6ffentlich-rechtlichen Charakter der Gemeinden
und die Staatsaufsicht wiederhergestellt und die Grund-
Szige des Gemeindeverfassungsrechts festgelegt. Sein be-
deutendstes Verdienst, liegt in der Bestimmung; dass
jeder Jude der -Gemeinde seines Wohnbezirks
kraft Gesetzes angeh6rt und zur anteilsmAssi-
gen Tragung der Gemeindelasten verpflichtet ist.
Fir diese Grundgedanken ist die' Zeitung, : in
den Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxie und Re-
formpartei' den sicheren/ Kurs innerjiidischer Realpolitik
haltend, uiablissig eingetreten, weil sie in ihnen die Eck-
pfeiler einer jfidischen Gemeinschaftsordnung erblickte.
Thre zahlreichen Reformvorschlige und Petitionen zum
Judengesetz kreisen.um den'Ausbau der Fundamente, auf
denen die moderne Gemeinde gesetzgeberisch ruht, umr
den ,;Gemeindezwang" und die ,,Beitrags-
p f1i c ht ".
Das Judengesetz von 1847 hatte zwar die schwersten
Miingel auf dem Gebiete des Gemeindewesens behobjn,
aber eine Abkehr von den Doktrinen der zeitgemissen
Judeinpolitik enthielt es nicht. Sein Zweck war nach dem
Worte des preussischen Staatsministers Eichhorn ,,nicht die
Erhaltung des Judentum s, sondern nUr diejenigen
Krifte, die den Ju den selbst innewohnen, zu ihrer Ver-
besserung, zu ihrer Veredelung nutzbarer zu machen".
Die A. Z. mochte erkennen, dass in diesem den Geist einer
ganzen Epoche atmenden Satz der Kern zu Irrtiimern sich
verbarg, die einmal verhiingnisvoll fiir Judentum und
Juden werden mussten. Und wenn es 1890 bei einer der
wenigen und stets vergeblichen Diskussionen um Vor-
schlge zur Gesetzesreform beiliufig heisst: ,,dariiber
herrscht doch wohl kein Zweifel, dass die preussische Re-
gierung jeder Bestrebung, den Zerfall der jiidischen Ge-
meindeverhiltnisse zu hemmen, khihl gegeniibersteht", so
spUrt man daraus die ganze Resignation gegeniiber dem
Wollen des Staates und das tiefe Misstrauen gegeniiber
den leitenden Personlichkeiten der Gemeinden, die den
jiidiseh-bewussten Menschen dieser Epoche beseelen
mussten.
So wenig erfolgreich die kritischen Mahnungen der
A. Z. auf dem Gebiete der inneren Gemeindeverwaltung
waren, so wenig waren sie es auch da, wo es um die Frage


I Kl fer-WVsckhe> iaefAahrenden WasciSch.egestn Klau ber-Wiasche \
~L~~r Wdris.. ahe Wfiss~c e fabjrikC~ Rosa'- Kla'uBipr J Mnchenr'Kabrwa


~I I ~- ~-----~ -


r. 18 .6:Mai, 1937.


C.-V.LZaikmiB


..J.H





Ludwig Philippson
Biste von Ch. P. van der. Slappen








C-V-Zef Iung


'der Gesamtorganisation der Juden in Deutschland going.
Mit VorschlAgen, die fir den preussischen Bereich galten,
ist das Blatt zuerst 1842 hervorgetreteq, als es die Ein-
fiihrung einer KonsistoHialverfassung iach franz6sisch-
siiddeutschen Muster anregte. Aber die Anregung wurde
von den Gemeinden, die sie zuerst betraf, nicht auf-
genommen, auch fiir die Zeitung war sie keine Lebens-
frage, und so verlief die Angelegenheit im Sande. Eine
Richtung findet sich hier bereits angedeutet, die von dieser
friihen Zeit an die innerjUdische Haltung des Blattes
durchzieht: das Bestreben, der jidischen Zersplitterung
eine Ordnung entgegenzusetzen, eine Tendenz, die auch
mit dem Versuch der Zeitung zusammentraf, Judentum
'als Religion im Denkbereich der Umwelt sichtbar zu
machen und abzugrenzen. Darum ist es enicht erstaunlich,
wenn schon 1848 wieder und dann mit steter Regelmissig-
keit in jedem Jahrzehnt wenigstens einmal Anregungen
und Vorschlage dieser Art in der Zeitung auftauchen. In,
einer_ ,,Ansprache an die. israelitischen Gemeinden
Preussens, insbesondere der Provinz Sachsen, iiber das
die Verhiiltnisse der Juden betreffende, Gesetz vom
23. Juli 1847" ruft Philippson aus, die Stunde der Frei-
heit, der Augenblick, in dem die ,,oktroyierte" Verfassung
von 1848 den Juden Preussens die persnnliche Gleich-
berechtigung gegeben habe, dirfe nicht die Stunde ihres
Todes sein.
Aber die Tat bleibt aus, diesmal scheitert se wie auch
oftmals spiterhin an dem Widerstand und der Verschlep-
pungstaktik der Gemeinden, zunal des Berliner Ge-
meindevorstands, der in diesen Jahren innerlich v6llig
zerfallen ist.
In den achtziger Jahren gibt Philippson einmal in
einer ausfiihrlichen Darstellung einen Ueberblick iiber die
zahlreichen Bemihungen, die er vor und nach der Einigung
des Reiches eingeleitet hat, um eine zentrale Vertretung
der jiidischen Gemeinden zu schaffen. Mehrmals hatte er


Sn ff e Itu n g 0ge f u d).
(gin efrer, ber felt einer IReif)e ton t afren in elner unb
berfebten angefelenenenemelnbe artLelrer,)rebtger unbSorbefer
I funglrt Bat, unb nod) fungirt, unb felne Z8efAfdigung Su biefen
2lemtern fdPon mefrere ')Iale' ffentlit ertiiefen, tflntfdt eine-
anber e telle. bDefaolfpge nftwort fiber lamen unb 2Spnort
be$d Eererd ertlellt bie ebacdion biefer 3eitung.
(Erstes Stellengesuch aus der Nummer 26 vom 2. Juli 1887, wiederholt
in den Nummern 81 om 8. und 84 vom 15. Juli.)


zu Synoden geladen, immer wiedei hatten sich Hindernisse
vor die Verwirklichung geschoben. Nur die Synode zu
Leipzig im Jahre 1869 war ein Erfolg, aber auch kein
bleibefder. Allzu stark war das Selbstgefiihl der einzelnen
Gemeinden ausgeprigt, keine wollte sich ein- oder unter-
ordnen. Von Berlin going auch in den Jahren, als schon die
gewichtige Bedeutung der kiinftigen Grossgemeinde spiir-
bar zu warden began, kein einigender Einfluss aus. In
emem ,,Aufruf an die Israeliten Berlins" hillt die Zeitung
den Berliner Juden e nmal mit bitteren Worten vor,, dAas
alle entsoheidenden Impulse in den bewegenden Fragen der
Zeit von den ,,Provinzen". ausgegangen seen. Immer habe
Berlin wichtigere'Geschifte vorgesdhiitzt, wenn es galt, An-
gelegenheiten der jiidischen Gesamtheit zu regeln. ,,So hat
sich die Berliner Judenschaft alles Verdienst und alle Ehre
um die Hebung und Entwicklung des Judentums in der
neueren Zeit vorausnehmen lassen." Allerdings fihrt die
Zeitung didse Erswheinung darauf zuriick, dass es nicht
gelungen sei, geeignete ,,Fihrer fUr das geistliehe Amt und
fiir die Verwaltungsbeh6rden' der Gemeinde zu berufen",
obwohl ,,edelste Krifte in ibrem Schosse" vorhanden seien.
Als man gleichzeitig mit der Leipziger Synode hunter
Moritz Kohners Vorsitz den ersten Gemeindetag& des
Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes abhilt, ist kaum
Wesentliches erreicht. Noch dauert es fast drei Jahre,
bis der Gemeindebuld sich konstituieren kann, denn erst
nach Ablauf dieser Zeit hatten sich die, zur Grindung er-
forderlichen 100 Gemeinden zum Beitritt bereit erklirt
und die notwendigen Subventionen gezeichnet. Die A. Z..
erllist fur den Gemeindebund werbende Aufrufe und
begleitet seine Titigkeit spiiterhin mit wohlwol!endem
Interesse. Aber der Gemeindebund hielt nicht, wis man
sich bei seiner Grindung von ihm versprochen hatte. Er
beschriinkte sich immer stirker aut einzelne verwaltungs-
technische, fiirsorgerische Massnahmen und wurde der
grossen Aufgabe, eine Gesaitvertretung der Juden in
Deutschland zu bilden, nicht gerecht. Gegen den leftigen,
partikularistisch gemeinten Widerstand der Gemeinden
uibernahm 1904 der ,,Verband der deutschen Juden" diese
Aufgabe, ohne dass es ibm gelungen wire, Offentlich-
rechtliche Anerkennung zu erlangen. Die gleichzeitigen
Bemiihungen des Gemeindebundes, sich eine gesamtheit-
liche Verfassung zu geben, schlugen fehl, Satzungs-
entwiirfe aus der Feder der Juristen Rosin und Machol
wurden nach jahrelangen, fruchtlosen Debatten, in die
die Zeitung lebhaft eingriff, verworfen. Erst der Nach-,
kriegszeit blieb es vorbehalten, entscheidehde Schritte auf
dem Gebiet der Gesamtorganisation des Judentums in
Deutschland einzuleiten, als die Schicksalsstunde von 1933
die aussergemeindlichen Krlifte zur einigenden Tat auf-
rief und verantwortungsvoll bereit fand.
Wie in einem Brennspiegel fiingt in diesen Jahren
'die A. Z. alle Austrahlungen jiidischen Lebenswillens
auf, bindet sie zu einem hellen Strahl und wirft sie
gesammelt zuriick. Immer wieaer finden sich in den
Blittern der Zeitung Aufrufe und Ueberschriften wie
,,An die verehrlichen Vorstlinde und Vertreter der
deutschen Israeliten", und einmal wird es mit Deutlich-
keit ausgesprochen, dass angels einer zentralen Organi-
sation nur der Weg iiber die Zeitung selbst bleibe, um
den Weg zu den Juden in Deutschland und.ihren Gemein-
den zu finden. Das lebendige Wort, aus heissem Herzen
niedergeschrieben, hat hier ersetzt, was der Organisations-
kunst misslang: in der andringenden Vielfalt des Jahr-
hunderts die Idee der jiidischen Gemeinschaft zu wahren,
das vom Geiste der Zeit nur schwach beriihrte Gebilde
des Gemeindewesens dennoch lebendig zu erhalten und
bereit fiir ein neues Schicksal.


,,Etwas Wichtiges habe ich Dir zu melde
Plan gefast, eine ,Allgemeine Zeitung fuir
religidser, politischer, literarischer, linguistisc
scher Beziehung als Organ und Centralblatt
Sherauszugeben. Ich lasse Dir von Julius etw
Plan abschredben. Ich habe das Ding energisch
schon von' zwei Buchh&ndlenn bejahende Ant
mich mit Baumgiirtner in Leipzig dariiber ei:
reise ich Ende dieser Woche auf einen Tag n
gern hiitte ich Deinen Rat hierbei benUtzt; a
Entfernung, und dann ist alleys sehr rasch gega
ist bestimmt, dass die Zeitung in Gross-Quart v
mal eircheinen soll. Deine Herkunft zu Purir
doppelt lieb, da sich vieles damn besprechen,
wacker mitarbeiten."
Diesen Brief, die Geburtsurkunde der ,,Allgem
Judentums", schrieb der damals flinfundzwanzi
Philippson am 4. Mirz 1837 an seinen Bruder I
Kltze in der Altmark ilbersiedelt war. ,,Die leii
let also der Weg von Magdeburg nach Kl6tze.
Menschen, die wir gewohnt sind, solche Enti
Kaffee und Abendbrot zu erledigen, oder zum
noch in Berlin zu sein und in London *schro
nehmen, fast lbcherlich vor. Aber es charakteris
zwingt uns eine Minute zur Besinnung, wie di
satorischer Beziehung vor jenen hundert Jahren
ale Ludwig Philippson, Rabbiner in Magdeburg
seinem Amte nach bestimmt war, fur die Ewi|
zum Giinsekiel ,- oder war es wohl schon ein
griff, um sich als Journalist, also fir den Tag, z
mag wohl sein Redaktionszimmer ausgeeehen
Schriftleitern des Jahrhunderts der Sachlichkeit
stellung. Ein Gelehrtenzimmer mit hohen BiU
denen ehrwirdige Binde in Pergament, Jahrh
fir Jahrhunderte gedacht, aufgereiht gewesen sein
sches Lexikon, kaum ein Nachschlagewerk, das dii
schleunigen kohnen. Ein, Schreibtisch, Wie wir
zeiten kennen, Mahagoni. oder Nussbaum, gediel
der atif unzlhligen Fichern und Etageren Pla
bilder und Andenken bot. Manche Daguerrotyp
Verwandten oder Freundes mag da, als neue Erf
gestanden haben. Mit Recht konnte man ja st
Families, die so kluge und feine Kdpfe hervorgel
auch von den Wiinden mag manch Ahnenport
Kreide voll Verwunderung betrachtet haben, '
Treiben sich dieser Rabbiner plitzlich zuwandte.
liches Beginnen war ja die Zeitungsschreiberei, w
eraten JahrgAngen, ja, in den ersten Jehrzehnten
Kriege der Mitarbeiterstab' meist aus Lehrern,
nern bestand. Ja, selbst als die nuntehrigen S(
Redaktion der kaum teborenen C.-V.-Zeitung -
ihr fiinfzehnjiihriges Jubilum feiert jenes sp
,,Allgemeinen Zeitung", eintraten, galt noch da
Gesetz, dass des Rabbiners oder Predigers Beitrag
sei als der des weltlichen Autore oder gar des Jo
So wihlte Philippson seine Mitarbeiter, *'und
.im" auch von tiberall her an, aus Deulsrbland 'u



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t.pjl, lb 2. Cal 1837.

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wrut 'bt.i erlKot nt, etspo gtben. Otlrirt Zrtle In 28 o(il
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O WIt Isn6dam gilintm Dlaolfon oauf lem BtuD fd ttbln lu'ffm. ert D.
td) Xomfulmi, bu be l ibreifts t l sl ill t i Blifie ln o vOn noptIlnofl ea 211f4
bao ba ifbtirm ildoautnimBoulunlobt erlliln. ooi bm n amB l atmn "I m rjonf


Holland und aus Spanien, jene Minner, die I
Gemeinden und damit auch deren beste
waren. Dieser Korrespondentenstab war i
als es nosh keine TelegraphenbUros und
spondenzen gab. Mit Schere uid Kleistertopf
noch nicht viel zu machen. Man musete sich die
Ort und Stelle direkt beschaffen. Leider wissen
die alten Briefwechsel sind nicht erhalten, ob d
tendienst", wie man im modernen Zeitungsb
pflegt, planmissig aufgebaut war, oder ob Philip
fall Uberliess, wie und von wo ihm grade Mel
Die warren natilrlich auch nicht iberwiltigend f
hundert Jahren ist es filr uns ja gleichgiltig,
damals vier Wochen sp-ter kam, als der Vorfa
Und wie sollte sie denn auch frllier kommen,


n, ich habe den
las Judentum in
oher und histori-
des Judentums'-
as epezieller den
Sangegriffen und
wort. Ich were
nigen. Vielleicht
ach Leipzig. Wie
Illein die leidige
angen. Vorliufig
nwchentlich zwei-
m ist mir deshalb
,alsst Du musst

Zeine Zeitung des
gjAhrige Ludwig
'hibus, der nach
dige Entfernung"
Das kommt uns
ernung zwischen
ersten Frilhtlick
i das Lunch zu
iert die Zeit und
:-, TI-I& 4


Radio und kein Telephon, kein Telegramm, ja noch nicht elnma
eine Reichspost, und die erste Eisenbahn war erst zwei Jahrs
vorher zwischen Ntirnberg und Firth in Betrieb gesetxt worded
Und wieviele Grenzen musete jeder Brief passierenl
Ein Gltlck nur, dase Magdeburg von Leipzig nur wenige Post*
kutechenstunden entfernt war. Aber immerhin weit genug, um

Omi aIllil=I4







V41%a AfllIemeQne Zeiune r des udenrumsr
itd,. m.* e4M f.llM ; afll. .mrMte.l 13 bafhtI 1*mt Bimtp.t 11 1SUS, 7031
*'l'3r11e1* . . fitshtl 9 l0i I5L.3i... 5. i Illllttlittl I. SliW
*.|tK pf dei*WaIn l W*S WWi* derll- *ll*l e IUr* lnW ** i It. W I ll ll 0 n pll;I* .t-- N bi ** I l
3M, *4 3. il 3d.I M IS.l.'1 5. 5. 0InM..Wn'|r| bG, mt.o'fs. 3.: .5t5ll3: Initl. 3...UtMsr3t it.-
Der Kopf der eraten 4Nummer der C.-V.-Zeitung
naiimlla ll~s lallleli


le wet zivili- es unmoglich zu machen, noch die Korrekturen in Magdeburg zu
ausgesehen hat, lesen. So gab es denn auch manchen Aerger. Die Zeitung, in
:, ein Mann, der wunderechonem Handsatz hergestellt, wimmelte von Druckfehlern,
gkeit zu wirken, und bald finden wir Entschuldigungen, es sei leider nicht m, g-
e Stahlfeder? lich, diese Druckfehler zu verhindern, weil die Zeitung in Leipzig
u betltigen. Wie hergestellt werde, und die gedruckten Autsltze erst in der
a haben? VUns fertigen Zeitung dem Herausgeber zu Gesicht klmen. Einmal fin-
cunassbare V-, den wir sogar die Mitteilung, ein wichtiger Text sei, ,,ohne Ver-
iunderte alt und anlasung der Redaction, durch eigenmachtiges Verfahren des Cor-
dere alt und rectors, der deehalb entlassen warden, verunstaltet." Wenige
mnigen.Keain judi- P eset
e Arbeit itte be- Jahre spfiter allerdings verlangte das sichsische Pressegesetz -
e Arbeit hvite be- da' Reichspresegesetz kam ja erst 1874 -, dass in Leipzig, dem
ghn aus Urviter- Druckort, ein verantwortlicher Redakteur wohnen miesme. Und so
u Handarbeit, ude denn dort ein Mann ernannt, dem formell die Verant-
ie eir Familiebn- ortung iibertragen wurde. Ob er jemals ein Manuskript zu
findung bestaunt, sehen bekommen hat, das wisnen wir leader nicht. Ueberhaupt
oinun estau die wa es' mit der presserechtlichen Verantwortung eine merk-
bracht hatte. Und wuirdige Sache. Jeder Staat hatte damals noch sein eigenes
rit in Oel oder PreAsrecht. An manchen Orten gab es eine Vorzensur, an anderen
welch weltlichem nicht, und auch die A. Z war einige Jahre lang der Zensur unter-
Denn ein welt- worfen, wobei es Philippson allerdings gelang, ohne jegliche be-
Wenn auch in den h6rdliche Beaistandung dtrch all die Jahre seiner Schriftleitung
und fast bis zum hindurchzukommen. Aber wir finden gelegentlich schon im ersteA
Predigern Rabbi- Jahrband den Hinweis; dasa allies, was die Korrespondenten be-
hlriltleiter in die richten, .unter dereni eigener Verantwortung erscheine. Ein
die jetzt gerade Rechtszustand, der nach der Erfindung des wirklichen ,,Verait-
piten Kindes der wortlichen ledakteurs",' durch das Reichspressgesetz, und erst
s ungeschriebene recht seit dem Schriftleitergesetz von 1933 nicht mehr moglich
rterstrebenswerter ware.
urnalisten. Philippson war allies in einer Person: Schriftleiter und Ver-
s ot.ee .i leger, Tertriebeleiter nd' bald auch -* Inseratenwerber. Er hate
so boten ie h die Zeitung-ganz ais'eigeilenMittehn aufgebaut. Aber sie muss6 ici
nd aus Poleni, aus auch bald zu inem guten Geschlift entwickelt haben. D'nh;ibhon
Iliillllnlillllllllllllll lll1ll am 19. Juli, also zwei Monate nach Eischeinen der ersten Nummier,
konnte er seimem Bruder Phbbus mitteilen, ,,die vorige Woche
hatte ich'Besuch von einem Buchhiindler aus Stockholm, der eben
S. I, aus Leipzig kam und dem Baumgirtner sagte, es ginge sehr gut
i mit der Zeitung, einige hundert Exemplare gingen allein nach
Polein".. Uhd ini einem Aufsatz im Jahrgang 1849 heist es:
S ,,Alsi wr uns, 25 Jahre alt, auf dem Fahrzeuge der Zeitung ein-
S'ntere schifften, mutig die Flagge Judas entfalteten, mit jugendlicher
gnttertt Zuversicht an das Steuerruder traten, de meinten viele, das sei
nab eSBellrfftli einm gebrechliches Ding, das an den ersten beaten Klippen
scheitern werde. Aber Tausende unserer Glaubensgenoese -
i tb~boan lung wir sagen ,Tausende', gestiltzt auf die Abonnentenzahl schon ii
neSi o ereten Vierteljahr riefen uns ,glickliche Fahrt' zu und be-
gleiteten uns mit ihren WiAnschen und Hoffnungen." So also
schlug das neue Unternehmen ein, und wenn es auch durch die
.g.a**m' ,'" Abonnementeb6itrige schon gesichert war, so suchte Philippson
". ben Di'Bi iein doch nun audh Insereilten. Zuerst wandte er sich wohl nur an die
ib XMertt eft.... obenw. VertLger. Da linden wit die merkwfirdige Notiz, dass, wer ein Buch zur
t eStmms I e glb' 0ng5 Besprechung einsende, auch ein Inserat ufgeben mttese trotz-
3 .ll. os btn agw'e dem. entwickelte sich der Inseratenteil sehr langsam, denn'auch
imnl otn, ,tt, e.sn 100 in dieser Beziehung war die A. Z. ein Kind 'ihres Jahrhundertis
umo inmouw gso*ts.mM, in dem das Zeitungsinserat erst sehr spit als Werbemittel Gel-
n. m.I eBOMatin in taung bekam. Von einem geschlossenen Inseratenteil kann man
01 nPARin ont bee labbna.",
un..b S i rnts tnrinis aro. eigentlich erst sprechen, nachdem die A. Z. im Jahre 1890, also
SMie. mne* siBiWi nach dem Tode Philippsdns, hunter der Schriftleitung Ludwig
31'6slm en*,ansi'. Geigers nach Berlin verlegt und in den Druck von Rudolf Mosse
im.i. os. .io.,...m Uibergeleitet wurde. Die Juden hatten sich, ihrer Eingliederung
8tli.r, lM vi,,, saft in die Umwelt entsprechen'd, gewdhnt, auch ihre Anzeigen in die
s3 t.rFm iii n. inzwischen gewachsene allgemeine Presse zu eetzen. So hatte die
soni, Ut, 10 Iov.mii judische Presse schwerer als die allgemeine Presse zu kimpfen,
a., 3.ouian be Wrsm h'r bis sie einen eigenen nennenswerten Anzeigenteil bekam.
s. l,'" 1"",iof,^ Wenn wir Nacliolgenden heute mit allem Respekt, der
:i e astal, int ub u. un uns ueren Ahnen gegentiber geziemt, die Jahrgange der A. Z.
I. beta Rf a ,a.e1s uh dirchblAttern, so freuen wir uns jenes Wetkes und geniessen wohl
I.mb nmit ZSbliffWO bm' auch mit ,athetischem Vergnilgen die' Sohnheit des Satzes, dessen
,i .ff., 5', '.s Buchstaben, noch handgeschnitten, heute auf vergilbtem Grunde
ionh.i, ben Wt 1"d SW wie alte Kupfer wirken. Aber unser durch lange berufliche Schu-
taNts m, r.l lung vielleiht allzu kritisches Auge vermisst etwas, was uns heute
fast ebenso wfbhtig wie der Inhalt der Nummer zu sein scheint,
11111111111111111111111111111111111111111 niamlich die ,,Aufmachung". Davon gibt es keine Spur. Wir h6rten
ja schon, dass den Umbruch der Drucker besorgte. Unausdenkbar
Mittelpunkte der fir uns, die wir selb t jede Woche in der Setzerei zu stehen utd
Korrespondenten die Anordnung jeder Zeile anzuweisen gewohnt sind. Auch die
umso wichtiger, Gruppierung nach dem Inhalt fehlt vllig. Wenn die Seite zu Ende
Zeitungskorre- ist und der Autsatz nicht, so kiirzt man nicht etwa, sondern schreibt
f war damals ,,Fortsetzung folgt". Und so konnen wit es denn erleben, dass sogar
Nachrichten von Nachrtife sich durch sechs Nummern fortsetzen. Moderne Zeitungs-
Swir nicht, denn technik hielt erst ihren Einzug, als dem Amateurredakteur der Be-
lieser ,,Nachrich- rufsredakteur, ala dem Gelehrten der Schriftleiter, als der A. Z. die
etrieb zu sagen C.-V.-Zeitung folgte.
pson es dem Zu- So gibt auch das lussere Bild und das Aussere Werden dieser
dungen zuflossen. Zeitung die Entwicklung des Jahrhunderts vom Biedermeier zur
risch. Jetzt nach Technik wieder, dessen innere kulturelle und politische Wandlungen
ob die Meldung sie in ihrem Inhalte so klar aufzeigt. Aber fiber allen Wandel und
il sich ereignete. fiber alle technischen Aenderungen dauerten Name und juidischer
es gab doch kein Inhalt.


Redaktion ohne Telephon / Von Margarete Edelhelm


Private Photo-Lehrglnge fUr Nichtarier von Julius GlUcksohn ":":,."'"::. Berlin-Wilmersdorf


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Sete 8


Mr.f is 4 & fdtw


a







Bh &6.Mai 1937,


Die Zeitung der ,,gemassigten Reform"

Vi~ U:- H ~ ri Kll


V. UU. JL.lU.Xll J
Der Religionshistoriker darf feststellen, dasss fur ihn
dle, A. Z. nicht nur Geschichte beschrieben, sonderri sogar
gemacht hat.
Die religi6se Geschichte des Judentums im Deutschland
des 19. Jahrhunderts ist reich an bedeutsamen Daten und'
Geschehnissen. Im kleinen hat sich hier eine private
Revolution des Judentums' zugetragen, die Altes und
Ueberliefertes' zuunterst. kehrte. Die Rabbinerversamm-
lungen in Braunschweig, Frankfurt a;. Main, Breslau uprd
Kassel, die Synoden zu Leipzig und Augsburg, der Hak-
burger GebetbUchstreit, die Griindung des Frankfurter
Reformvereins und der Berliner Reformgemeinde. sind
die markantesten Wegsteine dieser unaufhaltsamen Ent-
wicklung. Die alte A. Z. war nun freilich nicht gerade
ein revolutionires Blatt zu nennen. Ihre behagliche und
anschauliche Sprechweise konnte sich wohl zu scharfem
Witz und, temperamentvollem Protest steigern, R#evo-
lutionspronunziamiento war sie nicht. Es lag nicht, in der
Line ihrer Redaktion, das gepflegte Gleichmass buirger-,
lich-ivohlanstindigen Stiles zu verlassen. Der Birger
revolutionierte nicht, er reformierte.
Diejenigen, die sich der A.Z. erinnern, als sie nqch
nicht den C.-V,-Kopf trug, bewahren das Andenken an eine
Zeitung, die nach dem Willen des nachmaligen Redakteurs
Ludwig Geigers ,,jiidisch, allgemein, liberal,, d. h. nicht.
radicall, aber auch nicht schwhchlich" sein sollte.
Die A. Z. der Jahrhundertwende war bereits arriviert.'
Sie hatte sich als Organ der iffentlichen jiidischen Mei-
nung eingebiirgert, und diese Meinung war, seit die
Orthodoxie ihTe Abseitsstellung im 'jidischen Leben be-
zogen hatte, liberal. Die Redaktion war in die Hiinde
von Laien tibergegangen ein sehr charakteristisches
Moment in der Geschichte des religi6sen LiberalismusL,
das religiose Interesse war einer Rubrik unter vielen
fiberaitwortet, Der Redakteur bestimmte zwar. die Grund-.
haltung, die iihaltliche Ausgestaltung gerade des theolo-
gischen und homiletischen Teils konnte von -Fall zu aill
dem Fachmann anvertraut werden.. Die Zeit der Par-:
teiungen war voriiber. In der Behandlung religi6ser
Fragen hatte die geistige Prominenz den Richtungsver-
treter abgeldst.
S Phiippson hatte es nicht so leicht. Weder farid er
1837 eine liberal, ffentliche Meinung noch ilberhaupt
eine irgendwie geartete Oeffentlichkeit vor. Nur Mei-
nungen und Spaltungen existierten. Man bestlitigt Phi-
lippson heute oft und gern, dass er der Sch6pfer der jiidi-
schen Oeffentlichkeit gewesen sei. Diese Zensur geniigt
nicht und hatte ihm selbst nicht genilgt. So unbestreit-.
bar seine journalistischen Verdienste' gewesen sind, das,
was ihn zu einer historischen Pers6nlichkeit werden less,
war nicht die Gewandtheit seiner' Federfihrung, sondern.
dieZiei., die er verfolgteund ,erstritt .,,die alten Fessein'
zu sprengen, .den jidischen Glaubien zu entwickeln, den
moralischen Geist zu heben, die Literatur in ihrem ge-
samten Inhalt mit neuer Kraft zu beleben und fortzu-
flihren". Es ist kein Zufall, dass der erste grosse jidische'
Journalist ein Rabbiner war. Eindringlicher konnte nicht
garantiert werden, dass Philippson nicht im Auftrage
eines begrenzten Leserkreises, eines politischen Interesses
schrieb, ,sondern im Dienste einer sachlichen Aufgibe,
die religibses Anliegen war. Andererseits musste
dadurch die Haltung der A. Z. mit der eines Mannes ver-
schmelzen. Die jiidische 6ffentliche Meinung des vorigen
Jahrhunderts wurde nicht zuletzt durch Philippson und
sein Blatt religiose Meinung, vor und nieben.
anderem. Aber damit ist sie fir die damalige Zeitriicht
hinliinglich charakterisiert. bas 19. Jahrhundert lebte von
anderen Gegens~tzen als das 20. Der Gegensatz von
Religion und Politik im 'Judentum interessierte einen
Holdheim, die jidischen FUhrer und Parteien nahmen''an
dieser Frage keinen inneren Anteil. Die politische Frage,
in Form der Emanzipation gestellt, bedringte das Juden-
tum nur von aussen her. In Frankfurt a. M. ah
man z. B. den Messias 'mit der Emanzipation gekommen
und schwor, ,,die jidisch-talmudischen Zeremonien" ab.'
Unabweisbar trat demgegeniber die Forderung der ReD-
form als eine interne und unpolitische Sache vor den
jiidischen Menischeri.
Aber ,,Was und wie soll im Judenthume reformiert
werden?"
Diese Ueberschrift einer Philippsonschen Unter-
suchung in der A. Z. war die Frage der Zeit. Die Rabbiier
gaben die Antwort.
Der Rabbiner der dreissiger und vierziger Jahre des
vorigen Jahrhunderts war eine streitliare Gestalt. Die eirist
unbezweifelte Autoritfit war eine partielle geworden, w eil
das Judentum in Parteien zerspalten war. Wer damails
reden wollte, musste sich schon zuni Wortfiihrer einer
jener gliubigen oder unglliubigen Meinungen iachen, die
die Kanzel, das Katheder oder die jiidische Presse be-
herrschten.
Es scheint so, als ob Philippson mit Hilfe der A. Z. der
Entscheidung anfanglich aus dem Wege gehen wollte. Die
A. Z. ibersah keineswegs die Gegenslitzlichkeiten im judi-'
schen Lager und unterschied die ,,Conservativen, theils
strong, theils reformirend, die Radikalen, die Indifferen-
tisten". Allein nur von den letzten rickte sie von Anfang
an mit Entschiedenheit ab. Philippsons Aufsatzfolge ggen
den Indifferentismus ist nicht nur eine energische Absage
an diesen ,,fressenden Krebsschadeni", den ,,furchtbarsten
Feind, der im Judenthume unserer Zeit hauset", sie stellt
a posteriori auch eine glinzende Rechtfertigung des Reform-
gedankens im Judentum dar. Die historische Wirklichkeit
zeigt, wie unrichtig die Behauptung ist, der Liberalismus
habe die Indifferenz begilnstigt. Man muss die bewegten
Klagen Phitppsons gegen diese galoppierende Schwind-
sucht des religidsen Empfindens und der religiosenUebung
seiner Zeit in fast jeder Nummer der Zeitung lesen, um zu
verstehen, dass nichts anderes als eben jene Gleiohgiiltig-
keit und der Abfall der jungen Generation gegentiber allen


e ellrmann
jildischen Fragen die eigentliche Triebfeder und Ursache
der Reform wurde.
Mit -seiner Kritik wendet er sich freilich noch nicht
gegen die Orthodoxie als Prinzip ind Richtung. Es lag ibm
anfanglich gerade an der Mitarbeit des kqnservativen
Fligels unter' Samson Raphael Hirsch. Dem Meinungs-
streit zwischen diesem und Creizenach gibt er Raum, weil
S,,dem tiefer Blickenden dieser Streit nicht als eine wesent-
liche Zerrfittung in Israel, sondern gerade entgegengesetzt
als der erste Schritt zur Verstindigung" erscheinen werde.
Die A. Z. sollte, wie sie sich im Titel anktindigte, ein ,,un-
partedisches Organ fir alleys jiidische Interesse" sein. ,,Eini-
gung ist not", war die Parole, die er fir dieseses ausein-
andergefahrene, zerrissene und umhergeworfene Wesen",
wie er das zeitgen6ssische Judentum bezeichnet, ausgab,.
Er hat sich stets bemitht, dieser linparteilichkeit in den,
Spalten breitesten Raum zu gewihren. Wie Samson
Raphael Hirsch kommen' bei ibm Geiger und Holdheim zu
Wort. Trotzdem war Philippson kein neutraler Mann und
wollte es nicht sein. Der Grundsatz, der die unparteiische
Haltung der Redaktion beglaubigen sollte, dass n mnlich
,,das Judentum iiber diesem Allen, unerschittterlich,. steht,
dass nicht die Kimpfenden, sondern allein der Kampt
das Recht hat, d.h. die Entwicklung", stellt die A.Z. auf
die Seite der Reform. War somit Philippson und sein
Organ von vornherein nicht auf absolute Friedfertigkeit
angelegt, ":so hoben sich im Laufe seiner redaktionellen,
Titigkeit die Grenzeni seines ideellen Verestndnisses
immer scharfer aus seinen grundsatzlichen Betrachtungen
heraus. Die extreme Orthodoxie bekam seine Abneigung
zuerst und am schirfsten zuspiiren. Aus der vorsilhtigen
Distanz, die er Samson Raphael Hirsch gegeniiber noch
.ibt, wird im Laufe der Jahre unversehnliche Polemik,
Philippson war im Grunde genommen schwer enttiiuseht
Die, Orthodoxie, die er iin seinem BemtiBhenu um, Einheit
gleichfalls zu den Rabbinerversammlungen geladen hatte,
hatte ibm als Erste einen Korb gegeben. Derartiges ver-
schmerzte er nicht.
Auf der anderen, Seite waren- ibm dem jede Reform,
,,eine Reform von i nn en hieraus" sein musste, dem
der Jude als Birger nie vergessen durfte, dass er Mensch,
als Mensch nicht, dass er IsrAelit ist, der iie Anpassung
an' die biirgerliche Gesellschaft gegen Preisgabe der
Religion Israels wollte gleichermassen unwillkommen die
radikalen Reformer, die thre jiUdischen Bindungeri ais
politischem Ebrgeiz aufzulosen suchten.;Der Frankfurt '
Reformverein, der die Beschneidung abschaffen wolE,
bekam, die.ganze Scharfe seiner Verachlung zu spilren.
,,Alles Bestehende muss seine positive Gestall haben, sonst
ist es eben ein Nicht-Bestehendes.''" Ins Nichts sclienen.
ihm die ,,Frankfurter Nihilisten,, diese nnue. Sekte aus
Unterschriften", 4u treiben. ,
Von beiden FlUgeln des reUljisen Judentums gleicher-.
massen';enttAuscht, zog sich die A. Z. allmihlich auf einen
geinssigten Standort zuriick, der etwa die Mittp der Linie
der jiidischen Reformbewegung darstellt. Philippson selbst'
hat seine und seiner Zeitung Richtung wiederholt als
,,p osi t.iv -his tori s c h" gekennzeichnet. ,,Ich bin ein
geschichtlicher Jude",' lautet das Glaubensbekenntnis -in
der A. Z.: mit dem er sich in gleicher Weise von, den
extreme ,,Reformjuden" wie von den Orthodoxen abzu-
grenzen versucht. Immer wieder ist es dieses Bekenntnia
zum geschichtlichen Judentum, auf das er die Leser der
,A. Z. und die Reform seiner:Zeit zur verpflichten versucht.
Es liisst sich schwer bestimmen; welches nun eigentlich
der wahre Kern diesel Auffassung ist. ,.
Positiv-historisch war schliesslich auch Abraham
Geiger, dem die Theologie eine'historische ,Diszipiin war.
Selbst der zweiteri Rabbinerversammlung in Frankfurt
a.'Main, die doch die objektive Notwendigkeit der hebrii-
schen Gebetssprache im Gegensatz zu Philippson ve'rneinte,
bestatigt spitter die A.Z., dass sie auf dem Boden ,des
positive historischen Judentums stand. Vom Standpunkt des
Historikers scheint die Parole der A. Z.: ,,Wir mussen die
Zukunft imn Auge haben, aber auf dem Bbden der Ver-
gangenheit stehen" bedeutend unverbindlicher gegeniiber
der Geigerschen Forderung, nicht ,,im gewaitsamen, rick-:
sichtslosen Abschneiden aller aus der Vergangenheit uns
gewordenen Jeberlieferung das Heil zu suchen, sondern
im sorgsamine Aufsuchen ihrer tieferen Spriiche und in
dem' Bestreben, das was geschichtlich sich gebildet, auch
geschichtlich fortzubilden."
Max Wiener meint, dass mit den Schlagworten ,,posi-
tiv"!und ,,historisch" weniger eine konkrete Utnschreibung
erfolgt, als vielmehr ein gewisses gefiihlsmissiges Deside-
rium zum Aiusdruck gebracht sei. In der Tat, halachisch
sitid sie nicht gemeint, und, wenngleich ein Einfluss der
deutschen historisch-romantischen Schule unverkennbar
ist' ist Philippson doch von einer nur kausal-mechanischen
Betraohtung. wie von einer ethnologischen Begrindung der
Geschidhte gleichweit entfernt. Die kritiklose Gliiubigkeit
an die ,,Geschichte" lehnt er ab. Die g5ttliche Offenbarung
als Anlage, Element und Organisation des Judentums
schiitzt seine Betrachtungsweise der Geschichte vor einem
Abgleiten in historistische Irrttimer und last die blosse
Kausalitit der Geschehensfolge in eine Kontinuitat der
stets bezeugten Wirkung Gottes aut.
Der 'Respekt vor dem ,,gottlichen Verstand in der Ge-
schichte", der das Judentum zu einem bestimmten End-
zweck fitr das Menschengeschlecht erhalt und fiihrt, ist
das entscheidende Merkmal dieses positiv-historischen
Judentums und das unterscheidende Kennzeichen gegen-
tiber der historischen Auffassung Geigers, die k rit is ch
und aktivistisch war.
Klarer noch wird der Unterschied in der Fortschritts-
ideologie, die Philippson entwickelt. Wahrend Geiger
den Fortschritt in der Geschichte in der Ueberwindung
der Individualitait, d. h. namentlich der Volksindividualit&t
erblickt, und den Gang von der Besonderheit zur
Allgeneinheit al einen sittlichen' Aufstieg versteht,


Du wirst den Kindern

heut die Lichter ziinden
Von Hugo Zuckermain
Du wirst den Kindern heut die Lichter ziinden
Und dich am stillen Glanz des Festes freu'n.
/ Durchs Fenster fallt ein milder Abendschein --
.Heut sollst du ihnen unsre Wunder kinden;
Heut ist die Nacht, da all die zauberbunten,
Die Triume unsrer Kindheit aufersteh'n.
S Mit leisen Schritten durch das Zimmer geh'n
Heut alle Marchen unsrer Dimmerstunden;.,
Leehr' deine Kinder unsere Mirchen lieben,
Sag' ihnen: Jakob diente zweimal sieben
Fronjahre schwer als ein geringer Knecht:
Und immer, wenn der Lenz ins Land gegangen,
Trieb er die Schafe singend durch das Tal
Und trug der Knechtesarbeit harte Fron,
Und trug der Sehnsucht gliihendes Verlangen
Mit krummem Riicken und in stiller Qual -
Und Rahel ward des Harrens hoher LohiA
Sag ihnen nicht, sie,, warden's nicht versteh'n,
So wie du's selber nicht verstanden hast -. '
Doch siehst du'draussen einen bleichen Gast
Mit!heissem Blick durch deine Scheibe spah's,
S So ruf ihn in dein lichterlelltes Haus
Und lass ihn deines Gliickes Zeuge sein,
Und breitest du die Arme segnend aus,
'Das, Fest der Lichter gliubig einzuweih'n,
.."" '' Dann ziind' an der Menorah letztem Ast,
Fern von den Kerzen, die das Fest geboren,
Ein kleines Licht fur einen Toten. "
S(Au der Nr. 1.wom 7. January 216.)


der durch die Religion in der Zukunft gefordert sei, lisst
Philippson nicht von der Besonderheit der jiidischen Ge-
meinschaft los und ist namentlich im Anfang nicht bereit,
in der geschichtlicheh Entwicklung wie in der religiisen
Reform eine ethische Forderung und immer gleich einen
moralischen Fortschritt zu erblicken. Sein Entwick-
lungggedanke ist eher etwas Passives, ein Prozees
eher als eine Bewegung.. Das unterscheidet ihn auch;von
der 'prophetischen Auffassung des Judentums. Der Sinn
der jildischen Existenz wird gewiss nicht von der Gegen-
Swart:her, aber auch nicht so sehr durch rationalistische
Spekulationen erfahren, sondern aus der Geschichteselbst.
SAuch: die Reform des Judentums wird in der A. Z. weniger
als die Angelegenheit einer Partei,als ein geschichtlicher
Prozess angesehen, als eine Fortbildung, d. h.
,,eine Umgestaltung, welcheein unid dasselbe Wesen unter
dem Konflikt der inneren und iiusseren Bedingungen an
sich selbst erschafft und erleidet". Lehre und Moralgesetz
sind freilich unantastbar, verinderlich ist nur der Kultus.
So gesehen sind die Kimpfe um die Reform im
Grunde. nur Kiimpfe um die Reform des jiidischen Kultus.
Freilich hat die Redaktio-ihre Meinung im Laufe der
Zeit gewandelt, das geschichtliche Bewusstsein wird zur
Erkenntnis der weltgeschicl4tlichen' Mission im Sinne des
israelitischen Prophetismus.' Kann man-im Anfang be-
haupten, dass Philippson ein Parteiginger von Zacharias
Frahkel ist, so gilt das, fiir spiter nicht mehr.. Am Ende,
seines Lebens steht er Abraham Geiger bedeutend niher
als er: es siCh jemals selbst eingestanden hitte. Mehr
uid mehr wird die A. Z. und all diejenigen, die zur
religi6sen Aussprache in ihr das Wort ergreifen, kenn-
zeichnen deutlich diese Linie zu einem Organ des
Liberalismus Geigerscher Provenienz.
Die Eigenttimlichkeit und die Bedeutung der Philippson-
schen Autfassung liegt eigentlich weit weniger auf theoreti-
sdiem "als aufpraktischem Gebiete. Travers Herford hat
:einmal den Gegensatz zwischen Propheten und Pharis'iern
dahin besohrieben, dass der Prophet seine Botschaft frei
verkUinde, ohne Anerkennung einer anderen Autoritit als
der Gottes::,,So spricht Gott", der Pharisiier aber nicht
welter ginge als zir Berufung auf die Schrift: ,,So steht ge-
schrieben". In diesem Sinne ist, wenn Abraham Geiger
Vertreter des Prophetismus ist, Philippson Phariseier. Er
ist der gewissenliafte, etwas bedenkliche Praktiker,
der ,dem kiihnen Flug der Geigerschen Gedanken
mit vorsichtigen Schritten folgt und deshalb gerade
bei der' radikaleren Reform nicht eigentlich beliebt
war. In dieser Zeit ist die A. Z., ohne Hemm-
schuh zu sein, doch des grosse retardierende Element in
der jiidischen Reformbewegung. Das zeigt sich bei hundert
Gelegenheiten, mag es sich nun um die Bibelkritik, um die
hebrlische Gebetssprache, um die Beibehaltung bestimmter
liturgischer Texte oder um anderes handeln. Der Respekt
vor dem historischen Stoff verbietet ihm die radikale
Streichung, und die Berufung auf die geschichtliche Ueber-
lieferung setzt Philippson, wie ja auch Zacharias Frankel,
stets in den Stand, die Beibehaltung einer traditionellen
Einrichtung als eine ,,positiv-historische" zu rechtfertigen.
Mit ,,vernfinftigen" Grinden ist die Haltung der A. Z. im
Einzelfall oft gar nicht zu rechtfertigen. Das Gebet in der
hebriischen Sprache ist halachisch nirgends gefordert.
Aber ,,objektiv" man k6nnte sagen kraft geschichtlich
gewordenen Gewohnheitsrechts! sei das Hebraische
unerlisslich. Deshalb setzt sich die A. Z. fiir seine Bei-
behaltung 'mit der gleichen Intensitit ein wie ffir die
des Sabbat,, der Festtage, der Milah, der Speisegesetze
u. a. m. Das eben sind unaitastbare ,,Grundformen", alleys
iibrige Umzlnumungen, Erschwerungen, kurz: Nebenformen.
Doch nur im Prinzipiellen ist die A. Z. zuriickhaltend, ge
milssigt, langsamn Auf dem Wege der praktischen Reform-
arbeit hat sie sich nioht nur das Verdienst erworben, die
wesentlichen Vorsehliage aus den KIpfen der ideellen Weg-


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Seite 9


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attusefibrt.
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nal. )icit(e unb eaucen aitr 21rt,
0kfi`gina d)tec 3nnglwti in bt soraf'glid)flttn
Slualitdt.
IWr, Zfrttttlten jum beVoorfenbten efiad) (in
tolIftdnbiged ager aler. in biefer r eit' oortommrnben
Bebfirfniffe, iveld), unter 2ufficdt einch bagu 2ultorifirten
mit tolttnfrtin 2'ttreten -trabebt imerben.
Man wenbe fid) in frantirten briefen an 2eopolbb
b(dL, U((erntbor)tbc(rfi( o. 12.,
(Aus der Ncimmer 13 vom 28. Mfirz 1846.)


ereiter wie ein echter Pharisier zur wirklichen Inangriff-
ahme und Durchfiihrung gebiacht .zu habe'n, sondern
ariber hinaus selbstAndig Pldne hnd Einriohtungewn
nauguriert zu haben, die fir. die heutige Gestalt des
eligiosen Leberis unfortdenkbar sind.
Geiger hatte den Plan der theologischen Fakultif zwar
or Philippson gefasst, er hatte, was die A. Z. getreulich
berichtet, die erste inoffizielle .Rabbinerversammlung in.
Wiesbaden einberuifen, er hatte den Plan fiir einen jiidi-
schen Literaturverein. zuerst entworfen, aber, immer war es
Philippson, der, wie Geiger zum Schluss dankba r.aner-
kennt, die gute Idee zur praktischen Tat werden lies. In
der A. Z. erscheint 1837 die Aufforderung an alle Isrieliten
Deutschlands zu Subskriptionen, um eine jildische Fakultat
und ein jiidisphes Serinar fiir Deutschland zu begriinden.
In r.,3 des Jahrganges 1844 6rscheint der ,,Aufruf.an
alle Rabbiner und jdidische Geistlichen Deulschlands zu
jihrlichen. Versamimlingen", die den entscheidenden An-
stoss zu. den drei ersten Rabbinerversammluigen, den
grossen jiidischen Reformkollegien des vorigen Jahr-
hunderts, gibt. Der Redakteur der A. Z. organisiert das
erste Zusammentreffen in Braunschweig,. 1844, dessen
Zweck ist: ,
1. das Kennexiter"n 't id-. die Annu Serung der jidischen Geist-
lichen untereinaer; -: .
2. die geeinsa nregungin der Fhrung des Amtes;
3. das-, gemeinsamb .U.n-ternehmeh' allgemeiier. -.Were,: uand
SInstitute;
4. die gemeinsamen Beratungen iiber alle israelitischen An-
gelegenheiten.,
S Die A. Z. notierte die Anmeldungen und alle iibrigen
iormalien, berichtete iiber den Verlauf und kritisierte sehr
zum Unwillen mancher Teilnehmer, was dem Redakteur
picht behagt hatte, ja, sie erhob ogar den Anspruch darauf,
das eigentliche Kongressblatt zu werden. Im grossen-ganzen
zeigte sich, diea':RedtjOpr -nicht befriedigt, plidierte aber
nichtsdestorwe'mger aul 'ortfi hrung und Ausdehnung des
usfituts' .'" "
SEhntsprechendes Interes se und -aum -Widmet die A., Z.
auch den folgqnden Rabbineiversammlungen in Frank-
furt am Main und Breslau. Die'Berichte in. der"A. Z. bilden
eine wertvolle Ergiingung der Prqtokolle. Es imacht immer
einen Unterschied, ob die Verantwortung eines Redakteurs
sich nur auf die Berichterstattung- erstreekt, oder ob.
wie es bei Philippson der Fall war der Gegenstand
der Berichterstattung zugleich auch das Werk des Rezen-
senten ist. Wenngleich Philippsons Rolle auf den Rab-,
binerversammlungen ausweislich der Protokolle nicht so
bedeutend gewesen ist, wie es nach dem Bericht der A. Z.
oft scheinen mdchte, ist sie doch vomi religionshistorischen
Standpunkt von besonderem Interesse. Seine oppositio-
nelle Haltung in der Frage der hebriischen Gebetsprache
(in Frankfurt) und in der der Sabbatheiligung (in Breslau)
kennzeichnen am schiirfsten die gemlssigte Richtung seiner
feformistischen Wirkung. '"
Schlecht kommt die dritte Rabbinerversammlung in der
'A Z: fdrti Philippson: is t' eiltt~uscht und verbitteLt-. Er
beschliesst, an den folgenden nicht mehr teilzifiihienm
Mag es nun seine ruhende Initiative, mogen es die iu-
sicheren politischen Zeitverhiltiisse gewesen sein, der
Q(edanke der Rabbinerversammlung schleft fiir die folgen.
den 22 Jahre ein. Wieder ist es aber 1868 Philippsbn in der
A. Z., der die Missstinde im religiosen Leben, namentlich
die Zerfahrenheit im Gottesdienstwesen, zum Anlass
Himmt, eine neue Rabbinerversammlung zu fordern, Sie,
kommt 1868 in Kassel zustande und greift neben 'den:
Fragen der Oottesdienstreformi-eineni Gedanken auf, den
gerade::die'A. Z.: schon vor langerer Zeit auf das Tapet
gebracht hatte: 'die Einberufung eier S yn ode als einer
Reprisentanz ar'l e r jidisclien Gemeinden ,Deutschlands,
bestehend aus' Rabbinern und La ie n.:,:. Diese Synoden.
kamen in Leipzig 1869.und.in Augsburg 1871 zustande und
beschiiftigten sich neben grundsitzlichear Glaubensfragen
vor- allem mit Fragen des Gottesdienstes 'und'der, Kultus-
ret .ii.
'Wenni auch die Bedeutung der Rabbinererrsammlungen
fnieh, in ihrrem demonstrativen Charakter gelgen hat, so
ist doch iihrEinfuss auf das religi6se Leben'keineswegs
zu' unterschafzei'. ;Die religidse Praxis der ,Gemeinden
zeigte'sich zwar in ider Folgezeit konservativer-alis:dic ge-
wiSs nicht immer umstiirzlerisihen Rabbiner. Es berlihrt
sogar eigenar.tig zu seheni dass iecht einmal immer 'die
I I 1 .


S gemiissigten Reformvorscillige der A. Z.,-wie-z. B. die Ab-
schaffung des zweiten Feiertages, Verstaindnia und Gefolg-
schaft gefunden haben.
In eifer;Zeit -wie der het igeni, die ungleich konser-
vativer gestimmt ist als das radikale 19. Jahrhundert,
wiirde wahrscheinlich selbst die gemiissigte Richtung der
A. Z. in den Verdacht des radikalen Altliberalismus ge-
raten. Indessen wire eine solche Betrachtungsweise fehl
am Platz. Die A. Z. 'will 'gerechterweise aus ih rer
Zeit heraus verstanden weiden. -:
S Die A. Z. hat fir- ihre Zeit gewirkt undd- ihre Pflicht
erfillt. Was auch. noch ,ir; uns beispielhaft sein muss, ist


ihr Bestreben um Einheit und Entwicklung des jiidischen
Lebens; diesem Ziel verdanken wir die Griindung, For-
derung oder Anregung von Institutionen wie des ,,Vereind
fir die allgemeinen religiisen Angelegenheiten des Juden-
tums", des ,,Deutsch-israelitischen Gemeindebundes", der
,,Rabbinerersammlungen" und ,,Synoden", den Gedanken
des ,,Gemeindetags", des ,,Instituts zur Forderung der
israelitischen Literatur", der ,,Lehranstalt fur die Wissen-
schaft des .Judentums",.kurz, aller. Einrichtungen, die -
igeni.sie.auf Zeit' oder. ai' aDauer .gewirkt haben dis
Ansehen des jildischen Namens gestiirkt uid. gefestgt
haben.


Vorklinge von Hilfe und Aufbau /


Mit dem Begriff ,,jiidische Sozialarbeit" verkniipft sich heute
eine .einigermassen unirissene. Vorstellung. Sieht .man da nicht
Sgleich das einprigsame Schaubild von der.modernen, weitziigigen
und -durchorganisierten Hilfe- und Aufbauititigkeit vor-sich? Be-
Srufsausbildung und Wanderungberatung, Wohlfahrtspflege und
Wirtschaftshilfe stehen dabei im Vordergrund. Eine planmiissige
Sozialarbeit in dem iheute gelkufigen, sachlich umfassenden Sinne
der Begriff ,,Sozialpolitik" ist zu umstritten und dehnbar und
mag daher hier ausser Betracht bleiben ist ein Produkt erst
der letzten Jahrzehnte, wie-im allgemeinen so such im jildischen
Bereich. Gewiss, schwache Ans'itze und der Syst4matik' enit-
belirende Vorlaitter kann man weit,'zuriickverfolgen. Und eine
Zeitung, deren ,,Betreff".alle Gebiete des 6ffentlichen, besonders
des judischen Lebens zu: erfassen sich bemliht, ist:jedenfalls .ein.
gutes Bild der Zeiterscheinungen und ein briuchbarer Gradmesser
fiir.deren Intensitiat.
S.Von' den 30er Jahren autwartsibis etwa zur Wende des Jahr-
hinderts: din Zeitabschnitt, dem wirtschaftlicher und technischer
Fortschritt und soziale Entwicklung das Geprige gaben., Jidische
Sozialarbeit in dieser bewegten Epoche hat, wie schon angedeutet,
noch keinen festen Rahmen,.auch noch keine bestimmte Ausrich-
tung. Wo es zu helfen gilt, wo aufgebant und gefirdert werden soll,
sind das gute Herz, der wohltitige Sinn, die Privatinitiative,
Triebkraft und Ausgangspunkt. Noch wirkt das Schicksal des eift-
ezelnen Menschen als entscheidender Faktor.,Sozialarbeit ist noch
SPrivatsache. Das lieine und unscheinbarpe Wort ,,arm" und die
sich aus ihm ergebenden.Begriffe wie.,,Armenwesen" und,,Armen-
pilege" sind nicht allein. charakteristisch fur die- Zeit, soldern
ebenso sehr kennzeibhnend 'fir den Stand und fuir die Auifassung
von karitativer oder produktiver Hilfstfitigkeit.
S Die Armut der Juden, so schreibt die A. Z. 1849, sei ,,gaz
eigenierAi't". Man iiberschitze allgemein die-wirtschaftlicheh Vor-
teile, die der Kaufmannsstand biete, opfere-seine letzten Mitte.l
fir. diesen Beraf und iibersehe zudem, dass der technische
Fortschritt den Gewinn .des Kaufmanns auf die Dauer erheblich
skhmalere. Die Bettelei im- Umherziehen, das typische Merkmal
fir die Bediirftigkeit der Juden, riihre daher, dass die wenigen
SBegfiterten 'an Ort .volig' ausserstande seen, ihren armeL
Glaubensgenossen in ausreichendem Masse z~ir Seite zu stehen.
WUre es nicht kliiger em Ansatz zu\ geordneter Wohlfahrtspflege
-- statt die Gelder fir'die' Beberbergung und Bewirtung verzettelt<
auszugeben, jewels am. Wohnort jener Armen ilfskasseo einzu-
richten, denen die Wohlhibenden freiwillige Spenden, die keinen'
'Sleuercbarakter haben swollen, zufihi'ten? Damit wiirde auch Ein-.
halt geboten- dem :unstetenjWanderleben, dem Bettelunwesen und"
der Unterstiitzung unwiirdiger Menschen. Und im Zusammenhang
such mit der.bevorstehenden Neugestaltung .der jildischen Ge-
meindeverhaiitnisse werden praktische, Vorschlige ver ffentlicht,
die sich mit der Art der ErmittlKmg derwirklich Bedtirftigen be-
,chiiftigen 'und Ijdit der grundsatzlichen Frage, welche, Stellen
fur die Versorgung der Aimen zustindig seen und welche Aulf
'gaben die A amenlflege im einzelnen.zu erfillen habe.
Dass die Berliner Gemeinde mit der Betreuung ihrer Armen
schon friih an vorderster Stelle steht, wird berets in:dem 1840
erechienenen, spiiter in der A. Z. zitierten Werk von Dr. Friedrich
'August Lisco iiber ,,Das wohltiitige. Berlin" hervorgehoben. ,Schon
damals zilhlte man in der preussischen Residenz 30 jidische-
Kassen iind Veieine und 29 Familienstiftungen, und die .,;An
,istalten der jildischen Gemeinde" veriigten nach Lisco fiber ein
Vermogen von 1152 415 Talern. -Be
Die Erkenntnis, der ursichlichen Zusammenhinge von Be-
dilrtigkeit -und Berufsschichtung bhatten schon friih zu der
Ueberzeugung gefiihrt, dass Arrmut und wirtschaftlicher Notstand
auf die Dauer nicht durch Mittel der Karitas behoben werden
kinnten. Die Zeitverh'iltnisse -liedingten bereits damals eind
Neuformung des- Berufslebens,/d. h. erzieherische Massnahmen,
die heute in dem schlagwortartigen Begriff ,,Berufsumschich-
tung" zusammengefasst werden. Wenn die A.Z. 1849 in einer
fUr. das damalige Preussen geltenden Uebersicht zeigt,, dass
von 1000 selbstindigen Juden etwa 20 Prozent im Handwerk
und weit iiber 40 Prozent im Handel tiitig warren, so: lag nichts
neither, als den Ursachen dieser Erscheinung nachzugehen. Da
lies, sich ein Anonymus iiber die ,,Abneigung gegen dein Betrieb
von Handwerk und Feldbau" aus und vertrat die Meinung, dates,
abgesehen von den Schwderigkeiten durch die Ziinfte, die Inne-
haltung der Sabbat- und Speisegesetze den Juden ein Schritt-
halten mit den nichtjildischen Konkurrenten unmiglich .mache.
Befreiung von':der Erftillung der 'Zeremonialgesetzei -wie sie
z. B. .fir den Militilrstand gelte, sei dringend erforderlich.
Philippson setzte sich mit jenem Schreiber 'kritisch auseinander.
Dae seien nicht die echten Griinde, zumal erfahrungsgemiss: in
den von der Orthodoxie am stirksten durchsetzten Provinzen
die Betitigung der Juden in Handwerk und Landwirtschaft
fiberwiege, im Gegensftz zu den Gebieten, we ein laxerer Geist"
herrsche. Der eigentliche, der tiefere Grund jener Abneigung
sei wohl in der allgemein ungiinstigen Lage des Handwerks
und der auch durch den Mangel an Grundbesitz entstehenden
Schwierigkeit des Uebergangs zur Landwirtschaft zu suchen.
Dabei reichen die Versuche, june Menschen zeitgeminsse, ver-
ninftige Berufe ergreifen zu \lassen, schon einige Jahrzehnte
zurtick. Schon die allererste Nummer 'der A. Z. bezeichnete
in einer Darstellung der religidsen und biirgerlichen Verhilt-
nisse der Dresdener Gemeinde bereits die Tatsache als be-
merkenswert fest, dass, dank der Wirksamkeit eines am 100. Ge-
burtstag Moses Mendelssohne (1829) ins Leben gerfuenen Ver-
Seins-zur Fdrderung der Handwerke, Kfinste und Wissenschaften,
ble Anfang 1837 immerhin eine 'Anzahl hilfebediirftiger Knaben aus
Dresden zu Tischlern, Messerachmieden, Instrumentenmachern,


Von Ernst G. Liwenthia


SSeite 10


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Buchbindern, Schuhmaclhern, Schneidern und anderen Hand-
werkern augebildet worden #eL
Problem des Armenwesens Wohlfahrtspflege im kleinen
flihren,' als ob zeitnahe Umstlnde zur Erarterung stiinden, ai.
,,Handwerk find Feldbau", zu Fragen der Berufeausbildung. Und
spinnt sich etwa,/- so ist man geneigt zu fragen der Faden
weiter, hiniiber zu Dingen der Wanderung, der Siedlung? Wahi-
haffig!Welche eminente Bedeutung gediegenem, handwerklichebi
Kdnnen und guter landwirtschaftlicher Ausbildung beigemessen
w d,.zeigt.sich darn immer wieder, wenn die A. Z. iiber Motive
' udt Erscheinungen der Kdlonrisation inid.dei. Auswanderung.spricht
oder spreOhen liisst. Ausgangspunkte sind naturgemAis stets die
sich as;,adeii sbhwierigen, Verhiltnissen im Osten Europas niot-
whndig., ergibenden Lebensveranderungen. Wenn' z. B. in den
80er Jahren ein Aufrtf verlffentlicht wird, sich der nach Uebersee
wandernden Juden aul ilrer Fahrt durch Deutschland anzunehmen,
so scheint er doch in seiner Tagwveite nerklich winter dei' Be-
scitiftigung mit den lebenswichtigen und giundsitzlichen Pro-
bldmen zuriickzutreten. Da hatte die jiidische landwirtschaftliche
Siedlung in Russland eingesetzt; sie 'hiitte nach Auffassung der
A.,Z: von Anfang an und nicht erst nach Jahren rentabler gestaltet
warden kihnen, wenn schon rechtzeitig .fxir' sachkundige V nfer-
richtung der .mehr aus Not als aus freien Stiicken unm-
schichtenden russischen Juden gesorgt worden wiire. :
Muten schonsolche zuweilen ins einzelne gehenden niichternen,
Spraltisch-beruflichen Erirterungen ungewihnlich gegenwartsnahe.
an, so tiberrascht noch weit mehr die Richtung, in der sich vor
etwa 50 'Jahren Betrachtungen fiber das Wanderungsziel osteuro-
piischer Juden:bewegen. ,,Warum richtet sich der Strom nicht
aiauch nach..Canada,. in die Republiken Zentral- und Siidamerilkaa?'
Selbst Paliistina, das ,,eine stark Anziehung aus Motiven, die wir
nicht zu erorter liaben".,. besil, wird schon in den Kreis der
Moglichkeiten einbezoaen;i indes, von. einir Kolodisation,. von Ein-
zeLversuchen abgesehen, versprichL man sich nichl vi~, ind in den
St&dten ,,liegen die gewerblichen Verhiltnisse utsserst darnieder,
'und die Zustinde sind von betriUbender Art". Ueberdies sei de
Gedanke, auszuwandern, leichter .zu\fassen, ala ihn auszuflihren.
Im. allgemeinen. fehle es an Geldmitteln. Und dazu mache jetst
(18861) das nordamerikanische Gesetz die Zulassung votA,.iis-
wanderern y.om' Nachweis eines ;,gewissen Quantums an .Geld-
mitteln" abhiingig. So er6rtert vor anniihernd 50 Jahben '.. -.
:.',.Er6rtert" klihgt fast iibdhtrieberi, eher: beribrt, gesireift. ber
aut das Mass':kdmmt es .ielleicht weniger, aiifls aif die Tafache,
dass sich- die Ak.Z. tiberhaupt mit entscheidenden Vorgangeni im
riiunridh weiten jiidibchen Leben referierend und kritisierend be-
schtiftigte. Zweilelsohne verbaod Philippson damit. die paidagogische
Abspht,. der Lesersebaft seioee Blattes 'miglichst.viele Kentnisse
von :zorr' .und Inhal't, von Beso~derheiten und 'Aulgaben des
Lebens der Juden in aller Welt zu vermitteln. Dieses Stteben- nach
"Vertiefung dds jiidischen'.Wissens unter seiient Glaubensgenossen
kommt bei Philippson namentlihe auch in der von ibm begriitddetn,
durch seine..Zeitung- propagierten .,,Israelitischen Literaturgesell-
sebaft" zum Ausdruck. Wenn dieses ,Institut. zur Fdrderung der
israelitischen Literatur", wie es sich nannte, e hon naeh 18jiih;rignemn
Bedteheh seine Tiitigkeit einstellen musste, so lag das nichti so'sehr
mia 'Riickgang. der Abonnentenzahl begrtindet als vielmehr in'der
nachlassenden Produktivitiit der jiidischen Autoren. Jedenlalls
verdieit auch das. bedeutsame soziale Unternehmen der Volks-
bilgung im Rahmen dieser Betrachtung erwlhnt zu werden, zumal
dieflils- utid' Aufbauarbeit utiserer Tage, von. der wir ausgingen,
von der sciulischeh Bildung'einmal abgesehen, auch 'allgemein-kul-'
turelle Bestrebimgen wie z. B. die jiidische Erwacheenenbildung
lebhaft f6rdert.



Aus alten Jahrgangen
Rom, 18. April. So wiren denn nun auch die Tore des
S Ghetto gefallen, welche die Judenstadt -von der :Gemeinshalt,
mit der katholischen Christenheit strong gesondert hielten.Gestern
Abends 10 Uhr sind sie aut Befehl des Kardinalvikars nieder-
geripsen ,worden,. und das. Judenviertel geht von nun an in dem
neuen Rom auf. Die Vorurtheile, welche mit diesen alten Mauer-
sticken, hinweggeriumt worden. sind, kann man hier zu Lande
nicht hoch genug anschlagen; falsch aber wiirde man die Bedeu-
tung dieses Verhags beurtheilen, wenn man annehmen wollte,
et habe eben nur dazu gedient, die jildische Bevilkerung von
d4n Christenmeischen abzusperren,. er hat. auch die bedriickten,
oft gefingstigten und gequilten Sdhne Jakob vor mancher Unbill
schiitzen miissen. Er war namlich nicht bloss Gefingniss, son-
dern auch Asyl. Aengstlich wurden die Kinder innerhalb seines
B6reiches gehalten, weil, wenn etwas Eines ausserhalb desselben
vdn einem eifrigen Katholiken hunter Hersagung der Taulormel
mit Wasmer benetzt wurde, es seinen Eltern und seiner jiidischen
Gemeinschalt fir immer entrissen war. Auch in dem gegeinwir-
tigen Augenblicke sehen daher die Gdnner der Juden diese Schutz-
.mauern nicht. ohne Besorgniss niederreissen, indem sie von -nun
an jeder Invasion von Uebelwollenden oder Unruhstiftern Preis
gegeen sind. In anderen weniger Wirren Zeiten wtirde man
.darauf keinen Werth gelegt habej. ind in der That ist die ganze
Sache gar'nicht einmal:neu. Zur.Zeit der franz6sischen Herr-
schaft-nimlich'war dasselbe geschehen, und erst bei der Riick-
kehr Pius! VII. hat man die damals-schon .veraltete Einrichtung
-init so vielen anderen Vorurtheilen nd offenbaren Missbriiuchen
wiedea lhergestellt.;
(Aus- der Nummer 20 vinom8.: Mai I84.)


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Nr. 18 6. Mai 1937


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Dr. KrtBerillP Beta Levinstein Friedchen .ssaue
go K t e Leb..nLutein
gen. TLebte nsteln i e geb. Ai.ierbaOb
K: -wourde. un uteo in Alter von 51 Jahren durch '.e::r :o.n ,- o ..
SObernilk, den 28. April 1987. l d en . Apri 19. n.geseganete Alterivon fast Jahren .yon
Im Nmeder Binterbliebenen .o den 2. Al 197. gangen .. -'.
; I Nmekin der terblbeen. -.' Namen der..Hinterbilebenen: Wer unsere tenure Entschlaeene gekatit
Si. Hn n Lovinsteina hat, kann unseren grol3en Schmerz ermessen,
Di. Beisetaubg hA'tereflts tatiefundeiL H aU Levinstein .
. H Rosenthal s-DidtieftrauerndenHinterb-1ebeneu
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h.lpp oGumpert u. Frau Melm&a Fraw MNirth Liss r '
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Am 27. 'Apilt st pnset Uliebl- teter ,e bitn r Aond f.a. CllihCalrWll. l, : ;
so unde" re08 nA id esuben bitten wir Abet and. ,
SSahwlegervater, Griste', 'Brdeer, r Be wa 2eeuhen. b Frau HOU Lissauir
eoneken ,err oe loanyT Lssauer u. Fra
David Cahn HamihrlHI.l nl, I. l i.Bl lv., den 4- Mai4937
meLbenesJahrherlmgga s lgen. '. Die Belsetznk fludet itatt'am reit4tg, dein 7. Mal 1987'
ie eerdigaung, tandaim,80. AL in sAaobpn '.lOU10Uhr8O ut demIsrael.'FriedhotHambg.,Langentelde
.b nhen eUn er teb1b ruder, Schwager andt Oiel
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Asehaffenburg, Erthslstr. .
In tiefer Traner: ..
*; Dr. med. H. GuBienhaIuer and Frau, Id V ri Mein lieber Mann, unser guter Vater
Hanni geb. Cahn, .
D r Ernst C h n, / ist nach Leiden in Duisburg santt eat-
Dr. Ing. Erich Cahn, "+ef. r"
Mor Meyer nnd Fran, liregeb.'Cahn. s n. .
:. nIm Namen der Hinterbliebenen:
:' i Geschwister de ries.. lt am 1. Mati nach hrzem Leidn eradhen.
Unsr eber Vr, Brdr d roBleel-Brawede. Adolf-Hitler-Str. 100. wlesbi en Hellmp1ndatr. 58 .'
Unser lieber Vater, Bruder und Grossvater .il. 1 H, .i 58


Geb. Sanitdttsrat Dr.' med.

Oscar Rosenthal
ehim&1s Bhrenyorsiaizeder de Berlinhr.
Dermatologischen Gesellschaft,
ist am 27. April sanft entsohlafen.
Im Namen, er Hinterbllebenen:
Dr. Erich Rosenthal ua: Fnu Vea
.- geb Itra'el, 'o. .' ,,, :: ,
HUgO btosenthalt,
E.va, Peter Rosenthal.
Berlin.Charlottenburg, Bismarrcketr. 115,
Die Beisetzung hat stattgefundeh.


Neeh langem schweren Leldeq serschled am
8. Mat. 1987 qinei heOengute Frau, Schwagerin
und i 'tLILL, I k'
Clara Kwaskowski
geb. Jaeobsobh (frlher Bromberg).
Die Beerdigung'hat bereits stattgefunden..
Belleidebesuche dankend verleten.
Chasiottenburg, Magatfstrasse ,
Simon Kwaskowski
* *^ ., : *.


Unsenr geliebte Mutter
SGertrud Schafer
geb. Kauffmann,
ist heute orflh sanft entschlafen.
Brdslau, Wttstegiersdorf, den 8. Mal 1987.
Kleinburgetrasse 19.
Dr. Hans SchAfer und Fran Dora
S geb. Schober,
SWilhelm Perlh6fter u. Frau Helene
i geb. Schafer,
Margarete Schafer.
SDie Belsetzung hat bereits In caller S tiHe statt
gefunden.


Heute verschied nach schwerem; mit grosser Ge-
duld ertragenem Leiden, meine liebe Frau;' unsere
herzenegute, treusorgende Mutter, Schwester, Schwa-
gergin, Tante und Niohte
Frau Ludwig Menko
S" Erna, geb. Fried.."- '
Ihr Leben w.ar nr Git., .
Im Namen d'eriHinterbliabenen: '
Lu4ilg- 1fenko,"
M Hanz Menko,
Gerda Menko.
W.-Barmen, Oharleston W.-Va., 29. April 1987,
S Kronenstrasse 11.


Am 27. April entschlief plltzlich infdolge Herz-
schlages meine liebe Frau, unsere gutes Mutter,
Grossmutter, Schwester und Schwigerin

Frau Johanina Bliumeihl
geb. Daniels
lm 65, Lebensjahre. '.
Julius Blumenthal
Alma Gumpert Igeb. Blumenthal
Karl Blumenthal
Leo Gumperts
Hanna Blumenthal geb. LlWensteim
S Adolf Dannenbaum.
H amm (Westr.). -Goebbelring 5,
' s .ladorf, Berlin. .
:Dia BeeprdRigug hat an 3. April tattgefunden.

Wir btraueis don- He*Iin g meines geliebten
.Mans,...ai.eie-gtea.Vosters.. .
SGeorgs Jontofsohn
'rdr am Sonnabend, dan 4: April, von seinem
I Behweren Leiden erknt warda.
n igberg Pr Gloakstr.5.
Regina 3ontofsohn u. Kinder.


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Nu.I3IV


Jiidisches Geschichtsbewusstsein / Von Fritz Friedlaender


.Was der Mensch sei, sagt nur die Geschichte."
Dill'hey..
Wenn man bedenkt, dass die A. Z. fast ein Jahrhundert
lang das Sprachrohr der Jud'enheit in Deutschland gewesen
ist, knnte man versucht sein anzunehmen, dass ihre Spal-
ten unter anderem den Spiegel,und die abgekiirzte Chronik
der gewaltigea~ geschichtlichen 'Begebenheiten enthalten
mllssten, dipgfenes Jahrhundert erfillten. Jedoch, sobald man
in den zu;n Teil vergilbten und altersgrauen Binden der ehr-
.wiirdien Zeitung. blittert, trifft man eine fortlaufende und
systinatische Darstellung der allgemein geschichtlichen
Yorginge nirgends an. Weder die Ereignisse der Welt-
geschichte und grossen Politik, noch die der deutschen
Nationalgeschichte, die zum Aufstieg und zur Griindung des
Reiches fiihrten, finden einen nennenswerten Niederschlag.
Sofern sie iiberhaupt zur Sprache kommed, werden sie
eigentlich nur in ihrer tatsachlichen oder vermutlichen
Riickwirkung auf die jiidische Lage und Schicksalsgestal-
tung bttrachtet. (Wenn Ludwig Geiger in der Spitepoche
der Zeitung allgemein gehaltene politische Uebersichten
v\erffentlicht, so bemerkt er ausdriicklich, dass er es im
Hinblick auf das Ju~dentum tue.) Der Umstand, dass die
allgemeine Politik des Staates und der Welt nicht selb-
stAndig behandelt wird, erklirt sich aus der besonderen
Aufgabenstellung und Funktion, die schon damals eine
]i d i s c h e Zeitung hatte. Sie durfte darauf verzichten,
denn ihr jiidischer Leser wurde durch die bekannten all-
gemeinen publizistischen Organe jener Zeit, die er regel-
massig neben seiner jiidischen Zeitung las, liber die offent-
lichen Angelegenheiteh aufs beste unterrichtet. Wenn auch
somit die Tatsaehen der allgemeinen Geschichte im Arbeits-
programm der A. Z. in Fortfall kamen, so hat sie dennoch,
grade auf dem Gebiete der geschichtlichen Anschauung,
eine bahnbrechende Rolle gespielt. Sie hat wiihrend der Zeit
'ihres Erscheinens das jiidische Geschichtsbewusstseki ent-
scheidend beeinflusst, sie ist die Stitte gewesen, wo der
jiidische Mensch des 19. Jahrhunderts in Deutschland zum
geschichtlichen Denken erzogen wurde. Sie hat ihn gelehrt,
den Blick fiber die Spanne des eigenen, kurzen, irdischen
Daseins zu erheben und sich selber in den grossen Zu-
sammenhang der Geschichte der vergangenen und der
geschehenden eingeordnet zu fiihlen. Sie hat in dem
jidischen Zeitgenossen jenles Gefiihlffiir die Eigenart und
Einmaligkeit des geschichtlicheri' Lebens eerweckt, daslwir
nach' neuer Gewohnheit" als ,,Historismus" zu be-
zeichnen pflegen. Durch die Erweckung des Gefiihls fir die
Eigenart der eigenen Epoche wurde der jiidische Gebildete,
der zur Leserschaft der Zeitung ziihlte, instandgesetzt,
mittels Vergleichung auch apdere geschichtliche Zeiten und
V6lker in ihrer Besonderheit zu begreifen. Durch die er-
zieherische Wirkung, die die Lektiire der'Zeitung ausiibte,
traten damals die Umrisse eines neuen jiidischen Ge-
schichtssbewusstseins schiichtern, aber deutlich in die Er-
scheinung. Zunlchst das Gefiihl 'des Verbundenseins init
den fortzeugenden Mltchten der Vergangenheit, einerseits
und den kiinftigen Gestaltungen anderseits: dieses "Ge-
schichtsbewusstsein. das noch genauer zu bestimmen sein
wird, bildet, wie der geistigen Linie des Blattes eindeutig
zu entnehmen ist, ihren weltanschaulichen Ansatz. Sobald
erst die Grundlage dieses allgemeinen Geschichtsbewusst-
seins.gesichert war, hat die Leitung der Zeitung ihre be-
sondere erzieherische Aufgabe darin gesehen, ihrem jiidi-
schen Leser zu einer m6glichst klaren Erkenntnis der Zeit,
in der er lebte, zu verhelfen. So darf man wohl sagen, dass
die grundsitzliche inhaltliche Ausrichtung der Zeitung !auf ,
die Gewinnung einer Geschichtsanschauung der wirkenden
Krifte des 19. Jahrhunderts, auf die Konstruktion eines Ge-
schichtsbildes der Eminzipationsepoche hinzielfe.
Was berechtigt uns aber, die Entstehung eines neuen
jildisohen Geschichtsbewusstseins, insbesondere im Deutsch-
land des vorigen Jahrhunderts, der geistigen Einwirkung
der A. Z. zuzuschreiben? Sind nicht, von allen Seiten
her, intellektuelle Krifte am Werke gewesen, die auf die
Bildung eines Geschichtsgefilhls im jiidischen Menschen
einen nachhaltigen Einfluss gewannen? Wer verm6ohte
es, den Umfang jener einwirkenden und gestaltenden
Krifte auch nur annihernd vollstlindig aufzuzeigen? Ge-
wiss hat manche jener Krifte bei der Bildung des jiidischen
Geschichtsbewusstseins weit melir in die Tiefe gewirkt, als
eine Zeitung es je vermschte. Man denke .etwa nur an
die grossen philosophisohen Systeme, die Staatstheorien
und Wirtschaftslehren des.vergangenen Jahrhunderts! Aber
leine der Krnfte hat so sehr in die Breite und in die Masse
gewirkt wie diesel Blatt. Trotz nicht geringer Widerstinde
brachte die A. Z. es fertig, die von ihr vertretenp Auf-
fassung des geschichtlichen Lebens als das allgemein
verbindliche Kulturniveau der gebildeten jiidischen Welt
festzusetzen. Wer in den intellektuellen Zirkeln der jii-
dischen Gesellschaft im Deutschland des vorigen Jahrhun-
derts iiberhaupt mitsprechen wollte, musste sich mit der
populiren Geschichtsphilosophie, wie sie in den Spalten
der A. Z. vorgetragen wurde oder zwischen den Zeilen
zu lesen stand, einigermassen vertraut gemacht haben.
Jede Zeitung, die iiberhaupt in Betracht kommt, ist der
Ausdruck des Meinens und Fiihlens ihrer Leserschaft. Denn


aut der Uebereinstimmung von Redaktion und Publikum
beruht die Wirkungsm6glichkeit der Zeitung als eines
Tragers der 6ffentliohen Meinung. Das, was daher aus
den wesentlichen Aufsitzen der A.Z. zu uns spricht, ist
die von berufenen Wortfihrern geprigte Geistesform der
Emanzipationsjudenheit in Deutschland, Niederschlag ihrer
geschichtlichen Autfassung vom Wesea ihrer Zeit.
Es ist vor allem die.grosse und richtungweisende Per-
s6nlichkeit ihres Begrunders und ersten 'Herausgebers ge-
wqsen, die dem jiidischen Geschichtsbewusstsein der Epochli
.die tiefsten Impulse gegeben und das geschichtliche Fiihlen
seiner Zeitgenossen sozusagen auf einen Generalnenner
gebracht hat. Als Ludwig.Philippson sein Blatt im Jahre
1837 zum erstenmal erscheinen less, sprach er mit letter
Klarheit aus, worum es going und worauf die geistigen
Kimpfe im Judentum seiner Zeit letzten Endes abzielten.
Was bedeutet uns so fragt er aus geschichtlicher Per-
spektive heraus Judentum, und an welcher Stelle seiner
vieltausendjaihrigen Geschichte befindet es, sich? Solange
als noch nicht die Einheit des Menschengeschlechts ver-
wirklicht worden ist, wird das Judentum als r e 1i g i 6 s e,
solange als nooh nicht die Emanzipation restlos vollzogen
1||I lli I||1lillij|1||1||111)|11111|1||||||ji||1||ji] |1j]||||||jij|1|[[jjjj||jjjj|||1|jjj|1|1||[j|||||1|||81|1|1||j|||||||||jjj |1|j|||jj||| |||[|


Ludwig Philippson etw q ur Zeit der Zeitungagriindung
] M i:ll[ l ll i lll lllllllillllillll llillllilll llll lll llilllllllll I
worden ist, wird das Judentum als n a t i o nae Indiv i -
d u a it &t weiterexistieren. Nicht auf Absonderung von
der iibrigen Welt deute das Erscheinen einer neuen jii-
dischen Zeitung hin, sondern auf die Notwendigkeit, jene
religi6s-nationale Individualitlit in. der Oeffentlichkeit zu
vertreten. Im Sinne einer gemaissigten Reform hWilt er
den Ausbau und die Fortentwicklung der jiidischen Re-
ligion fiir pin geschichtliches Erfordernis der Zeit: man
solle die religi6sen Institutionen des jiidischen Altertums
in die neuere Zeit hiniibertragen und gegen die Forde-
rungen der neueren Zeit geltend machen.
Drei kardinale Prinzipien sind es, die Ludwig Philipp-
son durch das Medium seiner Zeitung zu tragenden Pfeilern
des .jiidischen Gescbichtsbewusstseins der Emanzipations-
zeit gemacht hat: die Erhaltung und die Entwicklung des
Judentums sowie den Kampf um seine Gleichberechtigung.
Wollen wir den erheblichen Einfluss, den er als Erzieher
zum geschichtlichen Denken ausgeiibt hat, in seinen-Aus-
wirkungen ermessen, so kommen wir nicht umhin, uns mit
den L5sungen, die er zu jedemi der drei angeffihrteri Grund-
probleme gegeben hat, vertraut zu machen.
In jener triiben Zeit des Glaubensabfalls und der
Massentaufe, 'der religi6sen Gleichgiltigkeit und Ent-
judung der b6sen Kehrseite der Emanzipationsepoche -
hailt Philippson, von der Glut eines gliubigen Herzens
beseelt, das Panier der m essia nisch en I de e empor:
das Judentum miisse zu einem besonderen Endzweck .er-
halten bleiben, weil sonst der g6tticlie Verstand in der
Geschichte fehlen wiirde. Er unterscheidet deutlich den
wandelbaren und den unwandelbaren Gehalt des Juden-
tums. Der jiidische Kultus, der vielfach noch in der mittel-
alterlichen Vergangenheit wurzele, sei geschichtlichen
Wandlungen unterworfen. Dagegen behaupte sich der"
moralische Inhalt des Judentums, gekennzeichnet durch
den grossen Grundsatz der Liebe, unverlinderlich im Ab-
laut der VSlker und Zeiten. Setzt er sich also mit voller
Ueberzeugungskraft fiir ein bedingungsloses Festhalten
am Judentum ein, so gibt er anderseits zu verstehen, dass
ohne lebendige Fortentwicklung ihm ein. Forbestand des
Judentums nicht m6glich erscheint. Hierin wird die An-
niherung an das allgemeine Denken seines Jahrhunderts,
in dem die Idee des Fortschritts, der Eitwicklungsgedanke
hervortraten, ganz unverkennbar. Der Zustanddeqr Assi-
milation die geschichtlich so bezeichnete Lebensform


des Juden wihrend der Emanzipationszeit -- tellte ihn,
wie Philippson klar erkannte, vor die unendlicit schwere
Aufgabe, die eigene Art zu bewahren, phne
.sich der Umwelt zu verschliessen, sie ntite
ihn eben, nach einer Synthese zwischen eigener Welt und,
Umwelt zu streben. Zuntchst war dies auf.dem Gebiet
des Glaubens und der Religion unerliisslich: das Juden-
tum durfte nicht stillsteheh, seine Glaubens- und Sitten-
lehre musste sich mit den bahnbrechenden Errungen-
schaften der modernen Weltanschauung und Philosophie
auseinandersetzen, um zur Ausbildung eines eigenen
Standpunkts zu gelangen. Das Ergebnis, das jene Ausein-
andersetzung zeitigte, sieht Philippson in der Form eines
Jude-seins enthalten, die sich zwischen stabil-orthodoxem
Judentum und sogenanntem Reformjudentum die Waage
* hilt. Er, und er nicht allein, nennt jene Form ,,geschicht-
liches Judentum." Auf der Mittagsh6he des Lebens, 1855,
sehen wir ihn bemiiht, in einem Artikel seiner Zeitung
den Begriff des ,,geschichtlichen Judentums" fir das
jiidische Geschichtsbewusstsein zu kltren. Den Orthodoxe
hilt er entgegen, dass das geoffenbarte g6ttliche Wor
nicht mit einem Male in die ,Welt gekommen sei. Unte
,,geschichtlichem 'Judentum" seiner Zeit versteht er ,da
aufrichtige und lautere Streben und Ringen, das geoffen.
barte g6ttliche Wort auf dem Boden des bisherigen ge-
schichtlichen Judentums innerhalb der Geistesrichtung un
der Verhlltnisse der Jetztzeit zur Auffassung und zu
*Verwirklichung zu bringen." Die Forderung nach,eine
Assimilation wird hiermit zunichst fiir den religibsenj
Bereich erhoben. Es entsprach dem durchliiufigen Optimis-
mus der damaligen Zeit, wenn Philippson in seiner gliubi-.
gen Zuyersicht eine solche Synthese nicht nur auf reli--
giosem, sondern auf alien Lebensgebieten fiir m6glich hielt.
Denn als stets wiederkehrendes, wenn auch stets vari-
iertes Leitmotiv legte er seiner Zeitung die Auffassung
zugrunde, dass die inner Emanzipation die
religids-kulturelle durch die i ussere .Emanzi-
pation die staatsbiirgerliche Gleichstellung er-
giinzt werden miisse. Aus der Vorherrschaft der Zeit-
ideen der Freiheit, des Fortschrittes und der Entwicklung
leitet er das moralische Recht auf Erfiillung der staats-
biirgerlichen Emanzipation ab. Es ist die allgemein be-.
kannte Synthese zwischen dem Gedankensystem der deut-
schen liberalen Bewegung und dem sittlich-religiosen
Empfinden des gemiissigt-reformierten, ,,liberalen" Juden-
turs, die damit vollzogen wird. Es entspricht dem opti-
.mistisch-zuversichtlichen: Zuschnitt des liberalen Welt-
gefihls, wenn Philippson an der vollen Realisierbarkeit
der Emanzipation nicht zweifelt. Aus der Tatsache, dass
das Judentum, dessen Kraft der Welt zum Erstaunen ge-
reiche, bei fortschreitender Emanzipation in einem mora-
lischen 'Aufstieg begriffen sei, sowie aus dem geschicht-
.lichen. Umstande, dass die modernen Religionen,
*entsprechend der jiidischen, sich mit Kultur und Bildung
verbunden hiitten, sch6pft er die Hoffnung auf ein all-
miihliches Yerschwinden der Judenfeindschaft. Solange
-diese Hoffnung sich nicht erfillt hat, betont er anderseits
die Notwendigkeit, das Judentum gegen Angriffe zu ver-
teidigen. Zwei bezeichnende Momente der Emanzipations-
ideologie treten soniit in den Vordergrund: ein messia-
niscli-liberal zu nennender Glaube an den Kulturfort-
schritt sowie der Zwang zu apologetischer Haltung auf
jiidischer Seite. Mit feinem Instinkt macht Philippson
ausserdem auf eine schwere kulturelle G ef ahr der
A s s i.m i a ti o n- aufmerksam. Er iussert die Besorgnis,
dass die hebriische Sprache und jildische Literatur in-
folge'der Hochhaltung des europhischen Kulturguts in
SVergessenheit zu geraten drohen. Deshalb setzt er sich
nachdrticklich fiir ihre Wiedererweckung ein.
i845 vernffentlicht er efie grosse Aufsatzfolge ,,Blicke
auf die grossen Zeitfragen vom Standpunkte des Juden-
tums." Sie stellt den bemerkenswerten Versuch dar,
zum Wesenskern der eigenen Epoche vorzudringen und
die Rolle des Judentums in der damaligen Welt eindeutig
zu bestimmen. Philippson hillt Umschau. Er entdeckt
einen tiefen Riss im Gefiige der Zeit: die Elemente der
.Gesellschaft sind in Widerstreit geraten. Eine tiefe Dis-
:harmonje geht durch die Zeit. Nur eines kann zur Rettung
faugen. Die Religion. Und zwar die Religion im uni-
v e r sa e n Sinne, die keine Sonderexistenz fiihrt, son-
dern Staat und auch Gesellschaft wechselseitig durch-
dringt. Die Schiden, die die Politik angerichtet hat,
vermag nur die Religion zu heilen. Da die Grundfragen
Sder Moral durch die gottliche Offenbarung auf immer ent-
schieden burden, seien auch die Grundfragen der Gesell-
schaft, die auf der 'Moral basiert, auf immer entschieden
worden. Das ist nun das Grosse an der. Haltung Philipp-
sons, dass er in einer Zeit der. Glaubensindifferenz und
SUngliubigkeit an der Vorstellung der universalen Anlage
der jiidischen Religion im oben bezeichneten Sinne unein-
geschrilnkt festhlilt. Er erblickt die Bestimmung des
Judentums darin, die Religion des ganzen wirklichen
Menschenlebens zu sein, die sowohl das moralisehe Leben
des Individuums als auch das soziale Leben in der Ge-
sellschaft regele. Durch Vergleichung mit der allgemeinen
Anlage der Menschengeschichte sucht er sodann das
Bild des Verlaufs der jiidischen Geschichte ins Bewusst-
sein der Mitwelt zu heben. Wihrend, nach seiner Ansicht,
in der allgeUeinen Weltgeschichte von Indien, Aegypten


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Nr. 18 6. Mdi 1937


C-t-Zeitun


Seite 17


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Wr.18 w6.Mai1937


b18is af fdI' ai^ &'W i htauigitaitceiie;rBit h eifrn*eL Gottes i der 'Gehcictlhfe'waten s a 9ehef, ichbt znl
der oberste Staatsgrndsatz.der mosaischen .Gesetzgebung unbewusste Trieb, alle Dinge jildisch zu.eehen Uind
gewesen, dass Ein Gesetz und Ein Recht fir Alle gelten ten: das sind Merkmale, an denen die jildisohe T
,solle. Ein Grundgesetz der vollkommenen Paritft habe erkenntlich wird. Die Vorstellung einer Einheit de
die gesamte jiidische Geschichte durchzogen. Vom Stand- schengeschlechts, das Bekenntnis zur Humanit&tsid
punkt der Idee der Rechtsgleichheit werde auchdie Be- zum Entwicklungsgedanken, die stark hegelisch
deutung des Judentums flir die L6sung der sozialen Zeit- Ueberzeugung, dass es in der Geschichte verntini
fragen ersichtlich. Das Judelitum hat die erste Arbeits- .sittlich zugehe, lessen sich dagegen vorwiegend auf
ordnung der Welt Ruhetag, Armenffirsorge, Wohlfahrts- einfliisse der Umwelt zuriickfiiiren, ohne jedoch i
pflege eingefiihrt, sein grosser Giundsatz der Toleranz Falle eines jiidischen Kernes zu entbehren. Grundgi
weist dem Zusammenleben der Vdlker die Wege. der deutschen Klassik und llberaln Zeit gaben
Unmittelbar mit dem Problem der Geschichte hat sich hoheren Denken der damaligen'Zeit die Ridhtung. D
Philippson in dem wesentlichen Aufsatz ,,Die Geschichts- behielten die Leitslitze der jiidischen Ethik ihre Ge
schreibung vom Standpunkte des Judentums" auseinander- Philippson hat seine hier entwickelten Ideale bie
gesetzt, den er 1861 in seiner Zeitung veriffentlichte. Er Lebensende hochgehalten. Seine Nachfolger in der
macht darin gegen eine gewisse Auffassun Front, die dem der Zeitung vermochten dem jiidischen Geschichttsb
Judentum Berut und Beftihigung zur Gedctsscheibung sein nicht mehr in gleicher Weise ein einheitlihes (
abzusprechen bemliht war. Er weit' daa-f bin; dass d i zu geben. Die zunehimende Sikularikiernug ind tfb
Juden im Gegenteil als erste sowohl Weltgeschichte als auch tende Emanzipiernug des jiidiscaen Biirgertums ]
Nationalgeschichte geschrieben haben. Als einzigen Mass.- wirkt, dass die A. Z. in stofflieher Hiheihs t reichier i
stab flir den Geschichtsschreiber erkenSi t er die grossen Ge- nigfgltiger wurde. Aber da, ethisch-religii~e Band
setze der Sittlichkeit an. Der Gesihthscihriber miiusse das Philippsondie Zeitung zisammehnelialten hatte
Sprinzipiell zeigen, wie das Leben des Meschengeschleobts dadurch zerrissen. Die ethisch-erieherische Losung
einmal auf den grossen Basen der sittlichen Wahrheit ie und 'de#i Prinzip der AkttialitaIt und der Vielseitigkeit w
des intellektuellen Strebens beruhe, sodann in fortschreiten- Soweit man noch yon einem einheitlichen Ges
.der Entwicklung sich aufwArts beweige'.i '. be.wusstseiri sprechen dart, spiegelt die Zeitiung i
SDas jildische Geschichtsbewusstsein, das Philippson in Epoehe nach Philippson die Physiognomie eines so
'seiner Zeitung verktindet und auf die'jidicie'B'i ldi gs welt- s'atuiriertei jfidischei BiUigertumti l S ier" Aber in
ubertragen hat, wird durch eine nicht simmer restlos aus- letzten Jahrzehnt werden.anderseits -- nmentlich
geglichene Verbindung zwischen after -jildischer Tradition 'bdreits erwAihnten 1Jebiersiciten Luidwig'Geigers
Sound modernem Geist des 19. Jahrhunderts gekeinzeichnet. Sturmzeichen eines geschichtlichen Schicksals verne
S Die positive Gliubigkeit hn'd theology idhe Gebundi'enhet -das-erst in unserer Zeit lber dielJuden in Deutschla
-.des jeweiligen Standpunkts, das Verlangen, den Finger .eingebroohen ist.. ,
.-; ... ... : '

Kulturgeschichtliche Arabesken/ :,on Hans. Bach

In Molibres ,,Bilrger als Edelmanin" gibi:'es ei' : Beruitibte Berichtdrstatter -klrzer:' ain Organ und ;eine Sprache .
Szene, wo ein Hofmeister dem tiberraschten und beglftckten hil- ziiglich". Im gleichen Jahre starb in Posen der weitb
;lep auf einen sehr gleichgilltigen Satz'iit:eidfafnet, eE'habe soeben .' Rabbi Akib" lMoses Eger. Er' hinterliesa. 15 .lebend6 4in
:Prosa gesprochen. Ob eine Zeitung will oder nicht nach hun- 1500 Schiller; seiner lestamentariseben Anordnung geminl
Sdirt Jahren wird sie ein Objekt der Ktiltuiescpliibhhe. !"? s eiid-,T'id, dilchli die Zeltungen bekannt gemacht und''gle
SEine Anzeige der vierziger Jahre sucht ,,eln fllbges Subject ,ine Bitte an.seine Schiller, in welcher Weise ee, ,,lernend"
J:']ildischen Glaubens" als Erzieher zwei.r, Knaben; ein'Farber'gesell : Todestag begehen sollten. So 'gross war~e die innern 'S
' aus Magdeburg wird von seinen Eltern zurilckgerufen oder um gen vor hundert Jahren. .
Sschleunige Nachiicht gebeten, zuletzt war er in Lyk in Ungarn; Die Zeitung zeigt demnach mehr die Kulissen der.Zeit,
,: emi Korrespondent beschwert sich darliber, dass die nFeuerver- die Akteure; sie ist ein Sprachrohr, doch muss man aus der
sicherung in einer Kleinstadt die Aulnahme eines Juden ver- den Sprecher zu schliessen wissen. In langer Reihe zieht ei
Sweigere; 1849 streicht die Frankfurter Gemeinde' einen Betrag melnde Vielfalt von Gesichtern und Tpren dieser hundert J
von 35 Gulden, den sie-bisher jAhrlich firt den ,,bitrgerlichen Tam- unserem Blick vorbei, scheitibar ohne Zutammenhang, denn
hbour" und die beiden rotrackigen Hellebardiere der Stadt bezahit burden wie die Glieder einer langen Kette. Aus einer 1lteren
ihatte. Das sind kleine Zeitnotizen, wie jede Zeitung sie jeden ragen noch behlbige Gestalten herein, Bankiets, die bei
-Tag bringt. Nach hundert Jahren lebt das Leben einer Zeit Talmudgelehrte und nebenbei ehrenamtliUhe Leiterl either
'stirker in diesen' kleinen Dingen als in den grossen, von der sie sind; die jiingere Generation sammelt sich in Briderverei
selber es glaubte. Ahnlichen Gesellechaften zu bildenden Vortragen. und zum
Es ist ein merkwilrdiger Unterschied zwischen dem, was eine spiel. Noch wirken die ilteren Lehrer au .der Aufklir
SZeit und das heisst doch: die itberwiegende Zahl der I4enschen dilnnlippig, gemein en, im hochgeschlossenenl Rock mit eip
'darin von sich wichtig findet und worin die NaIhwelt das Cha- protestantisch, anmutenden Zug. Provinukaufleute fahren
Srakterietisclie sieit. Efie klEneiie BBgiifi davoni kian"ibiLdi 1iL Geldkatze uin den Leib flber Land; Exporlthisuer in dein
imachen, der :einena-eigenen.,B.erichtvon,-aagen .wir, demi eaten ..salitlen legend die ersten iale.ii.,AustraHenran ~-Mitglie
.perienaufenthalt oder .dem. eriten,. Ball mit seiner heutigen Er- Bilrgerwehr von 1848 gehen feierlich,. i ,Zylinder, .zu
mnnerung daran vergleicht. ,Was damals auffallend, ereignisstark, begeisterni.sich fl di e Redan feuriger Abgeordneter. Die
nach Ausdruck dringend 'schien,, it, jetzt verblasst: daflir' tritt 'leried FraizB6sisch':i d: ngliaeh, Taiun, Klavierdpielen,
fervor, was.im Erleben.unauffillig, bedeutungslos, selbstverstld- .lesen und teine Stickerei. Musikvirtuosen mit langer Mah
lich war. Der. Duft dei Erinnerurg beftet sich an eine Gestalt, ilen nich dem .Konzdrt it Triumph durcb die Strassen
eine Gebirde, ein Nics,'miag das Ereignis, dem die Erinnerung nachdem mani dfe Pferde:,or ihrem Wagen ausgespannt.
.-gilt, noclh so. folgenschwergeween sein,: Die 1oten von Beetho- 'dene birtige 'Gelehrte Iindern' ithlrei Eitdecktligen'die
vens Sonaten sind fest~elegt.:und jederzeit zu erwecken; der Ton ilage eine 'Wisaeniehaft,' denBilhythmus der Zeit. Vieli
.der Klaviere, au. denen er.selbst sie .spielte, ist palterenqene- 'Menuchetn 4and'ern aus,. Handwerksmeineer in' der Kl
rationen unwiederhlbar, 'und wer. je im.Museum. einaso1l.Jn-. '-Werdedn Stadtverordnete,; 'flhren ein paar Diutid'
..strument gehtirt hat, ,hrt nit deminneren Oir 'jen'.onafen sChaften. Kleihe Reisende finden Such im Ausbchwu
dann immer nur so. Die Noten sind in die-Gschichte eiigegangen, 'Wirtichiaft ifr ihre' viilen Kiindi nur unmerliche
stehen als geistige SchBpfung fest und werden doch vo i jeder 'tIr .birgerli.dhe Typ im neueni" Reich isf: m rs Pr
'.Generation anders geseheni; der urpprtinglichie Klang bleibt zu- fi :i' bijiton LebensgehiusB; in den OGrinderjabren gibt
tillig irgendwo' erhalteni older geht unter so ti vi~e f Tat- witzge BpOjeninakler Gelegenheit, 'Vernogen zu verdienen
sachen dor KultutechicAt. ntergehen. .. .. atg....,..vd
sahen der Kilturgesclc tentergehen. verlieren. Man isst gut; Haudsrzt ist tder.alteskeptische Sai
Doch dafir tritt daaVWesenheiier Zeit aus allen ihrenApeusse- mlit Koteletten, der' Shopenhauer liebt; -den Damen feine
rungen gleichartig hervor. Wilaste man nicltsp von den Gi'iechen, inente niacht und hinter liohelider Bonhonie die grossen A]
man knnte sich ilir Leebensgeftlhi allein vergegenwarligen aus verbirgt, die er an sichseelbst stellt. Gesellschaftliche Schii
den masetabgetreuen uTreppen, dit im Pergamninmus.eum, aulge- bilden' ich; pl5izlich isf' eine Famlie der ander i nicht 'm
baut sind, oder das Lebensgefithl des,Rokoko aus den Trepipen genug. Journalisten, Universitltsprolesasren,- Abgeordnete
im Park von Sanssouci. .e. 'exklusiv; die Industrie beginnf, in grossem Stil.fitr ihre Arl
Die Zeitung diet der Zeit, nicht der Geschichte uind noch sorgen. Stiftungen von Krankenhlusern, Schulen,'Heimenasi
weniger der Kulturgeschichte.. Gute Journalisteniigeben wieder, ,'Seltenes inehik. Frauen finden aun dem Gebiet der Wohltaiti
was gute Beobachter erzlhlenswert flnden; doch. nut .Dichter M6glichkeit, den strenggeschlossenen Rahmen der Hiualichke
haben die F&higkeit, aus der FUlle der TatSachen die berauszu- western, ohne ihn zu sprengen. Eine neue Generation .wll
succhen, in denen eine Zeit sickb nicht sleht, sondern' darltellt. als Erbe.heran, flichtetaus der.Industrie.in die-Literatur 1
Und die Nachwelt lasst sich kaum ]e tiiuschen; aus vielen Zeichen Theater, .weiht sich dem .Sport. Soziale Damen sind .wohlt
nieht sie, was eine etwa bewusst gewollte Selbstdarstelung an grosseip Autwand' an.Energie; es gibt, Literaturabende mit
unbewussten Zlgen .verschwieg. Doch bleibt es ein Unitershied, leuchtung und,'seit Ibsens Nora, viel.unverstandene Fraueni
ob eine Zeitujg dai Bil-,ihrer Zeit pejilit oder ob sie au! ein ..dilrfen studieren und swollenn sichichncht mehr verheiraten
neues hinstrebt.- . Reformsynagogen fllhren, -in feueraicheren Hausern,. Sonnta
Die A. Z. wolte.Jhre Leser. Andern, nacbi einem neuen 'Bilde dienste ein. Jildisohe Antisemiten werden zu einer micht ganz
iormen. An einer geruhsam zufriedenen Schilderung des Bestehen- Erscheinung, ,iMenschen au kleinen. Stidten verstehen di
den lag ihr nights. Wenn ein Kritiker von Heines ,,Rabb ,von atdter, Grossstidter verstehen Berlin nicht mehr. Noch im
Bacherach" den Dichter unmutig anfhrt: ,,Was soll dieses ewige .ea aufopfernde.. Lehrer, shlichte Kaufleute, eine halb z
Wiederkluen alter jildischer Sitenr?1 so, wIre chwerlich deut- Menge, die.hinter.einer sichtbaren Oberchicht besoheiden au!
lioher den. Unterehied auszudriicken zwischen dan Tendenz, die Sitte hilt. Auch in der Obershicht fallen.Beispiele plitalich
Zeit darzustellen und 4ie Zeitzu gestalten. Nur unwillkfirlich oder besinnung aul, zunlqhst fast unverstanden: Gelebrte, Studen
polemisch erflhrt man aus der Zeitung, wie die Zeit ist 'sttt was jungen Sportenthusiasten fahren Velociped oder Tandem; die
:.ie will, so z. B., wenn 1837 die feierliche Einwelhung 'eines ten tragen Schmisee; die ersten Gruppen der Jugendbewegun
Tempels beschrieben wird': 'von aussen'set das Gebiude- gotisch, durch das Land. Dann lange Reihen von Soldaten, in gleicht
innen war ,,die Beletehtung brilliant, und man war schon feierlieh Feldgrau..-. .
gestimmt durch -den. Anhlick, der gich darbot", -- docli war der Was wire in diesem Strom der Formen un'd Typen a
Eintritt nur Hertichaiteti gestattet, die sich ein' Billett'besorgt wfirdig, tief, weiterwirkend in fj diseh'er Betiebung
hatten.. Zwilf Kommnisslre, Slhme der angesehensten HlRser, halten; dem Vergessen zu entreissen? Wir m0ssen es
S-sallitlich schwarz und htchst elegant gekleidet, begleiteten jeden stehen: wenig. Seitdem die Rabbinerveriammlungen der ,
Smu dem ihm:augewiesenen Sitze." Ueber den religigeen Inhalt der Jahre eine stillschweigende Uebereiikunft erbrachten, di
Feier und 'fiber die Persenlichkeit des Rabbinersm tast sich der mit der ,,Modernisierung" der Religion vor gewissen z


etzt der'
. wer- .,
radiation
es Men-
lee und
gefirbte
lig und
Kultur-
A jedem
iadnken
Ijedem
)aneben
Itung.
an sein
Leitung
bewusst-
Geprige
rtschrei-
hat be-
nd man-
, durch
, wurde
musste
'eichen.


3, Uaumofrtneru unaaubbuw anu ytels (ft fIe V.
ebe e trfIerit taub an ale folie- Su)Na4bnlsexn efeabltt






fir 1849.
Son SBecb Don ufeC. '
Zwiaiundzs Wazigster Jshrgatug.
iii 8 tdiliftld(en. (lgan.t gqb. 'prti 2 Ebt 10 9lgr.
tU;alt: jas lintr bies apiuss. Sduwebifd)
aBittrdrjt. jic rea; 3ur faner.

(,. us der Nummer 6 vom 6. November 1848.)

11I I II IIIII I IIIIIIIII III Ul II IIIIII I ii III IIII U llIllllIll lll i lllllll lllllllll IlUII


.chichtbes Pnkten messianische Verheissungen im Gotteadiepst,
n rhrer Hebraisch als Gebetssprache, Beschneidung u, a. halt mnchen
neinbar mntuie, gab es,keine echten inneren K4mpfe mehr, und trots z#tL
Sihrem Riickzugigefechte der Oithodoxie, in der ein umiassenderer Be-
in den gr', des Judentums.noch eine Zeitlang herrschend blieb, einigte
- die m'mm sich aut Judentum als reine ,,Konfession". Die Entwicklgng
illlich, way stillgelegt.: Judentumn wurde ein fester Besitz, eine genau
nd iter- umgrenzte Sache, die man.pietatvoll hilten oder leichtherzig wag-
welfe4 konnte, nach Belieben. In einer Schbpfung wie der ,,Lehr-
'amitalt firr die Wissenschaft des Judentums" (1872) sprach, negen
echtem Bewusstsein von der Wiirde und Bedeutung alter Tra(di-
S id'n, etwas von dem Wunsche mit, die Patina dieser Tradition, W*ie
Side, Magazinen eines Museums, dem lebendigen Gelrauch zu
S eittricken .und doch pfleglich vor v6lligem Verstauben zu schiltznh;
geeignete Stiicke daraus'wusste man allenfalls zu apologetischem
ind vor--. ZWekl blank zu putzen. Erst der Central-Verein lehrte seit den
erlihmte neunziger Jahren breitere Schichten wieder, auf ihr Judentim
ider und '"stdlz n sein ~uid' Loch in dem burgerlichen Kampf gegen den
s wurde jungeri Zionismus! lag, dicht neben einem echt religiosea Gefthl,
ichzeitig daf ieli gigen Verweltlichung wehrte, jene Art von Unbehaoen
', seinn wrie vor alten Familienbildern, wenn sie sich pl6tzlich anmassten,
Ipainun- au- eine unangenehme .Art lebendig werden- zu wollen.
Diese Entwicklung bringt es mit sich, dass die spiteren Jahr-
weniger ginge .der ,,Allgemeinen" etwas farb- und ausdruckslos, :pietit-
Rede auf und gemiitvoll, sentimental und abgestanden werden, wo, die
ne win- erstenr risch, ,kernig, angriffslustig. ironisch' und witzig warren.
Fahre an Die grosse Bewegung der /Zeit, Politik, Geschiftsleben, Wisiln-
aoch ver- schaft lag ausserhalb. Judentum wurde ein Fach, seine Zeitlng
SEpoche zur ,,Fachpresse". Sollen wir die Chronistenpflicht so weit treiln,
deutende diesen Einzelheiten nachzuspiiren? Ueberlassen wir es der Wis-
SSchule senschaft, wenn jene Zeit endgliltig ins Museum wandert. NLeh
neh und ist es nebenbei gesagt, nicht so weit: haben wir auch den Zustand
Tarock- glilcklich tiberwunden, dass Rabbiner sich nur Gehor versahaffen
ungszeit konnten, wenn sie Erbauung ins Gewand der Bildung kleldeten,
iem fast so ist es heute die Bildung, die, wie damals Judentum, bald qum
nlit der toten Besitz erstarrt, bald ganz tiber Bord zu fliegen in QGefihr
i fB {at.- i t: -- -. . . .. ..
eder, dew:.Ktehr.en ,.wir:ialio zu'-:der.n-Anfngen der Zeitung vor handert
r. Wahl; Jahren iuruick, we mtan im. Guten wie im Bosen selbstbewusater
Frauen war. Welcbem M enung hate: diese.Zeit von ,sichO Neben den
Roman- roseen Fanfaren der L itartikel sind wieder 'die lleinen Ndtizen
ne wer- bedeutsam. In Frankfurt a. M. wird die Mischehe eines Judeu
geilUhrt, es ist 'ein damals bekinnter Komponmt erstmals anerkannt,
Beechei- oTlfl'dass einer von beiden Gatten die Religion.wethselt. In Ham-
* Grund- b burg bieten Tiuflinge Spenden zuni Bau des neuen Tempels an;
S6 jinge sle werden mit Duk' entgegengenommen. Einem jlldischen Sheriff
einetadt 'in Loitdopi wird von einer jildidchen Abordnuisg zu seitiiti Jubi-
armund- llilm ein prichtiger -Kandelaber itberreicht: ,,Hierbel mochten
ng dier wir," heist es bet dieser Gelegenheit, ,,die deutschen Israeliten
s Brot. aut' den' Umstand aufmerksamn machen, dass die Sprecher ebenso
aktische, wie der Gefeierte selbst sich .hne alle Umschreibung und ge-
ee fmr wissermassen init Stolz Juden nannten, waa.hier" in London
itund zu almlicht ,,jeder Israelit tut."
nifattrat ." Ain deutlichsten komtt der Gegensatz zwischen den Schichten
KInpli- :'.hJ us, wenn in einer Einsendung einmal von dem sonst verpo3nten
nrpriche 'Gebiet des'Abergl4ubehe der Schleier gezogeni wird. Auch voniden
chtungen ,,moderner" Juden ,,o sogar von Leuten, die das Anlege" der
ehr tein Telillin fUr Narrheit erklarenl" werden den SAuglingen Amulette
weiden gdgen die b6se Zauberih Lilit-umgehingt; ,,aus Gemiltlishkeit" be-
beiterz u 'halten- auch die Aufgekllrten, obwohl sie darilber lachen, diese
nd nichs Dinge 'be i nd vermehren sie um Sticke christlichen'Aberglaubens
gkeit die 'wie die Scheu vor der Zahl 13 oder die Hoffnung, im Chor der
eit zu er- '",Engel als Selige mitsingen zu' dtirfen und fiber den Sternen Wieder-
bst schon- sehen zu feiern. 'Man sollte sich Zilge dieser Art-vor Augen
und sum bhaltel, ehe ma: leidenschaftliche Bekenntnisse zu ,,Abkehr" oder
tltig mit ',,Rfickker" ablegt. Nur als Richtungszeiger sind solche Worte
ila -Be- ainvoll ind'berechtigt; keiner konnte, selbst wenn er micbte, das
.Frauen 109. Jahrhundert aus eich entternen. keiner es aushalten, in die
i laesen. Zeit davor versetzt zu werden, so wie sie wirklich war.:,,Abkehr"
gagottes- heret, e6ll sie frudhtbar sein, Bewahrung hunter neuen Vorzeichen,
seltenen und ,,Rflckkebr" ist, mit alten Bauelementen Neusch6plung,
e Gross- Jene Zet, die den sinnigei Namen Biedermeier fifhrt,
uner gibt hate nicht weniger Kimpfe und nicht viel mehr Glilck als ieuite;
anoryme nur die Erinmierung richtet oder: verklart. Wie aus Millionen
jildische Roisetbllttern ein Tropten Rosenul wird, so fast die Naihwelt
er RIck- Millionen Schicksale, Wiinsche, Gefiihle und Hoffnungen zu einein
tntem Die Namen zusammen. Sie greift selten fehl darin, imd insofern ist
Studen- Geschichte nicht nur verklirte Erinnerung, snidemn auch Gericht
~s ieben fiber die Vergangenheit. Die Zeitung aber, selbet wenn sie der
irmigem .Zpkimtl dient, spiegelt die Zeit. Wird -nach hundert Jahren dai
Kurioee selbstverstAndlich, das Selbstverstindliche kurioa, so itndet
is denk- die ]achwelt in' den vergilbten BlAttern diirre Stamme, die lingst
; featzu- der Blitz erschlug, Blilten, die zu Frilchlien geworden, volle und
aIis ge- taube' Krner, geerntet oder weggeworfen, and danebeni frishe
ierziger keimkrlftige Samen, damals achtlos beiseite gestreut. Auch Kultur-
ass man 'gesibichte ist, in Gegehbeispiel und Beispiel, ein Weg zur Wirk-
entralen lichkeit.


AF6HANW 235.- SClit35


. Seite18


~


I II~ i I L


L.,








Nr.18`~ *~ 6 19 75 e b


-~ .. I


Literaturbericht
Von Kurt Pinthus
Um einen Ueberblick fiber die Entwicklung der literarichen,
belletriatischen, kiiustlerischen, kritischen, Beitrige der A. Z. zu
gewinnen, ist es nitig, das Auge einen Bogen entlangschweifen
zu lassen, der 85 Jahre ilberspannt. Wir werden besonders dort
verweilen, wo der Bogen ansetzt und wo sein Ende wieder auf-
setzt, weil die erste Epoche und die letzte in, der langen Lebens-
dauer der A. Z. gerade fir dies Gebiet besonders bezeichnend und
aufschlussreich sind.
Philippeon selbst schrieb fiber jfidische Stoffe :Erzihlungen
und Novellen, Dramen und Romane, lyrische, epische -:und
didaktische Poesien. Sehr viele dieser Arbeiten sind zuerst in
der A.Z. anonym erschienen. Gleich die erste, nur vierseitige
Nummer des Blattes verspricht auf der letzten Spalte der. letzten
Seite in einer Rubrik ,,Belletristik": ,,Originaldichtungen.,und
Bruchstiicke aus alien belletristischen Schriften, die uneer Gebiet
beriihren." Es folgt ein Originalgedicht: ,,Israelitische Lebens-
bilder. 1. Das Kind. Der Muttern Gebet an der Wiege" Dies
Gedicht stammt von Philippeon, und der Zyklus setzt sic. durch
den ganzen Jahrgang und auch im nlichsten in vielen Gedichten
fort, immer das Problem dea j idischen Menschen in gewandten
Reimversen, etwa in der Art Chamissos, behandelnd.
SIn Nr. 2 beginnt eine Novelle aus dem letzten Jahrzelint des
15. Jahrhunderts: ,.Die Marannen." Es folgen viele Fortsetzungen;
der ungenannte Verfasser ist aber Philippsons Bruder Ph6bus.
Nr. 4 bringt unter der Rubrik ,,Literatur" den Abdruck einer
franzisischen Rezension fiber Boernes ,,Menzel, der Franzoeen-
fresser", besonders die Boernes Judentum verteidigenden Stellen,
nebet einer .redaktionellen Glosse dazu. Auf Seite 28 erscheinen
zum ersten Male kurze Meldungen iiber jidische Kiinatler so
fiber Gemalde mit alttestanentariechen Motiven im Pariser
,,Salon" und in einer Danziger Ausqtellung; fiber Meyerbeer: er
stehe jetzt ebenbiirtig neben Rossini, seine beiden Opern ,,dbert
der Teufel" und ,,Die Hugenottep" hiitten der Pariser Oper zwei
Millionen Francs eingebracht, schliesslich ein ericht fibeir'die
Premiere der ,,Hugenotten" in Leipzig. Auf der nicheten Seite
wird berichtet, dass Meyerbeer und Halivy die Leitung eines
philharmonischen Wohltitigkeitsvereine tibernommen haben, fir
den Meyerbeer eine ,,Nationalhymne" komponiert hat. Die Nunm-
mern 33114 bringen eine lobende Kritik von Uechtritz' Drama
,Die Babylonier in Jerusalem" mit einem Probeabdruck. Der
sonstige literaturkritische Teil des Blattes behandelt aber vor-
wiegend theologische, exegetische, apologetische, emanzipatqrische
Literatur, Lehrbficher, gelehrte Abhandlungen, hebraische Drucke.
So blieb es auch wrhrend der nichsten Jahre.
Fir heutige Leser sind am interessantesten die zahllosen klei-
hen Nachrichten' au 'aller Welt: Ankiihdigung des Briefwedisels
des jungverstorbenen Dichters Michael Beer, Brudei Meyerbeers,
von Auerbache ,,Spinoza"-Roman, von -8abomon Heinee iraken--.
hausetiftung in Hamburg, eine Gloeie ,,Juden in, -dr' Musik'".
Meyerbeers Reichtum und Wohltitigfklt werden geriihmt, stolz
kilndigt min seine Erennung zum Offizier der Ehrenlegion an.
EineA gnaeige aia unseiierehrtenceseer" in Nr. 106 meldet,
dass abJuar :888 ein "Wiltt, isb~soDrdere :flr Literahirunda
Homilet iNtuminrn"Jh lihi erscheinen sWl"i darin ,NKach
yichten, Bericte, Kritiken, Ausazge von den Erzeugniaen der zu


dem Gebiet unseres Blattes gehirenden Literatur, als auch' lite-
rarische Korrespondenzen und literarhistorieche Aufesize .. -. auch
Musikbeilagenr fir Synagogengesang." Dies Versprechen wurde
eingel6st: in' 2. Jahrgang erschien ein ,,Literarisches und homile-
tisches Beiblatt", das aber. sptter wieder verscbward.
Der Jahrgang 183 zeigt 'ein ihnliches Aussehen wie der erste.
Es ericheint in vielen Fortsetzungen, die ,,israelitisch-religidie No-
velle Die Gegensiftze"' (von Philippaon) und ,,Abendroth",, eine
Reihe romantisch-historischer Skizzen von Friedrich Waldemar
(Dr. Fricke in Gottingen). Neben der wohlwolenden Kritik fiber
Auerbachs. ,,Spinoza" interessiert am meisten eine Betracbtung ilber
,,Selma, die jfidische Seherin", ein jfidisches Gegenstfick zu Justi-
n.us Kerners ,,Seherin von Prevorst". Sicherlich der bedeiitendste
Beitryg, handelt ,,Ueber Musik und Poesie der alten Hebriter", eine
ausfiihrliche und grundlegende Betrachtung von J. L. Saalschiitz,
spaiter Professor in Konigeberg. .Aufschlusereich ist der Artikel
,,Ahaever, Gutzkow und die Juden", der zeigt, wie such dae Lite-
rarische ins Politisch-Apologetische gewendet wird, in jener eman-
zipatorischen Bedeutung, die dan ganze Blaltt und auch seinen
literarischen Teil. beherrecht. In den nachsten Jalirglngen werden
literarische Mitarbeiter wie. Leopold Dukes, Ludwig August Frankl,
Ludwig Liber, Wilhelm Wolfsohn u.. a. gewonnen, nachdei nschon
vonAnfang an Gabriel Riessers beeser Freund M. M. Hairbleicher
in Hamburg Beitriige gesandt hatte.
Vi,' Jahre 1840 an ist eine Schrumpfung des belletristischen
Teils zu bemerken, withrend die ,,Literarischen Nachrichten"'aus-
fibrlich ,,Kunde von dem Bedeutendsten in der Literatur" geben.
Selbst dass im ,,Temps" sich ein christlicher Berichterstatter fiber
das Auttreten der Demoiselle Rachel am Kol-Nidre-Abend im
Theatre Francais wundert, wird vermerkt. Die literarischen
Polemiken erreichen einen H6hepunkt mit der Rezension von
Heines Buch fiber Borne, welche beginnt ,,Ein lebender getaufter
Jude uiber einen toteni etauften Juden". Den toten Borne histst
Philippson wenigsten noch als ,,Kiinstler" gelten, wiihrend Heine
,,Dilettaiit und Schwitzer" genannt wird; ,,er hat einen ifidischen
Stil behalten, aber den jiidischen Geist abgeworfen"; nicht ein
anerkennendes Wort wird iiber den ,,verlorenen Juden" gefmden.
Im gleichen Jahrgang -findet sich im Ansehluss an Gutzkows
,,Leben Bdrnes" noch ein heftiger Angriff gegen den verstorbenen
Publizisten hunter dlem Titel ,,Birnes Austritt aus dem Juden-
tum". Trotz' der literalei Haltung des Blattes wird dieser Stand-
punkt jahrzehntelang beibehalten und nicht nur gegen Heine und
Birne: gegen abtriinnige Juden, auch. wenn sie Bedeutendes
leisteten, wird heftig polemisiert L rst gegen Ende des Jahr-
hunderts und besonders nach der Uebernahme der Redaktion durch
Karpeles und Geiger wird ein objektiverer, kritisch und historisch
wertender Standpunkt eingenommen.
Jahrgang 1843 ist deshalb bemerkenswert, weil sich in ihm die
,,Auffordprung zir. riindung eines israelitischen Literaturvereins"
findet. Wiewohl Gabriel Riesser and 200 andere Personen sich
anschlossen, zerechlug sich zunichat der Plan. Aber der ziihe
P Philipplon 'arbeiet writerr nid propagiert iin 1854 afes neue mit
polchlem Erfofg, d'a daa ,,Institut zur Feliderudg der israelitischen
SLiteratur" gegrlndet wird, welchee jahrelang in der Art unserer
'heutigen ,Jfidischen Buchvereinigung"- jfidische Publikationen her-
aungab, his en ,,wegen der Unfruchtbarceit der jfidischen Autoren"
eingehen musmere. e -
.Philippson warAkei iFrenid stlliter GhettoGeschicte. Er
selbst aheAbeie, nuK r Ste, wele jildische hiitorische Gestalten


mit 'heroischem Einschlag oder Gegenwartinotive mit emanzipa-
torischer, westlicher Tendenz; darstellten. Die liberal-emanzipa-
torische Tendenz abet, die nach zwei Richtungen zu kiAmpfen hat,
einerseits' mit den judeigegnerischen Bestrebungen von aussen,
andbrerseits mit Strimungen innerhalb des Judentums selbst, wirkt
wiihrend der geistigen. und politischen Kaimpfe um das Jahr 1848
in einer eigentlich nicht zu erwartenden Weise auf den litera-
rischen and kritischen Teil des Blattes ein. Dieser Teil wird
niailich nicht den politischen Bestrebungen der Zeitung dienstbar
gemacht, sondern in den Jahrgilngen .dieser Epoche wird das
Belletristische und auch das Kritische durch das Politische fast
vdUig in den Hintergrund gedrAngL
Wie sich damals Zeitetrimungen in literarischen Beitrilgen
spiegeln, magen einige Stichproben andeuten: 1844 erfolgt der Ab-
druck einer Aufforderung zur Schaffung eines Herder-Denkmals in
Miinchen, zum 100. Geburtstag des Dichters, mit einer enthusiasti-
schenredaktionellen Notiz: ,,Wenn fiir wen, hat Herder fiir Juden
und Judentum Grosses getan!" Im Jahrgang 1849 findet sich eine
Betrachtung ilier Disraelis politische, zugleich Sozialpolitik und
Weltpolitik forderfde Romane ,,Tankred" und ,,Coningsby". Ueber
HeinB.wird trotz seiies Liberalismus in der angedeuteten ablehnen-
den Haltung geschrieben. Zu Goethes 99. Geburtstag erscheint ein
Gedenkartikel von dem Nichtjuden Franz Dingelstedt. 1850 wird
Mosenthals Verstandnis und .Toleranz fiir den jfidischen Stamm
heischendes Drama ,,Deborah", das einen ungewohnlichen Erfolg
hatte, gewlirdigt. Spiter wichst der literarisch-kritische Teil des
Blattes wvieder, aber dem Umfang entspricht nicht .die Bedeutung.
Jedoch ist zu beruicksichtigen, dass um das Jahr 1870 das allge-
meine Niveau der Literatir und der Literaturkritik ziemlich ver-
flacht war. Problematisches und Wagemutiges findet sich nicht oft,
deir'behagliche und behiibige Gartenlaube-Geschmack breitet sich
besinftigend aus, und die von den exakten Naturwissenschaften be-
einflusste historisch-atalytieche Literaturwissenschaft hat noch nicht
aut'die Literaturkritik eingewirkt. Mit diesem allgemeinen Niveau
ist auch das der A. Z. charakterisiert.
Der Jubiliumr-Jabrgang 1887, der 50. der Zeitung, bringt, ausser
einet Sonderbeilage mit Rflckblick und Programmatischem, in lite-
rarischer Hinsicht nights Bemerkenswertes. Moritz Oppenheims
Lithographien ,,Bilder aus dem jiidischen Familienleben" warden
besprochen und Victor. Hehns ,,Gedanken iiber Goethe" wegen
judengegnerischer Bemerkungen abgelehnt.
Sehr wesentlich und sehr grfindlich Ainderte sich in literarischer
Hinsicht die Zeitung, nachdem Gustav Karpeles, der selbst Literar-
historiker war, 1889 die Redaktion des Blattes fibernommen hatte.
Das Auge des Blattes schweift ins Weite, fiber alle Gebiete
der Ktlnste und der Kulturgesebhichte, fiber die Zeiten und Kon-
tinente, aber es ist auch geschirft durch die Methoden der Wissen-
schaft, die sich etolz ,,voraussetzungslos" nannte, durch die Nutzung
der vergleichenden Quellenforschung und der geisteswissenechaft-
lichei Ergebniese sowie durch die philologisch-historische Pri-
zision der Scherer-jchmidtschen Literaturdarstellung. Der Jahr-
gang 189j briigt ein ungedrucktee Gs dicht von* Gustav Freytag,
ein G'elegenheitegedicht, das im Symboil dreier'guter Weinsorten
die Bedestubg der drei Konfeasionen telert. Imi Jabrgang 1893
libinnt.Jlius Stettenheim ,,Aus meineP Jugenderinnerungen";
von Georg Brandes findet sich ein Ofiginalartikel ,Der Zusammen-
hang des Alten und des Neuen Teitmints"-: u-id es erfolgt die
Mitteilung, dass der Dozent an deriBerlaner Uilversitlt Richard
M. Meyer den ersten Preie fir die best Goethe-Biographie er.


I... :


Der Schocken Verlag hat sich zum Ziel gesetzt, der deutschlesenden Judenheit

Biicher von wirklichen Gehalt und daurndem Bestand zi sdiaffen, die ihr zu geiftigcr Behauptung

urid sittlicher Ereuerung Richtung ;weisen k6nnen. Der Verlag betreut das GesamtwerkMlartinBubers

und Franz Rosenzweigs sowie die von beiden gemeinsam unternommene Verdeutschung der Schrift.

Wichtige Werke wanderer fiihrender jiidischer Geister der Zeit wie Leo Baeck und Hermann Cohen

gehorenzuseinemBestand. VondendichterischenVerlagswerkenseendieBiichervonAlfreMombrt,

Ludwig Strauss uidKarl Wolfskehlhervorgehoben.,DersichinunserenTagenschiipferisd erneuer den

jiidischenWissenschaftwirdbesondere Aufmerksankeit.zugewendet. Gegenwaitsfragen eifahren in

gediegenen Darstjllungswerken ihre Behandlung. In seiner hebr6ischen Abteilung pflegt deriVerlag

die klassische hebirische Poesie und ihre Erforschung, wihrend die zeitgen6ssische hebraische Dichtung

durch das Gesamnwerk S. J. Agnpns vertreten ist. Von hebriisde n Grundbiichern des i.udei ums
werden sorgf<ige NeudruckS nah guten alten Textausgaben veranstaltet. Scliesslidi bieett 'die

,Biicherei des Scdicken Verlags mit ihren jedermann zuganglichen, in sdhneller Folge ersheinenden

Binderi (bisher 7,Nummern) aus dem jiidischen Schrifttu aller Lander und Zeiten in sorgfiltiger

Auswahl dasjernige dar, was den suchenden Leser unserer Tage unmittelbar anusprechen vermag.


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Nr.18 4.6. Mai 1937


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C.-V.*ZAIung


Nr. 18 6.Mal1937


Ich bestelle hiermit die C.-V.-Zeltung zum Prelle von 99 Pf.
(Ausland 2.30 Mk.) im Vierteljahr.
Name
Ort Land
Strasoe

halten hat, zugleich wird von ibm eine Abhandlung ,,Helden der
Bibel in der Literatur" angekiindigt. Jahrgang 1894/95 zeigt Karl
Emil Franzos mehrfach als Mitarbeiter: ,,Lesefriichte" gibt Glossen
zu neuen Bfichern, in denen jidische Dinge erwihnt werden; ,,Ein
.Vorwort" erzahlt, als Einleitung zur russischen Uebersetzung eines
seiner Romane, Autobiographisches und Orientierendes iber das
Leben der Ostjuden; er gedenkt A. Bernsteins, des Schilderers
jidischen Volkslebens, des popullren Naturwissenschaftlers und
des Zeitungsmannes. Wie sich die Stellungnahme zu Heine ge-
indert hat, erweist sich, als in dem Streit um die Errichtung eines
Heine-Denkmals die Redaktion, trotz einiger Bedenken, sich auf
die Seite der Fbrderer dieser Sache stellt.
Ale bezeichnend fiir Karpeles' Redaktionszeit betrachten wir
den 64. Band der Jahrhundertwende. Iie drei Rubriken ,,Wissen-
schaft und Literatur", ,,Feuilleton", ,,Literarische Mitteilungen"
sind nach Inbalt und Umfang sehr reichhaltig und nachen etwa
ein Drittel des ganzen Blattes aus. Hier gibt es vorzllglithe literar-
historische Untersuchungen, etwa von Ludwig Geiger ilber Grill-
parzers ,,Jiidin von Toledo", von Professor Jacoby ,,Ein jildischer
Dichter des 18. Jahrhunderts", namlich tiber die Abhbngigkeit
Isaschar Falkensohn Behrs (dessen Gedichte der junge Goethe
kritisiert hatte) von der Rokoko-Literatur. Georg Ebers schreibt
fiber ,,Die Historizitlit des Aufenthalts der Juden in Aegypten",
Adolf Kohut fiber ,,Das Judentum in der Musik im 19. Jahr-
hundert", Gertrud GrAfin Billow vpn Dennewitz fiber ,,Urbilder
moderner Frauencharaktere im Alten Testament", M. Stein fiber
,,Nietzsche und das Judentum". Dr. Pick gedenkt des 500. Ge-
burtstages von Johann Gutenberg, und Hermann Becker wirft
die Frage auf: ,,Was konnen wir zur Verbreitung guter Lektfire
in den jiidischen Gemeinden tun?" Die ,,Literarischen Mitteilun-
gen" sind nur noch zum Teil theologisch-wissenschaftlicher Art.
Geiger, der nach Karpeles' Tod die Redaktion ilbernahm, zog
hervorragende Mitarbeiter aus alien literarischen und kultur-
historischen Bezirken herbei. 1912 z. B. ist das Blatt reich illu-
striert mit Photos jtidischer Persinlichkeiten und mit Reproduk-
tionen jiidischer Kunstwerke. Ueber literarische und ktinst-
lerische Dinge handeln viele Rubriken.
In der Artikelfolge ,,Der Kunstwart und die Judenfrage" nimmt
Geiger selbst das Wort zu den allgemein diskutierten national-
jfdischen Forderungen, die damals Moritz Goldstein im ,,Kunat-
wart" veriffentlicht hatte. Hermann Cohens wird zu seinem
70. Geburtstag in einer Reihe von Aufsiitzen gedacht; an Arthur
Schnitzlers, Ludwig Fuldas 50. Geburtstag, an Oscar Blumenthals
60. Geburtstag wird erinnert. Theodor Gomperz, der grosse Wie-
ner Philologe und Philosoph, Verfasser der ,,Griechischen Den-
ker", wird zum 80. Geburtstag gefeiert, kurz darauf sein Tod ge-
meldet. Geiger schreibt Gedenkblitter an Aron Bernstein und
Berthold Auerbach, die beide im Jahre 1812 geboren waren. Auf
Schalom Asch wird als junge Begabung aufnierksam geniacht, eine
Discussion fiber ,,Wilhelm v. Humboldt und die Juden" findet
statt. M. Griinfeld berichtet fiber ,,Jlidigches in den Werken von
Edgar Allan Poe", rud als Nichtjude schreibt Peter Hainecher
fiber den diinischen Roman ,,Der Jude" von Meyer Aron Gold-
schmidt. In dieser Art finden sich etwa 200 Artikel, dazu kommen


fast ebensoviel ,,Literarische Mitteilungen", d. i. kurze Kritiken
fiber Neuerscheinungen aus allen Gebieten, gleichviel, ob es sich
um Theodor Fontanes Briefwechsel mit Wilhelm Wolfsohn, heraus-
gegeben von Wilhelm Wolters, um Stefan Zweigs ,,Erstes Erleb-
nis", um ,,Judentaufen von Werner Sombart und namhaften Pro-
Iessoren deutscher UniversitAten", um Eugen Tiublers ,,Gesamt-
archiv der deutschen Juden" oder um Ellen Keys ,,Rahel Varn-
hagen" handelt. Das Feuilleton bringt Gedichte, unter ihnen das
berfihmt gewordene ,,Ahnenlied" von Hugo Salus, kiirzere Novel-
len und romanartige Erzihlungen in Fortsetzungen, wie ,,Ein
Dilemma" von Ludwig Klausner-Dawoe, ,,Heimatlos, aus der letz-
ten polnischen Revolution" von Leo Herzberg-Friinkel, ,,Die Mi~h-
rische Kehilla" von Gerhard Deutsch, ,,Rasse" von Georg J. Plotke,
,,Freundschaft" von Anna Friedmann-Mandel.
Sicherlich findet sich unter den Erzihlungen der von Ludwig


00
Schmokern
Von Hans Oppenheimer

Fiinfundaohtzig Bande der A. Z. stehen in Reih und Glied auf
dem Regal. Sie beginnen in handlichem Quartformat; aut holzi-
gem, leicht von Stockflecken dirchsetztem Papier reihen sich auf
zwei Spalten in sch6ner Fraktur gesetzt die Artikel kunstlos hin-
tereinander. Die letzten Binde sind dann im grossen Zeitschrif-
tenformat auf satiniertem Papier gedruckt; die Seiten sind unter-
brochen von Illustrationen und Zierleisten. Die erste Nummer und
viele der folgenden ~mitasaen nur vier Seiten, damals er-
schien die Zeitschrjft wocheurlch dreimal, die letzten Hefte
etwa 20, aber ;die 'Zeftechrift erschien nur noch einmal in
der Woche. So kommt es, dass die Seitenzahl' der Blnde durch
85 Jahre fast unverlindert zwischen 650 und 750 Seiten schwankt.
Wahllos hat die Hand nach den Blinden gegriffen, ziellos hat
das BlAttern und Schmokern begonnen. Bald iet man iiberwAIltigt
von der Flut des Materials, die aus diesen Seiten hervorquillt. Wie
gut, dass die Aeusserlichkeit eines Oedenktages zur Beschiftigung
mit Vergangenem und damit zum Blick auf das Gewordene und
Werdende zwingt. Da war ein Mann, der wie viele vor ihm und
nach ibm daran going, eine Zeitung zu griinden, eine jidische
Zeitung in deutscher Sprache. Ihren Vorliufern, mit denen die
Namen Mendelssohn, Zunz, Riesser und Geiger verbunden sind, war
ein kurzes Leben beschieden. Durchgehalten durch 51 Jahre hat
nur Ludwig Philippson. Unm6glich diese Blinde alle durchzu-
arbeiten. So bleibt man am ersten Bande haften, den die Aura
des Erstmaligen umgibt. Er soil nach Dingen durchstbbert werden,
die uns heute kurios erscheinen, die abseits der Wissenschaft
liegen und abseits von dem, was auf vielen Seiten dieser Fest-
nummer in seinem bleibenden Wert geschildert wird.
In den neun Monaten des ersten Jahrgangs erscheinen 116
Nummern zu vier Seiten, so dass der 1. Band mit Pagina 464
schliesst. Die Seiten bringen Nachrichten aus fiber 100 StAdten
und LAndern der Welt: aus Algier und Nordamerika, aus Mo-
gador und Jamaica, aus Sebastopol und Smyrna, aus Neu-Siidwales
und Oran und selbstverstlindlich aus allen Lindern Europas.
Neben einem Aufsatz ,,Ueber Scheintod und Leichenhiuser" steht
ein ,,Zuruf der Juden in Deutschland an die Zillertaler", die ihre
Heimat verlassen mussten. Und so beginnt die Nunimer 1;
,,Smyrna, 22. Jan. Am ersteni Tag de Jabree, einige Stuiden
vor Sonnenuntergang, ze'rstrte ein Erdbeberi die Stgdle Tiberlas,
Saphet und alle umliegenden Stladte:unrd"orfer in Umkreise .on
20 lMeilen. Es dauerte rgegn 30 Sekunden. Die Stadt Jaffa iet
in einen Schutthaufen verwandelt; voan dei .15 000 .Einwohnern
sind nicht weniger als'13 000 unter den Ruiiien begraben worden.
Der See Tiberias bewegte sich Wlhbrend der Katastrophe und
beurkundete deutlich den Vulkan, der sich aus dem Iinnern der
Erde Luft machte."
In der gleichen Nuinmer wird aus St. Petersburg gemeldet, von
der durch die russische Regierung im. Jahre 1835 gegebenen Mdg-
lichkeit, mit staatlicher Hilfe auf Kronltndereien in Siblrien zu
siedeln, hBtten im Jahre 1886 insgesamt 1817 ,,anlinnliche jidische
Individuen" Gebrauch gemacht. Der Finanzminister hitte weltere
Parzellen Landes anweisen wollen, aber seine Majestlit der Kaiser
habe durch eine Randmarginale verfOgt: ,,Mit der Uebersiedlung
der Hebrler nach Sibirien ist einzuhalten." Am 6. Mai heist es in
einer redaktionellen Bemerkung hierzu u. a.:
,,Die Uebersiedlung von Juden nach Sibirien ist ein agllinzen-
der Beweis, dass die Juden da, wo, die Gelegenheit ihnen ent-
gegenkommt, auch geneigt und geschickt sind, siab dem Acker-
bau zu widmen. .. Aber auch in die sibirische $teppe'folgt dem
Juden die Furcht, dass er andere, verdralnge, Andern schaden
were, dass er sich durclh seine Thltigkeit und Fihigleit reiche
Quellen erbffne .. .- Warum less nman sie nicht wandern? Nach
Sibirien, wohin verbannt zu werden ftir die hlrteste Strafe ge-
halten wird? Oder glaubt man sle ifi Kurland nicht.'entbehren
zu kdnnen?"
Die ersten Nachrichten aus dem Ausland tragen iiberhaupt zum
grossen Teil den Stempel des Sensationellen. So findet man in der
Numnier 22 vom 20. Juni folgenden Bericht aus Smyrna;
,,Noch imnmer wiithet hier die Pest wiewohl nicht nit der Heftig-
keit wie im vorigen Jahre. Von den jlidischen Peatkranken
sterben weit weniger, ala von den tiirkischen und frinkischen
(europAisch-christlichen). Diese letztern geben, in den untern
Klassen wenigslens, ibren Kranken Wein und Branntwein, noch
dazu mit Pfeffer vernilscht, tells unm hnen Muth einzufllssen,
theils um das Uebel nach aussen zu treiben; die Pestbeulen be-
legen ile mit Caviar-Umachlilgen. Ein vollkommen entgegen-
gesetztes Verfahren befolgen die Juden, viele genesen."
Aus Paris dagegen sind die Zeitungsnachrichten minder
trsgisch. Am 27. Mirz, so wird berichtet, wurde in dem Saale der
Concerts zu St. Honored bet Gelegenheit des Carnevals der Israeliten
(Purim), ein Maskenball gegeben, der an Glanz alle bisher ge-


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Geiger geleiteten Jahrginge nichbt allzu viel Bedeutendes, abet
auf dem Gebiet der literarischen und kulturhtstorischen Abhand-
lung hat wohl nie wieder eine jidische Zeitung eine derartige
Mannigfaltigkeit und Fille erreicht. Das Blatt ist zu einer
Enzykloptdie iiber jiidisch-kulturelle Dinge geworden.
Ueberblicken wir nun noch einmal den Bogen, den die litera-
risch-kritische Entwicklung des Blattes beschreibt, so sehen wir,
dass er sich nach unten wilbt, dass die Kurve in der Mitte zu
einem Tiefpunkt gelangt, wiihrend Beginn und Ende, also die
Stiitzpunkte des Bogens, test und bedeutungsvoll in der Zeit
wurzeln, aus der Zeit wachsen. Aber dieser Bogen umspannt die
Zeitstrimungen, die wissenschaftlichen Anschauungen und Methor
den und die Bewegungen im Judentum wihrend eines Jahr-
hunderts, das nicht nur dem Judentum ein rasches und reaches
Bliihen, und doch vielleicht nur eine Scheinbliite, gebracht hat.


gebenen uibertroffen hat. Das Orchester bestan'd aus 100 Musikern,
die Erleuchtung geschah 'durch Gas, jedoch scheint diese Art der
Illumination noch nicht sehr glinzend gewesen zu sein, denn
weitere 80 Kronleuchter mit Wachslichtern wurden zur ,,Erleuch.
tung" herangezogen. Der Saal war ganz mit Spiegeln verziert. Und
aus Brflssel erfahren wir als eine in ihrer Art einzigartige Erschei-
nung, dass der neugeborene Prinz Sohn eines protestant i
Sc h e n K8nigs sei, der fiber ein katholisches Land herrsche
und von dem israelitischen Biirgermeister Debie v. Laeken
in den Zivilstand aufgenominen werden wilrde. Tragikomisch muitet
das Schicksal des ,,beriihmten Kiinstlers auf dem Strohinstrumente
Guaikow" an, von dem berichtet wird, er liege in Briissel auf den
Tod darnieder und von dem es wenige Wochen spliter heisst, ibm
sei sein ,,Holz- und Strohinstrument" von einem Sprachlehrer
'Rosepstein, der sich als Dolmetscher an ihn herangemacht babe,
gestohlen und ins Land der unbegrenzten M8glichkeiten entibhrt
worden: ,,diese Entiihrung verursachte dem Kiinstler vielen
Kummer; in neuester Zeit jedoch sucht er die treulose Geliebte zi
vergessen, und sich eine neue zu verfertigen."
Nicht weniger amUisant ist das Schmikern im Inseratenteil, dessen
Einrichtung mit 1 Groschen fuir die gespaltene Zeile bereits in der
Nummer 2 angekiindigt und in der Nummer 18 verwirklicht wurde,
Als erster zeigt der Verlag L. Fort in Leipzig das Erscheinen eines
Buches von Dr. Julius Ftfrst und von Dr. Xunz',,Namen der Juden"
an, Buchanzeigen bilden fibrigens viele Monate hindurch den Haupt.
inhalt des'klelnen Inseratenteils, der immerhin in der Nr. 26 einen
Umfang von fast einer Seite erreicht. Am 16. December erscheint
das. erste Lehrlingsgesuch fir einen Uhrmacherlehrling nach einer
thiiringischen Stadt und Berendsohns Buch- und Kunsthandlung
empfiehlt eine nach Oppenheimers Gemlilde ,,Die Heimkehr des
jildischen Kriegers" lithographierte Tafel. Sonst bleibt dieser 1. Band
recht unergiebig. Aber im 2. Jahrgang mit seinem erhihten An-
zeigenpreis von 1 Groschen erscheint die erste Todesanzeige der
Tochter des Oberkonsistorialrats des Ober-Elsass Hirsch Lazarus, der
verehelichten Frau Prayer in Sprottau. ,,In einem fur die Hinter-
bliebenen ach! viel zu friihen Alter von 64 Jahren wurde sie nacK
einer mehr als 40 Jahre beglickenden Ehe ihrem frommen Gatten
entrissen." Nahezu 50 Zeilen umfasst diese Anzeige. Philipp Re-
clams vor kurzem gegrfindeter Verlag inseriert erstmals am 21.AprlI
1838,,Die grosse Chronik oder die Geschichte.des Weltkampfeg in
den Jahren 1813, 1814 und 1815" von Johann Sporschil mit 40 bis
50 Stahlstichen nach beriihnten Gemalden. Die erste-zweisprachige
Anzeige ersehelnt am 10. M&lr des gleichen Jabres rind enthtlt diet
Empfehlung qines Herrn S. Caben aus Paris zur Beaufsichtigung
junger Leute israelitiscben Glaubens. ,,Man wolle tiber die Moralitlf
'desHerrn Cahen bald allen literrislchen, wissenschaltlichen od"r
finanziellen Notabilittiten von Paris, jttdischen oder' christlichei
gefalligst einziehen." Die Voss'sche Bucbhandlung kundigt eine
Gesamtausgabe von Lessings Werken an, herausgegeben in 12 Blnden
von Karl Lachmann (28, April 1838).
Erst im Jahre 1846 fingt der Anzeigenteil an, intereasanter azl
warden. Neben die Buchanseigen sind inzwischen die der jildischen
Gemeinden, Schulen und Lebrer getreten. Die erste Bildanzelge
stammt "von:einer Teefirma. 1848 wird dreimal auafthrlich eine
Rabbirterstelle in Charleston (Stdcarolina) ausgeschrieben. Die
.14 Punkte *dieser Anzeige unmfassen jewels eine ganze Seite.
Tousaint Langenscheid und Tauchnitz zeigen ihre fremd-
,sprachigen Verlagswerke an, ein Zeichen, dass sie im Krelse der
A..Z.-Leser auf zahlreiche Abnehmer rechnen, Im gleichen Jahr-
gang erscheint die rate grosae Hotelanzeige von S. Ehrmann in
Wien, U ,1885 geht das Anzelgengeschaift an den Verlag Modse
fiber, damit verliert er sein spezilisch jildischelsGesicht, von dem
Prpben fiber diese Festnuinmer vertellt sind, Der Inseratentell
.wird in des rash aufbllthende Unternehmen der Mosseochen
Annoncenexpedition eingespannt und all die Produkte und Kur-
orte, die unsere Eltern begeisterten oder ihben angepriesen
wurden, tauchen auch als Inserate in der A. Z. auf: Palmin und
,Tomor, Kathreiners Malzkaffee und Persil; Abbazia und Rapallo,
Beaulieu und Bordighera; F. V, Griinfeld und N. Israel,
Als die A. Z. das Erscheinen ihrer 25, Nunnmer feierte, ichrleb.
'die Redaktion am 80. Juni 1837: ,,Bei der allgemeinen Thellnahme,
die sich im Publikum fUr die A, Z. ausgesprochen, braitet dieses
Unternehmen seine Verbindungen auch imer mehr aus, um
den hohen Zweck desselben vollkommen zu erreichen, und wer*
den die Beitrage anstlndig honoriert'" Damit erfahren wir sum
eratenmal, dass die Einsendungen honorlert wurden. Ueber die
Hhbe der gezahlten Honorare war allerdings nichts in Erfah.
rung zu bringen. So waltat hieriber und ilber vielen anderen
Einzelheiten ein Gehelmnis, das u lliften uns nicht gelingen
wird, dem nachzuforschen aber der Reiz des Schmnkerns ist,

Bei der Vorbereiung dieser Fesitmmer unlerslltzt Dr. Ernst
Fraenkel die Schriftleitung und die Mitarbeiter. Die Kop/.
zeichnungen stammen von Lill Szlolny.


I- -. - -----.- -- ---- ---- --- -- --
----- -- -- -- -. ----


IL


I


W.








Si Pal'astina-Umsehau der C.-V.-Zeitun
Nr. 18 .


Nachrichten der Woche


Die letzten Verhandlungstage des Zionisti-
schen Aktions-Comitds brachten noch eine Aus-
einandersetzung mit der revisionistischen NZO.
Ein von ihrem Priiidenten Jabotinsky schNift-
lich formulierteri Antrag, der dalin going, die
NZO ale eirie Korperechaft gleichen Rechts,
wie die Zionistieche Weltorganisation, anzu-
erkennen, wurde von dem Vorsitzenden der
Exekutive der Zionistiaghen Weltorganisation,
Ben Gurion, mit dem Hinweis zuriickgewiesen,
dass ein Eingehen auf diesp Vorschliige die
Abschaffung der zionistischen Organisation
bedeuten wiirde. Jabotiisky stehe jederzeit
a


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auch ANKAUF G.B.11292942


-J


der Zionistenkongress als ,,permanenter
Round-Table" zur Verfiigung, uim seine Absicht
fiir :die Wiederherstellung .der zionistischen
Einheit vorzutragen.
Ein von der Kommission fibr Arbeitefragmn
upterbreiteter Vorschlag zur Einsetzung von
atis Vertretern der Arbeitgeber und" Arbeit-
nehmer bestehenden Arbeistvermittlungbiiros
.als ersten Schritt zu einer allgemeinen Ar-
beitesgesetzgebung Wurde angen6mmen.
Am 27. April abends wurde die Tagung. des
A.C. geschlossen. Es Wurde eine Reihe Ton
Resolutionen angenommen, in denen u. a. be-
schlossen wurde, den 20. Zionistenkongress in
der Schweiz abjihalten und ihn am 3. Auguist
zu er6ffnen; Cha i m Wei z m a n n wurde zur
eroflgreichen FB6fsetfung seines Kampfes fiir
die Errichtung des Jidischen Nationialheims auf-
gefordert; die neuen Siedlungen. im. Beisat--
Gebiet und die Kolonisation in Galiiia warden
durch Kundgebungen ermutigt. Das Fort-
bestehen, des sogenannten Kleinen Aktions-
Comitds.in Palistina,.uind die,Bildung eines aus
Zionisten und Nichtiionisten bestehenden
Kleinen Administrative Commitees' wurde e-
bimgt.


Vereinsregister abgelehnt mit der Begriindung,
dass ihr Ziel. einer Aenderung der gegen-
wirtigen Staatsform gleichkiime.

Eije vor kurzem in Lond o:n in einem-Vor-
trag vor dem Anglo-Palestinian Club von Lad y
Readin-g gemachte Feststellung, dass die
SicherheitsverhAltnisse in Palistina mnoch sehr zu
wiinschen iibrig lassen,da'jeden Tag irgend etwas
geschehe, was,:die Nerven des Landes erzittern
lasse, hat sich bedauerlicherweise in der letzten
Woche wieder, bestitigt. In der Nacht zum
28. April sind in der Niihe des Damaskus-Tois
in Jerusalem offenbar naus politischeni Motiven vi'er:
Autobusse.verbrannt worden.
Das Britische miilitarische Oberkommando..in.
Paliistina hat in der Gegend von Nablus grissere
Manniver angeordnet. .Neben.r dem reinen
Uebungszweck wird damit offenbar die Absicht
verfolgt, die, Aktionsbdreitschalt der Truppen zu
zeigen und die Bevjlkemng. vor Unbesonnen-
heiten zu warnen'.:'
Der Tag der, K r n un gK nig Geor g VI.
ist zum offiziellen Feiertag fiir Palistina prokla-
miert. worden.' Die jiidiacheGemeinde von Jeru-
salem hat die jiidische BevOlkerung aufgefordert,
die Haiuser mit der'. eglischen und der blau-
weissen Flagge zu .schmticken. und an den Feet-
veranstaltingen teiltinehmen.

Laut Aufstellung des Statistischen Departe--
ments der Jewish Agency wanderten in den
letzten, zwanzig Jahren nach. Palistina 289617
Juden ein, davon 47 Prozent ius Polen, 11 Pro-
zent as. Russland, 9 Prozent aus Deuteehland,
der Rest aus 45 anderen Liindern. Von dea im
Jahre 1936 eingewanderlen 29727 Seelen stamm-
ten 39 Prozent. aus Polen. und 27 Prozent aus
Deulschland. DasRekordjahr der jiidischen Ein-
wanderung war 1935, in dem rund 62-000 Juiden
nach Paliistina einwanderten.

Das ,geistige Oberhaupt der Bevdlkerung des
Liban6n, der gleichzeitig das' Oberhaupt der ver-
,mutlich grdssten Kirche der Levante ist, Patriarch
Arida, wurde kilrzlich anisslich eines Besuches
in Beirut von der jddischen Gemeinde feierlich
empfangen. Aif die Begrlisungsansprache des
Gemeindevoisitzenden erwideite Patriarch Arida:
,,Die JTuden sind nicht nur unsere V ter, aie sind
hcirr Da AH.. Ou e..ai Bla-. Ai S-


mung, uneereSpracen sind fast gleich, und unser I,
Vater im Himmel ist auch ihr. Vater. Wir sind
stolz darauf, mit den Juden gleichen Stammes zu
sein. Wir haben ihnen alleys zu verdanken. Erscheint wiohentlich ohoe Gewahr. Postschluss futi
Unsere heiligen Gebofe sind der Toia; entnom- CLuftpossendsurngn bei olgenden PostIer'19un :, Berl
men, unsere Religion gleicht der ihren. Wir C 2; M rinen urtlBah Bamt postmt nd 2 n ( Flu af e K
been' Zu demselben Gott". Im Anschluss daran (Flughafen)). bEiswrrf bei anderei Post iei:ernodi
versicherte der Bisechof von Beirut, Ignatius Mu- in anderen Orlen bis zu 1 Tag friiher. Albiirzungen,.
barrak, im Namen des PatTiarchen und im eigenen B. A.. Bunos Aires. Gherb. = herioorg, Geo:'
SNamen, dass der Libanonden Kindern Israels, ,Gcrnia, LeH = Le Havre, Minn. = Munchen. Zil[erm'
immer offen stehe. Es gebe dort genug Raum fuir ,. in Klami rn' Postselilusszeite i
die Juden und fiir die Libanesen. In PalIistina-:,': ;,A Seewef nach Nordamerika' An
sei durch die Juden Oedland in fruchtbarent-Bden. Berlin Hambnrg : Bremen Cherb. N.-Yoi,
verwandelt worden. Wiihrend die ganze Welt,;'- 6.5. 6. 5. (I) ,.Eurnpa' .'7, 8. '. 13,, 6
unter der Wirtschaftskrise litt, hatte paliatina uii .5.s 5.(19)s ..Normandie" :13.5..LeL) I.5,
dank den Juden Ueberfluss. Es sei seit langeim 13.5. 13. ti.k ,,Breme'n 14.5. 1:.5. 0.5.
der Wunsch des Patriarchen, dass das jfdische .Luftweg: .a):Liuftshiff (.. f il Lulfposi naci Norm4
Volk ifrei nabc dem Libanon'einwaidere.: Die': amerika' 'Zuschl.50Pf..b)Nachbringellug (,,ilLult.
Feier klang in einem kurzen Gotteedienst hunter post ab K61n zum Diamper") ZuschL 15 Pi. fur je 20g,
Leitung des Oberrabbiners aus. .. Berlin Frankl. En N,-Yorl
S.-1:5. (18) 12.5..24) LZ,,Hindenburg" 15.5.
Die Britische, Regierung hat eine Note an da. 5.(18) '.15.5. 18 Flugn ach Cherb. 90: 5
Vslkerbundssekretariat gerichtet, in der esd ver'-.'", , Seeweg nachi SUdaimerika
schliigt, die Tagung der Stiinligen Mandatskom- -Berlin Frankl. na. Gem. Cherb. Rio. B.,
mission bis nach Vorlage der Empfeblungen der 11. 5.i 12:5. (9) 13."5 5 91
Koniglichen Komnnission zu verschieben. Die 13. l. 18i 14.5. (~ M.. 5. 28.5. 1.
Tagung, die zundchst Anfang April und dann am- Luftweg: Zuschl. f. fe 5g T,50 RM (1,25 Brasl.
Berin. Frankfurt I I B.
E neue wrtvoles Su3 8.5.1i Franz. Lutipos 11. 12.
12. 5. 121) 12.5. 24) eutsel -;. lb. 16
Joachim Prin Seeweg nach Sudafrika
Das Lebien im Ghetto I ve1., 1o. t R
S .fdisches Schicksal i 5Stt 1. 14.. 31.5;
,Alexandriil.Cordova,Amsterdam, Frankfurt,Prag Luftwerl : Zuschlag 35 Pi. far je 5 g
Am bestrickendste'n und kinstlerisphften Berlin. Miinehen Brind. Athen .i
iwirkt die Darstellung, wenn Priht'i- 6; 5( 7 5.(18) 9 i *
sches Schicksal mit dem Weuge.sche ,s. 85.) : ., Lafit
verjcnipft, dass jildische Geschichti elet s 11. 5. (18" 13. 5. :' -' I 8-9 Tage
geschichte wird. (Isr. Familieblatf) 1 35.( 9) ," 1 ()
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____ 9. 5. (16) 1.5. (9) via Belgrad-Istanbnl 14.5.
11.5.(16) 12. 5. (9) 13.5. SchiffabBrind. 17. 5. *
12. 5. (16) 13. 5. (9) via Belgrad-Istanbut 18. 5.
31. Mai beginnen sollte, s0lle bis Ende Juli ( .( viaBelgrastanbu 8.5.
zUirUickgestellt werden. Die britische Regi'erunrg Luweg- Zuschlag 70 Pf. fir je 5 g, mind. 15 Pf.
teilt in der Note ferner mit, dass der,'Kolbnien- Berlin Minchen Athen Brindlsl
minister Ormsby-Gore als Vertreler der Man- 8. 5. (3) 9.5. (5)
datarmacht vor der Kmmission echeinen 8.5. (9) 8.5. 18). 10::5.(7) Laufzeit
were. 12 5 () 13. 5. /ca. 2% Tage.
12. 5. (9) 12.5 .. (18) 4.(7)
'Am 29. April ist in Jerusalem der neue Chef- 14.-5.(6) 15.5;(1 '
klretii re der Paltlitnatithm'ni Wlm l I I a1;


b. O fpr a Jtlaar1Aglerujlg, I e a m.
.Davis Batter ahil 1, eingetroffen. Er hat
-sich gleich nach seinem Eintreffen zu Besprechun-


-T._ ,_,1. -4 ,a. ,-,- v. ,-,, ,,*o .nue., cuermu, giner- mal n- genmdas Regierungshaus begeDeen. .
Die Geruchte, dass diie K-n6 glche Cnere.am- nge Ingm A egeu gsnaus-eee
,Kommission eine Teilung Palisti .
nag empfehlen werde, verstirken sich immer ,
mehr. Es werden Einzelheitep :iber' die Gre nz .' on Pl snquale" .i'- Berliner KuR ltui d
miehung:-mitgeteilt, und immeer hlufiger.findete, ::--. la a .. n
sich in der Presse die Vermutung dass die .1
Teilung -nur voriibetgehend, gedacht sei -und
'dass nach einer gewissen Zeit Araber und4Juden .
gemeinsam tiber die weitere Zukunft des Lan- .
es entscheiden wfirden. U. a. gibt sich
,,Manchester Guardian" Mibhe, die
Juden von den Vorteilen der Teilung zu iiber- S O
zeugen, und setzt sich fiir vorurteilslose Prfifung
emin. Der Redakteur einer Kairoer Zeitung, der
als einer der besten Kenner der arabischen .
Politik gilt, behauptet, von d Mitid er '
Kdniglichen KIommission, Professor CGopeland, -
zu wissen, dass zwischen dem zukiinftigen, jiidi- -
schen und dem arabischen Teil Palilstinas ein' & .' '' / l


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Bevdlkerungsaustausch beabsichtigt ist, und dass
noch vor der Durclifiihrung der Teilungspliine
Juden und Araber zu einer gemeinsamen Be-
ratung fiber den Ausgleich eingeladen werden
sollen.
SDie paliistinensische Abteilung dere Agudas
Jisroel nimmt zu der Teilung hunter dem Ge-
sichtspunkt der Orthodoxie Stellung. Sie erklArt
sie schon deswegen flir unzulissig und unmog-
lich, weil Jerusalem nicht zum jiidischen Gebiet
gehoren wiirde. Ausserdem sehe sie in der
Bildung eines selbstAndigen jiidischen Staates
eine grosse Gefahr ftr die gliiubigen Elemente;
die irreligiosen Schichten innerhalb der Juden-
heit haben so stark die Yorherrschaft gewonnen,
dass die Palastinaregierung fuir die orthodox
Judenheit in Palistina der letzte Schutz sei.
Die Araber betreiben die Gegenpropaganda
weiter mit allem Nachdruck. Der Mufti von
Jerusalem soll sich im Elugzeug nach London.
begeben haben, umn aul die Entschliessungen
'der K6niglichen Kommission Einfluss zu ge-
winnen. Vor allem flirchtet man die Gegen-
arheit des Emir Abdulla von Transjordanien, der
von der Vereinigung des arabischen Teils mit
Transjordanien zu profitieren hoift und deswegen
die Teilung lieftirwortet. Ein in Jerusalem ver-
breitetes Gerticht, dass Konig Georg VI. an-
liisslich seiner bevorstehenden Krinung der
Titel eines ,,K6nigs von Jerusalem" verliehen
werden wtrde; wird inr der arabischen Presse
mit -heftigem Protest kommentiert. Man weist
besonders darauf hin, wie gefiihrlich eine solche
Empfehmung. in .einer Zeit sein wiirde, in der,
Italien alles tut, um das Vertrauen. des .Islam.,
Zu gewmInen.
Die Propaganda fir die Umwandlung Pa-
lAstinas in eine Kronkolonie wird von der Re-
ierung verhindert. Als sich. kirzlich in Pa-
histina eine Gesellschaft zu diesem Zweck.:.
rUtnden wollte, wiwrde ihre Eintragung in das'


---S-
1 I IlIJ:!"." .i ll"* rl l ,* :^.rfBj^^^^^mHBIHB'ft^^ "a ,.
Gerhard Pechner Ernst Krasso Wilhelm Guttmann Rita Atlasz
Fot. (2) Abraham


In Donizettis ,,Don Pasquale" eisteht eine
.Welt des schfnen Scheins vor uns. Die Zustinde,
die hier verspottet werden, sind fir uns nicht
aktuell, uns bleibt nur ein Spiel voll Ausgelassen-
helt, aber auch von einer fast marionettenhaften
Unwirklichkeit. Unwirklich diese Gestalten mit
ihrer typisierten Buffokomik, mit steten Kolora-
turen, die alle ihre musikalischen Aeusserungen
umranken.- Donizetti steht zwischen, aber auch
hunter Rossini und Verdi., Dennoch enthlilt diese
rasch hingeworfene Partitur iiber die hbchst an-
mutige, eingiingliche Melodik hinaus noch An-
ziehungspuikte:'gleich die Ouvertfire umschliesst
manch fesselnde Durchfiihrungselemente, -sogar-
einen leibhaftigen Orgelpunkt; der Chor der
Diene'schaft im letzten Akt ,l hrt in die,,unmit-
Stelbare ,Nhe -Verdis.. Es ist allies in. dieser Oper
leichte Ware, aber mit suidlicher Grazie geformt
und dargereicht. So tiinzelt und hfipft es durch
die drei-Akte hindurch, bis izm gliicklichen Ende
des grausamen Spiels, das mit dem alten Geiz-
hals vollfihrt wird.


Gesang ist hier -alles und der Kulturbund
hat die richtigen Leute auf die Bretter gestellt.
Rit aA t1 a sz istiin ihrem Element: die ewigen
Tonkaskaden bewal tigt ie mit der nitigen Selbst-
verstindlichkeit 'und Nonchalance. An Leicht-
fissigkeit fehlt es, .ihr nicht, auch den Schalk hat
sie im Nacken, besoliders wenn sie als Unschuld
vom Lande" recht schin. ,,Bitte" und ,,Danke'"
sagt. Wenn eie lber mal einen.AugenbHck saaft.
wird, dann liisst sie-neben dem schlanken Geigen-
ton ihres forte ein' piano von beriickender Milde
hiiren. Ihr ungliickliches Opfer ist der Don
Pasquale G.erha.rd Pech ners, der, natilr-
lich-recht grimmig au.sallen musste. Man freut
sich,-diesen ausgezeichnelen Biffodarsleller eim-
inal in einer fiiltrendei,.'Rolle zu-sehen. Die An-
-lage der Gestalt meidet jedea-,Ausbrechen, aus,
dieser Sphiire, entfaltet aber'innerhalb. dieses
:Rahmensein;HHchstmass an Feuer und Bew-eg-
{lichkeit Das dunkle Organi, gleichfalls tets
"chbraiterisierend, beheirselit' mihhels den Raumi;
am kriftigsten da,.wo es die endliche Erlisung


vom Ehejoch tefern dar. Wi1 b e 1 m G ut t*4
mann als Malatesta wetteifert mit Pechner an
Quicklebendigkeit; an Schlauheit ist er Ireilich
dem armen Pasquale ilberlegen, und wenn der
Swilel, dann neigt er mit. feinem. iocheln den
Kopf zur Seile und flihit sich eben ganz als Mei
ster des Spiels. 'Gesangliche Meistersciaft setzt
die Liufe in Ausserster Prizision, ohne jede
'Schwere und Kompaktheit, Der Ernesto ist
als Rolle am undankbarsten; Ernst K rasse
gab ihn mit edlein Anstanid uiid zeigte vor allem
s seinen schinen Tenor in bester Entwicklung; am
glaazvollslen' pricht die mittlere. Lage an.
J uliu s:u t h a n warf als Notarius seine be-
riimten komischen Akzente in die Verhandlung
und verfehlte nattirlich nicht seine Wirkung,,auch,
wenni ef dismal nitf den 3B16dian geben diurte,
Berthold Sander setzte gleich in der
Ouvertiire mit eineih wirbelnden Brio ein und
fiihrte auch. weiter siraff die Zilgel. Ein Kabi-
nettsstiick war der grosse Chor im dritten Akt;
aufs sorgsamste dynamisch gefeilt, dabei von zfin-
dender Beschwingtheit, fand er einen Sonder-
applaus.-Die Regie Kurt Baumanns uriter-
streicht in Verbindung, mit He i n z;C o n d e 11s
Biihnenausstattung das Stilisierte, Marionetten-
hafte. Das Tinzerische und Sprunghafte der
Partitur .findet seine szenische Entsprechung.
Dass monologische Stellen unmittelbar an der
Rampe, also an die Adresse der H6rer, gesungen
werden, ist wohl miglich. Dagegen ist der Zu-
sammenhaing zwich'en dem Boudoir der Norina,
den ibrigen Innenrinumen, die als Sektoren einer
Karusselbiihnie auftauchen, und der umgebenden
Waldlandschaft etwas unwahrscheinlich. Die Far-
ben schaffen in ih'rer freudigen Leuchtkraft und
geschnackvollen Abstimmung den sinnenfrohen
Hintergrund fir das stidlich bunte Spiel.
Schon auf. offener Szene gab es herzlichen
Beifall, der sich am Schluss zu einem starken Ge-

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Seite 21
6. Mai
1937


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als Konfliktsituation (jugendpsychologie,unter BerOcksichtigung j0d. Jugend) / Warschauer, JUdlsche Jugend baut .. .
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sohn, Sbbathklang und Fetessang, Ein musikalischer Wegweiser Rothgleser, Das Knabenschiffl Die Philo Verlag u.w uchhandlung G.m.b.H.
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Seite 22


e -V.-2eituna


. : a 1 1937


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WRTSCHFT DER WOCHE


Namen....
Ver wenlgen Wochen going esie Noalf durch
ate Zeltungen,' die in uns Juden Erinnerungen
wachrief. ,,Zum letzten Male Ge.b r. Simon"
la ,.;an in einer Wirtabhafttmeitashrift. Und dann
folgle die Nachrlcht,,dams eine Generalvnrsamm-
lung ,Qer Oebrilder hSsit,;Tnxtil.Aktlengpsell-
schatt beschroaeen babe, ibien Namen in
Deutsche Textil AG. zu Anderi: "Die TFiria
Oebr.. Simon, gogrlndet in der Mitte 'dea vori-
gen Jahrhunderts; hatte es im Laule der Jahr-
zehnte, zu eier Weltbedeutung. gelbacht, die im
Grosshandel 'nit Baumwollwaren -ihresgleichen
suchte. Wenn es auch nach 'dem Zusammen-
bruch und der Umgriindung der alten Firma
Gebr. Simon Ende des Jahres 1929 'zwari'nur
noch der Name war, der in der Aktieagesell-
schaft welterlebte, so zeigte sich doch darln,
welche Bedeutung man, auch nach dlesen Ereig-
nssn, damale der alton Firma beilegte.
Ableita von der Firma und ihren Lelitungen,
abseltt auch von der Frage nach der Schuld 'fur
das wirtocbattllche Sehicksal des Unternehmens,
gedenken wfr besonders des Mannes, der thr

Ma liter Kirschi
dler gutielk.r, Maglster MUnmhnVII
In Berlin na bezobeon durgh die WeingroBhandltng t
BornhardBraugr, BurgetHr Tel, 01 48,40,


Serer, 'dle Arbielten 'der UI b tiesdndeir 'nae.
stebenden keramfechen Indstrie hat ir durch
* ipn Stilung tllr' .iBenechattllche Zweoke *ror-
wlrtiutrelben gesuct, Die 'Anerkenung
aeiner Leistungen. zelgt !ch# 'aucl darnin, di ,
Ihn die Tchlhe opbhuile Berlin duWh Ver-
Sleihung des Ehreidoatobtitels. :azlcbnete. uindu
daea er von der Universitit Innabruck zum
Ehrenbtirger ernannt wurde,
S- .*
In Berlin saarb n diesen Tagen der TrAger
eine. bertilmtmn Namens: Jai es v, Bleicb-
'roder. Er ivar der Senior des Bankhauses
S. Bletlhr8der uand der Enkel seines GrUnders
Samuel. Bleichrder. Sein Vater war. der, be
riihmte Gersot v. Blelchrfder (1872 geadelt),
dessen 'larkiommen aber getault sind. Dr. iur.
James v. Bleiehrader, der das hohe Alter von
S77 Jahren erreichte, war der -letzte 'seineq
Names im vlterlichen Geslohft.' Er hatte aich
in den letzten Jabren kaum mehr aktlv darlit
betitigt, frtier aber;irth Wlrtsohaft;. und Geaell-
schaftsleben:- ,elie, 'bedeutende, Rolle egeapmlt.
Manohe der grossen Finanz- und Anlelliettauns
aktlonen, an de en die Firma Bleiebr0der man-
gebend betelligt wai, iet unter seiner Leitung
abgewlakelt worden.. Vor einigen Jahren lt die
Firma S, Bleichroder in engere Verbindifui mit
Sdem Banlkbaus Gebr, Arshold getreten.' Die
Families BWethrli~ei .it hunter. djeni nunmehr; vier
Herren zlsileeden. Inhaberkreis noch durch


ST te i Dr. Paul y, Schwabach uid *einemn Sohn Julius
viele Jahrzehate als Senorchef vorstand undder Sohwabaich vertraten. w--1,
auch ihr Ende 'fiiEht- ange" z'u il)5rI'eiiei "'nver-
mochte, James Simon. Dieser Mann, all Kunat .
saminler und Philantrop welttete Kreifse be. DDLe alteren A gestellten .
kannt, braucht den Juden unserer Tage nicht
mehr nahe gebracht zu werden. Bein Bild steht, In Nr. 16 der C.-V,-Zeituna haben wir fiber
als des eines Menschen, -der viel tat und viek. Ie neueU~tMi nahmn z ur Unterbrkt ng e lierer
'Aneatejltder'i Med tl verstBrktoanc Lehalntseln-
gab, in unseren Herzen und in unseen Kopfen. lin g' it der Metall. uid Bavuwirtechaft berlh-
Dass er im Jahre 1901 einer der Mitbegriinder tot. Der: Prksident der teihobmanetalt Mt Arbeits.
des .Hilfsverelne, damals zur Unterstiltztng not;. -verSmttlhnf:und Arbeitslosenversechorung hat in
leidender Juden in den Liindern Osteuropa ,Arbeitseingatz und Arbeitslosenhilfe" dazu Er-
geschaffen, war, macht ihn heute fir usa be.. 'liuteriagen gegeben, .Naeb den Beriobten in der
wonders bedeutungsvoll. Tgeepreose fIthrte Prlident Dr. Syrup dabel
u. a. zu der Frage der Unterbri gungs-
in li' ik eitt Iltr -1tere. nnyfi
'Auf emnm gamz nderen 'Goablet 'der Wirt. mo ich l n fr iltere Ange-
sohaft lst im Laute der Jabrazehne oei Nanam s itIt;ean, das ein h wirlg begin rklidber Dusr
Begif geworden Phipp Rosenthal. Oe mestene rahwiorlg sin woer, Daraua
s ea Begri ff eworden: Philipp .oetbal, Seln ergebe siob u. a, die Notwendigkelt, die Ver-
Trager, der Grllnder der gleichnamigen Por- plfehtung ,der einselsen Betriebe del Besirks
gellanfabriken, ist vr. wepigen Tagen im hohen niet -unabblagig vokelfander, sondorn inI RIb.
Alter von 82 Jahren gestorben. Gebelmer Rat men elne OGesamtplanes, di' dib :Uterbringung
Dr, ing, a. b. Ph l -p p R o e n t h a ,aer der alleyr ehatgdhigan Alteren Angtellten des Be-
idiscbene Raietlnaem chait nicit apgehrt ,.i sihern mgeo flest9ulegen. Die Verpllih.-
-,-t, "a^in ^.,. loeo aut .oeiu B8oeh61ti ung, ,iet aut eine
at a.d.;B lON O as g Q tigung 'bin. t Di
. kit 'A s leinen Anfdngen entwickelte er a1j. Verpfllchttng ele ferneruft elne ft
aatnboh aue der in Selb gegrUndeten Porsella- io tberbhupt, leoht auf eine bestimmtte Beschftfti.
lalerei eine der grdssten Porzellan-Manufaktren gung bhi, Ein e heoaliger Prokurist, brauche
der Welt, ,,Roiathal".Porsellan' lt sin Begrif! niebt als Prokurlt, sondern nur tiberbaupt in
gworden. BeluoaIShplOrwrwuhb welt Qfber aeine. elnem 'orlerRten Bertf beiohitligt.zu worden,
qigene Branche bingus. Er war Mibglied dUes telbtversteindlich liegeo im.Intorene des Be.
PrBid.iial.Autesohu aes b"i Rehaerband da_ tribes, die Erfabrungen und Kenptnisge deo
.Pirasfl.Amu bumtR ba DeTm Refcphverband deE t Angetallton -.'nglidhat nutabringend ua ver-
4dtmhen IndIetrie. -Die-'Llplger Meses hatto worten ~d 'ibn -bei Bewihmrug aflrltaken au
in ibh einen ibrer grOesten upd aktivsten For- laIsee. Notfalla, erille der Unternehmer. seine


Verpflichtung auci lurch' Beeschatgung Ialterer.
Angestelltet in anderen als Angesteltenberuten.
Glaube er Vorschlge des Arbeitamta ablebnen
zu msilsen, dann mUese er aut elgene Verant-
wortung arbeitelose altere Angestellte bls zu
deoa ibm bestimmten Zeitpunkf anwerben und
beschbaftigen.

Wiohtiges fuir die
Spinnetoffwirtschaft
Einige ftlr die geoamte Splnnetoffwirtschaft
wichtige Bestimmuingen sind in der letzten Zeit
aut dem Gebiet der Zellwolle erlassen wordenm
Die Zellwolle war birehr im d uts ohen
Zplltari f nicht namentlich aufgeflhrt, son-
dern wurde wie Florettseide behandelt. Nun-
mehr aind die betrefenden Tarifnummen 396
bis 398 wieder auf Florettseide und Florett-
seidengespinste aus natllrlicher Selde beachrtnkt.
Zellwollmisechesplnste und Waren aus solohen
'werdet wie 'espinste und. Gepinstwaren aus
den Spinnatoffen, denen die Zellwolle bet.
gemischt ist, verzollt. FUr Zellwolle, Gesplhnte
gang aunr Zellewpeusd.s -Waren a's reinen Zell-
wollgespinsten ilt ein neuer Unterabschnitt in
den Abschnitt 5 des Zoltarifs eingeflfgt worden.
'Die Verordnung vom 10. April wurde im
,Reiohrgesetsblatt I", S. 447, verdtfentlicht. -
Wichtig ist ferner, dass der Reichlinanszmniter:,
die Ze l wolle (It. ,,Frankfirter Zeihtun" vom
29. April hunter der Uebersqhrift: ,,Urpatsteuer.
,.reiheit tfr ZellwgLe i m Qroshandel") u m-
satzsteuerlich der Baumwolle uand
W.olle.gleichgeete'llt.ht,
O :.,8, 8 ,,

Notizbuch des Kaufmanns
Altgemeines
Mit Wirkong vom 1i. April 1987 Ist (,,WlrtaIta-
blatt der IndtiTtre uad #Handelkalmmir in")
Heft 19) die Wertgrenz fiir unver-
4ie elt,e Wert aketevuon 8 ERM anf 500 RM
rh8bt worden. ti'Gebolbr t unveriidert ge-
blieber. I . .
Die ReichstelMle fir DevlsenbewitteeBaftimng at
.Umt enbm Ruoderlaes Nr, 7187 Betlimntrumaa ber
.dl B e. Ii huni a v o n e ol-4 e re h.r L ear -
h user arlaanes Uad ihrsn filiberen Runderlass
19138 vomn 9. Oktober 1088 aufgeboben.
Der preumseche Fiansinnisliter bat bestimmt,
'dar die Anordnungen fiber dieo tesiricho,he
Unbedeaknkl hkeitr erkli4rusg bel
Veorgbunig fffentlioher Auttrage xu-
kiinftg such .fir Auftrige der LmdesbehBrdpft, der
Oemeonden, Gemeindverblnde und dei ibringen
KXrperichaften des IMfentllaehe Reehtea Oltung
.babn sollen, W .b

Der Vorsltsende der. aiptvrenliguag .dtr Deut-
o"hon Weiibuwlttehaft stllt In ietnr Bekannt
maehung felt, da" in VerBffentlichungen von
Werbeeachrften and Preislisten ver-
se ledentlleh durdh falsahe Forumulie-
r u n g die MBIclickelt einer Beunrublgung der
KKluter gegebep sel; Inrbemondera 'fai tea inwelse
auf rageblich koromende Preiestejgerungnon unba-
dingt uterobleiben. Bei Verstsaien kutinte sine Ge-
sohblftmcsblieHung wegen Unzuverllstikelt 'effolgen.
Auch indlrekte V. r st7l se eioen strafbar wie zulr
Belipiel der Hinweis: ,,Heute kaufen &le bel mir
noch zu den alton Praisen sebr sginatig ein,"


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teitung
,Nr, 18


Seito 23
6. Mai
,1937


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1


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-- ---r---- -- ----- ----- -- -- ---


Steuertermine im Mai
5. MtI: Abtlbrung der einbehaltenen Lobn-
und Btlrgersteuer ftr Arbeitnehmer
(ganzer April bzw. sweite Aprilhllfte).
10, Mai: Zahlung der BtUrgersteuer gemass
Steuerbescheid. Unmatateuer- Voran-
rmildung und Vorausablung fur Monatse
"z ahler .Verm8genesteuer-Vierteljabres.,
Rate.
15, Mai: Grundvermngens. und Hauszinsteuei
flr Mai. Gewerbe- bzw. Lohnaummen-
S* steer.
-B0. Mai: Abffihrung der einbehaltenen Lohn- und
S Biirgersteuer fir Arbeitnehmer fur die'
erste Maihilfte.
Auaserdem sind bei den von den Jldlio
schen Gemeinden erhobenen Gemelpde-
steuern Vorauszablungen fiir 1937 an dea in den
einzelnen Veralagungsbenachribtigungen auf-
geftihrten Terminen zu.leisten.
-- -- --- - -
*' BDnkwes n
Am 1. Mai 1987 treat das neue Bankdepo
geboset vom 4. February 1987 .n Kraft. Im ,,Releb
,anzeiger" vbO 30. April wird darauf hingewle-n
dI dus filir lle Wortpapierbelitzer und Kredtlnstitut
:webchtg lst, dae. diores Gestz den Schutz des
Wertpapierverkehr interessferten Publikums i
vielen Punkton erh ht, 'wobei.zum Tell fldr gewls
Brkllruc nn des Kunden gegeniiber seinem Krdi
instltut le Verwendung eines bishpr nibt' bliche
Wortulatl'v6rgeiibriaebn werde.
UVeborwar hangsstellen
Im ,,lelchanzeliser" vTom 27. April erschien ein
'Achte Bekanntmachung der zustindigen Reiehi
minister. iiber. did. .A.nd er.ungen_ dar Z.
steindigkeit von Uvo1rwschung's-
st ellen. 8ie b igen :inmla milt der Neuarrih-
tUa der UebqrwaehutngOetlle fir Kaffee suijauAn,
und betreffen welter einleo Waren, dle anderen
Ueberwacbungsstellen zugewiesen werden. (Z. B. Edel-

R. Hnahn Gttungen, Postfach 101
oZml nr ersiilhKdl' Or Haar| Irauft zu hoobst-
S~Peno releen Land. und ohaobthausschweinehatre
auss eeor troaken, Pfrde, un Oebeenhaare, KroUhaspe
Rinderschweife. Angebote und Anfragen erbeten.
'stiae, ynthetiIa, roh; Blutalbumin; Ware anus
sBmirgeltuoh, 0olzfaserplatten.)
Die Ueberwachungsetelle flr Eieari
Sn d St a h l erllst im ,,Roiehan miger" veom s, April
Fale Anordnuag 25 fber eine Verwondungb.ahren-
kung fIr WolVibleeh uand Welinband frt dle Rqr-
itellung bestininter Warem, Ilsbehondere P taektng.e_
ff ,,Beiehsanaelgsr1 vt 80, Aprl wid diep Ge-
bflhrenordnuau 'der WU-i rwO8bdtg ttle0
fU.r Waren veorehluedener Art neu
ilmsuen.
Im ,,Blehanseiger" Yom 28. April wird else
Anordnung 11 der Uebprwathungsste!le
i r Mine ror l baI et btr. die Belmlneung von Kraft-
spiritusg a Kraftatoffen, ferner oin e ekanntmaobung
oer Reic amb'ono olverwaltung f r
Br n a tw e o r tVerordnang Uiber dMo B9ug
voe' plrltug s Treibstotfawoke voin 4. Jil 130
und efn Bekeantmacihug "ber die ZIsammen4htaung
pnd den Verkaufsprels von Trelbioffspirtus ab
1, Mai 1987 verff(eatlhfot.


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C.-V.-Zeifuna


Nr.18 496.Mai 1937


SIn Nnmmer 16 der C.V.-Zeitung war bereits
anf eine Anordnung der Hauptvereinigung
der Deutschen Getreidewirtschaft
fiber den Verkehr mit Brotgetreide und Er-
zeugnissen hieraus vorn 9. April 1936 hin-
gewiesen. Nach dieser Verordnung ist die Verteilung
von nicht selbst hergestellten Mahlerzeugnissen des
Roggens oder des Weizens und von Maisbackmehl ab
1. Oktober 1937 nur mit einer ausdriieklichen Ge-
nehmigung des zustindigen Getreidewirtschaftsver-
bandes miglich. Ausgenommen von dieser Regelung
ist der Einzelhandel mit Mehl und anderen Mahl-
erzeugnissen. Agenten, Kommissionire und Vertreter
sind aber an die ausdriickliche Genehmigung ge-
bunden. Betriebe, die Brot und andere Backwaren


oder Teigwaren zur menschlichen Ernihrung her-
stellen, diirfen im Interesse einer gleichmiissigen Ver-
sorgung nur Vorrrate nach Massgabe der durchschnitt-
lichen Vetarbeitungsmenge fur einen Zeitraum von
drei Wochen halten.
Gesucht: Jildischer Druckereifach-
m a n fr die Bedienung einer Druckerpreese
nach Amsterdam; jidisecher Buchbin-
der und Kartonagefachmann mit mindestens
dreijiihriger Praxis nach Amsterda m; jii-
discher Kinovorfihrer nach Kolum-
bien; jiidische Studienassessorin fiir
Vollunterricht zu zwei Miidchen nach N or d-
wijk (Holland); jiidischer Fachmann, erfahren
in der Herstellung von kiinstlichen Zihnen und
Zahnarbeiten, nach London.
Ausfiihrliche Bewerbungen auf Diinnpapier
mit Zeugnisabschriften und Lichtbild werden
weitergeeitet durch die Jiidische Gemeinde,
Berlin SW 19, Lindenstrasse 48-50.


M. Wolf 75 -Jahre alt
Am 9. Mai wird M. Wolf, friiher Schlitchtern,
jetzt Frankfurt a. M., 75 Jahre alt. Der Jubilar
kann an diesem Tage auf ein erfolgreiches, ge-
segnetes Leben zurtiukblicken. Aus kleinen An-
filgen hat er in gliicklicher Vereinigung tech-
nischer und kaufmiinnischer Flihigkeiten mit
Umsicht, Weitblick und fortschrittlichem Sinn
sein heute von seinen Sbhnen gefiihrtes Unter-
nehmen zu einer bedeutenden und angesehenen
Firma entwickelt. Dem Manne, der auch im
ausserberuflichen. Leben Vortreffliches leistete,
den die jiidische Gemeinde Schliichtern bei sei-
nem Wegzug die Ehrenmitgliedschaft als ausse-
res Zeichen der Dankbarkeit verliehen hatte,
gelten die Glickwiinsche des Jildischen Central-
vereins, der M. Wolf mit Stolz zu seinen Mit-
gliedern zithlte. Hans A. Feibelmann.


V.. 11-13 W
findet jetzt die Sprechstunde der
Beratungsstelle des judischen Central-
Vereins, Berlin W 15, Emser Stra6e 42, IV,
statt. Sprechtdge sind Montag bis Frei-
tag, fur Mitglieder des Central-Vereins
auch ausserhalb der angegebenen Sprech-
stunde nach vorheriger telephonischer
Vereinbarung.

Wann und wo finden Sie Rat?
Kitteldeutschland 12. Mal, 16-19 Uhr, J(dische
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